Informationen über die Schleusensituation in Brunsbüttel/Holtenau

 

Schifffahrt:Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals kommt voran

Deutschland
Blick auf die Levensauer Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

 

Kiel (dpa/lno) – Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals ist nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in diesem Jahr ein gutes Stück vorangekommen. Für die großen Aus- und Neubauprojekte am Kanal seien 2021 rund 200 Millionen Euro investiert worden, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der größte Teil des Geldes ging mit 157 Millionen Euro in die 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel. Mit dem Neubau soll sichergestellt werden, dass auch künftig Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge den Nord-Ostsee-Kanal passieren können.

Die 5. Schleusenkammer soll Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Anschließend soll die Grundinstandsetzung der beiden bestehenden großen Kammern beginnen, die seit 1914 im Dauerbetrieb sind.

Auch an der zweiten Großbaustelle am Nord-Ostsee-Kanal sei es in diesem Jahr gut vorangegangen, teilte der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamts Nord-Ostsee-Kanal, Sönke Meesenburg, mit. Oberhalb des Wasserspiegels sei der Boden fast auf dem gesamten ersten Ausbauabschnitt zwischen Großkönigsförde und Schinkel im Kreis Rendsburg-Eckernförde ausgehoben. An der ersten Levensauer Hochbrücke laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Ersatzneubau der mehr als 125 Jahre alten Kanalquerung.

© dpa-infocom, dpa:211216-99-413086/2 Copyright Sueddeutsche Zeitung

 

Schiff kollidiert mit Großer Nordschleuse


Brunsbüttel Das unter polnischer Flagge fahrende Motorschiff „Tarzan“ ist gestern gegen 3.15 Uhr beim Einlaufen gegen die Seitenmauer der Großen Nordschleuse in Brunsbüttel gefahren. An der „Tarzan“ kam es an der Backbordseite zu Farbabrieb von zwei bis drei Metern Länge. Wie die Polizei mitteilt, sei die Ursache vermutlich ein Kommunikationsproblem. Nach Freigabe durch die Berufsgenossenschaft für Verkehr und Transportwirtschaft konnte das Schiff seine Reise fortsetzen.

 

 

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals kommt voranCopyright Verkehrsrundschau

Mit dem Neubau soll sichergestellt werden, dass auch künftig Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge den Nord-Ostsee-Kanal passieren können
© Foto: Aufwind-Luftbilder / stock.adobe.com

Für die großen Aus- und Neubauprojekte am Kanal wurden laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung im laufenden Jahr rund 200 Millionen Euro investiert.


 

Bund schreibt Reparaturdock für Schleusentore in Brunsbüttel aus Copyright Norddeutsche Rundschau danke Ralf Poeschuss

 
Blick in die Zukunft: So könnte das in Brunsbüttel am Nordufer des Nord-Ostsee-Kanals geplante Reparaturdock nach bisherigen Plänen des Bundes aussehen. Visualisierung: WSA Nord-Ostsee-Kanal

Henning Baethge


Brunsbüttel Der Bau des in Brunsbüttel geplanten Reparaturdocks für Schleusentore des Nord-Ostsee-Kanals kommt endlich voran: Das zuständige Magdeburger Wasserstraßen-Neubauamt von Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat das schon vor elf Jahren genehmigte und vor sechs Jahren endgültig beschlossene Projekt jetzt europaweit ausgeschrieben.
Laut jüngstem Etatentwurf des Bundes soll der Bau des Trockendocks 25 Millionen Euro kosten – und damit vier Millionen mehr als zunächst geplant. Aus der gestern im EU-Amtsblatt veröffentlichten Ausschreibung geht zudem hervor, dass der Gewinner das Dock auch 20 Jahre lang instandhalten soll. Dafür zahlt der Bund ein Extra-Entgelt. Dessen Höhe steht allerdings erst nach Auftragsvergabe fest.
Der Bau des in Brunsbüttel am Nordufer des Kanals geplanten Docks soll nach Angaben von Wissings Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt im ersten Quartal 2023 beginnen und 2026 vollendet sein. „Wir rechnen mit drei Jahren Bauzeit“, sagte eine Sprecherin der Generaldirektion.
Mit dem neuen Dock will die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dafür sorgen, dass die Kanalschleusentore nach Unfällen rascher als bisher instandgesetzt werden können. Noch dauert die Reparatur oft viele Wochen: Zunächst muss eine Werft gefunden werden, die die riesigen Tore überhaupt aufnehmen kann und zudem Kapazitäten frei hat – und dann muss das Schleusentor per Schiff dort hin- und später wieder zurückgeschleppt werden.
Derzeit befinden sich laut Generaldirektion allein drei Tore von Kanalschleusen zur Reparatur bei Werften. Alle sollen aber im Lauf des Jahres 2022 wieder zur Verfügung stehen.

 
 
 
 
 
Datum:
17.12.2021
Autor:
Stephanie Noll/dpa
Lesezeit: 
2 min
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Blogbeitrag: Der Fahrtenschreiber als Blackbox

Dass der Fahrtenschreiber Lenk-und Ruhezeiten aufzeichnet, wissen die meisten. Aber wissen Sie auch, in welchem Ausmaß Geschwindigkeiten gemessen und gespeichert werden? 

 

Kiel. Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals ist nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in diesem Jahr ein gutes Stück vorangekommen. Für die großen Aus- und Neubauprojekte am Kanal seien 2021 rund 200 Millionen Euro investiert worden, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der größte Teil des Geldes ging mit 157 Millionen Euro in die 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel. Mit dem Neubau soll sichergestellt werden, dass auch künftig Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge den Nord-Ostsee-Kanal passieren können.

Die 5. Schleusenkammer soll Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Anschließend soll die Grundinstandsetzung der beiden bestehenden großen Kammern beginnen, die seit 1914 im Dauerbetrieb sind.

Auch an der zweiten Großbaustelle am Nord-Ostsee-Kanal sei es in diesem Jahr gut vorangegangen, teilte der Leiter des Wasserstraßen-Neubauamts Nord-Ostsee-Kanal, Sönke Meesenburg, mit. Oberhalb des Wasserspiegels sei der Boden fast auf dem gesamten ersten Ausbauabschnitt zwischen Großkönigsförde und Schinkel im Kreis Rendsburg-Eckernförde ausgehoben. An der ersten Levensauer Hochbrücke laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Ersatzneubau der mehr als 125 Jahre alten Kanalquerung. (dpa)

 
 
 

 
 
Wie regelt sich der Verkehr der Stahlkolosse auf dem engen Kanal? Warum wird eine 5. Schleusenkammer gebaut
Von Frank BehlingCopyright Frank Behling KN online
In der Wik wird ein Schleusentor repariert. 2022 soll es fertig sein.
In der Wik wird ein Schleusentor repariert. 2022 soll es fertig sein. Quelle: Frank Behling
 
Kiel

Es war wieder eine Schrecksekunde. Als am Donnerstag ein Tanker das Schleusentor 1 mit seinem Wulstbug berührte, stand kurz wieder alles still. „Die Taucher waren unten. Der Schaden ist zum Glück nicht so groß. Das Tor kann weiter gefahren werden“, sagt Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal.

Nach zwei Havarien 2018 und 2020 gibt es in Holtenau keine Reserve-Tore mehr. Ein Tor liegt im Dock der Werft German Naval Yards, das andere an der Pier in der Wik. Die Arbeiten kommen nur langsam voran.

Noch im Frühjahr waren die Planer beim Kanalamt davon ausgegangen, dass beide Tore bis Ende 2021 wieder bei ihm an der Schleuse sein werden. Doch im Laufe des Jahres geriet der Zeitplan ins Wanken.

Ende 2022 wieder zwei Reservetore

„Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Tore 2022 einsatzbereit sein werden“, sagt Wittmüß. Konkrete Terminvorhersagen seien aber nicht möglich. Die Arbeiten an dem 2020 vom Frachter „Else“ gerammten Tor sind komplexer als erwartet. Und auch bei dem im Februar 2018 durch den Frachter „Akacia“ gerammten Schleusentor gab es 2021 Probleme. Die Insolvenz der Nobiskrug Werft habe hier auch Auswirkungen auf den Zeitplan gehabt, so der Amtsleiter.

Die Schleusen in Kiel-Holtenau haben insgesamt sechs jeweils rund 1000 Tonnen schwere Schiebetore. Vier werden für den zeitgleichen Betrieb der beiden großen Schleusenkammern benötigt. Je zwei Tore sind an der Fördeseite, zwei an der Kanalseite.

„Die Schleusentore sind die Achillesferse des Nord-Ostsee-Kanals. Wenn es hier zu Ausfällen kommt, dann trifft das den gesamten Kanal“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal, der Vereinigung von Unternehmen, Dienstleistern und Gemeinden am Kanal.

Durch den Ausfall der Schleusen werde das gesamte Investitionsprogramm für die Wasserstraße gefährdet. „Die 2,5 Milliarden in den Ausbau des Kanals machen nur Sinn, wenn auch die Schleusen voll einsatzbereit sind“, so Knudsen.

Die langen Wartezeiten auf die Fertigstellung der Ersatztore sieht er besonders kritisch. „Wir kommen jetzt wieder in die schwierigste Zeit des Jahres mit den Stürmen und viel Schiffsverkehr. Ohne Ersatztore wird da die Leistungsfähigkeit der gesamten Wasserstraße aufs Spiel gesetzt“, so Knudsen.

Keine neuen Ersatztore in Planung

Die seit fast zehn Jahren bestehenden Planungen für den Bau eines weiteren Schleusentores liegen aus Mangel an Haushaltsmitteln im Bundesverkehrsministerium auf Eis. Ob es jemals neue Ersatztore geben wird, ist ebenfalls unklar, da zunächst die neuen Berechnungen zum Hochwasserschutz und zum steigenden Meeresspiegel ausgewertet werden müssen.

Detlef Wittmüß vom Kanal-Amt ist aber ganz zuversichtlich, dass sich die Lage mit der Fertigstellung des ersten Ersatz-Schleusentores bei German Naval Yards im Frühjahr bereits entspannen könnte. Die Stahlbauabteilung der Nobiskrug-Werft war erst im November von der Bremerhavener Rönner Gruppe übernommen worden. Rönner soll jetzt die Arbeiten im Dock in Gaarden beenden.

Das zweite Reservetor wird in der Wik schwimmend am Kai repariert. Der von dem Frachter „Else“ beschädigte Teil des Tores wurde inzwischen freigelegt und mit einem Gerüst wetterfest eingehaust.

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Die Arbeiten sollen dort jetzt im Winter weitergehen. An die Schifffahrt hat der Amtsleiter nur den Appell, die vier verbliebenen Schleusentoren möglichst ohne weitere Havarien betriebsbereit zu halten


SOS für den Nord-Ostsee-Kanal, SPD-Bundestagsfraktion, Mittwoch, 19.  Februar, 18.30 Uhr, Torhaus
, Brunsbüttel. Anmeldungen: mathias-stein.wk@bundestag.de

Nord-Ostsee-Kanal: Ausbau kommt gut voran

2,6 Milliarden Euro werden in die Verbreiterung investiert / Große Pläne

 

 
Seit 2020 wird am östlichen Abschnitt des Kanals gebaut. Carsten Rehder/dpa

Michael Kierstein

Die Schiffe werden immer größer und breiter. Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) muss da mithalten. Deshalb werden etwa 2,6 Milliarden Euro investiert. Seit 2020 baut die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die Oststrecke zwischen Großkönigsförde und Holtenau deshalb in mehreren Bereichen aus. Nun wurde eine Bilanz für dieses Jahr gezogen.
„Bis zum Jahresende werden wir nahezu auf dem gesamten ersten Bauabschnitt zwischen Großkönigsförde und Schinkel den Trockenboden bis auf die Wasserhöhe des Nord-Ostsee-Kanals abgetragen haben“, sagt Projektleiter Georg Lindner vom Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) NOK. Im kommenden Jahr soll dann unter der Wasserlinie gebaggert werden.
Bisher wurden etwa eine Million Kubikmeter Erde bewegt. „Um diese großen Mengen zu bewältigen, kamen auf der Baustelle bis zu 15 Bagger, 35 Treckerdumper, mehrere Raupen und Radlader zum Einsatz“, so Lindner. Nebenbei wurden zudem alte Gebäude wie eine Hausmülldeponie in Schinkel beseitigt und etwa 9000 Kubikmeter belastete Erde entsorgt.
Noch in diesem Jahr soll der 500 Meter lange und zehn Meter hohe Erdwall an der A 210 fertig gestellt werden. Im Frühjahr soll er dann bepflanzt werden. Auch die Flächen in Schinkel, die für den Aushub benötigt wurden, sollen im kommenden Jahr wieder der Landwirtschaft zur Verfügung stehen.
Der Fokus wird jetzt langsam auf den nächsten Bauabschnitt zwischen Landwehr und Altwittenbek gelegt. Hier sollen die Vorbereitungen starten. Beispielsweise ist der rund ein Jahr dauernde Bau des temporären Anlegers für den Transport von abgebaggertem Boden und Baustoffen vorgesehen. Generell sei man in diesem Jahr beim Ausbau gut vorangekommen.

Von Frank Behling
In der Wik wird ein Schleusentor repariert. 2022 soll es fertig sein.
In der Wik wird ein Schleusentor repariert. 2022 soll es fertig sein. Quelle: Frank Behling
 
Kiel

Es war wieder eine Schrecksekunde. Als am Donnerstag ein Tanker das Schleusentor 1 mit seinem Wulstbug berührte, stand kurz wieder alles still. „Die Taucher waren unten. Der Schaden ist zum Glück nicht so groß. Das Tor kann weiter gefahren werden“, sagt Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal.

Nach zwei Havarien 2018 und 2020 gibt es in Holtenau keine Reserve-Tore mehr. Ein Tor liegt im Dock der Werft German Naval Yards, das andere an der Pier in der Wik. Die Arbeiten kommen nur langsam voran.

Noch im Frühjahr waren die Planer beim Kanalamt davon ausgegangen, dass beide Tore bis Ende 2021 wieder bei ihm an der Schleuse sein werden. Doch im Laufe des Jahres geriet der Zeitplan ins Wanken.

Ende 2022 wieder zwei Reservetore

„Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Tore 2022 einsatzbereit sein werden“, sagt Wittmüß. Konkrete Terminvorhersagen seien aber nicht möglich. Die Arbeiten an dem 2020 vom Frachter „Else“ gerammten Tor sind komplexer als erwartet. Und auch bei dem im Februar 2018 durch den Frachter „Akacia“ gerammten Schleusentor gab es 2021 Probleme. Die Insolvenz der Nobiskrug Werft habe hier auch Auswirkungen auf den Zeitplan gehabt, so der Amtsleiter.

Die Schleusen in Kiel-Holtenau haben insgesamt sechs jeweils rund 1000 Tonnen schwere Schiebetore. Vier werden für den zeitgleichen Betrieb der beiden großen Schleusenkammern benötigt. Je zwei Tore sind an der Fördeseite, zwei an der Kanalseite.

„Die Schleusentore sind die Achillesferse des Nord-Ostsee-Kanals. Wenn es hier zu Ausfällen kommt, dann trifft das den gesamten Kanal“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal, der Vereinigung von Unternehmen, Dienstleistern und Gemeinden am Kanal.

Durch den Ausfall der Schleusen werde das gesamte Investitionsprogramm für die Wasserstraße gefährdet. „Die 2,5 Milliarden in den Ausbau des Kanals machen nur Sinn, wenn auch die Schleusen voll einsatzbereit sind“, so Knudsen.

Die langen Wartezeiten auf die Fertigstellung der Ersatztore sieht er besonders kritisch. „Wir kommen jetzt wieder in die schwierigste Zeit des Jahres mit den Stürmen und viel Schiffsverkehr. Ohne Ersatztore wird da die Leistungsfähigkeit der gesamten Wasserstraße aufs Spiel gesetzt“, so Knudsen.

Keine neuen Ersatztore in Planung

Die seit fast zehn Jahren bestehenden Planungen für den Bau eines weiteren Schleusentores liegen aus Mangel an Haushaltsmitteln im Bundesverkehrsministerium auf Eis. Ob es jemals neue Ersatztore geben wird, ist ebenfalls unklar, da zunächst die neuen Berechnungen zum Hochwasserschutz und zum steigenden Meeresspiegel ausgewertet werden müssen.

Detlef Wittmüß vom Kanal-Amt ist aber ganz zuversichtlich, dass sich die Lage mit der Fertigstellung des ersten Ersatz-Schleusentores bei German Naval Yards im Frühjahr bereits entspannen könnte. Die Stahlbauabteilung der Nobiskrug-Werft war erst im November von der Bremerhavener Rönner Gruppe übernommen worden. Rönner soll jetzt die Arbeiten im Dock in Gaarden beenden.

Das zweite Reservetor wird in der Wik schwimmend am Kai repariert. Der von dem Frachter „Else“ beschädigte Teil des Tores wurde inzwischen freigelegt und mit einem Gerüst wetterfest eingehaust.


 
 

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Von Frank Behling
Volle Schleusen in Kiel-Holtenau gibt es zur Zeit fast jeden Tag.
 
 
Kiel

Im Juli 2020 steckte der Nord-Ostsee-Kanal in der größten Krise der Nachkriegszeit. Die Zahl der Schiffe war zum Teil um bis zu 30 Prozent eingebrochen. Ursachen waren die Corona-Pandemie und die gleichzeitig eingebrochenen Ölpreise.

Deshalb verzichtete das Bundesverkehrsministerium ab August 2020 auf die Erhebung der Befahrungsabgaben. Sie machen etwa 20 bis 25 Prozent der Kosten aus, die ein Reeder für die Passage seines Schiffes zahlen muss.

Verkehr auf dem Kanal wieder stabilisiert

Wie ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mitteilt, konnte der Verkehr mit der Aussetzung der Befahrungsabgaben auf dem Kanal wieder stabilisiert werden. Deshalb sollen die Abgaben für das Befahren des Nord- Ostsee-Kanals ab dem 1. Januar 2022 wieder erhoben werden.

„Es ist natürlich schön, wenn noch mehr Anreize geschaffen werden, den Kanal zu nutzen. Wir haben aber gemeinsam festgelegt, dass für die Dauer der Pandemie und niedriger Bunkerpreise die Befahrungsabgabe gesenkt wird“, so Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

Inzwischen haben sich die Frachtraten und die Ladungsmengen im Seeverkehr wieder erholt und die Transportmengen liegen bereits wieder über den Werten von 2019. „Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Bund die Befahrungsabgabe auch wieder erhebt“, so Buchholz.

Im September lag die Zahl der Schiffe laut Ministerium um 10,5 Prozent über dem Niveau vom September 2019. Bei der Ladung wurde im September ein Zuwachs von 4,4 Prozent gegenüber dem September 2019 erreicht.

Initiative Kiel-Canal hatte auf Übergangslösung gehofft

Die Initiative Kiel-Canal hatte bis zuletzt auf eine Übergangslösung gehofft. „Eine Tarifsteigerung von null auf auf 100 Prozent wird wie ein Schock für den NOK wirken“, sagte Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initative.

Die Initiative hatte im Vorwege einen Vorschlag gemacht. „Langfristig ist ein flexibles Abgabensystem, welches auf veränderte Treibstoffkosten für Schiffe reagiert, eine sehr sinnvolle und überfällige Lösung“, so Knudsen.

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Foto: Privat Willy Thiel Copyright

Familien erkunden die Schleusen

Brunsbüttel Die Schleusenanlage am Nord-Ostsee-Kanal ist komplex. Daher bieten die Schleusenführer einen Rundgang für Familien mit Kindern zwischen Vorschulalter und zwölf Jahren an, der auf kindgerechte Weise die Funktion der Anlage erklärt. Diese Führung dauert zwischen 70 und 90 Minuten, die Strecke ist rund einen Kilometer lang. GDie nächste Tour beginnt Sonnabend, 3. August, um 14 Uhr an der Tourist-Info. rp

Koen: 3,50 Euro/Person. Anmeldung: 04852/391186.

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Von Frank Behling
Das seeseitige Tor der Südschleuse wurde am Montag durch ein Frachtschiff gerammt.
Das seeseitige Tor der Südschleuse wurde am Montag durch ein Frachtschiff gerammt. Quelle: Frank Behling
 
Kiel

Schrecksekunde auf der Holtenauer Schleuse. Ein Frachtschiff ist am Montag wegen eines technischen Fehlers gegen ein Schleusentor der großen Südkammer gefahren. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand, wie die Polizei Kiel auf Anfrage bestätigt.

Die Höhe des Sachschadens muss derzeit noch durch Gutachter ermittelt werden. Sie könnte aber wegen der sehr komplexen Konstruktion im sechsstelligen Bereich liegen.

Der 87 Meter lange Frachter „Wings“ war nach der Kanalpassage am Montag um 5.17 Uhr mit seinem Wulstbug unter der Wasserlinie gegen das geschlossene Tor Nummer 6 gefahren. Das Schiff wollte den Kanal in Richtung Ostsee verlassen.

Das in Antigua und Barbuda registrierte Frachtschiff kam aus Großbritannien und ist auf der Reise nach Polen. Nach der Havarie musste der Frachter aber zur Untersuchung durch Wasserschutzpolizei und Berufsgenossenschaft bei der Lindenau Werft in Kiel festmachen.

Steuerkonsole ließ sich nicht bedienen

Als Ursache der Kollision wird ein Fehler in der Umschaltung der Steuerkonsolen auf der Brücke vermutet, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Kiel mitteilt. So sei es der Besatzung nicht gelungen, das Schiff von der Steuereinheit der Brückennock aus zu fahren. Da die „Wings“ zu dem Zeitpunkt bereits sehr langsam war, prallte sie mit der Restfahrt von etwa einem Knoten Geschwindigkeit gegen das seeseitige Schleusentor.

Wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau auf Anfrage mitteilt, wurden unter Wasser einige Stahlplatten verbeult und Nietverbindungen beschädigt. Wann dieser Schaden repariert werden kann, ist noch unklar. „Das Tor lässt sich aber weiter fahren und die Schleusenkammer kann genutzt werden“, so der Sprecher.

Für die Schleuse in Kiel-Holtenau gibt es seit einem Jahr kein Reservetor mehr, da zwei Tore nach Havarien immer noch in der Reparatur sind. Erschwert wird die Reparatur durch die Insolvenz bei der Nobiskrug-Werft, deren Stahlbauabteilung die Tore reparieren sollte.

Brunsbüttels Schleuse seit Dienstag wieder voll nutzbar

Gute Nachrichten gibt es derweil aus Brunsbüttel. Dort sind Reparaturarbeiten an der großen Nordschleuse zwei Tage früher als geplant beendet worden. Damit stehen der Schifffahrt in Brunsbüttel wieder alle vier Schleusenkammern zur Verfügung.

Der Newsletter der Kieler Lokalredaktion
 
https://www.ardmediathek.de/video/die-nordstory/durch-den-nord-ostsee-kanal-seefahrt-unter-druck/ndr-fernsehen/Y3JpZDovL25kci5kZS9mYTQ2YTQ4Yi0wNzMzLTQ1MTEtODM0ZS01ZDhhNjE1ZDFmMDM/
Super Video NOK
 
https://www.ndr.de/nachrichten/info/Nord-Ostsee-Kanal-Bau-der-fuenften-Schleusenkammer-in-Brunsbuettel,ndrinfo17172.html?fbclid=IwAR3SnfsVSNu0266cW1VDEWqcJbxkCtTNSu3VEKq1CGAKTpGXpKVHV6jO210

Schleusenkammer in Brunsbüttel

Sendung: NDR Info | 11.05.2021 | 14:00 Uhr 2 Min | Verfügbar bis 18.05.2021

1,2 Milliarden Euro kostet das Projekt – es ist eine der größten Wasserbaustellen Europas. Fünf Jahre Bauzeit sind geplant.

Der Nord-Ostsee-Kanal wird zukünftig nur noch von einem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt betrieben.

 

 
NordOstseeKanal
Künftig weniger oder mehr Schiffsverkehr?

Noch vor knapp einem Jahr waren die Fachleute im Ressort von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer davon ausgegangen, dass der NordSüdVerkehr in der Nordsee vor allem auf der Route 9 auch wegen einer Abkehr der Reedereien vom NordOstseeKanal steigen wird. „Durch die aktuelle Veränderung der Logistik der Containerliniendienste – weniger Verkehr durch den NordOstseeKanal zur Vermeidung des Umladens von Containern, Zunahme des Verkehrs in Richtung Skagerrak – steigt die verkehrliche Relevanz von SN 9 weiter an“, hatte das Ministerium in einer Stellungnahme zum neuen Raumordnungsplan für die Nordsee erklärt. Damit beschrieben die Fachleute die Tendenz, dass immer mehr Reedereien ihre Fracht von den großen Containerfrachtern direkt in die Häfen bringen lassen statt sie in großen Seehäfen auf kleinere Feederschiffe zu verladen, die sie dann weiter verteilen. Und für ContainerRiesen ist der Kanal zu klein.

Inzwischen aber revidiert Scheuers Ressort die Prognose für den Kanal. „Von einem Rückgang des Verkehrs kann derzeit nicht ausgegangen werden“, lässt der CSUMinister mitteilen. So stieg die Ladungsmenge im ersten Halbjahr 2021 um 15 Prozent und die Zahl der passierenden Schiffe um 9 Prozent. „Die wachsenden Umschlagsmengen in den deutschen Seehäfen wirken sich hier positiv aus“, sagt ein Ressortsprecher. Die Vorteile des NOK lägen auf der Hand: „Weniger Kosten, weniger Fahrtzeit und weniger CO2.“ Nicht zuletzt würden die Aussetzung der Kanalgebühren, der hohe Ölpreis und verlässliche Schleusen „dazu beitragen, dass die Reeder und Schiffscharterer den NordOstseeKanal im Vergleich zur Skagenroute bevorzugt wählen“.
bg

Brunsbüttel Digital

Der Motor läuft wieder

 

Die Erholung setzt sich fort: Der Nord-Ostsee-Kanal verzeichnet nach den Corona-Folgen in den ersten Quartalen 2020 weiter steigende Umschlagsmengen. Auch Brunsbüttel Ports zeigt sich zufrieden. Copyright Boysens Medien

Die Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf. Das ist nicht nur auf dem Nord-Ostsee-Kanal spürbar. Auch die Brunsbütteler Häfen merken den Aufschwung. Foto: Westküsten-News

Nord-Ostsee-Kanal: Mehr Schiffe und mehr Ladung


Kiel Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist auf Erholungskurs. Das geht aus der Halbjahresbilanz hervor, die die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) gestern herausgegeben hat. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres fast 42 Millionen Tonnen Ladung von 13 429 Schiffen durch die wichtigste Wasserstraße des Landes transportiert. Bei der Ladung macht das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 14,5 Prozent. Bei den Schiffen waren es 8,8 Prozent mehr.
„Die wieder ansteigenden Umschlagsmengen in den deutschen Seehäfen wirken sich auch positiv auf den Nord-Ostsee- Kanal aus. Das Frachtaufkommen in der Nord-Ostsee-Schifffahrt ist hoch“, sagt Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion. Auch die verlässlichen Schleusen und die Aussetzung der Befahrungsabgabe haben dazu geführt, dass die Reeder den Kanal wieder mehr nutzen.
An der Entwicklung lässt sich zudem eine positive Prognose ablesen. So war das zweite Quartal stärker als das erste, und der erfolgreichste Monat war der letzte, der untersucht wurde. Im Juni nämlich wurden Zuwächse bei den Ladungsmengen von 43,9 Prozent und bei der Schiffsanzahl um 32,9 Prozent registriert.
Im Corona-Jahr 2020 hatte der Kanal mit herben Einbußen zu kämpfen. Sowohl die Anzahl der Schiffe als auch die Menge der transportierten Ladung waren deutlich gesunken. Insgesamt passierten im vergangenen Jahr nur 25 247 Schiffe den NOK (-12,3 Prozent im Vergleich zu 2019). Diese transportierten gut 73,8 Millionen Tonnen Ladung. Das entsprach einem Minus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Die aktuell anhaltenden Erholungstendenzen der Weltwirtschaft und die der europäischen Volkswirtschaften lassen die Hoffnung zu, dass sich auch das Seeverkehrsaufkommen an den europäischen Küsten weiterhin positiv entwickeln wird“, sagt Jörg Heinrich, Leiter der Unterabteilung Seeschifffahrt in der GDWS. Vom Rekordjahr 2008 ist man dennoch weit entfernt. Damals wurden 105 Millionen Tonnen Ladung über den Kanal befördert.

In der Nacht zum Dienstag ist es in Brunsbüttel zu einer Kollision eines Containerschiffes mit der Schleusenanlage gekommen. +
In der Nacht zum Dienstag ist es in Brunsbüttel zu einer Kollision eines Containerschiffes mit der Schleusenanlage gekommen. + Quelle: Carsten Rehder/dpa

In der Nacht zum Dienstag ist es in Brunsbüttel zu einer Kollision eines Containerschiffes mit der Schleusenanlage gekommen. Sowohl an dem Fahrzeug als auch an der Schleuse entstanden Schäden, der Betrieb der Schleuse lief weiter, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. Um 1.27 Uhr geriet den Angaben zufolge die 177 Meter lange, unter der Flagge China (Hong Kong) fahrende „Delphis Bothnia“ während des Ausfahrens aus der Schleusenanlage Brunsbüttel mit dem Heck der Steuerbordseite gegen die Tor-Nische des ehemaligen Mitteltores. Hierdurchentstand an der Schleusenanlage ein Sachschaden.

Betrieb der Schleuse konnte weiterlaufen Copyright KN danke Frank Behling

„Nach Angaben der vor Ort befindlichen Festmacher waren an dem Schiff ebenfalls deutlicheFarbabschürfungen im Bereich des Hecks auf der Steuerbordseite zu erkennen“, sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Wasserschutzpolizei Hamburg wird nun eine genaue Unfalluntersuchung durchführen.Der Betrieb der Schleusenanlage war durch die Kollision nicht beeinträchtigt, hieß es.

Von RND/pat

 
 
 
 



mks

Kanal-Schleuse Kiel: Arbeit ohne Ersatz-Tor

Noch diesen Sommer sollte eine Pforte repariert sein / Zeitplan verschoben


Kiel Von sechs Toren, die an der Kieler Schleuse vorrätig sind, sind nur drei nicht beschädigt. Die Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal ist mit vier Toren bestückt. Zwei gleichwertige liegen normalerweise als Ersatz bereit. Diesen Ersatz gibt es nun vorrübergehend nicht mehr. Ein leicht beschädigtes Tor ist sogar weiterhin im Einsatz, da zwei Tore gar nicht zu gebrauchen sind.
„Eins liegt hier in Kiel-Holtenau und das andere bei German Naval Yards zur Reparatur“, so ein Sprecher der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Das Problem: Das Tor, das in der Kieler Werft liegt, wird neuesten Schätzungen nach erst im März 2022 fertig. Eigentlich sollte es in diesem Sommer wieder eingesetzt werden können. Grund dafür ist, dass die Reparaturen aufwendiger sind, als zunächst gedacht. Das Tor, das in Holtenau liegt, könnte Ende dieses Jahres wieder einsatzbereit sein. Mehrkosten sollen durch diese Verzögerung nicht entstehen.
Das bedeutet auch, dass bis mindestens Ende dieses Jahres kein Ersatz zur Verfügung steht, sollte es erneut zu einer Havarie kommen. Eines der vier Tore, die momentan in der Schleuse verbaut sind, ist zudem ebenfalls beschädigt. Dieses wurde im März von der „Wilson Goole“ gerammt. Das Tor ist allerdings weiterhin einsetzbar.
Das große Problem: Aktuell hat die Schleuse keinen Ersatz mehr und das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Sollte es zu einem schweren Unfall kommen, kann es sein, dass eine Kammer nicht mehr arbeitsfähig wäre.

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https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/wirtschaft/Bau-der-fuenften-Schleusenkammer-Eine-Ramme-schwebt-ueber-dem-Kanal-id32497647.html?r=push

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http://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/2228/article/1412011/3/1/render/?token=97f08cd6d77ebb5f90e8723005d7fc8f&vl_app_id=de.shzmain.areader&vl_app_version=9.0.2&vl_platform=android&

 

 

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Mit höchster Präzision durch den Kanal

Bei einer Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal ist volle Konzentration gefragt. Geraten Frachter oder Kreuzfahrer nur fünf Meter ab vom Kurs, laufen sie auf Grund. In keinem Kanal der Welt ist es für sie so eng. Um Unfälle zu verhindern, müssen alle großen Schiffe beim Einlaufen in Holtenau oder Brunsbüttel einen Kanalsteurer mit an Bord nehmen – einen wie Malte Bickel.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Aljoscha Leptin

Wenn das Diensthandy von Malte Bickel klingelt, weiß er: In einer Stunde wird er ein bis zu 230 Meter langes Schiff durch den Nord-Ostsee-Kanal steuern. Um was für ein Schiff es sich handelt und ob er schon jemals an Bord des jeweiligen Fahrzeugtyps gewesen ist, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er macht sich von seinem Wohnort Eckernförde auf nach Kiel, geht in der Schleuse Holtenau an Bord und übernimmt das Ruder. Malte Bickel ist einer von 105 Kanalsteurern auf dem NOK. Ihre Aufgabe ist es, alle großen Schiffe, die durch den Kanal wollen, sicher durch die knapp 100 Kilometer lange künstliche Wasserstraße zu befördern.
Der Kanal sieht auf den ersten Blick geräumig aus: Rund 100 Meter beträgt die Breite an den schmalsten Stellen. Doch was man nicht sieht: Das Kanalbett, der Bereich mit einer Tiefe von elf Metern, ist auf der Oststrecke nur 44 Meter breit. Und die größten Schiffe haben eine Breite von 32 Metern. Dann bleibt nur ein Spielraum von rund fünf Metern auf jeder Seite, um nicht auf Grund zu laufen, so Klaus Peter Molter, Vorsitzender des Vereins der Kanalsteurer. In keinem anderen Kanal der Welt ist es so eng. Und das Verkehrsaufkommen ist enorm: Rund 30 000 Passagen werden pro Jahr gezählt.
In der Regel sind die Schiffe, die die Kanalsteurer durch den Kanal bringen, zwischen 100 und maximal 230 Meter lang. Gesteuert werden die riesigen Pötte oft mittels eines kleinen Joysticks. Einige haben auch ein Steuerrad, meist kleiner als das Lenkrad in einem Auto, berichtet Malte Bickel. Und wie schafft man es, das Schiff von der Böschung fern zu halten? Eine Orientierungshilfe bietet ein Licht, das vorn am Schiffsmast befestigt ist. Doch oftmals befinden sich hoch gestapelte Container oder Kräne an Bord, die den Blick nach vorn versperren.
Die Kanalsteurer orientieren sich an den Lampen, die sich links und rechts am Kanalufer im Abstand von 250 Metern befinden. Vergleichsweise leicht fällt die Orientierung, wenn der Steuerstand sich genau in der Schiffsmitte befindet, erklärt Bickel. Dann muss er nur darauf achten, dass die vorbeiziehenden Lichter den Rahmen des linken Fensters im gleichen Moment erreichen wie den des rechten. Dann befindet das Schiff sich in der Kanalmitte.
Doch was ist in den Kurven? Hier kommt der Erfahrungsschatz der Kanalsteurer zum Tragen, die jede Krümmung der Wasserstraße im Kopf abgespeichert haben. Doch auch für sie sind die Kurven immer wieder eine Herausforderung – weil jedes Schiff auf Lenkbewegungen unterschiedlich stark reagiert.
Wenn ein anderes Schiff entgegenkommt oder sich Segel- und Motorboote neben dem Schiff befinden, kann es knifflig werden – zumal der Kanalsteurer diese oftmals gar nicht sieht, weil die Ladung im Weg ist. Daher ist es unerlässlich, dass er von einem Lotsen unterstützt wird. Dieser hat zum einen das Radar im Blick und sieht so, wenn ein Schiff entgegenkommt. Zum anderen kann er den Kanalsteurer warnen, wenn sich beispielsweise ein Segler direkt neben dem Schiff befindet.
Der Lotse ist zudem mit der Verkehrslenkung in Kontakt – und weiß daher, wann das Schiff an einer Weiche stoppen muss. Im Kanal gibt es insgesamt elf Weichen. An diesen Stellen ist die Wasserstraße breiter. Fahren zwei große Schiffe aufeinander zu, muss eines von ihnen an der Weiche auf das andere warten. Dort können sie dann aneinander vorbeifahren. Außerdem betätigt der Lotse den Schubhebel, bestimmt also, wie schnell das Schiff fährt. „Der Kanalsteurer macht links und rechts. Der Lotse vor und zurück“, fasst Molter die Aufgabenverteilung zusammen.
Besonders gut muss das Zusammenspiel zwischen Kanalsteurer und Lotse bei schlechter Sicht sein, etwa bei Nebel. Aufs Auge kann man sich dann nicht mehr verlassen. Ähnlich wie ein Rallyebeifahrer dem Piloten die nächste Kurve ansagt, läuft es dann auch auf der Kommandobrücke. Der Lotse informiert den Kanalsteurer, wann die nächste Kurve kommt, und gibt die Kurse an.
Die Anfangszeit des Kanals war geprägt von Kollisionen. Es gab zwar Lotsen, aber das reichte nicht: Auf jeder 20. Passage gab es einen Unfall. Schnell wurde die Forderung laut, dass nur noch Experten, die den Kanal wie ihre Westentasche kennen, die Schiffe durch die Wasserstraßen lenken sollen – die Geburtsstunde der Kanalsteurer. 1908 wurde der Verein der Kanalsteurer gegründet, in dem die Mitglieder sich selbst verwalten. Sie unterliegen jedoch der Aufsicht durch die Behörde. Schiffe mit einem Tiefgang von mehr als 6,1 Meter müssen aktuell verpflichtend einen Kanalsteurer an Bord nehmen. Bei besonders großen Pötten gehen sogar zwei Kanalsteurer an Bord.
Die Unfallquote ist im Vergleich zur Anfangszeit drastisch gesunken. Malte Bickel ist seit 2012 dabei und war bislang noch an keinem Unfall beteiligt. Auf Höhe Sehestedt war es jedoch schon einmal richtig knapp: Bei der Einfahrt in eine Kurve fiel plötzlich die Ruderanlage aus, Lenken war nicht mehr möglich. Schnelles Handeln des Kapitäns und des Lotsen haben Schlimmeres verhindert. Damit in solch kritischen Situationen alles glatt geht, trainieren Lotsen und Kanalsteurer Szenarien dieser Art regelmäßig gemeinsam in einem Simulator in Flensburg.
Malte Bickel war ursprünglich bei der Marine. Anschließend machte er sein Kapitänspatent in Flensburg. Nachdem er eine Zeit lang neue U-Boote bei der HDW Probe gefahren ist, fuhr er Passagierfähren bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei. Von einem Bekannten wurde er dann auf den Job als Kanalsteurer aufmerksam gemacht. Mit der Arbeit ist er sehr glücklich: „Es ist ein Job jenseits von allen Schreibtischen, Bürokratie und Regelmäßigkeit“. Dafür erfordert die Tätigkeit Flexibilität. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann Bickel einen Anruf erhalten und auf ein Schiff bestellt werden. 23 Tage am Stück ist er im Dienst und stets abrufbereit. Danach hat er sieben Tage frei. Die Kanalsteurer sind in ihrem Verein eigenständig organisiert.
Der Nachteil: Es gibt kein planbares Gehalt. Wie viel er im kommenden Monat verdienen wird, weiß er jetzt noch nicht, berichtet Bickel. Das hängt ganz vom Schiffsaufkommen ab, und das kann zum Teil stark variieren. Ist der Ölpreis beispielsweise besonders niedrig, nehmen viele Kapitäne einen Umweg über Dänemarks Nordspitze in Kauf und sparen sich die Kosten für die Kanalpassage. Rund 1000 Euro kostet es, wenn ein Kanalsteurer einen 120-Meter-Pott durch die Wasserstraße befördern soll. Hinzu kommen Kosten für die Lotsen und weitere Gebühren.

 

 

 

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals kommt voran

14.06.2021, 13:42 Uhr | dpa

 
Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals kommt voran. Nord-Ostsee-Kanal

Der Tanker „Selenka“ fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Ostsee. Foto: Carsten Rehder/dpa (Quelle: dpa)

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Im Minutentakt rollen Trecker an und laden aus Muldenkippern Erde ab zwischen dem Flemhuder See und der Autobahn 210 bei Achterwehr. 200 bis 300 Touren täglich kommen hier zusammen. In den nächsten Monaten wird hier ein 100 mal 50 Meter großer und mehr als 120.000 Kubikmeter umfassender Erdwall wachsen, errichtet aus Material, das beim Ausbau des nahen Nord-Ostsee-Kanals anfällt.

Zwischen Kiel und Rendsburg werden derzeit also gewaltige Erdmengen bewegt. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von voraussichtlich rund acht Monaten“, sagte Projektleiter Georg Lindner am Montag im Blick auf den künftigen Erwall. Dieser soll eine Höhe von 18 Metern über dem Meeresspiegel erreichen und bepflanzt werden. Die Erde stammt aus der bisherigen Kanalböschung. Die rund 100 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel wird auf der sogenannten Oststrecke verbreitert, und die Radien enger Kurven werden vergrößert, damit große Schiffe den Kanal leichter befahren können.

Das 500 Millionen Euro teure Vorhaben soll bis 2030 abgeschlossen werden. Die Arbeiten im ersten Abschnitt – dieser kostet 120 Millionen Euro – zwischen Großkönigsförde und Schinkel liegen nach Angaben des Wasserstraßen-Neubauamtes gut im Zeitplan. Rund 1,4 Millionen Kubikmeter Erde fallen hier an. Trockenes Material von den Kanalböschungen landet ansonsten auch auf Agrarflächen in Kanalnähe.

„Eine Besonderheit besteht darin, dass aus Gründen der Standfestigkeit des Erdwalls nur statisch geeigneter Boden eingebaut werden darf“, erläuterte Lindner. Hier wurde auch Messtechnik installiert. Diese überwacht zum Schutz der nahen Autobahn die Arbeiten und mögliche Veränderungen am künftigen Erdwall.

Sobald die Trockenbaggerarbeiten beendet sind, kann der Boden unter der Wasserlinie des Kanals abgebaggert werden. Was dort herausgeholt wird, werden Schuten – sofern das Material nicht belastet ist zum Beispiel durch Diesel – in ein Ostsee-Gebiet rund zehn Kilometer östlich der Halbinsel Schwansen bringen und dort ins Meer verklappen.

Der Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Nachdem er lange vernachlässigt wurde, werden jetzt auch die Schleusen in Brunsbüttel und Kiel erneuert und die alte Levensauer Hochbrücke bei Kiel ersetzt.

Der Verkehr auf dem Kanal war schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die Ladungsmenge der Schiffe betrug 2019 noch 83,5 Millionen Tonnen, nachdem es im Spitzenjahr 2008 rund 105 Millionen Tonnen waren. Im vergangenen Jahr sanken die Zahlen coronabedingt noch weiter. 2020 fiel die Ladungsmenge auf noch gut 73,8 Millionen Tonnen, 11,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Schiffe sank um 12,3 Prozent auf 25.247.

In welchem Maße es nach der Pandemie wieder aufwärts geht, ist offen. Der Bund setzt darauf, dass der Ausbau der Oststrecke und die Modernisierung der Schleusenanlagen die nach acht Jahren Bauzeit 1895 eröffnete künstliche Wasserstraße zukunftsfest machen werden. Die Investitionen zumindest sind enorm: „Alles in allem 2,6 Milliarden Euro steckt der Bund in den nächsten Jahren in den Ausbau und Erhalt des Kanals“, hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Oktober vorigen Jahres gesagt.

 

Schwimmkran in Brunsbüttel : Mit Video: Bau der fünften Schleusenkammer: Eine Ramme schwebt über dem Kanal

von Kay Müller 07. Juni 2021, 18:21 Uhr

Anfahrt auf die Baustelle: Der Schwimmkran hat die Ramme am Halen und bringt sie zur Schleuseninsel.

– Quelle: https://www.shz.de/32497647 ©2021

 

Anfahrt auf die Baustelle: Der Schwimmkran hat die Ramme am Halen und bringt sie zur Schleuseninsel.

Wasser-Baustelle am Nord-Ostsee-Kanal: Für den Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel wird schweres Gerät benötigt.

Brunsbüttel | „Enak“ schwächelt. Am Ende dauert es fast vier Stunden länger als geplant bis der Schwimmkran mit dem seltenen Namen die zwei insgesamt 240 Tonnen schweren Arbeitsplattformen auf die größte Wasser-Baustelle Deutschlands gehievt hat. Die Stahlseile quietschen etwas, als sich die schwere Last langsam dort absenkt wo einmal ein neues Schleusentor den Sch…

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die große grüne Ramme genau auf die Schienenkonstruktion einpassen können.

Ein paar Meter weiter steht mit weißem Helm und orangener Jacke Andreas Beutel-Scholz. „Das ist schon ein Meilenstein für uns“, sagt der Projektleiter für den Neubau der fünften Schleusenkammer am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel. Schon wegen dieses Jobs ist er mit Verzögerungen vertraut. Denn eigentlich sollte die fünfte Kammer längst fertig sein, doch weil es Schwierigkeiten mit dem Baugrund und der Kampfmittelbeseitigung gab, verzögert sich der Bau. Nun soll er Ende 2026 fertig sein – fünf Jahre später als ursprünglich geplant. „Ich bin jetzt sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen“, sagt Beutel-Scholz.

Leitet das Projekt für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung: Andreas Beutel-Scholz.

Marcus Dewanger
Leitet das Projekt für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung: Andreas Beutel-Scholz.

Kosten haben sich mehr als verfünffacht

Die Kosten für den Bau der neuen, 360 Meter langen und 45 Meter breiten, großen Kammer sind in den vergangenen Jahren explodiert – nach Auseinandersetzung mit den ausführenden Firmen soll der gesamte Schleusenneubau jetzt bei 1,2 Milliarden Euro liegen. In den ursprünglichen Planung von 2009 waren es noch 273 Millionen.

Blick von oben: Die Plattform wird eingesetzt.

