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Regierung fordert mehr Geld für Nord-Ostsee-Kanal

Erstellt: 13.10.2022, 17:20 Uhr

Entwarnung für den Nord-Ostsee-Kanal
Bund kürzt bei Wasserstraßen weniger stark – das hilft beim Ausbau
Arbeiten an der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals: Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat einen zügigen Ausbau zugesichert. Carsten Rehder/dpa

Henning Baethge

Schiff kollidiert mit Brücke Verkehr auf Nord-Ostsee-Kanal gesperrt
In Kiel ist ein Spezialfrachter, der einen Kran geladen hat, gegen eine Brücke gefahren. Der Verkehr auf dem Nord-Ostseekanal ist ausgesetzt. Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
30.11.2022, 09.20 Uhr
Artikel zum Hören•1 Min

Verkehr auf Nord-Ostseekanal gesperrt

Verkehr auf Nord-Ostseekanal gesperrt Foto: Axel Heimken / dpa

Die Holtenauer Hochbrücken in Kiel sind derzeit nach einem Unfall voll gesperrt. Dies meldete die Polizei.

Ein mit einem Kran beladener, unter finnischer Flagge fahrender Schwerlastfrachter war am frühen Mittwochmorgen in Richtung Brunsbüttel unterwegs, als er beide Brücken mit dem Kranausleger rammte.
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Seit dem Unfall um 4.30 Uhr sind sowohl die Brücken für den Autoverkehr als auch der Nord-Ostsee-Kanal für Schiffe gesperrt. Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Derzeit ist noch unklar, wie groß der entstandene Schaden ist 
. Teile des Krans sollen ins Wasser gefallen sein. Die Feuerwehr versucht derzeit, das in den Kanal gelaufene Hydrauliköl zu binden. Im Laufe des Tages soll die Statik der Brücke geprüft werden. Wie es zu der Kollision kommen konnte, ob technisches oder menschliches Versagen Ursache für die Havarie waren, ist noch Gegenstand der Ermittlungen
Berlin/Kiel Weil Verkehrsminister Volker Wissing das Budget für den Aus- und Neubau von Wasserstraßen nächstes Jahr um 315 Millionen Euro auf nur noch 594 Millionen kürzen wollte, befürchteten schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete neue Verzögerungen beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals – doch nun könnte der Einschnitt deutlich kleiner ausfallen: Falls am Jahresende im Verkehrsetat Mittel übrig bleiben, dürfen davon bis zu 250 Millionen Euro zusätzlich für die Wasserwege investiert werden. So hat es der Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossen.
„Das ist eine sehr pragmatische Lösung – denn erfahrungsgemäß verfügt gerade der Verkehrsetat regelmäßig über viel größere Ausgabereste“, freute sich die ostholsteinische SPD-Abgeordnete und stellvertretende Ausschussvorsitzende Bettina Hagedorn. Sie hatte bereits im Sommer vor einem „Kahlschlag bei den Investitionen für den Nord-Ostsee-Kanal“ gewarnt und gegen die Kürzungen bei den Wasserstraßen gekämpft. Nun hat ihr Wissing sogar eine Art Garantie für den Kanalausbau gegeben.
„Ich bin froh“, sagt Hagedorn, „dass der Verkehrsminister mir im Ausschuss auf Nachfrage bestätigt hat, dass es jetzt keine Verzögerungen bei den Ausbauzeitplänen an den Bundeswasserstraßen geben wird, und auch der Bau der Kieler Schleusen und der Ausbau der Oststrecke am Nord-Ostsee-Kanal zügig erfolgen kann und wird.“ Das sei „eine gute Nachricht für alle, denen der NOK als volkswirtschaftliche Verkehrsader in Schleswig-Holstein am Herzen liegt“.
Für die Ausbaupläne am Nord-Ostsee-Kanal ist Wissings Zusicherung umso bemerkenswerter, als die Kosten des Projekts an vielen Stellen in die Höhe geschossen sind. So veranschlagt Wissings Ressort für den Ausbau der Oststrecke vor Kiel inzwischen statt einst 130 Millionen Euro gleich 500 Millionen. Der Neubau der Levensauer Hochbrücke kostet statt 47 Millionen Euro nun 215 Millionen. Und auch die Kosten für die neuen Schleusen sind stark gestiegen – in Brunsbüttel von ursprünglich mal 273 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden, in Kiel von 240 Millionen auf 650 Millionen. Zudem sind jüngst schwere Schäden an den Kanalböschungen entdeckt worden, die teure Reparaturen erfordern.

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Die Schleuse zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel mit der Baustelle für die 5. Schleusenkammer.
Die Schleuse zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel mit der Baustelle für die 5. Schleusenkammer. © dpa

Kiel – Schleswig-Holstein hat sich auf der Verkehrsministerkonferenz in Bremerhaven für mehr Geld für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals eingesetzt. „Die Baukosten steigen immer weiter, es gibt dringenden Sanierungs- und Ausbaubedarf. Und ausgerechnet jetzt plant das Bundesverkehrsministerium, die Investitionen in den Kanal und die Bundeswasserstraßen erheblich zu reduzieren“, sagte Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide (CDU). „Das hätte dramatische Auswirkungen für den Kanal.“

Von der Heide kritisierte die geplanten Haushaltskürzungen für 2023 um ein Drittel auf 594 Millionen für Ausbau und Erhalt aller Bundeswasserstraßen. Allein der Neubau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel koste 1,2   Milliarden Euro.

Würden nun die Mittel gekürzt, mit denen marode Anleger am Kanal saniert, Böschungen stabilisiert, Schleusen gebaut oder repariert werden sollen, dann werde „der Kanal an Attraktivität verlieren, und die Reedereien weichen über die Route um Skagen aus“, sagte von der Heide. Der Kanal sei eine Lebensader Norddeutschlands, die nicht nur Nord- und Ostsee verbinde, sondern auch die Häfen beider Meere.

Von der Heide wehrt sich auch gegen geplante Kürzungen beim Personal der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Diese sei ohnehin unterbesetzt. „Das behindert die Instandsetzung und den Ausbau der Wasserstraßen massiv.“

Nach früheren Angaben des Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, sind bislang 2,5 Milliarden Euro für die Sanierung und den Ausbau des Kanals eingeplant. Dazu gehört neben der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel auch der Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel.  dpa

Wasserstraßen sind als Transportwege für die Binnenschifffahrt seit Jahrhunderten lebenswichtig. Doch so manche davon machen mittlerweile Probleme, für immer größer werdende Schiffe sind sie zu alt, zu flach oder zu eng. Dörthe Eickelberg und Pierre Girard sind in Brunsbüttel: Hier beginnt der Nord-Ostsee-Kanal, die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Damit größere Containerfrachter stets genug Wasser unterm Kiel haben, wird hier rund um die Uhr gebaggert.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/Xenius-Wasserstrassen,xenius514.html

Wie Schlick in der Elbe die Schifffahrt im Nord-Ostsee-Kanal trifft
Die Zufahrt zur Schleuse in Brunsbüttel verschlickt schneller als erwartet.

Der Nord-Ostsee-Kanal hat ein neues Problem. Nach den unterspülten Böschungen ist es nun der Schlick in der Elbe, der Schiffe ausbremst. Vor der
Verkehrspolitik, Nord-Ostsee-Kanal
SOS für den Nord-Ostseekanal

– unter diesem Motto hat die SPD seit 2011 erfolgreich für die Grundinstandsetzung des NOK gekämpft und dafür über 2,5 Mrd. Euro in Berlin im Bundeshaushalt gesichert!
am 06. September 2022, 14:32 Uhr
Bild: studio kohlmeier berlin

Jetzt aber soll es für 2023 bei FDP-Verkehrsminister Wissing einen „Kahlschlag“ geben: die Investitionsmittel für Ersatz-, Aus- und Neubaumaßnahmen an Bundeswasserstraßen kürzt er im Haushaltsentwurf um fast ein Drittel bzw. um 315 Millionen Euro!
Bild: studio kohlmeier berlin

Allein von 2012 bis 2017 hat der Haushaltsausschuss auf Drängen der Nord-SPD ca. 2,5 Mrd. Euro für verschiedenste Baumaßnahmen am NOK bewilligt: z.B. für den Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel, für die Begradigung der Ostkurve und den Neubau der Levensauer Hochbrücke, für den Ersatz der beiden kleinen Schleusenkammern in Kiel-Holtenau sowie für den Bau eines Trockeninstandsetzungsdocks und von Schleusentor-Liegeplätzen in Brunsbüttel. Leider haben drei CSU-Verkehrsminister in Berlin seitdem trotz der Bewilligung dieser gewaltigen Summe die Sanierungsmaßnahmen an unserem NOK immer wieder „auf die lange Bank“ geschoben und unerklärliche Verzögerungen und Kostenexplosionen bei allen Bauprojekten produziert.
Bild: studio kohlmeier berlin

Insofern besuchte eine starke Delegation von SPD-Bundestagsabgeordneten am 8. August den NOK bei Hochdonn – zwei Schleswig-Holsteiner und zwei Hamburger, zwei ausgewiesene Verkehrsexperten mit Mathias Stein und der verkehrspolitischen Sprecherin Dorothee Martin sowie mein verantwortlicher Haushaltskollege für das Verkehrsministerium Metin Hakverdi und ich als stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses. Der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Witte sowie sein für den NOK zuständiger Mitarbeiter-Stab war ebenso wie die Vertreterin des Verkehrsministeriums vor Ort, um uns über die aktuellsten Hiobsbotschaften – die massiven Böschungseinbrüche am NOK zwischen Hochdonn und Brunsbüttel – zu informieren und mit uns über die dramatischen Auswirkungen der massiven Haushaltskürzungen auf die geplanten Baumaßnahmen am NOK zu diskutieren.
Bild: studio kohlmeier berlin

Wenn es nicht gelingen sollte, in den parlamentarischen Haushaltsberatungen in diesem Herbst diese Kürzungen rückgängig zu machen, dann sind weitere Verzögerungen und Kostenexplosionen an dieser wichtigsten künstlichen Wasserstraße der Welt vorprogrammiert, die de facto mehr Verkehr bewältigt als der Panama- und der Suez-Kanal zusammen. Die Aufgabe, diese für die Logistikketten in Nordeuropa so wichtige Wasserstraße, konsequent durch intakte Schleusentore und konsequenten Baufortschritt bei allen Investitionsvorhaben zwischen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau in gutem Zustand offen zu halten, ist von höchstem öffentlichem Interesse. Deshalb setze ich mich mit meinen Kollegen Matthias Stein, Metin Hakverdi und Dorothee Martin weiterhin mit ganzer Kraft für den Erhalt und Ausbau des NOK ein.

Nicht zu vergessen: durch das umweltfreundliche Passieren des NOK werden enorme Treibstoffmengen gespart und das Klima geschützt – im Schnitt „spart“ jedes Schiff 260 Seemeilen und 14 – 18 Stunden Zeit bei einer Kanalpassage im Vergleich zu der Umfahrung Skagens. Minister Wissing hat mit der Verantwortung für dieses volkswirtschaftlich wie klimapolitisch so herausragenden Großprojekt angesichts des vergangenen

Jahrzehnts des stümperhaften ‚Schneckentempos‘ seiner drei CSU-Vorgänger im Verkehrsministerium eine Herkulesaufgabe übernommen, die mit diesen drastisch gekürzten Geldern im Bundeshaushalt 2023 nicht zu bewältigen sein wird.
Nord-Ostsee-Kanal Verkehrspolitik

Xenius: Wasserstraßen
Wie hält man Kanäle und Flüsse befahrbar?

Sonntag, 11. September 2022, 07:10 bis 07:35 Uhr
Montag, 12. September 2022, 11:35 bis 12:00 Uhr Copyright NDR

Wasserstraßen sind als Transportwege für die Binnenschifffahrt seit Jahrhunderten lebenswichtig. Doch so manche davon macht mittlerweile Probleme, für immer größer werdende Schiffe sind sie zu alt, zu flach oder zu eng. Wie hält man Flüsse und vor allem Kanäle befahrbar?

