Nord-Ostsee-Kanal : Autos kommen nicht rüber, Rauch im Kanal

Die Stadtpolitiker sind sauer auf das Wasser- und Schifffahrtsamt. Ständige Ausfälle bei den Fähren und Verzögerungen beim Deichbau sorgen für großen Unmut in Brunsbüttel.
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Politiker „stinksauer“ auf das WSA
Fährplanung: Lange Wartezeiten an den Anlegern / „Breslau“ bald wieder fit, „Berlin“ muss in die Werft / Auch Deicherhöhung lässt auf sich warten
Brunsbüttel

Keinen leichten Stand hatte Mittwochabend Diplom-Ingenieur Jürgen Schneider vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Auf Einladung der Stadtpolitiker nahm dieser am Hauptausschuss teil, um einen Sachstand zur Situation der Fähren, der Deichverstärkung sowie zum Bau eines Trockendocks zu liefern.

Amtsausschuss: Gieselau-Schleuse erhalten
Tensbüttel-Röst (ut) Das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel wird Anfang November die marode Gieselau-Schleuse stilllegen. Ob und wann sie saniert und wieder in Betrieb genommen wird, ist offen….
zeitungen.boyens-medien.de

Schiffsbrand-Bekämpfung gefährdet Haushaltskürzungen beim Havariekommando könnten dazu führen, dass Brunsbüttel das Spezialisten-Team verliert

Brunsbüttel

Verliert die Feuerwehr der Schleusenstadt die Schiffsbrand-Bekämpfung? Diese Frage war das große Thema in der Hauptversammlung der Brunsbütteler Gemeindewehr

Im Zeitplan bleibt das Wasser- und Schifffahrtsamt: Die Kanalfähre in Burg befördert wieder Pkw und Lkw bis 7,5 Tonnen auf die andere Seite des Nord-Ostsee-Kanal
Hochdonner Fähre überlaufen
Nach dem Ausfall der Burger Verbindung über den Kanal kann das Fahrzeugaufkommen in der Kanalgemeinde kaum bewältigt werden
Hochdonn/BURG

Der Ausfall der Burger Kanalfähre für das Übersetzen von Kraftfahrzeugen führt zu den auch vom zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel befürchteten Folgen. „Mehr als das Doppelte“ des bisher üblichen Verkehrsaufkommens registriert die Besatzung der Hochdonner Fähre.
Routiniert steuert Bernd Hohmann (53) die Kanalfähre „Audorf“ an der Fährstelle Oldenbüttel über den Nord-Ostsee-Kanal. Auf der Brücke steht er quer zur Fahrtrichtung und führt das Schiff mit zwei Seitenhebeln in gerader Linie über die Wasserstraße auf die andere Seite. Mit einem dritten Hebel regelt er die Geschwindigkeit. Die Inneneinrichtung der Brücke ist aus dunklem Holz, die Hebel laufen an Skalen aus Messing, das Armaturenbrett ist voller analoger Messanzeiger. Obwohl die „Audorf“ immer wieder grundüberholt und technisch auf den neuesten Stand gebracht wurde, verströmt sie auf der Brücke noch eine Menge maritime Romantik – kein Wunder, sie ist mit ihren 60 Jahren eine der ältesten der 16 Fähren,
Dabei empfiehlt das WSA seit der Sperrung in Burg am Dienstag das weiträumige Ausweichen über die beiden nächstgelegenen Kanalhochbrücken in Brunsbüttel und Schafstedt.

Und es dürfte noch enger werden in Hochdonn, wenn ab Montag Metalfans aus Richtung Norden den Weg zum Festivalgelände in Wacken über die kleine Kanalgemeinde anstreben. ,,Stau ohne Ende bis um die Ecken auf beiden Seiten“. Mit diesen Worten bringt der erfahrene Hochdonner Decksmann Frank Hintze seine Befürchtungen für die kommende Woche auf den Punkt. Und während seine Burger Kollegen Harald Bolling und Hermann Behrens Zeit für einen Kaffeeplausch auf dem Deck ihrer alten Klappenfähre ,,Nobiskrug“ finden, hat Hintze die Fähre ,,Hochdonn“ schon wieder mit acht Pkw voll beladen.
Voraussichtlich bis Ende der Sommerferien am 25. August bleibt die Burger Kanalfähre für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Lediglich Fußgänger und Radfahrer werden befördert. Den Anlass für diese noch nie da gewesene Maßnahme lieferte am Montag der Anleger auf der Südseite (wir berichteten). Der war zuvor bei einem besonders niedrigen Wasserstand mal genauer in Augenschein genommen worden.
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Bundesverkehrswegeplan: NOK-Vertiefung, Elbe-Lübeck-Kanal