Vielleicht auch deshalb will die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an dem Tag, an dem die große Arbeitsplattform eingesetzt wird, zeigen, dass es auf der Baustelle vorangeht. Blöd nur, dass Schwimmkran „Enak“ nicht richtig auf Touren kommt. Probleme mit den Winden und den Stahlseilen halten ihn auf. Dabei ist das Wetter ideal. Es weht nur eine ganz leichte Brise, das Wasser auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist ruhig, es regnet nicht.

50 Meter lange Pfähle stabilisieren die Baugrube

Es könnte alles so leicht sein, die Arbeitsbühnen vom Südufer des Kanals die wenigen Meter auf die Baustelle zu bringen. „Aber das ist eben ein sehr spezieller Job“, sagt der Projektleiter, der direkt an der Baugrube steht. Er deutet mit dem Finger auf die Spundwände unter ihm. Dort soll die gigantische Ramme ab nächster Woche 20 je 50 Meter lange Pfähle schräg in den Untergrund setzen. „Das soll in 20 Tagen erledigt sein“, sagt Beutel- Scholz. Passiere das eben nicht rechtzeitig, könne man mit anderen Arbeiten nicht weiter machen. „Das ist kein Beinbruch und aufzuholen“, glaubt der Ingenieur – aber er hätte es natürlich lieber, dass alles klappt.

Margret Kiosz

Kaputte Schleusentore, Kollisionen auf der 90 Kilometer langen Strecke zwischen Kiel und Brunsbüttel und lange Sanierungszeiten: Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wird in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung häufig nur als ein Problemfall registriert. Dabei transportieren in normalen Jahren rund 30 000 Schiffe etwa 90 Millionen Tonnen Güter durch den NOK. Im Auftrag der Initiative Kiel Kanal hat das Institut für Weltwirtschaft (IFW) jetzt nachgerechnet, was die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt an Nutzen bringt. Demnach sorgt der NOK durch Reduktion der Handelskosten für Exporteure und Importeure jährlich für einen positiven Wohlfahrtseffekt von 570 Millionen Euro für Deutschland. In ganz Europa betrage der Effekt sogar eine Milliarde Euro. Dänemark und Schweden profitieren mit 87 beziehungsweise 88 Millionen Euro.
„Güterproduzenten, verladende Wirtschaft, Hafenbetreiber und Konsumenten ziehen ebenfalls einen Nutzen aus dem NOK“ , betonte Studienautor Vincent Stamer. „Beschäftigungseffekte entstehen nicht nur für regionale Industriestandorte wie den ChemCoast Park Brunsbüttel, der direkt 4500 Menschen beschäftigt, sondern für Deutschland insgesamt.“
Die Kieler Forscher reagierten auch auf die Beanstandungen des Bundesrechnungshofs. Der mahnt seit Jahren an, die Befahrungsabgaben für den NOK endlich um ein Drittel anzuheben, da die Gebühren kostendeckend sein müssten und gebühreninduzierte Einnahmeverluste durch weniger Passagen nicht zu befürchten seien. Stamer zeigt jedoch, dass diese Annahme nicht stimmt: Vielmehr senken die Transitkosten für alle Schiffstypen deutlich die Wahrscheinlichkeit, den Kanal zu passieren. Eine Verdoppelung der Gesamtkosten würde im Durchschnitt zu einer Reduktion der Passagen um 20 Prozent führen. Eine Erhöhung des Bunkerpreises hingegen begünstigt tendenziell die Befahrung des NOK, weil Schiffe dann aus Kostengründen die Route rund Skagen meiden. Die Autoren regen an, die bislang nur an die Schiffsgröße gekoppelten Abgaben flexibler zu gestalten: Bei sinkenden Treibstoffkosten sollte auch das Nutzungsentgelt sinken, damit die Abkürzung durch den Kanal finanziell attraktiv bleibt.
Solch ein Vorgehen wäre auch für die anderen deutschen Nord-und Ostseehäfen von Vorteil – besonders für Hamburg. Der Grund: Fährt ein Schiff durch den Nordostseekanal steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hafen in Hamburger, Wilhelmshafen oder Bremerhaven angesteuert wird, statt Häfen der Niederlande und Belgiens. „Nicht zuletzt reduziert eine Passage durch den NOK auch Treibhausgasemissionen der Frachtschiffe und generiert somit positive, aber bisher nicht quantifizierte Gesamteffekte für die Umwelt“, betont Stamer. Das IfW geht in seinen Berechnungen von 783 000 Tonnen CO2 aus, die wegen der um rund 250 Seemeilen kürzeren Ost-West-Strecke durch den Kanal vermieden würden.
Für die Studie wurden AIS-Daten (Automatic Identification System) auf den Schiffahrtsrouten ausgewertet und analysiert, wann Frachtschiffe den NordOstsee-Kanal passieren oder die Alternativroute um Dänemark wählen. Auch wenn di Kanalpassagen pandemiebedingt zuletzt deutlich eingebrochen sind, ist Stamer überzeugt, „dass der Kanal auch in den kommenden Jahren ein wichtiges Infrastrukturelement Nordeuropas bleibt, wenn die Modernisierung der Oststrecke abgeschlossen ist und die Schleusen erneut sind.“

Marcus Dewanger
Abgehoben: Die Arbeitsplattform an der Schleuse Brunsbüttel.

Die Konstruktion gibt der Baugrube Stabilität, die den Kanal von der Schleuse trennt. Dort entsteht einmal aus viel Beton das, was die Ingenieure Binnenhaupt nennen – also die Verbindung zwischen Kanal und Schleuse. Erst danach kann die Schleusenkammer, die sich von der Seite des Kanals aus gesehen dahinter befindet und schon betoniert ist, auf die volle Tiefe von 16 Metern ausgebaggert werden – um danach mit Sand und einem 1,50 Meter dicken Betonboden versehen zu werden. Denn am Ende sollen die Schleusen genauso tief sein wie der Kanal: 14 Meter.

Die fünfte Schleusenkammer wird ausgebaggert.

Marcus Dewanger
Die fünfte Schleusenkammer wird ausgebaggert.

Alle Maschinen und Baumaterialien müssen auf die Insel

Schon jetzt sind mehrere Maschinen im Einsatz, um die neue Kammer tief genug auszuheben. Hinter Beutel-Scholz taucht immer wieder der Greifer eines Baggers in das brackige Wasser ein und holt Schlamm vom Grund. Ein paar Meter weiter steht eine Plattform, auf der zwei weitere Bagger unterwegs sind. Daneben warten schon Lastwagen, die den Aushub an Land bringen.

„Das ist das Besondere an dieser Baustelle: Wir sind eigentlich immer im Wasser – und immer wenn man was im Wasser baut oder betoniert wird es kompliziert und teuer“, sagt Beutel-Scholz. Denn die Lastwagen müssen zu einer Fähre fahren, die sie an Land bringt, damit sie dort die Erde abladen können. „Und genauso ist es mit allem, was wir auf der Baustelle benötigen: Wir müssen alles auf die Insel bringen“, sagt der Projektleiter. Denn die Arbeiter bauen die Schleusenkammer in die Schleuseninsel, die einst die beiden großen von den zwei kleinen Kammern trennte, und von der am Ende der Bauarbeiten wenig übrig bleiben wird. Eine große Herausforderung für Ingenieure und ausführende Firmen, aber eben auch ein Geduldsspiel, dass viele hundert Millionen Euro verschlingt.

Wenn Sie hier keinen Plan haben, haben sie schon verloren. Andreas Beutel-Scholz, Projektleiter

Andreas Beutel-Scholz ist dabei seit 2007 mit den Planungen begonnen wurde. Er hat gelernt, dass hier alles seine Zeit braucht. „Wenn Sie hier keinen Plan haben, haben sie schon verloren“, sagt der Bauingenieur während er über die gigantische Baustelle geht. Hinter dem 47-Jährigen drehen sich die Baukräne, an einer Spundwand fliegen die Funken, weil noch ein Arbeiter letzte Schweißarbeiten vornimmt.

Auf den ersten Blick wirkt es etwas chaotisch wie Lastwagen zwischen Containern und Baumaterial durchfahren, die Arbeitsfähre an dem extra konstruierten Anleger festmacht und zwischendurch Signaltöne von der großen Nordschleuse ertönen, weil sich das Tor öffnet und Schiffe in die Elbe fahren können. Für Arbeiter und Ingenieure ist die Arbeit neben dem regulären Schleusenbetrieb Routine – aber wenn ein großer Schwimmkran die großen vorgefertigten Arbeitsplattformen auf die Baugrube hebt, dann ist das schon ein Ereignis wo einige einen Moment inne halten und ihre Handys zücken.

Denn am Ende schafft es „Enak“ dann doch. Die erste Arbeitsplattform wird auf die vorbereiteten Schienen gesetzt, die Rammarbeiten können vielleicht schon in der kommenden Woche beginnen. Und „Enak“ kann sich anderen Aufgaben widmen. Ein Schelm wer denkt, dass der Bagger zufällig den Vornamen von Verkehrsstaatssekretärs Enak Ferlemann trägt – der CDU-Politiker ist seit Baubeginn auch für die fünfte Schleusenkammer zuständig.

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Margret Kiosz

Kanal bringt volkswirtschaftlichen Nutzen von 570 Millionen Euro

Institut für Weltwirtschaft bescheinigt Nord-Ostsee-Kanal positiven Wohlfahrts- und Umwelteffekt

 
Der NOK hilft dabei, die CO2-Emissionen im Schiffsverkehr zu senken. IMAGO/penofoto

Kaputte Schleusentore, Kollisionen auf der 90 Kilometer langen Strecke zwischen Kiel und Brunsbüttel und lange Sanierungszeiten: Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wird in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung häufig nur als ein Problemfall registriert. Dabei transportieren in normalen Jahren rund 30 000 Schiffe etwa 90 Millionen Tonnen Güter durch den NOK. Im Auftrag der Initiative Kiel Kanal hat das Institut für Weltwirtschaft (IFW) jetzt nachgerechnet, was die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt an Nutzen bringt. Demnach sorgt der NOK durch Reduktion der Handelskosten für Exporteure und Importeure jährlich für einen positiven Wohlfahrtseffekt von 570 Millionen Euro für Deutschland. In ganz Europa betrage der Effekt sogar eine Milliarde Euro. Dänemark und Schweden profitieren mit 87 beziehungsweise 88 Millionen Euro.
„Güterproduzenten, verladende Wirtschaft, Hafenbetreiber und Konsumenten ziehen ebenfalls einen Nutzen aus dem NOK“ , betonte Studienautor Vincent Stamer. „Beschäftigungseffekte entstehen nicht nur für regionale Industriestandorte wie den ChemCoast Park Brunsbüttel, der direkt 4500 Menschen beschäftigt, sondern für Deutschland insgesamt.“
Die Kieler Forscher reagierten auch auf die Beanstandungen des Bundesrechnungshofs. Der mahnt seit Jahren an, die Befahrungsabgaben für den NOK endlich um ein Drittel anzuheben, da die Gebühren kostendeckend sein müssten und gebühreninduzierte Einnahmeverluste durch weniger Passagen nicht zu befürchten seien. Stamer zeigt jedoch, dass diese Annahme nicht stimmt: Vielmehr senken die Transitkosten für alle Schiffstypen deutlich die Wahrscheinlichkeit, den Kanal zu passieren. Eine Verdoppelung der Gesamtkosten würde im Durchschnitt zu einer Reduktion der Passagen um 20 Prozent führen. Eine Erhöhung des Bunkerpreises hingegen begünstigt tendenziell die Befahrung des NOK, weil Schiffe dann aus Kostengründen die Route rund Skagen meiden. Die Autoren regen an, die bislang nur an die Schiffsgröße gekoppelten Abgaben flexibler zu gestalten: Bei sinkenden Treibstoffkosten sollte auch das Nutzungsentgelt sinken, damit die Abkürzung durch den Kanal finanziell attraktiv bleibt.
Solch ein Vorgehen wäre auch für die anderen deutschen Nord-und Ostseehäfen von Vorteil – besonders für Hamburg. Der Grund: Fährt ein Schiff durch den Nordostseekanal steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hafen in Hamburger, Wilhelmshafen oder Bremerhaven angesteuert wird, statt Häfen der Niederlande und Belgiens. „Nicht zuletzt reduziert eine Passage durch den NOK auch Treibhausgasemissionen der Frachtschiffe und generiert somit positive, aber bisher nicht quantifizierte Gesamteffekte für die Umwelt“, betont Stamer. Das IfW geht in seinen Berechnungen von 783 000 Tonnen CO2 aus, die wegen der um rund 250 Seemeilen kürzeren Ost-West-Strecke durch den Kanal vermieden würden.
Für die Studie wurden AIS-Daten (Automatic Identification System) auf den Schiffahrtsrouten ausgewertet und analysiert, wann Frachtschiffe den NordOstsee-Kanal passieren oder die Alternativroute um Dänemark wählen. Auch wenn di Kanalpassagen pandemiebedingt zuletzt deutlich eingebrochen sind, ist Stamer überzeugt, „dass der Kanal auch in den kommenden Jahren ein wichtiges Infrastrukturelement Nordeuropas bleibt, wenn die Modernisierung der Oststrecke abgeschlossen ist und die Schleusen erneut sind.“

 

Nord-Ostsee-Kanal viel sicherer als der Suezkanal

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Von Frank Behling Copyright KN danke Frank Behling

 

Ein Containerschiff befährt den Nord-Ostsee-Kanal bei Projensdorf in Richtung Schleuse Kiel Holtenau.

 

Ein Containerschiff befährt den Nord-Ostsee-Kanal bei Projensdorf in Richtung Schleuse Kiel Holtenau. Quelle: Ulf Dahl
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Der Nord-Ostsee-Kanal trägt viele Etiketten: meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt für Seeschiffe, Schlüsselelement nordeuropäischer Verkehrsinfrastruktur, Magnet für Touristen und Schiffsfreaks. Doch wenn der Kanal Schlagzeilen macht, sind es leider meist negative: sinkende Verkehrszahlen, ein sich hinschleppender Ausbau, veraltete Schleusen – und immer wieder Havarien.

Havarien passieren immer wieder

Dass Containerschiffe gegen Schleusentore knallen und es zu Staus kommt, weil Ersatztore fehlen – das erscheint erschreckend normal. Aber warum verkommt so wichtige Verkehrsinfrastruktur in einem der reichsten Industrieländer der Welt?

Und warum knallt es immer wieder – trotz aller technischen Sicherungssysteme und Lotsenpflicht? Rund ein Dutzend schwerer Havarien pro Jahr: Das ist der traurige Durchschnitt.

Lesen Sie auch das Interview: „Hat sich der Kanal überlebt?“

Meist erwischt es die Schleusentore. Ulf Kaspera, Leiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung, kann nachvollziehen, dass so eine Zahl ratlos macht. Doch der Experte hat eine entwaffnend simple Erklärung: „Wenn die Maschine ausfällt, kann auch ein Lotse nicht viel machen.“

Und meist sind technische Ursachen gerade wegen der komplexen Systeme an Bord schwer auszuschalten. Ein Beispiel ist die Havarie des Frachters „Akacia“, der im Februar in ein Schleusentor fuhr und das 1000 Tonnen schwere Stahlbauwerk fast zerteilte.

Auslöser war ein wenige Millimeter großer Metallspan, der sich in der Steuerung des Verstellpropellers gelöst und ein Ventil blockiert hatte. Fatale Folge: Auf der Kommandobrücke wurde angezeigt, dass die Propellerflügel auf Rückwärtsfahrt standen. Tatsächlich waren die Flügel aber auf vollen Schub voraus blockiert. So nahm das Unheil seinen Lauf.

Alkohol spielt keine Rolle mehr

Und was ist mit Alkohol? Wenn es knallt, ein Frachter auf Grund läuft oder in die Kanalböschung fährt, kommt sofort der Verdacht auf, da könnten Promille im Spiel gewesen sein. Doch Unfallexperte Kaspera winkt ab: „In meiner Zeit hier habe ich noch keinen schweren Seeunfall gesehen, bei dem Alkohol eine Rolle gespielt hat.“

Eine Schwachstelle sieht der Experte in der modernen Technik an Bord. Komplexe Systeme bieten leider auch eine Vielzahl an Möglichkeiten für Ausfälle. „Das wird mit der autonomen Schifffahrt nicht besser“, sagt Kaspera. „Wenn an Bord kaum noch ein Mensch ist, kann im Notfall auch niemand mehr eingreifen.“

Die meisten Technikstörungen treten im „freien Seeraum“ auf – dort, wo das Schiff im Notfall noch stoppen kann. Das sieht in einem engen Revier wie dem Kanal anders aus.

Wie etwa am 13. März, als das 90 Meter lange Frachtschiff „Wilson Goole“ von der Ostsee kommend in die große Nordkammer der Schleuse Kiel-Holtenau steuerte und gegen das geschlossene kanalseitige Tor fuhr.

Zwar wurde einer von zwölf Schwimmtanks unter Wasser zerstört, doch nach einer Sofortaktion konnte die Kammer schnell wieder in Betrieb gehen. Glück gehabt.

Schleusen entwickeln sich zum Problem

Doch die Unfälle sind nur ein Problem des Kanals. Seit Jahren hat die Wasserstraße mit rückläufigen Verkehrszahlen zu kämpfen. 2015 transportierten mehr als 32000 Schiffe rund 90,6 Millionen Tonnen Güter durch den NOK. 2019 waren es nur noch knapp 29000 Frachter mit 83,5 Millionen Tonnen Ladung – obwohl mit einer Kanalpassage viele Seemeilen eingespart werden können.

Hauptproblem waren die seit 2013 verstärkt auftretenden Sperrzeiten von Schleusen. Mal waren die Schienen der Schiebetore das Problem, mal das Mauerwerk oder die Antriebe der Tore.

Auch die Software der Verkehrsüberwachung ist zu einem Schwachpunkt geworden. Jede Störung hier löst eine Sperrung aus. „Der Kanal muss für die Reeder eine sichere und planbare Wasserstraße sein“, sagt Schiffsmakler Jann Petersen von der Kieler Firma UCA. Noch weiter könnten Wunsch und Wirklichkeit kaum auseinanderklaffen.

Corona und der Einbruch im Welthandel haben den Kanal schwer getroffen. Ausgerechnet das Jubiläumsjahr 2020 bescherte der Wasserstraße Negativrekorde und gähnende Leere. Im Juli und August nutzten jeweils weniger als 1900 Schiffe den Kanal.

Immerhin: Nach diesem Schock erholen sich die Zahlen. Inzwischen sind wieder mehr als 2500 Schiffe pro Monat unterwegs. In den guten Jahren waren es mehr als 3000.

Jens-Broder Knudsen von der Initiative Kiel Canal glaubt dennoch an eine große Zukunft der Wasserstraße: „Der Nord-Ostsee-Kanal hat eine enorme Bedeutung für die Schifffahrt und ist auch ökologisch sehr wichtig.“

Wer fährt denn da? Diese Schiffe nutzen den Nord-Ostsee-Kanal und das haben sie geladen.
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Befahrungsabgabe brachte die Rettung

 

Das zeige sich gerade jetzt angesichts steigender Treibstoffpreise – ein Grund, warum die Reeder nach und nach in den Kanal zurückkehren. Ein ganz wichtiger Attraktivitätsschub war aber auch, dass der Bund in der Krise 2020 die Befahrungsabgabe ausgesetzt hat. „Das wirkt sich jetzt aus“, sagt Knudsen, der auch Geschäftsführer der Schiffsmaklerei Sartori & Berger ist.

 

Was bringt der Kanal Menschen und Wirtschaft unter dem Strich? „Erste vorsichtige Schätzungen gehen von einer Wertschöpfung von etwa 300 Millionen Euro allein für Deutschland pro Jahr aus“, sagt Knudsen.

 

Dabei sind die Effekte auf Jobs im Hamburger Hafen, in Bremen und Wilhelmshaven ebenso berücksichtigt wie Aufträge für Werften, Maschinenbauunternehmen und auch Logistikkonzerne, die Waren über die Kanalschifffahrt beziehen.

 

Rund 1500 Menschen sind direkt am Kanal beschäftigt, etwa 1000 davon bei den Behörden. 500 Kräfte arbeiten in den beiden Lotsenbrüderschaften, bei den Kanalsteurern oder Schiffsmaklereien und Ausrüstern.

 

Hinzu kommen mehr als 1000 Beschäftigte bei den Werften im Rendsburger Raum. Diese Schiffbauer wären ohne den Nord-Ostsee-Kanal ihren Anschluss an Nord- und Ostsee los. Prof. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt, fasst es so zusammen: „Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine Lebensader für unser Land.“

 

Baustellen von Kiel bis Brunsbüttel

 

In diese Lebensader investiert der Bund durchaus, allerdings deutlich später als notwendig. „In den kommenden zehn Jahren fließen 2,5 Milliarden Euro in die Ertüchtigung des Kanals“, sagt Witte.

 

Die größten Baustellen sind dabei die neue Schleusenkammer in Brunsbüttel mit 800 Millionen Euro und der Ausbau der Oststrecke zwischen Kiel und Königsförde mit 500 Millionen Euro. Der Neubau der kleinen Schleusen in Kiel, der 2023 beginnen soll, wird wohl etwa 400 Millionen Euro kosten.

 

Weitere Punkte auf der Liste: neue Levensauer Hochbrücke, Vertiefung des Kanals um einen Meter und die Sanierung der vier Schleusenkammern in Kiel und Brunsbüttel. Schließlich haben die auch schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel.

 

 
 

Neue Behörde kümmert sich um den Nord-Ostsee-Kanal

Stand: 22.03.2021 18:27 Uhr

Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße soll wieder gebündelt durch zwei Ämter geführt werden. Seit 1980 kümmerten sich Ämter in Brunsbüttel und in Kiel jeweils einzeln um die Belange des Kanals an Nord- und Ostsee.

von Christian Wolf

Bislang hat sich das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau um die Seite zur Ostsee hin gekümmert. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel war dagegen für die Zufahrt von der Nordsee zuständig. Doch damit ist jetzt Schluss. Nun werden die Aufgaben durch zwei neue Ämter am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) gebündelt. Eins plant die Investitionen des Bundes in Höhe von 2,5 Milliarden Euro und das andere betreibt Schleusen, Brücken und Tunnel entlang des Kanals.

Zwei Behörden, zwei Aufgaben

Für Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ein bedeutender Tag: „Wir haben die Entscheidungs-Strukturen erheblich verschlankt, denn wir wollen den Kanal ja in den kommenden Jahren umfangreich sanieren, insgesamt sollen 2,5 Milliarden Euro investiert werden.“ Diese Summe muss bewegt werden. Diese Aufgabe wird künftig das Wasserstraßen-Neubauamt NOK übernehmen. Rund 80 Mitarbeiter werden sich beispielsweise um den Ausbau der Ost-Strecke kümmern, den Neubau der fünften Kammer in Brunsbüttel oder den neuen Schleusen-Anlage in Kiel.

„Auf der anderen Seite haben wir auch ein klassisches Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt NOK gegründet“, sagte Ferlemann. Die Aufgabe der Behörde mit seinen rund 700 Mitarbeitern: der Betrieb der Schleusenanlagen in Kiel und in Brunsbüttel. Zum Aufgabenbereich gehören aber auch die zehn Brücken über den Kanal, die zwei Tunnel in Rendsburg, die 14 Fähren und zwölf Weichen.

Eine Bild-Collage zum Thema Nord-Ostsee-Kanal in Schleswig-Holstein. © IMAGO / CHROMORANGE / NDR Foto: IMAGO / CHROMORANGE / NDR
4 Min

Nord-Ostsee-Kanal: Das sollten Sie wissen

Seit 125 Jahren können Schiffe ihren Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal abkürzen. Ulrike Drevenstedt erklärt, welche Vorteile das hat und an welche Grenzen der NOK stößt.

Hoffnung auf besseres Krisenmanagment

Viele, die auf Einnahmen des Nord-Ostsee-Kanals angewiesen sind, hoffen mit der Schaffung der beiden neuen Ämter vor allem auf ein besseres Krisenmanagement. Neue Strukturen alleine aber reichen etwa dem Vorsitzenden der Initiative Kiel Canal, Jens-Broder Knudsen, nicht: „Für die Instandhaltung der gesamten Anlagen brauchen wir auch einfach mehr Personal.“ Vieles ist für Knudsen nicht mehr nachvollziehbar, der neben seiner Tätigkeit in der Initiative auch Geschäftsführer der Schiffsmaklerei Sartori & Berger ist: „Mit den Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur ist der Nord-Ostsee-Kanal Deutschlands teuerste Wasserbaustelle. Und es wird riskiert, diese Wasserstraße wegen fehlender Schleusen-Tore lahmzulegen.“

Schleusen-Tor soll im Herbst fertig sein

Ein großes Baugerüst unter dem zwei menschen mit Helm und in Arbeitskleidung stehen. © Christian Wolf Foto: Christian Wolf
Vor mehr als drei Jahren durch den Frachter „Akacia“ schwer beschädigt, soll das Schleusen-Tor im Herbst wieder in Kiel eingesetzt werden.

Eines dieser Tore wird momentan in Kiel repariert. Vor mehr als drei Jahren war der Frachter „Akacia“ in Kiel in die Stahlkonstruktion gekracht. Ursprünglich sollten die Arbeiten im Sommer beendet sein, doch es gibt Verzögerungen. Daher kann nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau frühestens im Herbst mit dem Einbau gerechnet werden. Die Arbeiten an dem mehr als 100 Jahren alten Schleusentor dauern unter anderem deshalb so lange, weil der Stahl der rund 1.200 Tonnen schweren Konstruktion nicht geschweißt werden kann. Die Platten müssen miteinander verschraubt werden, was dem Tor auch eine gewisse Elastizität verleiht. Nach der Reparatur sollen etwa rund 60.000 neue Schrauben und mehr als 200 Tonnen Stahl verbaut worden sein.

Ende des Jahres wieder Ersatztore in Kiel

Außerdem kündigte Enak Ferlemann an, dass schon im September dieses Jahres das vom Frachter „Else“ im vergangenen Jahr beschädigte Schleusen-Tor repariert worden sein soll. „Ich gehe davon aus, dass uns damit bis Ende des Jahres wieder alle Tore in Kiel zur Verfügung stehen“, so der Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium. Lange geplant und gefordert, soll auch der Bau des Tor-Instandsetzungsdocks in Brunsbüttel vorangetrieben werden. „Die Planungsphase neigt sich dem Ende entgegen und ich rechne damit, dass im kommenden Jahr der Auftrag zum Bau vergeben werden kann“, erklärt Enak Ferlemann. Er rechne damit, dass in vier bis fünf Jahren die Arbeiten an dem Dock abgeschlossen sein werden. Damit sollen künftig Instandsetzungsarbeiten der Schleusentore schneller abgewickelt werden.

Kanaltunnel: Anfang Mai vierspurig?

Der CDU-Politiker hatte noch mehr gute Nachrichten für den Kanal parat. So soll spätestens Anfang Mai der Verkehr wieder vierspurig durch den Rendsburger Kanaltunnel fließen. „Das hängt zwar noch von einem Test der Brandschutzanlage ab – aber was das angeht, bin ich mehr als zuversichtlich.“

Umstrukturierung im Norden abgeschlossen

Die Umstrukturierung ist schon länger geplant und geht auf die Reform der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes zurück. So werden die bislang bundesweit 39 Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter auf 17 reduziert. Schon vor Jahren wurden die damals sieben Wasser- und Schifffahrtsdirektionen zu einer Generaldirektion zusammengelegt, die ihren Sitz in Bonn hat. Durch schlankere Strukturen soll die WSV nach eigenen Worten leistungsfähiger werden. „Mit den beiden neu gegründeten Ämter hier in Büdelsdorf, ist die Umstrukturierung im Norden abgeschlossen“, meinte Enak Ferlemann.

Das kaputte Schleusentor in Kiel-Holtenau. © NDR Foto: Kai Peuckert
 

Schleusenkammer in Kiel: Hunderttausende Euro Schaden

Die Nordkammer steht – trotz Schaden – seit Montag wieder zur Verfügung. Der Sachschaden liegt bei mehreren Hunderttausend Euro.

Ein historischer Vergleich des Nord-Ostsee-Kanals. © NDR Foto: Christian Wolf
 

Nord-Ostsee-Kanal: Zahlen und Hintergründe

Der Nord-Ostsee-Kanal kann für Schiffe eine gigantische Abkürzung sein – aber auch ein Flaschenhals – Hintergründe und Historisches.

 

 

Zwei neue Ämter für den Kanal

Sina Schuldt/dpa
Sina Schuldt/dpa


Büdelsdorf Zwei neue Ämter lenken jetzt die Geschicke am Nord-Ostsee-Kanal (NOK): Verantwortlich für die Schifffahrtsbelange, die Schleusen und Brücken an der knapp 100 Kilometer langen Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt NOK. Die Zuständigkeit für die Aus- und Neubauprojekte übernimmt als jetzt eigenständige Dienststelle das Wasserstraßen-Neubauamt NOK. Der Bundes-Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (Foto), eröffnete die Ämter gestern gemeinsam mit dem Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. Nunmehr seien die Kompetenzen für die Schifffahrt einschließlich der Anlagen und das Know-how für die Investitionsprojekte jeweils gebündelt. „So kann flexibler und schneller agiert werden“, sagte Ferlemann. Das neue Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt NOK geht aus bisher zwei Ämtern in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel hervor. Beide Standorte bleiben erhalten. Bundesweit werden 39 Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter zu 17 neuen Ämtern zusammengeführt. sh:z

 
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Brunsbüttel

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Brunsbüttel (dpa/lno) – Ein Containerschiff ist in der Nacht zum Montag in der Großen Südschleuse zum Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel mit dem Mittelleitwerk kollidiert. Grund für die Havarie waren nach ersten Ermittlungen zur Unfallzeit herrschende Windböen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Menschen wurden nicht verletzt. Es gab auch keine Umweltschäden.

Noch ist unklar, welche Schäden die „Elbsummer“ an dem Bauwerk angerichtet hat. Das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Schiff war von der Elbe aus kommend in den Vorhafen der Großen Südschleuse eingelaufen. An dem knapp 158 Meter langen Schiff stellten Beamte der Wasserschutzpolizei lediglich Farbabrieb fest. Die Besatzung konnte ihre Reise nach Fredericia in Dänemark fortsetzen.

Bereits am Sonntag berührte ein Schiff in Brunsbüttel die Nordböschung im großen Vorhafen der Schleuse. Der Kapitän der „Newton“ sprach nach Polizeiangaben von einem Steuerfehler. Das Schiff kam aus eigener Kraft wieder frei. Die Weiterfahrt wurde von der Berufsgenossenschaft jedoch vorläufig untersagt. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden.

 
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Großbaustelle Nord-Ostsee-Kanal

Schleusen-Unfall: Haarscharf am Desaster vorbei

Ersatztore nicht einsatzbereit / Verkehrsminister sauer auf Kanalverwaltung

Nach der Kollision: Das beschädigte Schleusentor in Kiel-Holtenau. Pat Scheidemann
Nach der Kollision: Das beschädigte Schleusentor in Kiel-Holtenau. Pat Scheidemann

Margret Kiosz Jetzt platzt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Kragen: „Die Situation an der Kieler Schleuse hat am Wochenende gezeigt, dass wir endlich Vorsorge treffen müssen.“ Die Funktionsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) „als Schlagader der norddeutschen Wirtschaft und klimafreundlicher Transportweg von der Ostsee in die Nordsee“ dürfe nicht länger aufs Spiel gesetzt werden.
Nur haarscharf war die Kanalverwaltung an einem Desaster vorbeigeschlittert: Weil am Sonntag ein Frachter wegen Maschinenschadens fast ungebremst ins geschlossene Tor der Nordschleuse rauschte, musste diese außer Betrieb genommen werden. Für die Schifffahrt eine Horrorvorstellung, wochenlang auf die einzig intakte Südschleuse angewiesen zu sein. Denn beide Ersatztore sind durch frühere Kollisionen schwer beschädigt und wurden bisher nicht repariert.
Glück im Unglück: Taucher stellten gestern fest, dass nur einer von zwölf Schwimmtanks im Tor durch den Aufprall beschädigt wurde. Die Schleuse kann bis auf weiteres genutzt werden.
Buchholz appellierte deshalb erneut an die Bundesregierung, den Neubau eines Ersatztores in Auftrag zu geben und die beiden vorhandenen Tore schleunigst zu reparieren. Denn die Karambolagen auf dem NOK häufen sich in letzter Zeit.
Allein am Wochenende krachte nicht nur das Containerschiff „Wilson Gool“ ins Holtenauer Schleusentor, vier Stunden später kamen sich beim Einlaufen in die verbleibende Südschleuse zwei Schiffe so nahe, dass sie sich dicke Schrammen zuzogen. In der Südschleuse in Brunsbüttel wurde nachts das Containerschiff „Elbsummer“ vom Wind gegen das Mittelleitwerk gedrückt. Kurz zuvor berührte ein anderes Schiff die Böschung im großen Vorhafen der Schleuse.
– Seite 4

 

Behörde im Dauerschlaf

Leitartikel

Eine Pannenliste, die kein Ende nimmt: Dauer-Baustelle Rendsburger Kanal-Tunnel. Zehn Jahre statt drei Jahre. 75 Millionen Euro an Mehrkosten gegenüber Planung. Die Fertigstellung einer neuen Schwebefähre verzögert sich um mittlerweile vier Jahre. Ansehnliche Immobilien in 1A-Lage am Nord-Ostsee-Kanal, die von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung betreut werden, gammeln vor sich hin. Fast alle Schleusentore in Brunsbüttel und Kiel sind defekt, Ersatztore fehlen. Was für eine Skandal-Bilanz einer Verwaltung, die sich offenbar im Tiefschlaf befindet. Bei der Suche nach den Ursachen für die vielen Schleusenunfälle müssen sich auch die Lotsen unbequeme Fragen gefallen lassen. Waren sie doch bei den meisten Kollisionen mit an Bord. Behörden- und Lotsenschlaf? Die Zukunft des Kanals ist in höchster Gefahr.

Meistens waren Lotsen an Bord

Immer wieder Kollisionen – 277 Unfälle an den Kanal-Schleusen seit 2010

Margret Kiosz Was ist nur los auf dem Nord-Ostsee-Kanal? Das fragen sich nicht nur die Reeder, die am Sonntag ihre Schiffe umlenken mussten. Statt den kurzen Weg durch den Kanal zu nehmen, wurde auf die Route rund Skagen ausgewichen. Acht Stunden Wartezeit in Kiel-Holtenau, wo nur noch eine einzige Schleusenkammer nach einer Havarie zur Verfügung stand, das war ihnen zu viel. „Viele vergessen, dass der Kanal nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch für die Schifffahrt wichtig ist und funktionieren muss“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Wenn Schiffe den längeren Weg um die Nordspitze Dänemarks nehmen, kostet das nicht nur Zeit, sondern es werde auch unnütz Diesel verheizt und Abgase würden durch die Schlote geschickt.
Die Reedereien und Schiffsmakler klagen seit langem über fehlende Planbarkeit der Kanal-Passagen und die Unzuverlässigkeit der 125 Jahre alten Schleusen. Bislang gibt es aber nur „gefühlte“ Ausfallzeiten, weil die Ursachen für die vielen Schleusenausfälle und Zwischenfälle auf der 90 Kilometer langen, meistbefahrenen Wasserstraße der Welt nicht systematisch erfasst werden, wie kürzlich der Generaldirektor Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, zugeben musste. Aber jetzt bringt zumindest die Antwort des Verkehrsministeriums auf eine kleine Anfrage der AfD etwas Licht in die Stau-Situation im Kanal und vor seinen Zufahrten in Kiel und Brunsbüttel.
Wie die Tabelle zeigt, gab es in den vergangenen zehn Jahren 277 Unfälle – mit vier Ausnahmen waren immer Lotsen an Bord, die durch ihre Gewässerkunde eigentlich eine sichere Passage garantieren sollen. Obwohl bei offiziellen Berichten über Unfälle sehr häufig von technischen Schwierigkeiten die Rede ist, zeigt die Tabelle, dass die Unfallursache in mehr als der Hälfte der 277 Fälle menschliches Versagen war. Auffällig ist zudem, dass es an der Nordseeseite des Kanals deutlich häufiger kracht als im Bereich Kiel, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Tidenhub in Brunsbüttel die Manöver erschwert. Allerdings passieren Kollisionen mit Schleusentoren in Brunsbüttel und Kiel fast gleich häufig, und das in der Regel beim Einlaufen. Erstaunlich, denn seit 2015 müssen alle Schiffe vor dem Einschleusen ein Rückwärtsmanöver durchführen, um zu beweisen, dass das Schiff im Notfall rechtzeitig stoppen kann, und den positiven Test vorm Einlaufen dem Schleusenmeister melden.
Weil es ohne intakte Schleusentore nicht geht, fordert Schleswig-Holsteins Nautischer Verein schon seit Monaten, die beiden Ersatztore schnell betriebsfähig zu machen. Dass sechs Monate nach der Havarie noch immer kein Reparaturauftrag ausgeschrieben worden ist, wertet man als Skandal. Für den Kieler Bundestagsabgeordneten Mathias Stein (SPD) steht fest, wo die Schuldigen sitzen: Verkehrsminister Scheuer (CSU) und Kanalchef Witte kümmern sich zu wenig um Ersatz und Instandsetzung.
Das sieht das Ministerium ganz anders. Auf die AfD-Anfrage äußerte die Behörde, zwei Ersatztore reichten. „Darüber hinaus weitere Ersatz-Schiebetore vorzuhalten, kann in Anbetracht der hohen Kosten für die Anschaffung in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags bei der geringen Eintrittswahrscheinlichkeit von Havarien nicht vertreten werden.“
Die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein spricht derweil von einem „weiteren Akt im Trauerspiel um die Kanaltore“. Hilferufe aus der Wirtschaft dürften nicht länger ignoriert werden.
In Kiel sollen jetzt Schlepper die Schiffe in die Schleuse bringen. „Wir hoffen, dass wir dadurch das Sicherheitsniveau etwas erhöhen können“, erklärte gestern Detlef Wittmüß, Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel.

Nord-Ostsee-Kanal: Frachter rammt Kieler Schleusentor Copyright NDR

Stand: 14.03.2021 17:20 Uhr

In der Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse Kiel-Holtenau ist es zu einer Havarie gekommen. Ein Frachter krachte am Sonnabend in das Tor der Nordkammer.

von Christian Wolf

Noch ist nicht klar, wie es zu dem Unfall kam. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein soll es an Bord des Frachters „Wilson Goole“ einen Maschinenausfall gegeben haben. Anschließend krachte das etwa 88 Meter lange Schiff ungebremst von See kommend in der Nordkammer gegen das Schleusentor. Durch die Kollision wurde das Tor schwer beschädigt.

Anders als bei der Havarie vergangenes Jahr mit dem Frachter „Else“ oder vor mehr als drei Jahren mit der „Akacia“ blieb die „Wilson Goole“ allerdings nicht stecken. In der Nacht wurde das Schiff mit zwei Schleppern zur nahe gelegenen Lindenau-Werft gebracht. Verletzte gab es nicht.

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Genaue Untersuchungen des Schleusentores am Montag

Videoaufnahmen zeigen, dass im Tor der Nordkammer ein großes Loch entstanden ist. „Man kann so viel sagen, dass das Tor wieder schwer beschädigt ist“, sagt Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau (WSA). Wie lange die Schifffahrt auf die Kammer verzichten muss, ist noch nicht klar. Derzeit läuft laut Wittmüß die Schadensaufnahme. Vermutlich wird das erst am Montag feststehen, wenn Taucher alles genau untersucht haben.

AUDIO: Detlef Wittmüß: „Montag wissen wir mehr“ (1 Min)

Schifffahrt durch lange Wartezeiten eingeschränkt

Für das WSA ist das wahrlich ein Albtraum. Denn als im vergangenen Jahr bereits der Frachter „Else“ gegen ein Tor stieß, wurde das letzte verfügbare Ersatz-Tor eingebaut. Nun kann die Schifffahrt vorerst nur eine Schleusenkammer in Kiel nutzen. „Wenn die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt nur noch ein Schleusentor zur Verfügung hat, ist das nicht nur misslich, sondern eine erhebliche Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs“, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Lange Wartezeiten sind vorprogrammiert. Vermutlich werden nun viele Schiffe eher die Fahrt um Dänemark herum in Kauf nehmen, statt die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal zu nutzen – laut Buchholz ökologisch schwieriger, da sie so auch mehr Diesel verbrauchen würden.

Wochen- bis monatelanger Ausfall wahrscheinlich

Selbst bei einem leichten Schaden ist mit einem Ausfall von mehreren Wochen, wenn nicht sogar Monaten, zu rechnen. Problematisch ist zudem, dass die Reparaturarbeiten der anderen beschädigten Schleusentore noch nicht beendet wurden. So sollte das „Akacia“-Tor im Sommer zwar wieder zu Verfügung stehen, nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein wird es aber frühestens im Spätsommer oder Anfang Herbst so weit sein. Auch ist die Reparatur des „Else“-Tors nach fast sieben Monaten noch nicht einmal ausgeschrieben.

Ein historischer Vergleich des Nord-Ostsee-Kanals. © NDR Foto: Christian Wolf
 

Nord-Ostsee-Kanal: Zahlen und Hintergründe

Der Nord-Ostsee-Kanal kann für Schiffe eine gigantische Abkürzung sein – aber auch ein Flaschenhals – Hintergründe und Historisches.

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Der Frachter „Wilson Goole“ wird aus der Schleuse geschleppt.
Kiel

In Kiel hat sich am Sonnabend erneut eine schwere Havarie in der Schleuse ereignet. Kurz vor 18 Uhr ist ein mit Düngemittel beladener Frachter mit erheblicher Wucht gegen das kanalseitige Schleusentor der großen Nordkammer geprallt. Verletzt wurde nach Angaben der Wasserschutzpolizei Kiel zum Glück niemand.

Der in Malta registrierte Frachter „Wilson Goole“ hatte nach ersten Informationen ein technisches Problem mit der Maschine und konnte nicht rechtzeitig stoppen. Bei dem Aufprall wurde das Schleusentor schwer beschädigt. Bei dem 88 Meter langen Frachter gibt es ebenfalls einen Schaden im Vorschiff. Das Schiff ist nicht mehr fahrtüchtig. Die Schlepper „Holtenau“ und „Stein“ sollen die „Wilson Goole“ im Laufe des Abends zur Lindenau-Werft schleppen.

Schleusenkammer vorerst außer Betrieb

Die Schleusenkammer muss vorerst außer Betrieb genommen werden. „Unsere Leute werden sich den Schaden am Morgen bei Tageslicht anschauen“, teilte Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau, auf Anfrage mit. Da in Kiel beide Reservetore unklar sind, droht jetzt eine längere Sperrung der Nordschleuse.

Lesen Sie auch: Frachter rammte zweimal die Schleusen

Nach einer Havarie im August war das letzte Reservetor in der Nordschleuse eingebaut worden. Das beschädigte Tor liegt seitdem im Binnenhafen und wartet auf eine Ausschreibung zur Reparatur. Ein weiteres Schleusentor liegt seit zwei Jahren in der Werft.

 
Sendung: Die Nordreportage | 23.02.2021 | 18:15 Uhr 29 Min | Verfügbar bis 23.02.2022

Es ist das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals: Etwa 2,6 Milliarden Euro werden in den kommenden Jahren in die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt investiert. Verantwortlich dafür, dass alles reibungslos klappt, ist Sönke Meesenburg, der Leiter des Fachbereichs Investitionen beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Er muss letztendlich dafür sorgen, dass Schleusen erweitert, Brücken erneuert und Teile des Kanals verbreitert werden. Die größte Herausforderung in seiner bisher zwölfjährigen Amtszeit.

 
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Von Frank Behling
 
18212 Schiffe haben in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 den knapp 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal passiert – deutlich weniger als in den Vorjahren. Quelle: Frank Peter (Symbolfoto)
 
Kiel

„Der Wegfall der Befahrungsabgabe war ein wichtiges Signal an die Schifffahrt. Es gibt wieder einen leichten Anstieg bei den Passagen. Wir sind aber immer noch weit von den Zahlen entfernt, wie wir sie mal hatten“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal. Der Zusammenschluss von Firmen und Verbänden rund um den Nord-Ostsee-Kanal kämpft seit Monaten für die Wasserstraße.

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. 18212 Schiffe haben in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 den knapp 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanal passiert, wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel auf Anfrage mitteilt. Damit werden im Jahr des 125-jährigen Kanaljubiläums die schlimmsten Befürchtungen übertroffen.

 

3140 Schiffe weniger im Nord-Ostsee-Kanal

Im Vergleich zu dem ebenfalls schlechten Vorjahreszeitraum fuhren noch einmal 3140 Schiffe weniger durch den Kanal. „Die Sommermonate waren einfach zu schlecht. So etwas habe ich noch nie erlebt“, so Jens-Broder Knudsen, der auch als Schiffsmakler bei der Agentur Sartori & Berger arbeitet. Erstmals überhaupt mussten Kanalsteurer Kurzarbeit beantragen.

Die Corona-Krise hatte die Ölpreise abstürzen lassen. Außerdem sanken Transportmengen im Ostseeraum. Zudem gab es wieder Ausfälle von Schleusen. Der Rückgang bei der Schiffszahl summiert sich auf mehr als 15 Prozent. Bei der beförderten Ladung gab es Einbrüche um 17 bis 25 Prozent in den Sommermonaten.

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Die im Juli durch den Finanzausschuss des Bundestags bewilligte Aussetzung der Befahrungsabgabe zeigt Wirkung. Der Bund verzichtet damit auf 21 Millionen Euro an Einnahmen. Dafür ist seit September die Schiffszahl im Kanal wieder auf mehr als 2000 pro Monat gestiegen. Bei der Ladungsmenge pendelt sich oberhalb von sechs Millionen Tonnen pro Monat ein. „Seit September sehen wir eine moderate Erholung der Schiffszahlen“, sagt Klaus-Peter Molter, Vorsitzender der Kanalsteurer.

Wird noch die 25000er Marke geknackt?