Dörthe Eickelberg und Pierre Girard sind in Brunsbüttel: Hier beginnt der Nord-Ostsee-Kanal, die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Gebaut wurde der Kanal noch in der Kaiserzeit. Große Teile von Bausubstanz und Technik der großen Schleusen in Brunsbüttel befinden sich noch im Originalzustand. Eine lange überfällige Grundsanierung ist in Gang, doch „nebenbei“ muss auch der Kanal selbst laufend instand gehalten werden. Damit größere Containerfrachter stets genug Wasser unterm Kiel haben, wird hier rund um die Uhr gebaggert. Ein Job für die „Xenius“-Moderatoren: Dörthe sucht an Bord eines sogenannten Peilschiffs nach gefährlichen Untiefen und lotst ein Baggerschiff mit Pierre am Saugrüssel zum Einsatzort.

In ganz anderen Dimensionen wird in der Elbe gebaggert. Um den Hamburger Hafen für Schiffe erreichbar zu halten, muss der mit Ebbe und Flut in den Fluss gelangende Nordseeschlick ständig ausgebaggert werden. Jährliche Kosten: rund 100 Millionen Euro. Und damit ist man den Schlick noch lange nicht los. Immerhin: der Fluss muss nicht bei laufendem Betrieb grundsaniert werden.

Im Mittellandkanal kommt das an bestimmten Abschnitten regelmäßig vor. Dafür legt man einen Teil der Wasserstraße komplett trocken. „Xenius“ zeigt, wie das funktioniert, ohne dass die ganze Umgebung geflutet wird.

Taucher untersuchen Tor und Schienen unter Wasser
Nach mutmaßlichem Schaden an Schleusen in Brunsbüttel
Spezialisten untersuchtendie Schäden. Danfoto Copyright SHZ danke Ralf Poeschus

Auskenner-Quiz 2022: Antwort 1 So schnell durchfahren große Frachter den Nord-Ostsee-Kanal
Von Dirk Jennert | 30.08.2022, 00:01 Uhr
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01:10

Auf den Weltmeeren gibt es kein Tempolimit. Containerschiffe bringen es auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde beziehungsweise 24 Knoten. Im 98 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal hingegen müssen sie ihre Maschine deutlich drosseln. Für große Frachter mit einem Tiefgang von über 8,50 Meter gilt eine Begrenzung auf zwölf Kilometer pro Stunde (6,5 Knoten).

Wie fragten nach der Fahrtzeit eines großen Frachters. Und das ist dann eine recht simple Rechenaufgabe. Wer mit Tempo 12 eine 98 Kilometer lange Strecke bewältigen will, ist gute acht Stunden unterwegs.

Brunsbüttel Es war das Schlimmste befürchtet worden – doch am Montagvormittag kam die erlösende Nachricht. Die Nordkammer der großen Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) in Brunsbüttel konnte wieder in Betrieb gehen. Taucher hatten die Schäden unter Wasser untersucht und anschließend grünes Licht gegeben. Neben dem Tor wurde besonders das Schienensystem, auf dem das Tor rollt, in Augenschein genommen.

Lange Staus auf beiden Seiten des Kanals

Der Frachter „Coral Ivory“ hatte nach Auskunft des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) am Sonnabend einen Maschinenschaden. Mit dem Anker hatte der Kapitän versucht, das Schiff abzubremsen. Welche Schäden er dabei verursachte, war zunächst offen. Die Schleuse wurde vorsorglich außer Betrieb genommen.Vor der Einfahrt zur Schleuse auf der Elbe stauten sich die Schiffe. Auch auf der Ostseite des NOK kam es zu massiven Verzögerungen bei der Schleusen-Abfertigung der Schiffe. Einige Kapitäne hatten sich sogar gegen Wartezeiten und für die deutlich längere Route um das Skagerrak entschieden. Denn am Wochenende, das stand schnell fest, konnten keine weitergehenden Untersuchungen der Schäden erfolgen. Erst am Montag rückten die Taucher an.
Gegen 10 Uhr waren die Taucher aus dem Wasser: Keine feststellbare Schäden. „Um 11 Uhr hat die Schleuse nach ein paar Probedurchgängen wieder den Betrieb aufgenommen“, sagt WSA-Sprecher Thomas Fischer. Wäre die Unterwasserschiene beschädigt gewesen, hätte das eine langwierige Reparatur und lange Wartezeiten für die Schifffahrt auf der größten künstlichen Wasserstraße der Welt nach sich gezogen.

Schleuse fällt aus: Schiffe stauen sich vorm NOK Copyrigth SHZ danke Ralf Poeschus

NOK-Schleuse Brunsbüttel: Nordkammer wieder freigegeben
Stand: 22.08.2022 12:15 Uhr

In der Nordkammer der großen Schleuse in Brunsbüttel hatte ein Frachter am Sonnabend nach einem Maschinenschaden den Anker geworfen. Taucher suchten am Montag nach Schäden und gaben grünes Licht.

Um 11 Uhr am Montag konnte die Nordkammer der großen NOK-Schleuse in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) testweise wieder in Betrieb genommen werden. Zuvor hatten Taucher die Schienen der Schleusentore untersucht und keine Schäden gefunden.
Taucher konnten erst am Montag ins Wasser Copyrihgt NDR

Am Sonnabend hatte der Frachter „Coral Ivory“ laut zuständigem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) bei der Einfahrt in die Schleuse einen Maschinenschaden. „Das Schiff hatte einen sogenannten Blackout. Das heißt, die Maschine ist ausgefallen und der Kapitän konnte nicht mehr mit der Maschine bremsen“, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter des WSA, Jörg Brockmann, am Sonntag. Es kam zwar zu keiner Havarie mit der Schleuse selbst, aber um das Schiff zu stoppen, wurde der Anker geworfen.
AUDIO: Brunsbüttel: Taucher fanden keine Schäden an NOK-Schleuse (1 Min)

Da am Wochenende keine Taucher zur Verfügung standen, konnte erst am Montag überprüft werden, ob die Schienen der Schleusentore beschädigt worden waren. „Unsere Taucher waren heute im Wasser und konnten Gott sei Dank nichts feststellen“, sagte Thomas Fischer vom WSA am Montagvormittag. „Also es sieht so aus, als wenn wir richtig Glück gehabt haben. Das Tor wird jetzt noch ein paar Mal probeweise hin- und hergefahren, um zu gucken, ob das auch wirklich alles in Ordnung ist, ob das mit den Antrieben, mit der Stromaufnahme passt.“
Erhebliche Auswirkungen auf Schifffahrt im Kanal

Die Sperrung der Schleusenkammer hatte am Wochenende erhebliche Auswirkungen auf den Schiffsverkehr, es kam zum Teil zu langen Wartezeiten auf beiden Seiten der Schleuse.

Der Frachter, ein über 115 Meter langer Gas-Tanker aus den Niederlanden, wurde in den Binnenhafen geschleppt. Er darf vorerst nicht weiterfahren, bis geklärt ist, warum es zu dem Maschinenschaden kam.
Das Küstenmotorschiff „Helena VG“ fährt über den Nord-Ostsee-Kanal auf die Hochbrücke in Holtenau zu. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken
Wieder mehr Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs

Insgesamt wurden rund 85,2 Millionen Tonnen Ladung transportiert, 15,4 Prozent mehr als 2020, teilte die Wasserstraßen- und Schiffahrtsverwaltung (WSV) am Freitag mit.
Schleusenbaustelle in Brunsbüttel. Foto: Jörn Schaar
Meilenstein für Brunsbütteler Schleusenkammer

Der Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel kommt voran: Das Bauverfahren ist aufwendig und kompliziert.
Zwei große Passagierschiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal © WSA Kiel-Holtenau
Nord-Ostsee-Kanal: Schiffe und Schleusen zum Greifen nah

Wenn Container- und Kreuzfahrtschiffe durch Schleswig-Holstein gleiten, bieten sich spektakuläre Perspektiven.

Brunsbüttel Seit der Nacht zu gestern stauen sich Fracht- und Containerschiffe vor den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel und Kiel. In Brunsbüttel ist seit Samstag die Nordschleuse (Foto) ausgefallen, da ein Schiff mit einem Maschinenausfall die Anker in der Schleusenkammer geworfen hatte. Heute sollen die Schienen der Schleusentore durch Taucher überprüft und der Schaden behoben werden.

Pressemitteilung

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist nur eingeschränkt befahrbar – wieder einmal. Bei Kontrolluntersuchungen wurden gravierende Schäden an Kanalböschungen festgestellt. Durch Unterspülungen könnten ganze Böschungsabschnitte ins Rutschen kommen und Betriebswege absacken. Zunächst gelten daher eine Geschwindigkeitsbegrenzung und ein Überholverbot. Damit droht der NOK, für Reedereien und Logistikunternehmen an Attraktivität zu verlieren.

Dorothee Martin, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Metin Hakverdi, Berichterstatter für den Verkehrsetat im Haushaltsausschuss, Bettina Hagedorn, Mitglied des Haushaltsausschusses und Mathias Stein machten sich auf Initiative von Stein als zuständigem Berichterstatter für die Bundeswasserstraßen, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und für Binnenschifffahrt bei ihrem gestrigen Besuch in Hochdonn ein Bild von der aktuellen Situation.

Dorothee Martin, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion: „Ziel der SPD ist es, mehr Güter von der Straße auf die umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße zu verlagern. Dafür brauchen wir eine gut funktionierende Wasserstraßeninfrastruktur. Angesichts der steigenden Gütermengen und der gleichzeitig stark angespannten Lieferketten sind Sanierung und Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals hierfür essentiell.“

Metin Hakverdi, SPD-Berichterstatter für den Verkehrsetat im Haushaltsausschuss: „Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen unseres Landes. Für den Hamburger Hafen ist er ebenfalls von großer Bedeutung. Wir werden uns auch in Zukunft weiter dafür einsetzen, dass diese Wasserstraße funktionsfähig bleibt und ausgebaut wird.“

Mathias Stein, SPD-Berichterstatter für Wasserstraßen, WSV und Binnenschifffahrt im Verkehrsausschuss: „Als Wasserbauer habe ich selbst am Nord-Ostsee-Kanal gearbeitet. Deswegen weiß ich, dass meine Kolleginnen und Kollegen im WSA NOK sehr gute und engagierte Arbeit leisten. Zahlreiche Ministeriumsvorlagen, Berichte und Zeitungsartikel zeigen aber leider auch, dass die Liste der Mängel und Bauverzögerungen an der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt sehr lang ist. Es muss alles dafür getan werden, dass ausreichend Personal und finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, damit diese Liste nicht noch länger wird, sondern zügig abgearbeitet werden kann. Wir Parlamentarier*innen haben in den letzten zehn Jahren immer wieder die Kohlen aus dem Feuer geholt und zusätzliche Stellen sowie Gelder bereitgestellt. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn und der Verkehrsminister in Berlin sind in der Pflicht, endlich ihren Teil zu leisten!“

Bettina Hagedorn, stellvertretende Vorsitzende im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages und seit 20 Jahren SPD-Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein: „Nach erster Durchsicht des am 1. Juli vom Kabinett beschlossenen Regierungsentwurfes zum Bundeshaushalt 2023 musste ich mit Erschrecken feststellen, dass die Mittel im Verkehrsetat für Ersatz-, Aus- und Neubaumaßnahmen an Bundeswasserstraßen um ca. ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr drastisch gekürzt wurden. Während 2021 noch knapp 656 Mio. Euro für den Erhalt der Wasserstraßeninfrastruktur ausgegeben wurden und 2022 im Bundeshaushalt für diese wichtigen Investitionen sogar 909 Millionen Euro zur Verfügung stehen, sieht Bundesverkehrsminister Wissing im Haushalt 2023 nur noch 594 Mio. Euro für Ersatz-, Aus- und Neubaumaßnahmen an Bundeswasserstraßen vor – eine Kürzung um 315 Millionen Euro! Auch wenn ein detaillierter Maßnahmenkatalog dem Kabinettsentwurf noch nicht beigefügt ist, so ist ganz klar, dass von einem solchen ‚Kahlschlag‘ auch die elementar wichtigen Investitionen für den Ausbau und die Grundinstandsetzung des Nord-Ostsee-Kanals massiv betroffen sein werden. Damit sind weitere Verzögerungen und Kostenexplosionen an dieser wichtigsten künstlichen Wasserstraße der Welt vorprogrammiert, die mehr Verkehr bewältigt als der Panama- und der Suez-Kanal zusammen. Die Aufgabe, diese für die Logistikketten in Nordeuropa so wichtige Wasserstraße konsequent durch intakte Schleusentore und konsequenten Baufortschritt bei allen Investitionsvorhaben zwischen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau in gutem Zustand offen zu halten, ist von höchstem öffentlichem Interesse. Deshalb setze ich mich mit meinen Kollegen Metin Hakverdi, Mathias Stein und Dorothee Martin für den Erhalt und den Ausbau des NOK verstärkt ein.“