Von wegen kein Geld. Von wegen Neutralität bei der Festlegung von Milliarden, die in den Bundesverkehrswegeplan fließen. Man glaubt es kaum. In einer Zeit der knappen öffentlichen Mittel werden kurz einmal über 838 Millionen Euro für den Ausbau einer Wasserstraße, die im jetzigen und auch zukünftigen Wirtschafts-Kreislauf nur eine untergeordnete Rolle spielt, reserviert. Der Bund schmeißt mit dem Geld nur so um sich. Eben diese Summe steht im Bundesverkehrswegeplan zum Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Ein Eldorado für Freizeit-Skipper ist diese verschlafene Idylle am südöstlichen Rand Schleswig-Holsteins. Mehr nicht. Von wegen Schiffsverkehr. Die Frachtmenge ist bis auf unter 600 000 Jahrestonnen gesunken. Sogar die Binnenschiffer meiden diesen Kanal. Zum Vergleich: Auf dem Nord-Ostsee-Kanal werden im Jahr rund 91 Millionen Fracht transportiert, das ist mehr als das Hundertfache der Tonnage zwischen Elbe und Lübeck. Der Elbe-Lübeck-Kanal ist ein Auslaufmodell und eher als Museumsstück geeignet denn als zeitgerechte Wasserstraße. In Reedereikreisen ist der 62 Kilometer lange Kanal längst Geschichte.
Das Verkehrsministerium hat heute, 16. März 2016, den Entwurf für den aktu-
ellen Bundesverkehrswegeplan 2015 vorgelegt – eine Priorisierung der Stra-
ßen, Schienen und Wasserwege, die in den kommenden 15 Jahren gebaut
werden sollen. Bettina Hagedorn, SPD-Bundestagsabgeordnete für Osthol-
stein, erklärt als zuständige Berichterstatterin für Verkehr im Haushaltsaus-
schuss die Bedeutung für Schleswig-Holstein direkt nach der internen Sonder-
sitzung der Verkehrs-Arbeitsgruppe mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt:
„Gewonnen hat im Norden vor allen Dingen die Wasserstraße! Die Vertie-
fung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) um einen Meter soll in die höchste
Kategorie „vordringlicher Bedarf Engpassbeseitigung“ (VB-E) eingeord-
net werden – damit steht der Realisierung des Projektes für mindestens
263 Mio. Euro so gut wie nichts mehr im Weg. Ebenso soll die Saatsee-
Kurve am NOK – Kosten 12 Mio. Euro – in die zweithöchste Kategorie„vordringlicher Bedarf“ (VB) eingeordnet werden. Auch der bislang nsi-chere Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals, der vor ein paar Jahren von Verkehrsminister Ramsauer noch gänzlich abgeschrieben wurde, obwohl Brüssel diesen Ausbau stets als mit EU-Mitteln für TEN-förderfähig einstufte, ist nun im „vordringlicher Bedarf“ (VB) – die für den Vollausbau und die Erhaltung erforderlichen 838 Mio. Euro werden allerdings trotzdem angesichts eines Kosten-Nutzen-Verhältnis von 0,5 schwierig sicherDie Wasserstraße sei der ökologischste Verkehrsträger. Es müssten wieder mehr Güter auf diesem Weg befördert werden, sagte der Chef des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau, Michael Fraas. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Martin Staats, kritisierte, dass die sinkenden Investitionen in die Infrastruktur den Wirtschaftsstandort gefährdeten würden. Die Verbände verwiesen auf den Anstieg des gesamten deutschen Transportaufkommens 2015 um gut ein Prozent auf einen neuen Rekordwert von 4,5 Milliarden Tonnen. Über die Wasserwege würden dabei bis zu 240 Millionen Tonnen im Jahr befördert – das entspreche etwa 14 Millionen Lkw-Fahrten. mehr

Hagedorn: Grünes Licht für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals!