Wie das Jahr 2020 ausgeht, hängt jetzt vom technischen Zustand der Schleusen und dem Vertrauen der Reeder ab. „Der Dezember ist eigentlich immer ein starker Monat. Das sieht in diesem Jahr auch sehr gut aus, zumal die Feiertage aus Sicht der Schifffahrt günstig liegen und zum Teil ins Wochenende fallen“, so Jann Petersen von der UCA United Canal Agency.

Die spannende Frage ist, ob die Schiffszahl in diesem Jahr im vierten Quartal ausreicht, um die Marke von 25000 zu knacken – dann wären alle Beteiligten noch einigermaßen zufrieden.

Sanierung Schleusenanlage Kiel-Holtenau © NDR/WSA Schleswig-Holstein/Carsten Bernot

Von Frank Behling
 
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) steht bei einem Pressetermin an einer Baustelle am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) westlich von Kiel. Scheuer informierte sich hier über die Modernisierung des NOK. Quelle: Frank Molter/dpa
 
Königsförde

Insgesamt 2,6 Milliarden Euro sind für Bauprojekte am Kanal im Bundeshaushalt aktuell bereitgestellt. Entgegen den ersten Kalkulationen verzögern sich jedoch die Bauprojekte zum Teil deutlich und werden teurer. Die Kosten für den Ausbau der Oststrecke über 20 Kilometer steigen von 265 auf rund 500 Millionen Euro, der Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel verteuert sich gar von 485 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro.

Bagger und Baugerät werden bis Ende des Jahrzehnts das Bild zwischen Brunsbüttel und Kiel prägen. „Der Bund investiert hier so viel Geld wie in keine andere Bundeswasserstraße“, sagte Scheuer, der die Bedeutung der Oststrecken-Erweiterung betonte. „Damit beseitigen wir ein Nadelöhr der internationalen Schifffahrt“, so der CSU-Politiker am Montag in Königsförde.

 

Es geht dabei aber nicht nur um den Ausbau der Oststrecke. „Weitere Bauprojekte sind der Ersatz der Levensauer Hochbrücke durch einen Neubau. Wir werden aber auch die Saatseekurve in Rendsburg neu trassieren und den Kanal um einen Meter vertiefen“, erklärte Scheuer.

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Scheuer zum Bau der Schleusenkammer: „Investition in die Zukunft“

Mit Blick auf die Kostenexplosionen beim Bau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel gab es ein klares Bekenntnis. „Wir werden bei den anstehenden Haushaltsberatungen über Mehrkosten reden müssen. Es ist aber eine Investition in die Zukunft“, so Scheuer. Zustimmung signalisierten die Bundestagsabgeordneten Johann Wadepuhl (CDU) und Mathias Stein (SPD).

Darüber hinaus hatte Scheuer noch eine Botschaft zu verkünden: Es soll schneller gehen. „Ich habe in meiner Amtszeit vier Anpassungen des Planungsrechts auf den Weg gebracht, damit Bauprojekte schneller umgesetzt werden“, so Scheuer. Mit Blick auf den Neubau der kleinen Schleusen in Kiel sagte der Minister: „Ich erwarte hier Ende 2020 den Planfeststellungsbeschluss.“

Verkehrsminister Scheuer lobt die Schleswig-Holsteiner

Mit Blick auf die Akzeptanz des Kanals in der Bevölkerung lobte Scheuer die Schleswig-Holsteiner. „Die Begeisterung, die dieses Bauwerk in der Öffentlichkeit auslöst, wünsche ich mir auch für andere aktuelle Großprojekte. Diesen Spirit könnten wir auch für den Fehmarnbelttunnel gebrauchen“, sagte der CSU-Politiker.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankte der Bundesregierung für das klare Bekenntnis zum Kanal. „Vieles ist im Moment noch im Bau, manches noch in Planung“, sagte er. Der Ausbau dieser „Lebensader“ sei sehr wichtig für die Wirtschaft im Norden.

 
 
 
 
 
Bettina Hagedorn   MdB in   aus SH  E    stellvertretende Finanzministerin

mit

 
Mathias Stein  MdB    aus SH        Kiel   zuständig für  Verkehrsinfrastruktur Bund , auch                                                        eben fuer den maritimen Bereich
 
Von Frank Behling
 
Der Containerfrachter „Conmar Bay“ kollidierte mit der Schleuse in Brunsbüttel. Quelle: Frank Behling
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Brunsbüttel

Das Unglück passierte am Morgen um 5.32 Uhr, als das Containerschiff „Conmar Bay“ aus Kiel kommend in die Zufahrt zur großen Nordschleuse einlief.

Der 151 Meter lange Frachter geriet dabei vom Kurs ab und rammte mit der Steuerbordseite die nördliche Schleusenmauer. Der Aufprall passierte laut Wasserschutzpolizei in Höhe des kanalseitigen Schleusentores, dass zum Zeitpunkt in seinem Bunker war.

 

Die Wucht des Aufpralls des 13000-Tonnen-Schiffes fingen dort angebrachten Sea Guard-Fender auf. So kam es am Schleusentor zu keinen Schäden. Die großen Gummipuffer waren dort extra für solche Fälle angebracht worden.

Frachter machte im Elbehafen fest

An dem Vorschiff der „Conmar Bay“ wurde auf der Steuerbordseite die Reling auf einer Länge von 25 Metern verbeult und eingedrückt.

Die Ursache der Havarie war nach Angaben der Wasserschutzpolizei plötzlich auftretender Wind aus südlicher Richtung.

Die „Conmar Bay“ machte zur Untersuchung der Schäden im Elbehafen fest. Nach der Notreparatur soll der Frachter die Weiterreise nach Rotterdam antreten.

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Brunsbüttel: Schon wieder Schleusenunfall


Brunsbüttel Gestern am frühen Morgen ist es in Brunsbüttel erneut zu einem Unfall an der Schleuse gekommen. Das Containerschiff Conmar Bay – Flagge Antigua und Barbuda – lief um 5.32 Uhr vom Nord-Ostsee-Kanal (NOK) kommend in die Nordkammer der Schleusenanlage ein. In Höhe des Haupttores kollidierte es mit der Steuerbordseite mit den dort angebrachten Fendern.
Ursache für den Unfall war laut Polizei ein plötzlich auftretender Wind aus südlicher Richtung. Die Reling des Schiffes wurde durch den Aufprall auf einer Länge von 25 Metern beschädigt. Eine Weiterfahrt wurde zunächst verboten. Das Schiff blieb auf der Nordost-Reede in der Elbe. Die Wasserschutzpolizei ermittelt.
Immer wieder kam es in letzter Zeit zu Zwischenfällen und Kollisionen auf dem Nord-Ostsee-Kanal und an den Schleusen. Erst am Sonntag kollidierte das Schiff „Annalisa P“ mit der NOK-Schleusenanlage in Brunsbüttel. ln

 
11:02 10.12.2020
 
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Von Frank Behling
 
11.12. 2020  ab Mittag  (10.12.2020 ) wieder aktiv Dauer ca 10 h von G.G. NOK21.de
Brunsbüttel

„Das Problem trat um 0.01 Uhr auf. Seitdem wird an der Behebung gearbeitet. Leider gibt es noch keine Einschätzung, wann die Störung behoben ist“, sagt Thomas Fischer, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel.

An der Einfahrt zur Kieler Förde ankern derzeit zehn Schiffe, die auf einen Platz in der Holtenauer Schleuse warten. In Brunsbüttel warteten am Morgen drei Schiffe.

Das Problem wurde durch den Ausfall des digitalisierten Schiffs-Daten-Verarbeitungs-Systems ausgelöst. Mit diesem System wird am Nord-Ostsee-Kanal dienen die Daten aus diesem System für die Erstellung des Weg-Zeit-Diagramms, mit dem die Verkehrszentrale die Schiffe auf dem Kanal überwacht.

Da die Nautiker der Behörde derzeit keine Begegnungen der größeren Schiffe in den Ausweichstellen koordinieren können, wurde die Einfahrt für alle Schiffe der Verkehrsgruppen vier bis sechs untersagt.

„Aktuell dürfen nur Schiffe der Verkehrsgruppen eins bis drei in den Kanal. Es handelt sich dabei um den begegnungsfreien Verkehr“, so Fischer. Diese Schiffe dürfen sich aufgrund ihrer Abmessungen an allen Stellen im Kanal passieren.

Die Software für die Überwachung und Steuerung des Schiffsverkehrs war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach ausgefallen.

Die Lotsen hatten deshalb bereits wiederholt ein Backup gefordert, dass in solchen Fällen die Arbeit übernimmt.

 

Unfälle – Brunsbüttel:Schiff kollidiert mit Schleusenmauer in Brunsbüttel

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Brunsbüttel (dpa/lno) – Beim Herausfahren aus der Schleuse Brunsbüttel ist Sonntagnacht ein Seeschiff mit dem Schleusenbauwerk kollidiert. Die unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende „Annalisa P“ habe während des seeseitigen Auslaufens aus der Großen Nordschleuse mit dem Heckbereich die Mittelmauer der Anlage touchiert, teilte die Polizei am Montag mit. Unter anderem riss es eine Fenderkette aus der Verankerung in der Schleusenmauer, so dass diese versank. An dem Schiff entstand nach ersten Einschätzungen lediglich Farbabrieb im Heckbereich der Backbordseite. Die Ursache für die Kollision mit der Schleusenmauer blieb zunächst ebenso wie die Schadenshöhe unklar. Das Schiff setzte nach dem Auslaufen seine Reise nach Hamburg fort. Der Schleusenbetrieb wurde durch die Kollision nicht beeinträchtigt.

 
 

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Wolfgang Mentzel freut sich, dass wieder mehr Schiffe den Kanal passieren. Foto: Reh
 
Das Bundesfinanzministerium schlägt dem Haushaltsausschuss für seine Beschlüsse am 26. Novemb
 
 
er vor, auch bis Ende Dezember 2021 auf die „Befahrensabgabe“ im Nord-Ostsee-Kanal zu verzichten: damit unterstützt der Bund dann die Wirtschaft und Arbeitsplätze am NOK 2021 mit 21 Mio. Euro, um die Schiffspassage günstiger und attraktiver zu machen. Seit Juli 2020 gilt diese Regelung schon, als mit dem 2. Nachtragshaushalt auf Gebühren-Einnahmen des Bundes am NOK von 10 Mio. Euro bis 31.12.2020 verzichtet wurde:: bis Oktober hatten sich die Schiffspassagen im NOK schon wieder prächtig stabilisiert. Ich freue mich, dass die Arbeitsplätze am NOK und in den Häfen von Hamburg bis Kiel jetzt mit dieser großen Finanzspritze von 21 Mio. Euro auch 2021 zuverlässig und massiv in schwieriger Wirtschaftslage unterstützt werden! 👍
Die Schleuse in Brunsbüttel.
 

Die Schleusenanlage in Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal.

Foto:Copyright MOPO

picture alliance/dpa/Klaus Nowottnick

 

Brunsbüttel –

Am Montagabend kollidierte ein Containerschiff in Brunsbüttel mit einem Schleusenbauwerk und beschädigte dieses stark. Die Polizei geht derzeit von einem Steuerfehler aus.

Die große Südschleuse in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ist am Montagabend erneut zum Schauplatz eines Schiffsunfalls geworden. Die Polizeidirektion Itzehoe teilte am Dienstag mit, dass das Containerschiff „Containerships Arctic“ von See kommend in die Schleuse eingelaufen sei und dabei mit der Schleusenmauer kollidierte. Grund für den Unfall sei nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Steuerfehler.

 
 

Südschleuse in Brunsbüttel: Erhebliche Schäden nach Crash

Am Backbordbug der „Containerships Arctic“, die erst im Dezember 2019 in Dienst gestellt wurde, sind erhebliche Schäden entstanden. Dementsprechend wurde zunächst ein Weiterfahrverbot erlassen. Doch nicht nur an dem 170 Meter langen Frachtschiff, sondern auch an dem Schleusenmauerwerk sind schwere Schäden entstanden. Personen wurden bei der Kollision mit der Schleusenmauer nicht verletzt. Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern noch an.

Die Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal, der meist befahrenen künstlichen Seeschifffahrtsstraße der Welt, ist immer wieder Schauplatz von größeren Kollisionen. (dpa/ru)

 

Trockendock: Bau wieder verschoben

Vor Ende 2022 wird es nichts mit der Realisierung des Vorhabens in Brunsbüttel / 40 Monate bis zur Fertigstellung

Das Trockendock soll am WSA-Betriebshafen an der Ostermoorer Straße errichtet werden In der Grafik sind drei Schleusentore dort geparkt.Grafik: WSA Brunsbüttel„
Das Trockendock soll am WSA-Betriebshafen an der Ostermoorer Straße errichtet werden In der Grafik sind drei Schleusentore dort geparkt.Grafik: WSA Brunsbüttel„

Michaela Reh Brunsbüttel Die Schlusenstadt ist der Bundeshauptstadt eine Nasenlänge voraus. Während Berlin mit dem Flughafen BER ein großes Skandal-Projekt zu bieten hat, sorgen in der Schleusenstadt gleich zwei Vorhaben für negative Schlagzeilen: der Bau der fünften Schleusenkammer, bei dem eine gewaltige Kostenexplosion absehbar ist (wir berichteten), und das geplante Trockendock für die Instandsetzung der Schleusentore, das lange Reparaturzeiten verkürzen soll. Beide Maßnahmen gehen auf das Konto der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV).
Im Gegensatz zur großen Schleusenkammer ist mit den Arbeiten für das Dock an der Ostermoorer Straße noch nicht einmal gestartet worden. Und das, obwohl der Planfeststellungsbeschluss schon seit zehn Jahren in den Schränken der WSV schlummert. Jetzt droht eine erneute Verzögerung. Was läuft schief?
Vor drei Jahren hatte Thomas Fischer, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Brunsbüttel, noch akuten Personalmangel für die Verspätung verantwortlich gemacht. Eigentlich hätte das WSA Brunsbüttel Fischer zufolge 2016 mit der Ausschreibung beginnen wollen, der Bund die erforderlichen 21 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Aber ohne die nötigen Ingenieure sei das nicht umzusetzen gewesen. Der geplante Spatenstich 2017 wurde gestrichen, die maritime Wirtschaft auf 2021 vertröstet.
Doch auch dieser Termin sei nicht zu halten. „Die Ausschreibung zur Vergabe der Planungs-, Bau- und Wartungsleistungen soll im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Bei optimalem Verlauf des Vergabeverfahrens könnte Ende 2022 oder Anfang 2023 ein Auftragnehmer gefunden werden. Als Bauzeit werden derzeit 40 Monate veranschlagt“, teilt Jirka Niklas Menke vom WSA Kiel-Holtenau mit.
Bei der Frage nach Gründen für die Verspätung, gibt sich das WSA zugeknöpft: „Der Bund nimmt Priorisierungen bei seinen Bauprojekten vor. Am Westende des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) lag der Hauptfokus in den vergangenen Jahren auf der Fertigstellung der neuen fünften Schleusenkammer Brunsbüttel“, so Menke. Keine weitere Erklärung. Die Kosten, die der Bund trägt, beliefen sich inzwischen auf 25 Millionen Euro, zuzüglich 13 Millionen Euro für die Tor-Liegeplätze neben dem Dock.
Jens B. Knudsen von der Schiffsmaklerei Sartori & Berger aus Kiel ist bislang noch davon ausgegangen, dass der Bau des Trockendocks im kommenden Jahr startet. Der neue Zeitplan – ein Schlag ins Kontor. „Für den Kanal ist es immens wichtig, dass alle Schleusentore zügig repariert werden können, ohne, wie bislang, auf externe Docks angewiesen zu sein.“
Das wertet auch Matthias Probst, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I, so: „Das Dock wird dringend benötigt, um die Ausfallzeiten der Schleusen zu reduzieren.“
Auf Antrag der Jamaika-Koalition soll sich jetzt der schleswig-holsteinische Landtag mit der zügigen Umsetzung des Torinstandsetzungsdocks im Dezember beschäftigen. „Der NOK hat eine enorme wirtschaftliche Strahlkraft. Deswegen ist es wichtig, dass der Landtag und die Landesregierung sich mit Nachdruck beim Bund dafür einsetzen, dass die Bauvorhaben und Projekte weiter vorangetrieben werden“, sagt der Brunsbütteler FDP-Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky.

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Von Frank Behling
Der Frachter
Der Frachter „Munksund“ kollidierte am Sonntag bei Nebel auf dem Nord-Ostsee-Kanal vor der Kieler Schleuse. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Das Unglück ereignete sich am Sonntag um 5.41 Uhr. Der aus Richtung Brunsbüttel kommende Containerfrachter „Munskund“ berührte in Höhe des Voithwerks bei Projensdorf die auf einer Warteposition der Ausweichstelle liegende niederländische Frachtfähre „Balticborg“.

„Dabei entstand an der ‚Balticborg‘ eine zehn bis 15 Meter lange Einbeulung“, so Polizeisprecher Matthias Arends.

 

Nebel könnte Ursache für Kollision auf Nord-Ostsee-Kanal sein

Die 157 Meter lange „Munsund“ geriet nach dem Zusammenprall vom Kurs ab und rammte in Höhe des Voithwerks die Kaimauer des Nordhafens. Dabei entstanden laut Polizei nicht unerhebliche Schäden an der Kaimauer und am Vorschiff des Frachters.

Eine große Rolle bei der Ursache könnte der Nebel gespielt haben. In dem Bereich war kurz vor der Havarie die Sicht durch Nebel auf unter 300 Meter zurückgegangen.

Nach der Untersuchung durch die Wasserschutzpolizei und die für die Sicherheit zuständigen Berufsgenossenschaft BG Verkehr durfte die „Munksund“ noch am späten Sonntagabend die Reise fortsetzen. Das in Malta registrierte Schiff hatte eine größere Anzahl Kühlcontainer mit Bananen geladen.

Zwei Kollisionen binnen 24 Stunden auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Die in den Niederlanden beheimatete „Balticborg“ wurde nach der Havarie in Brunsbüttel untersucht. Auch dieser Frachter konnte die Reise am Sonntagabend fortsetzen, da die große Beule an der Backbordseite weit über der Wasserlinie lag.

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal war es die zweite Kollision innerhalb von 24 Stunden. In Rendsburg waren am Sonnabend zwei Frachter kollidiert.

Weitere Nachrichten vom Nord-Ostsee-Kanal lesen Sie hier.

 
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Frachtschiffe-kollidieren-bei-Rendsburg-im-NOK,kollision238.html
Copyright NDR
Zwei beschädigte Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal.  Foto: Daniel Friederichs
 

Frachtschiffe kollidieren bei Rendsburg im Nord-Ostsee-Kanal

Stand: 07.11.2020 14:29 Uhr

Am Sonnabend hat es auf dem Nord-Ostsee-Kanal eine Havarie gegeben.

Die Kollision der beiden Schiffe hat sich nach Angaben der Polizei am Vormittag unweit der Stadt Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ereignet. Die Frachter waren frontal zusammengestoβen, ein Schiff sei daraufhin in die Böschung gefahren, sagte ein Polizeisprecher. Das zweite Schiff konnte am Mittag durch Schlepper an den Haken genommen werden.

Keine Verletzten

Nach Angaben der Polizei ist der Nord-Ostsee-Kanal frei und die Unfallstelle für andere Schiffe passierbar. Verletzte habe es an Bord beider Frachter keine gegeben, so ein Sprecher. Wie es zu der Havarie an der Eidermündung bei Schacht-Audorf kommen konnte, ist noch unklar.

https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal/Frachtschiffe-auf-Nord-Ostsee-Kanal-kollidiert
Copyright KN Online
 
 
Schülp b. Rendsburg

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg sind am Sonnabend zwei Frachtschiffe zusammengestoßen. Die Kollision ereignete sich gegen 12 Uhr im Bereich der Lürssen-Kröger Werft. Nach ersten Informationen der Wasserschutzpolizei ist der aus Kiel kommende Frachter „Rix Star“ gegen die Backbordseite des aus Brunsbüttel kommenden Frachters „Rix Partner“ geprallt.

Die 88 Meter lange „Rix Partner“ wurde dabei im Bereich des Unterwasserschiffs beschädigt und machte mit Schlagseite an einem Notliegeplatzes in der nahen Obereider fest. Da kurzzeitig die Gefahr der Gewässerverschmutzung bestand, rückte die Feuerwehr Rendsburg mit mehreren Kräften und dem Löschboot „Florian“ an. Der Frachter wurde mit einer Ölsperre eingeschlängelt.

Frachter muss abgeschleppt werden

Die ebenfalls 88 Meter lange „Rix Star“ wurde am Bug beschädigt und musste von zwei Schleppern zur Untersuchung in den Rendsburger Kreishafen geschleppt werden. Die Ermittlungen zur Unfallursache hat die Wasserschutzpolizei Kiel übernommen. Das Streifenboot „Adler“ sicherte die Unfallstelle und die Bergung der „Rix Star“. Verletzt wurde nach ersten Informationen bei der Kollision niemand. 

Kurios ist, dass beide Schiffe im Auftrag der dänischen Reederei Baltic Shipping fahren.

Von RND/dpa

 

Brunsbüttel

Blick auf die Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Foto: dpa)
 
 
Copyright Sueddeutsche Zeitung

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Brunsbüttel (dpa/lno) – Technische Probleme an der Schleuse in Brunsbüttel haben mehrtägige Behinderungen ds Verkehrs auf dem Nord-Ostsee-Kanal verursacht. Wie Bereichsleiter Jürgen Schneider vom Wasser- und Schifffahrtsamt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte, war am Vortag in der Südkammer der Schleuse an einem Radlager ein Schaden aufgetreten. Damit könne das Schleusentor nicht bewegt werden. Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ berichtet.

„Wir müssen den Toroberwagen tauschen“, sagte Schneider. Dieses entscheidende Bauteil wiege 33 Tonnen. Ersatz sei vorhanden, aber für die Montage werde ein Schwimmkran benötigt. Dieser solle von Montag bis Mittwoch nächster Woche zur Verfügung stehen. Vorerst dürfen in Brunsbüttel derzeit nur so viele Schiffe in den Kanal einfahren, wie ihn auch verlassen. Dies bewirke auch Staus vor der Kanaleinfahrt, sagte Schneider.

Privat Guenther NOK21.de von Kollegen Info ab 1600 NN BRB wieder in Betrieb , vorher Tauchaktion


Verkehrsminister Andreas Scheuer zu Besuch am Nord-Ostsee-Kanal

Stand: 12.10.2020 17:19 Uhr

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat am Montag in Großkönigsförde das offizielle Startsignal für den Ausbau der Oststrecke gegeben – auch wenn die Bauarbeiten bereits seit Januar laufen.

Am Montag war der symbolische Spatenstich, der Corona-bedingt verschoben werden musste. Das rund 20 km lange Teilstück des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Kiel-Holtenau gilt insbesondere für große Schiffe als Nadelöhr, deswegen wird der Kanal in den kommenden Jahren verbreitert – auf mindestens 70 Meter. Gemeinsam mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Kanal über die anstehenden Investitionen.

VIDEO: Scheuer: „Ein Komplettpaket für den NOK“ (1 Min)

2,6 Milliarden Euro für Investitionen

Scheuer betonte, wie wichtig der Kanal nicht nur für Schleswig-Holstein sondern ganz Deutschland sei: 125 Jahre alt und doppelt so viel Verkehr wie am Sueskanal. „Das sind Zahlen, die beeindrucken, aber sie helfen auch. Weil sie den Exportweltmeister Deutschland voranbringen und deswegen investieren wir hier in den nächsten Jahren 2,6 Milliarden Euro“, sagte Scheuer. Das Geld soll unter anderem in die Schleusen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau fließen. Auch die Levensauer Hochbrücke bei Kiel wird damit finanziert.

Günther hofft auf zügige Bauarbeiten

Ministerpräsident Daniel Günther.
1 Min

Günther: „NOK hat große Priorität im Bund“

Ministerpräsident Daniel Günther freut sich über die Investitionen des Bundes in den Nord-Ostsee-Kanal und hofft auf zügige Bauarbeiten.

Tatsächlich wurde der 1895 erbaute Kanal lange vernachlässigt, nun gibt es viel zu tun. „Man weiß ja, für große Bauprojekte brauchen wir lange Planungen. Nun können wir kräftig investieren“, so Scheuer weiter. Ministerpräsident Daniel Günther sprach beim Termin mit Scheuer auch die inzwischen zehn Jahre dauernden Sanierungsarbeiten im Rendsburger Kanaltunnel an. Das, so Günther, sei eine enorme Belastung für die Region. Nun aber freue er sich über die beginnenden Bauarbeiten an der Oststrecke: „Es ist eine gute Zeit, die anbricht und wir sehen, dass der Bund erhebliche Gelder zur Verfügung stellt und, dass der NOK eine große Priorität im Bund hat. Jetzt hoffen wir, dass es so schnell geht, wie geplant.“

DGB-Nord fordert mehr Engagement

Kritik kommt dagegen vom Deutschen Gewerkschaftsbund. DGB Nord Chef Uwe Polkaehn spricht von einer Showeinlage am Nord-Ostsee-Kanal und pocht auf ein höheres Tempo beim Ausbau. Der aktuelle Rückgang an Passagen solle genutzt werden, um bauliche Investitionen vorzuziehen und den Kanal schneller zu ertüchtigen, so Polkaehn. „Die norddeutsche Wirtschaft, die Häfen und mehrere zehntausend Arbeitsplätze im Land sind mittelbar oder unmittelbar davon abhängig, dass diese Hauptschlagader des Schiffsverkehrs funktioniert“, meint der Gewerkschafter.

Passagierschiff und Containerschiff begegnen sich auf dem Nord-Ostsee-Kanal © Touristische Arbeitsgemeinschaft NOK

Ausbau der NOK-Oststrecke kann starten

Am Dienstag ist der Vertrag für den Ausbau des ersten Abschnitts der sogenannten Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals unterzeichnet worden. Die ersten Arbeiten sollen im Januar beginnen.

 

 

rosskönigsförde Mit einem Festakt hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (r.) gestern das offizielle Startsignal für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals gegeben. „Damit beseitigen wir ein Nadelöhr der internationalen Schifffahrt“, sagte der CSU-Politiker in Großkönigsförde zwischen Kiel und Rendsburg. 500 Millionen Euro investiere der Bund in den kommenden zehn Jahren in die 20 Kilometer lange Strecke zwischen Kiel und Großkönigsförde. MinisterpräsidentDaniel Günther (CDU) dankte der Bundesregierung für das klare Bekenntnis zum Nord-Ostsee-Kanal. sh:z

Die „Lebensader“ wird ausgebaut

Der Bund unterstützt den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals mit 500 Millionen Euro / Schiffsverkehr derzeit rückläufig

Auf der Kanal-Baustelle in Großkönigsförde: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU, von links), der Bundestagsabgeordnete Joachim Wadephul (CDU) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Markus Dewanger
Auf der Kanal-Baustelle in Großkönigsförde: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU, von links), der Bundestagsabgeordnete Joachim Wadephul (CDU) und ie lesen in Original-Text

Schifffahrt – Lindau:500 Millionen Euro für Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

Deutschland
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) spricht bei einem Pressetermin an einer Baustelle am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) westlich von Kiel zu Journalisten. Foto: Frank Molter/dpa (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Großkönigsförde (dpa/lno) – Bei einem Besuch auf der Baustelle hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das Startsignal für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals gegeben. „Damit beseitigen wir ein Nadelöhr der internationalen Schifffahrt„, sagte der CSU-Politiker am Montag in Großkönigsförde zwischen Kiel und Rendsburg. 500 Millionen Euro investiere der Bund in den kommenden zehn Jahren in die 20 Kilometer lange Engstelle der künstlichen Wasserstraße zwischen Kiel und Großkönigsförde.

„Alles in allem 2,6 Milliarden Euro steckt der Bund in den nächsten Jahren in den Ausbau und Erhalt des Kanals“, sagte Scheuer. Dieser habe in 125 Jahren nichts an Bedeutung verloren. Die Passage sie für die Reeder schneller und billiger als die Fahrt um Skagen. Zudem werde weniger Kohlendioxid ausgestoßen.

Schleswig-Holsteine Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankte der Bundesregierung für das klare Bekenntnis zum Nord-Ostsee-Kanal. „Vieles ist im Moment noch im Bau, manches noch in Planung“, sagte er. Der Ausbau dieser „Lebensader“ sei sehr wichtig für die Wirtschaft im Norden.

Der rund 100 Kilometer lange Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als die weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Nachdem er lange vernachlässigt wurde, werden jetzt auch die Schleusen in Brunsbüttel und Kiel erneuert und die alte Levensauer Hochbrücke bei Kiel ersetzt. Im Kanal gebe es etwa doppelt so viel Verkehr wie im Suezkanal, sagte Scheuer und sprach von „100 Kilometern nasser Autobahn“.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der Neubau der neuen Schleusenkammer in Brunsbüttel voraussichtlich nochmals 370 Millionen Euro teurer wird als zuvor geplant. Im Entwurf für das Haushaltsgesetz 2021 wird aktuell mit Gesamtausgaben von 1,2 Milliarden Euro gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung um 45 Prozent zum Vorjahr, als noch mit 830 Millionen Euro kalkuliert wurde. Als der Bau 2009 beschlossen wurde, waren noch 273 Millionen Euro veranschlagt worden.

Bei Bauprojekten gebe es immer wieder unvorhergesehene Dinge, sagte Scheuer. „Die Schleuse in Brunsbüttel ist ja nicht ein einfaches Projekt.“ Ministerpräsident Günther sprach von einer „exorbitanten Kostensteigerung“. Aber Bauvorhaben verteuerten sich bei langen Planungszeiten oft. „Das geht auch gar nicht anders, weil sich die Materialpreise verändern.“ Nötig seien schnellere Planungsverfahren. Die Dänen zeigten, dass es auch im Rahmen des EU-Rechts deutlich schneller gehen könne.

Der Verkehr auf dem Kanal war schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die Ladungsmenge der Schiffe betrug 2019 noch 83,5 Millionen Tonnen, nachdem es im Spitzenjahr 2008 rund 105 Millionen Tonnen waren. Im Juli setzte der Bund die Befahrungsabgaben bis Jahresende aus, um den Kanal zu stützen. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nutzten den Kanal im Juli 1905 Schiffe. Ein Jahr zuvor waren es noch 2226 gewesen.

„Der aktuelle Rückgang an Passagen sollte genutzt werden, um bauliche Investitionen vorzuziehen und den Kanal schneller zu ertüchtigen“, sagte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. Die norddeutsche Wirtschaft, die Häfen und mehrere zehntausend Arbeitsplätze seien davon mittelbar oder unmittelbar abhängig.

Behörde: Kollision in Schleuse durch technischen Defekt

 
 
 
Blick in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) auf das Gelände der Schleusen zum Nord-Ostsee-Kanal (Foto mit Drohne aufgenommen). Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Blick in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) auf das Gelände der Schleusen zum Nord-Ostsee-Kanal (Foto mit Drohne aufgenommen). Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Bild: © Carsten Rehder

Behörde: Kollision in Schleuse durch technischen Defekt

Hamburg (dpa/lno) – Ein technischer Defekt an der Schiffsmaschine war die Ursache für die Kollision eines Motorschiffs mit dem Tor der kleinen Schleuse in Brunsbüttel im Mai dieses Jahres. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) im Hamburg hervor. Durch den Defekt habe das Schiff trotz verschiedener Manöver seine Geschwindigkeit nicht stark genug reduzieren können, so dass es frontal gegen das Schleusentor fuhr, heißt es in dem Bericht. Als Ursache des Problems, mit dem die Schiffsführung nach Ansicht der BSU nicht rechnen konnte, vermutet die Behörde einen Wackelkontakt.

Das niederländische Mehrzweckschiff „Rimini“ hatte am 17. Mai bei der Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal das Innentor der Schleuse gerammt. Dabei war erheblicher Sachschaden entstanden, die Reparatur des Schleusentores wird nach Angaben der BSU vermutlich bis Ende des Jahres dauern.

Pressemitteilung der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung

Andreas Scheuer (CSU). Markus Dewanger

Großkönigsförde Bei einem Besuch auf der Baustelle hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das Startsignal für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals gegeben. 500 Millionen Euro investiere der Bund in den kommenden zehn Jahren in die 20 Kilometer lange Engstelle der künstlichen Wasserstraße zwischen Kiel und Großkönigsförde. „Alles in allem 2,6 Milliarden Euro steckt der Bund in den nächsten Jahren in den Ausbau und Erhalt des Kanals“, sagte Scheuer. Dieser habe in 125 Jahren nichts an Bedeutung verloren. Die Passage sei für die Reeder schneller und billiger als die Fahrt um Skagen. Zudem werde weniger Kohlendioxid ausgestoßen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankte der Bundesregierung für das klare Bekenntnis zum Nord-Ostsee-Kanal. „Vieles ist im Moment noch im Bau, manches noch in Planung“, sagte er. Der Ausbau dieser „Lebensader“ sei sehr wichtig für die Wirtschaft im Norden.

Der rund 100 Kilometer lange Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als die weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße. Nachdem er lange vernachlässigt wurde, werden jetzt auch die Schleusen in Brunsbüttel und Kiel erneuert und die alte Levensauer Hochbrücke bei Kiel ersetzt. Im Kanal gebe es etwa doppelt so viel Verkehr wie im Suezkanal, sagte Scheuer und sprach von „100 Kilometern nasser Autobahn“.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der Neubau der neuen Schleusenkammer in Brunsbüttel voraussichtlich nochmals 370 Millionen Euro teurer wird als zuvor geplant. Im Entwurf für das Haushaltsgesetz 2021 wird aktuell mit Gesamtausgaben von 1,2 Milliarden Euro gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung um 45 Prozent zum Vorjahr, als noch mit 830 Millionen Euro kalkuliert wurde. Als der Bau 2009 beschlossen wurde, waren noch 273 Millionen Euro veranschlagt worden.

Scheuer: „Die Schleuse in Brunsbüttel ist ja nicht ein einfaches Projekt.“ Ministerpräsident Günther sprach von einer „exorbitanten Kostensteigerung“. Aber Bauvorhaben verteuerten sich bei langen Planungszeiten oft. Nötig seien schnellere Planungsverfahren. Die Dänen zeigten, dass es auch im Rahmen des EU-Rechts deutlich schneller gehen könne.

Der Verkehr auf dem Kanal war schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die Ladungsmenge der Schiffe betrug 2019 noch 83,5 Millionen Tonnen, nachdem es im Spitzenjahr 2008 rund 105 Millionen Tonnen waren. Im Juli setzte der Bund die Befahrungsabgaben bis Jahresende aus, um den Kanal zu stützen. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nutzten den Kanal im Juli 1905 Schiffe. Ein Jahr zuvor waren es noch 2226 gewesen. „Der aktuelle Rückgang an Passagen sollte genutzt werden, um bauliche Investitionen vorzuziehen und den Kanal schneller zu ertüchtigen“, sagte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. Die norddeutsche Wirtschaft, die Häfen und mehrere zehntausend Arbeitsplätze seien davon mittelbar oder unmittelbar abhängig. dpa

Markus Dewanger

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Erscheinungsdatum 12.10.2020
Laufende Nr. 050/2020

Bund investiert 500 Millionen Euro in Ausbau der Oststrecke

Scheuer: Investition in NOK schützt Klima und stärkt Wirtschaft

Der NOK ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Mit 30.000 Schiffspassagen jährlich verzeichnet er fast doppelt so viele Schiffe wie der Suezkanal. Mit dem Spatenstich zum ersten Ausbauabschnitt der Oststrecke wird heute offiziell ein Großprojekt für die Bundeswasserstraße gestartet: 500 Millionen Euro investiert der Bund in den kommenden zehn Jahren in die 20 Kilometer lange Strecke zwischen Kiel und Großkönigsförde, insgesamt fließen mehr als 2,6 Milliarden Euro in Erhalt und Ausbau des Kanals – so viel wie an keiner anderen Bundeswasserstraße.

Bundesminister Andreas Scheuer:

Der Ausbau der letzten Engstelle des Nord-Ostsee-Kanals wird für die internationale Schifffahrt zu deutlichen Verbesserungen führen. Schon heute ist der Kanal elementarer Bestandteil globaler Transportwege. Die Vorteile des NOK liegen auf der Hand: weniger Kosten, weniger Fahrtzeit und weniger CO2. Jede Investition in den NOK ist damit aktiver Klimaschutz und stärkt die deutsche Wirtschaft.

Ministerpräsident Daniel Günther:

Mit dem heutigen Spatenstich beginnt eine wichtige Ausbau-Etappe des Nord-Ostsee-Kanals. Der NOK ist eine Lebensader für uns in Schleswig-Holstein und für die ganze Wirtschaft vor allem in Nordeuropa. Er verbindet Nord- und Ostsee, er bringt Wirtschaftsräume zusammen. Der Ausbau nimmt mit der weiteren Schleusenkammer in Brunsbüttel und dem Oststrecken-Abschnitt die langersehnte Fahrt auf.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der GDWS:

Der Ausbau der Oststrecke ist eine ambitionierte Großbaustelle, die neben den anderen laufenden Kanalprojekten, Voraussetzung für eine leistungsfähige Wasserstraße ist. Bei der Umsetzung der Baumaßnahme wurden gute Lösungen für die Belange der Anwohner*innen und der Umwelt gefunden.

Bei der Planung wurden die verschiedensten Interessen berücksichtigt: von Bund und Land, Landkreisen und Kommunen, Anwohnern und Reedern, den Landwirten und Naturschützern. Zum Beispiel wird es einen durchgehenden Seitenweg geben, den Radfahrer und Spaziergänger nutzen können. Selbst der Bodenaushub wird so gestaltet, dass die Flächen sich nahtlos in das natürliche Landschaftsbild des norddeutschen Hügellandes einfügen.

 
 
Mathias Stein – Sozialdemokrat im Deutschen Bundestag

hat ein Video in der Playlist Bericht aus Berlin #FragMathias gepostet.

 
Moin aus Berlin.
Gute Arbeitsbedingungen sind keine Selbstverständlichkeit. Deshalb kämpfen wir als SPD gemeinsam mit unserem Bundesarbeitsminister Hubertus Heil für ein Recht auf Home-Office und üben Druck aus, damit wir ein faires und durchsetzbares Lieferketten-Gesetz bekommen. Auch der Bundeshaushalt und die Frage notwendiger Investitionen waren in dieser Woche erneut wichtige Themen. Schaut doch mal rein und schreibt mir gern Eure Fragen und Anmerkungen in die Kommentare.
 
Die parlamentarischen Haushaltsverhandlungen mit Haushaltsentwürfen, Investitionsrahmenplänen, Restmitteln, Verpflichtungsermächtigungen, Deckungsvermerkungen und Jahresrechnungen sind nur auf den ersten Blick trockene Kost. Tatsächlich können wir Parlamentarier*innen dem Haushaltsentwurf der Regierung jetzt unsere politische Handschrift geben.
Für den Verkehrsbereich heißt das, klimafreundliche Verkehrsträger stärken, stockende Förderprogramme überprüfen oder auch Branchen unterstützen, die bisher noch keine Corona-Hilfen erhalten haben.
Dazu haben wir Verkehrspolitiker*innen heute zweieinhalb Stunden mit unserem Haushälter Thomas Jurk und mit Dr. Michael Güntner, dem für Haushalt zuständigen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, diskutiert.
Beim Radverkehr haben wir so viel Geld wie noch nie – und müssen trotzdem schauen, dass es reicht. Die Wasserstraße ist neben der Schiene Voraussetzung für eine erfolgreiche Verkehrswende. Seit 2018 habe ich mich sehr erfolgreich für hunderte neue Handwerker, Techniker und Ingenieure stark gemacht, damit Erhalt und Ausbau unserer Kanäle endlich vorangeht. Dadurch kann jetzt sehr viel mehr Geld verbaut werden und wir steuern das erste Mal seit Langem auf einen finanziellen Engpass bei den Wasserstraßeninvestitionen zu. Ich setze mich dafür ein, dass wir diese Hürde auch noch nehmen können
 
https://www.facebook.com/mathias.stein.spd/videos/375286230514600

Von Frank Behlingdanke Copyright KN online
 
In Brunsbüttel wurden die Schleusen am Donnerstag versehentlich bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor die Schleusen vom Warnstreik ausgenommen. Quelle: fb: Frank Behling
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Kiel

Seit 8 Uhr dürfen keine Schiffe mehr in Brunsbüttel in den Kanal. Die Gewerkschaft Verdi hatte am Morgen die Mitarbeiter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Rendsburg und Brunsbüttel zum Warnstreik aufgefordert.

Kommunikationspanne als Ursache

Jedoch waren ausdrücklich die Schleusen, die Kanalfähren und der Kanaltunnel in Rendsburg von den Streikmaßnahmen wegen ihrer Bedeutung ausgenommen worden.

 

„Wir haben nicht zum Streik auf den Schleusen aufgerufen“, bestätigte auch Verdi-Sprecher Frank Schischefsky auf Nachfrage. Auch einige Kanalfähren wurden am Morgen zeitweise bestreikt.

Nach KN-Informationen ist eine Kommunikationspanne innerhalb der Verdi-Mitglieder in Brunsbüttel Ursache für den Streik auf der Schleuse.

Einige Mitglieder von Verdi hatten die Information von der Ausnahme der Schleusen und Fähren nicht erhalten und waren morgens nicht am Arbeitsplatz erschienen.

Lesen Sie auch: Schleuse knackt die Milliarden-Grenze

Schiffe ankern in der Elbe

In Anbetracht der angespannten Lage bei der Schifffahrt sowie der Bedeutung des Kanaltunnels und der Fähren für die Bevölkerung waren Schleusen und Fähren von der Streikleitung bewusst ausgenommen worden. 

Die Mitarbeiter der Schleuse Brunsbüttel ließen ab 8 Uhr nur noch Schiffe aus dem Kanal ausschleusen. Einfahrten von Frachtern aus der Elbe wurden untersagt. Der Ausstand soll bis in den Abend gehen.

Einige Reeder haben bereits reagiert.  Zwei Frachter ankerten vor der Schleuse in der Elbe

Weitere Informationen aus Schleswig-Holstein gibt es hier.

 
 
 
 
 
 
25. September um 16:46 
Mit Öffentlich geteilt
Öffentlich
Heute diskutierten wir den Haushaltsentwurf 2021 des Bundesverkehrsministeriums.
Dem Klimaschutzpaket und der Corona-Hilfen sei Dank: Im nächsten Jahr werden so viele Milliarden wie nie zuvor in die Klimawende im Verkehrsbereich investiert. Mehr Geld für die Schiene, für Elektromobilität, für Radinfrastruktur und für den Ausbau von Wasserstraßen. Besonders freut mich, dass wir nach harten Diskussionen in der Sommerpause 83 neue Stellen bei der WSV für ökologische Maßnahmen an Wasserstraßen durchsetzen konnten. Damit sorgen wir für mehr Wasserqualität und setzen einen stärkeren Fokus auf die Freizeitnutzung von Bundeswasserstraßen. In den parlamentarischen Beratungen bleibt im Schifffahrtsbereich allerdings noch einiges zu tun. So brauchen wir ausreichend Ersatztore an den Schleusen des NOK sowie mehr Handwerker*innen und Techniker*innen für den laufenden Betrieb.
 
