Die maritime Wirtschaft als Chance für Deutschland und Europa Maritime Konferenz in Hamburg

  mariLOG
  http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/kruse-innovation-und-forschung-machen-deutschland-zum-vorreiter-der-maritimen-energiewende-5490405 Copyright Finanzen Berlin (ots) - Maritime Wirtschaft braucht verlässliche Politik mit ambitionierten Zielen Am heutigen Montag findet in Hamburg die maritime Konferenz der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag statt. Hierzu erklärt der Beauftragte für maritime Wirtschaft der Unionsfraktion Rüdiger Kruse:
 
 "Die Innovationen im maritimen Bereich bieten in den nächsten Jahren große wirtschaftliche Chancen. Das gilt besonders für den Klimawandel. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen die maritime Energiewende aktiv gestalten, damit sie ihren Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten kann.
Die CDU/CSU- Fraktion hat in dieser Legislaturperiode erhebliche Anstrengungen unternommen, Innovation und Forschung in diesem Bereich voranzubringen. Dazu gehört insbesondere die Förderung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Zukunftstechnologien im Bereich Schifffahrt, Schiffbau und Häfen. Deutschland gehört nicht zu den Hauptverantwortlichen für die Verschmutzung der Weltmeere, es ist jedoch Vorreiter bei der technischen Innovation. Die maritime Industrie Deutschlands kann für den Umweltschutz auf den Weltmeeren eine wesentliche Rolle übernehmen. Viele Akteure dürften auch ohne zusätzliche staatliche Regulierung großes Interesse an der Reduzierung der Schadstoffbelastung durch die Seeschifffahrt haben, denn eine bessere Umweltbilanz erhöht die Vermarktungsfähigkeit sauberer Lösungen. Greentech - "Made in Germany" - bedeutet Umweltschutz auf hohem Niveau und Wettbewerbsvorteile auf dem globalen Markt."  

Merkel fordert von deutschen Reedern Umflaggung

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte für die Schifffahrtsindustrie salbungsvolle Worte mit zur Nationalen Maritimen Konferenz gebracht. Gleichzeitig äußerte sie jedoch die Hoffnung, das mehr Schiffe deutscher Reeder unter deutscher Flagge fahren.
An des Pudels Kern vorbei geködert

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Martin Gerster will Maritime Konferenz an Bodensee holen

Der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (SPD) hat in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel angeregt, die Nationale Maritime Konferenz 2021 in Friedrichshafen zu veranstalten.

Der Biberacher Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (SPD) will die Nationale Maritime Konferenz 2021 nach Friedrichshafen holen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist Veranstalter der Konferenz. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Schiffbau, Seeschifffahrt, Meerestechnik oder Klima- und Umweltschutz. Anfang April fand die 10. Auflage in Hamburg statt. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Staatssekretär Uwe Beckmeyer, spricht sich Gerster dafür aus, die übernächste Maritime Konferenz – im Jahr 2021 – am Bodensee auszurichten. „Sogar in der im Januar beschlossenen Maritimen Agenda der Bundes­regierung wird betont, dass sich die Branche nicht nur auf die Küstenstandorte von Nord- und Ostsee beschränkt. 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung beim Bau eines Schiffes entfallen auf die Zulieferbetriebe. Davon sind besonders viele in Baden-Württem­berg angesiedelt“, wird der SPD-Bundestagsabgeordnete in einem Pressetext zitiert. Allein in der Bodenseeregion hingen circa 6000 Arbeitsplätze bei meist klein- und mittelständischen Unternehmen mit dem Schiffbau zusammen. Die Betriebe seien Vorreiter einer grünen High-Tech-Strategie. „Diese Strategie ist nicht nur ein deutscher Exportschlager, sondern eignet sich auch hervorragend als Themenschwerpunkt der Konferenz“, sagt Gerster. Er ist davon überzeugt, dass sich Friedrichshafen als Messestandort sowohl organisatorisch als auch thematisch hervorragend eignet. In diesem Jahr lautete das übergeordnete Thema „Maritim: exzellent vernetzt – Chancen der Digitalisierung für die maritime Wirtschaft“. Unterstützt wird das Vorhaben Gersters von Leon Hahn, SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis Bodensee: "Die Maritime Konferenz nach Friedrichshafen zu holen, wäre mehr als begründet und die richtige Wahl", teilt Hahn als Reaktion auf den Vorstoß seines Parteikollegen mit. Eine Zusage "entspräche einer angemessenen Wertschätzung des Bundeskanzleramts für die Stadt und den Standort Friedrichshafen", findet der Bundestagskandidat.

An des Pudels Kern vorbei geködert

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HANSAInsight 07 | 2017 Um es vorwegzunehmen: Politiker haben es nicht immer leicht. Sie sollen fördern und unterstützen, gleichzeitig aber die Wirtschaft nicht zu sehr lenken. Das ist erst einmal richtig. Lippenbekenntnisse und Pseudo-Lösungen, wie man sie auf der gestrigen Nationalen Maritimen Konferenz – wieder einmal – zu hören bekam, helfen aber auch nicht weiter. Uwe Beckmeyer, als Maritimer Koordinator der Bundesregierung auf Abschiedstournee, sprach salbungsvolle Worte, jedoch leider auch am Thema vorbei. Stolz präsentierten die Abgesandten der Politik ihre gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung und verwiesen auf die kürzlich aufgelegte »Maritime Agenda 2025«. Doch jene trägt bereits in ihrem Namen das Problem: Die maritime Branche will und kann derzeit nicht wirklich acht Jahre im Voraus denken. Reedereien und Werften kämpfen schon jahrelang gegen eine schier endlose Krise, ihre finanziellen Polster sind weitestgehend aufgebraucht. Gleiches gilt mittlerweile auch für die Zulieferer.

Grafik der Woche:

In der bis heute anhaltenden Schifffahrtskrise ist die deutsche Handelsflotte von ihrem Rekordstand von 3.784 Schiffen im Jahr 2011 auf zuletzt 2.660 Schiffe zum Ende vergangenen Jahres geschrumpft. Das ist ein Rückgang um knapp 30% innerhalb von nur fünf Jahren. Angesichts der vielen Verkäufe weiterer Schiffe ist damit zu rechnen, dass der Bestand in diesem Jahr weiter abnehmen wird. (Daten: BSH, HANSA | Foto: HHM)
Die ganze Digitalisierung gilt Vielen als ein Zauberwort, und ja, dahinter steckt ein gehöriges Potential – aber eben erst in einiger Zeit, wenn die Wogen der Krise abgeebbt sind. Die entscheidende Frage rankt sich nicht um die technische Machbarkeit von Innovationen, schon gar nicht in Deutschland. Es geht vielmehr um die Rahmenbedingungen, die diese Innovationen erst ermöglichen und fördern. Was Beckmeyer richtigerweise betont, ist der Bedarf an international harmonisierten, modernen Standards. Das hilft der innovationsfreudigen deutschen Industrie. Nationale Subventionspolitik ist dagegen kontraproduktiv. Gerade auf internationalem Parkett müsste ein Hochtechnologieland wie Deutschland für verbindliche Regeln sorgen, die nicht nur die Umwelt schonen und die Sicherheit erhöhen, sondern auch der hiesigen Industrie helfen würde. Man hört jedoch nicht viel von deutschen Interessen, die auf internationaler Bühne durchgesetzt worden wären. Dabei rühmt sich die deutsche Politik doch immer, als Export- und Wirtschaftsmacht eine starke Stimme zu haben, auch in der Schifffahrt. Doch wo bleiben die Ergebnisse? Andere Länder scheinen lauter zu rufen. Auch national ist das politische Engagement für die Schifffahrt eher bescheiden. Es gibt die Tonnagesteuer, ja. Auch wurden erst jüngst weitere Erleichterungen, etwa beim Lohnsteuereinbehalt, geschaffen. Im Vergleich zu anderen Nationen ist das Alles jedoch ziemlich wenig und hat in Summe den Niedergang der deutschen Handelsflotte ebenso wenig bremsen können wie die zunehmenden Verwerfungen im Schiffbau und in der Zulieferindustrie. Nun von den Reedern mehr Schiffe unter deutscher Flagge einzufordern, wie gestern von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Hamburg zu hören, ist zu kurz gesprungen. Also dann doch eine direkte Förderung der Reeder durch Subventionen? Nein, das ist keine Alternative. Politische Durchsetzungskraft, Bedacht und Effizienz sind gefragt. Mit der gestern ausgerufenen Digitalisierung der maritimen Industrie allein wird es nicht gelingen, die Stärke der maritimen Wirtschaft in Deutschland zu wahren. Dies wäre allenfalls ein Baustein unter vielen. Intelligente Standortpolitik – national wie international – wird gebraucht. Ein Thema, das weit über den beginnenden Bundestagswahlkampf hinausreicht. Wohlklingende Worte, um Wähler zu ködern, braucht dagegen niemand…

Es fallen Arbeitsplätze weg" Copyright Xing

Heinz Brandt, Vorsitzender Sozialpolitischer Ausschuss im ZDS. (Foto: Lux)

03. April 2017 | von Sebastian Reimann

Als Tarifpartner sitzen sich Torben Seebold für die Gewerkschaftsseite und Heinz Brandt für die Arbeitgeber häufig

am Verhandlungstisch gegenüber. Im Gespräch mit der DVZ zeigt sich indes, dass sie beim Thema Digitalisierung

überraschend häufig einer Meinung sind.

D
zitatIch gehöre nicht zu denen, die davon ausgehen, dass im Saldo viele neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze durch die Digitalisierung entstehen.
Heinz Brandt, Vorsitzender Sozialpolitischer Ausschuss im ZDS
zitatWir müssen über Arbeitszeitreduzierung gegen vollen Lohnausgleich reden. Dieser muss aus Automatisierungsrenditen bezahlt werden.
Torben Seebold, Bundesfachgruppenleiter bei Verdi
Buchtipp

Mehr als nur Routinejobs

Der Autor sieht die Digitalisierung kritisch. Es zeichne sich ab, dass Maschinen künftig geistige Tätigkeiten übernehmen, die bisher dem Menschen vorbehalten seien.?„Das gespaltene Land", Knaur, 2017, 236 Seiten, 12,99?EUR (auch als E-Book), ISBN 978-3-426-78895-0 Eine ausführliche Buchbesprechung finden Sie hier.

VZ: Die Digitalisierung ist das zentrale Thema bei der diesjährigen Nationalen Maritimen Konferenz. In einem der

Vorbereitungsberichte aus dem Bundeswirtschaftsministerium zu der Veranstaltung ist zu lesen, dass die digitale

Transformation tiefgreifende Chancen eröffne. Stimmen Sie dem zu?

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Torben Seebold: Das hört sich gut an und bietet zunächst einmal die Chance, bei diesem wichtigen Thema an der Oberfläche zu bleiben. Die zentrale Frage lautet aus meiner Sicht aber, welche konkreten Auswirkungen die Digitalisierung auf die Beschäftigung in den Häfen und damit auf die Steuereinnahmen hat. Das wird von der Politik bisher leider nicht ernsthaft aufgegriffen. Es ist ein schönes Leitbild, aber die Realitäten dahinter werden ausgeblendet.

Herr Brandt, wird das Thema aus Ihrer Sicht von der Politik zu eindimensional betrachtet?

