Verkehrsminister Dobrindt will in Brüssel einen dicken Zuschuss für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals beantragen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hofft in Brüssel mehrere hundert Millionen Euro für den geplanten Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals locker machen zu können. Wie ein Sprecher von Dobrindt unserer Zeitung sagte, will der CSU-Minister dieses Jahr zunächst für den Bau der fünften Schleuse in Brunsbüttel Geld aus dem EU-Programm für transeuropäische Netze einwerben. „Ein Antrag wird derzeit vorbereitet“, sagte der Sprecher. Die Förderhöhe könne „zwischen 30 und 40 Prozent betragen“. Das wären bei Baukosten von 485 Millionen Euro bis zu 194 Millionen aus Brüssel – allein für die Schleuse. Im September kann Dobrindt die Unterlagen bei der Kommission einreichen.
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IHK Nord fordert stärkere Berücksichtigung des Seeverkehrs

Die IHK Nord fordert vom Europäischen Parlament und der EU-Kommission, die Branche stärker als bislang in internationalen Handelsabkommen zu berücksichtigen.

Schifffahrtspolitik sei auch Handelspolitik, machte Wolfgang Blank, Vorsitzender der IHK Nord, deutlich. Man habe beobachtet, dass weltweit noch viele Beschränkungen für eine freie Schifffahrt herrschten. Dem müsse die EU bei ihren Handelsabkommen mit Drittstaaten Rechnung tragen.

Als Beispiel führte Blank den Jones Act in den USA an: Das Gesetz verbiete Kabotageverkehre an den US-Küsten. Transporte zwischen Häfen innerhalb der Vereinigten Staaten müssten demnach mit Schiffen unter US-Flagge durchgeführt werden. Dies gelte auch für die Feederverkehre vor oder im Anschluss an einen interkontinentalen Seetransport. »Wir bedauern vor diesem Hintergrund, dass TTIP vorerst von der neuen Trump-Regierung ad acta gelegt wurde«, so der IHK-Nord-Vorsitzende. mehr

Planfeststellungsbeschluss liegt vor: Jetzt geht es um grünes Licht von der EU, Betreibersuche und potenzielle Investoren Brunsbüttel

Hamburg. Ein ungewöhnliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden macht beim Bund Druck für den Neubau des Schiffshebewerks am Elbe-Seiten-Kanal. Wenn man jetzt nicht schnell handele, werde das Schiffshebewerk Scharnebeck in den nächsten Jahren zum Nadelöhr in Norddeutschland, erklärten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Donnerstag in der Hansestadt.

Zusammen mit den zwei Handelskammern von Lüneburg und Hamburg sowie den Naturschützern von WWF und BUND haben sie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aufgefordert, den rund 260 Millionen Euro teuren Neubau in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2015 aufzunehmen, um einen Engpass im norddeutschen Wasserstraßennetz zu beseitigen. Die Schleuse wurde 1974 erbaut.
München. Die Containerschifffahrt hat in den letzten Jahrzehnten einen Boom erlebt. Nach einer Veröffentlichung der Unctad ist der globale Containerverkehr von etwa 50 Millionen TEU (20-Fuß-Container) im Jahr 1996 auf über 160 Millionen TEU im Jahr 2013 gestiegen.

Mit dem zunehmenden Containerverkehr sind auch die Seehäfen gewachsen. Auf riesigen Flächen bewegen sich meterhohe Kräne und entladen die Boxen aus immer größer werdenden Schiffen. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in China verwundert es nicht, dass der größte Hafen der Welt auch im Reich der Mitte zu finden ist.

Aber auch drei Seehäfen aus Europa können sich unter den Top-20-Seecontainerhäfen platzieren, darunter auch einer aus Deutschland. (cd)

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An der Unterelbe ist vor allem der Elbehafen Brunsbüttel mit seiner strategisch günstigen Lage an der Elbmündung und dem Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal mit Umschlaganlagen sowohl für Massengut als auch für Projektladung von großer Bedeutung. Jährlich werden in den Brunsbütteler Häfen deutlich über 10 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Der Elbehafen Brunsbüttel ist ein hochflexibler Universalhafen mit einem Tiefgang von bis zu 14,80 m. Durch den trimodalen Terminalanschluss werden optimale Transportverbindungen mit den Verkehrsträgern LKW, Bahn, Seeschiff und Binnenschiff gewährleistet. Die Brunsbüttel Ports ist Teil der SCHRAMM group, die unter anderem auch eigene Binnenschiffe betreibt.
Der Elbehafen will auch beim Umschlag von Projektladungen wachsen: Hier wird eine Trafostation verladen. Foto: Brunsbüttel Ports
Das Land hat Fördermittel zugesagt, die ersten Aufträge für die Bauplaner sind erteilt – bisher sprach ziemlich viel dafür, dass ein Offshore-Hafen in Brunsbüttel gebaut wird. Doch jetzt gibt es Zweifel in der Lokalpolitik an dem Millionen-Projekt, und zwar ganz grundsätzliche. Vor allem Kommunalpolitiker aus dem Kreis Steinburg stellen in Frage, dass ausreichend Nachfrage für den neuen Hafen da ist. Denn: In Niedersachsen gebe es bereits Offshore-Häfen, Schleswig-Holstein sei spät dran
Neuer MultiDocker und neuer Radlader optimieren Produktivität und Umschlagsgeschwindigkeit am Universalhafen an der Unterelbe.