Mathias toll NOK Zukunft NOK21.de danke
 
 

 fuer den NOK  NO 1 absolut Unterstuetzung ueber „Rettet den NOK“ zusammen mit  der tollen Bettina Hagedorn danke, nein nicht nur  absolut sehr vielen Dank, ganz viel erreicht seit 2011, auch vorher mit dem tollen Johannes Kahrs der WhistlebloWer NOK Guenther Goettling NOK21.de

 
Scheuer muss beim NOK handeln! Ich fordere mehr Ersatztore und einen Nutzer*innen-Beirat!
Mehr Aufmerksamkeit für den Kanal ist in seinem 125. Jahr wichtiger denn je. Er ist gebeutelt von langwierigen, aber notwendigen Baumaßnahmen, die sich immer weiter verzögern. Die Auswirkungen von COVID-19 sorgen für sinkende Schiffspassagen zu Gunsten der längeren und umweltschädlicheren Skagerrak-Route. Und in letzter Zeit nehmen Unfälle an den Schleusentoren zu, was zu langen Wartezeiten führt und den NOK noch mehr Verkehre an die Skagerrak-Route verlieren lässt.
Damit sich das ändert, erwarte ich jetzt vor allem zwei Dinge vom Bundesverkehrsministerium für den Nord-Ostsee-Kanal als Schlagader der norddeutschen Wirtschaft und als klimafreundlichem Transportweg von der Ostsee in die Nordsee:
Erstens brauchen wir ausreichend Ersatztore für die Schleusen in Kiel und Brunsbüttel. Auch die Reparatur der durch Schiffsunfälle beschädigten Tore muss umgehend erfolgen. Es kann nicht sein, dass Monate ins Land gehen, bis eine entsprechende Ausschreibung erfolgreich ist. Das Ministerium muss diese Aufträge künftig so vergeben, dass die Tore schnellstmöglich wieder einsatzbereit sind. Davon würden insbesondere die deutschen Werften profitieren.
Zweitens muss das künftige Kanalamt mehr Kompetenzen und mehr Verantwortung erhalten. Insbesondere Entscheidungen zum Betrieb, zur Abarbeitung von Investitionen oder zu Nachtragsverhandlungen müssen vor Ort getroffen werden. Bisher erlaubt die Generaldirektion in Bonn den Ämtern vor Ort kaum eigenverantwortliche Entscheidungen. Kompetenz vor Ort heißt für mich auch, dass die Kanalverwaltung die Öffentlichkeit künftig transparenter über relevante Entscheidungen informiert. Hierzu schlage ich einen Nutzer*innen-Beirat vor.
Copyright Norddeutsche Rundschau
 

2. Maritimer Parlamentarischer Abend

 

Kiel (rd) Klaus-Hinrich Vater, Präsident der IHK zu Kiel, sagte beim zweiten Maritimen Parlamentarischen Abend der IHK Schleswig-Holstein: „Der Nord-Ostsee-Kanal ist und bleibt von größter Bedeutung, vor allem für die deutschen Nordseehäfen und damit für ganz Norddeutschland. Daran ändern auch konjunkturbedingt schwankende Durchfahrten nichts.“

Thema war die herausragende wirtschaftliche Bedeutung des NOK für Hamburg und ganz Schleswig-Holstein. Gäste aus Bundes- und Landespolitik betonten mit Vertretern der Wirtschaft, dass in Zeiten von Routenoptimierung und steigendem Klimabewusstsein die Ertüchtigung und effektive Vermarktung des Kanals von großer Bedeutung seien. Ihre Potenziale behalte die international bedeutende Wasserstraße trotz rückläufiger Schiffsbewegungen, sagte Vater. „Um die Leistungsfähigkeit des Kanals auch zukünftig zu sichern, sind vor allem Investitionen in den Erhalt der Infrastruktur und Maßnahmen zur Fachkräftesicherung nötig“, mahnte er. „Das erfordert jetzt die richtigen Weichenstellungen von Politik und Verwaltung.“

Das bekräftigte Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft: „Die gerade durch die EU beschlossene Einbeziehung des Seeverkehrs in das System der Abgaben auf Emissionen (ETS) trägt weiter zur hohen Attraktivität des NOK bei. Der Kanal verkürzt nicht nur die Fahrtzeit zwischen Nord- und Ostsee um etwa die Hälfte, sondern trägt direkt zu Kosteneinsparungen bei. Kürzere Fahrtzeiten, geringere Treibstoffkosten, gleichzeitig weniger schädliche Emissionen – das ist gut für das Klima und die Umwelt.“ Der NOK habe auch mehr als 125 Jahre nach seiner Einweihung nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. „Damit er seine herausragende Stellung als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt behält, müssen wir seine Attraktivität erhalten. Dazu gehört eine funktionierende Infrastruktur genauso wie Gebühren, die mit Augenmaß erhoben werden. Die Aussetzung der Befahrensabgabe bis Ende des Jahres ist ein erster richtiger Schritt. Klar ist aber auch, dass weitere Schritte folgen müssen.“

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sagte: „Der NOK hat eine weite wirtschaftliche Strahlkraft, die über die Ländergrenzen hinaus spürbar ist. Nicht nur die Häfen profitieren vom Kanal, sondern auch die Werften, Zulieferer und Handwerksbetriebe. Und auch das ‚Hinterland‘ spürt die externen Effekte beim Tourismus oder in der Gastronomie. Der NOK ist mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel, um die großen Schiffe aus nächster Nähe zu bestaunen oder auf den Ausflugsschiffen einmal quer durchs Land zu fahren. Deswegen setzen wir uns stetig beim Bund dafür ein, dass die Bauvorhaben und Projekte weiter vorangetrieben werden, um den Kanal noch attraktiver zu gestalten. Dazu gehört der bereits begonnene Neubau der 5. Schleusenkammer Brunsbüttel oder die geplante Vertiefung des NOK.“

Ingo Egloff, Vorstandsmitglied bei Hafen Hamburg Marketing, erläuterte: „Der NOK ist eine der Lebensadern für den Hamburger Hafen. Ohne den NOK hätte Hamburg nicht diese starke Drehscheibenfunktion für den Ostseeraum. Der kurze Weg für die Feederschiffe durch den NOK in die Ostsee und zurück sichert dem Hamburger Hafen die Hub-Funktion und ist neben den guten Hinterlandverbindungen per Eisenbahn einer der wichtigsten Faktoren im Wettbewerb Hamburgs mit den anderen Häfen. Der Hamburger Hafen braucht den NOK.“

Frank Schnabel, Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports, unterstrich: „Der Nord-Ostsee-Kanal ist mit knapp 28800 Schiffspassagen im Jahr 2019 weiterhin die mit großem Abstand meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Für den Hamburger Hafen hat er eine bedeutende Funktion als Transitwasserstraße zwischen Nord- und Ostsee. Ebenso nimmt der Kanal eine herausragende Bedeutung für die durch ihn verbundenen Häfen und auch für die Industrieunternehmen ein, die über die Kanalhäfen versorgt werden. Ohne einen funktionierenden und erreichbaren Kanal wären sowohl die Häfen als auch die Betriebe, die zahlreiche Industriearbeitsplätze sichern und Wertschöpfung in Schleswig-Holstein generieren, abgeschnitten.“

In einer anschließenden Gesprächsrunde vertieften die Teilnehmer die Bedeutung des Kanals. Schwerpunkte lagen auf der Zukunftsperspektive Klimaschutz, der Wasserstraße als Wirtschaftsfaktor für Häfen in der Region, Gewerbegebiete und Tourismuspotenziale. Transporte auf dem Wasser weisen eine deutlich bessere Klimabilanz auf als Transporte an Land. Vor diesem Hintergrund kritisierte Vater die Dauer von Infrastrukturvorhaben in Deutschland: „Planung und Genehmigung der aktuellen Elbvertiefung haben 16 Jahre gedauert. Die Instandsetzung der Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal und die Verbreiterung der Oststrecke sollen erst 2030 abgeschlossen sein. Wir müssen bei Großprojekten in Deutschland wieder mehr zeitliche Verlässlichkeit erreichen“, forderte er.

Für die Wirtschaft sei der Kanal kein Auslaufmodell. Im Gegenteil: „Wir in Schleswig-Holstein wollen die Antriebswende. Diese wollen wir nicht nur auf der Straße oder der Schiene, wir wollen sie auch auf dem Wasser. Wir entwickeln Technologien, wir haben innovative Werften, und wir haben einen Kanal, an dessen Verlauf sich diese alternativen Treibstoffe bunkern und somit die Emissionen verringern lassen“, entwarf Vater eine Zukunftsvision. Die politischen Forderungen finden sich in einem aktuellen Positionspapier auf www.ihk-schleswig-holstein.de/position-nok.

 
 
 
 

Planungsrecht: Alle sind für eine Reform

http://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/1986/article/1218570/4/1/render/?token=ef197f51d72b74c56b5b54b7b6dd2793&vl_app_id=de.shzmain.areader&vl_app_version=6.3.1&vl_platform=android&fbclid=IwAR29HPMRPF9ALeyYRl3ZiUYkO07ug9xMxAchMl2dpmhmGJM7fBWIuQIm9A4
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Neue Schleuse wird Milliardengrab

Bund zahlt Baufirmen 370 Millionen Euro extra – und wendet so ein Scheitern des Großprojekts am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel ab

Teure Baustelle: Die Kosten für die fünfte Schleuse in Brunsbüttel steigen von 830 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden.  C. Rehder/dpa
Teure Baustelle: Die Kosten für die fünfte Schleuse in Brunsbüttel steigen von 830 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden. C. Rehder/dpa

Henning Baethge Brunsbüttel/berlin Als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gestern im Bundestag seinen Ressort-Etat für nächstes Jahr vorstellte, zeigte er sich kritisch. „Natürlich gibt es Projekte, die nicht so gut laufen“, sagte der CSU-Politiker – und nannte den Fehmarnbelt-Tunnel, dessen Bau in Dänemark schon seit fünf Jahren genehmigt ist, in Deutschland aber zu Scheuers Ärger gerade erst „beim Bundesverwaltungsgericht verhandelt wird“.

Allerdings hätte der Minister mindestens ein noch viel besseres Beispiel für schlechte Planung anführen können, für die vor allem sein Haus verantwortlich ist: Der Bau der fünften Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel hat sich nicht nur stark verzögert, sondern verteuert sich jetzt auch noch mal um 45 Prozent. Die Schleuse wird damit zum Milliardengrab für den Bund. Denn statt der zuletzt veranschlagten 830 Millionen Euro kostet sie nun laut Etatentwurf sogar 1,2 Milliarden – und damit mehr als zum Beispiel die fast 900 Millionen Euro teure Hamburger Elbphilharmonie.

Die erneute Kostenexplosion bei der fünften Schleuse ist nicht die erste: Als der Bau vor zwölf Jahren beschlossen wurde, sollte er nur gut 270 Millionen Euro kosten, sechs Jahre später waren es schon 540 Millionen. Nun sprengt Schleswig-Holsteins größte Baustelle die Milliardengrenze. Grund für den abermaligen Kostenanstieg ist laut Scheuers Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt ein Vergleich des Bundes mit dem beauftragten Baukonsortium im schon länger andauernden Rechtsstreit über umfangreiche Zusatzarbeiten. Die sind vor allem wegen der schwierigen Lage der Baustelle mitten auf der Brunsbütteler Schleuseninsel notwendig geworden.

„Die erheblichen Streitigkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer über den Bauvertrag hatten das Potenzial, ohne ein Eingreifen zu einem Baustillstand oder einem Scheitern des Projekts zu führen“, sagte eine Behördensprecherin gestern unserer Zeitung. Daher habe man sich auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt. Der Bund zahle nun zusätzliche 370 Millionen Euro. Im Gegenzug übernehme der Auftragnehmer „den Großteil der zu beherrschenden Zeitrisiken“. Stark verzögert hat sich das Projekt schon jetzt: Bei Baubeginn im Jahr 2014 war die Eröffnung der Schleuse für Ende 2020 vorgesehen. Jetzt soll es erst 2026 so weit sein.

Beim Steuerzahlerbund in Schleswig-Holstein stieß die Kostenexplosion auf Kritik. Zwar bezweifelt dessen Chef Rainer Kersten nicht den Sinn des Vorhabens: „Die Schleuse wird gebraucht“, sagte er. Doch sei es „völlig unverständlich, dass der Bund solche Projekte nicht vernünftig planen, ausschreiben und überwachen kann“. Nicht zuletzt kritisierte er, dass sich die Bauzeit der Schleuse verdoppelt hat: „Jede Bauzeitverlängerung führt dazu, dass alles teurer wird.“ Offenbar sei die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung „mit solchen Großprojekten überfordert“, sagte Kersten – und erinnerte daran, dass auch die drastischen Verzögerungen und Kostensteigerungen bei der Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels an Streitigkeiten von Scheuers Behörde mit den beauftragten Unternehmen zurückzuführen seien.

Die Grünen im Bundestag übten ebenfalls Kritik. Scheuer habe bei der Steuerung des Großprojekts „offensichtlich versagt“, sagt deren Seefahrtsexpertin Claudia Müller. „Die Mehrkosten kann man niemandem mehr erklären.“

 

Kiel Vor 125 wurde der Nord-Ostseekanal gebaut – „in acht Jahren und ohne Hydraulikbagger. Heute dauert allein der Bau eine neuen Schleuse in Brunsbüttel so lang , bedauert der maritime Koodinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann (CDU), und fordert einen rigorse Änderung des Planungsrechtes. Schlüsselwort ist dabei die Stichtagsregelung: Veränderte Rahmenbedingungen, die sich erst nach Einreichen der Planungsunterlagen (Stichtag) ergeben, sollen künftig keine Möglichkeit zur Klage vor den Verwaltungsgerichten geben.

Nicht nur die Sanierung des Nordostseekanals sondern auch der Weiterbau der A 20 wurde mehrfach durch Klagen herausgezögert. „Während der oft lang andauernden Planungen ändern sich mitunter rechtliche Rahmenbedingungen, der Stand der Wissenschaft und Technik oder der ökologische Zustand der betroffenen Gebiete. Unterlagen im laufenden Planfeststellungsverfahren müssen dann oft angepasst werden. Dies führt zu nicht unerheblichen Verzögerungen“, räumt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) ein.

Der liberale Landtagsabgeordnete und FDP-Fraktionschef Christopher Vogt spricht Klartext: „Unser Planungsrecht ist eigentlich ein Verhinderungsrecht.“ Es reiche nicht aus, die Investitionsmittel weiter zu erhöhen. Er will die Zeit von Beginn der Planungen bis zum Rollen der Bagger auf den Baustellen verkürzen.

Selbst die Grünen sehen Handlungsbedarf nicht zuletzt weil auch ihre Lieblingsprojekte – Stromautobahnen und Windparks– neuerdings von Umweltschützern beklagt werden. Ihr Bundestagsfaktionschef Anton Hofreiter wörtlich: „Es sollte eine Stichtagsregelung gelten, danach herrscht Gutachtenstopp“. Das sieht auch sein Landtagskollege Andrea Tietze so. „Es gibt einen Konsens darüber, dass die Planungen zu lange dauern. Die Frage der Stichtagsregelung ist dabei Bestandteil der Überlegungen zur Planungsbeschleunigung.“

Bei so viel Übereinstimmung ist erstaunlich, dass auf Bundesebene nicht auf Tempo gesetzt wird. Deshalb sieht Vogt das Thema bereits im Bundestagswahlkampf. Dort werde es eine wichtige Rolle spielen müssen, weil der Bürger nicht mehr einsehe, dass wichtige Infrastrukturprojekte über Jahre blockiert werden können. „Spätestens durch die Corona-Krise wird der großen Mehrheit klar geworden sein, dass wir uns dieses teure und undemokratische Verhinderungsrecht endgültig nicht mehr leisten können“.

Bürgerrechte und Naturschutzbelange werden durch die Änderungen nicht eingeschränkt, sagte Vogt. Allerdings will er nur noch denen Klagerecht einräumen, die bereits im Anhörungsverfahren Bedenken geltend gemacht haben. Umweltverbände müssten sich jetzt also beispielsweise schon im Beteiligungsverfahren für den Ersatzbau der Rader Hochbrücke einbringen. Strittige Punkte könnten dadurch frühzeitig ausgeräumt und Prozesse vermieden werden. Bei der Brunsbütteler Schleuse kündigt sich übrigens das nächste „zeitliche Drama an“. Ursprünglich sollten in diesem Jahr die ersten Schiffe durch die neue Kammer gehen. Jetzt geht man von einer Inbetriebnahme 2026 aus. kim

 

https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal/Ausbau-des-Nord-Ostsee-Kanals-Wie-viel-Erde-vertraegt-die-Ostsee?fbclid=IwAR3XazjVRxplXJE9EuvFQLnZVk88cgY_Vrdh507VFeVsa70UgdS6RxE_auY

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Von Frank Behling
 
Der sogenannte Nass-Aushub hat auf der Höhe von Schinkel begonnen. Probehalber werden zurzeit 20.000 Tonnen Baggergut in der Ostsee versenkt. Quelle: Frank Behling
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Schinkel

„Es geht zunächst um etwa 20 Fahrten“, sagt Georg Lindner, zuständiger Projektleiter für den Ausbau der Oststrecke des Nord–Ostsee-Kanals beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau. Der niederländische Schlepper „Dutch Pioneer“ schiebt pro Tag eine Baggerschute mit etwa 900 Tonnen Baggergut von einem Behelfsanleger bei Schinkel bis zu einer Position innerhalb der Wirtschaftszone und westlich des Leuchtturms Kiel. Dort wird das Baggergut versenkt.

Zusätzlich sind die Klappschuten „Prins 3“ und „Prins 5“ unterwegs. Diese Schuten können ihren Unterboden öffnen und so das Baggergut einfach ins Meer sacken lassen. Insgesamt werden zunächst 20.000 Tonnen Boden aus dem Nord-Ostsee-Kanal verklappt.

 

Dabei handelt es sich um Boden aus der Steinzeit mit Findlingen, den ein Bagger vom Kanalgrund und der Uferböschung holt. Da die Gemeinden an der Eckernförder Bucht Bedenken geäußert hatten, werden diese ersten Fahrten von einer Messkampagne begleitet. „Wir wollen die Auswirkungen dokumentieren“, sagt Lindner.

Lesen Sie auch: Hier geht der Kanal in die Breite

Gemeinden fürchten Eintrübung des Wassers in der Eckernförder Bucht

„Es wäre schön, wenn wir diese Ergebnisse auch bekommen könnten. Derartige Verklappungen lösen bei den Bürgern viele Fragen aus, mit denen sie zuerst zur Bürgermeisterin kommen“, sagt Damps Bürgermeisterin Barbara Feyock. Ihr Vorgänger Horst Böttcher hatte bis 2018 als Sprecher der Gemeinden an den Planungen teilgenommen. Die größte Sorge der Gemeinden ist, dass die Verklappung von insgesamt drei Millionen Tonnen Baggergut zu einer Eintrübung des Wassers in der Eckernförder Bucht führen kann.

Beispiele für derartige Auswirkungen gab es in der Ostsee zuletzt 2015, als Russland für den Bau neuer Häfen in New-Bucht bei Sankt Petersburg binnen weniger Monate fast 28 Millionen Kubikmeter Baggergut innerhalb russischer Hoheitsgewässer verklappte. Die Eintrübung beschäftigte danach selbst finnische Meereswissenschaftler, da auch dort Veränderungen der Meeresumwelt registriert wurden.

Verklappen des Aushubs: Daten werden bis 2021 ausgewertet

Genau diese Überraschungen möchte das WSA nicht erleben. Für das Planfeststellungsverfahren war die Unbedenklichkeit zwar in verschiedenen Gutachten festgestellt worden. Die Messverfahren sollen jetzt aber in der Praxis Gewissheit bringen. Dafür wurden an fünf Stellen Messanlagen installiert, die jede Veränderung der Wasserqualität an den Verklappungsstellen erfassen. Die 20 ersten Verklappungsfahrten steuern unterschiedliche Positionen an, und das auch nur bei Tageslicht. „So bekommen wir genaue Daten zu den Einflüssen“, erklärt Lindner.

Lesen Sie auch: Kanalausbau wird 567 Millionen Euro teurer

Bis zum kommenden Jahr will die WSA die auf diese Weise ermittelten Daten auswerten, um die schonendste Art der Verklappung und die am besten geeigneten Ablageplätze zu ermitteln. „Ende 2021 beginnen wir dann mit der Verklappung des Nassbaggerguts für den ersten Bauabschnitt“, erklärt Lindner. Dabei sollen dann etwa 1,1 Millionen Kubikmeter Erde von Schinkel in die Ostsee kommen.

Weitere Verklappungen erfolgen dann im Zuge der zwei weiteren Bauabschnitte bis Ende des Jahrzehnts. Weitere 2,5 Millionen Kubikmeter werden während des ersten Bauabschnitts auf dem Landweg zu Ablagerungsflächen in der Nähe des Kanals gebracht. Sie werden zum Beispiel an der Autobahn 210 auch als Lärmschutzwall verbaut.

Weitere Nachrichten zum Nord-Ostsee-Kanal lesen Sie hier.

 
 
 
 
 

Menschliches Versagen führte zu Frachter-Havarie

Kiel Die Havarie eines Frachters in der Kieler Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal ist nach Polizeiangaben auf menschliches Versagen zurückzuführen. „Wir haben bislang keine Hinweise auf technische Probleme gefunden“, sagte ein Polizeisprecher gestern. Gegen den Kapitän des Schiffs werde wegen Verdachts der Schifffahrts-Gefährdung ermittelt.

Der unter der Flagge Panamas fahrende 88 Meter lange Frachter „Else“ war am 29. August auf dem Weg von Litauen nach Frankreich gegen ein geschlossenes Tor der Nord-Schleuse gekracht. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau bezifferte den Schaden auf zwei Millionen Euro. Die Mannschaft des Schiffs berief sich anschließend auf technisches Versagen. Das Schiff hatte Ammoniumnitrat geladen, das für die Herstellung von Düngemitteln verwendet wird. lno

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https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/verdacht-auf-menschliches-versagen-als-grund-fuer-frachter-havarie-auf-nok-id29561532.html
 
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Der Schaden an der Nord-Schleuse in Kiel liegt bei 2 Millionen Euro.
 
 

Der Frachter „Else“ durfte bereits am Dienstag seine Reise nach Frankreich über den Skagerrak fortsetzen.

Verdacht auf menschliches Versagen als Grund für Frachter-Havarie auf NOK
Schleusentor in Kiel

Kiel | Nach der Havarie eines Frachters in der Kieler Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal haben die Ermittler den Verdacht, das menschliches Versagen den Unfall ausgelöst hat. „Es kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass technische Probleme eine Rolle bei der Havarie am 29. August spielten“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es stehe noch ein Gutachten in dem Fall aus.

 

Weiterlesen: Zwei Millionen Euro Schaden durch Frachter-Havarie in Kieler Kanal-Schleuse

Schaden von 2 Millionen Euro

Der unter der Flagge Panamas fahrende 88 Meter lange Frachter „Else“ war Ende August auf dem Weg von Litauen nach Frankreich gegen ein geschlossenes Tor der Nord-Schleuse gekracht. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau bezifferte den Schaden auf zwei Millionen Euro. Die Mannschaft des Schiffs berief sich anschließend auf technisches Versagen. Das Schiff hatte Ammoniumnitrat geladen, das für die Herstellung von Düngemitteln verwendet wird.

Weiterlesen: Frachtschiff mit Ammoniumnitrat rammt Schleusentor in Kiel

Ausweich-Route über den Skagerrak

Die „Else“ durfte noch am Dienstag ihre Reise in Richtung Frankreich fortsetzen. Nach Polizeiangaben verläuft ihr Kurs aber über den Skagerrak und nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal wie ursprünglich geplant. Nach der Havarie war dem Schiff zwischenzeitlich die Weiterfahrt untersagt worden. Gegen den verantwortlichen Schiffsführer wird wegen Verdachts der Schifffahrts-Gefährdung ermittelt.

Das bei der Havarie beschädigte Schleusentor wurde ersetzt. Seit Freitag sind bereits wieder beide große Schleusenkammern in Betrieb.

– Quelle: https://www.shz.de/29561532 ©2020
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/NOK-Schleuse-nach-Havarie-fast-repariert,schleuse894.html
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Stand: 02.09.2020 18:17 Uhr  – NDR 1 Welle Nord

NOK: Schleuse nach Havarie fast repariert

von Christian Wolf

Nachdem am Wochenende der Frachter „Else“ in das Tor der Nordkammer der Kieler Schleuse krachte, schien es anfangs so, als würde in den kommenden Wochen der Schifffahrt nur eine Kammer zur Verfügung stehen. Doch nun geht alles schneller als gedacht. „Wir hoffen, dass wir am Wochenende die Nordkammer wieder mit Einschränkungen benutzen können“, so Hans-Heinrich Koch, Bauingenieur beim zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA). Mit Einschränkungen heißt, dass der Unterschied beim Wasserspiegel zunächst nur einen Meter betragen darf. „Nach den abschließenden Arbeiten – das Tor muss verstärkt werden – können wir auch einen Unterschied der Pegel von 1,50 Meter zulassen“, erklärt Hans-Heinrich Koch. Damit könne die Schleuse aber zu 99 Prozent der Zeit in Betrieb sein.

Reparaturarbeiten an Kieler Schleuse dauern an

Schleswig-Holstein Magazin – 02.09.2020 19:30 Uhr

Seit einer Kollision eines Frachters mit einem Schleusentor ist in Kiel-Holtenau nur eine Schleusenkammer in Betrieb. Am Donnerstag soll ein neues Tor eingesetzt werden.

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Funkverkehr teilweise ausgewertet

Währenddessen kommen auch die Ermittlungsbehörden voran. So ist mittlerweile teilweise der Funkverkehr ausgewertet worden. „Was wir sagen können ist, dass es bei der Einfahrt in die Kieler Förde zweimaligen Funkkontakt gegeben hat zwischen dem Frachtschiff und der Verkehrszentrale in Travemünde“, so Polizeisprecher Matthias Felsch. Unklar bleibt aber weiterhin, warum die Besatzung des Frachters an der dafür vorgesehenen Stelle vor der Schleuse in Kiel nicht gehalten hat, um den Lotsen an Bord zu nehmen. Auch ist nicht geklärt, wieso die Mannschaft nicht bemerkte, dass alle Ampeln der Schleuse gut sichtbar auf rot standen. Aus diesem Grund kann der Frachter bis auf weiteres seine Fahrt nicht fortsetzen. „Stand jetzt ist, dass der dingliche Arrest angeordnet wurde“, so Matthias Felsch. Der „dingliche Arrest“ dient der Sicherung von Schadensansprüchen. Wie hoch diese sind, ist aber immer noch unklar. Allerdings gehen mittlerweile viele von mehreren Millionen Euro aus.

Arbeitende Personen am kaputten Schleusentor.
7 Bilder

Schleusen-Reparatur kommt voran

Kritik an Schiffseignern

Probleme gibt es offenbar bei der Vernehmung der Besatzung. Nur mit Hilfe von Dolmetschern soll die Befragung vorangekommen sein, obwohl Englisch die Sprache der Seefahrt ist. Mathias Stein, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Kiel, war zuvor Personalratsvorsitzender bei der Verwaltung des Nord-Ostsee-Kanals. Aus seiner Sicht sind den Schiffs-Betreibern sprachliche Barrieren an Bord egal: „Da werden die Crews blind zusammengewürfelt und das hat Konsequenzen. Die gesamte Kommunikation innerhalb der Crews stimmt nicht und die Kommunikation nach außen stimmt auch nicht.“ Das sei ein Sicherheitsrisiko – nicht nur für den Nord-Ostsee-Kanal, sondern für die gesamte Küste Norddeutschlands. Er fordert daher ein Mindestmaß an sprachlicher Qualifikation bei der Besatzung.

Weitere Informationen
https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/verkehr/ursache-fuer-frachter-havarie-in-nok-schleuse-weiterhin-offen-id29452452.html
Copyright Norddeutsche Rundschau  danke  Ralf Poeschus
 
Warum das Frachtschiff „Else“ das Schleusentor rammte, ist bisher noch unklar.

Die Polizei ermittelt, warum kein Lotse an Bord war. Das beschädigte Schleusentor soll am Dienstag ersetzt werden.

Ursache für Frachter-Havarie in NOK-Schleuse weiterhin offen
Kiel
00:00/02:10
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– Quelle: https://www.shz.de/29452452 ©2020
 
Stand: 29.08.2020 13:20 Uhr  – NDR 1 Welle Nord

Kiel-Holtenau: Frachter fährt gegen Schleusentor

 
 
 
Von Frank Behling
 
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Ausbau-Hier-geht-der-Nord-Ostsee-Kanal-in-die-Breite
 

Aber nicht nur deshalb ist Lindner, Projektleiter für den Ausbau der Oststrecke, mit dem Fortgang der Arbeiten bei Großkönigsförde mehr als zufrieden.

Fast 500 Millionen Euro investiert der Bund in das Großprojekt zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Die Kanalsohle wird dort von 44 auf 70 Meter verbreitert, das ist der Fahrwasserbereich. Damit können sich später hier auch größere Schiffe begegnen, die heute noch in den Ausweichstellen warten müssen.

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Nachtruhe wird eingehalten

Während große Wasserbauprojekte in Deutschland häufig Schlagzeilen und Rechtsstreitigkeiten mit Baufirmen und Umweltschützern als Begleitgeräusche haben, ist beim Ausbau der Kanalstrecke nur das Brummen starker Dieselmotoren großer Bagger und Traktoren zu hören, jedenfalls tagsüber.

„Die Arbeitszeiten sind zum Schutz der Anwohner von 7 bis 20 Uhr limitiert“, sagt Lindner. Während die Schifffahrt rund um die Uhr läuft, machen die gut 70 Arbeiter zur „Tagesschau“-Zeit Feierabend.

Die Arbeiten liegen aber trotzdem gut im Zeitplan. „Die Firmen haben sofort nach dem Jahreswechsel 2019/2020 angefangen, die Baustelle einzurichten. Inzwischen werden 6000 Kubikmeter Erdreich pro Tag bewegt“, sagt Lindner.

Baustelle gut sichtbar

Die vier Bagger haben inzwischen bereits auf mehreren Hundert Metern die neue Böschung auf dem Nordufer des Kanals angelegt. „Es ist schon sehr viel zu sehen“, so Lindner.

Die Erdmassen werden zurzeit nur auf dem Landweg mit Traktoren auf vorher ausgewählte Flächen in der Nähe gebracht. 2,5 Millionen Kubikmeter Erdreich sollen in diesem ersten Abschnitt umgelagert werden.

20 bis 25 Traktoren ziehen sogenannte Muldenanhänger über die Baustraßen zu den Ablagerungsflächen, die die Schifffahrtsverwaltung zuvor erworben hat. „Für den Transport brauchen wir möglichst trockenes Wetter. Regen würde den Boden aufweichen. Dann könnten die Traktoren nicht fahren“, so Lindner.

Zwischenlager am Flemhuder See

Zunächst wird das Erdreich bis auf Höhe des Wasserspiegels abgebaggert und umgesetzt. „Parallel ist der Bau einer Anlegestelle begonnen worden. Wir wollen einen Teil des Baggerguts auch am Flemhuder See zwischenlagern. Dafür muss es über den Kanal transportiert werden.“

2021 soll auch die Nassbaggerei beginnen. „Dafür ist der Transport des Baggerguts in die Ostsee vorgesehen“, erklärt der Projektleiter. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat die für die Verklappung vorgesehenen Flächen westlich des Kieler Leuchtturms schon im Winter vermessen.

Bis 2024 soll der erste Bauabschnitt zwischen Schinkel und Königsförde beendet sein. Die nächsten zwei folgen dann bis zum Ende des Jahrzehnts.

Für Georg Lindner geht mit den Arbeiten ein Stück Lebenswerk in die Umsetzung. 2007 stieß er zur Planungsgruppe für den Kanalausbau. Seine erste Aufgabe war damals der Naturschutz. „Das fing mit der Umsetzung der Kreuzottern an“, erinnert er sich. Diese Aktion sollte die Tiere vor dem Ausbau und den Baggern schützen. Inzwischen sind die Kreuzottern aber wieder da, wo sie vorher waren. Die Tiere haben sich mit dem Ausbau arrangiert und besiedeln wieder die Böschungsbereiche, die gerade nicht abgebaggert werden.

 
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Hapag-Lloyd-in-Schleswig-Holstein-So-starten-die-Kreuzfahrer-in-die-Saison
Copyright  KN Online danke Frank Behling
 
Von Frank Behling
 
Im Nord-Ostsee-Kanal und auf der Flensburger Förde beginnt in dieser Woche die Saison der Traumschiffe mit Passagieren. Die „Hanseatic Inspiration“ wird zur ersten Reise erwartet. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Eigentlich hätte es in diesem Jahr erstmals wieder fast 100 Passagen von Traumschiffen im Nord-Ostsee-Kanal geben sollen. Nach den Rückgängen bei den Passagezahlen in den Vorjahren standen 2020 die Vorzeichen auf Wachstum. Grund war die zunehmende Zahl von kleinen Kreuzfahrtschiffen, die unter den zehn Kanalhochbrücken hindurchpassen.

Nord-Ostsee-Kanal gehört zum Kreuzfahrt-Programm

Doch die Corona-Krise durchkreuzte auch die Pläne der Traumschiffe für den Kanal. Die „Bremen“ von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten war am 26. Mai bislang das einzige Hochseekreuzfahrtschiff, das die meistbefahrene künstliche Seewasserstraße der Welt in diesem Jahr durchfuhr. Mit dem Ende des Reisestopps für Kreuzfahrer dürfte sich dies jedoch nun wieder ändern.

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Den Anfang macht erneut Hapag-Lloyd Kreuzfahrten mit dem ganz neuen SchiffHanseatic Inspiration“. Fünf Reisen soll der Neuling im August von Hamburg aus unternehmen. „Dabei gehört der Nord-Ostsee-Kanal zum Programm, das war uns sehr wichtig“, sagt Negar Etminan von Hapag-Lloyd Kreuzfahrte

 
Maritime Wirtschaft

Klarheit: NOK-Abgaben werden ausgesetzt Copyright THB

· Eckhard-Herbert Arndt   

Große Freude in der maritimen Wirtschaft im Norden. Jetzt hat sie es schwarz auf weiß, dass die sogenannten Befahrensabgaben („Canal Dues“) auf dem NOK tatsächlich bis auf weiteres nicht mehr erhoben werden – zumindest bis Ende des Jahres.

Für einen solchen Zahlungsstopp der „NOK-Schiffs-Maut“ hatten sich führende Organisationen der Wirtschaft eingesetzt, nachdem der Schiffsverkehr auf der verkehrsreichsten künstlichen Wasserstraße der Welt aufgrund der Corona-Pandemie dramatisch eingebrochen war. Ein Rückgang machte sich vor allem im April und Mai bemerkbar. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Bonn hatte Anfang Juli die Fakten auf den Tisch gelegt: Fast 2300 Schiffe weniger als 2019 befuhren den NOK von Januar bis Juni 2020.

Die maritime Wirtschaft schlug daher Alarm. Bundestagsabgeordnete aus den betroffen Ländern unterstützten den Vorstoß parteiübergreifend. Die konzertierte Aktion zeigte Wirkung: Bundesrat und Bundestag beschlossen, auf die Befahrensabgaben bis Jahresende zu verzichten. Heißt in Geld: rund zehn Millionen Euro weniger in der Kasse. Gleichzeitig wurde durch den Bund den besonders durch die Folgen betroffenen Lotsenbrüderschaften finanziell unter die Arme gegriffen. Dafür wurden acht Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Zum großen Versprechen aus Berlin fehlte noch die rechtsverbindliche schriftliche Zusage. Mit wachsender Ungeduld wurde diese seitens der maritimen Wirtschaft angemahnt. Die Kunden sind Reedereien aus dem In- und Ausland, die wollten Verbindlichkeit. Am Mittwochnachmittag war diese dann vorhanden. Was zum Beispiel die Firma United Canal Agency GmbH (UCA) in Kiel zu der freudigen kurzen Nachricht an die internationale Reederschaft veranlasste: „Just a few minutes ago it has been announced Kiel Canal Dues will be suspended as from tomorrow, July 23rd 2020.“

Für Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der 2012 gegründeten Initiative Kiel-Canal ist dies so etwas wie ein Befreiungsschlag: „Jeder Tag zählt“, stellte er Donnerstag knapp fest. Man habe „mit Ungeduld“ auf diese offizielle schriftliche Bestätigung gewartet. Das Aussetzen dieser Abgaben und die damit einhergehende Kostenreduzierung seien dringend notwendig, „um die Kanalpassage für die Reedereien wieder attraktiv zu machen“.

Doch Knudsen geht noch einen Schritt weiter und wiederholt eine ebenfalls schon vor wenigen Wochen formulierte Forderung der von ihm geführten Initiative. Es sollte schon jetzt „geprüft“ werden, ob die Befreiungs-Frist über den 31. Dezember 2020 hinaus verlängert werden könnte. Knudsen weiter: „Es ist nicht davon auszugehen, dass die Bunkerkosten kurzfristig ein Niveau erreichen werden, welches den NOK wieder wettbewerbsfähig gegenüber der Route um Dänemark macht.“ Eine Befreiung von nur fünf Monaten würde keinen nachhaltigen Erfolg im NOK bewirken.

Knudsen ist überzeugt, dass „die Reeder eine längerfristige Planungssicherheit brauchen, damit sich die Anpassung ihrer Logistikketten lohnt.“ EHA

https://www.dvz.de/rubriken/land/detail/news/vorschlag-auf-nok-abgaben-ganz-verzichten.html

Nachrichten vom Nord-Ostsee-Kanal (NOK)

 
 

Copyright DVZ

Vorschlag: Auf NOK-Abgaben ganz verzichten

Die temporäre Aussetzung der Befahrensabgaben auf dem Nord-Ostsee-Kanal wird im ganzen Markt begrüßt. (Foto: Istock)
 
Artikel DVZ Redaktion
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Weitere Inhalte

NOK-Ausbau doppelt so teuer

Zu den im Entwurf des Bundeshaushalt 2020 aufgeschlüsselten Posten gehören neben dem Neubau der Kleinen Schleuse in Kiel die Errichtung der fünften Kanalschleuse in Brunsbüttel, die Verbreiterung der Oststrecke und die neue Levensauer Hochbrücke.

 

Im Rahmen des Konjunkturpakets zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie beschloss der Haushaltsauschuss in seiner Sitzung vom 01. Juli 2020 im 2. Nachtragshaushalt finanzielle Hilfen für den Nord-Ostsee-Kanal und vorübergehende Beihilfen zur Sicherung des Lotsenwesens. Zur Kompensation der Einnahmeausfälle der Lotsen stellt der Bund 8 Mio. Euro zur Verfügung. Gleichzeitig setzt er die Befahrungsabgaben für den Nord-Ostsee-Kanal bis zum 31.12.2020 aus und verzichtet damit auf Gebühren in Höhe von 10 Mio. Euro. Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, erklärt die Hintergründe:

„Auch die maritime Wirtschaft rund um unsere ´Lebensader´ im Norden – dem Nord-Ostsee-Kanal – ist stark von den gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Vor allem der sinkende Rohölpreis sorgt momentan dafür, dass Reedereien den Umweg über Dänemark in Kauf nehmen, aber auch das Coronavirus sorgt für weniger Schiffe, die die Schleusen des Kanals passieren, denn schon vor Wochen hätte die Kreuzfahrer-Saison losgehen sollen. Außerdem wollen viele Reedereien ihre Crew nicht der Gefahr einer Virusinfektion aussetzen, denn bei einer Kanal-Durchfahrt müssen normalerweise viele unterschiedliche Menschen an Bord gehen.
Dadurch kam es zu einem Rückgang an Schiffspassagen im Kanal um 25 Prozent im April und um 30 Prozent im Mai gegenüber den entsprechenden Vorjahresmonaten! Durch die Aussetzung der Befahrungsabgaben in Höhe von 10 Mio. Euro will der Bund die Attraktivität des NOK wieder steigern, um auch den existenzbedrohenden Einnahmeverlusten für Lotsen, Kanalsteurer und Schiffsmakler entgegenzuwirken und die Wettbewerbsfähigkeit der Hafenstandorte, insbesondere des Hamburger Hafens, wieder zu stärken. Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit des Kanals, für den ich mich seit Jahren aktiv einsetze!“

Erst am 19. Februar 2020 führte Bettina Hagedorn die Veranstaltung „SOS für den Nord-Ostsee-Kanal“ mit mehr als 80 interessierten Gästen aus der Lotsenbrüderschaft, der maritimen Wirtschaft, dem DGB Nord, Vertretern der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) und mit ihrem Kieler Bundestagskollegen Mathias Stein in Brunsbüttel durch. Es war die Nachfolgeveranstaltung der exakt vor 8,5 Jahren gleichlautenden Auftaktveranstaltung „S.O.S. für den Nord-Ostsee-Kanal – der Norden steht auf!“, nach der in der Summe über 2 Mrd. Euro für die Grundinstandsetzung des Nord-Ostsee-Kanals im Bundeshaushalt vom Haushaltsausschuss bereitgestellt wurden: Ein riesiger Erfolg für dieses NOK-Bündnis und den Hamburger Hafen.

„In der Region sichert der Nord-Ostsee-Kanal über 3.000 Arbeitsplätze. Dazu zählen nicht nur die über 300 Lotsen und ca. 160 Kanalsteurer, sondern auch Schiffsmakler, Werften, Handwerksbetriebe, Schiffsausrüster, Tourismusagenturen, Gaststätten- und Hotelbetreiber. Da die Lotsentätigkeit in einzelnen Revieren im Monat April um bis zu 65 Prozent eingebrochen ist, führt dies dazu, dass die Lotsen Einkommenseinbußen in ähnlicher Höhe hinnehmen müssen. Die nun beschlossenen Beihilfen in Höhe von 8 Mio. Euro dienen zur Kompensation der Einnahmeverluste und sichern den aktiven Erhalt dieser wichtigen Arbeitsplätze! Das ist sind richtig gute Nachrichten für das Lotsenwesen in Schleswig-Holstein!“

Zum Hintergrund:
Mit dem Zweiten Nachtragshaushalt 2020 werden hauptsächlich Maßnahmen des am 3. Juni 2020 vom Koalitionsausschuss beschlossenen Konjunkturpakets im Umfang von rund 103 Mrd. Euro abgebildet, damit das Konjunkturpaket schnell und entschlossen umgesetzt werden kann. Der Bund schafft damit die finanziellen Voraussetzungen, die Auswirkungen der Corona-Krise kraftvoll zu überwinden und der deutschen Volkswirtschaft einen kräftigen Schub zu geben.

 
Kiel.
Die Wasserstraße befindet sich im Jahr des 125. Geburtstages in einer Krise. „Hier muss etwas geschehen“, sagt der Kieler Bundestagsabgeordnete Mathias Stein (SPD). Berlin plant jetzt aber die Senkung der Gebühren.
Kurz vor dem 125. Geburtstag am 21. Juni herrscht am Nord-Ostsee-Kanal Krisenstimmung. Die Verkehrszahlen sind durch die Corona-Krise massiv eingebrochen. Im Monat Mai wurde ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt.
Artikel tiefer Unterstuetzung NOK   Bettina Hagedorn Mathias Stein und viele Beteiligte wichtig.
 
 
 

https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/podiumsdiskussion-schuld-fuer-probleme-am-nok-tragen-bayrische-verkehrsminister-id27448612.html?fbclid=IwAR2f9P4cN-MnDKCL9KKYBY42PO9EAJDm1Jwq5c2yEW3L0L3XRZLNUCC36D8

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Das Podium mit (v.l.) den Gewerkschaftern Uwe Polkaehn und Kerstin Hinz sowie den SPD-Bundestagsabgeordneten Mathias Stein und Bettina Hagedorn, Lotsenbrüderschaft Matthias Probst und Hafenchef Frank Schnabel.

Seit Jahren hakt es bei der Schleusensanierung und dem Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals.

Robust – mit leichten Defiziten Copyright Norddeutsche  Rundscha

danke Frank Poeschus

Der Nord-Ostsee-Kanal ist 125 Jahre alt – gefeiert wird erst im nächsten Jahr / Ein Interview mit den NOK-Verantwortlichen: Ist die Wasserstraße noch zukunftsfähig?

 

 
 
 

Rendsburg /Berlin Weniger Schiffe, weniger Fracht – 2020 ist bisher kein gutes Jahr für den Nord-Ostsee-Kanal. Zum 125-Jahr-Jubiläum am 21. Juni leidet die künstliche Wasserstraße an den Auswirkungen der Corona-Krise und einer veralteten Infrastruktur. Dennoch: Der Bund glaubt an die Wettbewerbsfähigkeit des NOK und will ihn mit Milliardeninvestitionen fit machen. Ein Interview mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, und dem Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Professor Dr. Hans-Heinrich Witte.

Ohne Corona hätte es in diesem Jahr ein großes Fest zum Kanaljubiläum gegeben. Wäre Ihnen angesichts seit langem sinkender Frachtzahlen und einer Fülle an Baustellen – Schleusen, Ausbau, Kanaltunnel – überhaupt zum Feiern zumute gewesen?

Ferlemann: Gerade wir, die dem Kanal eng verbunden sind, hätten das 125-jährige Jubiläum des Nord-Ostsee-Kanals sehr gerne mit allen, die mit dem Kanal zu tun haben, mit einem großen Schiffskorso gefeiert. Das wäre mir eine große Freude gewesen. Am Kanal laufen diverse anspruchsvolle Baumaßnahmen. Wir investieren in den kommenden Jahren über zwei Milliarden Euro in die Zukunft dieser internationalen Wasserstraße. Die Ladungsmengen sind nach wie vor auf einem hohen Niveau. Und insbesondere für den Hamburger Hafen, den größten deutschen Seehafen, spielt der NOK eine ganz besondere Rolle. Und was die Feierlichkeiten angeht, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben – die Feier wird im nächsten Jahr nachgeholt.

Wenn wir den Investitionsstau zum Maßstab nehmen, hat der Bund die Bedeutung des NOK für die Schifffahrt offenbar jahrzehntelang kaum wahrgenommen. Erst seit 2008 werden wieder in größerem Umfang Pläne entwickelt und umgesetzt. Was hat die Kehrtwende ausgelöst?Ferlemann: Der Investitionsbedarf an den in die Jahre gekommenen Anlagen des NOK ist der Verwaltung bereits seit langem bekannt. Bei einer abnehmenden Verkehrsentwicklung auf dem NOK in Folge des Zusammenbruchs der Wirtschaft im Ostblock Anfang der 90er Jahre hatte der NOK in der Politik aber noch keine große Priorität. Dies änderte sich dann ab Ende der 90er Jahre. Innerhalb von noch nicht einmal zehn Jahren hatte sich die durch den NOK transportierte Ladungsmenge mehr als verdoppelt. Das hat dann auch die Politik gesehen und zu einer Priorisierung zu Gunsten des NOK geführt.

Die Schleuse in Brunsbüttel ist eine der Achillesfersen des Kanals. Die Fertigstellung der neuen großen fünften Schleusenkammer verzögert sich aber um mindestens vier Jahre und wird deutlich teurer, ebenso war es bei der Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels. Warum laufen Bauprojekte dieser Größenordnung immer wieder aus dem Ruder?

Witte: Wegen der Insellage der Baustelle, der Nähe zu der vorhandenen über 100 Jahre alten Bausubstanz und des aufrecht zu erhaltenden Schleusenbetriebs handelt es sich um eine besonders anspruchsvolle Wasserbaumaßnahme. Mit dem bisherigen Verlauf dieses Großprojekts kann niemand zufrieden sein. Die Verzögerungen und die Baukostensteigerungen ärgern mich selbst am allermeisten. Es muss aber auch gesagt werden, dass die WSV in großer Anzahl und sehr erfolgreich große Bauprojekte abwickelt, ohne dass es zu größeren Problemen kommt. Das ist leider wenig bekannt.

Was ist aus Ihrer Sicht eine Grundvoraussetzung dafür, dass große Bauvorhaben zeitlich und preislich im Rahmen bleiben?

Witte: Einen Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung von großen Bauprojekten sehe ich in einer konstruktiven Baukultur, die auf das Lösen technischer Herausforderungen gerichtet ist und weniger auf kostenträchtigen Streit über einen Bauvertrag. Das führt nur zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat zusammen mit der nachgeordneten WSV mit großer Einsatzbereitschaft einen Dialog mit der Bauwirtschaft angestoßen, aber auch die Bauwirtschaft muss sich bewegen. Die WSV hat sich weiterhin auf den Weg gemacht, die Verknüpfung von Planen und Bauen zu verbessern und erprobt diesbezügliche Vertragsmodelle.

Welche gesamtwirtschaftliche Bedeutung messen Sie dem Kanal heute bei?