Heinz Brandt: Man muss schon festhalten, dass es nicht ausreichend sein kann, politische Willenserklärungen abzugeben und ausschließlich die Chancen zu betonen. Denn die Entwicklung wird es geben, ob wir es wollen oder nicht. Dann stellt sich aber die Frage, für wen konkret sich Chancen ergeben. Vielleicht für den Konsumenten, da die Produktion mit der Digitalisierung billiger wird. Für uns in der Hafenwirtschaft ist das eine große Herausforderung. Es werden mehr Daten miteinander vernetzt, was wiederum unter dem Kostenaspekt zu weniger Schnittstellen führen sollte. Damit stehen letztlich Arbeitsplätze infrage. Diese Entwicklung­ wird auch getrieben durch unsere Kunden, insbesondere die großen Reedereien­. Seebold: Stimmt, man muss sich nur einmal ansehen, wie stark die großen Linienreedereien bereits in den Umschlagsektor vorgedrungen sind und eigene Terminals betreiben. Die wollen einen größeren Durchgriff auf die Lieferkette haben. Brandt: Wir merken das beispielsweise auch in den Verhandlungen mit den Reedern. Dabei kommt es nicht mehr so darauf an, ob man sich jahrelang kennt und sich vertraut. Da sitzt zunehmend eine neue, in gewisser Weise digitalisierte Generation von Einkäufern aufseiten der Reeder am Tisch, die ihre Entscheidungen sehr stark an den ihnen vorliegenden Daten über die Produktivität einzelner Terminals und ähnlichen Werten ausrichten. Wir als unabhängige Hafenunternehmen fragen uns dann natürlich, wie wir zukünftig wirklich noch an der Wert- schöpfung in der Lieferkette teilhaben können oder ob wir zu bloßen Betriebsstätten verkommen, bei denen die Asset-Risiken gebündelt sind. Da werden sich auf Sicht manche Unternehmen Gedanken machen müssen. Das gilt beispielsweise nicht nur für die Terminalbetreiber, sondern auch für die Spediteure.

Müssen sich auch die Beschäftigten in den Häfen Gedanken machen, ob sie vor dem Hintergrund einer

zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung künftig noch gebraucht werden?

Brandt: Wenn man Geschäftsmodelle infrage stellt, muss man auch sagen, dass an den entsprechenden Stellen wohl Arbeitsplätze wegfallen werden. Und entstehen dann an anderer Stelle ausreichend adäquate Arbeitsplätze? Ich gehöre nicht zu denen, die euphorisch davon ausgehen, dass im Saldo viele neue, hoch- qualifizierte Arbeitsplätze durch die Digitalisierung entstehen.

Warum nicht?

Brandt: Man muss sich einfach einmal ganz realistisch die heutigen Beschäftigungsprofile im Hafen ansehen. Da gibt es viele gewerbliche Mitarbeitende, was auch gut ist. Nur aus den meisten von ihnen wird man durch noch so viel Weiterqualifikation eben keine Akademiker machen. Für diese Gruppe wird die Digitalisierung der Hafenwirtschaft keine positiven Beschäftigungseffekte bringen.

Herr Seebold, stimmen Sie der These zu, dass es Grenzen gibt, die Beschäftigten in der Hafenwirtschaft bei

der Digitalisierung mitzunehmen und fit zu machen für neue Aufgaben?

Seebold: Da muss man sich nur einmal die Entwicklung in Rotterdam mit den automatisierten Terminals ansehen. Dort zeigt sich eben, dass sich nicht jeder gewerblich Beschäftigte zum IT-Experten weiterqualifizieren lässt und man schlussendlich auch nicht so viele benötigt. Dann wird wiederum häufig das Argument angeführt, es würden weitere Arbeitsplätze in der Wartung der Maschinen und Computer entstehen. Das wird aber auch gerne direkt vom Hersteller gemacht.

Ist es eigentlich schon entschieden, dass ein automatisiertes Terminal tatsächlich so viel produktiver ist als ein

herkömmliches?

Brandt: Letztendlich geht es bei der Diskussion nicht in erster Linie um die Produktivität, sondern um die Produktions- beziehungsweise Stückkosten. Und dabei geht es dann vor allem um die recht hohen Löhne in einigen Bereichen der Hafenwirtschaft. Das ist vielen von unseren Kunden ein Dorn im Auge, sie konnten bisher aber nicht viel dagegen tun. Mit der Digitalisierung kann es möglich werden, die Löhne im Hafensektor nach unten zu treiben, schließlich lassen sich damit viele Aufgaben im Grunde örtlich ungebunden ausführen. So gibt es in einigen der internationalen Konzerne das Bestreben, neben der wo auch immer zentralisierten Schiffsplanung auch gleich noch die Terminalplanung mitzumachen. "Jetzt für die Logistik News anmelden"

Was können Sie als die Tarifpartner tun, um diesen Wandel zu begleiten und abzufedern?

Seebold: Wir sind dabei, kluge Tarifverträge zu machen, um personalpolitische Maßnahmen schon einzuleiten, bevor die Automatisierung kommt. Aber wie schon von Herrn Brandt gesagt: Man wird nicht aus jedem gewerblichen Mitarbeiter einen IT-Experten machen können. Schlussendlich fallen damit durch die Digitalisierung in der Hafenwirtschaft also Arbeitsplätze weg. Brandt: Dabei muss man auch sehen, dass wir in der Hafenwirtschaft nicht mehr in einem deutlichen Wachstumsmarkt unterwegs sind, sondern in einem weitgehend gesättigten. Und daher sind auch nicht mehr enorme Zuwachsraten zu erwarten. Insofern werden wir in den kommenden Jahren als Tarifpartner in erster Linie darüber sprechen müssen, wie wir die bestehende Beschäftigung absichern können, beispielsweise durch eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeit auf die Arbeitsplätze. Das ist eine große Herausforderung. Seebold: Das heißt nichts anderes, als dass wir über Arbeitszeitreduzierung reden müssen. Nur darf das aus unserer Sicht natürlich nicht mit Gehaltsreduzierungen einhergehen. Es muss vollen Lohnausgleich geben, der wiederum aus den Automatisierungsrenditen bezahlt werden sollte.

Was bedeutet das für Sie beide persönlich als den jeweiligen Verhandlungsführer aufseiten der Arbeitgeber

und der Gewerkschaften eigentlich für künftige Tarifverhandlungen? Wird es künftig öfter knallen?

Brandt: In der Analyse der Situation stimmen wir ja zumindest in großen Teilen überein. Aber die Spannungs­lage wird ohne Zweifel größer werden, wenn es darum geht, die Frage zu beantworten, wie wir mit diesen Veränderungen umgehen.

Aber bietet die Digitalisierung nicht auch Chancen?

Brandt: Doch, die gibt es. Es gibt in der Hafenwirtschaft ja beispielsweise die Diskussion, ob es nicht sinnvoll und machbar wäre, sich entlang der logistischen Kette weiterzuentwickeln. Dabei muss man sich aber vergegenwärtigen, dass man dann in Konkurrenz zu Unternehmen tritt, die in diesen Segmenten schon aktiv sind. Und gewinnen wird wahrscheinlich schlussendlich derjenige, der die Datenhoheit erlangt.

Wo sollte die Datenhoheit denn liegen­?

Brandt: Aus Sicht der Hafenwirtschaft ganz klar bei den Hafenunternehmen und nicht etwa bei einer neu zu schaffenden, übergeordneten Einheit, die dann nur noch zuteilt.

Sie spielen auf das Smartport-Projekt der HPA hier in Hamburg an.

Brandt: Unter anderem. Und auch da ist uns wichtig, dass wir nicht zu bloßen Betriebsstätten verkommen. Hinzu kommt, dass es, wenn wir einmal in Hamburg bleiben, mit Dakosy schon eine von der Hafenwirtschaft gemeinsam entwickelte und getragene, sehr erfolgreiche Plattform gibt.

Kommen wir von den Unternehmen noch einmal zum einzelnen Mitarbeiter. Was bedeutet für ihn der

digitale Wandel?

Brandt: Viele der in den Unternehmen beschäftigten Hafenarbeiter spüren den Veränderungsdruck natürlich, wollen es aber noch nicht recht wahrhaben und können der Veränderung nur wenig Positives abgewinnen … Seebold: … was sicherlich auch daran liegt, dass es viele als Widerspruch wahrnehmen. Denn in den vergangenen drei Jahrzehnten konnten ja selbst Ungelernte im Hafen anfangen und sich dann hocharbeiten. Und die haben heute Einkommen erreicht, die sie natürlich verteidigen. Wenn man mal ehrlich ist, sind die Hafenarbeiter entlang der Logistikkette heute mittlerweile fast die letzte Gruppe, die nicht prekär beschäftigt ist. Dann schauen sie auch auf die Unternehmensergebnisse und die Produktivitätskennziffern, die sich ja immer noch positiv entwickeln. Daran schließt sich aus Sicht dieser Menschen dann die Frage an: „Warum wird neue Technologie benutzt, um Beschäftigung zu reduzieren?" Brandt: Wenn man ehrlich ist, muss man verstehen, dass diese Mitarbeiter quasi gegen den Wandel sind. Denn woanders könnten sie nicht so viel verdienen.

Nimmt die Politik diese Sorgen ernst genug?

Seebold: Nein, aus meiner Sicht machen sich weder das Bundesverkehrs- noch das Bundeswirtschafts- ministerium ausreichend Gedanken darüber, wie sich die Beschäftigten mit ins Boot holen ließen. Das liegt im Übrigen auch daran, dass sich die politischen Entscheider mit der Thematik zu wenig auskennen.

Welche Lösungsansätze wären aus Ihrer Sicht denn wünschenswert und sinnvoll?

Seebold: Die Tarifpolitik ist das eine. Da haben wir über Arbeitszeitreduzierung gesprochen und auch schon Modelle für eine Flexibilisierung der Arbeitszeit entwickelt. Wir haben ferner einen Tarifvertrag zum demografischen Wandel abgeschlossen, der sich nicht nur mit Veränderungen der Altersstruktur befasst, sondern auch mit strukturellen Veränderungen in der Hafenwirtschaft. Teil dieser Vereinbarung ist auch der gemeinsam entwickelte Demografiefonds, der bis 2020 von den Unternehmen aufgefüllt wird, um daraus dann arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu finanzieren. Wir haben mit der Politik aber auch über das Innovations- programm Ihatec gesprochen und dabei vor allem diskutiert, inwiefern die Beschäftigung berücksichtigt wird. Herausgekommen ist, dass auch Maßnahmen hinsichtlich der Beschäftigungsauswirkungen daraus finanziert werden können. Aber noch einmal: Das alles reicht nicht aus. Wir müssen auch die Mitbestimmung an die Digitalisierung anpassen. Wenn beispielsweise Schwellenwerte unterschritten werden, haben die Arbeitnehmer weniger Einfluss im Aufsichtsrat. Die Betriebsräte benötigen mehr Instrumente, um auf betrieblicher Ebene die Veränderungsprozesse aktiv mitgestalten zu können. Daher streben wir eine Novellierung des Betriebsverfassungs- gesetzes an.

Was bedeutet die ganze Digitalisierungsfrage denn eigentlich für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen

Seehäfen?

Brandt: Wenn wir nicht überzeugende Antworten auf viele der hier angesprochenen Fragen geben, dann wird sich ein Teil der Ladung kostenbedingt möglicherweise andere Wege suchen. Das ist zu befürchten. Und der Gewinner wird vor allem Rotterdam sein. Seebold: Richtig, denn die bieten an den neuen Terminals eine Art Discount-Modell.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Nationale Maritime Konferenz Antworten liefert, damit es nicht

zu dieser Entwicklung kommt?

