Was Segler wissen müssen Nord-Ostsee-Kanal Gieselau Schleuse

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Oldenbüttel : Protestwelle auf dem Wasser

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Gieselau-Schleuse : Gemeinsamer Protest reicht nicht

 
Anfahrt auf dem Gieselau-Kanal: Die Boote fuhren mit einem Sicherheitsabstand zum Treffpunkt. Fotos: Christian Hübner

Verkehrsminister Buchholz rät zu zweigleisigem Rettungsplan mit Konzept für einen Wasserstraßen-Tourismus.

Protest auf dem Wasser: Rund 60 Yachten steuerten die Gieselau-Schleuse an, um für den Erhalt der Anlage zu demonstrieren.

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Protest an Bord: Rund 60 Skipper steuerten die Gieselau-Schleuse an, um für den Erhalt des Sperrwerks zu demonstrieren. Die Zukunft des maroden Bauwerks ist ungewiss.

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Sie ist 70 Meter lang und 9 ,50 Meter breit: die Gieselau-Schleuse. Wie auch der Gieselau-Kanal entstand das Sperrwerk vor über 80  Jahren. Mittlerweile ist die Anlage marode. Doch der Bund als Eigentümer hat angekündigt, den Geldhahn zu schließen. Es sollen keine Mittel mehr für die Schleuse fließen. Gegen diese Entscheidung regt sich bei den Kommunalpolitikern und Tourismusexperten Widerstand.

„Auch die vielen Freizeitkapitäne, die ihren Heimathafen an der Eider zwischen Lexfähre und Tönning haben, sind entsetzt“, weiß Achim Laue, Mitglied im „Yacht-Club Eider, Lexfähre“. Der Osterrönfelder hatte am Wochenende zu einer Protestdemonstration aufgerufen. Der Appell, ein Zeichen zu setzen, schlug hohe Wellen. Rund 60 Skipper folgten der Bitte, mit ihren Booten Kurs auf die Gieselau-Schleuse zu nehmen und für den Erhalt der einzigen Verbindung zwischen Nord-Ostsee-Kanal und der Eider einzusetzen.

Der Initiator Achim Laue war von der große Beteiligung begeistert. „Damit habe ich gar nicht gerechnet.“ Der Erfolg der Aktion zeige, dass Kanal und Schleuse als unersetzlich für die Sportschifffahrt angesehen werden. „Schiffe können praktisch nur noch über den Gieselaukanal in den Nord-Ostsee-Kanal und weiter in die Ostsee oder Elbe kommen“, so Achim Laue, „denn der Weg über die Nordsee ist weit und risikoreicher.“

 

Die Mitglieder des „Yacht-Clubs Eider“ haben durchaus Verständnis für das Verkehrsministerium, Sparmöglichkeiten auszuloten. Hintergrund ist, dass der Bund die hohen Kosten bei geringer wirtschaftlicher Bedeutung für nicht mehr länger tragbar hält und am liebsten die Bundeswasserstraße in die Hände des Landes geben möchte. „Die Schleuse Gieselau arbeitet nicht wirtschaftlich“, bestätigt Laue. Der Betrieb verursache mehr Kosten als über die Gebühren eingenommen werde. Doch die Lösung könne nicht sein, die Verbindungsstrecke und die Anlagen zu schließen.

Achim Laue und seine Mitstreiter sind bereit, für den Erhalt des Sperrwerks ihren finanziellen Beitrag zu leisten. „Ein Segelboot, das jetzt zum Beispiel fünf Euro für eine Schleusung im Verband zahlt, kann auch 15 Euro bezahlen“, schlägt der Skipper eine Erhöhung der Schleusengebühren vor. Als zweite Maßnahme plädiert der Fachmann für eine „deutliche Herabsetzung“ der Öffnungszeiten. Auch das spare Kosten. Auf keinen Fall wollen die Yacht-Besitzer die Segel streichen: „Wir fordern von der Politik Augenmaß satt Rundumschlag mit der Keule.“

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07. August 2018, 10:07 Uhr

Oldenbüttel | „Ich habe gesehen, wie ein Segler und ein Motorboot geschleust wurden, und ich habe gehört, wie es geknarzt und geknirscht hat“, sagte Minister Bernd Buchholz (FDP) nach dem Vor-Ort-Termin an der Gieselau-Schleuse. Konkrete Zusagen zur Rettung hatte Buchholz aus Kiel nicht mitgebracht, dafür aber Informationen über den derzeitigen Stand der Dinge und Anregungen, wie die dringend sanierungsbedürftige Schleuse vor der Schließung bewahrt werden kann.

Noch geöffnet: Ein Konzept für den Wasserstraßen-Tourismus soll die Schleusen-Schließung verhindern.

 

Ortstermin: Minister Buchholz bekam von Günter Mozarski (WSA Brunsbüttel) die Besonderheiten des Bauwerks erläutert.

Günter Mozarski, vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel, erläuterte dem Minister an der Schleusenkammer die Besonderheiten des Bauwerks, das neben Ausflugsschiffen vor allem von Sportbooten genutzt wird. Die gesamte Konstruktion schwimme quasi auf einer Torfschicht, was zu einer geringen Stabilität des Untergrunds führe. „Eine Sanierung ist immer wie eine Operation am offenen Herzen“, so Mozarski – und das bedeute hohe Kosten. Dass Bedarf bestehe, zeige sich unter anderem an den Spundwänden, die unterhalb der Wasserlinie durch Korrosion bereits die Hälfte ihrer Stärke eingebüßt hätten.

Im Namen der „G10“-Gruppe, die sich für den Erhalt des Bauwerks stark macht, unterstrich Erfdes Bürgermeister Thomas Klömmer, welche schwerwiegenden Folgen das Aus der Schleuse hätte: „Das würde bedeuten, dass man die ganze Eider dicht macht.“ Ein Szenario, dass von keiner Seite gewünscht wird.