Die vier SPD-Bundestagsabgeordneten betonten bei der Begehung vor Ort die Wichtigkeit des NOKs für die norddeutsche Wirtschaft und die Sicherheit unserer unter Druck geratenen Lieferketten. Der Bund muss alles dafür tun, damit Schiffe nicht den ca. 460 km (250 Seemeilen) langen Umweg übers Skagerrak nehmen – auch um das Klima und die Umwelt zu schützen. Die aktuellen Einschränkungen am NOK hätten mit einem besseren und vorausschauenden Management verhindert werden können und müssen. Die SPD-Bundestagsabgeordneten erwarten, dass GDWS und BMDV einem planungssicher befahrbaren NOK endlich oberste Priorität geben und fordern einen detaillierten Masterplan für den NOK.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Stein gern zur Verfügung. Copyright Mathias Stein sehr fein

Mit freundlichen Grüßen
Sandra Berke


Mathias Stein, MdB
Büro Mathias Stein, MdB | Deutscher Bundestag | Platz der Republik 1 | 11011 Berlin |Telefon: +49 30 227-78121 | Fax: +49 30 227-70122 | E-Mail: mathias.stein@bundestag.de|www.mathias-stein.de

Bund sperrt Wege am Kanal
Böschungen an fast 100 Stellen unterspült – wo die Schäden am größten sind
Böschungsabbruch bei Dückerswisch in Dithmarschen: Dieser Schaden von 2017 ist behoben – doch am Kanal drohen viele neue. Jörg Jahnke

Henning Baethge

Die gefährlichen Unterspülungen an den Ufern des Nord-Ostsee-Kanals erstrecken sich auf insgesamt fast 100 Stellen von teilweise mehreren hundert Metern Länge. An elf davon sind die Auswaschungen besonders stark. Und am größten sind die Schäden bei Hochdonn in Dithmarschen bei Kanalkilometer 20 und bei Oldenbüttel im Kreis Rendsburg-Eckernförde bei Kilometer 40. Das ergeben jüngste Überprüfungen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Nord-Ostsee-Kanal, kurz WSA NOK.
Wie berichtet sind die Ufer im westlichen Kanalabschnitt mit seinen sandigen Böden durch das Vorbeifahren der größer und stärker gewordenen Schiffe vielerorts so stark unterspült, dass die Böschungen abzurutschen drohen. Auch die Betriebswege könnten wegbrechen. Einige Teilstücke wird das WSA daher ab heute sperren – auch für Radfahrer und Fußgänger. Betroffen sind laut WSA die Abschnitte Hochdonn-Hohenhörn und Fischerhütte-Oldenbüttel auf gleich beiden Kanalseiten. Zudem wird zwischen Oldenbüttel und Breiholz ein Stück auf der Südseite des Kanals gesperrt.
Gleichzeitig will das Amt noch dieses Jahr mit der Sanierung der Schäden beginnen. Dabei werden die elf besonders stark unterspülten Stellen „als prioritär eingestuft“, sagte eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Volker Wissings Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt unserer Zeitung. Anfangen sollen die Reparaturen im Lauf dieses Jahres bei Hochdonn. Aus dem Aufwand für die Arbeiten dort will die Behörde des FDP-Ministers dann auch ableiten, wie hoch die Gesamtkosten für die Ufersanierung werden. Insgesamt dürften sich die Arbeiten zwischen Rendsburg und Brunsbüttel über viele Jahre hinziehen.

Bei strikterem Tempolimit würden 60 Lotsen fehlen Copyright Norddeutsche Rundschau danke Ralf Poeschus

Um die Böschungen zu stabilisieren, will das WSA NOK die kritischen Stellen zunächst von losem Material befreien. Dann wird eine Sohle für die Erneuerung der Böschung gelegt. „Anschließend erfolgt ein stabiler Aufbau der Böschung mit einem speziellen Sand-Kies- oder Kies-Stein-Gemisch“, erläutert die Sprecherin. Das Baggern und der Einbau des neuen Böschungsmaterials fänden dabei „zum großen Teil unter Wasser statt“.
Um die Kanalufer zu schonen, will das Amt außerdem wie berichtet ein verschärftes Tempolimit für die Schifffahrt verhängen. So prüfe man derzeit, das Höchsttempo für Schiffe ab sieben Meter Tiefgang von 15 Stundenkilometer auf 12 zu verringern und ein Überholverbot für kleinere Schiffe zu verhängen. De facto würde das Tempo 12 für alle Schiffe bedeuten. Bisher gilt dieses Limit nur für sehr große Schiffe ab 8,50 Meter Tiefgang oder 235 Meter Länge.
Da sich die Passage durch den 98 Kilometer langen Kanal dann allerdings um gleich anderthalb Stunden verlängern würde, wären auch mehr Lotsen nötig. „20 Prozent weniger Geschwindigkeit bedeutet 20 Prozent mehr Arbeitszeit auf den Schiffen“, resümiert der Ältermann der Brunsbütteler Lotsenbrüderschaft, Matthias Probst. Daher seien im Fall eines strikteren Tempolimits 50 bis 60 Lotsen zusätzlich für den Kanal erforderlich. „Die haben wir aber kurzfristig gar nicht“, sagt Probst. Schiffe müssten dann künftig länger auf die Passage warten.

Baukosten: Neue Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal könnten teurer werden
24. Juni 2022, 10:50 Uhr Quelle: dpa
Hinweis

Unterspülungen am NOK Schwere Schäden am Kanal: Claus Ruhe Madsen kritisiert den Bund Copyright SHZ
Von Henning Baethge | 07.07.2022, 15:50 Uhr
Beitrag hören:
02:51

Betreff: Pressemitteilung: Mathias Stein zum Handlungsbedarf am NOK – GDWS und Bundesverkehrsminister in der Pflicht
Pressemitteilung

Schäden am Nord-Ostsee-Kanal: GDWS und Bundesverkehrsminister in der Pflicht

Bei Kontrolluntersuchungen am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) sind nach Angaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA NOK) gravierende Schäden an Kanalböschungen festgestellt worden. Durch Unterspülungen könnten ganze Böschungsabschnitte ins Rutschen kommen und Betriebswege absacken. Es besteht dringender Reparaturbedarf, die entsprechenden Arbeiten werden nach Ansicht von Expert:innen aber mehrere Jahre dauern. Als Akutmaßnahmen plant das WSA daher Verschärfungen beim Tempolimit und beim Überholverbot. Der Kieler Bundestagsabgeordnete und zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Mathias Stein erklärt:

„Wieder einmal drohen am NOK enorme Einschränkungen und Verzögerungen für den Schiffsverkehr. Die internationalen Lieferketten stehen bereits enorm unter Druck. Das merken wir alle beim Bezahlen im Supermarkt und das wirkt sich auch stark auf uns als Exportnation aus. In dieser Situation können wir es uns nicht leisten, dass die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt aufgrund absehbarer Mängel nur eingeschränkt befahrbar ist.

Solche Schäden entstehen nicht über Nacht. Und es kann nicht sein, dass so etwas plötzlich ans Tageslicht kommt. Es ist Aufgabe der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs zu gewährleisten. Dazu gehört die regelmäßige Inspektion ebenso wie die Instandhaltung des Kanals und seiner Bauwerke. Es kann vor Ort aber nur ordentlich kontrolliert und instandgehalten werden, wenn dafür auch das Personal und die notwendigen Ressourcen vorhanden sind. Hier muss der Bund dringend nachbessern und die entsprechenden Stellen und finanziellen Mittel bereitstellen. Jetzt aus Haushaltsdisziplin bei Investitionen in den Erhalt unserer Infrastruktur zu sparen, wäre töricht. Ich sehe aber auch klar die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in der Pflicht, denn geschaffene Personalstellen müssen auch besetzt werden.

Bei seinem Besuch im März hat Bundesverkehrsminister Wissing richtigerweise festgestellt, welche enorme Bedeutung der NOK für internationale Warenströme und eine starke deutsche Wirtschaft hat. Absichtsbekundungen, Versprechungen und Fototermine am Kanal gab es in der Vergangenheit schon mit CSU-Verkehrsministern. Passiert ist wenig bis gar nichts. Auf die vom damaligen CSU-Verkehrsminister Peter Raumsauer versprochene Rufbereitschaft – eine schnelle Eingreiftruppe für Probleme am NOK – warten wir zum Beispiel immer noch.

Bundesverkehrsminister Wissing kann jetzt unter Beweis stellen, dass die Fortschrittskoalition nicht nur Lippenbekenntnissen abgibt, sondern Versprechen auch Taten folgen lässt, indem er den NOK zur Chefsache macht! Das wäre auch ein wichtiges Signal an die maritime Wirtschaft, damit sie künftig mit dem NOK sicher planen kann und die hunderte Kilometer längere Strecke über das Skagerrak kein rentabler Umweg ist.“

Mathias Stein – Bundestagsabgeordneter für Kiel, Altenholz und Kronshagen – ist stellvertretender verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und im Verkehrsausschuss Berichterstatter für Binnenschifffahrt, Bundeswasserstraßen und die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Stein gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Sandra Berke


Mathias Stein, MdB
Büro Mathias Stein, MdB | Deutscher Bundestag | Platz der Republik 1 | 11011 Berlin |Telefon: +49 30 227-78121 | Fax: +49 30 227-70122 | E-Mail: mathias.stein@bundestag.de|www.mathias-stein.de

Bitte beachten Sie:

Am Nord-Ostsee-Kanal drohen an vielen Stellen Uferböschungen und Wirtschaftswege wegzubrechen. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister ist alarmiert – nicht nur wegen der Schifffahrt.

Schleswig-Holsteins neuer Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen übt wegen der schweren Schäden an den Ufern des Nord-Ostsee-Kanals deutliche Kritik am Bund und dessen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). „Ich kann nicht nachvollziehen, dass ein so wichtiger Wirtschaftsfaktor wie der Kanal so vernachlässigt wird“, sagte Madsen am Donnerstag gegenüber shz.de . Er werde daher jetzt „Druck in Berlin machen“, damit die Probleme möglichst bald behoben werden.
Madsen fordert mehr Personal für den NOK

Vor allem den Mangel an Ingenieuren und Planern am Nord-Ostsee-Kanal müsse die WSV „dringend angehen“. Dieses Thema will der parteilose Minister daher auch auf die Tagesordnung der nächsten Verkehrsministerkonferenz setzen. „Ich erwarte dass vermehrt Personal- und Finanzressourcen in die Erhaltung des Kanals gesteckt werden“, sagt Madsen. Der Nord-Ostsee-Kanal sei „eine der wichtigsten Wasserstraße der Welt und auch für die schleswig-holsteinische Wirtschaft elementar“.
Einigen Uferwegen droht schon die Sperrung

Wie berichtet drohen an der westlichen Kanalstrecke zwischen Rendsburg und Brunsbüttel an vielen Stellen die Böschungen abzurutschen und die Wirtschaftswege am Kanal wegzubrechen. An einigen „lokal fortgeschrittenen Schadstellen“ droht nach Angaben der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt von Bundesverkehrsminister Volker Wissing schon die Sperrung der Wege. Grund für die jetzt entdeckten Schäden auf beiden Seiten des Kanals sind Unterspülungen, die laut Generaldirektion von den vorbeifahrenden Schiffen verursacht worden sind.