Seebold: Ich bin nicht sehr zuversichtlich, denn die Themen Beschäftigung, Qualifikation und Ausbildung kommen zu kurz. Brandt: Auch wenn die Konferenz die Erwartungen nicht erfüllt, ist die Diskussion um die Gestaltung der Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft damit ja nicht zu Ende. Im Gegenteil: In den Unternehmen und zwischen den Tarifparteien nimmt sie gerade weiter Fahrt auf.

http://www.verkehrsrundschau.de/maritime-konferenz-setzt-schwerpunkt-auf-digitalisierung-1933769.html

Copyright Verkehrsrundschau

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht am 20.10.2015 zu den Teilnehmern 9. Nationalen Maritimen Konferenz in Bremerhaven (Bremen). Foto: Ingo Wagner/dpa | Verwendung weltweit

 

04.04.2017Transport + Logistik | Inland

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Maritime Konferenz setzt Schwerpunkt auf Digitalisierung

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt stellt Maßnahmen vor, die die Digitalisierung der maritimen Wirtschaft
voranbringen sollen.
Auf der 10. Maritimen Konferenz  startet Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Deutsche Maritime Zentrum (DMZ)
Foto: Picture Alliance/dpa/Ingo Wagner
Hamburg. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) stellt im Rahmen der heutigen 10. Maritimen Konferenz Maßnahmen vor, die die Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft voranbringen sollen. So startet er nach dpa-Angaben in Hamburg das Deutsche Maritime Zentrum (DMZ), für das sein Bundesministerium für digitale Infrastruktur rund 9,0 Millionen Euro bis 2019 bereitstellt. Das in Hamburg entstehende DMZ soll sich künftig um Themen der maritimen Branche wie Digitalisierung, Ausbildung, Umweltschutz und Wissenstransfer kümmern und für die Branchen koordinieren. „Die maritime Wirtschaft steht mit der Digitalisierung vor einer echten Effizienzrevolution“, kündigte Dobrindt an. „Wir bauen die Gigabit-Netze der Zukunft, fördern die Digitalisierung der Häfen und unterstützen die Ideen von Start-ups und Gründern für die Schifffahrt 4.0“, machte er deutlich. Das Bundesverkehrsministerium hatte 2016 das Förderprogramm Innovative Hafentechnologien (IHATEC) aufgesetzt und stellt hierfür von 2017 bis 2020 insgesamt 64 Millionen Euro bereit. In ein Sonderprogramm für den Glasfaseranschluss von Häfen und Gewerbegebieten fließen rund 350 Millionen Euro. Aus dem 2016 eingerichteten und mit 100 Millionen Euro ausgestatteten „mFUND“ für Start-ups und Gründer würden ebenfalls Projekte aus der maritimen Wirtschaft gefördert. Gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung „Die maritime Wirtschaft ist eine Schlüsselbranche für unsere Exportnation“, betonte auch Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie. „Die Digitalisierung ist das Zukunftsthema auch für die maritime Wirtschaft. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, die Technologieführerschaft und internationale Wettbewerbs- fähigkeit der Branche zu sichern“, sagte sie. Bund, Länder, Verbände und Gewerkschaften verabschieden im Rahmen der Konferenz ferner eine gemeinsame Erklärung zur Digitalisierung. Sie benennt zentrale Handlungsfelder und Maßnahmen, um die Branche fit für die digitale Revolution zu machen. Dazu gehören unter anderem der Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie ein intelligenter Datentransfer in der maritimen Lieferkette. „Die Unternehmen der maritimen Wirtschaft sind als Logistikbranche seit jeher eng verflochten. Im Zuge der Digitalisierung erleben wir aber, dass sich Produktions- und Dienstleistungsprozesse zunehmend vernetzen“, sagte auch Uwe Beckmeyer, Maritimer Koordinator der Bundesregierung. „Wir wollen die maritime Wirtschaft dabei unterstützen, ganze Wertschöpfungsketten zu entwickeln und so weltweit erfolgreich zu agieren“, führte er an. An der 10. Maritimen Konferenz nehmen auf Einladung des Maritimen Koordinators rund 740 Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Forschung, Politik und Verwaltung teil. Schirmherrin ist Bundes- kanzlerin Angela Merkel. (dpa/sno)

Schifffahrt : Dobrindt stellt Digital-Paket für maritime Wirtschaft vor

vom 4. April 2017 Copyright Norddeutsche Rundschau

 Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will bei der 10. Maritimen Konferenz Maßnahmen

vorstellen, die die Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft voranbringen sollen. Dobrindt startet

nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Hamburg das Deutsche Maritime

Zentrum (DMZ), für das sein Bundesministerium für digitale Infrastruktur rund 9,0 Millionen Euro bis

2019 bereitstellt. Das in der Hansestadt entstehende DMZ soll sich künftig um Themen der maritimen

Branche wie Digitalisierung, Ausbildung, Umweltschutz und Wissenstransfer kümmern und für die

Branchen koordinieren. 

«Die maritime Wirtschaft steht mit der Digitalisierung vor einer echten Effizienzrevolution», kündigte Dobrindt an. «Wir bauen die Gigabit-Netze der Zukunft, fördern die Digitalisierung der Häfen und unterstützen die Ideen von Start-ups und Gründern für die Schifffahrt 4.0.» Das Bundesverkehrsministerium hatte 2016 das Förderprogramm Innovative Hafentechnologien (IHATEC) aufgesetzt und stellt hierfür von 2017 bis 2020 insgesamt 64 Millionen Euro bereit. In ein Sonderprogramm für den Glasfaseranschluss von Häfen und Gewerbegebieten fließen rund 350 Millionen Euro. Aus dem 2016 eingerichteten und mit 100 Millionen Euro ausgestatteten «mFUND» für Start-ups und Gründer würden ebenfalls Projekte aus der maritimen Wirtschaft gefördert. Maritime Konferenz - Infos Programm der Konferenz Mitteilung IG Metall Küste und Verdi Positionspapier der Gewerkschaften Verband Deutscher Reeder - Daten zur Seeschifffahrt Positionspapier IHK Nord Maritime Agenda 2025
http://www.hansa-online.de/startschuss-zur-10-nationalen-maritimen-konferenz/?p=53080
Copyright Hansa Online
 http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article210138433/Maritimer-Gipfel-startet-heute-in-Hamburg.html
Copyright abendblatt
http://www.luftbild.fotograf.de Coparight Martin Elsen danke
Hamburg

Maritimer Gipfel startet heute in Hamburg

Von Martin Kopp

Rund 700 Teilnehmer erwartet – auch Bundeskanzlerin kommt. Das Abendblatt erklärt, was die Branche bewegt

Hamburg.  Wenn die 10. Nationale Maritime Konferenz (NMK) am Dienstag in der Handelskammer eingeläutet wird,

kommen nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zwei Bundesminister nach Hamburg, es geht auch

um wichtige Themen. Schifffahrt ist zwar ein globales Geschäft, für Deutschland aber ein elementarer Wirtschafts-

zweig. Die maritime Branche steht hierzulande für 400.000 Arbeitsplätze und eine Wirtschaftsleistung von

50 Milliarden Euro. Da steht viel auf dem Spiel, zumal Schifffahrtskrise, Werftinsolvenzen und der Konsolidierungs-

druck im internationalen Markt der mittelständisch geprägten Industrie schwer zu schaffen machen. Das Abendblatt

zeigt die größten Probleme der Branche auf und erklärt, worüber auf der Konferenz gesprochen wird.

Werften

Die Lage der deutschen Werften ist ähnlich unterschiedlich, wie das soziale Gefüge zwischen Arbeitslosen und

Konzernmanagern. Während sich die einst insolventen Ostseewerften Nordic Yards unter dem Namen MV Werften

durch Großaufträge ihres neuen Eigentümers, der malayischen Genting Gruppe, wieder berappeln, und die Meyer

Werft in Papenburg volle Auftragsbücher bis 2023 meldet, geht es bei anderen darum, den Kahlschlag zu

verhindern. Ein Beispiel ist die Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss. Nach der Übernahme durch die Bremer

Lürssen Gruppe, der es wirtschaftlich gut geht, sollen 300 von 980 Mitarbeitern gehen. Mehr noch: Lürssen will an

den Tariflohn für die verbleibenden Mitarbeiter ran. Auch bei der Lloyd-Werft in Bremerhaven soll jede dritte Stelle

wegfallen. Die Gewerkschaften fordern, dass diese Probleme auf der Konferenz besprochen werden und wollen im

Vorfeld der Tagung demonstrieren: Sie laden für heute zu einem großen Protestzug von Blohm + Voss durch den

alten Elbtunnel vor das Rathaus ein. Es werden 1000 Demonstranten erwartet.

Schifffahrt

Die langanhaltende Schifffahrtskrise hat ihre Spuren hinterlassen. Die deutsche Handelsflotte ist seit 2013 um

mehr als 20 Prozent geschrumpft. Zahlreiche Unternehmen sind vom Markt verschwunden. Andere namhafte

Charterreedereien stehen am Abgrund und können nur durch Schuldenerlasse von den Banken am Leben

gehalten werden. Auch die Anzahl der Schiffe, die unter deutscher Flagge fahren, ist stark gesunken.

Auf der letzten NMK 2015 in Bremerhaven versprach die Bundesregierung intensive Hilfen: Sie ermöglichte den

Reedereien den Lohnsteuereinbehalt für Seeleute, stellte Fördermittel zur Senkung der Lohnnebenkosten zur

Verfügung und erließ eine kostengünstigere Vorschrift zur Besetzung von Schiffen. Das Ergebnis lässt auf sich

warten: Viele Rückflaggungen von Schiffen unter Schwarz-Rot-Gold hat es noch nicht gegeben. Auch die

Finanzierung von Neubauten ist ein Problem.

Häfen

Ein Schwerpunkt der NMK in Hamburg werden mögliche finanzielle Erleichterungen für die deutschen

Seehäfen sein. Sie stehen unter einem harten Wettbewerb mit den Konkurrenten in Rotterdam, Antwerpen

und Le Harvre, die ihre Umschlagskapazitäten deutlich ausgebaut haben. Ein Nachteil der deutschen Häfen

ist dabei die Einfuhrumsatzsteuer, die es zum Beispiel in den niederländischen Häfen nicht gibt. Diese Steuer

wird vom Zoll auf Importe aus Drittländern erhoben – auch auf Waren, die nach ihrer Anlandung in den Häfen

gleich weiter ins europäische Ausland transportiert werden. Die Unternehmen können sich das Geld zwar im

Nachhinein wiederholen, das ist aber ein riesiger bürokratische Aufwand. Auf Initiative der Regierungsfraktionen

von CDU/CSU und SPD hat das Finanzministerium nun zugestimmt, das zu ändern. "Wegen des Liquiditäts-

verlusts und bürokratischen Aufwands bedeutet die derzeitige Praxis der Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer

einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für deutsche Seehäfen. Die Reform ist eine Notwendigkeit und wird

sich schnell positiv auswirken", sagt der CDU-Beauftragte für die maritime Wirtschaft und Hamburger Bundestags-

abgeordnete, Rüdiger Kruse.

Digitalisierung

Zur Verbesserung des Hafenumschlags und zur Beschleunigung logistischer Prozesse unterstützt die

Bundesregierung Unternehmen bei der Digitalisierung. "Diese betrifft den gesamten maritimen Bereich: die

Logistik, die Hafentechnik, den Schiffbau, die Meerestechnik", sagt der maritime Koordinator der Bundesregierung,

Uwe Beckmeyer (SPD), dem Abendblatt. Es böten sich vielfältige Chancen, beispielsweise bei der Vernetzung

von Verkehrsträgern, bei neuen innovativen Verfahren in Entwicklung, Produktion und Vertrieb. "Diese Chancen

müssen wir nutzen, um die Branche für die Zukunft fit zu machen", so Beckmeyer. Unter seiner Federführung

wurde dazu ein Positionspapier erarbeitet, das von allen Partnern der maritimen Branche unterzeichnet werden soll.