Ferlemann: Der Nord-Ostsee-Kanal ist Teil des Transeuropäischen Verkehrsnetzes und ein wichtiges Bindeglied im Konzept des „Motorway of the Sea“, auch „Nasse Autobahn“ genannt. Er gehört zu den Wasserstraßen, die Vorausetzung für eine leistungsfähige Wirtschaft sind. Insbesondere gilt dies für die Feederverkehre der Seehäfen Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven, die Verkehrsverbindungen in den Ostseeraum benötigen. Der Kanal stellt mit seinen Wege- und Zeitvorteilen für sie einen großen Wettbewerbsvorteil dar.

Warum sollte man sich als Reeder für die NOK-Passage entscheiden? Wenn es an den Schleusen Engpässe gibt, ist die Alternative rund um Skagen zumindest zeitlich oft besser planbar.

Ferlemann: Durch die Kanalpassage kann ein Umweg von zirka 450 Kilometer eingespart werden. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Mit der Nutzung des NOK sind ein schonenderer Verbrauch von Treibstoffen und die Verringerung der mit dem Warentransport einhergehenden schädlichen Emissionen verbunden, zum Beispiel weniger Kohlendioxid-Ausstoß. Man spart Zeit und Geld. Und nicht zuletzt ist der Kanal sicherer, da er den jahreszeitlich bedingten Einflüssen aus Starkwindperioden wesentlich weniger ausgesetzt ist als der Seeweg um Skagen.

Die Ausbaukapazität des Kanals ist begrenzt durch Höhe und Weite der Brücken, städtische Bebauung sowie den Rendsburger Kanaltunnel, gleichzeitig sind in den vergangenen Jahren immer größere Frachtschiffe vom Stapel gelaufen. Schätzen Sie diese Gemengelage in der langfristigen Perspektive als Wettbewerbsnachteil ein?

Ferlemann: Nein! Alle baulichen Verbesserungen lassen unmittelbar eine Reaktion bei den Kunden erwarten. Dies gilt insbesondere auch bei einer Verbreiterung und Vertiefung des Kanals. Im Ergebnis führt dies zum Einsatz größerer Schiffe beziehungsweise einer Erhöhung der Abladetiefen der eingesetzten Schiffe. Zudem ist bekannt, dass die Reeder bei bekannten Randbedingungen optimierte Schiffe speziell ausgerichtet an den Maximalabmessungen bauen lassen würden. Heute gibt es bereits solche NOK-Max-Schiffe.

Was ist aus Sicht der Ingenieure die größte Herausforderung beim Betrieb des NOK?

Witte: Am Nord-Ostsee-Kanal haben wir es mit einer sehr robusten und ausgeklügelten Technik zu tun. Das heißt zum Beispiel für den Betrieb der Schleusen, dass ein spezielles Know-how erforderlich ist, um die in die Jahre gekommenen technischen Anlagen zu betreiben und funktionstüchtig zu halten. Benötigt werden also Erfahrung und fundiertes Fachwissen. Die größte Herausforderung dabei ist, dass alle Arbeiten während des laufenden Schiffsverkehrs zu erledigen sind. In der Praxis kommt hinzu, dass wir gelegentlich von Havarien überrascht werden, auf die wir schnell und flexibel reagieren müssen. 125 Jahre Nord-Ostsee-Kanal sind uns eine Verpflichtung.

Wenn Sie vor über 125 Jahren die Möglichkeit gehabt hätten, den Kanalverlauf zu planen, was hätten Sie anders gemacht?

Witte: Grundsätzlich gar nichts. Der Bau des Kanals ist eine herausragende Leistung der Erbauer gewesen. Sicher ließen sich aus heutiger Sicht im Detail Planungen verändern, aber es dominiert eindeutig der große Respekt vor dieser herausragenden Leistung.

Einem „Geburtstagskind“ gibt man ja üblicherweise gute Wünsche mit auf den Weg. Was würden Sie dem Nord-Ostsee-Kanal wünschen?

Ferlemann: Ich wünsche dem Kanal, dass er auch noch in 125 Jahren die meist befahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt sein wird. Genauso sehr würde ich mich freuen, wenn der NOK für Schleswig-Holstein ein identitätsstiftendes Wahrzeichen bleibt.

Der Kanal ist eine touristische Attraktion, Radfahrer und Spaziergänger nutzen die Wirtschaftswege an beiden Ufern. Welchen Abschnitt finden Sie – rein touristisch betrachtet – am attraktivsten?

Witte: Ganz persönlich ist für mich die Fahrt mit der kleinen Fähre zwischen Kiel-Wik und Kiel-Holtenau besonders attraktiv und die Gegend rund um die Eisenbahnhochbrücke Rendsburg, eine herausragende Ingenieurleistung! Ansonsten gibt es entlang des Kanals viele schöne Orte mit hohem Erholungswert für Besucher. Unsere Schleusenanlagen gehören definitiv zu den Highlights und übrigens auch die Radwege entlang des NOK.

Die Fragen stellte unser Redaktionsmitglied Dirk Jennert

 

Im April 2020 startet die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gemeinsam mit den Partnern dbh Logistics IT AG, Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS und TTS TRIMODE Transport Solutions GmbH das Projekt SchleusenNOK40 zur Optimierung des Schleusenmanagements am Nord-Ostsee-Kanal.

https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal/Nord-Ostsee-Kanal-Historische-Krise-zum-125.-Geburtstag

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Eines der Schiffe, die den Kanal aktuell noch nutzen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Kiel. Kurz vor dem 125. Geburtstag am 21. Juni herrscht am Nord-Ostsee-Kanal Krisenstimmung. Die Verkehrszahlen sind durch die Corona-Krise massiv eingebrochen. Im Monat Mai wurde ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt. Nun ruht die Hoffnung darauf, dass das Bundesverkehrsministerium die Gebühren für die Passage senken wird, um die Durchfahrt wieder finanziell attraktiver zu machen.

„Hier muss etwas geschehen“, sagt der Kieler Bundestagsabgeordnete Mathias Stein (SPD). „Die Aussetzung der Befahrungsabgaben ist ein richtiger Schritt.“ Stein erinnert daran, dass die Schifffahrtsabgabe im Jahr 2019 für fast alle deutschen Wasserstraßen ausgesetzt wurde. Nur Schiffe auf der Mosel und dem Nord-Ostsee-Kanal müssen seitdem noch eine Gebühr entrichten.

Zuvor hatte der Nautische Verein Kiel in einem offenen Brief an das Bundesverkehrsministerium eine befristete Aussetzung der Abgabe aufgefordert. Die Zahlen sind dramatisch. Wie die Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt auf Anfrage mitteilt, ging die Schiffszahl im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 752 auf 1720 zurück – ein Einbruch um 30 Prozent. Bei den Ladungsmengen gab es einen Rückgang um 25,5 Prozent auf nur noch 4,89 Millionen Tonnen.

Auch die Schleuse Brunsbüttel kann künftig von einem intelligenten Schleusenmanagement- und -informationssystem profitieren, das für den Nord-Ostsee-Kanal entwickelt wird. © Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes

Durch Auswertung der verfügbaren Datenströme wird in Kombination mit den Praxiserfahrungen der Spezialisten vor Ort ein intelligentes Schleusenmanagement- und -informationssystems für den Nord-Ostsee-Kanal geschaffen. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Dieses Projekt ist ein Spitzen-Beispiel, wie Digitalisierung die Schifffahrt voranbringt: Der Schleusenbetrieb wird noch transparenter, effizienter und kundenfreundlicher. Damit halten wir nicht nur den Kanal attraktiv für die Schifffahrt, sondern verbessern mittelbar auch die Logistikwirtschaft in den nachfolgenden Häfen.“ Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND (Modernitätsfonds) mit mehr als 1,5 Millionen Euro gefördert.

Ein Projekt für verbesserte Güterlogistik auf dem Nord-Ostsee-Kanal
Als strategische Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee ist der Kanal schon heute eine der am häufigsten befahrenen Wasserstraßen weltweit und trägt zur ressourcensparenden und zukunftsfähigen Ausrichtung der Logistik bei. Gleichzeitig ist das Gebiet in den vergangenen Jahren jedoch von vielen Baustellen betroffen gewesen, was die verantwortlichen Schleusenmeister/innen immer wieder vor die Herausforderung eines sicheren und strukturierten Schleusenbetriebs stellt.

Um trotz der weitreichenden Baumaßnahmen und des erhöhten Verkehrsaufkommens für verbesserte Abläufe am Nord-Ostsee-Kanal zu sorgen, ist eine Unterstützung des Schleusenmanagements durch Digitalisierung eine entscheidende Grundlage. Ein schiffsdatenbasiertes System fehlt bisher. Das Projekt SchleusenNOK40 will das Zulaufmanagement deutlich vereinfachen, um diesen transparenter effizienter und damit gleichzeitig kundenfreundlicher zu gestalten.

Auf Basis von umfassenden Datenbeständen werden passgenaue Prognosen zur Auslastung der Schleusen erstellt, um das Schleusenpersonal bei seinen Entscheidungen zu unterstützen. Gleichzeitig ermöglichen Rückmeldungen an den Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice, sich verlässlich über die Verkehrssituation am Kanal zu informieren und den Nutzern des Wasserweges eine möglichst umfassende Auskunft zu bieten. Besonders für die wirtschaftliche Planbarkeit von Lieferketten ist dies von entscheidender Bedeutung, um die Warte- und Abfertigungszeiten zu senken und die Kosten effektiv zu reduzieren.

Digitalisierung und Erfahrung als Grundlage für ein zukunftsfähiges System
Bei der Entwicklung des Systems setzen die Projektpartner auf die Zusammenführung von umfassenden Datenbeständen, wie z. B. Wetter- und Klimadaten, Navigations- und Geodaten. Aus diesen Daten und mithilfe maschineller Lernverfahren und stochastischer Analyseverfahren werden Prognosen erstellt. Gleichzeitig kommen Problemmodellierungs-, Lösungs- und Optimierungsansätze unter anderem aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz. Ziel ist es, dass die Prognosen zunehmend exakter werden, um die Zeiten mit der höchsten Auslastung zuverlässig und transparent angeben zu können.

Darüber hinaus soll ein wissensbasiertes Planungstool für optimierte Schleusenbelegungen entwickelt werden, in das die Erfahrungen des Schleusenpersonals einfließen und dieses beim Schleusenbetrieb unterstützt. Das geplante System bleibt jedoch offen und stetig erweiterbar, um sich den Entwicklungen der Kanalverwaltung anzupassen und auch bei weiterführenden Entwicklungen eine strukturierte Basis zur Verfügung zu haben.

Der Beginn eines erfolgreichen Projekts
Der Grundstein für das Projekt SchleusenNOK40 wurde im Rahmen des Kick-Offs am 06.04.2020 gelegt. Bis zum 31.03.2023 soll das Projekt fertiggestellt werden, um für eine Vereinfachung des Zulaufmanagements am Kanal zu sorgen. In der Anforderungsanalyse ist die Durchführung von Workshops mit möglichst vielen beteiligten Nutzern geplant. Auf diese Weise lassen sich alle Anforderungen erfassen, um den Umgang mit dem System so einfach und bedarfsgerecht wie möglich zu gestalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der ersten Phase ist die Analyse vorhandener Datenquellen hinsichtlich der Nutzbarkeit, damit sich technische und anderweitige Voraussetzungen prüfen lassen und eine sichere Umsetzung in der Praxis ermöglicht wird.

Durch die Beteiligung der Partner dbh, Fraunhofer FOKUS und TTS TRIMODE ist ein starkes und erfahrenes Team involviert, um das Forschungsprojekt SchleusenNOK40 technisch als auch personell im vorhandenen Zeitrahmen funktional und sicher umzusetzen. Auf diese Weise gelingt es im weiteren Projektverlauf, das Schleusenpersonal bei allen aktiven Entscheidungen zu unterstützen und die Transparenz grundlegend zu erhöhen. So führt die Digitalisierung zu einer verlässlichen und strukturierten Vorgehensweise an der Schleuse, um Planung und Informationsfluss zu vereinfachen und nach Abschluss des Forschungsprojektes von einem modernen und bereichernden System zu profitieren.

 

Die große Flaute Copyright Norddeutsche Rundschau

Im April 25 Prozent weniger Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal – und es kann noch schlimmer kommen

Nur 1749 Schiffe haben im April 2020 den Nord-Ostsee-Kanal befahren. imago images
Nur 1749 Schiffe haben im April 2020 den Nord-Ostsee-Kanal befahren. imago images

Kiel Wenn die kräftigen PS-Boliden der Kieler Schleppgesellschaft (SFK) tagelang arbeitslos an der Kaikante liegen, ist das für Küstenbewohner ein untrügliches Zeichen: Auf Nord- und Ostsee – besonders aber in den Schleusen und auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) – ist wenig los. Das steht jetzt auch offiziell fest: Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben im April 2020 rund 25 Prozent weniger Schiffe den NOK befahren – „insgesamt nur 1749“, teilt Claudia Thoma von der Wasser und- Schifffahrtsdirektion in Kiel mit. Bei den Ladungsmengen registrierte die Behörde nach 7,01 Millionen Tonnen im April 2019 jetzt nur noch 5,01 Millionen, das entspricht einem Minus von 29 Prozent.

„Hauptfaktoren für die aktuell rückgängigen Verkehrszahlen im Nord-Ostsee-Kanal sind die coronabedingt nachlassende Umschlagsaktivität in den Häfen der Nord- und Ostsee und die niedrigen Bunkerpreise. Dies führt dazu, dass Schiffe die Skagenroute wählen“, erklärt Thoma.

Der Ältermann der Lotsenbrüder fürchtet, dass diese Talfahrt noch nicht zu Ende ist. „Auch die ersten beiden Maiwochen sahen alles andere als gut aus.“ Er will nicht ausschließen, dass der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sogar 40 Prozent ausmachen wird.

Auch Probst verweist auf niedrige Treibstoffkosten und den abnehmenden Zeitdruck, der die Reeder veranlasst die längere Route rund um Dänemarks Nordspitze zu nehmen. Anfang des Jahres hat eine Tonne Schweröl noch 350 Dollar gekostet, im Moment zahlen die Schiffe gerade mal 100 Dollar.

Aber auch die Sorge vor einer Infektion der Besatzung hält laut Probst viele Reeder davon ab, mit ihren Schiffen durch den Kanal zu gehen. Sie wollen maximale Kontaktarmut. Kanalsteurer, Lotsen, Agenten die zwischen Kiel und Brunsbüttel das Schiff betreten, werden als Gefahr angesehen.

Der massive Rückgang der Passagen verursacht bei den Lotsen erhebliche finanzielle Einbußen. Sie gelten zwar als Selbstständige, ihre Brüderschaft hat aber einen öffentlich-rechtlichen Status – deshalb fallen sie durch alle Raster staatlicher Sofortprogramme.

Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal, forderte kürzlich in einem Brief an das Bundesverkehrsministerium die Senkung der Abgaben für das Befahren des Kanals, um die Wasserstraße attraktiver zu machen. Angesichts der milliardenschweren Investitionen in die Kanalverbreiterung und des Neubaus der Schleusen macht der vorübergehende Verzicht auf die Befahrensgebühren den Kohl auch nicht mehr fett, meinen Experten.

Derweil stehen nicht nur die Deutschen Werften am Abgrund und fordern Neubauaufträge der öffentlichen Hand (wir berichteten). Auch der Verband Deutscher Reeder (VDR) schlägt Alarm und sieht die nationale Handelsflotte in Gefahr. Die Umsätze und Frachtraten seien im Schnitt um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Ein weiterer Verfall wird für die kommenden Monate erwartet. Fast 500 Schiffe seien weltweit ohne Aufträge, das sei das höchste Niveau aller Zeiten. kim

Werften und Reeder in Not Copyright Nordeutsche Rundschau

Weltweiter Warentransport geht zurück / Kreuzschifffahrt zusammengebrochen / Neue Schiffe auf Jahre hinweg kaum nachgefragt

 

Eckart Gienke Hamburg Werften und Schifffahrt in Deutschland und weltweit stehen vor einer harten Durststrecke, die viele Betriebe die Existenz kosten könnte. Es sei für längere Zeit mit einer äußerst geringen Nachfrage nach Schiffen aller Art zu rechnen, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) am Dienstag in Hamburg mit. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) befürchtet, dass wesentliche Teile der deutschen Handelsflotte in ihrer Existenz gefährdet sind. Auf dem Spiel stehen in Deutschland mehrere zehntausend Arbeitsplätze.

Die deutschen Schiffbauer konnten sich nach der Finanzkrise vom weltweiten Abwärtstrend abkoppeln, indem sie sich erfolgreich auf Kreuzfahrtschiffe, Luxusyachten, Fähren und Spezialschiffe spezialisierten. Während die weltweite Produktion von Schiffen seit dem Spitzenjahr 2011 um 40 Prozent schrumpfte, gingen immer mehr Aufträge an deutsche und europäische Werften. Rund 95 Prozent aller Kreuzfahrtschiffe werden in Europa gebaut und die Branche erlebte einen jahrelangen Boom.

Auch jetzt reicht das europäische Auftragsbuch rechnerisch für vier Jahre und damit deutlich länger als in den asiatischen Schiffbauländern China, Japan und Korea. „Es ist aber zu erwarten, dass neue Bestellungen in diesem Segment für einige Jahre vollständig ausbleiben“, sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. Vielen Betrieben werde daher die Arbeit ausgehen. Zwischen dem Bauvertrag und der Ablieferung liegen drei bis vier Jahre. Deshalb sei es eine Möglichkeit, die Bauzeit der vorhandenen Aufträge zu strecken.

„Die Corona-Pandemie trifft die Branche in einer Phase, in der ohnehin schon seit Jahren die Auftragseingänge geringer als die Produktion sind und die globalen Schiffbaukapazitäten nicht ausgelastet“, sagte Lüken. Die asiatische Konkurrenz reagiere auf die angespannte Lage schon jetzt mit weiteren Preisnachlässen und hohen staatlichen Subventionen.

Mit den Zulieferern in der komplexen Wertschöpfungskette stehe der deutsche Schiffbau für rund 200 000 Arbeitspätze, sagte Lüken. Um über das Auftragsloch hinwegzukommen, fordere der Verband, Aufträge für Schiffe der öffentlichen Hand vorzuziehen. Zudem sollte auf europäischer Ebene ein Erneuerungsprogramm für die Handelsflotte aufgelegt werden

Ähnlich dramatisch sehen die Reeder ihre Lage. Die Umsätze der Reedereien seien im März und April im Durchschnitt um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen, teilte der VDR in Hamburg als Ergebnis einer Umfrage bei rund 50 Schifffahrtsunternehmen mit, darunter die 30 größten deutschen Reedereien. Fast die Hälfte spüre schon jetzt eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Liquidität und die Charterraten für Schiffe seien um bis zu 40 Prozent zurückgegangen. Fast 500 Schiffe weltweit seien ohne Beschäftigung und fahren deshalb nicht, so viele wie noch nie.

Die meisten deutschen Reeder arbeiten ähnlich wie Autovermieter oder Leasing-Firmen und kümmern sich nur um die Schiffe, die sie an Linienreedereien verchartern. „Wesentliche Teile der deutschen Handelsflotte sind in ihrer Existenz gefährdet“, sagte VDR-Präsident Alfred Hartmann.

Die deutsche Schifffahrt habe bereits nach der Finanzkrise 2008/09 rund 1500 Schiffe verloren, ein Drittel der Flotte. Sollten sich Produktion und Konsum nicht rasch erholen, könnten die Folgen der Pandemie noch weitaus härter werden. Würde ein weiteres Drittel der Flotte verloren gehen, wäre Zehntausende Arbeitsplätze am Standort Deutschland gefährdet.

Reeder und Werften erwarten aber auch, dass der Markt nach einigen Jahren zurückkommt. Dann werden vermutlich noch komplexere Schiffe benötigt, eine Stärke des deutschen Standortes.

 
Kiel

„Der April war der Monat mit den wenigsten Schiffspassagen seit Langem. Wir haben einen Rückgang bei den Passagen um 40 Prozent registriert“, sagt Jens-Broder Knudsen. 2200 bis 2800 Schiffe passieren normalerweise pro Monat den Kanal. Nach KN-Informationen waren es im April unter 2000 Schiffe.

Die konkreten April-Zahlen ermittelt die Generaldirektion Wasserstraßen Schifffahrt (GWDS) in den nächsten Tagen. Für die Makler steht aber schon fest: Der April hat einen bislang beispiellosen Einbruch bei den Verkehrszahlen gebracht.

Abgabensenkungen sollte Ausweg aus der Krise sein

Ein Ausweg aus der Krise sollte die Senkung der Abgaben sein, die Reeder für die Passagen ihrer Schiffe zahlen müssen. Bereits Anfang April hatte die Initiative Kiel Canal sich deshalb mit einem Schreiben ans Verkehrsministerium gewandt. Dem Hilferuf aus Schleswig-Holstein erteilte das Ministerium aber eine deutliche Absage.

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Mehr Tempo beim Schleusenbau gefordert

Politik

Unterstützung für Kanalsteurer

· Benjamin Klare   

Der erhebliche Rückgang der Verkehre auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) infolge der Corona-Krise hat zu Einnahmeverlusten bei den Kanalsteurern geführt.

„Wir haben uns mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass die Mitglieder des Kanalsteurervereins von der Bundesagentur für Arbeit als bezugsberechtigt für Kurzarbeitergeld anerkannt werden. Denn sie leisten eine unheimlich wichtige Arbeit für einen sicheren Schiffsverkehr auf dem NOK und damit für die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern“, teilte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), jetzt mit. Die Kanalsteurer werden nun grundsätzlich als bezugsberechtigt für Kurzarbeitergeld angesehen und erhalten so schnelle Hilfestellung bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie.

„Erstmals ist es uns nun möglich, für Umsatzrückgänge, die aus Einbrüchen der Schifffahrtszahlen auf dem Nord-Ostsee-Kanal resultieren, finanzielle Unterstützung zu erhalten“, sagte Alexander Knop, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Kanalsteurer, am Freitag gegenüber dem THB. In der Vergangenheit sei ihnen die Möglichkeit der Antragsstellung verwehrt worden: „Ein Missstand, der für uns aufgrund der Tatsache, dass wir wie jeder andere sozialversicherungspflichtige Arbeitgeber in Deutschland Sozialabgaben abführen, nicht nachvollziehbar war“, so Knop. Nun ende ein langer Weg der Ungewissheit, der jedem Kollegen ein ganzes Stück mehr Sicherheit bringe.

Darüber hinaus hat das BMVI Schutzausrüstungen in Form von OP-Masken und Handschuhen für die Kanalsteurer und die Seelotsen zur Verfügung gestellt.  bek

 

 

Ein Grund dafür sei der günstige Treibstoff, der Fahrten um Kap Skagen (Dänemark) attraktiver macht.

“Mit den seit Jahresbeginn 2020 sinkenden Brennstoffpreisen beobachten wir auf dem Nord-Ostsee-Kanal einen leichten Rückgang der Verkehre und damit auch der Ladungsmengen”, erklärte eine Sprecherin der Generaldirektion.

Darüber hinaus würden in den Häfen wegen der Corona-Krise weniger Schiffe abgefertigt, weswegen auch weniger Zubringerschiffe den Kanal passierten.

 

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Die Zahl der Frachter sei um 4,65 Prozent auf 2348 gesunken, teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt am Dienstag auf Anfrage mit.

Die Ladungsmenge ging im selben Zeitraum um 3,58 Prozent auf knapp 22 Millionen Tonnen zurück.

Kiel (/lno) – Auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind im ersten Quartal 2020 weniger Schiffe als im Vorjahreszeitraum unterwegs gewesen.

Die Stärke des Verkehrs auf der wichtigen Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee schwankt von Monat zu Monat.

Trotz des Quartalsrückgangs war im Februar ein Plus 7,38 Prozent bei der Zahl der Schiffe im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet worden.

Dafür war der Rückgang im März mit minus 10,86 Prozent umso stärker.

Im Januar hatten 9,16 Prozent weniger Schiffe den Kanal befahren.

 

 

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Schiffsverkehr-Billiges-Oel-setzt-dem-Kanal-zu

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Von Frank Behling   danke Frank Behling
 

Von Kiel

„Der Kanal muss wettbewerbsfähig zur Skagenroute bleiben. Wenn die Schifffahrt weiter zurückgeht, sind hier auch viele Arbeitsplätze in Gefahr“, sagt Jens-Broder Knudsen, der Vorsitzende der Initiative Kiel-Canal, in der Firmen und Kommunen vereint sind.

Schiffe müssen für die Kanalpassage eine Vielzahl an Abgaben entrichten. Neben den Gebühren für die Lotsen und der Kanalsteurer gibt es auch Abgaben, die letztlich nur dem Staat zufließen. Dazu zählen die Befahrungsabgaben und die Lotsabgabe, aus der Kosten für Lotsenboote und die Infrastruktur bezahlt werden.

Aussetzung der Befahrungsabgabe

„Nach der Finanzkrise 2008 gab es auch schon mal eine Absenkung der Lotsabgabe um zehn Prozent. Das wäre jetzt auch ein Schritt. Darüber hinaus wäre eine befristete Aussetzung der Befahrungsabgabe ein deutliches Signal an die Schifffahrt“, so Knudsen. Ein Schreiben mit der Bitte um Unterstützung ist an das Bundesverkehrsministerium geschickt worden.

Auslöser der Kanalkrise sind die Treibstoffkosten, die als Folge der Corona-Krise gesunkenen sind. Im Moment ist es für die Reeder von Schiffen billiger, den Weg um Dänemark und Skagen zu nehmen. Die Tonne Schweröl kostet erstmals seit Jahren in Rotterdam nur noch 170 Dollar. Selbst schwefelarmer Kraftstoff und der saubere Marinediesel sind auf Tiefststände von 218 und 260 Dollar pro Tonne gesunken. Diese Treibstoffe kosteten noch im Januar deutlich über 500 Dollar pro Tonne.

Weg um Skagen scheint sich zu lohnen

Der Weg um Skagen ist zwar je nach Schiff und Zielhafen um ein bis zwei Tage länger und bedeutet zwischen 30 und 60 Tonnen mehr Treibstoff als die Kanalroute, bei der es außerdem mit 7,5 Knoten (15 Kilometern/Stunde) auch ein Tempolimit gibt. Aber er scheint sich zu lohnen.

Die Folge ist ein dramatischer Rückgang bei den Kanalpassagen. Statt der sonst üblichen 80 bis 100 Schiffspassagen pro Tag kommen aktuell weniger als 60 Schiffe. Das ist auch in der Statistik erkennbar: So ging die Schiffszahl im ersten Quartal nach Angaben der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt um 4,65 Prozent zurück. Zwar war im Februar die Schiffszahl gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 170 gestiegen, doch im März folgte dann der Rückgang um 286. Bei den Ladungsmengen beträgt der Rückgang im Quartal 3,58 Prozent gegenüber 2019. Auch hier hat der März mit fast zehn Prozent den stärksten Rückgang, während es im Februar noch einen leichten Anstieg gab.

Von Asien um Afrika nach Europa

Die Auswirkungen der Talfahrt beim Ölpreis sind auch in der weltweiten Schifffahrt spürbar. Erste Reedereien wählen seit Mitte März auf dem Weg von Asien nach Europa sogar den Weg um Afrika.

Die Ersparnis durch den Verbrauch mehrerer hundert Tonnen Treibstoff ist günstiger als die Zeitersparnis durch den kostenpflichtigen Suezkanal. Die staatliche ägyptische Kanalverwaltung des Suezkanals hat sofort reagiert und die Gebühren für Containerschiffe bereits Anfang April bis zunächst Ende Juni um sechs Prozent gesenkt. „So etwas brauchen wir am Kanal auch“, fordert Knudsen.

Corona: Formalitäten werden elektronisch erledigt

„Ich kann diese Forderung nur unterstützen. Der Verkehr ist auf dem Kanal seit März stark zurückgegangen“, so Matthias Probst, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOKI in Brunsbüttel.

Viele Reeder plagt aber auch die Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus bei der Kanalpassage. Darauf haben Lotsen und Kanalsteurer reagiert. Seit dem Wochenende tragen sie alle an Bord der Schiffe Mundschutz bei der Arbeit. Die Abfertigung durch die Schiffsmakler in den Schleusen erfolgt inzwischen ohne Kontakt mit der Besatzung und ohne den Besuch an Bord.

Die Makler bringen die Dokumente an die Gangway. Dort übernehmen Besatzungsmitglieder die Dokumente und bringen sie zum Quittieren zum Kapitän.

Flexible Arbeitszeiten

„Wir haben unsere Arbeitsabläufe auch verändert und an die neuen Bedingungen angepasst“, so Jann Peteresen, Geschäftsführer der Maklerei UCA aus Kiel. Um den Rückgang der Abfertigungen in der Belegschaft aufzufangen, wurden jetzt in Abstimmung mit dem Betriebsrat flexiblere Arbeitszeiten eingeführt, so Petersen.

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Frank Behling
 

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Kiel  

Weniger Schiffsverkehr auf Nord-Ostsee-Kanal

21.04.2020, 16:43 Uhr | dpa

 
Weniger Schiffsverkehr auf Nord-Ostsee-Kanal. Nord-Ostsee-Kanal

Ein Frachtschiff fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

 
 

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind im ersten Quartal 2020 weniger Schiffe als im Vorjahreszeitraum unterwegs gewesen. Die Zahl der Frachter sei um 4,65 Prozent auf 2348 gesunken, teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt am Dienstag auf Anfrage mit. Die Ladungsmenge ging im selben Zeitraum um 3,58 Prozent auf knapp 22 Millionen Tonnen zurück.

Ein Grund dafür sei der günstige Treibstoff, der Fahrten um Kap Skagen (Dänemark) attraktiver macht. „Mit den seit Jahresbeginn 2020 sinkenden Brennstoffpreisen beobachten wir auf dem Nord-Ostsee-Kanal einen leichten Rückgang der Verkehre und damit auch der Ladungsmengen“, erklärte eine Sprecherin der Generaldirektion. Darüber hinaus würden in den Häfen wegen der Corona-Krise weniger Schiffe abgefertigt, weswegen auch weniger Zubringerschiffe den Kanal passierten.

Die Stärke des Verkehrs auf der wichtigen Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee schwankt von Monat zu Monat. Trotz des Quartalsrückgangs war im Februar ein Plus 7,38 Prozent bei der Zahl der Schiffe im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet worden. Dafür war der Rückgang im März mit minus 10,86 Prozent umso stärker. Im Januar hatten 9,16 Prozent weniger Schiffe den Kanal befahren.

Brunsbüttel

Die Digitalisierung soll das Leben erleichtern und Abläufe schneller machen. Auf dem Nord-Ostsee-Kanal sorgt die Digitalisierung der Verkehrslenkung aber immer wieder für Staus – am Freitag war es ein Software-Problem.

Mehr als 20 Schiffe lagen am Freitag stundenlang in Kiel und Brunsbüttel vor und in den Schleusen fest. Erst gegen 14 Uhr war wieder ein normaler Betrieb auf der meistbefahrenen künstlichen Seewasserstraße möglich. „Unsere Techniker mussten den Rechner ausbauen und neu aufsetzen. Erst dann lief das System wieder“, sagte Thomas Fischer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel.

 
 

Es kommt immer wieder zu Ausfällen 

Aufgetreten war der Computerfehler am frühen Morgen gegen fünf Uhr. „Das Weg-Zeit-Diagramm für die Schifffahrt wurde nicht mehr auf den Bildschirmen angezeigt“, so Fischer. Anhand dieses Diagramms werden die Passagezeiten und Positionen aller Schiffe auf dem Kanal erfasst und dargestellt.

Bis 2006 geschah das auf dem Papier mit Lineal und Bleistift. Durch die Einführung eines auf AIS-Daten von den Schiffen gestützten Systems wurde die Erstellung des Diagramms dann digitalisiert.

 

Seit 2014 kommt es immer wieder zu Ausfällen der Software oder des Rechners in der Zentrale. Inzwischen stoppten die Störungen nun zum dritten Mal das Einschleusen von Schiffen in den Kanal komplett, so dass die Wasserstraße über Stunden gesperrt werden musste.

https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal/Ein-Computerproblem-legt-erneut-den-Nord-Ostsee-Kanal-lahm

Kiel

Gegen 5 Uhr trat das Problem mit dem Computerprogamm auf. „Wir lassen deshalb größere Schiffe mehr in den Kanal. Die Schiffe, die im Kanal sind, werden noch herausgelassen“, so Matthias Visser vom Wasserstraßen und Schifffahrtsamt Kiel.

In Kiel und Brunsbüttel ankern bereits mehrere Schiffe vor den Schleusen. Wie lange die Reparaturarbeiten andauern und ob es während des Wochenendes eine Reparatur geben wird, ist noch unklar. „In Brunsbüttel wird mit Hochdruck an dem Problem gearbeitet“, so Visser. Zuletzt hatten Techniker die Software meist noch am selben Tag wieder einsatzbereit bekommen.

 
 

Die Verkehrszentrale in Brunsbüttel überwacht den gesamten Schiffsverkehr im Kanal. Dafür werden Bildschirme mit Verkehrsdiagrammen eingesetzt, die die Passagezeiten der Schiffe in den Ausweichstellen koordinieren. Dies geschah bis 2007 manuell per Weg-Zeit-Diagramm.

Vollsperrung für große Schiffe auf unbestimmte Zeit

Hilfe hat die Verkehrszentrale am Morgen durch Lotsen bekommen. „Es ist ein Kollege von uns in der Verkehrszentrale, der die Kollegen vom WSA dort unterstützt“, sagte Matthias Probst, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK 1 aus Brunsbüttel

 

Gemäß eines Notfallplans werde am Vormittag der Verkehr für kleinere Schiffe der Verkehrsgruppe 1 bis 3 wieder aufgenommen. Für die größeren Schiffe der Verkehrsgruppe 4 bis 6 bleibt die Sperrung aber bestehen.

In Kiel und Brunsbüttel warten mehrere größere Schiffe auf das Einschleusen. Die Störung soll im Laufe des Nachmittags behoben werden.  Danach wird der Kanal wieder für alle Schiffsgrößen freigegeben.

Lesen Sie hier weitere Nachrichten aus dem Nord-Ostsee-Kanal.


Notfallplan gibt es seit vergangenem Jahr 

Nach heftiger Kritik der Lotsen wurde 2019 ein Notfallplan ins Leben gerufen. „Dieser Plan sieht vor, dass von uns Kollegen in die Verkehrszentrale gehen und die Nautiker dort unterstützen. Das ist hier dieses Mal geschehen. Mit Funkverkehr und der nötigen Erfahrung lässt sich auch sicher auf dem Kanal fahren“, sagte Martin Finnberg, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II aus Kiel.

Nach dem gescheiterten Neustart der Software ging ein Lotse der Brüderschaft NOK I in die Zentrale. „Nach drei Stunden durften dann Schiffe bis zur Verkehrsgruppe 3 in den Kanal einschleusen. Das sind Schiffe, die überall auf dem Kanal ohne Probleme passieren können“, erläutert Matthias Probst, Ältermann der Brüderschaft NOK I aus Brunsbüttel.

Bis 10 Uhr hatten sich schon auf der Kieler Förde und der Elbe rund 20 Schiffe angesammelt. Sechs dieser Schiffe gehörten zu den Verkehrsgruppen 4 bis 6. Sie durften erst ab 14 Uhr in den Kanal. „Einige Schiffe hatten fast zehn Stunden Wartezeit“, sagte Jan Klein, Geschäftsführer der Agentur UCA, die Reedereien betreut.

Forderung nach einem Ersatz-System

Und wie geht es weiter? „Wir gehen davon aus, dass die Anlage stabil läuft“, so Thomas Fischer vom WSA. Sollte es Probleme geben, ist für die Software ein Techniker vom WSA in Rufbereitschaft. „Die Kollegen stehen auch am Wochenende zur Verfügung“, so Fischer.

Angesichts des Alters der Software hoffen die Schiffsmakler inzwischen auf eine baldige  Modernisierung. „Vielleicht wäre ein neuer Computer mal ganz schön, diese Technik hat schon viele Jahre hinter sich“, sagt Jens-Broder Knudsen von der Agentur Sartori & Berger.

„Vielleicht wäre ein zweites System mal angebracht. Wenn jedes Mal für den Ausfall eines Rechners der Kanal über Stunden dicht ist, ist das auch keine Werbung“, sagte Klein. Bei kritischer IT sei der Einsatz von redundanten Systemen heute doch in großen Unternehmen Alltag. „Es würde sich für den Kanal durchaus lohnen, darüber einmal nachzudenken“, so Klein.

Weitere Nachrichten zum NOK

Der komplette Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ist in nur sechs Jahren erbaut worden. Die Errichtung der fünften Schleusenkammer dauert deutlich länger. Das sorgt jetzt für Unmut. 

Der Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal war im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Foto: Rehder

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Seit Jahren hakt es bei der Schleusensanierung und dem Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals.

Brunsbüttel | Nach nur siebenjähriger Bauzeit feierte Kaiser Wilhelm II. 1895 die Fertigstellung des rund 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanals. 125 Jahre später ist die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt.

Am NOK hängen nicht nur unmittelbar 4000 Arbeitsplätze am Industrie- und Schleusenstandort Brunsbüttel und 12.000 Beschäftigungsverhältnisse, die im direkten Zusammenhang mit dem größten Industriegebiet in Schleswig-Holstein stehen. Auch unzählige Arbeitsplätze im Hamburger Hafen und anderen Industriestandorten sind vom Kanal abhängig.

Rund 29.000 Schiffspassagen verzeichnete der NOK im vergangenen Jahr. Schiffe, die – würde es den Kanal nicht geben – über die Nordsee um Skagen fahren müssten. Das wären nicht nur 250 Seemeilen (rund 460 Kilometer) mehr, sondern auch eine entsprechend höhere Belastung für die Umwelt. „Damit ist die international wichtige Transitwasserstraße auch ein echtes Umweltthema“, so der Brunsbütteler Hafenchef, Frank Schnabel. Dessen waren sich auch die Teilnehmer der Podiumsdiskussion der SPD-Bundestagsfraktion unter dem Titel „S.O.S. für den Nord-Ostsee-Kanal – Der Norden steht auf!“ Brunsbüttel einig.

Weiterlesen: Ältermann Matthias Probst fordert mehr Tempo bei Ausbau des Nord-Ostsee-Kanal

„Wir haben diese Veranstaltung ganz bewusst unter dasselbe Motto gestellt wie vor rund achteinhalb Jahren“, sagte Gastgeberin Bettina Hagedorn. Denn wie zum Zeitpunkt der Veranstaltung im September 2011 bestünde auch heute Anlass zur Sorge um die Betriebsfähigkeit des Kanals, wenn auch aus anderen Gründen als damals, unterstrich die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium.

Bauvorhaben dauern an

Bedauerlicherweise sei es nicht gelungen Gelder vom Verkehrsministerium für den Bau der 5. Schleusenkammer, für die Grundsanierung der Schleusen in Brunsbüttel und Kiel sowie die Begradigung der Oststrecke zu bekommen. Das Parlament indes habe die Bedeutung des NOK sowohl für die Wirtschaft als auch für das Erreichen der klimapolitischen Ziele erkannt und mehr als zwei Milliarden Euro für die genannten Maßnahmen bereitgestellt, betonte Hagedorn.

DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn in seiner Kritik deutlich:

Ich habe den Eindruck, die bayerischen Verkehrsminister wissen nicht wo der Norden ist. Uwe Polkaehn

 

Klare Worte fand dieser für den Schleusenneubau: „Es ist ein Trauerspiel für die Bundesrepublik Deutschland und ein verheerendes Signal ins Ausland, dass es hierzulande nicht gelingt, in einem überschaubaren Zeitrahmen eine Schleuse herzustellen.“ 1996 wurden die Planungen aufgenommen. Der ursprüngliche Fertigstellungstermin war für das laufende Jahr vorgesehen, musste jetzt jedoch aufgrund diverser Komplikationen auf das Jahr 2026 verlegt werden.

Weiterlesen: Nord-Ostsee-Kanal: Weniger Schiffe, weniger Ladung

Große Sorgen bereitet zudem das Fehlen von Fachkräften, die für einen Kanalausbau und den Betrieb stehen. „Wir alle haben diese Entwicklung verpennt“, brachte es Polkaehn auf den Punkt. Einige der Schleusenausfälle ließen sich auf den Personalnotstand zurückführen, kritisierte Matthias Probst, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I.: „Die Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) arbeiten seit Jahren an ihren Leistungsgrenzen.“ Beim WSA sei nicht nur der demografische Wandel schuld an der dünnen Personaldecke, sondern auch der von der Bundesregierung auferlegte Sparzwang, bedauerten die Vertreter der Sozialdemokraten und räumten ihrer Partei eine Mitschuld ein.

Kritik an Auftragsvergabe

Mahnende Worte kamen auch aus dem Publikum. Werner Hoffmann aus Wewelsfleth kritisierte die Vergabe der Bauaufträge von vier NOK-Fähren an eine Werft in Estland. „Wir werden alle Bemühungen vorantreiben die Rendsburger Werft zu stärken, indem wir ihr Reparaturaufträge zukommen lassen“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Mathias Stein abschließend.

Kosten für Schleusenbau explodieren

Die Kosten für den Bau der 5. Schleusenkammer sind  explodiert. Wurden zu Beginn der Maßnahme 300 Millionen Euro für den Bau veranschlagt, kletterten die Kosten zunächst auf 540 Mio. Euro. Aktuell belaufen sich die Schätzungen auf 830 Mio. Euro. Auch die Kosten für die Begradigung der Oststrecke haben sich gegenüber ersten Schätzungen verdoppelt und belaufen sich nun auf weit über 300 Mio. Euro. Der Bau des Trockeninstandsetzungdocks kostet 21. Mio Euro. Baubeginn soll im 2021 sein. 300 Mio. Euro werden für die Grundinstandsetzung der kleinen Schleuse in Kiel veranschlagt.

Nord-Ostsee-Kanal: Brunsbüttel: Schiff kracht in Schleuse – hoher Schaden!

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Brunsbüttel –

Auch auf dem Wasser kommt es zu Kollisionen: Am späten Sonnabend ist ein norwegisches Schiff gegen die Schleusenanlage in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) gekracht. Es entstand ein erheblicher Sachschaden. 

Der Unfall ereignete sich gegen 23.50 Uhr am Nord-Ostsee-Kanal. Nach Angaben der Polizei krachte das Schiff mit dem Heckbereich Uhr gegen die Nischenabdeckung und Seitenwand des Torbunkers sowie gegen das Mauerwerk und Deckwerk. Dabei entstand ein erheblicher Schaden an der Schleusenanlage. Das Schiff kam glimpflicher davon. Es kam wohl nur zu leichtem Farbabrieb im Heckbereich der Steuerbordseite. 

Schiffs-Crash in Brunsbüttel: Fehler bei der Kommunikation

Der genaue Grund für den ungewollten Crash ist noch unklar. Nach ersten Einschätzungen der Wasserschutzpolizei könnten Kommunikationsmängel zu dem Zusammenstoß geführt haben. 

– Quelle: https://www.shz.de/27448612 ©2020

„Mehr Tempo wünschenswert“

Kapitän Matthias Probst über Herausforderungen für den Erhalt des Nord-Ostsee-Kanals als unverzichtbare Wasserstraße

 
 
 
links von hinten meine Wenigkeit der Whistleblower des NOK
 
Mathias Stein – Sozialdemokrat im Deutschen Bundestag
3 Std.

SOS für den Nord-Ostsee-Kanal: Gemeinsam mit meiner Bundestagskollegin Bettina Hagedorn war ich gestern in Brunsbüttel. Einen Tag lang ging es um die Zukunft der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt.

Die Sparmaßnahmen der letzten Jahre sind am Nord-Ostsee-Kanal nicht spurlos vorbeigegangen. Bei drei CSU-Verkehrsministern in Berlin war dieses nationale Mega-Projekt stets „Stiefkind“. Erst die Initiative der SPD-Fraktion im Bundestag „S.O.S. für den Nord-Ostsee-Kanal – der Norden steht auf!“ hat ab 2011 sichergestellt, dass die Finanzierung notwendiger Baumaßnahmen und Milliardeninvestitionen für den Kanal im Bundeshaushalt abgedeckt sind.

In einem intensiven Gespräch mit Vertretern aus dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt vor Ort sowie dem Verkehrsministerium haben wir uns gestern ausführlich über Baufortschritte am Kanal und die Personalsituation bei der WSV informiert sowie die Baustelle für die 5. Schleusenkammer begutachtet.

Abends haben wir mit mehr als 80 Interessierten diskutiert: Was muss getan werden, damit der NOK eine starke Achse für Wirtschaft und Schifffahrt bleibt? Wir waren uns einig: In vielen Dingen sind wir auf dem richtigen Weg. Große Herausforderung bleibt der Fachkräftemangel: Es muss der WSV gelingen, für junge Menschen ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Für uns steht fest: Der Nord-Ostsee-Kanal ist DIE Lebensader des Nordens. Der Schiffsverkehr muss seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Hierfür brauchen wir moderne und sicher befahrbare Wasserstraßen. Zusammen mit dem Hamburger Hafen ist der NOK die zentrale Logistik-Drehscheibe im Norden und garantiert zehntausende Arbeitsplätze. Deshalb gehört seiner dringend erforderlichen Instandsetzung die höchste Priorität.

 

 

https://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/1798/?gatoken=dXNlcl9pZD1jOTZmYjIxYjk0YjczMjUyNjUyNjkwYTc3NmZlYzY3ZiZ1c2VyX2lkX3R5cGU9Y3VzdG9t
 
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Brunsbüttel Rückläufige Passagen auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) allein seien noch kein Grund zu Panik, sagt Matthias Probst. Der 47-jährige Kapitän ist Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK, deren 130 Mitglieder täglich auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt unterwegs sind und neuralgische Punkte auf dem 125 Jahre alten Kanal bestens kennen. Probst ist zudem Vorstandsmitglied der Initiative Kiel Canal, die sich für den Ausbau des NOK stark macht. Mit ihm sprach Redakteur Ralf Pöschus.

„SOS am Nord-Ostsee-Kanal“ ist die morgige Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion in Brunsbüttel überschrieben. Ist es schon wieder so brenzlig?

Der Titel ist gut geeignet, um Publikum anzulocken, aber wir haben kein akutes Problem. Das war 2011 anders, als es um die fünfte Schleuse für Brunsbüttel ging. Seitdem hat der NOK viel Aufmerksamkeit bekommen. Das hilft. Dennoch haben wir mit Problemen zu kämpfen, die bekannt sind und weiter angegangen werden müssen. Denn was wir auch sehen: Die Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sind alle engagiert – und an der Leistungsgrenze. Es fehlt schlicht an Personal.

Wie lässt sich hier Druck machen, dass sich die Situation verbessert?

Wir als Lotsen können das nicht, aber die Initiative Kiel Canal kann handfeste politische Forderungen stellen. Der Initiative gehören unter andere Hafengesellschaften Reedereien und andere Vertreter der Wirtschaft an. Wir sind gut vernetzt.

Die 100 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Brunsbüttel und Kiel verzeichnete zuletzt ein gesunkenes Verkehrsaufkommen. Dennoch entspannt sich die Situation offenbar nicht. Woran liegt das?

Wir reden hier über einen Rückgang von 4,3 Prozent gegenüber 2018 – und haben dennoch rund 29.000 Passagen, darunter 22.000 Seeschiffe. Der NOK ist also immer noch die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Das Nadelöhr ist auch nicht der Kanal, das liegt an beiden Endpunkten. Als in Kiel reparaturbedingt im vergangenen Sommer eine Schleuse nicht zur Verfügung stand, haben viele der großen Seeschiffe nicht gewartet, sondern sind ums Kattegat gefahren. Wenn alle Schleusen funktionieren, sind sie zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet. Der Rest ist eine notwendige Reserve. Darauf kann nicht verzichtet werden.

Für den Schleusenbau in Brunsbüttel musste lange getrommelt werden. Hat der Nord-Ostsee-Kanal beim Bund zu wenig Rückhalt?

Eigentlich trommeln wir schon länger, und nicht nur die SPD. Mehr Tempo beim Ausbau wäre natürlich wünschenswert. Aber hier zeigt sich, dass Effizienz nicht immer mit gesenkten Kosten zu tun hat, etwa bei der personellen Ausstattung der Kanalverwaltung. Daneben kämpfen wir mit dem Vergaberecht. Das führt zu Zeitverlusten durch Einsprüche und Klagen und ist insgesamt sehr aufwändig. Die Handlungskompetenz vor Ort müsste erhöht werden.

Warum ist der NOK unter Klima-Aspekten wichtig?

Der Klima-Aspekt ist spannend. Der Umweg ums Kattegat kostet einen Tag. Wenn wir über 22.000 Seeschiffe sprechen, die alle im Schnitt jeweils 30 Tonnen Treibstoff am Tag verbrauchen, verdoppelt sich die Menge bei der Fahrt um Dänemark – und damit der Schadstoffausstoß. Zugleich bin ich überzeugt, dass das Schiff als Transportmittel auf lange Sicht nicht ersetzbar sein wird. Daher gilt, den Schiffsverkehr auf einen kurzen und sicheren Weg zu konzentrieren – in diesem Fall auf den Nord-Ostsee-Kanal.

Sie sehen also positiv in die Zukunft des NOK?

Ich glaube nicht, dass der Kanal irgendwann ein Angelgewässer oder Freizeitrevier wird. Der NOK verbindet Nord- und Ostsee, macht die Häfen zu einem Verbund, der gut erreichbar ist. Davon profitieren besonders die Häfen an der Ostsee. Wenn ich den gleichen Liefertakt ohne den Kanal erhalten will, bräuchte ich mehr Schiffe, weil die ja länger unterwegs wären. Insofern ist der NOK ein echtes Stück Infrastruktur. Daher macht es für mich Sinn, die Anlagen zu ertüchtigen und die Oststrecke zu erweitern.

SOS für den Nord-Ostsee-Kanal, SPD-Bundestagsfraktion, Mittwoch, 19. Februar, 18.30 Uhr, Torhaus, Brunsbüttel. Anmeldungen: mathias-stein.wk@bundestag.de

Von Frank Behling Copyright  KN Online danke Frank Behling
 
 
Kiel

Für die Kanalverwaltung der einzige Lichtblick sind die steigenden Ölpreise, die in den vergangenen Wochen wieder mehr Reeder veranlasst haben, den Weg zwischen Nord- und Ostsee durch den Kanal abzukürzen.

„Das Jahr war kein leichtes Jahr für alle, die mit dem Kanal zu tun hatten“, bilanziert Jens-Broder Knudsen, Geschäftsführer der Agentur Sartori & Berger. Die Ursache für den Einbruch bei den Passagezahlen hat aus Knudsens Sicht vor allem einen Grund: „Wir hatten fast ein halbes Jahr in Kiel nur eine Schleusenkammer, das hat zu sehr langen Wartezeiten geführt. So etwas lässt sich kein Reeder bieten und sucht sich Alternativen.“ Martin Finnberg, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II aus Kiel, stellt fest: „Reeder informieren sich heute per E-Mail über Wartezeiten. Die Schifffahrt reagiert dann sofort und nimmt andere Wege.“

 
 

Kanalsteurer auch vom Rückgang betroffen

Die Lotsen spüren Verkehrseinbrüche sofort auch finanziell, da sie Freiberufler sind. „Der Verkehr hat sich aber auf einem niedrigen Nievau stabilisiert“, sagt Alexander Knop vom Verein der Kanalsteurer. Auch die Kanalsteurer sind von dem Rückgang betroffen, da ihr Verein die Einnahmen von den Reedern nach geleisteten Passagen bekommt.

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Rekord im Hafen: 30.000 Passagiere an einem Tag

Die offizielle Jahresbilanz des Nord-Ostsee-Kanals will die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS) am Freitag in Kiel vorstellen. Dazu gehören auch Daten über die Entwicklung von Schiffsgrößen und die beförderte Gütermenge. Bei den Lotsen, Kanalsteurern und Schiffsmaklern ist der Einbruch bei den Verkehrszahlen aber schon jetzt angekommen.

Schiffe im Nord-Ostsee-Kanal werden immer größer

Seit 1950 hat die Zahl der Schiffspassagen konstant über 30.000 gelegen, teilweise sogar bei über 60.000 pro Jahr. Erst 2016 wurde mit 29.284 Passagen die 30.000er-Marke unterschritten. „Die Schiffe werden aber immer größer“, sagt Knop. Moderne Containerfrachter könnten oftmals zwei ältere Schiffe ersetzen. Deshalb wird die Zahl der transportierten Güter in der Branche mit Spannung erwartet. Die Schiffsmakler Sartori & Berger und UCA United Canal Agency hatten zum Jahresende wieder eine Zunahme an größeren Schiffen registriert.

Positive Impulse für den Kanal geben die wachsenden Ölexporte aus Russland, die zum Teil durch den Kanal transportiert werden. Aber auch der Transit großer Massengutfrachter für Getreide und Kohle hat gegen Ende des Jahres wieder leicht zugenommen.

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Start Schifffahrt Bund bewilligt 172 Stellen für die WSV

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Schifffahrt – Kiel:Weniger Schiffe und Ladung auf dem Nord-Ostsee-Kanal

 

Kiel (dpa/lno) – Die Konjunktur im Ostseeraum und Schleusenausfälle haben sich negativ auf den Nord-Ostsee-Kanal ausgewirkt. Im vergangenen Jahr beförderten Schiffe nur knapp 83,5 Millionen Tonnen Ladung auf der künstlichen Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel. Das entspricht einem Rückgang zu 2018 um 4,6 Prozent. Auch die Zahl der Schiffe sank im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 28 797. Das sei aber „keine Entwicklung, die wirklich dramatisch ist“, sagte der Leiter der Abteilung Schifffahrt der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Jörg Heinrich.

„Der Nord-Ostsee-Kanal ist ein zuverlässiger Verkehrsträger“, sagte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, zur Jahresbilanz. Havarien habe es zwar auch 2019 gegeben. Keine davon habe aber nachhaltige Auswirkungen auf die Befahrbarkeit gehabt.

Grund für den Ladungsrückgang und die geringere Zahl an Schiffen sei neben der konjunkturellen Entwicklung der zweimalige Ausfall von Schleusenkammern in Kiel-Holtenau für jeweils acht Wochen, sagte Heinrich. Für 2020 seien aber keine längeren Sperrungen für Instandhaltungsarbeiten an den alten Schleusenanlagen geplant. Er rechnet mit einem tendenziell steigenden Preis für Bunkeröl und erwartet auch deshalb für das laufende Jahr ein moderates Wachstum der Schifffahrt auf dem Kanal.

Bis Ende des Jahrzehnts will der Bund etwa zwei Milliarden Euro in die Modernisierung der Wasserstraße investieren. Allein für den Ausbau der Oststrecke bei Kiel sind im Bundeshaushalt 500 Millionen Euro veranschlagt. Im Januar sind erste Rodungen erfolgt. Der Ausbau werde der Schifffahrt deutliche Vorteile bringen, sagte Witte.

In den nächsten Jahren wird die Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals auf eine sogenannte Mindestsohlbreite von 70 Metern erweitert; bisher sind es 44 Meter. Dazu wird auf einer Länge von etwa elf Kilometern die Kanalböschung ausgebaut, enge Kurven werden abgeflacht. Von 1965 bis 2001 waren die Weststrecke von Brunsbüttel bis zur Weiche Königsförde auf eine Sohlbreite von 90 m erweitert worden.

Im Spitzenjahr 2008 waren auf dem Kanal 105 Millionen Tonnen Ladung befördert worden. In den Folgejahren musste er wiederholt gesperrt werden, weil die über 100 Jahre alten Schleusen defekt waren. In die Infrastruktur des Kanals wurden 2019 etwa 185 Millionen Euro investiert.

Die fünfte Schleusenkammer in Brunsbüttel soll nach neuem Stand 2026 fertig sein – Kostenpunkt 830 Millionen Euro. Danach wird eine der alten Anlagen saniert. Gegen die Pläne für eine neue kleine Schleuse in Kiel hat es 27 Einwendungen gegeben. Noch im ersten Quartal ist ein Erörterungstermin geplant. Das Projekt ist mit 315 Millionen Euro veranschlagt. Die neue Schwebefähre in Rendsburg soll voraussichtlich im Herbst ihren Betrieb aufnehmen.

 

Im vergangenen Jahr transportierten im Durchgangsverkehr 20 069 Schiffe (2018: 20 882) gut 76,8 Millionen Tonnen Güter (2018: 80,9) durch den Kanal. Zu den Häfen innerhalb des Kanals waren 8728 Schiffe (2018: 9127) unterwegs. Sie beförderten knapp 6,7 Millionen Tonnen Ladung, etwas mehr als im Vorjahr. Der Schiffsverkehr von und zu den russischen Häfen ist infolge des fortbestehenden Embargos weiterhin rückläufig.

 
 
 

https://www.ndr.de/nachrichten/schlesw

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Sendedatum: 07.01.2020 18:00 Uhr  – Schleswig-Holstein 18:00

NOK: Nach jahrelanger Planung startet der Ausbau

Ein Schiff passiert eine der schmalsten Stellen im Nord-Ostsee-Kanal in Höhe Landwehr-Fähre. © NDR
Im östlichen Teil des Nord-Ostseekanals gibt es zahlreiche Engstellen, die große Schiffe nur einzeln durchfahren können.

Am Nord-Ostsee-Kanal (NOK), einer der wichtigsten Wasserstraßen Europas, wird seit dieser Woche ordentlich gebaggert. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau lässt ab dieser Woche die nördliche Böschung des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde und Schinkel roden. „Damit schaffen wir die Voraussetzung für den Ausbau des NOK in diesem Abschnitt“, sagt Georg Lindner, zuständiger Projektleiter des WSA Kiel-Holtenau. Wegen der ab März einsetzenden Vegetations- und Brutperiode steht für diese Arbeiten nur ein begrenztes Zeitfenster bis Ende Februar zur Verfügung.

Der Kanal soll breiter werden, denn an einigen Stellen ist er angesichts der zunehmend breiter werdenden Schiffe nur noch eine Art Einbahnstraße, auf der immer nur ein Schiff auf einmal durchkommt. Der Gegenverkehr muss dann warten – und das kostet Zeit und Geld. Elf Jahre haben die Planungen gedauert und auch wenn jetzt fleißig gebaggert wird, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis der ganze Kanal breit genug für die breiten Pötte sein wird.

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals startet

Schleswig-Holstein Magazin – 07.01.2020 19:30 Uhr

Nach elf Jahren Planung wird der Nord-Ostsee-Kanal verbreitert, damit Schiffe ihn künftig nebeneinander durchfahren können. Verzögert wurde der Ausbau auch durch Naturschutzvorgaben.

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Oststrecke wird auf 70 Meter Nutzbreite erweitert

Als der Kanal 1895 gebaut wurde, hatte er nur eine Nutzbreite von 22 Metern. Die wuchs 1914 mit 44 Metern auf das Doppelte. In den 1960er-Jahren begann von Westen her der Ausbau auf eine Durchfahrtsbreite von bis zu 90 Meter. Allerdings stoppte der Ausbau im Jahr 2000, da andere Bauprojekte erstmal wichtiger waren. Seitdem ist die sogenannte Oststrecke des Kanals zwischen Großkönigsförde und Kiel-Holtenau vor allem für größere Schiffe ein Nadelöhr.

In den nächsten Jahren wird die Oststrecke auf eine Nutzbreite von 70 Metern erweitert. Bisher sind es 44 Meter. Dazu wird auf einer Länge von etwa elf Kilometern die Kanalböschung ausgebaut und enge Kurven werden abgeflacht. Die Arbeiten beginnen zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Der erste Bauabschnitt soll in vier Jahren fertig sein.

Weitere Informationen
Passagierschiff und Containerschiff begegnen sich auf dem Nord-Ostsee-Kanal © Touristische Arbeitsgemeinschaft NOK
 

Ausbau der NOK-Oststrecke kann starten

17.12.2019 17:00 Uhr

Am Dienstag ist der Vertrag für den Ausbau des ersten Abschnitts der sogenannten Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals unterzeichnet worden. Die ersten Arbeiten sollen im Januar beginnen. mehr

Rund zwei Millionen Kubikmeter Boden sind dort wegzubaggern. Das Material aus dem Wasser kommt in die Kieler Bucht, trockene Böden werden auf Agrarflächen verteilt. Das Auftragsvolumen für die ersten zwei Abschnitte beträgt 120 Millionen Euro. Insgesamt wird mit Kosten von rund 500 Millionen Euro gerechnet.

Viele Faktoren halten den Ausbau auf

Wann genau die Bauarbeiten abgeschlossen sein werden, hängt von vielen Faktoren ab. So hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) zwar schon frühzeitig Grundstücke aufgekauft und sich mit Anwohnern geeinigt. Auch mit Umweltverbänden hat die WSV frühzeitig beraten, welche Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen sinnvoll umgesetzt werden können. Klagen mit aufschiebender Wirkung blieben so aus. Doch die Beratungen kosteten Zeit. Die WSV hat dafür keine eigenen Mitarbeiter und musste Dritte, wie Ingenieurbüros hinzuziehen.

Ökologische Bauüberwachung eingerichtet

Zu den vereinbarten Schutzmaßnahmen für die Umwelt zählt etwa auch die Umsiedlung von Schlangen von den Uferböschungen. Der Uferbereich des Kanals Höhe Landwehr-Fähre ist nicht nur bei Spaziergängern beliebt, hier sonnen sich im Frühjahr auch gerne Kreuzottern. Die Schlangen werden umgesiedelt, bevor die Böschungen verschwinden. Die neuen Kanalböschungen sollen auch wieder umfangreich bepflanzt werden.

„Für die Bäume und Büsche, die jetzt gerodet werden, haben wir bereits Ausgleich geschaffen“, so Lindner. „In einer sehr guten Kooperation mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten wurden nahe Hütten Aufforstungen vorgenommen. Zusätzlich nutzen wir Ökokontoflächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zur Entwicklung eines naturnahen Laubwaldes.“ Eine extra eingerichtete ökologische Bauüberwachung achtet darauf, dass alle Vorgaben eingehalten werden.

Weitere Informationen
Blick auf die eingeschränkt funktionierende Schleusenanlage am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel. © dpa Foto: Carsten Rehder

NOK-Schleusen in Brunsbüttel zeitweise wieder offen

25.09.2019 10:30 Uhr

Die Lage am Nord-Ostsee-Kanal hat sich etwas entspannt. In Brunsbüttel sind beide Schleusenkammern zeitweise für große Schiffe im Betrieb. Ganz verschwunden sind die Probleme allerdings noch nicht. mehr

https://www.thb.info/rubriken/single-view/news/drei-laender-drei-neue-schleusen.html

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· Eckhard-Herbert Arndt   

Für die Berufsschifffahrt in Nordwesteuropa werden aktuell gleich an drei unterschiedlichen Standorten Großschleusen-Projekte realisiert, die im Laufe dieser Dekade fertig sein werden.

Die Bauvorhaben werden im Einzelnen in Brunsbüttel (Nord-Ostsee-Kanal/NOK), in IJmuiden/Amsterdam (Nordsee-Kanal) sowie im niederländischen Terneuzen (Gent-Terneuzen-Kanal) realisiert. Allen drei Bauvorhaben gemein ist, dass sie sowohl die Ingenieure als auch die mit der physischen Umsetzung befassten Baufirmen vor große technische Herausforderungen stellen. Für den Schleusenneubau im gut 32 Kilometer langen Gent-Terneuzen-Kanal geht die gemeinsame Hafen-Dachgesellschaft North Sea Port – sie repräsentiert das belgische Gent und das niederländische Terneuzen – aktuell von einer Indienststellung „Ende 2022“ aus, teilte sie jetzt anlässlich des Baustarts zum neuen „Servicehafen“ im direkten Einzugsbereich des Schleusenkomplexes mit. Dieser Schleusenneubau trägt – wie auch die beiden anderen Vorhaben – dem Größenwachstum in der Seeschifffahrt Rechnung. Die neue Schleusenkammer wird 427 Meter lang und 55 Meter breit sein und einen Tiefgang von rund 16,4 Meter aufweisen. Die Gesamtkosten des Bauwerkes werden aktuell auf rund 934 Millionen Euro beziffert.

Im niederländischen IJmuiden soll ebenfalls bis 2022 die dann größte Seeschleuse der Welt entstehen. Die Abmessungen lauten: eine 500 Meter lange Schleusenkammer, die 70 Meter breit und 18 Meter tief ist. Das Vorhaben musste verschiedene Rückschläge hinnehmen, auch aufgrund der Komplexität der Maßnahme. Ursprünglich sollte die Schleuse bereits 2019 fertig sein. Zudem waren knapp 870 Millionen Euro als Bausumme kalkuliert worden. Im Sommer 2019 wurde bekannt, dass sich die Bausumme voraussichtlich um 200 Millionen Euro verteuern würde.

Die Kammer der 5. Schleuse in Brunsbüttel, um die sehr lange gerungen wurde, wird rund 360 Meter lang und etwa 45 Meter breit sein. Auch ihr ursprünglicher Kosten- und Zeitplan wird nicht zu halten sein: Aktuell ist von einer Inbetriebnahme 2024 (ursprünglich 2021) und Baukosten von rund 830 Millionen Euro (gut 500 Millionen Euro mehr) die Rede. EHA

https://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/1748/?gatoken=dXNlcl9pZD1iMDE1OTc3ZWZlNzY0ZDI0ZDRiNTI0NWM3Mzc3OTFkMSZ1c2VyX2lkX3R5cGU9Y3VzdG9t

„Ein starkes Signal für die internationale Schifffahrt“, nennt Enak Ferlemann, Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals. Grafikfoto.de

https://binnenschifffahrt-online.de/2019/11/verkehrspolitik/11836/bund-bewilligt-172-stellen-fuer-die-wsv/

NOK-Ausbau kann beginnen

Vertrag für den ersten Abschnitt des Kanals unterzeichnet

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Bund bewilligt 172 Stellen für die WSV

 
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Im kommenden Jahr sollen 172 neue Arbeitsplätze bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) entstehen. Das hat der Verkehrshaushalt im Deutschen Bundestag jetzt beschlossen.

Es sei der größte Stellenaufwuchs seit Jahren, erklärt Mathias Stein, SPD-Berichterstatter für die WSV sowie für die Binnenschifffahrt. Die 172 bewilligten neuen Stellen betreffen Infrastrukturmaßnahmen, Betrieb und Unterhaltung, Umweltschutz, die Klimaanpassungsstrategie, Niedrigwasserforschung, das Blaue Band Deutschland, die ökologische Durchgängigkeit. Auch die Übernahme von Auszubildenden sei darin enthalten. »Jede einzelne dieser Stellen wird der WSV, den Bundeswasserstraßen, der Binnenschifffahrt und damit auch Klima und Umwelt helfen. Wie in den vergangenen Jahren musste das Parlament wieder ‚die Kohlen aus dem Feuer holen‘. Denn das Bundesverkehrsministerium hat im Regierungsentwurf keine einzige dieser Stellen untergebracht«, so Stein.

»Mindestens 400 Stellen sind nötig«

In den vergangenen Monaten habe er sich in zahlreichen Gesprächen für diese zusätzlichen Stellen bei der WSV eingesetzt. Besonders bei Betrieb und Unterhaltung, aber auch bei Umwelt- und Naturschutz, Digitalisierung, im westdeutschen Kanalnetz, bei der Abladeoptimierung Mittelrhein und weiteren Einzelmaßnahmen würden »enorme Lücken klaffen«, wie Stein sagt. »Diese Lücke schließen wir aber nur teilweise. Die WSV hätte mindestens 400 Stellen gebraucht, um ihre Aufgaben vollumfänglich zu erfüllen. Ich werde daher, gemeinsam mit den Gewerkschaften und den Verbänden weiter für diese Stellen kämpfen«, kündigt der Politiker an.

»Klar ist aber: Das Parlament kann die Stellenbewirtschaftung der WSV nicht standardmäßig übernehmen. Die enorme Zahl zusätzlicher Stellen der vergangenen Jahre waren eine Art parlamentarischer Notwehr angesichts der Jahr für Jahr im Regierungsentwurf fehlenden Stellen. Das Bundesverkehrsministerium muss seiner Verantwortung für seine nachgeordnete Behörde endlich gerecht werden und die nötigen Stellen schaffen und auch zügig besetzen«, fordert Stein.

Gute Nachrichten gibt es für den Nord-Ostsee-Kanal (NOK): Nachdem Brunsbüttel 15 Jahre mit zwei großen Fähren auskommen musste, werden nun 22 Mio. € für den Bau einer dritten 100-t-Fähre bereit gestellt. Dadurch sollen künftig lange Staus und Wartezeiten für Pendler verhindert werden.

»Auf meine Initiative werden wir zudem ein Förderprogramm für die nachhaltige Modernisierung von Küstenschiffen mit einem Ansatz von zunächst 1 Mio. € auflegen. Analog zum erfolgreichen Programm für Binnenschiffe wollen wir so auch für die Küste Innovationsimpulse und finanzielle Anreize für weniger Emissionen und mehr Klimaschutz setzen«, so Stein weiter.

 
 
Mathias Stein – Sozialdemokrat im Deutschen Bundestag ist mit Bettina Hagedorn unterwegs.

Der Haushalt des Bundesverkehrsministeriums steht in diesem Jahr im Zeichen der Umwelt: Wir stocken die Investitionen in Schienen und Bahnhöfe massiv auf und geben der Deutschen Bahn eine Milliarde Euro zusätzliches Eigenkapital. Der Radverkehr bekommt nächstes Jahr allein aus dem BMVI-Etat 180 Millionen Euro und in den Jahren 2021 bis 2023 noch einmal 600 Millionen Euro obendrauf. Auf meine Initiative legt das BMVI ein Förderprogramm für saubere Schiffe an der Küste auf und gemeinsam mit den SPD-Haushältern habe ich dafür gesorgt, dass die WSV im nächsten Jahr 172 Stellen mehr bekommt. Kompliment und ein großes Dankeschön an Johannes Kahrs und Thomas Jurk!

 
 
Kommentare
 
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    Guenther Goettling Bettina Johannes Mathias Magnus vielen Dank NOK Notgruppe 50 Mitarbeiter 5 Ingenieure und bald noch mehr Personal vielen Dank
https://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/1748/?gatoken=dXNlcl9pZD1iMDE1OTc3ZWZlNzY0ZDI0ZDRiNTI0NWM3Mzc3OTFkMSZ1c2VyX2lkX3R5cGU9Y3VzdG9t
 
 
 

Wolfgang Schmidt Kiel Die ersten Arbeiten zum Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) sollen im Januar beginnen. Wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes mitteilte, wurde gestern mit einer Bietergemeinschaft der Vertrag für den ersten Abschnitt der sogenannten Oststrecke des Kanals unterzeichnet. „Der heute erteilte Auftrag ist ein starkes Signal für die internationale Schifffahrt“, kommentierte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Enak Ferlemann. „Die insgesamt 20 Kilometer lange Engstelle des Kanals zwischen Großkönigsförde und Kiel-Holtenau ist vor allem für größere Schiffe ein Nadelöhr.“ Die gewählte Ausbauvariante biete einen größtmöglichen Nutzen und halte Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich, betonte Ferlemann. Die Schifffahrt bekomme mehr Sicherheit und Verlässlichkeit, erklärte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte. Künftig könnten sich auch im östlichen Streckenabschnitt größere Schiffe begegnen. „Damit haben wir die Beseitigung der letzten Engstelle des Kanals eingeleitet“, erläuterte Witte.

Die Arbeiten beginnen in einem rund vier Kilometer langen Bereich zwischen Großkönigsförde und Schinkel. Dort sind etwa zwei Millionen Kubikmeter Boden zu baggern. Das Material aus dem Wasser kommt in die Kieler Bucht, trockene Böden auf Agrarflächen. Das Auftragsvolumen für die ersten zwei Abschnitte beträgt 120 Millionen Euro.

In den nächsten Jahren wird die Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals auf eine sogenannte Mindestsohlbreite von 70 Metern erweitert; bisher sind es 44 Meter. Dazu wird auf einer Länge von etwa elf Kilometern die Kanalböschung ausgebaut, enge Kurven werden abgeflacht. Von 1965 bis 2001 war die Weststrecke von Brunsbüttel bis zur Weiche Königsförde auf eine Sohlbreite von 90 Metern erweitert worden. lno

 
 
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Heide

Schönstes Kanalmotiv gesucht

 

Der Nord-Ostsee-Kanal feiert im kommenden Jahr sein 125-jähriges Jubiläum, und Brunsbüttel will das Ereignis im Juni mit den Meilentagen gebührend feiern. Für das offizielle Plakat des großen Kanalfestes suchen Boyens Medien und die Stadt Brunsbüttel das beste Fotomotiv der künstlichen Wasserstraße.

 
 
 
Blick auf Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel.
 
Betrieb nicht eingeschränkt : Schleuse Brunsbüttel: Zwei Havarien in 24 Stunden – Quelle: https://www.shz.de/26424427 ©2019
 

Mehrere Dalben und ein Geländer wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Exklusiv für NOK21.de Copyright Norddeutsche Rundschau danke Ralf Pöschus
 
– Quelle: https://www.shz.de/26424427 ©2019
 
Von Frank Behling Copyright KN online Danke Frank Behling
 
Der Frachter „Korsoe“ ist im Nebel mit einem Schleusentor in Brunsbüttel kollidiert. Quelle: Frank Behling (Archivfoto)
 
Brunsbüttel

Das Ungück ereignete sich kurz vor 10 Uhr am Mittwoch. Wie die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel auf Anfrage mitteilte, war der 108 Meter lange Frachter „Korsoe“ beim Einlaufen in die kleine Nordschleuse mit der Backbordseite des Bugs an einem Schleusentor hängengeblieben.

Die Havarie passierte im dichten Nebel mit Sichtweiten von unter 50 Metern. Dabei wurde die Positionslaterne an der Backbordseite teilweise abgerissen.

 
 

Schleusenkammer ist nach Kollision weiter einsatzbereit

Da eine Weiterfahrt ohne die funktionierende Positionslampe nicht erlaubt ist, muss die Besatzung des in Zypern beheimateten Schiffes eine neue Lampe anbauen.

Das Schiff bleibt für die Reparatur vorerst in der Schleusenkammer liegen. Die Schleusenkammer ist weiter einsatzbereit.

 

Die „Korsoe“ ist mit einer Ladung Düngemittel auf dem Weg vom russischen Hafen Ust-Luga nach Rouen in Frankreich.

Weitere Nachrichten aus dem Nord-Ostsee-Kanal lesen Sie hier.

 

 

Brunsbüttel

Zwei Kollisionen an der Brunsbütteler Schleuse

 

Nachdem erst am Dienstag ein Frachtschiff das Schleusenleitwerk in Brunsbüttel beschädigte, kam es am Mittwochmorgen erneut zu einem Unfall an der Schleusenanlage.

in unter zypriotischer Flagge fahrendes Motorschiff lief vom Binnenhafen kommend in die kleine Schleuse ein und sollte mit der Backbordseite an der Mittelmauer festmachen, dabei verhakte sich eine Positionslaterne mit dem Geländer des Schleusentores. Ursächlich dürfte ein Steuerfehler und verminderte Sicht durch Nebel gewesen sein. Das Geländer wurde beschädigt, die Schleusenkammer blieb aber betriebsbereit. Nach erfolgten Seeunfallermittlungen fuhr das Schiff auf die Nord-Ost Reede zur Reparatur. Ist diese abgeschlossen, wird es seine Fahrt zum Zielhafen Rouen/ Frankreich fortsetzen.

Bereits am Dienstagmittag kollidierte ein unter russischer Flagge fahrendes Warentransportschiff beim Einlaufen in die Schleuse mit dem dortigen Schleusenleitwerk. Am Schiff entstand geringer Sachschaden in Form großflächiger Farbabschürfungen. Am Schleusenleitwerk wurden mindestens sieben Dalben beschädigt, zum Teil auch vollständig zerstört. Ferner wurden mindestens zwei der Reibhölzer schwer beschädigt. Ursächlich für den Unfall dürfte ein Abdriften aufgrund von Wind sowie ein anschließendes missglücktes Manöver, bei welchem das Schiff aus dem Ruder lief, gewesen sein.

 
Berlin/Kiel Copyright KN danke Frank Behling

Bei fast zwei Dutzend Wasserstraßen-Projekten des Bundes haben sich zuletzt Baukostensteigerungen in Milliardenhöhe ergeben. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesverkehrsministeriums für die laufenden Haushaltsberatungen im Bundestag hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Das Ministerium weist für 22 Projekte, bei denen es etwa um Ausbauvorhaben an Flüssen und Kanälen geht, für 2018 sowie das laufende Jahr Kostensteigerungen von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro aus.

 
 

Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals soll rund zwei Milliarden Euro kosten

Besonders dramatisch ist der Kostenanstieg beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals: 567 Millionen Euro Mehrausgaben für das Haushaltsjahr 2020 gegenüber 2019 weist eine interne Vorlage des Bundesverkehrsministeriums aus. Das gesamte Projekt war bislang auf rund zwei Milliarden Euro beziffert worden.

Für das Haushaltsjahr 2019 war man im Berliner Ministerium noch davon ausgegangen, dass der Kanalausbau „nur“ 98 Millionen Euro teurer als 2018 veranschlagt werden muss. Die nächstgrößeren Kostensteigerungen gibt es laut der Vorlage bei Projekten am Neckar (plus 301 Millionen) und an Mosel, Saar und Lahn (plus 240 Millionen).

 

Bauprojekte am Nord-Ostsee-Kanal

Die Bauprojekte am Nord-Ostsee-Kanal

Die Großprojekte am Nord-Ostsee-Kanal werden nach vorsichtiger Schätzung am Ende über zwei Milliarden Euro kosten.

  • Der Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel soll von 280 Millionen Euro im ersten Entwurf 2010 bis auf 800 Millionen Euro bei Fertigstellung 2024 steigen.
  • Noch teurer wurde durch die komplexe Planung der Ausbau der Oststrecke. Hier stiegen die Kosten von 120 Millionen Euro auf inzwischen über 300 Millionen Euro.
  • Beim Bau der Levensauer Hochbrücke ist die Kostensteigerung von 47 Millionen auf jetzt 60 Millionen Euro zu erwarten.
  • Für den Neubau der kleinen Schleusen in Holtenau waren 2015 zunächst 240 Millionen Euro veranschlagt, jetzt wird von 500 Millionen ausgegangen.
  • Auch die noch nicht genehmigte Vertiefung des Kanals wird mit Kosten von 235 Millionen Euro kalkuliert.

Auch andere Bauprojekte werden teurer

Für allgemeine Bauvorhaben an der Nordsee werden Mehrkosten in Höhe von einer Million Euro aufgeführt. Der Ausbau von Mittellandkanal und Elbe-Seitenkanal soll dagegen im Haushaltsjahr 2020 noch einmal 27 Millionen Euro mehr verschlingen.

Nach Ministeriumsangaben ist es nicht möglich, mehr als rund 550 Millionen Euro pro Jahr im Bereich der Wasserstraßen zu verbauen. Zur Finanzierung gebe es im Verkehrsetat noch vorhandene Ausgabenreste in Höhe von 539 Millionen Euro.

Konsequenzen werden gefordert

Die Grünen fordern Konsequenzen aus den Baukostensteigerungen. „Die CSU-Verkehrsminister Dobrindt und Scheuer haben seit Jahren die Augen vor allen Problemen bei der Wasserstraße verschlossen. Das rächt sich jetzt“, sagte Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, dem RND. „Die immensen Kostensteigerungen sind auch die Folgen von mangelnden Planungskapazitäten.“

Claudia Müller, Grünen-Expertin für maritime Wirtschaft, sagte, so wie bisher könne es nicht weitergehen. „Ansonsten werden sich Verkehre von der Wasserstraße mehr und mehr auf die Straße verlagern, und die Klimaschutzziele für den Verkehrssektor rücken in noch weitere Ferne. Verkehrsminister Scheuer muss die Bundeswasserstraße zur Chefsache machen und die Planungskapazitäten im Bereich der Sanierung und des Ausbaus vorhandener Wasserstraßen erhöhen.“

Von Rasmus Buchsteiner und Frank Behling

 
 
 
 
 
https://www.boyens-medien.de/artikel/lokales/ruecklaeufige-passagezahlen-auf-dem-kanal-301459.html?fbclid=IwAR1CXs30LqVOzV1ixnNcwfR_q4B3Z_zlPaMhRaJTUmNPBjrtm3mFVtf0v7Q
 
 
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11901065-verkehr-kostensteigerungen-milliarden-hoehe-wasserstrassen-projekten
Verkehr Kostensteigerungen in Milliarden-Höhe bei Wasserstraßen-Projekten Nachrichtenagentur: Redaktion dts | 13.11.2019, 13:14 | 218 | 0 | 0 Foto: Durchfahrtsverbot an einem Fluss, über dts Nachrichtenagentur Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei fast zwei Dutzend Wasserstraßen-Projekten des Bundes haben sich zuletzt Baukostensteigerungen in Milliarden-Höhe ergeben. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesverkehrsministeriums für die laufenden Haushaltsberatungen im Bundestag hervor, über welche die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ in ihren Donnerstagsausgaben berichten. Das Ministerium weist für 22 Projekte, bei denen es etwa um Ausbauvorhaben an Flüssen und Kanälen geht, für 2018 sowie das laufende Jahr Kostensteigerungen von insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro aus. Anzeige Durchbrüche bis 2029: Hier könnten sich Investitionen lohnen Bill Gates hat grundlegende Veränderungen in den nächsten 10 Jahren prognostiziert, von Gesundheit und Umwelt bis KI. In vielen Branchen steckt großes Potential. Diese Durchbrüche gehören zu den Megatrends unserer Zeit – lohnt es sich, jetzt schon ein Auge auf die Trends zu werfen? Mehr erfahren powered by finative Im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, den der Haushaltsausschuss des Bundestages am Donnerstag abschließend berät, sind für die Projekte 457 Millionen Euro veranschlagt. Nach Ministeriumsangaben ist es nicht möglich, mehr als rund 550 Millionen Euro pro Jahr im Bereich der Wasserstraßen zu verbauen. Zur Finanzierung gebe es im Verkehrsetat noch vorhandene Ausgabenreste in Höhe von 539 Millionen Euro. Die Grünen fordern Konsequenzen aus den Baukostensteigerungen. „Die CSU-Verkehrsminister Dobrindt und Scheuer haben seit Jahren die Augen vor allen Problemen bei der Wasserstraße verschlossen. Das rächt sich jetzt“, sagte Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, dem RND. „Die immensen Kostensteigerungen sind auch die Folgen von mangelnden Planungskapazitäten.“ Claudia Müller, Grünen-Expertin für maritime Wirtschaft, sagte, so wie bisher könne es nicht weitergehen: „Ansonsten werden sich Verkehre von der Wasserstraße mehr und mehr auf die Straße verlagern und die Klimaschutzziele für den Verkehrssektor rücken in noch weitere Ferne.“ Scheuer müsse die Bundeswasserstraße zur Chefsache machen und die Planungskapazitäten im Bereich der Sanierung und des Ausbaus vorhandener Wasserstraßen erhöhen.

Verkehr: Kostensteigerungen in Milliarden-Höhe bei Wasserstraßen-Projekten | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter:
 
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https://www.hamburg-magazin.de/freizeit/ausfluege/artikel/detail/mit-dem-schiff-zur-nordsee.html
 
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Mit dem Schiff zur Nordsee

Ausflüge

 

© Moritz Kindler on Unsplash

Wer als Hamburger zur Nordsee fahren möchte, ist in nicht einmal zwei Stunden mit dem Auto dort. Ein besonders schönes Erlebnis ist die Fahrt mit dem Schiff über die Elbe direkt nach Cuxhafen oder Helgoland. Es ist sogar möglich, über den Nord-Ostsee-Kanal mit dem Kreuzfahrtschiff zur Ostsee zu fahren.

https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal/Pannen-im-Nord-Ostsee-Kanal-Kein-Personal-fuer-Notdienst

Copyright Kieler Nachrichten    danke Frank Behling

Von Frank Behling
 
Die Schleuse in Brunsbüttel. Bei technischen Störungen am Nord-Ostsee-Kanal wird es keinen Bereitschaftsdienst oder eine schnelle Eingreiftruppe geben. Quelle: Frank Behling
 
Kiel

Bei Pannen am Nord-Ostsee-Kanal wird es auch in Zukunft keinen Notdienst geben. „Das können wir mit dem Personalkörper nicht leisten“, sagte Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, auf einem Treffen des Nautischen Vereins in Kiel.

Sperrungen und Ausfälle schlagen auch auf die Verkehrszahlen im Kanal durch: „Ja, es gibt einen spürbaren Rückgang bei den Passagen im Vergleich zum Vorjahr“, räumt Witte ein. Allein im ersten Halbjahr registrierte die Generaldirektion ein Minus von 2,3 Prozent auf 14934 Schiffe. Ob bis zum Jahresende die Marke von 30.000 Passagen erreicht werden kann, ist fraglich. Auch bei der Ladung und der Schiffsgröße gab es bis Ende Juni ein Minus von etwa einem Prozent.

 
 

Proteste bei der Schifffahrt nach Schleusen-Störung

Am Sonnabend hatte eine Störung an einem Schleusentor in Brunsbüttel den Kanal für größere Schiffe erstmals seit 2013 unpassierbar gemacht. Da es keinen Bereitschaftsdienst in den Betriebshöfen der Schifffahrtsverwaltung gab, war es zunächst nicht möglich, Taucher und Techniker für die Reparatur der Schleusenkammern zu finden. „Am Sonntag ist es uns gelungen, Mitarbeiter zu überreden, aus ihrem verdienten Wochenende zur Schleuse zu kommen. Sie haben dabei ihre Freizeit geopfert“, so Witte.

Das hatte Kritik und Proteste bei der Schifffahrt ausgelöst. Aber Witte bleibt hart: Eine verlässliche Einrichtung einer Rufbereitschaft für Taucher, Elektriker und Schlosser wird es auch in Zukunft nicht geben. „Dafür reicht das Personal nicht“, so der Präsident.

 

Hoffnung auf freiwillige Einsätze der Mitarbeiter

Angesprochen auf Zusagen des Bundesverkehrsministeriums sagt Witte: „Ich weiß, 2013 wurde von dem damaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer eine Eingreiftruppe mit elf Mann zugesagt. Diese elf Mann sind aber bereits im Personalkörper aufgegangen. Das reicht nicht für einen Bereitschaftsdienst.“ Der Präsident setzt für die Zukunft auf das Engagement seiner Mitarbeiter, die im Notfall überredet werden müssten.

Der Kanal sei ein „absolutes Aushängeschild des maritimen Standortes Deutschland“, sagt Jann Petersen, Geschäftsführer der Schiffsmaklerei UCA United Canal Agency. Er fordert, dringend mehr Personal einzusetzen. Klaus-Peter Molter, Vorsitzender des Vereins der Kanalsteurer, berichtet, Probleme wie am Wochenende würden sofort spürbar. „Wir hatten etwa 60 Schiffe weniger, das lässt sich nicht ausgleichen.“ Auch Matthias Probst von der Lotsenbrüderschaft in Brunsbüttel berichtet, der Ausfall am Wochenende mache sich „sofort im Geldbeutel bemerkbar“. Dies mache die Kollegen unruhig.

Lesen Sie auch den Kommentar: Frank Behling zum Nord-Ostsee-

 

https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/technik/konzepte-fuer-schifffahrt-ohne-co2-emissionen-ausgearbeitet-13373529

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Deutsche Reederei

Konzepte für Schifffahrt ohne CO2-Emissionen ausgearbeitet

 

Fracht- und Handelsschiffe erzeugen bereits jetzt mehr CO2-Emissionen als Deutschland. Analysen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 der Ausstoß des Treibhausgases um 50 bis 250 Prozent zunehmen wird. Wissenschaftler haben aus diesem Grund Konzepte für eine CO2-neutrale Schifffahrt erstellt, die in der Nord- und Ostsee erprobt werden sollen.



Zürich (Schweiz). Laut einer Publikation des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) werden etwa 90 Prozent des globalen Handels über den Seeweg abgewickelt. Experten des Umweltbundesamt (UBA) gehen davon aus, dass der Schiffsverkehr jährlich um weitere zwei bis drei Prozent zunehmen wird. Etwa ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs hat als Start oder Ziel einen Hafen in der Europäischen Union (EU). Besonders stark befahren sind die Nord- und Ostsee, in der sich täglich etwa 2.000 große Frachtschiffe aufhalten. Auch der relativ kleine Nord-Ostsee-Kanal ist mit mehr als 30.000 Schiffen jährlich nahe seiner Auslastungsgrenze.

Insgesamt haben die Frachtschiffe auf den Meeren laut einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) so im Jahr 2015 932 Millionen Tonnen CO2 erzeugt. Dies entspricht etwa 2,6 Prozent der globalen Emissionen und übertrifft damit die gesamten CO2-Emissionen von Deutschland. Eine Analyse der International Maritime Organization (IMO) kam sogar zu dem Ergebnis, dass die CO2-Emissionen der Schifffahrt bis zum Jahr 2050 um 50 bis 250 Prozent steigen werden.

Schifffahrt ohne CO2-Emissionen möglich

Wissenschaftler der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), die zum sus.lab gehören, das das Ziel hat gemeinsam mit Unternehmen wissenschaftliche Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit umzusetzen, haben aus diesem Grund Konzepte erarbeitet, die eine Schifffahrt ohne CO2-Emissionen ermöglichen sollen. Der Auftrag dafür kam von der Reederei Nord, die derzeit 55 große Schiffe betreibt.

Analysiert haben die Wissenschaftler die Nord- und Ostsee, die laut Studienleiterin Petrissa Eckle zu den Innovationstreibern der Branche gehört. Außerdem ermöglicht das im Vergleich zu anderen Ozeanen relativ kleine Gebiet einen Praxistest der möglichen Lösungsansätze.

 

Erfassung des aktuellen Zustands

Zur Ausarbeitung des Konzepts, haben die Forscher des Towards Net-Zero genannten Projekts mithilfe externen Experten und vorhandener Studien die Reiserouten, die vorhandenen Technologien und die Nachhaltigkeit sowie Kosten neuer Treibstoffe erfasst. Der Fokus der Wissenschaftler lag dabei auf Energieträgern, die keine CO2-Emissionen freisetzen und die in fünf bis zehn Jahren für eine Nutzung im großen Umfang zur Verfügung stehen. Außerdem wurde darauf geachtet, dass ein eventuell gefundenes Konzept skalierbar ist und auch international eingesetzt werden.

 

Elektrische Antriebe auch auf dem Meer

Das größte Potential liegt laut den Wissenschaftlern in mit Ammoniak betriebenen Verbrennungsmotoren, Elektromotoren mit Batterien und Antrieben mit Brennstoffzellen. Der optimale Energieträger ist dabei abhängig von der Größe des Schiffs und der Wegstrecke. Wie Eckle erklärt, „werden in der Nord- und Ostseeregion auf kurzen Strecken bereits elektrisch betriebene Schiffe eingesetzt, was Sinn macht.“

Auf langen Strecken könnte Ammoniak das aktuell genutzte Schweröl ersetzen. Dieser Treibstoff ist jedoch giftig und derzeit nicht zur Verwendung in der Schifffahrt zugelassen. Derzeit fehlen für einen Wasserstoffantrieb noch Verflüssigungs-​ und Transportkapazitäten, Tankschiffe sollen aber zeitnah getestet werden. Eckle erklärt, dass „die Wissenschaftler Reedereien brauchen, emissionsfrei angetriebene Schiffe testen“, um die noch offenen Fragen zu klären und die gefundenen Lösungen in Pilotprojekten einem Praxistest zu unterziehen.

Brunsbüttel Digital

Rückläufige Passagezahlen auf dem Kanal

Von Karina Dreyer
 
Freuen sich darauf, die Museumsbesucher ab Januar wieder begrüßen zu können: Vorsitzende Ingrid Lietzow (rechts) und Kirsten Borm. Quelle: Karina Dreyer
 
Kiel

Etwa 40 Jahre lang konnten sich Besucher auf der Schleuseninsel in der Ausstellung des Wasser- und Schifffahrtsamtes ein Bild vom Bau, der Geschichte und Funktion des Kanals sowie dessen Schleusen in Holtenau machen. Da sich die Ausstellung aber an einem schwierigen Standort im Sicherheitsbereich der NOK-Schleuse befand, wurden die Exponate 2013 in die Maschinenhalle der ehemaligen Technischen Marineschule (TMS) in der Wik verlegt. Dort lockt sie seitdem zahlreiche Besucher an. „Aber sie ist im Laufe der Zeit zu unübersichtlich geworden und einfach nicht mehr aktuell“, sagt Ingrid Lietzow, Vorsitzende des Vereins Maritimes Viertel Kiel, der 40 Mitglieder hat. Und welche Gelegenheit passt besser, die Ausstellung zu erneuern als der 125. Kanalgeburtstag, dachte sich der Verein. „Wir haben uns mit acht Museen am Kanal zusammengeschlossen, um das Jubiläum zu gestalten“, sagte Lietzow. So wird beispielsweise zeitgleich in Brunsbüttel die Schleusenausstellung erneuert. 

Ausstellung beginnt mit dem Eider-Kanal

Jürgen Eckert ist einer der Mitglieder des Vereins Maritimes Viertel Kiel. „Ich bin Ur-Wiker und habe in meiner Kindheit auf der Schleuse gespielt, damals ging das ja noch“, sagte der 81-Jährige. Da die eigene Geschichte eng verbunden ist mit der Geschichte des Kanals, liegt ihm an der Erneuerung der Ausstellung besonders viel am Herzen. „Wir möchten den Besuchern die Entwicklung des Kanals bis heute zeigen. Und da fehlten einfach aktuelle Ereignisse“, sagte er. Und die wurden unter anderem auf neuen Schaubildern und Infotafeln schön in Szene gesetzt. Momentan befindet sich all das noch in der Druckerei. Die Ausstellung beginnt zeitlich mit dem Eider-Kanal, erzählt, wie der Nord-Ostsee-Kanal entstand und warum er gebaut wurde. Es geht um Fragen wie: Wie viele Schiffe passieren den Kanal pro Jahr, wie viele Kilometer Fahrweg sparen sie dadurch? Wie funktioniert eine Kanalschleuse? Und wie haben die Menschen in früheren Jahrhunderten versucht, per Schiff die Abkürzung zwischen Nord- und Ostsee zu nehmen?

 
 

Fleißige Helfer gesucht

„Wir haben eng mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel zusammengearbeitet“, sagte Lietzow. Und so sind viele Originaldokumente aus der Gründungszeit, Fotografien vom Bau und der Einweihung sowie detailreiche Modelle historischer und aktueller Schleusen zu sehen. Die Besucher müssen bis sich bis Januar gedulden. „Wir veranstalten auf Anfrage zwar Führungen, aber auf unsere regulären Öffnungszeiten verzichten wir ab November dann“, sagte Lietzow. Gesucht werden übrigens dringend fleißige Mithelfer, die handwerklich begabt sind oder gerne Führungen übernehmen möchten. Am Sonntag, 27. Oktober, lädt der Verein als letzte Veranstaltung in diesem Jahr von 11 bis 17 Uhr zur Finissage der Fotoausstellung von dem Hobby-Astronomen Florian Pieper ein. Einen Monat lang konnten sich Besucher die Fotos von „Verborgenen Schönheiten in den Tiefen des Weltalls“ anschauen. Am Sonntag steht der Fotograf auch für Fragen zur Entstehung zur Verfügung. Dann kann auch noch einmal die Schleusenausstellung in ihrer alten Version und die Modelle von historischen Gebäuden besichtigt werden.

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) erspart Schiffen den langen Weg um die Nordspitze Dänemarks. Aus klimapolitischer Sicht müsste die künstliche Wasserstraße jetzt eigentlich richtig Fahrt aufnehmen. Doch bislang ist vom Aufwind im Kanal nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil.

Die Zahl der Schiffspassagen auf dem Nord-Ostsee-Kanal ist in diesem Jahr wieder leicht gesunken. Foto: Rehder 

http://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/1696/article/988650/4/2/render/?token=229f2b369d61d3a761257bb0b362093f&fbclid=IwAR2a1p2z7vIWRL4FtBxkStAGMm-XnXrpCjc8eqq54CpDXJBUmcPo0dHiL9I

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https://www.kn-online.de/Kiel/Millionen-Auftrag-Das-Schleusentor-wird-in-Kiel-repariert?fbclid=IwAR0opAcUHpiW1gWQ0QJd_mueVH-sMnACbH8qAedql1M9LO79e77DB9yQo9A

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Für die Werft ist es ein großer Erfolg, der Arbeit über 18 Monate sichert. „Der Auftrag ist jetzt vergeben“, sagte Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Der Containerfrachter „Akacia“ hatte in der eisigen Februarnacht 2018 das Tor gerammt – nach einem technischen Defekt an der

Defekt an der Steuerung für den Verstellpropeller. Es war der größte Havarieschaden in der Geschichte der Schleuse. Nach der Begutachtung des Schadens fiel die Entscheidung, für die große Schleuse nicht auf einen Neubau, sondern auf die Reparatur zu setzen. „Nur so haben wir schnellstmöglich wieder zwei funktionierende Reservetore“, sagte Visser. Ein Neubau hätte mit Planung und Ausschreibung viel länger gedauert.

Verschiedene Szenarien geprüft

Eine erste Kostenkalkulation für die Reparatur inklusive Bergung des Tores belief sich auf mehr als 25 Millionen Euro. Gutachter kalkulierten allein am Schleusentor einen Schaden von zwölf bis 15 Millionen Euro. Den Zuschlag bekam German Naval Yards jetzt zum Preis von 12 565 170 Euro. Die Werft in Gaarden repariert aktuell auch bereits eines der beiden Reservetore der Schleuse in Brunsbüttel und hat viel Erfahrung mit den 115 Jahre alten Bauwerken. Da die Summe auch in die Nähe der Investition für einen Neubau kam, ließ die Schifffahrtsverwaltung verschiedene Szenarien prüfen. Der gesamte Mittelbereich des rund 1000 Tonnen schweren Tores muss erneuert werden. Konkret ermittelten die Gutachter auf einen Ersatzbedarf von rund 200 Tonnen Stahl, die als geschraubte und genietete Konstruktion bearbeitet werden sollen. 200 Meter neue Rohrleitungen und bis zu 14 000 Quadratmeter Korrosionsschutz stehen an.

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Ursache ist unklar

Wie es damals genau zu der Havarie gekommen ist, bleibt weiterhin unklar. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg konnte bislang nur einen Zwischenbericht herausgeben. Danach ist die Fahrt der „Akacia“ von der Passage der Holtenauer Hochbrücke um 23.48 Uhr und dem Einschlag ins Schleusentor um 23.54 Uhr mit allen Gesprächen auf der Kommandobrücke und im Funk dokumentiert. Aufgrund der Fehlermeldungen sind bislang nur Eckdaten bekannt. So hat möglicherweise ein Defekt in der Steuerung des Verstellpropellers dafür gesorgt, dass der Frachter kurz vor der Schleuse auf eine Geschwindigkeit von 10,7 Knoten beschleunigte. Die Besatzung konnte die Maschine per Notstopp abstellen und ließ in der Schleuse die Anker fallen. Deshalb wurde die Geschwindigkeit kurz vor dem Aufprall am Tor noch um zwei Knoten verringert.

Kein Atemalkohol gemessen

Da die MaK-Maschine laut BSU aufgrund des ihres Alters kein elektronisches Logbuch oder einen Fehlerspeicher hat, stützen sich die Arbeiten der Sachverständigen bislang auf die Aufzeichnungen der Geräusche auf der Brücke, die Ruderanlage sowie den Fehlerspeicher innerhalb der Steuerung der Verstell-Propelleranlage sowie die wenigen Daten aus dem Alarmdrucker der Maschinenanlage. Sicher ist nur: Alkohol war nicht im Spiel. Die Wasserschutzpolizei machte von allen an Bord beteiligten Personen unmittelbar nach dem Unfall einen Atemalkohol-Test. Ergebnis laut BSU: jeweils 0,0 Promille.

 
 
 
 
 
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Mit Behling an der Reling: Schleuse in Kiel-Holtenau
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Bund will Turbo-Baurecht für Marschbahn und Kanal

Minister Scheuer möchte planen wie die Dänen und ausgewählte Projekte einfach per Gesetz genehmigen lassen

Diskutierten über Planungsrecht (v.l.): Landesverkehrsminister Bernd Buchholz, Bundestagsvizepäsident Wolfgang Kubicki, sh:z-Chefredakteur und Moderator Stefan Hans Kläsener, Bundesverkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann und der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann. IHK/Tietjen

Henning Baethge Berlin/Kiel Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer strebt eine Revolution im deutschen Planungsrecht an – und Schleswig-Holstein soll ein Vorreiter werden: Ausgewählte Projekte will der CSU-Mann nicht mehr durch langwierige Planfeststellungsverfahren von Behörden genehmigen lassen, sondern durch ein Gesetz des Parlaments wie in Dänemark. Eine entsprechende Reform kündigte Scheuers Staatssekretär Enak Ferlemann auf einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein in Berlin an. „Wir wollen damit im Dezember ins Bundeskabinett“, sagte Ferlemann und betonte, dass auch Kanzlerin Angela Merkel die Pläne unterstütze.

Testen will Scheuer das Bauen per Gesetz an sechs Projekten, von denen gleich zwei in Schleswig-Holstein liegen: Sowohl der zweigleisige Ausbau der Marschbahn vor und auf Sylt als auch die Vertiefung des gesamten Nord-Ostsee-Kanals sollen auf diese Weise beschleunigt werden. Gleiches ist bei der Vertiefung von Weser, Mittelrhein und Untermain sowie der Erweiterung des Wesel-Datteln-Kanals vorgesehen. „Wir wollen mal sehen, ob das so schneller geht“, sagte CDU-Politiker Ferlemann.

Die Planung per Gesetz könnte deshalb für mehr Tempo sorgen, weil keine langen, oft mehrstufigen Prozesse gegen eine Baugenehmigung mehr möglich wären. Einziger Weg zum Stoppen eines Projekts wäre dann eine Klage gegen das vom Bundestag beschlossene Gesetz beim Bundesverfassungsgericht. Die aber können nur die Bundes- oder eine Landesregierung oder ein Viertel der Abgeordneten einreichen – nicht hingegen Bürger oder Verbände. Dänemark etwa hat per Gesetz den Fehmarnbelt-Tunnel viel schneller geplant als Deutschland, wo er noch immer nicht genehmigt ist.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz begrüßte die Ankündigung eines Baugesetzes für die Marschbahn. „Das fände ich super“, sagte der FDP-Mann, der einen solchen Vorschlag selbst schon mal gemacht hatte. An der Westküste werde man sich freuen, wenn der zweigleisige Ausbau zwischen Niebüll und Klanxbüll und auf Sylt rasch käme. Zwar gab Buchholz zu bedenken, dass das Bundesverfassungsgericht eine generelle Planung per Gesetz für grundgesetzwidrig erklärt hat, weil so Zuständigkeiten von Legislative und Exekutive unzulässig vermischt würden. Auch Ferlemann räumte ein, dass nicht jede Baumaßnahme per Gesetz genehmigt werden könne. „Aber für einige Projekte würde es gehen“, sagte er.

Buchholz forderte zudem, dass im Zuge des Baugesetzes für die Marschbahn auch gleich eine Oberleitung für den noch nicht elektrifizierten Abschnitt zwischen Itzehoe und Sylt beschlossen wird. Nur so sei es möglich, dort künftig auf schmutzige Dieselloks zu verzichten, sagte er unserer Zeitung. Denn alle Lokomotiven mit sauberen Alternativ-Antrieben wie Batteriestrom oder Wasserstoff seien „zu schwach, um die langen Züge zwischen Hamburg und Sylt zu ziehen“.

Am aktuellen Planungsrecht übten nicht nur Buchholz und Ferlemann Kritik, sondern auch ihre beiden Mitdiskutanten auf dem Podium. „Wir sind überreguliert, prüfen vieles zu oft, und es reden viel zu viele mit“, monierte der Maritime Koordinator der Bundesregierung, der Lauenburger CDU-Abgeordnete Norbert Brackmannn. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki berichtete von seinen Erfahrungen als Chef der Baukommission des Ältestenrats: „Wir haben so viele Regelungen, dass jeder Mitarbeiter einer Bauverwaltung alles verhindern kann, was er will“, wetterte Kubicki. Tenor der Debatte war zudem, dass Klagerechte künftig beschränkt werden sollten. Vor allem müsse die „Präklusion“ wieder her: Sie verbietet, dass Projektgegner nach Einreichen einer Klage später noch weitere Einwände vor Gericht nachschieben können. Die Wiedereinführung der Präklusion kann allerdings nicht der Bundestag beschließen. Vielmehr müsste dazu EU-Recht geändert werden.

Unterstützung dieses Vorgangs NOK schneller vom Haushaltsauschuss Bundestag
 
Mittel  vorhanden dafür und der Wille  Rückfragen dort erfolgreich Günther NOK21.de

Durch die Lage an der Elbe ist die Hansestadt Hamburg

In der Branche tut sich einiges. Schweröl ist bisher der wichtigste Treibstoff, er soll aber durch schwefelärmeren, dafür teuren Marinediesel abgelöst werden. Neue Schiffe wie zum Beispiel die Aida Nova sollen durch alternative Ressourcen wie Flüssiggas angetrieben werden.

Ab 2020 gelten neue Richtlinien der International Maritime Organization: Es darf dann nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent verwendet werden. Anhaltendes Ärgernis ist die häufig fehlende Energieversorgung durch Landstrom, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Der Branchenverband CLIA betont, dass heute schon 55 Schiffe über Landstrom-Vorrichtungen verfügen.

Doch Faig Abbasov von Transport & Environment erwartet trotz aller Bemühungen weiter hohe Umweltbelastungen durch Schwefeloxide: Es wird rund 30 Jahre brauchen, bis alle älteren Schiffe ersetzt sind.


https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Elbsperrwerk-Brunsbuettel-Ein-Sperrwerk-gegen-die-grosse-Flut
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Von Frank Behling danke  Copyright Kieler Nachrichten
 
Nach niederländischem Vorbild wurde vor St. Petersburg in der Newa-Mündung ein Sperrwerk gebaut, das die Zufahrt blockieren kann. Quelle: Frank Behling
BrunsbüttelBrunsbüttel

Durch die Lage an der Elbe ist die Hansestadt Hamburg besonders von Sturmfluten bedroht. Es gibt nach dem jüngsten Bericht des Weltklimarats IPCC Szenarien, in denen der Meeresspiegel in den nächsten 250 Jahren um bis zu vier Meter ansteigen könnte.

„Die neuesten Prognosen zum Anstieg des Meeresspiegels verschärfen für Küstenstädte die Dringlichkeit des Handelns. Gemeinsam mit Niedersachsen und Schleswig-Holstein müssen wir die Frage auf den Tisch bringen, ob es ein Sperrwerk in der Elbmündung geben sollte oder geben muss“, erklärte Jens Kerstan während der 11. Hamburger Klimawoche.

 
 

Kerstans Vorstoß zielt auf nicht weniger ab als ein Mammutprojekt, das in Norddeutschland ohne Beispiel wäre und das Eidersperrwerk in den Schatten stellen würde. Dabei geht es um ein Bauwerk zwischen dem Kaiser-Wilhelm-Koog bei Marne und Cuxhaven nach dem Vorbild des Oosterschelde-Sperrwerks. Das niederländische Sperrwerk ist als Bollwerk gegen Sturmfluten konzipiert und fast zehn Kilometer lang. Es besteht aus 65 Stahl-Beton-Pfeilern, die jeweils fast 18.000 Tonnen schwer und bis zu 65 Meter hoch sind. Zwischen ihnen wurden 62 bewegliche Fluttore aufgehängt.

Konkrete Beschlüsse gibt es noch nicht. Es sei vielmehr ein Weckruf aus Hamburg an die Adressen in Kiel und Hannover, hieß es. „Die schmelzenden Gletscher und Eispanzer auf Grönland und in der Antarktis sind zwar weit weg, betreffen uns aber hier in Hamburg ganz direkt. Der höhere Meeresspiegel macht sich bis in die Speicherstadt bemerkbar“, warnte der Grüne.

 

So entstand das Eidersperrwerk

Das Eidersperrwerk schützt seit 46 Jahren Mensch und Tier vor Sturmfluten. Anlass für den Bau des Bollwerks war die schwere Sturmflut von 1962 an der Nordseeküste. Als Reaktion legte die schleswig-holsteinische Landesregierung 1963 den sogenannten Generalplan Küstenschutz auf, der neben Deicherhöhungen auch die Abdämmung von Flussmündungen festschrieb. Die Arbeiten im Mündungstrichter der Eider dauerten von 1967 bis 1973. Größtes Einzelprojekt war der 171,5 Millionen Mark (rund 87 Millionen Euro) teure Bau des Sperrwerks mitten in der Bucht der Eider.

„Was bisher als Jahrhundert-Sturmflut galt, wird uns bald viel häufiger ereilen. Und darauf müssen wir uns an der Elbe und in Hamburg einstellen. Das bisherige Erhöhungsprogramm geht weiter, aber ab Mitte des Jahrhunderts werden unsere bisherigen Sturmflutstrategien an ihre Grenzen stoßen“, so Kerstan.

Umfangreiches Dossier

Alles zum Thema Hochwasser lesen Sie hier.

Zustimmung kommt aus Hannover. Auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) sieht Handlungsbedarf. „Der vorhergesagte Anstieg des Meeresspiegels zwischen 60 Zentimetern und 1,10 Meter wird sich elementar auf die Küsten Niedersachsens auswirken.“

Mit Blick auf das Elbsperrwerk ist man in Hannover gesprächsbereit. „Das ist natürlich eine Lösung, über die wir sprechen sollten“, heißt es aus dem niedersächsischen Umweltministerium. Im Umweltministerium in Kiel ist das Thema ebenfalls angekommen. Eine aktuelle Einschätzung zur Realisierung war aber aufgrund der Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum Tag der Einheit noch nicht möglich.

Große Beton-Bollwerke gegen die Natur wurden in den Niederlanden, Russland und Großbritannien bereits gebaut. Auch die Hafenstädte London, Rotterdam und St. Petersburg sind durch Sperrwerke gesichert. Das modernste Bauwerk steht vor den Toren St. Petersburgs. Ein 25 Kilometer langer Damm umschließt die Bucht vor der Newa-Mündung. Damit auch große Schiffe weiter den Hafen erreichen können, wurden in der Mitte nach niederländischem Vorbild bewegliche Flügeltore gebaut, die den Seekanal bei Sturmflut verschließen.

In Hamburg war das Thema bereits 2010 auf der Tagesordnung. Wissenschaftler vom Institut für Küstenforschung am GKSS Forschungszentrum in Geesthacht hatten sich damals auch für den Bau eines Sperrwerks in der Elbmündung ausgesprochen.

 
https://www.shz.de/lokales/landeszeitung/kapitaen-fuer-kurze-zeit-der-spannende-job-des-lotsen-tomas-witte-auf-dem-nok-id25811667.html
toller Artikel
 
http://www.nok21.de/2019/09/30/32155/  
langer Artikel auf der Seite
 
09/14 WSV Reform Teil 3 Scheuer BMVI GDSW Verwaltung der Wasserstraßen fehlen Fachkräfte Berlin
 

Sturmfluten oder Niedrigwasser – Klimawandel fordert Schifffahrt heraus

Das extreme Niedrigwasser des Rheins im Sommer 2018 bescherte der Wirtschaft Verluste von rund 250 Mio. EUR. So etwa beim Chemieriesen BASF, der jährlich rund 5.000 Frachten per Binnenschiff transportieren lässt. Tankstellen konnten kaum noch mit Sprit beliefert werden, weil die Rohstoffe nicht bei BASF ankamen. Auch an Elbe oder Weser sorgten dramatisch niedrige Pegelstände für erhebliche Probleme. Dabei sind sich Klimaforscher und Meteorologen völlig einig: Der Klimawandel tritt bereits ein. Der Meeresspiegel wird weiter steigen. Wetterextreme – Starkregen und Stürme sowie Hitze- und Trockenperioden nehmen zu. Die offene Frage ist derzeit nur, wie rasch und wie extrem sich Klima und damit Wetterereignisse verändern werden.

Wenn die Erderwärmung um drei Grad bis zur Jahrhundertwende steigen sollte, dann könnte der Meeresspiegel zwischen 60 und 120 cm ansteigen, sagte Norbert Salomon, Abteilungsleiter Wasserstraßen und Schifffahrt im Bundesverkehrsministerium, auf einer Konferenz, die sich in Berlin mit den Konsequenzen des Klimawandels befasste. Bereits heute müssten bei den Planungen des künftigen Küstenschutzes und bei Wasserbauten im Binnenland die Klimaveränderungen beachtet, bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen für Bauvorhaben die künftigen Klima-Herausforderungen berücksichtigt werden.

Das gelte ganz besonders für solche wichtigen Wasserstraßen wie den Rhein oder den Nord-Ostsee-Kanal (NOK), über den jährlich 80 Mio. t Güter transportiert werden, erklärte Sönke Meesenburg, Chef des Fachbereichs Investitionen beim Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Da es schwer sei, den Betriebswasserstand des Kanals zu verändern, müssten bei Ersatz und Neubau von Schleusen, Spundwänden, Brücken und anderem mehr die Wetterextreme in Rechnung gestellt werden.

Fachleute sprechen von „adaptivem Management“, was vor allem große Herausforderungen für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen (WSV) mit sich bringe. Dabei gehe es etwa darum, Wasserbauwerke „veränderbar“ anzulegen. Wenn in Kiel-Holtenau oder in Brunsbüttel Schleusen neugebaut beziehungsweise saniert werden müssten, wären etwa die Fundamente entsprechend zu verstärken, damit – je nach den Hochwasser-Anforderungen in den kommenden Jahrzehnten – die Bauwerke erhöht und/oder verstärkt werden könnten. „Wir müssen mit Ausbau-Reserven bauen“, erklärte Meesenburg mit Blick auf den Neubau der zwei kleinen Schleusen und die folgende Erneuerung der großen in Kiel-Holtenau in den nächsten 20 Jahren. Spätere Generationen müssten etwa die Schleusentore erhöhen können, ohne gleich neue errichten zu müssen. Das Gleiche gelte für das Entwässerungsmanagement am NOK.

Was an den Küsten und in den dortigen Häfen Sorge bereitet – zu viel Wasser nämlich – fehlt dagegen öfter an den Flüssen im Binnenland. Hier seien Maßnahmen zum Niedrigwasser-Management gefragt. Dazu gehörten einmal genauere Wasserstandsvorhersagen, damit sich Binnenschiffer, Verlader und die auftraggebende Wirtschaft besser einstellen und voraus planen könnten, wie Enno Nilson von der Bundesanstalt für Gewässerkunde erklärte. Daneben müssten auch flussbauliche Maßnahmen, etwa Fahrrinnenvertiefungen oder Aufstauungen an neuralgischen Gewässerabschnitten, ergriffen sowie Änderungen in den Logistikketten vorgenommen werden, erklärte Kristin Kahl vom Container-Dienstleister Contargo GmbH & Co. KG. 

Benötigt würden zudem Umladestationen vom Schiff auf Bahn oder, wenn es nicht anders gehe, auf LKW. Zugleich würden auf den Binnenwasserstraßen „niedrigwasseroptimierte Schiffe“ benötigt, die mit geringem Tiefgang und Hightech-Antrieb noch bei geringen Pegelständen fahren könnten. Eine Herausforderung an die Schiffsbauer wie an die Reeder, meinte Kahl. Denn man müsse sich vor Augen führen, dass Binnenfrachtschiffe je nach Größe, zwischen 6 und 7 Mio. EUR kosteten. (sl)

 

 
 
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Von Frank Behling danke Copyrihgt KN Online
 

https://www.kn-online.de/Mehr/Meinungen/Kommentar-Frank-Behling-zum-Nord-Ostsee-Kanal2

Von Frank Behling
 

Pannen im Nord-Ostsee-Kanal- Kein Personal für Notdienst

Kommentar- Frank Behling zum Nord-Ostsee-Kanal

 

Word

Nach zahlreichen Defekte- Das Image des Nord-Ostsee-Kanals leidet-2

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Von Frank Behling
 
Die Schleuse in Brunsbüttel war am Wochenende außer Betrieb. Wegen Pannen wie dieser leidet das Image des Nord-Ostsee-Kanals. Quelle: Frank Behling
Kiel

Wenn Hans-Heinrich Witte etwas gar nicht mag, dann ist es schlechte Presse zum Nord-Ostsee-Kanal. „Der Kanal braucht positive Nachrichten, negative Meldungen gab es in der Vergangenheit genug. Negative Meldungen schaden nur dem Image dieser Wasserstraße“, sagte der Präsident der Generaldirektion W

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Beide-NOK-Schleusen-in-Brunsbuettel-wieder-offen,brunsbuettel562.html?fbclid=IwAR3CGQvKlkIzY_ehDvdWfAym7LHUs-KG00IupXv473jnEyd3yzuAwkjrl78

Stand: 25.09.2019 11:54 Uhr – Lesezeit: ca.2 Min.

NOK-Schleusen in Brunsbüttel zeitweise wieder offen

Gute Nachrichten für Kapitäne, Lotsen und Reeder, die den Nord-Ostsee-Kanal nutzen: Am Dienstagnachmittag waren beide großen Schleusenkammern in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) wieder in Betrieb. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) konnte die wegen routinemäßiger Wartungsarbeiten dauerhaft gesperrte große Nordkammer schneller als geplant zeitweise wieder freigegeben werden. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten allerdings noch nicht: Bis Mitte November wird die Große Nordkammer werktags von 7 bis 16 Uhr gesperrt. Und in der großen Südkammer dauert der Notbetrieb an, auch wenn die Probleme nicht ganz behoben sind.

Arbeiter überwacht Schiffe in Südkammer

Von Sonnabend bis Montag war das Tor der großen Schleusenkammer nicht mehr aufgegangen, weil Schlick die Schienen blockiert hatte. Nach Angaben des WSA konnten Taucher die Schienen am Montag weitestgehend säubern. Es sehe so aus, als ob sich der Schlick, der sich in einer Ecke der Torkammer festgesetzt hat, durch das Öffnen und Schließen etwas verflüssigt habe, sagte ein Sprecher des WSA am Mittwoch. Dadurch lasse sich das Tor wieder komplett öffnen. Der Behördenmitarbeiter gab aber zu Bedenken, dass der Schlick immer noch da sei. Daher werde immer noch ein Spezialbagger benötigt, der die Ablagerungen in der Torkammer entfernt. Ein Mitarbeiter überwache aber jedes Schiff, das geschleust wird, sagte der WSA-Sprecher. Er könne die Anlage zur Not per Hand stoppen. Der Defekt in der Südschleuse hatte dazu geführt, dass große Schiffe den NOK in den vergangenen Tagen nicht passieren konnten.

 

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https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Schleuse-in-Brunsbuettel-eingeschraenkt-in-Betrieb,brunsbuettel562.html?fbclid=IwAR2kSr4qhtKz1uOTcS2QWlGN-0UHYYBittD2IN75yqdZEirCBlOPFQ3nNf8
 
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Stand: 23.09.2019 19:51 Uhr – Lesezeit: ca.2 Min.

Schleuse in Brunsbüttel läuft wieder – im Notbetrieb

Blick auf die eingeschränkt funktionierende Schleusenanlage am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel. © dpa Foto: Carsten Rehder
Das Tor der Südschleuse läuft im Notbetrieb.

Schiffe können wieder aus dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) in die Elbe übersetzen: Das Tor der Südschleuse in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) sei wieder nutzbar, allerdings eingeschränkt. Das bestätigte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) am frühen Montagabend. Seit Sonnabend war das Tor der großen Schleusenkammer nicht mehr aufgegangen, weil Schlick die Schienen blockiert hatte. Nach Angaben des WSA konnten Taucher die Schienen weitestgehend säubern, sodass sich das Schleusentor – bis auf den letzten Meter – öffnen lässt. Die Nordschleuse wird zur Zeit gewartet und ist deswegen gesperrt.

Notbetrieb läuft noch bis Mittwochabend

Am Sonntag hatten Taucher schon damit begonnen, den Schaden zu untersuchen. Noch am Montagmittag hieß es, dass die Schleuse bis Mittwoch außer Betrieb bleibe. Jetzt soll das Tor nach Informationen des WSA-Sprechers im Notbetrieb noch so lange eingeschränkt öffnen, bis die regelmäßigen Wartungsarbeiten der Nordschleuse am Mittwochabend abgeschlossen sind. Ein Mitarbeiter überwache aber jedes Schiff, das geschleust wird, sagte der Sprecher. Er könne die Anlage zur Not per Hand stoppen.

Spezialbagger muss organisiert werden

Wann die Südkammer wieder voll funktionsfähig ist, sei noch nicht absehbar, so das WSA. Es habe sich viel und auch harter Schlick in der Anlage gesammelt, den gewöhnliche Maschinen nicht entfernen könnten. Dies könnte ein Spezialbagger erledigen, doch der müsse noch organisiert werden. Der Defekt in der Südschleuse hatte dazu geführt, dass große Schiffe den NOK in den vergangenen Tagen nicht passieren konnten.

Weitere Informationen
Die kaiserliche Jacht "Hohenzollern" im Nord-Ostsee-Kanal am 21. Juni 1895 (Farblithographie). © picture-alliance / akg-images

Die Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals

Ein Verkehrsprojekt mit Zukunft: Am 3. Juni 1887 legt Kaiser Wilhelm I. den Grundstein für den Nord-Ostsee-Kanal. Die Feierlichkeiten in Kiel-Holtenau dauern zwei Tage. mehr

Vor der Holtenauer Hochbrücke und Schleuse staut sich der Schiffsverkehr. © NDR Foto: Frank Hajasch

NOK Bilanz 2018: Mehr Ladung, weniger Schiffe

25.01.2019 12:00 Uhr

Mehr als 90 Millionen Tonnen Ladung wurde auf dem Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr transportiert. Havarien, zerstörte Tore und ein teurer Schleusen-Neubau trüben die Bilanz. mehr

 
 
 
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Schleuse läuft weiter im Notbetrieb: Warten auf Spezialbagger

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Die große Südkammer der Brunsbütteler Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal ist weiterhin nur eingeschränkt nutzbar. Die Wartezeit betrage aktuell zwei Stunden, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel am Dienstagmorgen. Man warte noch auf einen Spezialbagger, der die Schlickablagerungen in der Torkammer entfernen solle.

In einer Ecke der Vorrichtung, in die das Tor beim Öffnen hineinfährt, hatte sich nach Angaben der Behörde sehr viel harter Schlick gesammelt, der mit normalen Gerät und Tauchern nicht entfernt werden konnte. Am Montag war es Tauchern dann gelungen, die Ablagerungen soweit zu entfernen, dass sich das Schleusentor Richtung Elbe wieder bis auf den letzten Meter öffnen ließ. Zuvor hatte es geheißen, die Schleuse bleibe wohl noch bis Mittwochabend gesperrt.

Sobald der Schleusenbetrieb wieder normal läuft, soll die Ursache der Panne analysiert werden. Die Torkammern würden eigentlich regelmäßig gespült, sagte der Sprecher. Warum sich dennoch so viele Ablagerungen gebildet hätten, das sich das Tor nicht mehr öffnen ließ, sei unklar, sagte er.

Schiffe mit einer Länge von mehr als 120 Metern hatten seit Sonnabendmittag wegen des Problems an der Südkammer nicht mehr geschleust werden können. Die beiden kleinen Schleusen sind weiterhin passierbar.

Verdreckte Schleuse Nord-Ostsee-Kanal für große Schiffe gesperrt

Schmutz in einem Schleusentor macht derzeit den Nord-Ostsee-Kanal für große Schiffe unbefahrbar. Damit müssen die meisten Frachter warten – oder einen Umweg nehmen.

 

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Es ist vergleichbar mit der Sperrung einer wichtigen Autobahn wie der A7 oder der A9: Der Nord-Ostsee-Kanal – eine der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt – ist wegen eines Problems an einem Schleusentor seit Samstag für große Schiffe gesperrt worden.

Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mittwochabend. Mit Bordmitteln könne das Problem nicht gelöst werden, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Brunsbüttel. Das Schleusentor läuft auf Wagen in Schienen am Boden des Kanals. Es habe sich in der Vorrichtung, in die das Tor beim Öffnen hineinfährt, hinten in einer Ecke sehr viel und auch harter Schlick gesammelt, der mit normalen Gerät und Tauchern nicht herausgeholt werden könne. Der Plan sei nun, einen Spezialbagger zu organisieren, sagte der WSA-Sprecher. Bis dieser in Brunsbüttel ist, dürfte den Angaben zufolge aber einige Zeit vergehen.

Parallel dazu werden daher die derzeit stattfindenden regelmäßigen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an der großen Nordkammer abgebrochen, um diese Kammer schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen. Auch dies werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen. „Wir reden frühestens von Mittwochabend“, sagte der Sprecher. Dennoch werde erwartet, dass die Nordkammer früher als die Südkammer wieder einsatzbereit ist.

Schiffe mit einer Länge von mehr als 120 Metern können seit Samstagmittag wegen des Problems an der Südkammer nicht mehr geschleust werden. Die beiden kleinen Schleusen sind weiterhin passierbar. Die meisten Schiffe, die durch den Kanal fahren, benötigten aber die großen Schleusen.

Staus gibt es vor Brunsbüttel nach Angaben des WSA-Sprechers keine. Die Schiffe haben sich auf die längere Sperrung eingerichtet und fahren den Umweg über den Skagerrak um die Nordspitze Dänemarks herum, um von der Nordsee in die Ostsee zu gelangen. Für den Umweg bräuchten die Schiffe etwa einen Tag und entsprechend mehr Treibstoff, schätzte der Sprecher.

In den vergangenen Jahren musste die knapp 100 Kilometer lange künstliche Wasserstraße zwischen Kiel und Brunsbüttel – durch die 2018 rund 30.000 Schiffe fuhren – immer mal wieder gesperrt werden, weil die mehr als 100 Jahre alten Schleusen defekt waren. Mittlerweile läuft ein großes Modernisierungsprojekt. Neue Schleusen sind im Bau, der Abschnitt bei Kiel bekommt flachere Kurvenradien, und die Fahrrinne soll so vertieft werden, dass größere Schiffe passieren können.

mmq/dpa

 
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Von Frank Behling
 
 
In Brunsbüttel ist es in den großen Schleusenkammern seit Sonnabend wieder ganz still.  Die Nord- und Südschleuse (rechst) sind außer Betrieb. (Archivbild)   Quelle: Frank Behling
 
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Die kaiserliche Jacht "Hohenzollern" im Nord-Ostsee-Kanal am 21. Juni 1895 (Farblithographie). © picture-alliance / akg-images

Die Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals

Ein Verkehrsprojekt mit Zukunft: Am 3. Juni 1887 legt Kaiser Wilhelm I. den Grundstein für den Nord-Ostsee-Kanal. Die Feierlichkeiten in Kiel-Holtenau dauern zwei Tage. mehr

Nur kleine Schleusen sind derzeit passierbar

Die beiden kleinen Schleusen in Brunsbüttel sind weiter passierbar. Dort können allerdings nur Schiffe mit einer Länge von maximal 125 Metern sowie einer Breite von 20,5 Metern geschleust werden. Laut WSA ist die Mehrzahl der Schiffe, die den NOK nutzen, deutlich länger.

Um Staus auf dem Nord-Ostsee-Kanal zu vermeiden, ist eine große Schleuse in Kiel-Holtenau offen, damit die Schiffe aus dem NOK herauskommen. Knapp 30.000 Schiffe hatten den Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr genutzt.

100 Jahre alte Technik sorgt immer wieder für Probleme

Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat alle Hände voll zu tun, um den Betrieb auf dem 98 Kilometer langen Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel am Laufen zu halten. Die zum Teil mehr als 100 Jahre alte Technik muss in Schuss gehalten und nach und nach ersetzt werden.

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Probleme mit den Schleusenkammern. Deshalb wird derzeit eine neue gebaut. Vor sechs Jahren hatte es in Brunsbüttel den ersten Spatenstich zum Bau der fünften Schleusenkammer gegeben. 300 Millionen Euro sollte damals das Bauvorhaben kosten. Die ersten Schiffe sollten Ende 2017 die neue Kammer nutzen können. Doch der Bau der neuen Kammer verzögert sich erheblich. Frühestens 2024 wird sie für den Schiffverkehr freigegeben – und deutlich teurer. Die Gesamtkosten sollen nun bei 800 Millionen Euro liegen.

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Ansicht der Südschleuse Nok Brunsbüttel von der Seeseite. © Daniel Friedrichs Foto: Daniel Friedrichs
 
00:40

Taucher suchen Ursache für Schleusendefekt

22.09.2019 12:00 Uhr

Die große Südkammer an der Schleuse in Brunsbüttel Kreis Dithmarschen ist aufgrund eines technischen Defektes gesperrt. Taucher suchen nun die Ursache. Audio (00:40 min)

Vor der Holtenauer Hochbrücke und Schleuse staut sich der Schiffsverkehr. © NDR Foto: Frank Hajasch

NOK Bilanz 2018: Mehr Ladung, weniger Schiffe

25.01.2019 12:00 Uhr

Mehr als 90 Millionen Tonnen Ladung wurde auf dem Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr transportiert. Havarien, zerstörte Tore und ein teurer Schleusen-Neubau trüben die Bilanz. mehr

Bauarbeiten an der neuen Schleusenkammer in Brunsbüttel. © NDR / Christine Raczka Foto: Christine Raczka

Schleusenprobleme am NOK: Politiker machen sich ein Bild

13.11.2018 19:30 Uhr

In Brunsbüttel entsteht derzeit die fünfte Kammer der Schleuse. Der Bau verzögert sich jedoch erheblich. Bettina Hagedorn, SPD-Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, besuchte die Baustelle. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.09.2019 | 12:00 Uhr

 
 
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Stand: 22.09.2019 18:09 Uhr – Lesezeit: ca.3 Min.

Schleusenschaden: NOK bleibt für große Schiffe dicht

 
Blick auf die Mündung des Nord-Ostsee-Kanals in die Elbe und die Schleusen in Brunsbüttel.

Der Schaden an einem Schleusentor in Brunsbüttel sorgt weiter für Probleme am Nord-Ostsee-Kanal: Die vielbefahrene Wasserstraße ist für große Schiffe seit Sonnabend gesperrt. Das Tor Richtung Elbe in der großen Südkammer der Brunsbütteler Schleuse lässt sich nicht vollständig öffnen, die Nordkammer ist wegen Wartungsarbeiten gesperrt.

Am Sonntag begannen Taucher damit, den Schaden zu untersuchen. Das Ergebnis: Im hinteren Ende der Nische, wo das Tor beim Öffnen reingefahren werde, befinde sich eine massive Schicht aus Schlick, Holz und Steinen, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA). Erste Versuche, mit einem Saugbagger den Schlick zu entfernen, waren nicht erfolgreich. „Wir sind damit nicht herangekommen“, sagte der Sprecher. Am Montag würden sich nun die Fachleute zusammensetzen, um zu beraten, wie sich das Problem lösen lasse.

Die beiden kleinen Schleusen in Brunsbüttel sind weiter passierbar. Dort können allerdings nur Schiffe mit einer Länge von maximal 125 Metern sowie einer Breite von 20,5 Metern geschleust werden. Laut WSA ist die Mehrzahl der Schiffe, die den NOK nutzen, deutlich länger.

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Die kaiserliche Jacht "Hohenzollern" im Nord-Ostsee-Kanal am 21. Juni 1895 (Farblithographie). © picture-alliance / akg-images

Die Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals

Ein Verkehrsprojekt mit Zukunft: Am 3. Juni 1887 legt Kaiser Wilhelm I. den Grundstein für den Nord-Ostsee-Kanal. Die Feierlichkeiten in Kiel-Holtenau dauern zwei Tage. mehr

In Kiel eine große Schleuse offen

Um Staus auf dem Nord-Ostsee-Kanal zu vermeiden, ist eine große Schleuse in Kiel-Holtenau offen, damit die Schiffe aus dem NOK herauskommen. Knapp 30.000 Schiffe hatten den Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr genutzt.

Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat alle Hände voll zu tun, um den Betrieb auf dem 98 Kilometer langen Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel am Laufen zu halten. Die zum Teil mehr als 100 Jahre alte Technik muss in Schuss gehalten und nach und nach ersetzt werden.

Fünfte Kammer in Bau

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Probleme mit den Schleusenkammern. Deshalb wird derzeit eine neue gebaut. Vor sechs Jahren hatte es in Brunsbüttel den ersten Spatenstich zum Bau der fünften Schleusenkammer gegeben. 300 Millionen Euro sollte damals das Bauvorhaben kosten. Die ersten Schiffe sollten Ende 2017 die neue Kammer nutzen können. Doch der Bau der neuen Kammer verzögert sich erheblich. Frühestens 2024 wird sie für den Schiffverkehr freigegeben – und deutlich teurer. Die Gesamtkosten sollen nun bei 800 Millionen Euro liegen.

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Ansicht der Südschleuse Nok Brunsbüttel von der Seeseite. © Daniel Friedrichs Foto: Daniel Friedrichs
 
00:40

Taucher suchen Ursache für Schleusendefekt

22.09.2019 12:00 Uhr

Die große Südkammer an der Schleuse in Brunsbüttel Kreis Dithmarschen ist aufgrund eines technischen Defektes gesperrt. Taucher suchen nun die Ursache. Audio (00:40 min)

https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/nord-ostsee-kanal-teilweise-gesperrt-arbeiten-gehen-am-montag-weiter-id25690507.html
 
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Derzeit ist für „grosse Pötte“ eine Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal nicht möglich. Die grosse Südschleuse in Brunsbüttel ist ausgefallen.

Große Schleuse in Brunsbüttel : Nord-Ostsee-Kanal teilweise gesperrt: Arbeiten gehen am Montag weiter

 
https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal

Nachrichten vom Nord-Ostsee-Kanal (NOK) Copyright KN online

 
 
 
 
 

Schleusenausfall Kritik am Krisenmanagement

In der Südschleuse in Brunsbüttel sind Taucher mit der Fehlersuche im Einsatz. Wie berichtet, sind seit Sonnabend von den acht Schleusenkammern nur noch drei einsatzbereit. Fast 30 Schiffe mussten bis zum Sonntagmorgen abdrehen und den Weg um Skagen nehmen.

Frank Behling 11:51 Uhr
 
 
 
 
 

Der Nord-Ostsee-Kanal ist für große Schiffe gesperrt. Grund ist der Ausfall der beiden großen Schleusenkammern in Brunsbüttel. Erstmals seit 2013 geht für große Schiffe in der meistbefahrenen künstlichen Seewasserstraße nichts mehr. Für die Fehlersuche fehlen Taucher.

Frank Behling 21.09.201
Von Frank Behling
tand: 22.09.2019 13:06 Uhr – Lesezeit: ca.2 Min.

Nord-Ostsee-Kanal gesperrt: Schlick blockiert Schleuse

 
Blick auf die Mündung des Nord-Ostsee-Kanals in die Elbe und die Schleusen in Brunsbüttel.

Keine guten Nachrichten für viele Lotsen, Reeder und Kapitäne am Nord-Ostsee-Kanal (NOK): Die große Südkammer an der Schleuse in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ist aufgrund eines technischen Defektes seit Sonnabend gesperrt. Da die große Nordkammer gerade gewartet wird, können große Schiffe den Nord-Ostsee-Kanal nicht mehr passieren. Das Tor Richtung Elbe lasse sich nicht mehr bewegen, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA). Taucher suchten am Vormittag nach der Ursache. Ihr Ergebnis: Schlick blockiere das Tor, so der Sprecher. Nun versuchten Spezialisten, den Schlick wegzuspülen. Wie lange das dauert, ist unklar. Große Schiffe müssen entweder den Umweg über Skagerrak nehmen oder warten, bis der Schaden behoben ist.

In Kiel eine große Schleuse offen

Die beiden kleinen Schleusen dagegen sind weiter passierbar. Dort können allerdings nur Schiffe mit einer Länge von maximal 125 Metern sowie einer Breite von 20,5 Metern geschleust werden. Laut WSA ist die Mehrzahl der Schiffe, die den NOK nutzen, deutlich länger. Um Staus auf dem Nord-Ostsee-Kanal zu vermeiden, ist eine große Schleuse in Kiel-Holtenau offen, damit die Schiffe aus dem NOK herauskommen. Knapp 30.000 Schiffe hatten den Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr genutzt.

Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat alle Hände voll zu tun, um den Betrieb auf dem 98 Kilometer langen Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel am Laufen zu halten. Die zum Teil mehr als 100 Jahre alte Technik muss in Schuss gehalten und nach und nach ersetzt werden.

Fünfte Kammer in Bau

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Probleme mit den Schleusenkammern. Deshalb wird derzeit eine neue gebaut. Vor sechs Jahren hatte es in Brunsbüttel den ersten Spatenstich zum Bau der fünften Schleusenkammer gegeben. 300 Millionen Euro sollte damals das Bauvorhaben kosten. Die ersten Schiffe sollten Ende 2017 die neue Kammer nutzen können. Doch der Bau der neuen Kammer verzögert sich erheblich. Frühestens 2024 wird sie für den Schiffverkehr freigegeben – und deutlich teurer. Die Gesamtkosten sollen nun bei 800 Millionen Euro liegen.

