Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer bei Brunsbüttel startete er den Schleusenbau.

Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau

Autogrammstunde

http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Dokumentation/2941938/21492704/166653/Highway-fuer-Ozeanriesen.html

Er war schon als kleiner Bub ein Fan des Maritimen, berichtete Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer beim ersten Spatenstich für die neue Großschleuse. Und da hatten nicht wenige der anwesenden Gäste Ende vorigen Jahres noch gedacht, der CSU-Mann aus Bayern habe den Norden der Republik und seine drängenden Probleme um eine marode Infrastruktur am Nord-Ostsee-Kanal aus dem Blickfeld verloren und gucke nur auf die eigene Region. Irrtum. Begehrt war Ramsauer am Dienstag aber nicht nur als Signalgeber für den Baubeginn. Gesa Völkl, Chefin des Wasser- und Schiffffahrtsamts in der Schleusenstadt führte ihren obersten Dienstherren nach der Begrüßung im Festzelt erstmal zielstrebig zum Gästebuch des WSA. Und nach erfolgtem Spatenstich lauerte schon Bürgervorsteherin Rita Audiger auf eine günstige Gelegenheit, um vom Minister noch eine Eintragung ins Goldene Buch der Stadt zu bekommen. Die Autogrammstunde war für den prominenten Gast ein Leichtes. Sicher leichter jedenfalls als im bundesweiten Ringen um Gelder aus seinem Ministerium die richtigen Begünstigten auszuwählen.

Vier metallische Doppelschläge einer alten Schiffsglocke und die Shantys eines Lotsen-Chores haben am Dienstag in Brunsbüttel den Neubau einer 5. Schleusenkammer zum Nord-Ostsee-Kanal eingeläutet. Mit dem offiziellen Startschuss werde die enorme Bedeutung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) als meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt unterstrichen, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Das 300 Millionen teure Bauwerk werde nach seiner Fertigstellung als eine Art Bypass dienen, so dass die beiden anderen fast 100 Jahre alten und maroden großen Schleusenkammern saniert werden können. Bauwerksinspektionen hätten ergeben, dass neben dem Massivbau und dem Stahlwasserbau auch die Maschinen- und elektrotechnischen Anlagen saniert werden müssen: Dazu sind nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtamtes mehrjährige Sperrungen jeweils einer Schleusenkammer erforderlich. Für den Neubau der 5. Kammer sei mit einer Bauzeit von fünf Jahren zu rechnen, hieß es. Luebecker Nachrichten

A 20 und Schleuse

Lägerdorf/Brunsbüttel

Doppeltermin für Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer: Bei Lägerdorf schraubte er seinen Namen in ein A 20-Monument, bei Brunsbüttel startete er den Schleusenbau.
Baubeginn für neue Schleuse in Brunsbüttel
Brunsbüttel
Als absolut überfällig bezeichnete Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU, 2. v. li.) gestern den Baubeginn der dritten großen Schleusenkammer in Brunsbüttel. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord, Dr. Hans-Heinrich Witte, dem schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Jost de Jager und der Brunsbütteler WSA-Chefin Gesa Völkl nahm er den ersten Spatenstich für das 300-Millionen-Projekt vor. Ramsauer betonte, dass anschließend auch der seit langem geforderte Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals auf der Agenda stehe.Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau
Sperrung der Großen Nordschleuse
In der 17. Kalenderwoche vom 23. bis 27. April und in der 19. Kalenderwoche vom 7. bis 11. Mai muss die Große Nordschleuse jeweils durchgehend außer Betrieb genommen werden. Das teilt das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel mit. Während dieser Zeit finden durch Taucher umfangreiche Untersuchungen an den Schleusentoren sowie zusätzlich Spül- und Baggerarbeiten in der Schleusenkammer statt. In den genannten Zeiträumen stehen der Schifffahrt in Brunsbüttel die Große Südschleuse und die beiden Kleinen Schleusen zur Verfügung. Norddeutsche Rundschau
 