Es war ein Paukenschlag, als der Haushaltsausschuss am 5. Juni – nur 2 Monate nach seiner Bewilligung von 485 Mio. Euro für den Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel – in der abschließenden Sitzung für den Bundeshaushalt 2014 zusätzlich 265 Mio. Euro für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals bewilligte und damit ein klares Signal gegen den Investitionsstau am NOK gab.

Doch bereits am 25. Juni irritierte und empörte eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums nicht nur Bettina Hagedorn, die als stellv. Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss für das Dobrindt-Ressort zuständig ist (Zitat): „Der Ausbau der NOK-Oststrecke wird im Zuge der Erarbeitung des Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 neu bewertet und muss dann im Gesamtkontext aller erwogenen Projekte priorisiert werden. Die Priorität desOststreckenausbaus ergibt sich damit erst NACH Abschluss der Bewertungen und Priorisierungen ALLER Projekte im Jahr 2015.“ mehr

Seegüterverkehr Kanal und Jade Weserport wird sich neu sortieren

Wie sagte Herr Lies in der NDR-Dokumentation über die deutschen Containerhäfen zum Jade-Weser-Port: „Wilhelmshaven hat den einzigen restriktionsfreien Zugang für Schiffe dieser Größenklasse. Nur hier können ohne Rücksicht auf Ebbe und Flut voll beladene Containerschiffe der Triple-E-Klasse einlaufen.“

Und die Arroganz des Sprechers der Hamburger Hafengesellschaft ist kaum zu toppen: „Mir ist es ziemlich egal, ob die eine Milliarde Euro auf der grünen Wiese verbuddeln – die sollen nur nicht glauben, dass die uns die Chance wegnehmen können.“ (…)
Bremen/Wilhelmshaven/wz – Die maritimen Unternehmen in der Weser-Jade-Region erwarten von der „9. Nationalen Maritimen Konferenz“ der Bundesregierung am 19. und 20. Oktober in Bremerhaven konkrete Zusagen. Auf dem gestrigen „Wesertag 2015“ in Bremen betonte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbands Weser e.V., der ehemalige Bremer Bürgermeister Klaus Wedemeier: „Es gibt keine Erkenntnisdefizite, sondern erhebliche Defizite bei der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft.“

Zu den Mitgliedern und Kooperationspartnern des Verbandes zählt auch die Wilhelmshavener Hafen-Wirtschaftsvereinigung e.V. (WHV). Zum Abschluss des Wesertages verabschiedeten die Teilnehmer ein Positionspapier mit Forderungen und Projekten für die Seehafenregion Weser-Jade. Für den Bundesverkehrswegeplan 2015-2030 forderte Wedemeier eine Priorität für den Neu- und Ausbau der Seehafenhinterlandanbindungen. Da die Verkehrsprognose des Bundesverkehrsministeriums ergeben habe, dass der Umschlag in den deutschen Seehäfen bis zum Jahr 2030 um jährlich 2,8 Prozent wachsen wird, müssen nach Auffassung von Wedemeier die Investitionsschwerpunkte bei den Verkehrswegen von und zu den Seehäfen liegen. mehr

Nord-Ostsee-Kanal : Autos kommen nicht rüber Rauch im Kanal Teil 2

Die alten Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal müssen noch länger durchhalten, als es bislang geplant war. Der Austausch der Flotte verzögert sich erneut. Das teilte die Generaldirektion der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung auf Nachfrage der Landeszeitung mit. Nach der ursprünglichen Planung sollte bereits in diesem Jahr das erste neue Schiff in Betrieb gehen (wir berichteten). Davon ist die Behörde jedoch weit entfernt, denn der Auftrag ist noch nicht einmal ausgeschrieben. Unterdessen wird auch das Fährpersonal nach und nach ausgewechselt. Schiffsführer und Decksleute sollen auf lange Sicht nicht mehr im öffentlichen Dienst stehen. Stattdessen steuern künftig private Unternehmen die Fähren.
Die Wellen plätschern sanft um Bug und Heck, gemächlich schiebt sich die Fähre weg vom Anleger Rendsburg, hinüber nach Schacht-Audorf. Das Knattern des Schiffsmotors nimmt Jürgen Stöcken schon lange nicht mehr wahr. 30 Jahre lang arbeitete er als Matrose auf der Fähre Nobiskrug. Gestern war sein letzter Arbeitstag.

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