Weiterlesen: Ufer des Nord-Ostsee-Kanals drohen abzurutschen

Daher will die WSV nun das Tempolimit im Kanal verschärfen und schon für Schiffe ab sieben Meter Tiefgang eine Höchstgeschwindigkeit von nur noch 12 Stundenkilometern statt bisher 15 verhängen. Auch ist ein Überholverbot für kleinere Schiffe geplant. Langfristig könnte Tempo 12 sogar für alle Schiffe gelten, kündigt die Generaldirektion an. Bisher sind davon nur besonders große Schiffe ab achteinhalb Metern Tiefgang oder 235 Meter Länge betroffen.
Sorge um den Radtourismus am Kanal

Madsen sorgt sich deshalb nun zum einen um die Zukunft der Schifffahrt auf dem Kanal. „Wenn die Geschwindigkeit herabgesetzt wird, verliert diese wichtige Seestraße an Attraktivität“, kritisierte er. Zum anderen bangt er wegen der drohenden Sperrung oder Beschädigung der Wirtschaftswege auch um den Tourismus am 98 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal. „Die Wege entlang des Kanals sind ein ausgesprochen beliebter Anziehungspunkt für Rad-Touristen“, sagte Madsen. „Sie dürfen daher nicht dauerhaft gesperrt werden.“

Hamburg
Schäden an Böschungen des Nord-Ostsee-Kanals festgestellt
Stand: 07.07.2022

Bei Untersuchungen im Nord-Ostsee-Kanal sind Schäden an Uferböschungen unter Wasser festgestellt worden. Betroffen sind besonders Abschnitte zwischen Brunsbüttel und Rendsburg mit sandigen Böden, teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal (WSA NOK) am Donnerstag mit. Zuvor hatten die Zeitungen des «SHZ» darüber berichtet. Durch die vorbeifahrende Schifffahrt sei es an beiden Seiten zu Erosionen gekommen. Um weitere Schäden zu vermeiden, werde voraussichtlich noch in diesem Jahr eine Höchstgeschwindigkeit für Schiffe mit mehr als sieben Metern Tiefgang eingeführt, kündigte der Leiter des WSA NOK, Detlef Wittmüß, an. Das betreffe rund zwölf Prozent der Schiffe. Außerdem werde ein Überholverbot außerhalb von Ausweichstellen erwogen.

Startseite Rubriken Maritime Wirtschaft Wirtschaft beklagt Stillstand beim NOK-Ausbau

Maritime Wirtschaft
Wirtschaft beklagt Stillstand beim NOK-Ausbau
28. Juni 2022

Die maritime Wirtschaft im Norden blickt weiter sorgenvoll auf den Nord-Ostsee-Kanal (NOK), der weiterhin verkehrsreichsten künstlichen Wasserstraße der Welt.

„Die erneut entstandenen Kostensteigerungen beim Bau der Levensauer Hochbrücke und der kleinen Schleusenkammern in Kiel sowie die neu aufgetretenen Hindernisse beim Ausbau der Oststrecke dürfen nicht zu merklichen Verzögerungen bei Sanierung und Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals führen“, fordert Dr. Sabine Schulz, Federführerin „Maritime Wirtschaft“ bei der IHK Schleswig-Holstein. Daher müsse der Bund schnellstens die bereits zugesagten Mittel für die dringend benötigten Maßnahmen freigeben und die Planungen erheblich beschleunigen, so Schulz.

Auch die erneute Verschiebung des Baus des sogenannten „Torinstandsetzungsdocks“ ist für sie „keine gute Nachricht“. Sie erinnert daran, dass bereits „2020 die IHK Schleswig-Holstein diese Maßnahme beim Maritimen Parlamentarischen Abend eindringlich gefordert hatte“. Das war damals auf Zustimmung beim Bund gestoßen. Allerdings: „Seitdem ist keinerlei Beschleunigung bei der Planung oder dem Bau zu sehen“, stellt Schulz ernüchtert fest. Ohne den geplanten Ausbau und die Sanierung etwa der systemrelevanten Schleusen in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel verlören der Kanal und die international verflochtene Wirtschaft ihre Zuverlässigkeit. EHA
Maritime Wirtschaft

Nord-Ostsee-Kanal: Volker Wissing will Gebühren für Schiffe ändern
Von Henning Baethge | 28.06.2022, 20:00 Uhr
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02:41

Bisher zahlen Reeder und Sportbootskipper für die Passage eine Abgabe, die von der Schiffsgröße abhängt. Der FDP-Minister überlegt nun, noch ein anderes Kriterium hinzuzuziehen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing erwägt die Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal für Schiffe mit umweltfreundlichen Antrieben billiger zu machen. „Bezüglich der Befahrensabgaben prüft die Bundesregierung die Möglichkeit einer Senkung für ökologisch betriebene Schiffe“, antwortet der FDP-Minister etwas umständlich auf eine Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag. Dazu werde das Deutsche Maritime Zentrum in Hamburg „eine Untersuchung in Auftrag geben“. Das Zentrum wird vom Bund, den Küstenländern und einigen Verbänden getragen.
Wegen der Coronakrise waren die Gebühren ausgesetzt

Während der Corona-Krise hatte Wissings CSU-Amtsvorgänger Andreas Scheuer die Gebühren auf dem Kanal sogar für anderthalb Jahre ganz ausgesetzt. So wollte er den wegen der Pandemie stark eingebrochenen Verkehr durch die fast 100 Kilometer lange Wasserstraße neu beleben – und schaffte das am Ende auch. Doch seit Anfang dieses Jahres müssen Reeder und Sportbootskipper nun wieder zahlen.

Weiterlesen: NOK in der Krise: Andreas Scheuer will Gebührensenkung

Daran will auch Wissing zunächst nichts ändern. In den gestiegenen Treibstoffpreisen sehe er jedenfalls keinen Grund für eine andere Preisgestaltung, teilt er auf die Anfrage der Union mit. Dagegen fordert die Initiative Kiel Canal, die von der maritimen Wirtschaft am Kanal getragen wird, dass die Gebühren wegen der stark gestiegenen Bunkerpreise für Öl wieder gesenkt werden.
Für einen größeren Frachter werden 2500 Euro fällig

Derzeit richtet sich die Befahrensabgabe auf dem Nord-Ostsee-Kanal nach der Schiffsgröße. Für einen größeren Frachter mit einer Bruttoraumzahl von 30.000 und fast 200 Metern Länge werden zum Beispiel rund 2500 Euro fällig. Hinzu kommen ähnlich hohe Kosten für Lotsen und Kanalsteurer sowie zusätzliche Ausgaben für die Lotsabgabe an den Bund und für Schiffsmakler.
Sinkt der Tarif für Segelboote oder LNG-Schiffe?

Für ein kleines Segelboot werden dagegen nur 12 Euro fällig – und bald womöglich noch weniger, weil der Antrieb durch Wind ja besonders umweltfreundlich ist. Auch Schiffe, die mit verflüssigtem Erdgas LNG betrieben werden, könnten im Fall der Einführung eines Ökotarifs womöglich billiger durch den Kanal kommen als herkömmliche. Denn LNG verbrennt sauberer als der schmutzige Schiffsdiesel oder gar Schweröl.

Der Neubau der derzeit stillgelegten Kleinen Kieler Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals könnte noch einmal teurer als geplant. Die voraussichtlichen Gesamtausgaben könnten sich gegenüber dem Entwurf von 2016 von ursprünglich 240 Millionen Euro auf voraussichtlich 650 Millionen Euro erhöhen, teilte die schleswig-holsteinische SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn am Donnerstag mit.
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Gründe dafür seien die allgemeinen Baupreissteigerungen und der langfristig zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels. In der bisher letzten Schätzung war der damalige Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) noch von einer Kostensteigerung auf 315 Millionen Euro ausgegangen.

Ausbau und Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals seien seit 2009 konsequent verschleppt worden, kritisierte Hagedorn. Das beträfe nicht nur die Kleinen Kieler Schleusen, sondern auch den Ausbau der Oststrecke, den Neubau der Levensauer Hochbrücke oder das Trockeninstandsetzungsdock samt Schleusentor-Liegeplätzen in Brunsbüttel. Dadurch seien die Baukosten explodiert und müssten jetzt im Haushalt 2023 realistisch abgebildet und damit massiv erhöht werden, sagte sie. Zuvor hatte der «shz» darüber berichtet.

© dpa-infocom, dpa:220624-99-782520/2
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Schleswig-Holstein
Nord-Ostsee-Kanal: Wie teuer soll der Ausbau noch werden?
Das Containerschiff „Independent Concept“ fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel (Schleswig-Holstein) unter der Levensauer Hochbrücke hindurch.

Die Kosten für Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals explodieren. Haushälter des Bundestages – darunter die SPD-Abgeordnete Bettina Hagedorn aus Ostholstein – machen Druck auf Verkehrsminister und Verwaltung.

24.06.2022, 15:47 Uhr

Kiel. Die Instandsetzung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) ist ein Milliardenprojekt, das sich über das Ende dieses Jahrzehnts hinziehen dürfte. Allerdings stehen die wirklichen Kosten und die Finanzierung für den Ausbau dieser Wasserstraße „immer noch nicht fest“, wie die Haushälterin Bettina Hagedorn (SPD) nach intensiven Gesprächen mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sowie schriftlichen Anfragen nun kritisierte. Der Minister müsse jetzt die „Suppe auslöffeln“, die ihm seine Amtsvorgänger von der CSU mit ihrer „Hinhaltetaktik“ eingebrockt hätten.
Hagedorn: Schweres Erbe für Wissing

Copyright SHZ danke Frank Poeschus

Meeresspiegel-Anstieg verteuert Schleusen
Nord-Ostsee-Kanal: Kosten für Neubau in Kiel steigen auf 650 Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie geplant

Henning Baethge

Die Kosten für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanal steigen immer weiter. Nach der fünften Schleuse in Brunsbüttel und dem Ausbau der Oststrecke samt neuer Levensauer Hochbrücke wird nun auch der Ersatzbau für die beiden derzeit stillgelegten kleinen Schleusen in Kiel-Holtenau viel teurer als geplant.
Statt 240 Millionen Euro sind es nun 650 Millionen„Die voraussichtlichen Gesamtausgaben werden sich gegenüber dem in 2016 genehmigten Entwurf von ursprünglich 240 Millionen Euro nach heutigem Kenntnisstand auf 650 Millionen Euro erhöhen,“ teilt Bundesverkehrsminister Volker Wissing der schleswig-holsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten und stellvertretenden Haushaltsausschuss-Vorsitzenden Bettina Hagedorn in einem Brief mit. In der bisher letzten Schätzung war Wissings CSU-Vorgänger Andreas Scheuer zwar auch schon von einer Kostensteigerung ausgegangen – aber nur auf 315 Millionen Euro.
Für die Kostenexplosion bei den Kieler Schleusen gibt es laut FDP-Minister Wissing gleich mehrere Gründe. Allein 100 Millionen Euro gehen auf allgemeine Baupreissteigerungen zurück. Zudem verursacht der langfristig zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels Extrakosten: Weil sich der Erd- und Wasserdruck auf die Schleusen dadurch zu erhöhen droht, müssen sie zusätzlich verstärkt werden. Auch muss deshalb das ursprünglich vorgesehene Torsystem geändert werden, was dazu führt, dass das ganze Bauwerk nun 37 Meter länger wird als bisher geplant und künftig 254 Meter messen wird. Die Schleusenkammer ist künftig für Schiffe bis 155 Meter statt bisher 125 Meter geeignet. Und schließlich hat Wissing nun auch noch einen Risikopuffer für unvorhersehbare Mehrausgaben von 130 Millionen Euro eingeplant.
Die Fertigstellung der noch in der Planung befindlichen neuen Schleusen droht sich durch die Kostenexplosion zu verzögern. Einen Zeitpunkt für den Baubeginn oder Abschluss gibt Wissing gar nicht erst an, aber warnt schon mal, dass der Baustart „gerade auch mit Blick auf die erhebliche Kostensteigerung“ nur bei „ausreichenden Haushaltsmittel„ möglich sei. Derzeit läuft der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Kiel komplett durch die beiden großen Schleusen. Die beiden kleinen Schleusen sind seit 2014 stillgelegt und inzwischen zugeschüttet.
Auch Reparaturdock in Brunsbüttel viel teurerTeurer werden am Nord-Ostsee-Kanal aber nicht nur die kleinen Schleusen in Kiel, sondern auch das geplante Trockendock zur Reparatur von Schleusentoren in Brunsbüttel und die dort vorgesehen Torliegeplätze. Hier erhöhen sich die Kosten ebenfalls um mehr als das doppelte – von 31 Millionen Euro auf 63 Millionen.
Insgesamt kosten die laufenden Ausbaumaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal damit statt einst geplanter 721 Millionen Euro gut 2,6 Milliarden. Und dabei sind die später anstehende Sanierung der großen Kieler Schleusen und die mindestens 263 Millionen Euro teure Vertiefung des Kanals noch nicht mal mitgerechnet. Letztere kann erst dann losgehen, wenn die Oststrecke ausgebaut ist – und auch dafür nennt Wissing kein Datum. Fachleute gegen von frühestens 2030 aus.