Umweltschutz

Ebenfalls unter Beckmeyers Führung ist ein Positionspapier zur maritimen Energiewende entstanden, das auch

am Dienstag diskutiert wird. Dabei geht es nicht um Windräder, sondern um alternative Schiffsantriebe. Denn

auch hier steht die Branche unter Druck: Seit 2015 dürfen in vielen Fahrtgebieten auf See nur noch Treibstoffe

mit einem Schwefelanteil von 0,1 Prozent verbrannt werden. Diese Zonen werden sukzessive ausgedehnt.

Die Bundesregierung unterstützt deshalb die Entwicklung emissionsarmer Kraftstoffe und neuer Antriebs-

technologien. Immerhin 130 Millionen Euro stehen dafür bereit. Thema der Konferenz ist auch ein Vorstoß der

Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD zur Reduzierung des Plastikmülls in den Weltmeeren.

Die Bundesregierung wird dazu aufgefordert einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Zielvorgaben zur

Absenkung der Einträge von Plastikmüll in die Gewässer bis 2030 zu erarbeiten.

Seite 2 Kommentar

http://www.hansa-online.de/keine-digitalisierung-gegen-die-beschaeftigten/?p=60540
http://www.ln-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaft-im-Norden/Staatssekretaer-Beckmeyer-Digitalisierung-findet-statt Copyright LN online
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Staatssekretär Beckmeyer: „Digitalisierung findet statt“

Berlin Staatssekretär Beckmeyer: „Digitalisierung findet statt“

Das LN-Interview mit dem Parlamentarischen Staatssekretär, Uwe Beckmeyer (SPD), der maritimer

Koordinator der Bundesregierung ist, über die Zukunft des deutschen Schiffbaus, Meerestechnik,

Logistik und Arbeitsplätzen in der Branche.

Uwe Beckmeyer.

Quelle: dpa
 startschuss_zur_10__nationale_maritime_konferenz_2017cbmwi_andreas_mertens

Berlin. Herr Beckmeyer, am 4. April gibt es in Hamburg Ihre letzte Maritime Konferenz als Koordinator der

Bundesregierung. Wird es auch Ihre schwierigste?

Uwe Beckmeyer: Da ich nicht wieder für den Bundestag kandidieren werde, wird die 10. Nationale Maritime

Konferenz gleichzeitig meine letzte Konferenz als Maritimer Koordinator sein. Im Mittelpunkt der Konferenz

steht das Thema Digitalisierung. Das ist das zentrale Handlungsfeld für die maritime Branche in den nächsten

Jahren. Es betrifft den gesamten maritimen Bereich: die Logistik, die Hafentechnik, den Schiffbau,

die Meerestechnik. Wir wollen die Digitalisierung in der maritimen Branche vorantreiben. Hierzu haben wir

alle ins Boot geholt und werden in Hamburg eine gemeinsame Erklärung verabschieden, die den Handlungsrahmen

für die Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft klar benennt.

Was bedeutet das Schlagwort maritime Wirtschaft 4.0?

Beckmeyer: Nun, wir stecken mitten in einem Umwälzungsprozess, den es bewusst zu gestalten gilt.

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind die Zukunftsthemen für die gesamte Wirtschaft, aber natürlich vor allem

auch für die maritime Wirtschaft als Logistikbranche. Die Vernetzung von Verkehrsträgern, von Produktions-

prozessen oder die Bündelung von Datenströmen sind für die Branche nicht neu, werden aber die nächste Jahre absolut prägen. Wir wollen die Plattformphilosophie für unsere Unternehmen beherrschbar machen. Das heißt, es dürfen sich nicht irgendwelche digitalen Plattformen zwischen Besteller und Produzenten drängen, die dann bestimmen, wer produziert und zu welchem Preis.

Sie meinen, Daten-Riesen wie Google und Co. könnten auch die maritime Wirtschaft dominieren?

Beckmeyer: Ja, und andere. Damit eine solche Dominanz aber gar nicht erst entsteht, müssen wir unsere

Branche, die zumeist mittelständisch geprägten Zulieferer und die Werften fit machen für die digitale Zukunft.

Es gibt bereits tolle Entwicklungen, aber noch nicht in der erforderlichen Breite. Wer heute die digitale Revolution

verschläft, weil er volle Auftragsbücher hat, der schaut in zwei, drei Jahren in die Röhre. Deshalb ermutigen wir

die Unternehmen, aktiv Schritte zur Digitalisierung einzuleiten.

Was allerdings in Werften und Häfen Arbeitsplätze kosten wird.

Beckmeyer: Abwarten. Wir müssen zunächst einmal festhalten: Die Digitalisierung findet statt. Deshalb

müssen wir diesen Prozess gestalten. Der digitale Wandel bringt neue Aufgaben mit sich. Ich denke

an die IT-Sicherheit, aber auch an Qualifizierung und Fortbildung der Beschäftigten. Es entstehen ganz

neue Berufsfelder und Arbeitsplätze. Ziel muss es sein, faire Arbeitsbedingungen abzusichern, um gute

Arbeit zu leisten.

Ihr Ministerium gibt für die Forschungsförderung im Schiffbau gerade mal 35 Millionen Euro aus.

Das ist angesichts von Milliarden-Umsätzen und -Potenzialen der Pfiff einer Maus.

Beckmeyer: Sie vergessen, dass die Bundesländer ein Drittel dazu geben. Zusammen kommen von

der öffentlichen Hand somit rund 20 Prozent der Aufwendungen für die Innovationsförderung. Zudem

haben wir sehr zielgerichtete Forschungsinitiativen mit klar definierten Technologiesäulen wie Schiffst-

echnik oder Meerestechnik. Das halte ich auch für den richtigen Ansatz: zielgerichtet und nicht mit der Gießkanne.

Die Verbände plädieren für mehr staatliche Unterstützung in dieser Schlüsselbranche.

Beckmeyer: Das mag sein. Aber der Staat muss Steuergeld sinnvoll, also nur für wirkliche Innovationen

einsetzen.

China, Korea und andere Schiffbaunationen sind nicht so zimperlich, wenn es um Subventionen für die

eigenen Firmen geht. Sind die deutschen Werften in diesem Wettrennen nicht die zweiten Sieger?

Beckmeyer: Ich bin sehr froh, dass unsere Werften im Spezialschiffbau Hightech-Produkte liefern.

Unsere besondere Fähigkeit, hoch komplexe Einheiten zu bauen, ist unser Wettbewerbsvorteil. Aber

natürlich schläft die Konkurrenz in Asien nicht. Daher pochen wir seitens der Bundesregierung auch

auf fairen Wettbewerb auf Basis der WTO-Regeln. Für Deutschland ist zudem wichtig, dass wir weiterhin

über die gesamte Wertschöpfungskette verfügen müssen, also von der Stahlproduktion über die vielen

Zulieferer im Maschinenbau bis zu den Werften.

Ein Wort zum Marine-Schiffbau: Sind Sie rundum zufrieden, weil die Bundesmarine weitere Korvetten,

U-Boote und Mehrzweckkampfschiffe ordern will?

Beckmeyer: Die Kooperation mit Norwegen, das vier U-Boote bestellt sowie die Option auf zwei weitere

Unterwasserschiffe hat, bietet eine gute Perspektive für ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel und die

beteiligten Zulieferer. Außerdem wird die Deutsche Marine zwei U-Boote des Typs 212 bestellen. Zugleich

habe ich die Hoffnung, dass auch andere Nato-Partner mit ins Boot geholt werden können.

Was ist mit den Aufträgen für fünf weitere Korvetten, deren Vorgänger immerhin zahlreiche Kinderkrankheiten

hatten, sowie sechs MKS 180?

Beckmeyer: Ich höre von der Marine, dass die Korvetten ausgezeichnet funktionieren. Bei den nächsten

Schiffen handelt es sich um einen Folgeauftrag, über den noch entschieden werden muss. Hier hat das

bisherige Konsortium sicher gute Karten. Was die neuen MKS 180 betrifft, wird es eine EU-weite Ausschreibung geben. Ich bin optimistisch, dass heimische Unternehmen gute Chancen haben.

Was halten Sie vom Einstieg der malayischen Genting-Gruppe bei den drei "MV-Werften" in Wismar,

Warnemünde und Stralsund?

Beckmeyer: Ich betrachte die Übernahme der drei Standorte in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich

als positiv. Der Investor aus Malaysia hat Werften übernommen, die besondere Qualität liefern können.

Zugleich bringt die Genting-Group den Auftrag für mehrere große Kreuzfahrtschiffe, Megayachten und

vier neue Flusskreuzfahrtschiffe mit. Das sichert die Beschäftigung nicht nur, sondern kann diese sogar

noch erhöhen. Das ist eine wichtige Chance für den Schiffbau im Nordosten.

Wird der Bund die Förderanträge für die Genting-Schiffe wohlwollend beantworten?

Beckmeyer: Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nur sagen, dass wir die Projekte mit großer Sympathie und

Wohlwollen begleiten werden.

Wo liegt der Haken?

Beckmeyer: Ich spreche nicht von einem Haken. Basis für eine Entscheidung des Bundeswirtschafts-

ministeriums ist der Antrag der Werft sowie der finanzierenden Bank mit allen relevanten Zahlen und Fakten.

Sollten die Daten dann eine Unterstützung etwa durch Hermes-Bürgschaften für die Endfinanzierung der

Schiffe rechtfertigen, wird der Bund sich nicht verweigern. Zu bedenken ist aber auch, dass die Bauzeit-

finanzierung unter Beteiligung des Unternehmens und des Landes zu stemmen ist.

Interview: Reinhard Zweigler

http://www.focus.de/regional/hamburg/schifffahrt-maritime-konferenz-gewerkschaften-warnen-vor-digitalisierung_id_6869761.html

https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/artikel/308271.gehypte-jobvernichtung.html Copyright jungewelt http://www.abendblatt.de/meinung/article210138305/Haefen-in-sozialer-Verantwortung.html Copyright abendblatt
Meinung
Kommentar

Häfen in sozialer Verantwortung

Von Martin Kopp

Wenn mehrere Hundert Menschen über eine Sache streiten, kommt selten etwas Zählbares heraus. So

waren die Nationalen Maritimen Konferenzen in der Vergangenheit häufig eher nette Branchentreffs, bei

denen viele Probleme andiskutiert wurden, ohne konkrete Ergebnisse zu ergeben. Das hat sich nicht

zuletzt durch den derzeitigen maritimen Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer (SPD), geändert.

Heute werden die verschiedenen Akteure der maritimen Industrie schon vor Tagungsbeginn an einen Tisch geholt und auf feste Ziele eingeschworen.

Schon bei der Konferenz vor zwei Jahren in Bremerhaven konnten so den Reedereien für die Beschäftigung

deutscher Seeleute deutliche finanzielle Erleichterungen erwirkt werden. Und auch bei der Nationalen Maritimen

Konferenz in Hamburg in dieser Woche stehen konkrete Vereinbarungen zwischen Bundespolitik und Wirtschaft an. Das führt im Einzelfall zu Konflikten, ist aber allemal besser als die Sonntagsreden in der Vergangenheit.