 

Doch sieht der Bund sich aufgrund der gesunkenen wirtschaftlichen Bedeutung nicht mehr in der Pflicht zur Instandsetzung und würde die Bundeswasserstraße gerne in die Hände des Landes geben. „Eine solche Nutzungsänderung kann nach unserer Auffassung aber nur mit der Zustimmung des Landes geschehen“, erklärte Buchholz. Ein Rechtsgutachten sei in Auftrag gegeben, mit den Ergebnissen werde allerdings erst im Oktober/November gerechnet. Nachfolgend rechnet der Minister mit langwierigen juristischen Scharmützeln mit dem Bundesverkehrministerium.

Eine Problematik, die auch Mark Helfrich (CDU), Bundestagsabgeordneter für Steinburg und Dithmarschen Süd, sieht. Für ihn geht es nicht nur um den konkreten Fall, sondern um eine generelle Klärung der Frage, wie in Zukunft verfahren werden soll, wenn Kanäle nur noch eine geringe wirtschaftliche Bedeutung haben. Helfrich forderte: „Hier muss das Bundeswasserstraßengesetz angefasst werden.“ Positiv sei es immerhin, dass die Schleuse noch nicht geschlossen ist und dass alle drei Ebenen (Kommunen, Land und Bund) beteiligt sind. Nicht nur aufgrund der unsicheren Lage appellierte Buchholz an die „G10“, zweigleisig zu fahren. Die gesunkene Anzahl der Schleusungen sei nicht wegzudiskutieren. „Nicht nur im Protest vereint sein“, hieß der Ratschlag, „diese Idylle muss besser touristisch nutzbar gemacht werden.“. Als Beispiel für die Entwicklung eines Konzepts für einen Wasserstraßen-Tourismus könne der Müritz-Nationalpark dienen. Solcher Urlaub habe Konjunktur und könne der Gieselau-Schleuse eine Perspektive bieten.

 
neuester Stand Protest  Wirtschaftsminister SU  

— Osterrade —

Konvoi für den Erhalt der Gieselau-Schleuse

von Stefan Schmid Freitag, 8. Juni 2018 09:57 Uhr Digital

Schleusung als politische Botschaft: Freizeitskipper aus ganz Deutschland steuerten gestern die Gieselau-Schleuse an. Fotos: Schmid


Osterrade – Sie ist für Freizeitskipper die Verbindung zwischen Nord- und Ostsee und daher unentbehrlich – die sanierungsbedürftige Gieselau-Schleuse. Hobbykapitäne aus ganz Deutschland steuerten gestern das Bauwerk an, um sich für den Erhalt der Schleuse einzusetzen. Bereits in der vergangenen Woche legten mehr als 20 Boote vor der Gieselau-Schleuse an – zu Beginn der Tour durch den Nord-Ostsee-Kanal bis in die Ostsee und wieder zurück. Es gab deftige Erbsensuppe – und die hat Benno Wiemeyer auch eine Woche später noch nicht vergessen.

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Eider-Treene-Sorge GmbH kämpft gemeinsam mit Kommunen für die Gieselau-Schleuse

Erfde-Bargen Kleines Bauwerk, große Bedeutung: Um die Gieselau-Schleuse und die durchgängige Befahrbarkeit der Eider langfristig zu sichern, lud die Eider-Treene-Sorge GmbH Vertreter der Gemeinden, Ämter und Kreise an der Eider sowie Abgeordneten des Bundes- und des Schleswig- Holsteinischen Landtages zu einem „Eider-Gipfel“ ein. Mit 60 Teilnehmern fand der erste Gipfel zum Erhalt der Gieselau-Schleuse statt. Das Ziel aller Beteiligten war dabei von Anfang an klar: „Die Gieselau-Schleuse darf auf gar keinen Fall geschlossen werden“, fasste es Karsten Jasper, Geschäftsführer der Eider-Treene-Sorge GmbH, zu Anfang in deutliche Worte. Die Schleuse bei Oldenbüttel im Kreis Rendsburg-Eckernförde befördert jährlich etwa 1.600 Sportboote sowie Berufsschiffe und die Ausflugsdampfer der Reederei Adler vom Nord- Ostsee-Kanal in die Eider und andersherum. Aufgrund der im Bundesvergleich geringen wirtschaftlichen Bedeutung möchte der Bund die Schleuse an einen regionalen Betreiber abgeben. Dafür bot der zuständige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Enak Ferlemann, eine Beteiligung an den fälligen Sanierungskosten von 50 Prozent durch den Bund an. Bei der letzten Bauwerksprüfung 2016 erhielt die 80 Jahre alte Schleuse die Note 3,9 – bei 4,0 müsste Sie außer Betrieb genommen werden. Diese letzte Konsequenz kündigte der Staatssekretär denn auch in seinem Schreiben an, falls kein neuer Betreiber gefunden werden sollte. In der Region führte dies zu großer Unruhe, sieht man doch den Bund klar in der Pflicht, das Bauwerk vollständig zu sanieren, weiterhin zu Betreiben und instand zu halten. Dithmarschens Leitender Kreisverwaltungsdirektor Christian Rüsen nannte das Angebot des Bundes „frech“. „Die Verantwortung des Bundes für seine Infrastruktur“, so Rüsen weiter, „kann nicht der nächsten oder übernächsten Ebene aufgelastet werden, wenn bereits der Bund sich nicht imstande sieht sie zu tragen.“ Auch Tönnings Bürgermeistern Dorothe Klömmer bezeichnete den drohenden Verlust der Schleuse als „fatal für die Wirtschaftskraft, aber auch für das Vereinsleben in der Region“ und pflichtete Rüsen bei: „Es kann nicht sein, dass die Einnahmen des Bundes stetig steigen und die Kommunen immer mehr Aufgaben erhalten. Finanziell könnten wir uns gar nicht beteiligen.“ Eine weitere Bedrohung sah Manfred Lindemann, Amtsvorsteher des Amtes Eider, in den weitreichenden Folgen, den eine Entwidmung der Gieselau-Schleuse nach sich ziehen könnte. So Sei damit zu rechnen, dass auch die Eider-Schleusen in Lexfähre und Nordfeld irgendwann folgen könnten. Lindemann forderte deshalb vom Bund ein „Gesamtkonzept für die Eider“, um Planungssicherheit zu erhalten. Bundestagsmitglied Mark Helfrich (CDU), der sich für das Thema beim Bund einsetzt und nach eigener Aussage will, „dass es gut wird“, stimmte dem zu und sah darin zugleich ein Argument für die Lösungsfindung: „Die drohende Schaffung eines Präzedenzfalles kann Bestandteil der Verhandlungen mit dem Bund sein“, so Helfrich. Für diese sieht der Abgeordnete gerade jetzt einen günstigen Zeitpunkt. „Bis zur nächsten Bauwerksprüfung sind es zwar noch drei bis vier Jahre. Es herrscht also kein unmittelbarer Zeitdruck“, so Helfrich.