SPD-Politikerin Hagedorn gibt CSU-Ministern Schuld

SPD-Politikerin Hagedorn macht Wissings drei CSU-Vorgänger für die Misere beim Kanalausbau verantwortlich. „Drei CSU-Verkehrsminister haben seit 2009 alle wichtigen Sanierungsmaßnahmen verschleppt, obwohl Baurecht vorlag und seit langem das Geld im Bundeshaushalt bereitsteht“, kritisiert sie gegenüber unserer Zeitung. Wegen dieser „Verschleppungstaktik“ seien die Kosten nun „natürlich explodiert und müssen jetzt im Haushalt 2023 realistisch abgebildet werden“. Für Wissing, sagt sie, sei das „ein schweres Erbe“.

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Nord-Ostsee-Kanal-Kieler-Schleuse-bald-wieder-mit-Ersatztor,schleusen160.html

Schleswig-Holstein

Wir über uns

Ersatzbau Kleine Schleuse: Neue Grundwasser-Messstellen in Holtenau
Für den Ersatzneubau Kleine Schleuse muss das Grundwasser abgesenkt werden. KN Online Copyright

Im Rahmen des Ersatzneubaus Kleine Schleuse Kiel müssen zur Überwachung des Grundwassers vier Messstellen eingerichtet werden.

Ein Containerschiff. © WSA Holtenau Foto: Christian Wolf
Nord-Ostsee-Kanal: Kieler Schleuse bald wieder mit Ersatztor
Stand: 13.05.2022 12:42 Uhr

Rund zwei Jahre hatte die Kieler Schleuse kein Ersatztor, weil alle Tore durch Havarien beschädigt waren. In spätestens eineinhalb Wochen ändert sich das aber – mit der Übergabe des ersten reparierten Tores.

von Christian Wolf

Ohne sie geht nichts an der Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal. Die Schleusentore sind unerlässlich für das Schleusen von Schiffen in und aus dem Kanal. Doch sie sind auch die Achillesferse der Schleuse. Immer wieder kommt es zwischen Frachtern und Toren zu Kontakt. Oft bleibt es bei leichten Beschädigungen, hin wieder gibt es aber auch schwere Havarien. Wie vor knapp zwei Jahren in Kiel-Holtenau, als im Spätsommer der Frachter „Else“ in ein Schleusentor krachte. Seitdem laufen die Reparaturarbeiten.

Seit der Havarie hat die Kieler Schleuse kein Ersatztor mehr, jeder weitere Unfall hätte also fatale Folgen. Doch damit ist jetzt Schluss. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, erklärt der Projektleiter beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Heiko Dorn. „Es laufen gerade noch die letzten Arbeiten, aber das Tor ist weitestgehend repariert.“ In der Woche vor Himmelfahrt ist eine Übergabe geplant.
Eine Person in Arbeitskleidung beugt sich am unteren Ende eines Betonrechtecks in einen offenen Spalt. © WSA Holtenau Foto: Christian Wolf
5 Bilder
Kieler NOK-Schleuse: Die Reparatur der Schleusentore
NOK-Schleuse: Komplizierte Reparatur kostete Zeit

Eigentlich war geplant, das „Else-Tor“ schon im vergangenen Jahr wieder einzusetzen. Doch die Reparatur dauerte länger als zuvor geplant. „Wir waren darauf angewiesen, erst Stahl aus dem Tor rauszubauen, um es leichter zu machen, weil der Schaden kurz über der Wasserlinie war“, erklärt Dorn. Durch die Delle im Stahl hätte zudem viel erneuert werden müssen. „Insgesamt haben wir 20 Tonnen Stahl verbaut und einige Tausend Nieten getauscht, “ so der Projektleiter.

Da die Schleusentore mehr als 100 Jahre alt sind, müssen die Arbeiter zudem oft auf alte Bauzeichnungen zurückgreifen. Auch das hat laut dem Projektleiter zu Verzögerungen geführt. Nun müssen nur noch kleinere Arbeiten durchgeführt werden, wie der Rückbau des Gerüstes, der Einbau der so genannten Reibhölzer und des Übergangs. Nach der Übergabe soll es dann auch schnell eingebaut werden, da ein weiteres Schleusentor in Kiel nach der Havarie mit dem Schiff „Wilson Goole“ auch dringend überholt werden muss.
Weiteres Schleusentor soll im Anschluss repariert

Doch die Arbeiten müssen erst einmal warten – voraussichtlich bis Ende August. „Dann ist auch endlich die Reparatur am „Akacia-Tor“ beendet“, so Jörg Brockmann, Sprecher der WSA in Kiel. Vor mehr als vier Jahren durchbrach der Frachter „Akacia“ das Tor, lag mit dem vorderen Teil auf dem Tor. Damit es aus der Schleusenkammer geholt werden konnte, musste es vorher in zwei Teile gesägt werden.

Seit zwei Jahren sollte es eigentlich schon wieder im Betrieb sein, doch immer wieder kam es zu Verzögerungen. „Durch Corona hat es beispielsweise Lieferengpässe gegeben,“ erklärt der Sprecher des Kieler WSA. „Auch hat es bei den Werftarbeitern immer wieder Ausbrüche des Virus gegeben, weswegen die Arbeit ruhen musste.“ Hinzu kam noch die Insolvenz der Nobiskurg Werft aus Rendsburg, die das Tor reparierte.
WSA: Kosten für Reparatur belaufen sich auf mehrere Millionen Euro

Die Kosten für die Instandsetzung beider Tore wird nicht billig. Beim „Else-Tor“ geht die WSA von rund einer Million Euro aus, was allerdings im Vergleich zum „Akacia-Tor“ fast schon wenig ist. „Bevor es die Schlussrechnung noch nicht gibt, lässt sich das schwer abschätzen, aber die Kosten werden am Ende zwischen 20 und 30 Millionen Euro liegen,“ so Brockmann.

Doch nach der Reparatur ist vor der Reparatur. Sobald das „Akacia-Tor“ an die WSA übergeben ist, soll so schnell wir möglich das „Wilson-Goole-Tor“ repariert werden. Doch so lange wie bei den beiden jetzigen Toren soll es dann nicht dauern.
Das Schiff Akacia hat das Schleusentor in Kiel-Holtenau durchbrochen. © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Friederichs/dpa
Nord-Ostsee-Kanal: Schleusentor wird später fertig

Seit einer Havarie vor dreieinhalb Jahren hat die Schleuse in Kiel-Holtenau ein Ersatztor. Die Reparatur des demolierten Tors dauert noch.

Dieses Thema im Programm:
Schleswig-Holstein Magazin | 13.05.2022 | 19:30 Uhr
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Nachrichten aus Schleswig-Holstein
Ein Containerschiff. © WSA Holtenau Foto: Christian Wolf
Nord-Ostsee-Kanal: Kieler Schleuse bald wieder mit Ersatztor

Bei einer Havarie mit dem Frachter „Else“ vor fast zwei Jahren wurde das Tor beschädigt. Nun ist es fast fertig repariert.

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_nordreportage/Die-Nordreportage-Grossbaustelle-Nord-Ostsee-Kanal,nordreportage880.html

Schifffahrt – Kiel:Verkehr auf Nord-Ostsee-Kanal legt im ersten Quartal zu
22. April 2022, 6:38 Uhr
Deutschland
Die Schiffe „Ramona“ (l) und „Telmo“ fahren auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Frank Molter/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal Copyright Sueddeutsche Zeitung NOK interessiert , Artikel 2013 NOK21.de Whistleblower Guenther Goettling Start 1,5 Mrd € jetzt 2,5 Mrd € stolz zusammen mit HA BT
Johannes Kahrs ( bis 2019 ) Bettina Hagedorn Mathias Stein

Kiel (dpa/lno) – Der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal hat zu Jahresbeginn weiter zugelegt. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Schiffspassagen um gut zwei Prozent auf 6810 Schiffe, nach 6676 in den ersten drei Monaten 2021, wie eine Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Zuwächse gab es auch bei der Ladung. Schiffe beförderten im Zeitraum Januar bis März 22,9 Millionen Tonnen Ladung über die künstliche Wasserstraße. Das waren rund 1,72 Millionen Tonnen oder 8,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bereits im vergangenen Jahr war die Schifffahrt auf dem Kanal nach dem Einbruch im ersten Corona-Jahr wieder besser in Fahrt gekommen. Insgesamt wurden 2021 laut Kanalverwaltung 85,2 Millionen Tonnen Güter transportiert und damit 15,4 Prozent mehr als 2020. 27 293 Schiffe befuhren den Kanal, 8,1 Prozent mehr als 2020.

Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße.

© dpa-infocom, dpa:220422-99-998851/2

Derzeit befinden sich insgesamt 210 Schiffe im Nord-Ostsee-Kanal. Hierbei wird das Gebiet zwischen der Schleuse in Brunsbüttel und der Kieler Förde berücksichtigt. Von den 210 Schiffen sind 31 Schlepper oder Lotsen, 13 Tankschiffe, 41 Frachtschiffe, 31 Passagierschiffe und 0 große Schiffe.

Aktuelle Schiffe im Nord Ostsee Kanal (NOK) – Schiffsradar
Frank Behling zu den Sanktionen: Russlands Schifffahrt wird getroffen

Die Bilder und Nachrichten über das Vorgehen der russischen Armee in der Ukraine sind nicht zu ertragen. Die fünfte Verschärfung der Sanktionen sind bei aller Ohnmacht der einzige Weg. Genau abgestimmt auf den Schaden für die russische Wirtschaft. Ein Kommentar von Frank Behling.
Von Frank Behling
Verschärfung der Sanktionen sind der einzige Weg gegen Russland, kommentiert KN-Redakteur Frank Behling. Quelle: Ulf Dahl/ Frank Behling

Das Verhalten und die Äußerungen der russischen Regierung nach den unerträglichen Bildern aus der Ukraine sind die pure Verhöhnung des Westens. Die Mi…

Liveblog Schifffahrt: Kiel und Lübeck schließen Häfen für russische Schiffe
Einlaufverbot für russische Schiffe
Sanktionen stoppen den größten Handelspartner der deutschen Seehäfen / Lieferketten reißen
Container im Hafen von Lübeck. Angelika Warmuth/dpa

Margret Kiosz

Die EU hat mit ihrem fünften Sanktionspaket die Schließung von Häfen für russische Schiffe beschlossen. Das triff auch Kiel und Lübeck, vor allem aber Hamburg und Wilhelmshaven. Russland war 2021 der größte Handelspartner deutscher Seehäfen.
„Wir sind, was die RoRo-Linien-Verkehre anbelangt, auf Null in den direkten Verkehren nach Russland“, sagte der Geschäftsführer der Lübecker Hafengesellschaft (LHG), Sebastian Jürgens, kürzlich. Alle Linien seien eingestellt. Auch das LHG-Auslandsbüro in St. Petersburg wurde bereits geschlossen. Wie weit Ausweichverkehre über Schweden, Finnland und Lettland künftig betroffen sind, zeichnet sich noch nicht ab.
Im Seehafen Kiel erwartet man derzeit kein russisches Schiff. „Das letzte Schiff unter russischer Flagge war die „Surgut“ am 4. Februar 2022“, berichtet Hafensprecherin Julia Reichel. Zuletzt wurden vorwiegend Forstprodukte umgeschlagen. Der RoRo-Linienverkehr wie früher nach St. Petersburg ist schon länger eingestellt. Zurzeit nimmt DFDS auf der Route ins litauische Klaipeda keine russischen Lkw mehr mit“, so Reichel.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in deutschen Häfen rund 24,1 Millionen Tonnen Güter im Russlandverkehr umgeschlagen. Davon entfiel mit 21,5 Millionen Tonnen der Großteil auf Importe. Von denen machten Energieeinfuhren den weitaus größten Teil aus: 10,8 Millionen Tonnen entfielen auf fossile Energieträger, weitere 5,4 Millionen Tonnen auf Kokerei- und Mineralölerzeugnisse. Exporte auf dem Seeweg gen Russland spielen mit 2,6 Millionen Tonnen dagegen eine untergeordnete Rolle.
Nach Angaben des Seehafenbetriebe-Zentralverbands werden mehr als neun Prozent des Umschlags durch Schließung der Häfen wegfallen. Dabei gilt Wilhelmshaven als Erdöldrehkreuz und der Hamburger Hafen als Hauptumschlagplatz für Kokereiprodukte. Allein rund 3,2 Millionen Tonnen Kohle aus Russland wurden 2021 in der Hansestadt entladen.
In Mitleidenschaft gezogen wird durch die Sanktionen allerdings nicht nur der Import von Energieträgern, sondern auch die Versorgung der Industrie mit wichtigen Rohstoffen für die Energiewende. Genannt seien Nickel (44 Prozent kommt aus Russland) und Kupfer, die teilweise über sibirische Häfen verschifft werden. Aber auch Titan, Aluminium und Palladium als Katalysator und für die Wasserstoffwirtschaft kommen aus Russland.
Trotz der Folgen hat der Reederverband VDR die Sanktionen der EU gestern begrüßt. „Die anhaltenden Angriffe der russischen Armee und insbesondere die jetzt bekannt gewordenen Gräueltaten haben eine solche Antwort nötig gemacht“, erklärte die Präsidentin des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Gaby Bornheim. Der Verband befürchtet demnach „mögliche Gegenmaßnahmen der russischen Seite hinsichtlich der von der EU angeordneten Sperrungen von europäischen Häfen für russische Schiffe“. Es bestehe die Gefahr, dass deutsche Schiffe in russischen Häfen festgelegt werden. Seeleute und zivile Handelsschiffe dürften „nicht zum Faustpfand“ in dem Konflikt werden, forderte der VDR.