Weitere Informationen
Ansicht der Südschleuse Nok Brunsbüttel von der Seeseite. © Daniel Friedrichs Foto: Daniel Friedrichs
 
00:40

Taucher suchen Ursache für Schleusendefekt

22.09.2019 12:00 Uhr https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/wellenord/NOK-Update-Taucher-im-Einsatz-BmE,audio564354.html

Die große Südkammer an der Schleuse in Brunsbüttel Kreis Dithmarschen ist aufgrund eines technischen Defektes gesperrt. Taucher suchen nun die Ursache. Audio (00:40 min)

Vor der Holtenauer Hochbrücke und Schleuse staut sich der Schiffsverkehr. © NDR Foto: Frank Hajasch

NOK Bilanz 2018: Mehr Ladung, weniger Schiffe

 
 
25.01.2019 12:00 Uhr

Mehr als 90 Millionen Tonnen Ladung wurde auf dem Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr transportiert. Havarien, zerstörte Tore und ein teurer Schleusen-Neubau trüben die Bilanz. mehr

Bauarbeiten an der neuen Schleusenkammer in Brunsbüttel. © NDR / Christine Raczka Foto: Christine Raczka

Schleusenprobleme am NOK: Politiker machen sich ein Bild

13.11.2018 19:30 Uhr

In Brunsbüttel entsteht derzeit die fünfte Kammer der Schleuse. Der Bau verzögert sich jedoch erheblich. Bettina Hagedorn, SPD-Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, besuchte die Baustelle. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.09.2019 | 08:00 Uhr

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Ein Tornado-Kampfjet.
 
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Bei einem Glas Wein am Tisch
 
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Copyright KN danke Frank Behling
Zwei Wochen nach ihrer Taufe absolvierte die „Amera“ am Montag ihre Premiere unter neuem Namen auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Das 1989 in Turku (Finnland) gebaute Schiff war nach einersechswöchigen Überholung zu Flotte des deutschen Kreuzfahrtanbieters Phönix Resien gestossen.
 
https://www.shz.de/regionales/newsticker-nord/planungsunterlagen-zur-kieler-kanalschleuse-liegen-aus-id25285327.html
 
https://www.rtl.de/cms/planungsunterlagen-zur-kieler-kanalschleuse-liegen-aus-4393260.html
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Planungsunterlagen zur Kieler Kanalschleuse liegen aus

 

25. August 2019 – 9:20 Uhr

Die Planunterlagen zum Ersatzneubau der Kleinen Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Kiel werden jetzt öffentlich ausgelegt. Bürger und Verbände können die Dokumente von diesem Montag an einen Monat lang einsehen. Zu den üblichen Bürozeiten ist das im Rathaus der Stadt Kiel und beim Amt Schlei-Ostsee in Eckernförde ebenso möglich wie beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Außerdem können die Unterlagen dann im Internet (www.kuestendaten.de/kleine-schleuse-kiel und www.uvp-portal.de) abgerufen werden.

Wie die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung weiter mitteilte, können Bürger und Verbände bis zu einem Monat nach Ende der Auslegung Einwendungen und Stellungnahmen einreichen. Danach wird es einen Erörterungstermin geben. Erst wenn nach weiteren Verfahrensschritten der Planfeststellungsbeschluss vorliegen wird, könne ein belastbarer Zeitplan für die Baumaßnahme genannt werden, hieß es.

Aufgrund von Schäden ist die kleine Schleuse in Kiel seit 2014 außer Betrieb. Um ihre Standsicherheit zu gewährleisten, wurde sie mit Sand verfüllt und dadurch stabilisiert. Zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals soll eine neue Schleuse gebaut werden. Erst nach ihrer Fertigstellung kann die große Schleuse instandgesetzt werden.

Quelle: DPA

 
http://zeitung.shz.de/norddeutscherundschau/2171/article/957593/1/2/render/?token=cd75950e25262a9740b360ba547bdea8&fbclid=IwAR0BWnpqMEWcStd9Rt08i2RceuRJt3yS89CiShrJTHELNS5G712eXnaGqIQ

Nord-Ostsee-Kanal: Ausbau wird doppelt so teuer

Scheuers neue „Transparenz“: Kosten für Verbreiterung der Oststrecke vor Kiel steigen auf eine halbe Milliarde Euro

 

Henning Baethge Kiel/berlin Die Kosten für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals schießen weiter in die Höhe: Nach der neuen Schleuse in Brunsbüttel verteuert sich auch die Verbreiterung und Begradigung der zwölf Kilometer langen Oststrecke zwischen Kiel und Königsförde drastisch. Statt mit den ursprünglichen Kosten von 265 Millionen Euro rechnet Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jetzt mit 500 Millionen Euro. Das geht aus dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 hervor.

Dass der Ausbau der Oststrecke teurer wird, hatte der CSU-Mann bereits Anfang des Jahres eingeräumt, ohne jedoch einen Betrag zu nennen. Nun wird klar, wie dramatisch die Kosten steigen – auf fast das Doppelte. Damit nicht genug: Auch die neue Levensauer Hochbrücke, die den Kanal bei Kiel überspannen soll, wird laut Etatentwurf fast 50 Prozent teurer. Statt der einst geplanten 47 Millionen Euro werden 68 Millionen fällig. Mit der Aktualisierung der Kosten folge er einem „Transparenzbeschluss der Bundesregierung“, lässt Scheuer die Sprecherin seiner Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt ausrichten.

Nimmt man die schon bekannten hohen Mehrkosten für die neue Schleuse in Brunsbüttel und den Ersatz der Kieler Schleusen hinzu, steigen die Gesamtkosten der laufenden Baumaßnahmen am Kanal auf fast 1,8 Milliarden Euro – und damit sogar auf etwas mehr als das Doppelte des ursprünglichen Betrags (siehe Tabelle). Darin sind die ebenfalls geplante Vertiefung des gesamten Kanals und die Sanierung der alten Brunsbütteler Schleusen noch gar nicht enthalten.

Für die erhebliche Kostensteigerung an der Oststrecke nennt Scheuers Sprecherin vier Gründe. So würden zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen nötig. Auch müsse die Kanalböschung in stärkerem Ausmaß als geplant gesichert und entwässert werden. Das Baggergut könne nicht im vorgesehenen Umfang wiederverwertet werden. Und schließlich würden sich Preissteigerungen für Bauleistungen und den Grunderwerb auswirken. Dennoch lohne sich der Kanalausbau: „Das Projekt bleibt hoch wirtschaftlich.“ Der ökonomische Nutzen sei viermal so hoch wie die Kosten.

Die Bauarbeiten im ersten Abschnitt zwischen Königsförde und Groß Nordsee sollen noch dieses Jahr losgehen. „Die Vergabe der Bauleistungen und damit der Baubeginn ist Ende 2019 vorgesehen“, sagt Scheuers Sprecherin. Erste Vorbereitungen seien schon erledigt. So sei etwa sichergestellt, dass keine alte Munition unter der Erde liegt.

 
 
https://www.kn-online.de/Kiel/Sanierung-der-Suedschleuse-in-Kiel-Holtenau-Wartezeiten-fuer-die-Schifffahrt
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In der Schleuse wird geputzt und gebaggert: Drei schwimmende Spül-Anlagen sind in Kiel-Holtenau im Einsatz. Quelle: Frank Behling
 
Kiel

Bis zum 27. September soll die Südschleuse gesperrt bleiben. „Es handelt sich hier um eine Kombimaßnahme, bei der mehrere Arbeiten zusammen erfolgen“, sagt Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Südschleuse in Kiel-Holtenau: Sanierung in mehreren Schritten

Das Arbeitspaket umfasst sieben Punkte – vom Ausbau der Schleusentore über das Reinigen der Schleusenmauern bis zu Reparaturen an den Schienen der Torunterwagen, die die großen Schleusentore bewegen. Ein Großteil der Arbeiten spielt sich unter Wasser ab. Mit speziellen Spülfahrzeugen werden die Schleusentor-Bunker gereinigt. Das Mauerwerk der 1914 eingeweihten Schleusenkammer wird ebenfalls gewaschen. „Algen, Seepocken und Muscheln müssen runter“, sagt Lutz Peers, Bauingenieur beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. Drei schwimmende Spül-Anlagen sind im Einsatz. „Das sind Geräte, die sonst in Kiesgruben zum Einsatz kommen“, so Peers. Rund 60000 Quadratmeter unter Wasser liegende Schleusenfläche sowie 10000 Quadratmeter Wände der Schleusentore werden gereinigt.

Ohne den Einsatz von Tauchern geht es nicht

Gearbeitet wird nach einem strikten Ablaufplan. Alle Tage bis Ende September sind genau verplant. „Wir haben jeden Schritt festgelegt und mit den Firmen abgesprochen“, sagt Silke Meihsner, die für das Projekt als Ingenieurin zuständig ist.

 

Lesen Sie auch: Lebensraum Schleuse

Ohne den Einsatz von Tauchern geht es nicht. „Es müssen an der Torbahn 1 und an der Torbahn 6 die Muttern an den Schienen gewechselt werden“, erklärt Peers. Bei der Nachfrage, warum die erst vor fünf Jahren eingebauten Muttern erneuert werden müssen, muss auch Kollege Visser passen. „Wir stehen da vor einem Rätsel. Es wurden an allen vier Schleusentoren identische Muttern verwendet. Warum aber ausgerechnet nur an zwei Torbahnen die Muttern korrodieren, ist ein Rätsel. Das wäre mal eine Aufgabe für einen Forschungsauftrag oder eine Doktorarbeit“, so Visser. Während die 910 Muttern an der Kanalseite korrodiert sind, sind die 910 Muttern der Schleusentorschienen an der Fördeseite vollkommen okay. Für den Einsatz unter Wasser bekommen die Taucher aus Brunsbüttel Unterstützung von Tauchern privater Firmen sowie Unterwasser Krause aus Kiel.

In der Schleuse wird geputzt und gebaggert.

Fotostrecke Schleusensanierung in Kiel-Holtenau – KN – Kieler Nachrichten

 

https://www.yacht.de/aktuell/panorama/weiter-engpaesse-am-nok-durch-schleusensperrung-in-holtenau/a122016.html

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Schleusen NOK Kiel 2017 KAn_KA20170724_1209

Schleusung der Berufs- und Sportschifffahrt in der großen Schleuse in Kiel-Holtenau

Beim Ein- oder Ausschleusen am Nord-Ostsee-Kanal in Kiel-Holtenau kann es seit gestern wieder zu längeren Wartezeiten kommen. Grund sind Wartungsarbeiten und einhergehende Sperrungen der Schleusenkammern. 

Für jeweils acht Wochen wird in dieser Saison jeweils eine der beiden großen Kammern der Südschleuse außer Betrieb genommen. Die Arbeiten an der Nordkammer fanden bereits vom 23. April bis 14. Juni 2019 statt. Nach einer Sommerpause sollte nun die Südkammer vom 5. August bis 27. September 2019 gesperrt werden.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau informiert in der BfS (T) 13/19 über eine Aktualisierung der Termine. Dort heißt es:

„Aufgrund notwendiger Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten wird zunächst die Nordkammer der Großen Schleuse Kiel-Holtenau ab dem

05. August 2019 bis voraussichtlich 07. August 2019

und anschließend

die Südkammer bis voraussichtlich 27. September 2019

außer Betrieb genommen.

In diesem Zeitraum steht der Schifffahrt in Kiel-Holtenau zunächst nur die Südkammer, später nur die Nordkammer der Großen Schleuse zur Verfügung.“ 

Weitere Details und Hintergründe zu den Arbeiten gibt das WSA auf seiner Webseite bekannt:

„Achtung, Änderung: die Südkammer wird erst ab dem 07.08. gesperrt. Wir werden am Vormittag des 05.08. noch eine Bauwerksvermessung in der Nordkammer durchführen. Diese wichtige Vermessung haben wir bei der ersten Sperrung April/Juni nicht durchführen können und holen diese nun am 05.08. nach.

Ab dem 05. Nachmittags bis zum frühen Morgen des 06.08. stehen der Schifffahrt dann noch einmal beide großen Kammern zu Verfügung. Am 06.08. werden wir dann die Nordkammer noch einmal sperren (die Schifffahrt kann weiterhin die große Südkammer nutzen).

Grund ist ein notwendiger Torwechsel in der Nordkammer: Dort wird das kanalseitige Schiebetor am 06.08. ausgebaut und gegen das Reservetor gewechselt. Das ist erforderlich, weil wir im April/Juni während der Bauwerksinspektion in der Nordkammer einen Schaden an diesem Tor bemerkt haben (wichtige Schrauben sind unzulässig stark korrodiert). Wir wollen diese Schrauben jetzt erneuern, bevor es es später zu einem unplanmäßigen Ausfall kommt. Das Tor wird deshalb in die Südkammer gebracht wo das Wasser tief genug ist, sodass Taucher den Schaden reparieren können.

Am 07.08. wird dann die Südkammer gesperrt und es beginnt dort in der Südkammer die angekündigte Bauwerksinspektion. Die Schifffahrt läuft ab dann durch die Nordkammer.

Der Freigabetermin 27.09. wird gehalten! Ende September stehen also der Schifffahrt wieder beide großen Schleusenkammern zur Verfügung.“

An der Einführung für ein Online-Bezahlsystem für die Kanalpassage wird weiterhin gearbeitet. In diesem Artikel finden Sie nützliche Informationen zu den Tarifen und zum aktuellen Bezahlverfahren.

https://www.kn-online.de/Lokales/Nord-Ostsee-Kanal/Frachter-BBC-Mekong-blieb-im-Kanal-mit-Maschinenschaden-liegen?fbclid=IwAR2vvTUsBNIuEh_ljQ2wB98F0mZ78GxOja8x500rojs1g9WLlAkKxMdRUhY

Copyright KN Online danke Frank Behling

Frachter „BBC Mekong“ musste am Freitagmorgen im Kanal abgeschleppt werden.

 

Kiel

Die Schlepper „Holtenau“ und „Stein“ der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mussten in der Nacht ausrücken und die „BBC Mekong“ in der Kanalweiche Königsförde auf den Haken nehmen. Gegen 3 Uhr war das 144 Meter lange Frachtschiff zuvor bei der Passage der Weiche Groß Nordsee aus dem Ruder gelaufen.

In Königsförde stoppte die Besatzung dann das Schiff und forderte in Abstimmung mit der Verkehrszentrale in Brunsbüttel Schlepperhilfe an. Die beiden Kieler Schlepper liefen sofort aus und waren gegen 7 Uhr beim Havaristen.

 
 

Nach dem Festmachen der Schleppleinen ging die Reise um 7. 30 Uhr weiter nach Brunsbüttel. Dort soll die „BBC Mekong“ gegen Mittag zur Untersuchung eintreffen. 

 

Das Schiff ist mit Terminalausrüstung für Häfen ausgerüstet. Es hatte am Donnerstag in Rostock bei der Firma Liebherr einen Mobilkran geladen. 

Rendsburger Werft repariert Schleusentor für 15 Millionen Euro

Staudt
Staudt

kiel/rendsburg Im Februar vergangenen Jahres krachte das Hamburger Containerschiff „Akacia“ in ein Tor der großen Nord-Ostsee-Kanal-Schleusen in Kiel-Holtenau und beschädigte es schwer (Foto) – nun soll die Rendsburger Nobiskrug-Werft das inzwischen in zwei Teile geschnittene Tor wieder zusammensetzen, reparieren und einbauen. Einen entsprechenden Auftrag hat das Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt Kiel-Holtenau jetzt der Werft erteilt. Wie aus dem gestern im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichen Ausschreibungsergebnis hervorgeht, zahlt der Bund dafür 12,6 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer – also insgesamt rund 15 Millionen Euro. Laut Ausschreibung müssen an dem Tor rund 200 Tonnen Stahl erneuert werden. Auch 200 Meter neue Rohrleitungen sowie 14 000 Quadratmeter Korrosionsschutz sind erforderlich. Das Tor wiegt rund 1000 Tonnen und ist 46 Meter breit und 19 Meter hoch. bg

 
https://www.boyens-medien.de/artikel/lokales/kontrolle-rund-um-die-uhr-280450.html
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Brunsbüttel Digital

Die Nordkammer der Kleinen Schleuse ist über die Hochwasserphase, wegen eines technischen Defektes, ab heute bis voraussichtlich 02.08.2019 außer Betrieb.

Der Schifffahrt stehen zur Verfügung: Die große Nordkammer, die große Südkammer außerhalb der Tagesarbeitszeit und die kleine Südkammer zur Verfügung

Seit 18:00 Uhr am 21.07.2019 steht die Große Südschleuse in Brunsbüttel der Schifffahrt aufgrund eines technischen Problems nicht mehr zur Verfügung!

Der Schifffahrt stehen weiterhin die große Nordschleuse sowie die beiden kleinen Schleusen zur Verfügung.

 

Kontrolle rund um die Uhr

 

Damit die Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) nicht schneller als erlaubt unterwegs sind, werten Mitarbeiter der Verkehrslenkung NOK rund um die Uhr Daten aus. Bei Verstößen greifen sie ein. 

 

http://zeitung.shz.de/glueckstaedterfortuna/1617/article/935277/3/1/render/?token=7db290426a5b587387596da68f12b488&fbclid=IwAR1YRCA3YDCRL0xGbUX-0s2PlzxZgTAg7dVUrzkEjM2pXJb_617jjSwtWl0

Nah am Wasser gebaut: Zwischen den kleinen Schleusen (l.) und den großen entsteht die fünfte Schleusenkammer, deren Umriss farbig markiert ist. Wo der gelbe Kran im Vordergrund steht, ist bereits die Kammer für das Nord-Tor zu erkennen. WSA Brunsbüttel  (2)So soll es einmal aussehen: Die großen Schiffe liegen in der neuen fünften Schleusenkammer, neben der die Reste der Schleuseninsel zu sehen sind, rechts  die zwei kleinen Schleusen.

Eiland mit Verkehrszentrale (hinten l.) und Betonwerk (hinten r.): aus der Schleuseninsel mussten mehrere Gebäude weichen.

Frisch betoniert: der neue Fähranleger. Michael Ruff (4)

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Insel verschwindet, Schleuse entsteht

Halbzeit auf einer der anspruchsvollsten Baustellen Deutschlands: In Brunsbüttel entsteht die fünfte Schleusenkammer am Nord-Ostsee-Kanal

 
 
Frisch betoniert: der neue Fähranleger. Michael Ruff (4)
 
Die Muttern sichern die 50 Meter langen Düsenstrahlpfähle, die der Spundwand im Boden zusätzliche  Stabilität geben.
 
 
Die Muttern sichern die 50 Meter langen Düsenstrahlpfähle, die der Spundwand im Boden zusätzliche Stabilität geben.

Kay Müller Brunsbüttel Nur ein paar Meter vor Joachim Abratis wird sie einmal sein: die fünfte Kammer der Kanalschleuse Brunsbüttel. „Die Struktur sieht man, und den Rest habe ich vor meinem geistigen Auge“, sagt der Projektleiter als er über die vielleicht spektakulärste Baustelle Norddeutschlands geht. Für 800 Millionen Euro entsteht hier eine 360 Meter lange und 45 Meter breite, dritte große Kanalschleuse, in die ab 2024 die immer zahlreicher werdenden Schiffe in und aus dem Nord-Ostsee-Kanal fahren sollen. „Wir sind mit den Bauarbeiten zeitlich in der Mitte“, sagt Jirka Menke, der die Öffentlichkeitsarbeit für dieses Projekt macht. „Das Besondere ist, dass wir auf einer Insel arbeiten. Da ist die Gefahr groß, dass sich die Arbeiter gegenseitig auf den Füßen stehen.“

Deswegen erläutern Menke und Abratis die Baustelle am liebsten anhand eines Luftbildes. Auf dem kann man gut erkennen, dass die Baufahrzeuge schon die halbe Schleuseninsel zerpflügt haben. „Sie wird am Ende zu gut zwei Dritteln weggebaggert“, sagt Abratis. Nur ein schmaler Streifen im Süden, auf dem in den 90er-Jahren die Verkehrsleitzentrale errichtet worden ist, wird stehen bleiben – dazu ein kleines Stück Land, das die Verbindung zu den beiden Großen Schleusen schafft, die vor über 100 Jahren errichtet wurden.

„Die Bauarbeiten sind alle für sich relativ gut machbar, aber das Zusammenspiel ist komplex und eine große organisatorische Herausforderung“, sagt Abratis. So müsse der Tidengang der Elbe berücksichtigt werden – genauso wie der Hochwasserschutz.

Zwar könne man nicht viel sehen, denn die Arbeiten gingen im wahrsten Sinne des Wortes in die Tiefe. „Würden wir ein Hochhaus bauen, könnten Sie schon eine Menge angucken“, sagt Menke. „Aber wir bauen eine Schleuse, da findet vieles unter der Erde statt.“

Und die hat es in sich. Weil lange nicht klar war, wie viel Munition und Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Schleuseninsel und im Wasser drumherum liegen, verzögerten sich die Arbeiten. Es musste vorsichtig gebaggert werden, der Kampfmittelräumdienst war immer dabei. „Am Ende haben sie gar nicht viel gefunden, aber die Sicherheit musste immer gewährleistet sein“, sagt Abratis. Dazu gab es Schwierigkeiten mit den so genannten Düsenstrahlpfählen, die an den Baugrund und die Grundwassersituation angepasst werden mussten. „Das hat uns auch auch nochmal Zeit gekostet“, so der Programmleiter.

Zeit und Geld. Denn eigentlich sollte die fünfte Schleusenkammer schon 2020 fertig sein und 540 Millionen Euro kosten. Jetzt sind es vier Jahre und 260 Millionen Euro mehr. Allein in diesem Jahr sollen 90 Millionen Euro verbaut werden, im vergangenen Jahr waren es ebenso viel.

„Wir hoffen, dass wir jetzt relativ problemlos weiterarbeiten können. Dies ist eben ein Pilotprojekt – und zwar eines, das 100 Jahre halten soll“, sagt Abratis. So eine Baustelle gebe es nirgendwo anders. Zwar habe man sich bei der Planung über andere Schleusenanlagen informiert und nautische Simulationen durchgeführt, aber vieles ergebe sich erst beim Bau.

Auf der Schleuseninsel muss jeder Baustoff angeliefert werden. Dort wo später einmal Schiffe fahren, steht jetzt ein eigenes Betonwerk auf der Insel, dass etwa das Material für die Sohle der Kammer liefern soll. Gerade wird im Norden der Insel ein neuer Fähranleger betoniert. Dort sollen Schiffe anlegen können, wenn es Probleme mit oder an der neuen Schleuse gibt. Daneben ist eine der Torkammern bereits ziemlich fertig gebaut, die zweite, auf der anderen Seite, ebenfalls. Auch die Spundwände, die die Kammer begrenzen, sind durch den Sand zu sehen. Zum Teil thronen über ihnen Betonplattformen, die zusätzliche Stabilität liefern sollen. In dichten Abständen ragen aus der Wand große Muttern, unter denen die schräg durch den Klei in den Sandboden gebohrten stählernen, rund 50 Meter langen Düsenstrahlpfähle sitzen. „Die garantieren, dass die Spundwand auch noch Stabilität hat, wenn wir an einer Seite den Boden ausbaggern“, sagt Abratis. Vor dem übernächsten Jahr werde das aber wohl nichts werden. Denn auf der Baustelle sei es wichtig, dass viele Wege über Land zu machen sind. Ist die Kammer erst in monatelanger Arbeit ausgebaggert, geht das nicht mehr. Und erst dann kann in 14 Metern Tiefe der Betonboden unter Wasser gegossen werden, das Grundwasser lässt nichts anderes zu.

Technisch wird es gar nicht so furchtbar viele Neuerungen gegenüber der Schleusenkonstruktion von 1912 geben. „Da haben unsere Großväter schon gut geplant“, sagt Abratis. Allerdings würden drei neue Tore gebaut, zusätzlich zu den sechs, die noch aus der Kaiserzeit stammen. „Die können dann in allen großen Schleusen eingesetzt werden, falls mal wieder einer unserer Kunden nicht so pfleglich mit unserem Material umgeht, wie wir es erwarten“, sagt Menke grinsend. Er meint die nicht selten vorkommenden Unfälle von Schiffen, die Tore rammen. Die neuen Konstruktionen werden mit Schlitzen versehen, durch die bei Bedarf Wasser beim Fluten der Kammer laufen kann. Und die Unterkonstruktion der Tore, die in Brunsbüttel immer mal Probleme gemacht hat, werde verstärkt, ergänzt Abratis.

Doch bis mit den zwei kleinen und den drei großen Kammern alle fünf gleichzeitig in Betrieb sind, wird noch eine Menge Zeit vergehen. „Denn nach dem Neubau der fünften Kammer werden die zwei alten großen Kammern nacheinander grundinstandgesetzt“, sagt Abratis. Das könne jeweils noch einmal je drei Jahre dauern. Bagger und Kräne werden also noch mindestens bis 2030 zum Alltag an d

Diese alte Eiche durfte stehen bleiben und ziert nun die neu errichtete Strecke von einem Resthof zum neuen Parkplatz.

Der Kanalweg wurde dabei verbreitert, damit die Baumaschinen die Erdmassen transportieren können. Dafür wurden auch vor etwa einem Jahr bereits eine Reihe von Bäumen gefällt. „Dabei wurden diese aber nur abgesägt“, erklärt Böge. Die Wurzeln verblieben zunächst noch im Boden. „Die Tiefbauer haben einfach das bessere Werkzeug dafür, um diese auszugraben. Die Wurzeln liegen nun am Wegesrand, um sie abregnen zu lassen. Nachdem der Regen die Erde von den Wurzeln gewaschen hat, sind diese leichter zu transportieren. Im letzten Schritt werden sie dann geschreddert, um sie so für Bioheizanlagen nutzbar zu machen. –
 
Quelle: https://www.shz.de/24552937 ©2019

Nach den Rodungsarbeiten haben die Tiefbauer die Wurzeln jetzt ausgegraben, um sie abregnen zu lassen.

Nach den Bauarbeiten wird die Strecke wieder renaturiert und als Böschungsgelände bepflanzt. Nebenan wird ein neuer Weg vom Resthof zum neuen Parkplatz gegenüber dem Lindenhof angelegt. Auf diesem Gelände standen früher einige Häuser, weshalb die Bauarbeiter auch noch einiges im Boden gefunden haben. „Leider keinen Schatz“, sagt Böge. „Aber dadurch ist er belastet und muss entsorgt werden. Dieser kann beispielsweise für den Bau neuer Straßen verwendet werden.“ – Quelle: https://www.shz.de/24552937 ©2019
 

Gegenüber vom Lindenhof in Großkönigsförde bereiten die Bagger den künftigen Parkplatz vor.  Fotos: Peters (4)

Bisher gab es keine größeren Schwierigkeiten. Sollte dies so bleiben, rechnet Böge damit, die Bauarbeiten am Ende des Jahres abgeschlossen zu haben. – Quelle: https://www.shz.de/24552937 ©2019

 

  Wasser- und Schifffahrtsämter
Brunsbüttel und Kiel
Alte Zentrale 4
25541 BrunsbüttelSchleuseninsel 2
24159 Kiel-Holtenauwww.wsa-brunsbuettel.wsv.de/
www.wsa-kiel.wsv.de/16.01.2015Gesa Völkl Portrait

 
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NOK News: Erhöhter Kanalwasserstand im NOK
Aufgrund des erhöhten Kanalwasserpegels im NOK (> 5,35m NHN) , gilt für alle Fahrzeuge bis auf Weiteres die maximale Geschwindigkeit von 12 Km/h.Die zulässige Höhe der Fahrzeuge ist auf 39,80 m über Wasserspiegel reduziert.
http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Nord-Ostsee-Kanal/Nord-Ostsee-Kanal-Jetzt-20-Stunden-Wartezeit
 
Copyrihgt KN Frank Behling danke
 
Nord-Ostsee-Kanal

Jetzt 20 Stunden Wartezeit

Von Frank Behling |
Die anhaltenden Stürme behindern die Schifffahrt auf dem Kanal immer stärker. Am Vormittag mussten Schiffe in Kiel sich auf eine Wartezeit von 20 Stunden für einen Platz in der Schleuse einstellen. In Brunsbüttel sind nur drei der vier Schleusenkammern in Betrieb.

 

Binnenhafen in Brunsbüttel.Binnenhafen in Brunsbüttel.

© Frank Behling
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Brunsbüttel. Die zum Teil extremen Hochwasser der Elbe behindernden Betrieb der Schleusen außerdem. Die meisten Schiffe warten in Kiel jetzt am Leuchtturm in der Bucht. Dort liegen 18 Tanker und Containerschiffe und zwei Fähren. Vor Brunsbüttel beträgt die Wartezeit derzeit zehn Stunden für Schiffe, die von der Elbe in den Kanal wollen.

„Das ist eine Herausforderung für die Schifffahrt“, sagte Jens-Broder Knudsen von der Kieler Schifffahrtsagentur Sartori & Berger. Besonders unglücklich sei der Umstand, dass in Brunsbüttel nur eine der beiden großen Kammern zur Verfügung steht. Die Arbeiten an einem Tor-Oberwagen der großen Südschleuse sollen in Kürze abgeschlossen werden. Der für diese Arbeiten benötigte Schwimmkran soll bei einer Beruhigung des Wetters den Antrieb komplettieren. „Wir hoffen alle, dass danach zumindest auf längere Zeit die beiden großen Schleusenkammern der Schifffahrt zur Verfügung stehen“, sagte Knudsen.

Die Schifffahrt hatte sich zum Teil bereits auf Wartezeiten eingestellt. „Deshalb ist es wichtig, dass das Image des Kanals nicht weiter leidet“, so Knudsen, der zugleich Vorsitzender der Initiative Kiel Canal ist. Am Montag hatten sich die Wartezeiten zum Teil auf acht Stunden reduziert.

 
 
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Hochwasser im Nord-Ostsee-Kanal

Schleuse Holtenau: Verkehr läuft wieder an

Von Frank Behling |
Seit 12 Uhr dürfen in Kiel-Holtenau wieder Schiffe in den Nord-Ostsee-Kanal einschleusen. Zuvor hatte der Verkehr hier stundenlang geruht.

 

Die Schleuse Kiel-Holtenau wurde in den vergangenen Tagen immer wieder einmal für den Verkehr gesperrt.

© Frank Behling

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Kiel/Berlin

 

Der Nord-Ostsee-Kanal (im Hintergrund die Schleuse in Kiel-Holtenau) müsste jährlich für wohl rund 100 bis 120 Millionen Euro modernisiert werden.

 

Kiel. Gleich zwei heiße Eisen fassten gestern Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und sein Kieler Ministerkollege Reinhard Meyer (SPD) an.

Der Kieler Wirtschaftsminister kritisierte die Stagnation beim Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals (NOK). „Der momentane Stillstand bei der Sanierung und dem Ausbau des NOK verursacht in der maritimen Wirtschaft einen volkswirtschaftlichen Schaden allein durch Wartezeiten in Brunsbüttel von jährlich mindestens 200 Millionen Euro. Das ist eindeutig zu viel“, beklagte Meyer gestern Morgen beim 4.

TOP-THEMA Kritik an Ramsauer „Ein politischer Pfropf im Nord-Ostsee-Kanal“

Maritimen Frühstück des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein in Berlin. Der Ausbau des NOK sei eine „nationale Aufgabe“.

 

Meyer verlangte, jährlich ein Prozent des Verkehrsinvestitionsetats des Bundes für die Sanierung des wichtigen Kanals im Norden bereit zu stellen. Den LN nannte der SPD-Politiker eine Größenordnung von 100 bis 120 Millionen Euro, die jährlich in die Modernisierung von Schleusen, die Begradigung sowie die Vertiefung des Kanals investiert werden müsse.

 

Zu den Verzögerungen bei der NOK-Sanierung, Schwerpunkt Schleuse Brunsbüttel, erfuhren die LN gestern aus dem Bundesverkehrsministerium Folgendes: Im Vorjahr seien wie geplant die notwendigen bauvorbereitenden Maßnahmen durchgeführt worden. So sei das Baufeld freigemacht worden, indem Versorgungsleitungen umgelegt wurden. Es sei außerdem damit begonnen worden, die Mole 2 wie erforderlich zu verlängern und den Anleger Dyhrrsenmoor zu bauen. Allerdings seien die Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe der Hauptbaumaßnahmen zum Neubau der fünften Schleusenkammer noch nicht fertig gestellt. In der Stellungnahme des Berliner Ministeriums heißt es weiter: „Die Ausschreibung hat sich seit der Planung vom Frühjahr 2012 insbesondere infolge der notwendigen fachrechtlichen Qualitätssicherung der Vergabeunterlagen für die komplexe Baumaßnahme um mehrere Monate verzögert.“ Die durch Ingenieurbüros erstellten Ausschreibungsunterlagen zum Neubau der Schleusenkammer umfassten allein 3000 Leistungspositionen, mehr als 800 Seiten Baubeschreibung und mehr als 300 Bauzeichnungen und -pläne. Die Qualitätssicherung dieser Unterlagen sei noch nicht abgeschlossen.

 

Hochspezialisierte Vergaberechtsanwälte säßen daran. „Sowie die Qualitätssicherung abgeschlossen ist, wird die Ausschreibung veröffentlicht“, hieß es gestern im Berliner Ministerium.

 

Bundeskanzlerin Merkel kommt nach Kiel
Am 8. und 9. April 2013 wird die nächste Nationale Maritime Konferenz in Kiel stattfinden. Das kündigte gestern der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein, Christoph Andreas Leicht, in Berlin an. Bei der Konferenz, zu der unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die Förde kommen wird, gehe es um wichtige Weichenstellungen für die Zukunft Norddeutschlands, etwa um den Ausbau der Infrastruktur an den Nord- und Ostsee-Häfen, die Offshore-Windenergie, die maritime Forschung und Ausbildung oder auch um die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV).
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer kritisierte die Pläne der Bundesregierung, die WSV-Zentrale vollständig nach Bonn zu verlegen. Es müsse Kompetenz an der Küste verbleiben. In den Häfen Schleswig-Holsteins wurden im Vorjahr erstmals über 50 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, sagte der Chef des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen(GvSH), Frank Schnabel.

 

Reinhard Zweigler   Lübecker Nachricht Copyright

 

 

 

 

 

 

 
nach der fraktionssitzung, einem gespräch wg nok/brunsbüttel, einem interview bei phönix, abendessen in der dpg, jetzt ins büro
 
Neuester Stand Johannes Kahrs bleibt dran ,  ich freue mich über seine Unterstützung für unseren NOK Brunsbüttel

TOP-THEMA

http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/ramsauer-ein-politischer-pfrofp-im-nord-ostsee-kanal-1957663.html

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Der Elbausbau stockt, und jetzt vermasselt der Minister auch noch die wichtigste Operation an einer weiteren Lebensader des Nordens“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, am Sonntag. Der Neubau der 5. Schleusenkammer verzögere sich um ein Jahr.

Um die Sanierung des Kanals zu beschleunigen, müsse Ramsauer von der Dauerbaustelle zwischen Nord- und Ostsee abgezogen werden, forderte Polkaehn. „Am Berliner Flughafen macht Herr Ramsauer dicke Backen, aber hier kriegt er nicht mal die Ausschreibung der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel auf die Reihe“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Der Bau der 5. Schleusenkammer werde erst mit einem Jahr Verspätung beginnen. 300 Millionen Euro Bundesmittel sind zweckgebunden bis 2016 für den in Brunsbüttel vorgesehen. Nun wurde bekannt, teilt der DGB Nord weiter mit, dass die „Ausschreibung durch das Ministerium nicht termingerecht erfolgt ist und ein möglicher 10-Prozent-Zuschuss in Brüssel nicht beantragt“ worden sei.

MdB Johannes Kahrs

 

brunsbuettel5
 
 

 

Der Neubau der 5. Schleusenkammer am Nord-Ostsee-Kanal verzögert sich um ein Jahr. Der DGB Nord hat Kanzlerin Merkel aufgefordert, Verkehrsminister Ramsauer die Zuständigkeit für den Ausbau zu entziehen.

KielerSchleusen vOben 45

Kiel. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Zuständigkeit für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals zu entziehen. „Herr Ramsauer ist ein politischer Pfropf im Kanal, den Frau Merkel in den letzten Monaten der Legislaturperiode anderweitig einsetzen sollte. Der Elbausbau stockt, und jetzt vermasselt der Minister auch noch die wichtigste Operation an einer weiteren Lebensader des Nordens“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, am Sonntag. Der Neubau der 5. Schleusenkammer verzögere sich um ein Jahr.

Brunsbüttel 5.Schleuse

verkehrslenkung

Um die Sanierung des Kanals zu beschleunigen, müsse Ramsauer von der Dauerbaustelle zwischen Nord- und Ostsee abgezogen werden, forderte Polkaehn. „Am Berliner Flughafen macht Herr Ramsauer dicke Backen, aber hier kriegt er nicht mal die Ausschreibung der 5.Schleusenkammer in Brunsbüttel auf die Reihe“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Doch auch hier gibt es neue Kritik: Dem SPIEGEL liegen interne Protokolle vor, die den CSU-Politiker Ramsauer in Sachen Berliner Flughafen unter Druck bringen. Die von ihm selbst eingesetzte Sonderkommission „BER“ kritisiert darin das Krisenmanagement des Verkehrsministers.

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300 Millionen Euro sind vorgesehen

Der Bau der 5. Schleusenkammer am Nord-Ostsee-Kanals wird laut Polkaehn erst mit einem Jahr Verspätung beginnen. 300 Millionen Euro Bundesmittel sind zweckgebunden bis 2016 die Baustelle in Brunsbüttel vorgesehen. Nun wurde bekannt, teilt der DGB Nord weiter mit, dass die „Ausschreibung durch das Ministerium nicht termingerecht erfolgt ist und ein möglicher 10-Prozent-Zuschuss in Brüssel nicht beantragt“ worden sei.

„Der Zwischenbericht des Bundesverkehrsministeriums zum Ersten Infrastrukturbeschleunigungsprogrammist eine große Enttäuschung für alle, deren Arbeit vom Nord-Ostsee-Kanal abhängt. Die Bundeswasserstraße wird seit Jahren kaputtgespart“, kritisiert Polkaehn. Rund 42.000 Schiffe nutzen den Kanal jährlich; gerade wurde die 100-Millionen-Tonnen-Marke bei der Fracht geknackt.

Norddeutsche Rundschau  Henning Baethge

 

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Wirtschaft/NOK-Schleusenausbau-verzoegert-sich
 

Brunsbüttel. Der Neubau der 5. Schleusenkammer soll nun sogar ein Jahr später als geplant beginnen. Um die Sanierung des Kanals zu beschleunigen, müsse Ramsauer von der Dauerbaustelle zwischen Nord- und Ostsee abgezogen werden, forderte Polkaehn. «Am Berliner Flughafen macht Herr Ramsauer dicke Backen, aber hier kriegt er nicht mal die Ausschreibung der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel auf die Reihe», heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Der Bau der 5. Schleusenkammer werde erst mit einem Jahr Verspätung beginnen. 300 Millionen Euro Bundesmittel sind zweckgebunden bis 2016 für den in Brunsbüttel vorgesehen. Nun wurde bekannt, teilt der DGB Nord weiter mit, dass die «Ausschreibung durch das Ministerium nicht termingerecht erfolgt ist und ein möglicher 10-Prozent-Zuschuss in Brüssel nicht beantragt» worden sei.

«Der Zwischenbericht des Bundesverkehrsministeriums zum Ersten Infrastrukturbeschleunigungsprogramm ist eine große Enttäuschung für alle, deren Arbeit vom Nord-Ostsee-Kanal abhängt. Die Bundeswasserstraße wird seit Jahren kaputtgespart», kritisiert Polkaehn. Rund 42 000 Schiffe nutzen den Kanal jährlich; gerade wurde die 100-Millionen-Tonnen-Marke bei der Fracht geknackt.

Frank Behling Copyright Kieler Nachrichten

NORDDEUTSCHLAND

 

DGB: Neue Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal ein Jahr später

21. Januar 2013 | 00:10 Uhr | von lno

Schleusenbau verzögert sich um weiteres Jahr

 

http://zeitungen.boyens-medien.de/aktuelle-nachrichten/zeitung/artikel/schleusenbau-verzoegert-sich-um-weiteres-jahr.html

ArneLütkenhorstBegegungen NOK23

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Bitte Rest des Artikels in o.g. link lesen

(jl) Der Bau der fünften Schleusenkammer zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel verzögert sich voraussichtlich um etwa ein Jahr. Das geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der ostholsteinischen SPD-Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn hervor. Ursprünglich sollte ein Großteil der Schleusenkammer im Jahr 2014 entstehen.

Wie die NDR1 Welle Nord berichtet, ist mit damit nun nicht mehr zu rechnen. Bisher sei noch nicht einmal die Ausschreibung veröffentlicht, heißt es nach Informationen des Senders im Schreiben des Ministeriums. Bettina Hagedorn werfe Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) in diesem Zusammenhang Versagen vor. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer nahm die neuerliche Zeitverzögerung in einem NDR-Interview „mit Schrecken“ zur Kenntnis.

http://www.wedel-schulauer-tageblatt.de/nachrichten/norddeutschland/artikeldetail/article/1751/dgb-neue-schleuse-am-nord-ostsee-kanal-ein-jahr-spaeter.html

HAMBURG/KIEL. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Zuständigkeit für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals zu entziehen. „Herr Ramsauer ist ein politischer Pfropf im Kanal, den Frau Merkel in den letzten Monaten der Legislaturperiode anderweitig einsetzen sollte. Der Elbausbau stockt, und jetzt vermasselt der Minister auch noch die wichtigste Operation an einer weiteren Lebensader des Nordens“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, gestern. Der Neubau der 5. Schleusenkammer verzögere sich um ein Jahr.

Um die Sanierung des Kanals zu beschleunigen, müsse Ramsauer von der Dauerbaustelle zwischen Nord- und Ostsee abgezogen werden, forderte Polkaehn. „Am Berliner Flughafen macht Herr Ramsauer dicke Backen, aber hier kriegt er nicht mal die Ausschreibung der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel auf die Reihe“, hieß es weiter.

Der Bau der neuen Kammer werde erst mit einem Jahr Verspätung beginnen. 300 Millionen Euro Bundesmittel sind zweckgebunden bis 2016 für das Projekt vorgesehen. Nun wurde bekannt, teilt der DGB Nord weiter mit, dass die „Ausschreibung durch das Ministerium nicht termingerecht erfolgt ist und ein möglicher Zehn-Prozent-Zuschuss in Brüssel nicht beantragt“ worden sei. Polkaehn: „Der Zwischenbericht des Bundesverkehrsministeriums zum Ersten Infrastrukturbeschleunigungsprogramm ist eine große Enttäuschung für alle, deren Arbeit vom Nord-Ostsee-Kanal abhängt. Die Bundeswasserstraße wird seit Jahren kaputtgespart“, kritisiert der DGB-Nord-Chef. Rund 42 000 Schiffe nutzen den Kanal jährlich; gerade wurde die 100-Millionen-Tonnen-Marke bei der Fracht geknackt. Norddeutsche Rundschau

Kommentare im Forum

 

Rechtzeitig zur Wahl war er da, unser Verkehrsminister!
Der Spatenstich sollte suggerieren, dass es losgeht. Nun wird klar, was war.

Verschwendung von Steuergeldern durch unplanhaftes Vorg. eek

     

 

 

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Täglicher Hafenbericht Hamburg, Schifffahrt News, Der Kanal, Bauwesen WSA Brunsbüttel, Privatisierung WSV, Schifffahrt, Aktuelle News und verschlagwortet mit von g.goettling. Permanenter Link zum Eintrag.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Nürnberg Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) bis 1992 Steuermann 1.Offizier und Kapitän 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne 2012 Fähren NOK bis 2017 jetzt Öffentlichkeitsarbeit und VdsM 2019 Rente Faehren NOK Adler jetzt Vertrauensmann HUK Glueckstadt und Umgebung SPD OV Glueckstadt Kassierer stellv.Vorstand und Glueckswerk Sozial

2 Gedanken zu „Informationen über die Schleusensituation in Brunsbüttel/Holtenau

  1. Kiel

    Eigentlich hatten sich die Passagezahlen 2017 erholt, nachdem sie 2016 schon unter die Marke von 30000 Schiffen gerutscht waren. Bei der für die Gebühren maßgeblichen Schiffsgröße gab es laut der Zahlen einen Rückgang von 240000 auf 65,92 Millionen BRZ (Brutto-Raum-Zahl).

    Laut Statistik der Verwaltung fuhren im ersten Halbjahr 14934 Schiffe auf dem Kanal, die 43,3 Millionen Tonnen Ladung beförderten. Von Januar bis Juni lag die Zahl der Schiffe damit nur um 0,8 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Ob bis zum Jahresende das Vorjahresergebnis von 30269 Schiffen mit 86 Millionen Tonnen Ladung erreicht wird, ist noch offen, denn der Juli und August waren nach ersten Erhebungen ebenfalls sehr schwache Monate.

    Die schwerste Delle bescherte dem Kanal der März, in dem mit 2363 fast 300 Schiffe weniger als im Februar 2017 gezählt wurden. Grund ist die Havarie des Frachters „Akacia“, der am 19. Februar in der Kieler Südschleuse ein Tor demoliert hatte. Der Nord-Ostsee-Kanal bekommt aber auch die Probleme Hamburgs zu spüren. Immer mehr Ladung wandert von der Elbe nach Rotterdam ab. Erst vergangene Woche hatte der Hamburger Hafen einen starken Rückgang beim Umschlag von Containern für die Ostsee gemeldet – das Minus im ersten Halbjahr beträgt 4,4 Prozent.

    Die Makler fordern, dass der Ausbau der Oststrecke des Kanals zügig beginnt. Seit zehn Jahren wird zwischen Königsförde und Kiel die Begradigung von drei Kurven geplant.

  2. Nach der Frachter-Havarie im Nord-Ostsee-Kanal ist in Kiel-Holtenau weiter eine der beiden Schleusen defekt. Der Schaden am Schleusentor der Südkammer geht laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau in den zweistelligen Millionenbereich. Doch wie kaputt das Tor tatsächlich ist, das kann zurzeit noch niemand mit Gewissheit sagen. Nach Angaben von Experten ist die Situation unter Wasser unübersichtlich. Am 19. Februar hatte das 150 Meter lange Containerschiff „Akacia“ das Schleusentor gerammt und teilweise durchbrochen. Nun hat die Rendsburger Nobiskrug-Werft den Auftrag bekommen, das Tor auszubauen.

    Rendsburger Werft baut Schleuse aus
    NDR 1 Welle Nord – 26.02.2018 12:00 Uhr Autor/in: Wolf, Christian

    Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat eine Firma gefunden, die das beschädigte Schleusentor in Kiel-Holtenau ausbauen soll. Den Auftrag ergatterte Nobiskrug aus Rendsburg.

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