Aufgrund der guten Haushaltssituation Bundes sehe er diesen jedoch in der Lage, das Angebot zu verbessern. Er könnte sich durchaus vorstellen, dass es für die Sanierungskosten noch einmal 50 Prozent oben drauf gebe, so Helfrich. Selbst wenn die Betriebsführung im Zuge einer Sanierung optimiert und damit wirtschaftlicher werde, etwa durch eine Fernsteuerung, bliebe aber die Frage zu klären: „Unter welchen Voraussetzungen kann die Schleuse übernommen werden?“ „Jeder will sie und keiner will sie haben“, fasste Helfrich die Situation um die Schleuse zusammen und warnte davor, den Prozess zu lange schleifen zu lassen. Angesichts des neuen Wassertourismus- konzeptes des Bundes, das Investitionen in Wasserstraßen an deren wirtschaftliche Bedeutung koppelt, sieht Helfrich eine Entwidmung als die zukunftsfähigste Lösung an. Eider und Gieselau- Schleuse ziehen vor diesem Hintergrund im Bundesvergleich den Kürzeren.

Als abschreckendes Beispiel für das weitere Vorgehen sieht er hier den Hafen Friedrichskoog, wo die Akteure protestiert hätten, aber nicht an den Verhandlungstisch zurückgekommen seien und nun mit der Schließung gerade die Situation eingetreten sei, die keiner gewollt habe. Um die gemeinsame Position stärker zu vertreten und die Gespräche mit Bund und Land zum Erhalt der Schleuse voranzubringen, wurde ein Gremium gewählt, das die Interessen der Eider-Anrainer vertreten soll. Diese „G10“ genannte Gruppe besteht aus der Eider-Treene-Sorge GmbH, vertreten durch Karsten Jasper und den Vorsitzenden Thomas Klömmer, Mark Helfrich (MdB), Andreas Hein (MdL), Christian Rüsen, Cora von der Heide (Kreis RD-ECK), Martin Schmedtje (Bgm. Breiholz), Manfred Lindemann (Amtsvorsteher Amt Eider), Stefan Ploog (Bgm. Kropp), Eggert Vogt (Bgm. Friedrichstadt) und Dorothe Klömmer (Bgm. Tönning).

Zunächst soll das Gutachten zum Zustand der Gieselau-Schleuse geprüft werden, um dann das Gespräch mit dem Bund und Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Buchholz aufzunehmen. Letzterer kündigte kürzlich an, zu dem Fall ein externes Rechtsgutachten in Auftrag zu geben. Ein solches Rechtsgutachten könnte bei den weiteren Verhandlungen mit dem Bund entscheidend helfen.

Text und Foto: Yannek Drees, Eider-Treene-Sorge GmbH

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G10 : Bündnis für die Gieselau-Schleuse

vom 24. August 2017
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Eider-Anrainergemeinden gründen eine Arbeitsgruppe für den Erhalt des Bauwerks.

Karsten Jasper nimmt kein Blatt vor den Mund. „Die Schließung der Gieselau-Schleuse wäre verheerend für die Region.“ Der Geschäftsführer der Eider-Treene-Sorge (ETS) GmbH hatte darum gestern Vertreter von Kommunen, Kreisen sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete zusammengetrommelt. Mehr als 60 Vertreter der Eider-Anrainergemeinden waren erschienen Das Ergebnis: Es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die den Erhalt der Schleuse vorantreiben will. „G10“ nennt sie sich. „Wir wollen die Kräfte bündeln und mit einer Stimme sprechen“, sagt Martin Schmedtje, Bürgermeister von Breiholz.

Seit mehr als zwei Jahren verunsichern Meldungen von der maroden Schleuse Touristen wie Einheimische. Seitdem bekannt wurde, dass sich der Bund der Zuständigkeit für Gieselau-Kanal und -Schleuse entledigen will, regt sich Widerstand. So haben die betroffenen Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde sowie das Amt Nordsee-Treene und die Städte Tönning und Friedrichstadt Resolutionen verabschiedet und eingereicht, in denen sie den Bund auffordern, die Funktionsfähigkeit der Schleuse weiterhin sicherzustellen. Für Thomas Klömmer, ETS-Vorsitzender und Bürgermeister von Erfde, ist klar: „Der Tourismusbranche ist schon jetzt Schaden entstanden. Die Zahlen sind bereits rückläufig“. Was in den Köpfen der Menschen hängen bliebe, seien die negativen Schlagzeilen. „Es gibt Ferienhausgebiete, die mit der Gieselau-Schleuse rechnen“, so Jasper. Das Treenehotel, die Hausboot-Station in Süderstapel, die Hohner Fähre – überall sei investiert worden.

Zudem würde Privatbooten und den Ausflugsschiffen der Adler-Reederei gleichermaßen der Weg in den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) abgeschnitten. Notwendig ist die Schleuse, weil NOK und Eider einen unterschiedlich hohen Wasserspiegel haben. Über den Gieselau-Kanal gelangen die Schiffe vom Nord-Ostsee-Kanal in die Eider, können auf ihr bis nach Tönning fahren und von dort in die Nordsee (oder umgekehrt). Auf dem Weg sind in Lexfähre und Nordfeld weitere Schleusen zu passieren. Zudem dienen die Schleusen der Regulierung bei Hochwasser.

Das Verkehrsministerium in Berlin bekennt sich zur Eider als Bundeswasserstraße, zum Gieselau-Kanal und dessen Schleuse jedoch nicht. Es besteht aber die Möglichkeit, dass Kreise oder Kommunen Schleuse und Kanal übernehmen. In dem Fall würde der Bund die Hälfte der Gesamtinvestitionssumme tragen. Den Rest sowie Planung, Genehmigung und Bau müsse der neue Eigentümer übernehmen, verlautete bereits vor einiger Zeit.