Weltweit stecken Container im Stau

Was den Nord-Ostsee-Kanal angeht, der von der Sanktion ebenfalls betroffen ist, gibt man sich beim Wasser- und Schifffahrtsamt gelassen. Weil die Zahl der Schiffspassagen zuletzt wegen der hohen Treibstoffkosten stark angestiegen sei, mache sich der Rückgang im Russlandverkehr nicht so stark bemerkbar, sagte der Sprecher der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Detlef Wittmers. Der Anteil an Schiffen mit Russland-Bezug liege nur bei etwa zehn Prozent, schätzt Wittmers.
Entscheidend ist dabei zudem, welche Schiffe überhaupt unter die Sanktionsregeln fallen. Nur Schiffe unter russischer Flagge? Oder auch ausgeflaggte Russendampfer? Und wie ist es mit Schiffen aus Drittstaaten, die russische Produkte geladen haben? Großbritannien beispielsweise hat alle Seehäfen für Schiffe unter russischer Flagge gesperrt.
Die Ukrainekrise bringt die wegen Corona ohnehin aus dem Takt geratenen Lieferketten weiter durcheinander. „Weltweit nimmt die Zahl der in Staus befindlichen Schiffscontainer wieder zu“, berichtete das Kieler Institut für Weltwirtschaft am Mittwoch. „Derzeit stecken etwa 12 Prozent aller weltweit verschifften Waren fest – im vergangenen Jahr lag der Wert nur in zwei Monaten höher.“
Aktuell sind in China wieder Häfen wegen der Pandemie ganz oder teilweise geschlossen, allen voran Shanghai. Staus gibt es auch vor den großen Häfen der US-Ostküste. „An den drei größten Häfen Russlands, St. Petersburg, Wladiwostok und Novorossiysk ist der Containerfrachtverkehr bereits um die Hälfte eingebrochen“, teilt das Kieler Insitut mit.

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Hafen Kiel, Lübeck, NOK: Anlaufen für russische Schiffe verboten
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– Quelle: https://www.shz.de/37054947 ©2022 Copyright

Was Russland-Sanktionen für den Nord-Ostsee-Kanal bedeuten
Stand: 07.04.2022 16:20 Uhr

Als Sanktion überlegt die Europäische Union, Schiffen aus Russland das Anlaufen von europäischen Häfen und Wassergebieten zu verbieten. Sollte es soweit kommen, würde das für den Nord-Ostsee-Kanal selbst wohl kaum Auswirkungen haben.

Wegen der hohen Energiepreise steht der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) aktuell gut da. Denn viele Reedereien bevorzugen aus Kostengründen jetzt den kürzeren Weg durch den Kanal, anstatt den weiteren Weg durch die Ostsee über Dänemark.

Ein Schiff spart im Schnitt etwa 250 Seemeilen, wenn es durch den NOK fährt und nicht rund um das Seegebiet Skagerrak, erklärt Detlef Wittmers, Sprecher der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Das sind knapp 470 Kilometer. Laut WSV denken viele um, da der Spritpreis bei mehr als 500 Dollar – zeitweise auch schon bei bis zu 1.000 Dollar – pro Tonne liegt. Nicht nur mehr Schiffe fahren deshalb durch den Kanal, auch mehr Schiffe warten vor den Schleusen, so Wittmers weiter.
AUDIO: Detlef Wittmers: Zahl der Durchfahrten durch den NOK gestiegen (1 Min)
NOK-Bilanz: Russlands Schiffe fallen kaum ins Gewicht

Sollten jetzt russische Schiffe nicht mehr durchfahren dürfen, würde sich das auf die Gesamtbilanz des Kanals kaum auswirken. Der Anteil an Schiffen mit Russland-Bezug liege nur bei etwa zehn Prozent, schätzt Wittmers. Auch in der Kasse würde die Schifffahrtsverwaltung das Ausbleiben der Schiffe kaum bemerken. Die Nutzungsgebühren russischer Schiffe liegen, laut Wittmers, jährlich nur im einstelligen Millionenbereich.

Seit Beginn des Jahres verzeichnete die WSA zwischen drei bis fünf Prozent mehr Schiffe die pro Monat durch den NOK gefahren sind als noch zur selben Zeit im vergangenen Jahr.
Zahlreiche LKW stehen in der Einfahrt zum Skandinavienkai der „Lübecker Hafengesellschaft“ am 13.03.2017 in Lübeck-Travemünde. © picture alliance Foto: Markus Scholz
Sanktionen gegen Russland treffen auch Lübecker Hafen

Weil der Warenverkehr nach Russland immer geringer wird, wurde der RoRo-Verkehr am Lübecker Hafen komplett eingestellt.

– Quelle: https://www.shz.de/34804272 ©2022

Kanal-Ausbau: Wissing sieht Finanzierung gesichert
Copyright SHZ danke Ralf Poeschus

Bundesverkehrsminister besucht wichtige Verkehrsprojekte im Norden
Im Schatten der A7: Bundesverkehrsminister Volker Wissing, Landes-Verkehrsminister Bernd Buchholz (beide FDP) und Deges-Bereichsleiter Bernd Rothe (von links) an der Rader Hochbrücke. Frank Höfer

Bundesverkehrsmi-
nister Volker Wissing hat sich gestern in Großkönigsförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) über den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals informiert. „Die Finanzierung der notwendigen Projekte ist gesichert“, sagte der FDP-Politiker gestern an einer Baustelle. „Sanierungsarbeiten, Infrastrukturinvestitionen sind prioritäre Investitionen.“ Davon lebe die Gesellschaft.
Bei Großkönigsförde läuft derzeit der Ausbau der Oststrecke, einer Engstelle des Kanals. Mit Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) besuchte Wissing zunächst den NOK, danach die Vorbereitungen für den Ersatzbau der Rader Hochbrücke im Zuge der A7.

Brücke hält noch bis 2026

Gegen die Pläne für die neue Brücke ist Klage eingereicht, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Es gehe um besseren Lärmschutz. Im Frühjahr 2023 sollen die Arbeiten für die Zwillingsbrücke mit sechs Fahrspuren starten. Die Kosten betragen 380 Millionen Euro. Der Zustand der alten Brücke gilt als so schlecht, dass sie nur noch bis 2026 halten wird.
Anschließend stand ein Besuch des Rendsburger Bahnhofs auf dem Programm. Mit Buchholz startete Wissing von dort aus zu einer Testfahrt mit einem neuen Akku-Triebzug nach Hamburg-Altona.
Er setze auf unvermindertes Tempo beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals, sagte Buchholz. Der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, warnte aber, dass im Haushalt für 2023 bislang 400 Millionen Euro weniger als notwendig für den Bereich der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung eingeplant seien.
Die großen Vorhaben wie der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel, der Ausbau der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel sowie die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel sind vorangekommen. 2021 wurden 250 Millionen Euro in Erhalt und Ausbau des Kanals investiert.
Buchholz hofft zudem auf weitere Bundeshilfe beim Ausbau der 173 Kilometer langen Bahnstrecke von Itzehoe nach Sylt. Der zweigleisige Ausbau der sogenannten Marschbahn soll samt Elektrifizierung rund 400 Millionen Euro kosten. 90 Prozent übernimmt der Bund, das Land 40 Millionen Euro.

lnoBundesverkehrsminister sagt Nord-Ostsee-Kanal weiter Unterstützung zu

Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals soll weitergehen. Bei seinem Antrittsbesuch auf der Baustelle am Kanal ging es Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) um Informationen über den Stand der Arbeiten. Aber auch drohende Lücken im nächsten Haushalt waren Thema.
Von Frank Behling
GDWS-Präsident Hans-Heinrich Witte erklärt Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP, vorn) und Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP, links) auf der Kanalbaustelle die Bedeutung der Projekte am Kanal.
GDWS-Präsident Hans-Heinrich Witte erklärt Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP, vorn) und Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP, links) auf der Kanalbaustelle die Bedeutung der Projekte am Kanal. Quelle: Frank Behling danke Kieler Nachrichten Copyright
Kiel

Die Baggerarbeiten an der Oststrecke zwischen Schinkel und Königsförde sind nach der Winterpause wieder angelaufen. Der Ausbau der Oststrecke ist eines der Schlüsselprojekte in dem rund zwei Milliarden Euro teuren Programm zur Ertüchtigung des Nord-Ostsee-Kanals.

Für den Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Professor Hans-Heinrich Witte, war es deshalb wichtig, den neuen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) gleich vor Ort die Bedeutung der einzelnen Bauprojekte plastisch zu erklären. Im eisigen Nordostwind hörte der Minister dabei geduldig und interessiert zu.
Lücke im Bundeshaushalt: Ersatzbau der kleinen Schleusen in Kiel ist in Gefahr

Der Grund: Im kommenden Haushalt klafft bereits jetzt eine Lücke von gut 400 Millionen Euro im Bundeshaushalt für Verkehrsprojekte. Besonders der Ersatzbau der kleinen Schleusen in Kiel ist in Gefahr. „Wir wollen die Infrastruktur kräftig ertüchtigen. Wir haben bei den Bundesfernstraßen und den Wasserstraßen einen Investitionsstau. Der wird aber konkret angegangen“, sagte Wissing.
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„Es wäre ein großer Fehler, wenn wir bei den Infrastrukturprojekten zurückschrauben würden. Gerade Länder wie Schleswig-Holstein werden vom Bund auch weiter in den Fokus genommen“, so Wissing.
Wissing: Instandhaltung und Ausbau der Wasserstraßen sind Klimaschutz-Beitrag

Die Instandhaltung und der Ausbau der Bundeswasserstraßen seien ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, so Wissing. Sein Partei- und Ressortkollege aus Kiel, Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, erinnerte den Bundesminister dabei auch an die Bedeutung der Schleusentore.