Am 11. Juli weiht die Brunsbüttel Ports GmbH einen neuen MultiDocker für das Mehrzweckterminal im Elbehafen ein. Die neue Umschlagsmaschine vom Typ CH74 D der Firma MultiDocker bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten und rundet das Serviceangebot am Hafenstandort Brunsbüttel ab.

Mit einer maximalen Kranreichweite von ca. 22 Mete
Neue Spundwand, tieferes Fahrwasser, neue Pierplatte – Hafenbetreiber Brunsbüttel Ports ist derzeit dabei, den Elbehafen zukunftsfähig zu machen. Rund 15 Millionen Euro investiert die Firmenmutter Schrammgroup in die bis 2013 laufende Maßnahme. Was es damit im einzelnen auf sich hat, will die Hafengesellschaft Interessierten am 11. August bei einem Tag der offenen Baustelle erklären. mehr

„Schlamperei“ bei Kanaltunnel-Sanierung Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels läuft seit 2011

Rund 50.000 Autos nutzen täglich die Unterführung am Nord-Ostsee-Kanal, immer wieder gibt es Staus. Die Sanierung des Tunnels läuft seit 2011. Ursprünglich sollte Ende 2013 alles fertig sein, doch die Weströhre wird wohl erst 2018 wieder befahrbar sein. Die Baukosten steigen laut Wasser- und Schifffahrtsamt vermutlich auf das Doppelte: auf rund 50 Millionen Euro. mehr

Schifffahrt Starker Zuwachs bei Güterumschlag der Binnenschifffahrt

Dortmunder Hafen meldet Umschlagszahlen für die ersten drei Quartale 2015

Mit einem Güterumschlag von 2,15 Millionen Tonnen erzielte der Dortmunder Hafen von Januar bis September 2015 das gleiche hohe Umschlagsniveau wie im Vorjahr 2014.

„Mit den Umschlagsergebnissen für die ersten drei Quartale 2015 können wir das Niveau des erfolgreichen letzten Jahres halten. Die geplanten Umschlagszahlen wurden damit um knapp sechs Prozent übertroffen“, sagt Uwe Büscher, Vorstand der Dortmunder Hafen AG.
Düsseldorf. Der Warenumschlag in den Häfen von Nordrhein-Westfalen wächst. Im ersten Halbjahr 2015 wurden dort 64 Millionen Tonnen Güter umgesetzt, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Das waren 1,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014. Fast ein Viertel der Fracht war als Gefahrgut eingeordnet. Vor allem die Beförderung mit Containern legte zu.

Motor der Entwicklung sind die Häfen im Rheingebiet: Hier wurde mit über 50 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2015 der Löwenanteil der Waren umgeschlagen
dpa/Armin Weigel Der Binnenhafen ist der umschlagsstärkste an der Donau.
In den bayerischen Häfen an Main und Donau sind im ersten Halbjahr 2014 deutlich mehr Güter umgeschlagen worden als im Vorjahreszeitraum.

Wie das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung am Dienstag in München mitteilte, stieg der Güterumschlag um rund ein Drittel auf 4,14 Millionen Tonnen. Besonders stark war das Wachstum mit 70 Prozent bei den Donauhäfen. Meist hatten die Schiffe landwirtschaftliche Erzeugnisse oder Erze, Steine und Erden geladen. Umschlagsstärkster Hafen am Main war Aschaffenburg, an der Donau lag Regensburg vorne.
Nicht nur die Seeschifffahrt litt 2011 unter den weltwirtschaftlichen Pro­blemen. Auch auf den Flüssen wurden weniger Güter transportiert. Wie die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) jetzt anlässlich ihrer Frühjahrstagung in Straßburg mitteilte, gingen die Transportmengen im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent zurück. Auch für das laufende Jahr rechnet die ZKR nicht mit einem Anziehen der Nachfrage. mehr