Bemerkenswert ist auch, dass die Politik die Konferenz thematisch weitet. Sie will erreichen, dass Werften,

Reeder und Häfen nicht mehr nur auf den Wettbewerb ihrer Märkte schielen, sondern sich auch der sozialen

und gesellschaftlichen Verantwortung stellen – etwa bei der Diskussion, wie trotz zunehmender Automatisierung i

m Hafenumschlag Arbeitsplätze erhalten werden.

In dieses Bild passt auch der Vorstoß der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD zur Verringerung des

Plastikmülls auf den Weltmeeren. Seit Längerem ist das Problem bekannt, dass riesige Ansammlungen von

Kunststoffabfällen auf den Ozeanen schwimmen, die nicht auf natürlichem Weg abgebaut werden können.

Wenn der deutschen maritimen Industrie hier Lösungen zur Bergung einfallen würden, wäre das ein echter Gewinn – nicht nur für die maritime Wirtschaft.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.
03.04.2017 / Inland / Seite 5

Gehypte Jobvernichtung

Nationale Maritime Konferenz der Bundesregierung Geklüngel von Konzernen und Politik. Gewerkschaften wollen Schlusserklärung trotzdem zustimmen

Burkhard Ilschner
Amtlich wird die Nationale Maritime Konferenz (NMK) der Bundesregierung zwar nach wie vor als »das wichtigste Branchenevent« bezeichnet: Mehr als 750 Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Forschung, Politik und Verwaltung kommen in Hamburg zusammen, es ist das zehnte Treffen dieser Art. Allerdings hat das ausrichtende Bundeswirtschaftsministerium den Ablauf drastisch verkürzt: Früher wurden die Inhalte noch in parallelen Branchenworkshops – zum Teil auch kontrovers – erarbeitet. Diese Vorbereitung hat nun bereits Ende 2016 stattgefunden, die eigentliche Konferenz am morgigen Dienstag wurde auf einen Tag halbiert. Ihre Schlusserklärung ist bereits ausformuliert und wird morgen nach nur einer Stunde – noch vor drei inszenierten Podiumsdiskussionen und vor der Schlüsselrede der Kanzlerin – unterzeichnet. »Dampfgeplauder und Schaulaufen« ätzte ein ehemaliger Seemann daher schon im Vorfeld über das Ereignis. Themen wie Klimaschutz und Energiewende werden zw...
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SchifffahrtMaritime Konferenz: Gewerkschaften warnen vor Digitalisierung
0 Copytight Lutz Messerschmidt
http://www.hamburg-pics.com

 
Beim 10. Branchentreffen der maritimen Wirtschaft dreht sich in Hamburg alles um die Digitalisierung.
Spitzenvertreter der deutschen Reedereien, Häfen, Werften, der Zulieferer und Logistik wollen mit Politikern, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern am Dienstag (4.4.) die Chancen und Auswirkungen der Technologie erörtern. Zur 10. Nationalen Maritimen Konferenz sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) geladen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wollen die Teilnehmer ein gemeinsames Positionspapier zur Digitalisierung unterzeichnen. Die Gewerkschaften IG Metall Küste und Verdi warnten, die Technologie dürfe sich nicht gegen die Beschäftigten richten. Sie haben für Montag (3.4.) zu einer Kundgebung nach Hamburg aufgerufen, um für Aus- und Weiterbildung sowie den Fortbestand von Arbeitsplätzen zu demonstrieren.

http://www.hansa-online.de/hafenwirtschaft-begruesst-regierungsplan/?p=60607

Copyright Hansa Online Der Vorstoß der Bundesregierung für die maritime Industrie ist bei der deutschen Hafenwirtschaft positiv aufgenommen worden. Weitere Schritte müssten allerdings folgen, heißt es im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) begrüßte heute den Fraktionsantrag der CDU/CSU und SPD zur Innovation und Forschung als Wettbewerbsvorteil der deutschen maritimen Wirtschaft. Damit werde ein klares Bekenntnis zum deutschen Seehafenstandort zum Ausdruck gebracht. »Der Beschluss hebt die herausragende Bedeutung der deutschen Seehäfen als Logistikdienstleister sowie als Wachstumsmotor für die gesamte deutsche Wirtschaft hervor. Der Bundestag erkennt an, dass sich die erfolgreiche deutsche Hafenwirtschaft in einem Umfeld internationalen Wettbewerbsdrucks befindet und mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert ist. Die vom Bundestag geforderten Maßnahmen würden einen wichtigen Beitrag zum weiteren Erfolg der Seehafenbetriebe leisten«, erklärte ZDS-Präsident Frank Dreeke, der gleichzeitig Vorstandschef der BLG Logistics Group ist.
Frank Dreeke, ZDS, BLG
Frank Dreeke, Vorstandschef der BLG Logistics Group und Präsident des ZDS (Foto: BLG)
Positiv bewertet der Verband die für die deutschen Seehäfen wichtigen Forderungen des Bundestages u.a. zur praxisgerechten Anwendung des Beihilferechts unter Berücksichtigung der geografischen Besonderheiten deutscher Seehäfen ebenso wie die Forderung nach der Engpassbeseitigung der Hinterlandanbindungen und nach dem Ausbau der seewärtigen Zufahrten. Darüber hinaus seien weitere Forderungen des ZDS in den Antrag eingegangen: die Reform der Einfuhrumsatzsteuer zur Beseitigung gravierender Wettbewerbsnachteile deutscher Seehäfen im Gegensatz zu benachbarten europäischen Seehäfen oder eine Ermäßigung der EEG-Umlage für die Landstromversorgung. Hervorzuheben sei auch die geplante Fortführung des Förder- programms IHATEC über 2020 hinaus. »Damit sich deutsche Seehäfen im internationalen Wettbewerb auch zukünftig weiterhin behaupten können, i st es besonders wichtig, dass erhebliche Wettbewerbsnachteile, wie sie beispielsweise bei der Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer existieren, behoben werden«, so Dreeke weiter.

Weitere Vereinfachungen gefordert

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen in einigen Bundesländern und beim Bund erwartet der ZDS, dass auch die Vereinfachung des Umwelt- und Planungsrechts angegangen wird. »Wir setzen auf die I mpulse aus dem Innovationsforum Planungsbeschleunigung, das seinen Bericht in Kürze vorlegen wird«, sagte Dreeke. »In der Vergangenheit haben sich wichtige Infrastrukturvorhaben wie beispielsweise die Fahrrinnenanpassung von Elbe und Weser immer wieder verzögert. Eine Vereinfachung des Umwelt- und Planungsrechts ist daher zwingend erforderlich.«

https://www.cducsu.de/themen/wirtschaft-und-energie-haushalt-und-finanzen/wohin-steuert-die-maritime-wirtschaft

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Thema des Tages |
(Quelle: picture alliance/ dpa)
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Wohin steuert die Maritime Wirtschaft?

Rüdiger Kruse über verlässliche maritime Politik mit ambitionierten Zielen

Der Deutsche Bundestag begleitet erneut die Nationale Maritime Konferenz mit einem Koalitionsantrag und

setzt dabei ganz eigene Akzente. Welchen Chancen und Herausforderungen sich die maritime Branche

stellen wird, erklärt der Beauftragte der Unionsfraktion für Maritime Wirtschaft, Rüdiger Kruse, im Kurzinterview.

Herr Kruse, Maritime Wirtschaft im Krisenmodus?
Die Branche ist heute geprägt durch einen modernen, hochspezialisierten Schiffbau und Zulieferer mit
starken Positionen im weltweiten Wettbewerb, durch international führende Reedereien, eine leistungsfähige
Hafenwirtschaft, eine innovative meerestechnische Industrie sowie renommierte Forschungs- und Ausbildungs-
einrichtungen. Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben wir in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen
unternommen, um den Wandel der maritimen Branche zu begleiten und gemeinsam eine Perspektive für die
Zukunft zu entwickeln. Infolge der Schifffahrtskrise, dem Werftensterben und der anhaltenden Konsolidierungs-
phase im internationalen Markt in den vergangenen Jahren wurde ein Umbruch eingeleitet, der die gesamte
maritime Branche nachhaltig beeinflusst hat. Die deutsche Handelsflotte hat sich reduziert, seit 2013 um etwas
mehr als 20 Prozent. Auch die Anzahl der Schifffahrtsunternehmen ist in den letzten Jahren zurückgegangen.
Der Anteil der Schiffe an der Welthandelsflotte, die unter deutscher Flagge fahren, ist gesunken – mit deutlichen
Auswirkungen auf Beschäftigung und Ausbildung deutscher Seeleute. Hier haben wir umfangreiche Maßnahmen
getroffen, um die Konkurrenzfähigkeit der Deutschen Flagge sicherzustellen und dem Trend zur Ausflaggung zu
begegnen. Nur mit ausreichend Deutschen Flaggen auf den Weltmeeren können maritime Ausbildung und
Beschäftigung hierzulande langfristig gesichert werden. Der Weltschiffbau ist nach wie vor in einer schwierigen
Lage und steht einem deutlich negativen Trend gegenüber. Die deutschen Werften können sich diesem Trend
bisher jedoch erfolgreich widersetzen und haben eine vergleichsweise positive Auftragsbilanz vorzuweisen und
das obwohl sie mit teilweise staatlich subventionierten Konzernen im Ausland konkurrieren und faire Wettbewerbs-
bedingungen oftmals nicht gegeben sind. Viele Schiffbauunternehmen haben die Herausforderung gemeistert, in
diesem schwierigen Marktumfeld strukturelle Anpassungen an die veränderten Marktverhältnisse vorzunehmen.
Warum muss sich gerade Deutschland für eine umweltfreundliche Schifffahrt einsetzen?
Als Politik müssen wir unsere Stimme in der Staatengemeinschaft nutzen, um den Rahmen und internationale
Regularien zum umfassenden Schutz der Weltmeere zu setzen. Die Ökosysteme der Küsten, Meere und Polarr-
egionen gilt es nachhaltig zu schützen und dadurch die Nutzung ihrer Ressourcen und die Funktionen der Öko-
systeme für die Zukunft zu sichern. Die Seeschifffahrt ist – bezogen auf die Transporteinheit – der umweltfreund-
lichste und energieeffizienteste aller Verkehrsträger. Die Belastung der Umwelt durch den wachsenden Schiffs-
verkehr muss jedoch noch weiter vermindert werden. Aber es ist richtig - Deutschland ist nicht maßgebend in der
Verschmutzung der Weltmeere, es ist
jedoch global maßgebend in der technischen Innovation. Die maritime Industrie Deutschlands kann hier eine
wesentliche Rolle übernehmen. Selbst ohne zusätzliche Regularien werden künftig viele Akteure an einer
Reduzierung der Schadstoffbelastung durch die Seeschifffahrt interessiert sein, um für ihre Produkte eine
verbesserte Umweltbilanz vorweisen zu können. „Green shipping“ entwickelt sich damit zunehmend zum
Wettbewerbsfaktor. Die Förderung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Zukunftstechnologien
im Bereich Schifffahrt, Schiffbau und Häfen zählt für mich daher zu den entscheidenden Maßnahmen.
Greentech - “made in Germany” - bedeutet Umweltschutz auf hohem Niveau. Alternative Kraftstoffe
können einen erheblichen Beitrag zur Emissionsminderung auf See und in den Häfen leisten. LNG
(liquefied natural gas – Abk. LNG) gilt als Schiffskraftstoff der Zukunft, als eine ökologische, wirtschaftlich
sinnvolle und gesellschaftlich akzeptable Alternative. Insbesondere in Stadthäfen, wie dem Hamburger Hafen,
ist es von höchster Bedeutung, die Umweltbelastung bei steigendem Wachstum zu verringern. Auf Initiative
des Bundestages wurde ein Förderprogramm etabliert, das gezielte Anreize zur Diversifizierung der
Kraftstoffbasis im Schiffsverkehr durch Förderung des Einsatzes von Erdgas setzt. Durch die Förderung von
Schiffsausrüstung und –umbau für die Nutzung von LNG sollen Erfahrungen in Entwicklung und Bau von LNG
Antriebssystemen sowie im Schiffbau für LNG-Antriebssysteme in Deutschland gewonnen werden. Mit den
durchzuführenden Projekten wird es der maritimen Industrie ermöglicht, ihre Kompetenz für
den internationalen Markt für LNG-Systeme unter Beweis zu stellen. Gleichzeitig wird mit dem Förderprogramm
die Nachfrage nach LNG als Schiffskraftstoff in Deutschland gesteigert, um damit Anreize für den Aufbau der
entsprechenden LNGVersorgungsinfrastruktur in See- und Binnenhäfen für wirtschaftlich agierende Unternehmen
der Gasbranche zu geben. Zur Reduktion von Schadstoffemissionen können neben neuen Kraftstoff- und Antriebs-
konzepten
auch weitere Technologien einen wichtigen Beitrag leisten.
Wie wird sich das im Herbst 2016 beschlossene Deutsche Maritime Zentrum (DMZ) in diese Branche
einreihen?
Das Deutsche Maritime Zentrum (DMZ) in Hamburg soll die Koordinierung von Forschung, Entwicklung und
Innovation im Bereich der maritimen Wirtschaft sicherstellen. Ich habe mich insbesondere für die Etablierung
des DMZ eingesetzt, um den Ideenreichtum der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) der Branche
für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien umfassend nutzbar zu machen. Die breit aufgestellte
 maritime Industrie in Deutschland ist bereits heute in weiten Teilen technologieführend. Bei Spezialschiffen
sowie in den Marktsegmenten der hochkomplexen Fahrgast- und Kreuzfahrtschiffe, Yachten, modernen
Fähren und Marineschiffe konnten die deutschen Werften durch technologische Spitzenleistungen,
ausgeprägte Systemkompetenz und hohe Flexibilität ihre guten Marktpositionen halten. Zunehmend
geraten aber auch diese Segmente unter hohem Konkurrenzdruck. Als Politik wollen wir diesen
Umbruch nutzen, für
die maritime Branche eine zentrale Institution zu schaffen, mit dem klaren Ziel, Forschung und Entwicklung
zu fördern und die Innovation als Wettbewerbsvorteil zu verstetigen. Greifen politischer Wille und die
technische Innovationskraft der maritimen Industrie effizient ineinander, kann Deutschland hier neue
Umweltstandards in einer Schlüsselindustrie der Globalisierung setzen und für diese auch in
internationalen Gremien (z.B. der IMO) werben.