Schleswig-Holstein bangt um Kieler Schifffahrtsbehörde
Bundesverkehrsminister dementiert Umzug der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord nach Bonn
KIel/Brunsbüttel
Unruhe bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord (WSD). Offenbar soll die Verwaltung von Kiel nach Bonn umziehen. Die rund 180 Mitarbeiter sollen dann mit ins Rheinland oder in Pension gehen. Die rund 2400 Mitarbeiter in den sechs Wasser- und Schifffahrtsämtern sollen aber in Schleswig-Holstein bleiben dürfen. Zur Direktion gehören außerdem die Ämter in Hamburg, Stralsund und Cuxhaven. Der Bundesverkehrsminister will zu diesen Plänen wenig sagen. Beim ersten Spatenstich für den Bau der dritten Großschleuse in Brunsbüttel reagierte Peter Ramsauer (CSU) gestern Nachmittag empört: „Da kann man nur sagen, glauben Sie nicht jeden Blödsinn!“ Entsprechende Äußerungen über einen etwaigen Umzug der Bundesbehörde seien reines Wahlkampfgetöse. Gleichwohl schränkte der Minister ein: „Wir müssen an der Zukunftsfähigkeit unserer Wasser- und Schifffahrtsverwaltung arbeiten.“ Die Reform der WSV befinde sich auf einem gutem Weg, meint Ramsauer. Man arbeite an einer neuen Verwaltungsstruktur, die im kommenden Monat im Bundestag vorgestellt werde – die Priorität liege auf den Bundeswasserstraßen, zu denen auch der Nord-Ostsee-Kanal und die Elbe gehört. Hans-Heinrich Witte, Präsident der WSD Nord, mochte das Gerücht nicht kommentieren. Es sei bislang überhaupt nichts spruchreif. Vielmehr gehe er davon aus, dass seine Behörde in Kiel bleibe, erklärte Witte gegenüber unserer Zeitung. Doch der Norden macht bereits mobil gegen die Überlegungen auf Bundesebene: „Wir brauchen eine Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, die auf die Seeschifffahrt ausgerichtet ist. Alles andere macht wenig Sinn“, sagt Schleswig-Holsteins FDP-Vorsitzender Heiner Garg. „Und selbstverständlich muss diese Verwaltungseinheit von Kiel aus arbeiten. Mit der FDP wird es eine Verlegung der WSD von Kiel nach Bonn mit Sicherheit nicht geben.“ Ähnlich äußerten sich auch die Grünen. Und auch die Gewerkschaft Verdi wettert gegen Ramsauer: „So ein Umzug wird doch wieder auf Kosten des Personals gehen“, schimpft Frank Hornschu. „Nachdem in den einzelnen Ämtern Stellen nicht mehr besetzt und Aufgaben deshalb nicht mehr erledigt werden können, soll jetzt auch auf der administrativen Ebene auf dem Rücken des Personals gespart werden – koste es was es wolle“, erklärte der Gewerkschafter und kündigte Widerstand gegen die Pläne an. Schon jetzt koste es den Steuerzahler Millionen, dass die Wasser- und Schifffahrtsdirektion den Betrieb von Hochseeschleppern und Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal Fremdreedern überlasse. Hornschu: „Damit hat Herr Ramsauer dem deutschen Volk Schaden zugefügt – und so mit seinen Amtseid gebrochen.“
Kay Müller/Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau
Verkehrsprojekte für die Zukunft
Bundesverkehrsminister gibt Startschuss für Bau der dritten Großschleuse und unterstützt Initiative für Elbquerung der A 20 bei Glückstadt
Lägerdorf/Brunsbüttel
Seit 30 Jahren steht die feste Elbquerung bei Glückstadt auf der Agenda, da wartete man gern die 20 Minuten auf Dr. Peter Ramsauer. Der Bundesverkehrsminister verewigte sich gestern Nachmittag mit seinem Namenszug auf einem überdimensionalen Monument, das die Unternehmerinitiative Steinburg +2030 als weithin sichtbare Botschaft an der A 23 bei Lägerdorf aufstellte. „Willkommen im Abseits“, begrüßte der Sprecher der Initiative, Thiess Johannssen, den prominenten Besuch. Der räumte zunächst einmal mit dem Vorurteil auf, er habe als Bayer kein Gefühl für den Norden. Fast schon überschwänglich würdigte er dann das Engagement der zahlreichen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die sich für die Autobahn 20 stark machen. Unter dem Eindruck des benachbarten Holcim-Werkes betonte Ramsauer die Bedeutung überregionaler Verkehrsinfrastruktur: „Zement kann man schließlich nicht wegbeamen.