„Wir wollen die Schleuse, aber auch nicht die Katze im Sack“, betont Jasper. So wird die Arbeitsgemeinschaft zunächst das Gutachten über die Schleuse prüfen, das nach zwei Jahren endlich fertig ist. Dann werden Gespräche unter anderem mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz anvisiert. Das Land, das übrigens einer Entwidmung zustimmen muss, dürfe sich nicht aus der Verantwortung ziehen, ist er überzeugt. Wichtig sei aber auch, rechtlich zu klären, welche Verpflichtungen der Bund in punkto Wasserstraßen hat, betonte Mark Helfrich (CDU). „Wir stehen am Anfang der Verhandlungen“, sagt Martin Schmedtje, der wie Jasper der Meinung ist: Die Stilllegung der Schleuse „wäre eine Katastrophe für die Region“. Er ist optimistisch, dass sich eine Lösung finden lässt. Wie genau die aussehen wird, werde sich im Laufe der Zeit zeigen. Aber das der Bund im Falle eines Besitzerwechsels lediglich 50 Prozent der Kosten übernehme, ist für den Breiholzer Bürgermeister nicht hinnehmbar.

Das Bündnis:

G10 nennt sich die Arbeitsgruppe für den Erhalt der Gieselau-Schleuse. Geschäftsführung: Eider-Treene-Sorge GmbH (vertreten durch Karsten Jasper und Thomas Klömmer), Bundestagsabgeordneter Mark Helfrich, Landtagsabgeordneter Andreas Hein, Christian Rüsen (Leitender Verwaltungsdirektor Kreis Dithmarschen), Cora von der Heide (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Martin Schmedtje (Bürgermeister Breiholz), Manfred Lindemann (Amtsvorsteher Amt Eider), Stefan Ploog (Bürgermeister Kropp), Eggert Vogt (Bürgermeister Friedrichstadt), Dorothe Klömmer (Bürgermeisterin Tönning).

Bedeutung für die Region (2016):

 

> Zirka 1600 Schleusungen

> 22 Häfen mit zirka 820 Liegeplätzen und acht Hafenmeistern

> Angelvereine: 22 an der Mitteleider

> Gastlieger: 330 in Tönning, 328 in Friedrichstadt, 300 Lexfähre

> Tagesgäste Gastlieger: Tönning 1200, Friedrichstadt 750. 1200 Gäste = Kaufkraft von circa 120  000 Euro

> Dauerliegeplätze: 640 mit einer Jahresgebühr von insgesamt 131  200 Euro

> Tagesgäste „Adler Princess“: Mehr als 10  000 mit Ausstieg in Lexfähre, Süderstapel, Friedrichstadt oder Tönning

 

 

 

– Quelle: https://www.shz.de/17648861 ©2017

Neue Hoffnung für Gieselauschleuse

CDU-Bundestagsabgeordneter Mark Helfrich sieht Chance für langfristigen Erhalt – Voraussetzung: Grundsanierung und neuer Betreiber

 

 
Die Gieselauschleuse bietet eine schnelle Verbindung von der Nordsee (Eidersperrwerk) über den Nord-Ostsee-Kanal zur Ostsee.Rother

OLdenbüttel Für die meisten Politiker in Berlin ist die Gieselauschleuse ein relativ unwichtiges Wasserbauwerk. Für viele Menschen in der Region ist Eider eine Lebensader – und die Schleuse, die Eider und Nord-Ostsee-Kanal verbindet, eine Herzkammer. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat inzwischen klar gestellt, dass große Investitionen in das marode Bauwerk kein Thema seien. So einfach will der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich die Schleuse aber nicht aufgeben.

Herr Helfrich, wie steht es denn wirklich um die Gieselauschleuse?

Die Schleuse ist sanierungsbedürftig. Es wird eine größere Investition nötig sein, um den dortigen Betrieb langfristig aufrecht zu erhalten.

Nach einem Schreiben des Bundesverkehrsministeriums entsteht der Eindruck, das Ende der Schleuse ist besiegelt.

Die Situation, die ich skizziert habe, wird in diesem Schreiben noch einmal bestätigt. Das allerdings in einer sehr deutlichen Art und Weise. Das hat offensichtlich in der Region erst einmal alle aufgeschreckt.

Das heißt, dass mit der Ankündigung des drohenden Aus jetzt wieder Bewegung in die Sache kommt?

Ja, das ist häufig so. Das hatten wir bei der Diskussion um die 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel auch. Dort mussten erst die beiden großen Schleusenkammern gleichzeitig ausfallen, damit die Dringlichkeit erkannt wurde und Bewegung reinkam. Dann bewegen sich häufig Dinge und auch Menschen, die vorher in ihren Positionen relativ verhaftet gewesen sind.

Aber die Worte aus dem Bundesministerium waren doch recht deutlich.

Das Ministerium hat nicht angekündigt, dass eine Schließung unmittelbar bevorsteht.

Aber in naher Zukunft wird das Bauwerk technisch nicht mehr mit kleineren Maßnahmen zu erhalten sein. Dann ist nach Sicht des Verkehrsministeriums und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) der Punkt gekommen, wo man sich mit der Stilllegung beschäftigen muss. Und diesen Punkt will ich nicht, wollen viele Menschen in der Region gar nicht erst erreichen. Ich will kein zweites Friedrichskoog.

Sie meinen das Aus für den dortigen Landeshafen?

Ja, es ist eine ähnliche Ausgangslage. Es gibt eine übergeordnete Ebene, die sagt: „Diese Infrastruktur brauche ich nicht mehr, die ist viel zu teuer.“ Und eine andere Ebene sagt: „Für meine Region ist sie aber wichtig und wertvoll und bedeutet Lebensqualität und Wertschöpfung.“ Wenn man nicht aufeinander zugeht, kann es am Ende des Tages schlimm ausgehen.

Gibt es denn noch eine Chance?

Wir haben jetzt eine Phase, wo der Bund – das hat selbst die Kanzlerin kürzlich gesagt – Geld hat, das wir im Infrastrukturbereich gar nicht ausgegeben bekommen. Wir haben allerdings gleichzeitig die kritische Situation, dass wir in den Verwaltungen gar nicht die Kapazitäten haben, solche Projekte anzuschieben, zu planen und dann in die Ausschreibung zu bringen.

Was bedeutet das für die Gieselauschleuse?

Unterm Strich haben wir dennoch eine günstige Situation. Der Bund ist im Moment sicherlich willens und in der Lage, sich finanziell noch einmal sehr weitreichend zu engagieren. Voraussetzung ist, dass sich jemand bereit erklärt, die generalsanierte oder teilneugebaute Infrastruktur zu übernehmen.

Es heißt, dass sowohl die direkt betroffenen Kreise Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde als auch die Eider-Treene-Sorge GmbH (ETS) als mögliche Betreiber abgelehnt hätten.

Wenn die sanierte Schleuse auch von den Betriebskosten her optimiert ist, dann ist meines Erachtens nicht nachvollziehbar, warum zwei oder vielleicht sogar vier Kreise, die ein Interesse am Erhalt haben, nicht in der Lage sein sollten, ein solches Bauwerk zu betreiben. Und der Träger muss ja auch nicht unbedingt Kreis heißen.

Und da gibt es Bewegung?

Ja, die Chancen stehen gut, dass jetzt alle betroffenen Ämter und Vertreter der Kreise an einen Tisch kommen, um ernsthaft abzuklopfen, welche Optionen es gibt. Dafür müssen mögliche Betreiber auch mal klar benennen, unter welchen Voraussetzungen eine Übernahme für sie akzeptabel wäre. Dann können wir mit diesen Forderungen auch nach Berlin gehen.

Wie sieht die Lösung aus?

Ich glaube eine gute Lösung sieht so aus, dass das Bauwerk in einen 1a-Zustand gebracht wird und dass es betriebsoptimiert wird. Ich stelle mir vor, dass im Wesentlichen ohne Personal gearbeitet wird und die Abfertigung mittels Kameraüberwachung von der NOK-Verkehrslenkung in Brunsbüttel übernommen wird.

Dafür sehen Sie eine Chance?

Ich denke, dass wir – auch durch den Schockmoment, den das Schreiben aus dem Verkehrsministerium ausgelöst hat – an einem Punkt angekommen sind, an dem bestimmte Blockaden gelöst sind. Und wir jetzt endlich offene Gespräche führen können. Und ich möchte auch nicht, dass wir immer nur durch die Lande ziehen und den Menschen erklären, warum ihre Infrastruktur aus betriebswirtschaftlichen Gründen leider stillgelegt werden muss. Jahrzehntelang war das kein Problem. Und gerade jetzt, wo es unserem Land finanziell so gut geht, scheitert eine Lösung an der mangelnden Kompromissfähigkeit der verschiedenen staatlichen Ebenen. Das kann nicht sein.

Interview: Sönke Rother

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Kein Geld aus Berlin : Nur noch Gnadenfrist für marode Schleuse

vom 20. Juli 2017
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bei der Gieselauschleuse zwischen Nord-Ostsee-Kanal und Eider spricht das Verkehrsministerium erstmals von Außerbetriebnahme.

Die Tage der Gieselauschleuse zwischen Nord-Ostsee-Kanal und der Eider sind offenbar gezählt. In einer Antwort auf eine Resolution des Kreistages spricht das Bundesverkehrsministerium erstmals von der Außerbetriebnahme des maroden Bauwerks. In dem Brief wird zwar kein konkreter Termin genannt, das Ende ist jedoch absehbar. Denn aus Berlin fließen keine Investitionen mehr in den Erhalt der Schleuse. Für den Wassersport auf der Eider hätte eine Sperrung fatale Auswirkungen.

Bereits Ende März hatte sich der Kreistag mit einer Resolution an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt (wir berichteten). Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, die Funktionsfähigkeit der Eider, des Gieselaukanals und der Gieselauschleuse mit Blick auf deren touristische Bedeutung weiterhin sicherzustellen. Denn das Bauwerk in der Gemeinde Oldenbüttel stellt die einzige Verbindung der Flussregion Eider-Treene-Sorge mit dem Nord-Ostsee-Kanal dar. Segler, Motorboote und die Ausflugsschiffe der Adler-Reederei nutzen sie regelmäßig. Hintergrund des Appells an die Bundespolitik ist das Vorhaben des Verkehrsministeriums, den Schleusenbetrieb abzugeben, etwa an Träger aus der Region. Das wird von allen Seiten kritisiert – zu teuer. Kern des Vorwurfs an das Ministerium ist, dass es das über 80 Jahre alte Bauwerk erst durch mangelnde Investitionen habe verkommen lassen und es nun loswerden wolle. Tatsächlich sind bei einer Inspektion vor zwei Jahren schwere Schäden festgestellt worden. Spundwände und Schleusentore rosten, zudem sind die Mauer-Enden (Häupter), die die Tore einfassen, rissig. Die Schleuse wurde für mehrere Monate gesperrt. Zuletzt war die Rede davon, dass Reparaturen für rund zwei Millionen Euro nötig seien.

In der Antwort auf die Resolution schreibt nun der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, dass „wir zu gegebener Zeit alle erforderlichen Schritte für die Außerbetriebnahme der Schleuse durchführen“, wenn sich ihr Bauzustand weiter verschlechtere und sie niemand übernehmen wolle. Bislang hatte das Ministerium nicht von einer Stilllegung gesprochen, sondern lediglich angeboten, die Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen, sollte sich beispielsweise der Kreis Dithmarschen oder ein andere Dritter bereit erklären, Verantwortung für das Bauwerk zu übernehmen. „Dass nun von Außerbetriebnahme geredet wird, ändert nichts an der Tatsache, dass die Schleuse nicht zu finanzieren ist“, sagte der Vorsitzende des Regionalentwicklungsausschusses, Tim Albrecht (CDU). Der Bürgermeister der Eider-Gemeinde Breiholz, Martin Schmedtje, kündigte an, die Bundestagsabgeordneten der Region aufzufordern, sich des Themas anzunehmen.

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Wann sich die Tore in Oldenbüttel zum letzten Mal öffnen, ist völlig offen. Thomas Fischer, Sprecher des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Brunsbüttel, sagte auf Nachfrage der Landeszeitung: „Es ist nichts geplant. Solange wir sie am Leben erhalten können, machen wir das auch.“ Fischer glaube nicht, dass sie in naher Zukunft geschlossen werden muss. „Wenn nichts Außergewöhnliches dazwischenkommt, gehen wir davon aus, dass wir die Schleuse noch einige Jahre betreiben können“, so der Sprecher. Er räumte aber auch ein, dass das WSA die Schleuse nur instand halten darf. Größere Investitionen seien nicht erlaubt. Was das bedeutet, werde im Einzelfall geprüft. Die zuletzt festgestellte Summe von zwei Millionen Euro werde aber sicher nicht mehr hineingesteckt. Die nächste große Inspektion ist in vier Jahren fällig.

Thomas Fischer kündigte an, dass zwischen November und März keine Durchfahrten für Schiffe möglich sind. „Wie in den vergangenen beiden Jahren werden wir die Gieselauschleuse im Winter dichtmachen, um das alte Schätzchen zu pflegen.“ Geplant sind ihm zufolge kleinere Reparaturen, etwa Schweißarbeiten.

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Bundeswasserstrassen : Bund bekennt sich zu Schlei und Eider

vom 14. März 2017
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Verkehrsministerium will weiterhin für den Unterhalt der Schlei aufkommen und am Status als Bundeswasserstraße nichts ändern.

Gute Nachricht für den Tourismus im Norden: Am Status quo von Eider und Schlei wird offenbar nicht gerüttelt. Das geht aus der Antwort auf eine entsprechende Resolution des Kreistags zum Wassertourismuskonzept des Bundesverkehrsministeriums aus dem Dezember hervor. Der im Bundesverkehrsministerium zuständige Staatssekretärs Enak Ferlemann schreibt, dass für Eider und Schlei der Bund zuständig bleibe und wie bisher die Unterhaltung der Gewässer übernehme.

Die SPD-Fraktion hatte die Resolution in den Kreistag eingebracht, weil aus ihrer Sicht in dem Wassertourismuskonzept des Bundesverkehrsministeriums kein klares Bekenntnis zu Schlei und Eider erkennbar war. Auch die übrigen Fraktionen waren sich einig, dass es keine formale Abstufung der Gewässer und damit die Aufgabe der laufenden Unterhaltung durch den Bund geben dürfe.

Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. Denn beide Gewässer spielten eine wesentliche Rolle für den Tourismus in der Region. Sie seien starke Magnete für Freizeitkapitäne und Erholungssuchende und damit ein erheblicher Wirtschaftsfaktor im Kreis Schleswig-Flensburg, hieß es von der Politik unisono.

In der Resolution forderte der Kreistag das Bundesministerium auf, „aus wirtschaftlichen sowie kulturhistorischen Gründen und wegen seiner Verantwortung für Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs“ den Erhalt und die Funktionsfähigkeit der beiden Bundeswasserstraßen „mindestens im derzeitigen Umfang nachhaltig zu gewährleisten“.

Der Bundesverkehrsminister hatte im Mai 2016 sein Konzept für den Wassertourismus in Deutschland vorgelegt, in dem Schlei und Eider als Freizeit- oder naturnahe Wasserstraßen bezeichnet werden. Was unverdächtig klingt, hätte nach Einschätzung der Kreispolitiker bedeuten können, dass sich der Bund aus der Finanzierung von Unterhaltung und Schiffbarmachung der für die Region wichtigen Gewässer zurückzieht – mit negativen Folgen für den Tourismus.

Das Konzept aus dem Hause von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt zielt darauf ab, 2800 von insgesamt 7500 Kilometern Bundeswasserstraßen mitsamt 120 Wehranlagen und 140 Schleusen in so genannte Freizeit- und naturnahe Wasserstraßen, die nicht oder nur für „muskelgetriebenen“ Wassersport genutzt werden können, umzuwidmen und unter eine eigene Verwaltung mit eigenem Etat zu stellen. Der Bund würde sich dann vornehmlich auf für Güterverkehr und die Berufsschifffahrt wichtige Wasserwege konzentrieren. Die übrigen Gewässer würden je nach ihrer Bedeutung für Freizeit und Tourismus in fünf Kategorien klassifiziert und möglicherweise in die Obhut von Ländern und Kommunen gegeben, zum Teil auch der Renaturierung überlassen. Die Bedeutung von Schlei und Eider für Wassersport und Tourismus wird in dem Konzept nur noch als „mittel“ beziehungsweise „gering“ eingestuft.

 

Ferlemann hebt in seinem Schreiben an den Kreis hervor, dass im Wassertourismuskonzept „auf stark generalisiertem Niveau“ dargestellt werde, wo Schwerpunkte der Freizeitnutzung auf Nebenwasserstraßen lägen. Konkrete Schlussfolgerungen für die zukünftige infrastrukturelle Entwicklung einzelner Wasserstraßen könnten erst aus den zu erarbeitenden Entwicklungskonzepten gezogen werden. Diese würden bei Bedarf unter Einbeziehung aller Akteure vor Ort erarbeitet werden. Für Schlei und Eider gelte: Die Unterhaltung werde weiter vom Bund durchgeführt. Auch eine Änderung des rechtlichen Rahmens sei nicht vorgesehen.

SPD-Kreistagsfraktionschef Ingo Degner weist in einer Mitteilung, in der die Partei auf das Antwort-Schreiben Ferlemanns aufmerksam macht, darauf hin, dass es richtig gewesen sei, auf das Wassertourismuskonzept mit einer klaren Botschaft zu reagieren. „Unklarheiten in Hinblick auf die Zukunft des Tourismus können wir nicht brauchen.“

Nicht ganz so eindeutig wie zu Schlei und Eider äußert sich Ferlemann zur Gieselauschleuse (Dithmarschen) zwischen dem Nord-Ostsee-Kanal und der Eider, für die sich die Kreistags-Politiker ebenfalls stark gemacht hatten. Deren Nutzung sei rückläufig (2006: 2000 Bootspassagen, 2015: 1600 Durchfahrten) und im Vergleich etwa mit Schleusen in Brandenburg mit über 40  000 Bootspassagen pro Jahr sehr gering. „Sollten Instandsetzungsmaßnahmen in großem Umfang erforderlich werden, deren volkswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit nicht nachgewiesen werden kann, ist dem Bund eine Aufrechterhaltung des Schleusenbetriebs nicht mehr möglich.“ Es besteht dann die Möglichkeit, dass die Schleuse Gieselau, möglichst zusammen mit dem Gieselaukanal, an Dritte abgegeben werde.

Husumer Nachrichten

24. November 2016 | 09:28 Uhr

Sorge um die Eider : Binnenseen statt Bundeswasserstraße?

vom 17. November 2016
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Eider und der Gieselau-Kanal sollen womöglich ihren Status als Bundeswasserstraße verlieren. Die SPD startet eine Initiative gegen derlei Pläne aus Berlin.

Auch wenn es nur um Wasser geht – die Angelegenheit birgt Zündstoff. Der Bundesverkehrsminister hat ein Konzept für den Wassertourismus in Deutschland vorgelegt, das auch für Nordfriesland weit reichende Konsequenzen haben könnte. Es zielt darauf ab, 2800 von insgesamt 7500 Kilometern Bundeswasserstraßen mit 120 Wehranlagen und 140 Schleusen in Freizeit- und naturnahe Wasserstraßen umzuwidmen. Davon betroffen wären auch die Eider und der Gieselau-Kanal, der die Verbindung von Nord- zur Ostsee sicherstellt. Denn deren Bedeutung für Wassersport und Tourismus wird nur noch als „mittel“ bzw. „gering“ eingestuft. Werden die Wasserstraßen am Ende „entwidmet“, so der Fachjargon, wäre der Bund in finanzieller Hinsicht nicht mehr für deren Unterhaltung und Schiffbarkeit zuständig.

Derlei Überlegungen rufen Nordfrieslands Sozialdemokraten auf den Plan. Sie bringen in die morgige Sitzung des Kreistages einen Resolutions-Antrag ein. Damit soll der Bundesverkehrsminister aufgefordert werden, „den Erhalt und die Funktionsfähigkeit der Bundeswasserstraßen Eider und Gieselau-Kanal – mindestens im derzeitigen Umfang – nachhaltig zu gewährleisten“. Weil Letzterer wegen baulicher Mängel gesperrt war, hatte sich der Kreistag im Frühjahr bereits einmal mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution zu diesem Thema an Alexander Dobrinth gewandt.

Sollte das neue Konzept umgesetzt werden, dann stünden für den Erhalt der Schiffbarkeit von Eider und Gieselau-Kanal keine Bundesmittel mehr zur Verfügung. Und das könne angesichts der kurzfristigen Umsetzungsphase bis 2019 sehr schnell gehen, schwant der SPD-Kreistagsfraktion. Denn der Schleusenbetrieb soll nur noch an stark und sehr stark genutzten Freizeitwasserstraßen aufrechterhalten werden. „Damit wird die Eider zwischen den Schleusen zu einer Aneinanderreihung von Binnenseen“, empört sich Vorsitzender Thomas Nissen. „Grotesk mutet es an, dass im Konzept des Verkehrsministeriums der Eider im Stadtgebiet von Rendsburg eine höhere Bedeutung zugeordnet wird als dem drei Kilometer langen Gieselau-Kanal. Dabei ist es dieser, der eine alternative Schifffahrts-Verbindung schafft zwischen Nord- und Ostsee“, so der verkehrs-und wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Hans Jacobsen. Würde der Schleusenbetrieb eingestellt, entziehe dies dem auch von der Landesregierung als wirtschaftlich bedeutsam angesehenen Wassertourismus in der Eider-Treene-Sorge-Region die Grundlage. „Eine kulturhistorisch bedeutsame schiffbare Schleswig-Holstein-Querung wird aufgegeben und die Sportschifffahrt gezwungen, künftig ausschließlich die stark frequentierte Unterelbe und die Schleuse Brunsbüttel zu benutzen“, erläutert Jacobsen.

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Brunsbüttel Peilschiff „Orka“ seit zehn Jahren im Dienst Copyright LN

Das Peilschiff „Orka“ feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Betriebsjubiläum. Der 18 Meter lange Ortungs-Katamaran kontrolliert die Wassertiefe im Nord-Ostsee-Kanal.

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Brunsbüttel. Das Peilschiff „Orka“ feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Betriebsjubiläum. Der 18 Meter lange Ortungs-Katamaran kontrolliert die Wassertiefe im Nord-Ostsee-Kanal. Für die Messungen hat er an beiden Seiten klappbare Ausleger, an denen insgesamt 20 Echolote installiert sind. Dazu kommt ein weiteres Echolot vorne am Bug. Neben Tiefenmessungen können unter anderem auch Wasserschallgeschwindigkeit, Wassertemperatur sowie eigene Schiffsbewegungen gemessen werden, wie der Sprecher des Wasser- und Schifffahrtamtes Brunsbüttel, Thomas Fischer, sagte. Die Messungen können bei Geschwindigkeiten von bis zu zwölf Stundenkilometer stattfinden.

Bernhard Schwiete 17.08.2016 20:03 Uhr
Red. Fürstenwalde, fuerstenwalde-red@moz.de

 

 

Schleusen als Thema für den Bundestag

Wendisch Rietz (MOZ) Die Touristiker an Seen und Flüssen in der Region geben ihren Kampf gegen die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes nicht auf. Nun soll der Gesetzgeber eingeschaltet werden. Am Mittwoch wurde eine Petition an den Bundestag gestartet, um unter anderem die Betriebszeiten der Schleusen wieder zu verlängern………………………………………………………………………………………………………….

Nummer 108/2016 vom 01. Juli 2016Seite 1 von 1

 

TEL +49 (0)30 18-300-7200

FAX +49 (0)30 18-300-1958

 

NOK News: Gieselauschleuse außer Betrieb

 

Aufgrund eines technischen Defekts steht die Gieselauschleuse voraussichtlich bis Mittwoch, den 17.08.2016 der Schifffahrt nicht zur Verfügung

NOK News: Gieselauschleuse außer Betrieb

Aufgrund eines technischen Defekts steht die Gieselauschleuse voraussichtlich bis Dienstag, den 09.08.2016 der Schifffahrt nicht zur Verfügung.

Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter
Brunsbüttel und Kiel
Alte Zentrale 4
25541 Brunsbüttel

Schleuseninsel 2
24159 Kiel-Holtenau

www.wsa-brunsbuettel.wsv.de/
www.wsa-kiel.wsv.de/

05.08.2016


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Pressesprecher: 

 

Ferlemann: Wohlstand und Wachstum in den Regionen sichern 

BMVI  legt  Wassertourismuskonzept  vor

 

Mit  Meerzugang  an  Nordsee  und  Ostsee,  hunderten  Flüssen,  Kanälen,  Bä-
chen  und  Seen  ist  Deutschland  Anziehungspunkt  für  Touristen  und  Wasser-
sportler  weltweit.  Um  die  Zukunft  von  Wassertourismus,  Freizeitschifffahrt

und  Wassersport  langfristig  zu  sichern,  hat  das  Bundesministerium  für  Ver-
kehr  und  digitale  Infrastruktur  (BMVI)  ein  Wassertourismuskonzept  entwi-
ckelt.  Mit  dem  Konzept  bekennt  sich  der  Bund  zu  seiner  Verantwortung  als

Eigentümer  der  Haupt-  und  Nebenwasserstraßen.

 

Vera Moosmayer
Ingo Strater

Julie Heinl
Martin Susteck
Svenja Friedrich
Jan Garvert

 

presse@bmvi.bund.de 

 

B 
www.bmvi.de 

 

Enak  Ferlemann,   Parlamentarischer   Staatssekretär   beim   Bundesminister

für  Verkehr  und  digitale  Infrastruktur:  „Wassertourismus  macht  nicht  nur
Spaß,  sondern  ist  auch  ein  erheblicher  Wirtschaftsfaktor.  Mit  unserem  Was-

sertourismuskonzept  schaffen  wir  die  Grundlage  für  Investitionen  des  Bun-
des   in   die   Freizeitwasserstraßen   und   Naturgewässer.   Damit   sichern   wir

Wohlstand,  Wachstum  und  Arbeit  in  unseren  Regionen.“

www.flickr.de/bmvi_de 

www.twitter.com/bmvi 

www.youtube.com/bmvi 

 

 

Zentrale  Elemente  des  Wassertourismuskonzeptes  sind:

 

:  Der  Infrastrukturstandard  der  Revie-
re  wird  stärker  auf  die  jeweiligen  Nutzungsarten  ausgerichtet.  Dafür  sol-

len  Entwicklungskonzepte  erarbeitet  werden,  um  verkehrliche  Aspekte,
Freizeitnutzungen  und  Anforderungen  von  Wasserwirtschaft  und  Natur-

schutz  zusammenzuführen  und  Länderinteressen  zu  berücksichtigen.  Die
Akteure  vor  Ort  werden  an  der  Erarbeitung  beteiligt.

 

:  Für  die  Freizeitwasserstraßen
und  Naturgewässer  wird  ein  eigener  Haushalt  geschaffen.  Damit  wird  das

Konkurrenzverhältnis  zu  den  Hauptwasserstraßen  auch  finanziell  aufge-
löst  und  neben  dem  Güterverkehr  der  touristische  Nutzen  als  Kriterium

für   Investitionen   eingeführt.   Die   haushälterische   und   organisatorische
Umsetzung  erfolgt  im  Zuge  der  Reform  der  Wasserstraßen-  und  Schiff-

fahrtsverwaltung  (WSV).

 

:   Die   Zuständigkeiten   für   Freizeitschifffahrt,
Wassersport  und  Wassertourismus  sind  zwischen  Bund  und  Ländern  auf-

geteilt.  Um  die  Zusammenarbeit  zu  verbessern,  sollen  alternative  Hand-
lungskonzepte  etabliert  werden.  Erste  Gespräche  zu  Pilotregionen  sollen

mit  Brandenburg  und  Mecklenburg-Vorpommern  starten.

 

Das  Wassertourismuskonzept  können  Sie  unter  nachfolgendem  Link  abru-
fen:  www.bmvi.de/wassertourismuskonzept  

 

http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/jetzt-muessen-nur-noch-boote-kommen-id13930367.html

Oldenbüttel
: Jetzt müssen nur noch Boote kommen

vom 9. Juni 2016

Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gieselauschleuse seit vergangenem Freitag wieder in Betrieb, aber unter Schiffseignern hat sich das noch nicht herumgesprochen.

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Freuen sich auf die neue Saison an der Gieselauschleuse: Michael (links) und Wolfgang Jens stehen auf diesem Bild auf dem Kanalhaupt der Schleuse. Im Hintergrund ist das Eiderhaupt zu sehen.
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Freuen sich auf die neue Saison an der Gieselauschleuse: Michael (links) und Wolfgang Jens stehen auf diesem Bild auf dem Kanalhaupt der Schleuse. Im Hintergrund ist das Eiderhaupt zu sehen.
Foto: Schaupp (2)

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Die Bildschirme im Blick: Wolfgang Jens an seinem Arbeitsplatz.

Noch liegt sie oft still da, die Gieselauschleuse in Oldenbüttel. Und das, obwohl sie seit vergangenem Freitag wieder in Betrieb ist. „Viele haben noch nicht mitbekommen, dass sie wieder genutzt werden kann“, erzählt Wolfgang Jens, einer von zwei Schleusenaufsehern. Seit Anfang November war das Bauwerk, das Nord-Ostsee-Kanal und Eider miteinander verbindet, geschlossen. Schon bei einer Bauwerksinspektion im Jahr 2008 waren einige Schäden festgestellt worden, die nun beseitigt wurden. Dabei handelte es sich unter anderem um Korrosionsschäden im Wechselwasserbereich an den Spund
.

 

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Nürnberg Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) bis 1992 Steuermann 1.Offizier und Kapitän 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne 2012 Fähren NOK bis 2017 jetzt Öffentlichkeitsarbeit und VdsM