„Nur wenn wir genug Schleusentore haben, kann der Kanal von den Schiffen auch genutzt werden. Sonst müssen die Schiffe um Skagen herumfahren, was nicht gut für den Klimaschutz ist“, so Buchholz.
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Die entsprechende Unterstützung beim Bau und der Suche nach Firmen zur Reparatur sicherte Buchholz zu. Aktuell gibt es am Kanal kein einsatzbereites Reservetor für die großen Schleusenkammern in Brunsbüttel und Kiel.
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nord-Ostsee-Kanal bekommt neue Schleuse von Tractebel und Althen Mess- und Sensortechnik

Bilanz 2021 – Ein gutes Jahr für den Nord-Ostsee-Kanal
Sendung: Schleswig-Holstein Magazin | 25.03.2022 | 19:30 Uhr 1 Min | Verfügbar bis 25.10.2022

Im Vergleich zum Vorjahr, das stark durch die Corona-Pandemie geprägt war, haben mehr Schiffe mehr Ladung transportiert.
Wieder mehr Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs

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Verkehr auf Nord-Ostsee-Kanal legt wieder zu
Veröffentlicht am 24.03.2022 | Lesedauer: 3 Minuten
DDie Sonne geht hinter der Hochbrücke in Holtenau über dem Nord-Ostsee-Kanal auf. Copyright Welt
Quelle: Axel Heimken/dpa
Der Nord-Ostsee-Kanal steuert wieder Vor-Corona-Niveau an. 2021 sind die Verkehrszahlen klar gestiegen. Das hat nicht zuletzt etwas mit hohen Preisen zu tun.
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Der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist 2021 nach dem Einbruch im ersten Corona-Jahr wieder besser in Fahrt gekommen. Wie die Kanalverwaltung am Freitag in Kiel mitteilte, wurden über den Wasserweg 85,2 Millionen Güter transportiert und damit 15,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt 27 293 Schiffe befuhren den Kanal. Das waren 8,1 Prozent mehr als 2020. Der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, sprach von einem guten Jahr. Die Volkswirtschaften im nördlichen Europa hätten sich 2021 erholt.

Der Kanal habe aber besonders auch von den hohen Preisen für Schiffstreibstoff profitiert. Der Verzicht auf die Erhebung der Befahrensabgabe bis Jahresende – eine Konsequenz aus der Corona-Pandemie – machte den Kanal ebenfalls noch attraktiver.

Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Im vorigen Jahr knüpften die Verkehrszahlen weitgehend an das Niveau der Vor-Corona-Jahre an, bei der Schiffszahl noch nicht ganz. Die transportierte Ladungsmenge hatte im Spitzenjahr 2008 aber mit 105 Millionen Tonnen auch schon deutlich höher gelegen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres setzte sich der Aufwärtstrend beim Kanalverkehr mit zweistelligen Zuwachsraten fort.

Die großen Bauvorhaben wie der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel, der Ausbau der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel sowie die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel sind laut Witte sehr gut vorangekommen. 2921 seien 250 Millionen Euro in den Erhalt und Ausbau des Kanals geflossen.

Fortgesetzt hat sich der Trend zu immer größeren Schiffen. Die gesamte Bruttoraumzahl (BRZ) wuchs 2021 um fast 15 Prozent auf gut 132,4 Millionen. Die Größe eines Durchschnittsschiffes erhöhte sich um fast 300 BRZ auf 4852. Die Haupttransportrouten liefen zwischen Schweden und den Niederlanden, zwischen Schweden und Großbritannien sowie zwischen Russland und den Niederlanden.

Unter den Schiffstypen dominierten im Kanal 2021 Stückgut- und Massengutfrachter (12.948), Containerschiffe (4163) und Chemikalientanker (3349). Die Zahl der Sportboote erreichte nach einem Rückgang 2020 mit 11.048 auch wieder Vor-Corona-Niveau.
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2021 ereigneten sich auf dem Kanal 63 Havarien im Bereich der Schleusen und deren Leitwerken sowie zwischen Schiffen. Bei 27.300 Schiffspassagen beträgt die Unfallquote damit 0,2 Prozent. Dennoch soll das Risiko, dass Schiffe Schleusen anfahren, weiter sinken. So gelten vom 1. April an verschärfte Kriterien, nach denen Schiffe Schlepper in Anspruch nehmen müssen, zum Beispiel abhängig von Tiefgang und Windstärke. Zudem muss während der Kanalpassage fachkundiges Personal im Maschinenraum sein, um bei einem technischen Ausfall sofort auf Handbetrieb umstellen zu können.

Witte freute sich, dass nach jahrelanger Pause infolge einer Havarie seit 4. März eine neue Rendsburger Schwebefähre über dem Kanal im Einsatz ist. Allerdings wird sie mit Beginn der Osterferien am 4. April schon wieder außer Betrieb genommen – weil noch Restarbeiten zu erledigen sind, etwa zum Korrosionsschutz. Spätestens am 15. April und damit rechtzeitig zum Osterwochenende soll sie wieder fahren.

Mitteilungen Offshore Technik

30. März 2022
Offshore Transporte / Foto: HB
Hinweis: Die Bildrechte zu den Beitragsfotos finden Sie am Ende des Artikels
Moderne Schleusen für weltweit meist befahrene Schifffahrtsstraße
(WK-intern) – Als meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt übernimmt der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) eine bedeutende Rolle im Güterverkehr.
Denn er verbindet seit Ende des 19. Jahrhunderts die Nord- und die Ostsee miteinander.

Eine von zwei Zufahrten zum NOK ist die Schleuse Kiel-Holtenau. Sie besteht aus zwei Schleusenanlagen. Funktionstüchtig ist aktuell jedoch nur die größere (Nutzlänge 310 m, Nutzbreite 42 m), da die kleinere neu gebaut wird. Doch auch bei der großen Schleuse besteht Modernisierungsbedarf.

Das Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal beauftragte die Expertinnen und Ingenieure von Tractebel Hydroprojekt, eine neue Antriebsvariante zu planen, die für die gesamte Schleusenanlage verwendet werden soll. Aufgabe ist es, bis Ende des Jahres 2025 ein neues Antriebsprinzip zu entwickeln, das einerseits betriebs- und ausfallsicher und andererseits auch wartungsarm ist. Das Konzept wird für jedes Schleusentor zwei Antriebe vorsehen, damit im Störfall jederzeit Ersatz bereitsteht.

Voruntersuchungen bei laufendem Betrieb
Für die Planung sichteten die Fachleute die Vorgaben der Bestandsanlage aus dem Jahr 1967. Diese gleichen sie ab mit derzeitigen Vorgaben, dem aktuellen Stand der Technik und realen Messdaten aus dem laufenden Betrieb der Anlagen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind Grundlage für weitere Planungsschritte.

Eine besondere Herausforderung dieser Voruntersuchungen ist es, die Schleuse weitgehend verfügbar und die Ausfallzeiten möglichst gering zu halten. Für diese Arbeiten nahm Tractebel Hydroprojekt den Messspezialisten Althen Mess- und Sensortechnik mit ins Boot. Das Ingenieur-Team aus Kelkheim entwickelten speziell für das Projekt individuelle Messlösungen und begleiteten die Messungen. So konnten beispielsweise auftretende Lastspitzen exakt ermittelt werden. Diese real gemessenen Werte dienen nun als Basis, um die neuen Schleusenantriebe passgenau zu dimensionieren und möglicherweise auftretende Probleme schon in der Planungsphase zu erkennen und beheben.

Das Spezialistenteam aus Magdeburg erarbeitet derzeit die Genehmigungsunterlagen für den Bau der priorisierten Planungsvariante. Anschließend werden sie die Ausschreibungsunterlagen erstellen, das europaweite Ausschreibungsverfahren begleiten und während dieses Prozesses den Auftraggeber beraten.

„Eine reibungslos funktionierende Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee bedeutet kurze und damit umweltschonende Transportwege. Wir planen eine moderne, langlebige, energieeffiziente und ausfallsichere Anlage, die mit umweltfreundlichen Schmierstoffen arbeitet und ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen kann“, sagt Tobias Schaulat, Projektingenieur bei Tractebel Hydroprojekt.

Unternehmensinformation
Als eine der größten Ingenieurgesellschaften der Welt bietet Tractebel wegweisende Strategien für eine klimaneutrale Zukunft. Rund 5.000 Mitarbeiter erarbeiten Engineering-Lösungen für komplexe Projekte in den Bereichen Energie, Wasser und urbane Infrastruktur. Tractebel Kunden profitieren von 150 Jahren Erfahrung und vom lokalen Know-how der Experten in Europa, Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika. Der 2020 erzielte Umsatz lag bei 581 Millionen Euro. Tractebel ist Teil der ENGIE Gruppe, einem internationalen Unternehmen für kohlenstoffarme Energie und Dienstleistungen.

PM: Tractebel Engineering GmbH Copyrigt Windkraft-Journal.de

Offshore Transporte auf dem NOK / Foto: HB
ag: Schleusenantriebe
Nord-Ostsee-Kanal bekommt neue Schleuse von Tractebel und Althen Mess- und Sensortechnik

Mitteilungen Offshore Technik

30. März 2022

Offshore Transporte / Foto: HB Copyright Windkraft-Journal

Moderne Schleusen für weltweit meist befahrene Schifffahrtsstraße (WK-intern) – Als meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt übernimmt der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) eine bedeutende Rolle im Güterverkehr. Denn er verbindet seit Ende des 19. Jahrhunderts die Nord- und die Ostsee miteinander. Eine von zwei Zufahrten zum NOK ist die Schleuse Kiel-Holtenau. Sie besteht aus zwei Schleusenanlagen. Funktionstüchtig ist aktuell jedoch nur die größere (Nutzlänge 310 m, Nutzbreite 42 m), da die kleinere neu gebaut wird. Doch auch bei der großen Schleuse besteht Modernisierungsbedarf. Das Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal beauftragte die Expertinnen und Ingenieure von Tractebel Hydroprojekt, eine neue Antriebsvariante zu planen, die für die gesamte Schleusenanlage verwendet werden soll.

https://www.nok21.de/wp-admin/post.php?post=22763&action=edit

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Wieder-mehr-Schiffe-auf-dem-Nord-Ostsee-Kanal-unterwegs,nok496.html

Copyright NDR tolles Video

Wieder mehr Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs
Stand: 25.03.2022 16:46 Uhr

2021 war ein gutes Jahr für den Nord-Ostsee-Kanal. Im Vergleich zum Vorjahr transportierten mehr Schiffe mehr Ladung. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat die Jahresbilanz vorgestellt.

Nach einem Einbruch im ersten Corona-Jahr sind 2021 wieder mehr Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) unterwegs gewesen. Insgesamt wurden rund 85,2 Millionen Tonnen Ladung transportiert, 15,4 Prozent mehr als 2020, teilte die Wasserstraßen- und Schiffahrtsverwaltung (WSV) am Freitag mit. Rund 27.300 Schiffe befuhren demnach 2021 den NOK, 8,1 Prozent mehr als im Jahr davor.
Witte: Hohe Treibstoffpreise gut für NOK

Laut Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, hat das gute Jahr mehrere Gründe. Zum einen hätten sich die Volkswirtschaften in Nordeuropa nach der Pandemie wieder erholt und würden dadurch mehr Frachtraum anfragen, sagte er. Zum anderen seien die Preise für die Treibstoffe der Schiffe deutlich gestiegen und dadurch sei der Nord-Ostsee-Kanal auch für die Schiffe interessant, die sonst lieber um Dänemark herum fahren würden. „Nicht zuletzt hat auch der Verzicht des Bundes auf die Erhebung der Befahrungsabgabe bis zum Jahresende 2021 zum Verkehrswachstum im Nord-Ostsee-Kanal beigetragen“, so Witte.
AUDIO: Wieder mehr los auf dem NOK (1 Min)
Aufwärtstrend hält an

Die rund 100 Kilometer lange Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres setzte sich der Aufwärtstrend beim Kanalverkehr mit zweistelligen Zuwachsraten fort. Die großen Bauvorhaben wie der Bau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel, der Ausbau der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel sowie die Vorbereitungen für einen Ersatz der Levensauer Hochbrücke nahe Kiel kommen laut Witte gut voran.
Schiffe werden immer größer
Die Sonne geht hinter der Hochbrücke in Holtenau über dem Nord-Ostsee-Kanal auf. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken
85,2 Millionen Tonnen Ladung wurden 2021 auf dem Nord-Ostsee-Kanal transportiert.