»Keine Digitalisierung gegen die Beschäftigten«

Die Gewerkschaften fordern vor der Maritimen Konferenz die Interessen der Beschäftigten stärker in den Blick zu nehmen. Beim zentralen Thema Digitalisierung dürfe es nicht nur um Effizienzsteigerung gehen. Auch beim Thema Marineschiffbau wird ein klares Bekenntnis erwartet. Nach Ansicht von IG Metall Küste und ver.di müssen bei der 10. Nationalen Maritimen Konferenz, die am 3. und 4. April in Hamburg stattfindet, die Arbeits- und Ausbildungsplätze an der Küste – in den Häfen, bei den Reedereien, auf den Werften, in der Windkraftindustrie und bei den Zulieferern – im Mittelpunkt stehen. »Bei dem zentralen Thema der Konferenz Digitalisierung darf es nicht nur um Effizienzsteigerungen und bessere Bedingungen für deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb gehen«, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. »Bei den Diskussionen um Industrie 4.0 muss das gemeinsame Ziel von Politik, Unternehmen und Gewerkschaften der Erhalt von hochwertigen Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der maritimen Wirtschaft sein. Der Schlüssel zum Erfolg ist für uns Qualifizierung.« »Natürlich müssen wir uns der Digitalisierung als Herausforderung stellen, aber es darf keine Digitalisierung gegen die Beschäftigten sein. Daher brauchen wir eine bedarfsgerechte und zielgenaue Ausbildung für die neuen Berufsfelder und eine Qualifizierung in bestehenden Arbeitsverhältnissen, um die Herausforderung anzunehmen. Wir brauchen eine Digitalisierung mit Verstand und Anstand«, so Torben Seebold, ver.di, Bundesfachgruppenleiter Maritime Wirtschaft.

»Marineschiffbau und Windkraft nicht außer Acht lassen«

IG Metall-Bezirksleiter Geiken warnte davor, angesichts der dramatischen Situation auf dem Weltschiffbaumarkt weitere Themen wie Finanzierung, Forschung und Entwicklung sowie die Auftragssituation im Marineschiffbau und in der Windkraftindustrie außer Acht zu lassen. »Das Thema Digitalisierung darf kein Feigenblatt sein. Die Beschäftigten erwarten von der Bundesregierung Entscheidungen zu den angekündigten Marine-Aufträgen. Sie sehen mit Sorge, welche Auswirkungen die Deckelung der Ausbauziele für die Windkraftindustrie für Arbeitsplätze und Standorte haben könnten.« Unter dem Motto »Druck machen für die maritime Wirtschaft. Für die Arbeits- und Ausbildungsplätze an der Küste« rufen IG Metall Küste und ver.di vor Beginn der Maritimen Konferenz zu einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt auf.

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-%E2%80%9EDas-Urteil-ist-wegweisend-fuer-die-europaeische-Hafenbranche%E2%80%9C-_arid,1547431.html

Copright  Weser-Kurier
Uwe Beckmeyer im Interview

„Das Urteil ist wegweisend für die europäische Hafenbranche“

Florian Schwiegershausen 10.02.2017 0 Kommentare
Interview mit Uwe Beckmeyer, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.
(Frank Thomas Koch)

Wo sind Sie gewesen, Herr Beckmeier, als Sie am Donnerstagmorgen von dem Urteil erfahren haben?

Uwe Beckmeyer: Ich bin in meinem Büro im Bundeswirtschaftsministerium gewesen.

Was bedeutet das Urteil Ihrer Meinung nach für Hamburg?

Wichtig ist zunächst einmal, dass das Urteil den Planfeststellungsbeschluss nicht aufhebt,

sondern Nachbesserungen ausdrücklich zulässt und auch einfordert. Und genau das muss

jetzt geschehen. Für die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens, aber auch der deutschen

Häfen insgesamt, kommt es jetzt darauf an, die vom Bundesverwaltungsgericht geforderten

Nachbesserungen schnell und konsequent umzusetzen.

Und was bedeutet das Urteil für Bremerhaven und Bremen?

Das heutige Urteil ist nach meiner Einschätzung wegweisend für die gesamte deutsche und

europäische Hafenbranche. Es fordert die Vereinbarkeit von Ausbauplanungen für Häfen mit

Naturschutz ganz konkret ein und hat damit auch Auswirkungen auf künftige Planungen. Das

gilt natürlich auch für die Weser und bremischen Häfen. Verfahrensmängel müssen konsequent

vermieden werden und die notwendigen Anforderungen erfüllt werden. Darauf hat die Planfeststellungs-

behörde strikt zu achten.

Inwiefern kann sich die Stadt Wilhelmshaven mit ihrem Jade-Weser-Port denn nun verstärkt

Hoffnungen machen?

Mit dem im Jahr 2012 eröffneten Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port ist ein weiterer wichtiger Anbieter i

m Bereich der Containerabfertigung entstanden. Wie aber zu Recht auch im Nationalen Hafenkonzept

2015 festgestellt, kann er die Leistungen der Container-Häfen in Hamburg und Bremerhaven jedoch nicht

ersetzen. Er bietet ein eigenständiges und zusätzliches Angebot in den Logistikketten des zunehmenden

Containerumschlags.

Wie sollten die Prioritäten für Deutschlands Häfen nun allgemein aussehen?

Als Exportnation sind wir auf verlässliche Hafen-Infrastrukturen mehr denn je angewiesen. Die Häfen

sichern einen wichtigen Teil der Grundversorgung der deutschen Industrie. Die Dienstleistungen der

deutschen Häfen insgesamt tragen wesentlich dazu bei, dass Produkte und Dienstleistungen deutscher

Unternehmen weltweit termingerecht zur Verfügung stehen. Das muss daher auch weiterhin einen

Schwerpunkt der maritimen Politik bilden. Wir haben hier bereits vieles vorangebracht in dieser

Legislaturperiode und daran müssen wir weiter arbeiten. So unterstützt die Bundesregierung die

Häfen mit dem jetzt gerade im Januar 2016 verabschiedeten „Nationalen Hafenkonzept für die

See- und Binnenhäfen“ sowie mit dem im August 2016 beschlossenen „Bundesverkehrswegeplan 2030“,

der einen Schwerpunkt auf den Ausbau der hafenbezogenen Infrastruktur setzt.

Wie sollten die Prioritäten für Deutschlands Häfen nun allgemein aussehen?

Wie gesagt, im Mittelpunkt steht hier das Nationale Hafenkonzept 2016. An den hier verabschiedeten

Maßnahmen halten wir fest. Gemeinsam mit den fachlich zuständigen Kollegen des Bundesverkehrs-

ministeriums werden dann die notwendigen Maßnahmen hierzu zügig koordiniert und umgesetzt.

Passenderweise findet die kommende Nationale Maritime Konferenz im April in Hamburg statt –

was muss dafür nun erst recht noch vorbereitet werden?

Das Konzept für die Zehnte Nationale Maritime Konferenz in Hamburg steht. Schwerpunktthema ist das

zentrale Zukunftsthema der Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft. Mit dem Branchenforum zuvor im

Dezember 2016 haben wir hierzu eine sehr interessante Diskussion angestoßen. Die Ergebnisse wollen

wir auf der Konferenz präsentieren. Und auch das nun vorliegende Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts

wird sicherlich auf der Konferenz thematisiert werden.

Die Fragen stellte Florian Schwiegershausen.

Zur Person:

Uwe Beckmeyer (SPD) ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und
Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. Er war von 1987 bis 1999 Bremens Senator
für Wirtschaft und Häfen.

http://www.hansa-online.de/maritimer-koordinator-beckmeyer-legt-bericht-ueber-maritime-wirtschaft-vor/?p=57075

Bund zieht vor Nationaler Maritimer Konferenz Bilanz

Zwei Monate vor der 10. Nationalen Maritimen Konferenz gibt es den »5. Bericht über die Entwicklung und Zukunftsperspektiven der maritimen Wirtschaft in Deutschland«. Die Bundesregierung sieht vor allem den deutschen Schiffbau im Aufwärtstrend, Erfolge von Fördermaßnahmen müssen noch evaluiert werden. Der Bericht, den der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer, vorgelegt hat, soll einen Überblick über die Lage der Branche und die Maßnahmen der Bundesregierung in den Bereichen Seeschifffahrt und Häfen, Schiffbau und Meerestechnik, Offshore-Windindustrie sowie Meeresforschung geben. Beckmeyer: »Es ist wichtig, frühzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen auf den internationalen Märkten zu reagieren; denn die gesamte Branche steht in einem harten globalen Wettbewerb. Deshalb haben wir in den vergangenen 15 Monaten seit der letzten NMK im Oktober 2015 in Bremerhaven wichtige Weichen gestellt. Die zu Jahresbeginn verabschiedete ›Maritime Agenda 2025‹ beinhaltet erstmals eine ressortübergreifende Strategie, um die maritime Branche auch mittelfristig bis 2025 zu fördern.« Die deutsche Schiffbaubranche profitierte im Berichtszeitraum vom anhaltenden Boom im Kreuzfahrtmarkt und verzeichnete Neubauaufträge internationaler Reedereien in Milliardenhöhe. Die Exportquote ist 2015 auf 97% gestiegen; der Umsatz der Werften lag bei rd. 5,1 Mrd. €. Die Zahl der Beschäftigten ist mit 18.042 auf dem höchsten Stand seit 2011. Auch für die Offshore- und Schiffbauzulieferindustrie war das Auslandsgeschäft erneut von überragender Bedeutung, geht aus Beckmeyers Bericht hervor. Der Exportanteil der Zulieferer, die in 2015 einen Umsatz von 11,7 Mrd. € erwirtschafteten (2014: 11,9 Mrd. €), lag bei 79% (2014: 74%). Wichtigste Absatzmärkte waren Asien und das EU-Ausland. Grund für den leichten Umsatzrückgang war die Entwicklung auf den Öl- und Gasmärkten. Die Bundesregierung unterstütze die Werften bei der Ausrichtung auf neue Geschäftsfelder, s o der Maritime Koordinator. Hierzu seien 2016 die beiden Programme zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovationen bei Schiffbau und maritimen Technologien verlängert worden. Wichtige Schwerpunkte sind »Industrie 4.0«, umweltfreundlicher Schiffsbetrieb und innovative Produktionsmethoden.

Bundesregierung erwartet Erholung der Schifffahrtsmärkte

Seit 2010 haben die deutschen Seehäfen dem Bericht zufolge ihre Kapazitäten ausgebaut und Maßnahmen ergriffen, um die Produktivität der Terminals zu steigern. Die Bundesregierung unterstützt die Häfen mit dem im Januar 2016 verabschiedeten »Nationalen Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen« sowie mit dem im August 2016 beschlossenen »Bundesverkehrswegeplan 2030«, der einen Schwerpunkt auf den Ausbau der hafenbezogenen Infrastruktur setzt. Innovative Hafentechnologien werden mit dem neu aufgelegten Programm IHATEC gefördert. Eine Branche im Wandel ist auch die Seeverkehrswirtschaft. Die Reedereien haben weiterhin mit einer angespannten Auftragslage und einem harten internationalen Preisdruck zu kämpfen. Vor dem Hintergrund des für 2017 prognostizierten globalen Wirtschaftswachstums sei eine Erholung der Schifffahrtsmärkte zu erwarten, heißt es. Um die Reedereien zu entlasten, habe die Bundesregierung im Jahr 2016 ein abgestimmtes Maßnahmenpaket umgesetzt. Mögliche positive Auswirkungen der Förderprogramme für die maritime Branche sollen in den kommenden Jahren evaluiert werden. Die 10. Nationale Maritime Konferenz (NMK) f indet am 4. April 2017 in Hamburg statt.

 http://www.hansa-online.de/maritime-agenda-geht-verbaenden-nicht-weit-genug/?p=54854

 
Maritime Wirtschaft soll gestärkt werden – Agenda 2025 beschlossen
Berlin Copyright Norddeutsche Rundschau
Die Bundesregierung will Schifffahrt und Werften stärker machen. Das Bundeskabinett beschloss gestern die sogenannte Maritime Agenda 2025, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Branchen zu erhöhen, die unter erheblichem Druck stehen. Ziel sei unter anderem, die Technologieführerschaft zu sichern und auszubauen. Im Schiffbau wird angestrebt, einen „flexiblen und einzelfallgerechten Einsatz von Finanzierungsinstrumenten“ des Bundes fortzusetzen. Die Hafenpolitik zwischen Bund und Ländern soll besser koordiniert werden. Zur Agenda gehören auch Maßnahmen zum Klimaschutz sowie eine Vernetzung der Offshore-Windkraftanlagen mit der Seewirtschaft. Von der maritimen Wirtschaft sind den Angaben zufolge bis zu 400 000 Arbeitsplätze direkt und indirekt abhängig. Das Umsatzvolumen werde auf bis zu 50 Milliarden Euro geschätzt. Die Werften konkurrierten mit staatlich subventionierten Konzernen im Ausland, die einen fairen Wettbewerb um Aufträge unterliefen, hieß es. Auch Häfen und Schifffahrtunternehmen stünden steigendem Konkurrenzdruck gegenüber, der durch massive Überkapazitäten sowie niedrige Charter- und Frachtraten verstärkt werde. Die deutschen Reeder begrüßten die Agenda grundsätzlich, übten aber auch Kritik. „Anders als in den bisher bekannten Eckpunkten für die Luftfahrtindustrie mangelt es der ‚Maritimen Agenda‘ an einer Bestandsaufnahme und Analyse der globalen Wettbewerbslage der maritimen Branche“, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Reeder (VDR). „ Die Agenda ist gut, sie muss aber zu einer Gesamtstrategie weiterentwickelt werden, sonst bleibt sie von begrenztem Wert für die Bewältigung der Zukunftsfragen der maritimen Wirtschaft.“
dpa

http://www.fruchtportal.de/artikel/startschuss-zur-10-nationale-maritime-konferenz-2017/025874

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Startschuss zur 10. Nationale Maritime Konferenz 2017

14. Dezember 2016
Der Maritime Koordinator der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, hat heute in Berlin im Rahmen eines Branchenforums zur Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft den Startschuss für die 10. Nationale Maritime Konferenz (NMK) gegeben. startschuss_zur_10__nationale_maritime_konferenz_2017cbmwi_andreas_mertens Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer. © BMWi / Andreas Mertens Rund 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft, Bund und Ländern diskutieren im Rahmen eines Branchenforums über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Das Thema ist auch Schwerpunkt der 10. Nationale Maritime Konferenz 2017, die am 4. April 2017 in Hamburg stattfinden wird. Quelle: Hafen Hamburg Marketing e.V.

Bund will maritime Digitalisierungsstrategie

Im Rahmen eines Branchenforums zur Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft hat der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer, den Startschuss für die 10. Nationale Maritime Konferenz (NMK) gegeben. Das Thema Digitalisierung ist auch Schwerpunkt der Veranstaltung, die am 4. April 2017 in Hamburg stattfinden wird. Beckmeyer: »Digitalisierung steigert die Wettbewerbsfähigkeit unserer maritimen Unternehmen und ermöglicht neue Geschäftsfelder. Das schafft Wertschöpfung und Beschäftigung. Um die Chancen von Industrie 4.0 für die Branche erfolgreich zu nutzen, brauchen wir eine maritime Digitalisierungsstrategie. Wie ein solcher Fahrplan in die digitale Zukunft aussehen kann, darüber wollen wir beim heutigen Branchenforum mit allen Akteuren diskutieren. Stichworte sind strategische Netzwerke, branchenübergreifende Lösungsansätze und eine erneuerte Sozialpartnerschaft.« Mit dem Start einer interaktiven Landkarte zur maritimen Forschung in Deutschland hat das BMWi heute einen ersten Baustein präsentiert. Die Forschungslandkarte zeigt, an welchen Orten zu maritimen Themen geforscht wird; in der interaktiven Datenbank, die das gesamte Bundesgebiet umfasst, lassen sich die einzelnen Forschungseinrichtungen sowie die Wissensgebiete anklicken.
»Digitalisierung führt zu mehr Effizienz und neuen Geschäftsfeldern«
Das Bundeswirtschaftsministerium will mit der digitalen Forschungslandkarte die F&E-Aktivitäten der maritimen Industrie unterstützen. Beckmeyer: »Ich bin überzeugt, dass die Forschungslandkarte für den maritimen Standort Deutschland von großem Nutzen sein wird.« In zwei von den Bundesministerien für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie Wirtschaft und Energie ausgerichteten Workshops diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des Branchenforums über die Auswirkungen der Digitalisierung in Seeschifffahrt und Hafenwirtschaft sowie in der maritimen Produktion. Im Mittelpunkt steht den Angaben zufolge der Austausch zwischen den Akteuren der verschiedenen Teilbranchen sowie die Frage, wie sich die Erfahrungen anderer Wirtschaftszweige für die maritime Branche nutzen lassen.
09.05.2017
Transport Logistik Messe München ab 15:30

mariLOG

9. Internationale Konferenz für maritime Logistik 9th International Conference for Maritime Logistics Nach den Fusionen und der Neuordnung der Allianzen: Wird in der Containerschifffahrt nun alles besser? After the merging and restructuring of alliances: Are we now about to witness an upturn in container shipping? In der Containerschifffahrt rollt eine beispiellose Konsolidierungswelle. Coscon und China Shipping haben fusioniert, CMA CGM hat NOL/APL übernommen, Hapag-Lloyd hat sich mit UASC zusammengeschlossen und es wird kräftig über weitere Fusionen und Übernahmen spekuliert. Zudem musste Hanjin Shipping I nsolvenz anmelden. An unprecedented wave of consolidation is emerging in container shipping. Coscon and China Shipping have merged, CMA CGM has taken over NOL/APL, Hapag-Lloyd has joined forces with UASC, and there is constant talk and speculation about further mergers and acquisitions. On top of all this, Hanjin Shipping has filed for bankruptcy.
http://www.pt-magazin.de/newsartikel/archive/2015/november/02/article/die-maritime-wirtschaft-schafft-innovation-und-beschaeftigung-in-ganz-deutschland.html http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article148854476/Bei-Containern-ganz-vorn.html   Copyright Welt    

http://www.pressebox.de/inaktiv/jade-hochschule-wilhelmshaven-oldenburg-elsfleth/Konferenz-zur-Attraktivitaet-der-Deutschen-Flagge-14-Dezember/boxid/827798

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Konferenz zur Attraktivität der "Deutschen Flagge" - 14. Dezember

Fachbereich Seefahrt und Logistik / Studierende laden zum Austausch ein

(PresseBox) (Wilhelmshaven, ) Studierende höherer Semester der Studiengänge Internationales Transportmanagement und Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft laden zu einer Konferenz am Fachbereich Seefahrt und Logistik in Elsfleth ein. Das Thema der Veranstaltung „Deutsche Flagge“ war Bestandteil ihrer Studienarbeiten im laufenden Semester. Auf der Agenda der Konferenz stehen nun die Ergebnispräsentationen der Projektgruppe sowie die Diskussion mit teilnehmenden Experten und Referenten aus der Wirtschaft. Hintergrund der Betrachtungen ist der aktuelle Tiefstand der Schiffe, die unter deutscher Flagge fahren. Als Ergebnis der letzten Maritimen Konferenz im Oktober 2015 in Bremerhaven wurden verschiedene Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet, um die Schifffahrt unter deutscher Flagge wieder attraktiver zu gestalten. Diese Maßnahmen sollen Ausbildung und Beschäftigung an Bord stärken und das Know-how für die gesamte maritime Wirtschaft an Land sichern. In dem studentischen Projekt „Deutsche Flagge“ wurde die Wirksamkeit dieser Maßnahmen - auch im Vergleich zur Schifffahrt unter anderen EU- und außereuropäischen Flaggen  - analysiert und unter monetären und nicht-monetären Aspekten bewertet. „Unsere Studierenden lernen den kritischen Umgang mit einem wichtigen Aspekt ihres zukünftigen Arbeitsumfeldes. Die Konferenz stellt für sie einen gelungenen Abschluss des Projektes und eine weitere Austauschmöglichkeit mit Experten aus der Branche dar“, erklärt Dr. Klaus Harald Holocher, Professor für Europäische Verkehrswirtschaft und Hafenmanagement an der Jade Hochschule. Gemeinsam mit Dr. Iven Krämer, Referatsleiter Häfen und Schifffahrt beim Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen in Bremen, betreut er das Projekt. Die Konferenz findet am 14. Dezember ab 13 Uhr im Raum C2 des Campus-Gebäudes, An der Weinkaje 5, 26391 Elsfleth statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anmeldung und das Programm finden Sie unter jade-hs.de/Konferenz/Flagge

WIRTSCHAFT

Artikel vom / Ausgabe 46 / Seite 4

Bei Containern ganz vorn

Deutschland unterhält, wenn man die Nationalität des Eigners zum Maßstab macht, die

viertgrößte Handelsflotte der Welt – nach Griechenland, Japan und China und vor den USA

und Südkorea. Der deutsche Weltmarktanteil liegt bei acht Prozent.