“ Konkrete Jahreszahlen für Baubeginn oder gar Fertigstellung hatte Ramsauer erwartungsgemäß nicht mitgebracht. Nur so viel: „Man darf bei dem Projekt nicht nur nach Wirtschaftlichkeit gucken, hier wird für die Zukunft gebaut.“ Für den Elbtunnel bei Glückstadt setzt er ganz auf Privatinitiative: „Wir wollen und müssen dafür privates Kapital mobilisieren.“ Zur Erinnerung wurde Ramsauer mit Glückstädter Matjes versorgt. Konkreter wurde dann Verkehrs-Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang: „Alle für die A 20 laufenden Planfeststellungsverfahren werden noch dieses Jahr mit Beschlüssen beendet.“ Den Steinburgern und den Dithmarschern bescheinigte sie bei Verkehrsprojekten eine „liebenswürdige Hartnäckigkeit“. Der war letztlich auch die nächste Station von Peter Ramsauer zu verdanken. In Brunsbüttel setzte er mit dem ersten Spatenstich den Bau der neuen Kanalschleuse in Gang.
Völlig überfälliges Projekt
„Heute ist ein großer Tag“, freute sich Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel, über den Startschuss für die dritte große Schleuse. Mit seiner Anwesenheit mache Ramsauer deutlich, welchen hohen Stellenwert das 300 Millionen Euro teure Projekt für den Bund als Verantwortlichen des Nord-Ostsee-Kanals habe. Der CSU-Mann aus Bayern griff dies auf und outete sich als Befürworter der weltweit meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße. Er habe keineswegs nur den Süden im Sinn. Entscheidungen müssten sich vielmehr Prioritäten unterordnen. Und der Kanal mit einer jährlichen Frachtrate von 100 Millionen Tonnen Gütern stehe da ganz oben. Eine etwa gleich teure Schleuse in Plochingen am Neckar rücke demgegenüber zwangsläufig nach hinten. Den schon in den 60er Jahren ins Gespräch gebrachten Schleusenbau bezeichnete Ramsauer als „völlig überfällig“. Er betonte: „Ich stehe voll und ganz zu dieser Investition“. Damit nicht genug, anschließend müssten die maroden Großschleusen mit ihrer „antiken Technik“ dringend überholt werden. Hier gebe es einen gewaltigen Nachholbedarf. Und schrittweise – stets abhängig von der „verdammt knappen“ Haushaltssituation – solle dann auch der Kanal ausgebaut werden. Denn an einem ließ Ramsauer gestern keinen Zweifel: „Wenn Hamburg das Tor zur Welt ist, dann ist diese Schleuse das Tor zum Baltikum.“ Worte, die der Präses der Handelskammer Hamburg gern hörte. Fritz Horst Melsheimer gab dem Bundesverkehrsminister vor allem eins mit auf den Weg: „Ich würde dem Projekt wünschen, dass es im Zeitrahmen bleibt.“ Die ersten Unkenrufe kommen bereits auf, dass genau dies gefährdet sein könnte, weil Gelder gekürzt würden und nicht genug Personal im Wasser- und Schifffahrtsamt zur Verfügung stehe, um die Planung zügig voranzutreiben. Neubau und Sanierung der beiden alten Großschleusen seien wichtig für die Region, erklärte Bürgermeister Stefan Mohrdieck. „Die Menschen in Brunsbüttel freuen sich auf diese Maßnahme.“ Wichtige Projekte wie Schleuse oder Elbvertiefung dürften nicht regional gegeneinander ausgespielt werden, warnte Ramsauers Kollege auf Landesebene, Jost de Jager (CDU). Auch er setzt darauf, dass es anschließend weitergeht: „Wenn wir mit der Schleuse angefangen haben, ist es wichtig, dass wir mit dem Ausbau des Kanals weitermachen.“ Es gebe nicht entweder das eine oder das andere Vorhaben. Das habe er im Blick, sagt Peter Ramsauer nach erfolgtem ersten Spatenstich auf der Schleuseninsel. Aber: „Das erfordert Geduld.“
Volker Mehmel/Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne