Jager: Nord-Ostsee-Kanal wichtig für Deutschland

jager_dpa

Jager: Nord-Ostsee-Kanal wichtig für Deutschland
Veröffentlicht: 28 September 2011 17:11
Verändert : 28 September 2011 17:11
Brunsbüttel (dpa/lno) – Ein funktionierender Nord-Ostsee-Kanal ist nach
Überzeugung von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager
(CDU) für ganz Deutschland wichtig. «Der Nord-Ostsee-Kanal ist kein
Projekt Norddeutschlands, sondern ein Projekt, das die Anbindung des
Standortes Deutschland beinhaltet», sagte er am Mittwoch in Brunsbüttel.
Dabei gehe es auch um die Zuwegung des Hamburger Hafens und um die
Frage der Verkehrsströme insgesamt, betonte der Minister bei einem
Besuch der Brunsbütteler Schleusenanlage.
Ein Ausfall des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) würde sich auf die Wirtschaft im
gesamten norddeutschen Raum auswirken, sagte Jens Wrede von der egeb-
Entwicklungsgesellschaft. Um die Funktionsfähigkeit des NOK auch künftig
gewährleisten zu können, müsse Brunsbüttel eine moderne fünfte Schleuse
bekommen.
An der Technik der Brunsbütteler Schleusen hat sich seit hundert Jahren nichts
geändert: Statt heller moderner Arbeitsplätze gibt es hier Gebäude aus der
Kaiserzeit unter Denkmalschutz. In einem niedrigen Betriebsraum drehen sich
knarzend die handgeschmiedeten und offen liegenden Zahnräder und verteilen
dabei einen warmen Geruch von Schmierfett in der Luft. Es gibt nur noch
wenige Spezialisten, die Ersatzteile für diese Mechanik aus der Zeit vor dem
ersten Weltkrieg herstellen können, erfuhr de Jager.
Die wirklichen Probleme liegen jedoch unter Wasser, denn dort ist die Sicht
gleich Null. So müssen sich die Taucher bei ihren regelmäßigen Kontrollen der
Unterwagen, auf denen die tonnenschweren Schleusenkammer-Tore rollen, auf
ihren Tastsinn verlassen: Sie müssen in dem kalten Wasser fühlen, ob ein Teil in
Kürze ausfallen kann. Das ist wichtig, denn Ersatzteile sind
Sonderanfertigungen, die nur mit einer Wartezeit geliefert werden.
Bislang besteht die Brunsbütteler Schleuse aus zwei großen und zwei kleinen
Kammern. Dabei werden die beiden kleinen Kammern hauptsächlich von den
Sportschiffern genutzt. Die Berufsschifffahrt braucht die großen Schleusen. Die
wurden in den hundert Jahren ihres Bestehens noch nie richtig instandgesetzt,
sondern nur bei Bedarf repariert. Eine Grundsanierung würde nach Einschätzung
von Ingenieuren 22 bis 24 Monate dauern. Aus wirtschaftlicher Sicht sei der
Neubau einer fünften Schleusenkammer das Vernünftigste, sagte Wrede.
Derzeit ist nur eine der großen Schleusen in Betrieb. Sollte jetzt auch die zweite
große Schleuse ausfallen, würde das zu einem Kollaps des Schiffsverkehrs auf
dem NOK führen. Denn die Reparatur könne bis zu 14 Tagen dauern. Den
Industriebetrieben würde dadurch ein Millionenschaden entstehen, sagte der
Geschäftsführer der Total Bitumen Deutschland GmbH (TBD), Joachim
Giersberg. Wenn die Brunsbütteler Binnenhäfen nicht mehr angefahren werden
können, könnten die Chemie-Werke in Brunsbüttel ihre Produkte nicht mehr
ausliefern und müssten die Anlagen herunter fahren, erklärte er.
Schon jetzt komme es oft vor, dass Schiffe in Brunsbüttel vor dem Einlaufen in
den NOK bis zu zehn Stunden Wartezeit in Kauf nehmen müssen. In solchen
Fällen rechne sich für die Reedereien die teure Nutzung des NOK kaum noch.
© dpa


 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Maritimer Supergau, Der Kanal von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne 2012 Fähren NOK bis 2017 jetzt Öffentlichkeitsarbeit un VdsM