Fortgesetzt hat sich der Trend zu immer größeren Schiffen. Die gesamte Bruttoraumzahl (BRZ) wuchs 2021 um fast 15 Prozent auf gut 132,4 Millionen. Die Größe eines Durchschnittsschiffes erhöhte sich um fast 300 BRZ auf 4.852. Die Haupttransportrouten verliefen zwischen Schweden und den Niederlanden, zwischen Schweden und Großbritannien sowie zwischen Russland und den Niederlanden. Unter den Schiffstypen dominierten im Kanal 2021 Stückgut- und Massengutfrachter (12.948), Containerschiffe (4.163) und Chemikalientanker (3.349). Die Zahl der Sportboote erreichte nach einem Rückgang 2020 mit 11.048 wieder Vor-Corona-Niveau.
63 Havarien

2021 ereigneten sich auf dem Kanal 63 Havarien im Bereich der Schleusen und deren Leitwerken sowie zwischen Schiffen. Bei 27.300 Schiffspassagen beträgt die Unfallquote damit 0,2 Prozent. Um das Unfallrisiko auf dem NOK weiter zu senken, gelten vom 1. April an verschärfte Kriterien. Schiffe müssen dann zum Teil Schlepper in Anspruch nehmen, abhängig von Tiefgang und Windstärke. Zudem muss während der Kanalpassage fachkundiges Personal im Maschinenraum sein, um bei einem technischen Ausfall sofort auf Handbetrieb umstellen zu können.
Containerschiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal. © Screenshot
1 Min
Nach Software-Problemen: Nord-Ostsee-Kanal wieder befahrbar

Auch wenn der genaue Fehler noch nicht gefunden ist, läuft der Verkehr fast wieder normal.
Auf dem Weg von Rauma (Finnland) nach Bremerhaven, durch den Nord-Ostsee-Kanal: Die „VERA RAMBOW“. © NDR/Ulrich Patzwahl
59 Min
Durch den Nord-Ostsee-Kanal – Seefahrt unter Druck

Drei Männer – ein Schiff: Ein Kapitän, ein Lotse und ein Verkehrsplaner sorgen für die sichere Passage der „Vera Rambow“.
Die Hochbrücke Rendsburg ist fast fertig gebaut. © Landesarchiv Schleswig-Holstein LASH LSH_Abt. 548.3 Nr. 3213(1)
Jahrhundertbau Nord-Ostsee-Kanal

Mit dem Nord-Ostsee-Kanal errichten Ingenieure und Arbeiter innerhalb von acht Jahren ein Jahrhundertbauwerk. Ein Dossier.

super Video
die nordstory
die nordstory – Durch den Nord-Ostsee-Kanal – Seefahrt unter Druck

Dienstag, 22. März 2022, 15:00 bis 16:00 Uhr

Jürgen Rambke ist in Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal aufgewachsen. 1968 ist er als 14-jähriger Schüler auf einem Holztransporter in den Weihnachtsferien losgefahren, von Brunsbüttel in die Ostsee. „Ich wollte weg von zu Hause, ich wollte was erleben!“
Es gibt nur einen an Bord: Kapitän Jürgen Rambke. © NDR/Ulrich Patzwahl
Es gibt nur einen an Bord: Kapitän Jürgen Rambke.

Aus dem Schiffsjungen ist erst ein Matrose, dann ein Kapitän geworden, der die Welt gesehen hat. Unzählige Male hat er den Nord-Ostsee-Kanal, dazu den Suez- und den Panamakanal durchfahren. Bis er als Kanalsteurer, der gemeinsam mit den Kanallotsen die Seeschiffe durch den NOK steuert, zurück an den Kanal und zu seiner Familie gekommen ist. Gerade kommt er mit dem Containerschiff „Vera Rambow“ wieder in Kiel-Holtenau an. Passt die Passage? Schafft er es endlich mal wieder, den NOK in einer Zeit unter zehn Stunden zu passieren?
Mit Lotsenhilfe durch die Oststrecke
Schön aber eng: Die Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. © NDR/Ulrich Patzwahl
Schön aber eng: Die Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal.

In der Kieler Förde steigt der Lotse Nils Eßig zu. Natürlich kennt er die „Vera Rambow“, die er jetzt durch die Oststrecke des Kanals bringen soll. Das Schiff ist modern, die Reederei ordentlich. Aber es ist auch eines der größten Schiffe im Kanal mit beinahe maximalem Tiefgang. Dadurch wird die „Vera Rambow“ zum „Langsamläufer“ und Eßigs Job nimmt mehr Zeit in Anspruch. Ob er seine Frau, seine beiden kleinen Jungen nachher noch sehen wird, wenn er zurück ist? Oder schlafen sie schon wie so oft?
Verkehrsplaner regeln die Vorfahrt
Hier wird entschieden, wer als erstes fährt: Die Nord-Ostsee-Kanal-Lenkungszentrale in der Schleuse Brunsbüttel. © NDR/Ulrich Patzwahl
Hier wird entschieden, wer als erstes fährt: Die Nord-Ostsee-Kanal-Lenkungszentrale in der Schleuse Brunsbüttel.

Der Verkehrsplaner im NOK hat geregelte Arbeitszeiten. Sven Krieg muss zur Frühschicht bei seinem Arbeitgeber sein, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Brunsbüttel (WSV). Ab Dienstbeginn plant er, welches Schiff wann und wo im Kanal Vorfahrt hat und welches in der Weiche warten muss, bis der Entgegenkommende passiert. Diese Entscheidungen müssen Jürgen Rambke und Nils Eßig umsetzen und aushalten!
Der Seefahrt-Nachwuchs fehlt in Deutschland

Gelernte Seeleute sind sie alle. Aber ist das noch der Beruf, den sie sich einmal ausgesucht haben? Nur noch Container, Behörden, Onlineformulare? Mit einer Crew, die aus Menschen aus fünf Ländern besteht? Schon lange, ohne Zeit zu haben, die Stadt hinter dem Hafen zu erkunden? In Deutschland gibt es nur noch rund 6.000 Seeleute. Der Nachwuchs fehlt komplett. Fast, denn auf der „Vera Rambow“ gibt es Benedikt Scherhag, ein Junge vom Rhein und nun Schiffsmechaniker im dritten Lehrjahr: Warum hat er sich denn für die Seefahrt entschieden? „Ich wollte weg von zu Hause, ich wollte was erleben.“
Zwei große Passagierschiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal © WSA Kiel-Holtenau
Nord-Ostsee-Kanal: Schiffe und Schleusen zum Greifen nah

Wenn Container- und Kreuzfahrtschiffe durch Schleswig-Holstein gleiten, bieten sich spektakuläre Perspektiven.
Die Hochbrücke Rendsburg ist fast fertig gebaut. © Landesarchiv Schleswig-Holstein LASH LSH_Abt. 548.3 Nr. 3213(1)
Jahrhundertbau Nord-Ostsee-Kanal

Mit dem Nord-Ostsee-Kanal errichten Ingenieure und Arbeiter innerhalb von acht Jahren ein Jahrhundertbauwerk. Ein Dossier.

Autor/in
Ulrich Patzwahl
Produktionsleiter/in
Angela Hennemann
Redaktion
Katrin Glenz
Andrea Jedich
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen

Schlepper sollen jetzt die Schleusen vor Kollisionen besser schützen Copyright Kieler Nachrichten danke Frank Behling

Die Schleusentore an den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals sollen besser geschützt werden. Die für den Kanal zuständige Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) verhängt deshalb ab 1. April eine erweiterte Schlepperannahmepflicht für das Einlaufen in die Schleusen.
Von Frank Behling
Für die Schleusen gibt es ab 1. April eine erweiterte Schlepperpflicht.
Für die Schleusen gibt es ab 1. April eine erweiterte Schlepperpflicht. Quelle: Frank Behling
Kiel

Wie lassen sich die empfindlichen Schiebetore der Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals besser gegen Kollisionen schützen? Nach den schweren Havarien der vergangenen Jahre hat eine Arbeitsgruppe die Situation am Kanal untersucht. Die Erkenntnisse werden jetzt am 1. April umgesetzt.

„Es wird eine erweiterte Schlepperannahmepflicht geben, die von der Schiffsgröße und Windstärke abhängt“, so Jörg Heinrich, Leiter des Bereichs Seeschifffahrt in der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS). Nach der schweren Kollision des Frachters „Akacia“ im Februar 2018 und der Kollision der „Else“ in Kiel im August 2020 wurde die Situation analysiert.
Tore bieten wenig Spielraum für Veränderungen

Dabei wurde zunächst die Bauweise der Schleusen betrachtet. Ergebnis: Die Tore bieten wenig Spielraum für Veränderungen. Auch alle neuen Großschleusen in den Niederlanden, Belgien und am Panamakanal arbeiten nach dem Prinzip der 1914 fertiggestellten Schleusen der großen Kammern in Kiel und Brunsbüttel.

Da baulich an den Schleusen keine Änderungen erfolgen können, sei man zu dem Entschluss gekommen, die Gefahr durch die Schiffe zu minimieren, so Heinrich. Für Brunsbüttel und Kiel sind jetzt zwei unterschiedlichen Regelwerke entstanden.

„In Brunsbüttel gilt ab Windstärke 8 für jedes Schiff mit einem Tiefgang ab 8 Metern eine Schlepperannahmepflicht für das Einlaufen in die Schleusen“, so Heinrich. Bei Schiffen ab 8,5 Metern Tiefgang greift die Schlepperpflicht bereits ab Windstärke 6.
Schlepper kommen ab Windstärke 7 zum Einsatz

Für die beiden Schleusenkammern in Kiel gilt diese Annahmepflicht für Schiffe ab Windstärke 7 aus nordöstlicher Richtung. Wenn in Kiel nur noch eine der beiden Schleusenkammern in Betrieb ist, gilt für alle Schiffe der Verkehrsgruppen 4, 5 und 6 eine Schlepperpflicht. Dabei handelt es sich um die Schiffe der drei größten der sechs Verkehrsgruppen, in die alle Schiffe im Kanal klassifiziert werden.

Schlepper liegen laut Behörde in Brunsbüttel und Kiel bereits reichlich in Bereitschaft. In Kiel hält allein die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel sechs Schlepper vor.

Es wird aber auch für die Schiffe bei der Passage selbst neue Regeln geben. „Zukünftig wird es so sein, dass bei der Fahrt durch die Schleusen und im Kanal der Maschinenraum der Schiffe immer besetzt sein muss“, so Heinrich.

Da in der Schifffahrt der Trend zu autonomen oder automatischen arbeitenden Systemen ungebrochen und der „wachfreie“ Maschinenbetrieb inzwischen die Regel ist, ist das Risiko schwerer Havarien im Kanal wieder gestiegen. „Es hat sich gezeigt, dass es oft zu lange dauert, bis dann jemand im Maschinenraum ist und ein System wieder neu startet oder sogar auf Handbetrieb umschalten kann“, so Heinrich.
Maschinist muss Störung im Maschinenraum beseitigen

Beim Ausfall eines Systems muss oft erst ein Maschinist aus dem Decksbetrieb in den Maschinenraum eilen und die Störung beseitigen. „Dafür ist dann aber im Nord-Ostsee-Kanal oder in der Schleuse keine Zeit. Deshalb müssen Maschinen- und Rudermaschinenraum zukünftig besetzt sein“, so Heinrich.

Hier knüpft die Behörde an eine Regel an, die es schon gibt. „Die seit 2016 geltende Verpflichtung zu Rückwärtsmanövern vor dem Einlaufen in die Schleuse hat sich hervorragend bewährt. Hier konnten schon einige Havarien verhindert werden“, sagt Jörg Heinrich.

Generell sei die Zahl von Havarien im Kanal aber gemessen an den Passagezahlen sehr gering. „Wir liegen da bei einer Unfallquote von weit unter einem Prozent“, so Heinrich. So gab es 2021 bei einem Verkehrsaufkommen mit 27.300 Schiffspassagen nur 63 Havarien im Bereich der Schleusen und der Leitwerke. „Dazu gehören auch Fälle, bei denen mal ein Dalben angefahren wird. Die Kanalpassage ist schon sehr sicher“, so Heinrich.
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Wenn allerdings Schleusentore getroffen werden, gehen die Schäden ganz schnell in einen siebenstelligen Bereich. Die Reparaturen dauern sehr lange und sind aufwendig. Deshalb sollen die Schäden durch den Einsatz der Schlepper weiter minimiert werden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Aktuelle News von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Nürnberg Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) bis 1992 Steuermann 1.Offizier und Kapitän 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne 2012 Fähren NOK bis 2017 jetzt Öffentlichkeitsarbeit und VdsM 2019 Rente Faehren NOK Adler jetzt Vertrauensmann HUK Glueckstadt und Umgebung SPD OV Glueckstadt Kassierer stellv.Vorstand und Glueckswerk Sozial

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