Im Teilbereich Containerschiffe liegt Deutschland dagegen ganz vorn, hier erreicht der

Weltmarktanteil 29 Prozent. Mit weitem Abstand folgen Dänemark, Griechenland, China und Japan.

Wie viel Geld mit der Containerschifffahrt verdient wird, hängt traditionell stark von der

Weltkonjunktur ab. Seit der Finanzkrise von 2008 haben sich die Charterraten jedoch nie

wieder richtig erholt. Zuletzt lag der einschlägige "Howe Robinson Containership Index"

um 23 Prozent unter seinem 15-Jahres-Durchschnitt.

Nur ein kleiner Teil der deutschen Handelsflotte, nämlich 370 Schiffe, ist auch unter

deutscher Flagge unterwegs. 1025 Schiffe fahren unter liberianischer Flagge, weitere 950

unter der Flagge von Antigua und Barbuda.

Die deutsche Seeschifffahrt beschäftigt hierzulande 62.000 Erwerbstätige auf See und

24.000 weitere an Land. Deutsche Reedereien schaffen darüber hinaus indirekt Jobs unter anderem bei

Zulieferern und Werften. Deren Zahl in Deutschland und im sonstigen Europa wird auf 285.000 geschätzt.

  Copyright PT _magazin
02.11.2015 12:28 Kategorie: P.T. Norddeutschland

„Die maritime Wirtschaft schafft Innovation und Beschäftigung in ganz Deutschland“

Windenergie sorgt für Wachstum am Nord-Ostsee-Kanal

Die Bundesregierung hat den Nord-Ostsee-Kanal im Blick: Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt

ist von immenser Bedeutung für die maritime Wirtschaft. Sie verbindet die Nordsee mit der Ostsee und verkürzt die

Export-Wege um rund 460 Kilometer.

Copyright Arne Lütkenhorst Mit einem jährlichen Umsatz von 50 Milliarden Euro und 400.000 Beschäftigten ist die maritime Wirtschaft einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands. „Sie schafft Innovation und Beschäftigung in ganz Deutschland“, so Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf der Nationalen Maritimen Konferenz im Oktober in Bremerhaven. „Maritime Wirtschaft“, das umfasst Seeschifffahrt und Schiffbau sowie die Häfen und ihre Infrastruktur. Für alle Bereiche ist mit der Energiewende – vor allem der Windenergie – enormes Wachstumspotenzial verbunden: Neue Spezialschiffe kommen bei der Errichtung und Wartung von Offshore-Windenergieanlagen zum Einsatz; die Häfen werden zu Logistik- und Produktionszentren. Aktuell richtet die Bundesregierung ein spezielles Augenmerk auf den Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Im Jahr 2014 passierten ihn rund 32.600 Schiffe. Der Kanal erspart die um ein Vielfaches längere Fahrt um die Kimbrische Halbinsel (Jütland) – immerhin rund 460 Kilometer – und durchquert auf knapp 1 00 Kilometern Schleswig-Holstein. http://www.dvz.de/rubriken/seefracht/single-view/nachricht/reeder-und-haefen-koennen-wieder-nach-vorn-schauen.html Copyright DVZ

Reeder und Häfen können wieder nach vorn schauen

Viele  Feederschiff in Bremerhaven: Die Reeder bekommen Geld für den Know-how-Erhalt, die

Häfen für Zukunftstechnik. (Foto: Martin Elsen Copyright )

22. Oktober 2015 | von Sebastian Reimann

Maritime Agenda 2025 – die Eckpunkte

Auf der 9. Nationalen Maritimen Konferenz wurden die Eckpunkte einer Maritimen Agenda für die kommenden zehn Jahre vorgestellt. Sie sollen bis Anfang kommenden Jahres in einem Kabinetts- beschluss münden. Dabei hat das Bundeswirtschaftsministerium sieben Ziele beziehungsweise Leitbilder formuliert.
  • Forschung, Entwicklung und Innovationen stärken – Technologieführerschaft sichern und ausbauen:
  • Dabei geht es insbesondere um die Verlängerung und Aufstockung von Förderprogrammen im
  • Schiffbau und bei maritimen Technologien.
  • Zukunftsmärkte erschließen: Hier sind vor allem die Förderung der Offshore-Windenergie sowie von
  • Offshore-Öl und -Gas gemeint. Auch der junge Industriezweig Tiefseebergbau wird hier genannt.
  • Internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken: Darunter werden Einzelziele wie die Unterstützung der
  • Unternehmen auf Exportmärkten oder auch die deutsche Flagge europäisch wettbewerbsfähig zu
  • gestalten subsumiert.
  • Green Shipping – Klima- und Umweltschutz im Seeverkehr voranbringen: Hier sollen umweltfreundliche
  • Technologien wie LNG gefördert und einheitliche Umweltstandards auf internationaler Ebene geschaffen werden.
  • Erhalt und Neubau der Infrastruktur: Die seewärtigen Zufahrten sowie die Hinterlandanbindungen der
  • Häfen stehen hier im Fokus. Auch geht es um den Ausbau der LNG-Infrastruktur und der Offshore-
  • Kapazitäten in den Häfen.
  • Ausbildung und Beschäftigung im Rahmen des Maritimen Clusters sichern: Hierunter fallen Punkte
  • wie die Weiterentwicklung des Maritimen Bündnisses.
  • Industrie 4.0 stärker in der maritimen Branche verankern: Darunter fällt beispielsweise die Neuauflage
  • eines Förderprogramms für Hafenlogistik und -technologien.
Empfehlung
eutschlands Hafen- und Schifffahrtsbranche atmet auf. Bei der Nationalen Maritimen Konferenz am Montag und Dienstag in Bremerhaven sind die zentralen Forderungen der Unternehmen erfüllt worden. Und die Branche kann sich der Unterstützung der Bundeskanzlerin versichert fühlen. „Deutschland ist als Exportnation auf gute Verkehrsverbindungen angewiesen, und die Schifffahrt ist dabei ein wichtiger Verkehrsträger“, hatte Angela Merkel am Montag vor den rund 800 Teilnehmern gesagt. Und am Dienstag sendeten auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt starke Solidaritätssignale aus und hoben die Bedeutung der maritimen Branche für die gesamte Volkswirtschaft hervor. Konkurrenzfähig bleiben „Sie schafft Innovation und Beschäftigung in ganz Deutschland“, sagte Gabriel. Wie sein Kabinettskollege Dobrindt sprach er sich für die Vertiefungen von Weser und Elbe aus. Es dürfe nicht zum Stillstand bei der Entwicklung der Häfen kommen, sagte der Minister. Die Hafenwirtschaft kann denn auch zwei zentrale Ergebnisse auf der Habenseite verbuchen. Zum einen wird das Nationale Hafenkonzept fortgeschrieben. Es soll noch bis Jahresende im Kabinett beschlossen werden. Zweitens fördert das Bundesverkehrsministerium künftig mit insgesamt 55 Mio. EUR für die Jahre 2016 bis 2020 im Rahmen eines digitalen Innovationsprogramms die Forschung und Entwicklung innovativer Verkehrstechnologien. Dazu zählt beispielsweise die Automatisierung von Hafenkränen. Dahinter verbirgt sich das vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) geforderte weiterzuführende Programm Isetec III. Aus haushalterischen Gründen kann es nur nicht mehr so heißen. Für Isetec II wurden vom Bund zwischen 2008 und 2012 21,2 Mio. EUR bewilligt, weitere 20,5 Mio. EUR brachten die Projektpartner an Eigenmitteln ein. Die Reeder wurden während der Konferenz gleich mehrfach und von verschiedener Seite ermahnt, ihren Teil zum Erhalt der deutschen Flagge und damit auch des maritimen Know-hows in Deutschland beizutragen. „ Wenn wir als Schifffahrtsnation weiterhin zum Wachstum beitragen wollen, dann müssen wir natürlich die maritime Kompetenz erhalten“, formulierte es Dobrindt noch freundlich. Uwe Beckmeyer, der Maritime Koordinator der Bundesregierung, wurde da schon deutlicher. Die Tarifparteien, sprich der Verband Deutscher Reeder auf Arbeitgeberseite und die Gewerkschaft Verdi, hätten nicht wie erhofft zur Maritimen Konferenz einen Kompromissvorschlag zur Schiffsbesetzungsverordnung vorgelegt. Das Thema bleibe damit ganz oben auf der Aufgabenliste, so Beckmeyer. Doch trotz der Ermahnung können sich die Reeder freuen. Die Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung werde vorbereitet, kündigte Dobrindt an. Konkret geht es darum, dass künftig auf Schiffen unter deutscher Flagge nur noch zwei oder drei deutsche oder europäische Seeleute vorgeschrieben sein sollen. Bisher sind es fünf. Der Verband Deutscher Reeder wertet dies als überaus positives Signal. Heftigen Widerspruch gab es von seiten der Gewerkschaft. Die Ankündigung Dobrindts bezeichnete Thomas Mendrzik, Fachgruppenleiter Häfen bei Verdi, als „faktische Aufkündigung des Maritimen Bündnisses“. Den Reedern warf er eine Selbstbedienungs- mentalität vor. Im Kopf hatte er dabei die weiteren finanziellen Zusagen der Bundesregierung an die Reeder. So wird der Lohnsteuereinbehalt für Beschäftigte auf Schiffen unter deutscher Flagge, wie schon vor der Konferenz angekündigt, von 40 auf 100 Prozent erhöht. Ferner sollen den Arbeitgebern künftig die Sozialversicherungs- beiträge auf Antrag erstattet werden. Das Entlastungsvolumen dürfte bei gut 100 Mio. EUR liegen. Zudem wird die Ausbildungsplatzförderung erhöht. Ferner ist die Bundesregierung dem Wunsch der Reeder nachgekommen, den Einsatz von LNG als alternativem Schiffstreibstoff zu fördern. Allein 2016 würden zusätzliche 8 Mio. EUR für die Entwicklung der LNG-Infrastruktur in den Häfen an Nord- und Ostsee bereitgestellt, teilt das Bundesverkehrsministerium mit. Und auch die Förderrichtlinie zur Umrüstung von Schiffen auf LNG werde vom kommenden Jahr an „mit erheblichen Mitteln ausgestattet“, so Dobrindt. Ein erster Förderbescheid über 5 Mio. EUR ist vergangene Woche an die Wessels Reederei für die Umrüstung des Containerfeederschiffs „Wes Amelie“ ergangen. Zukunftsfest machen Um Innovationen und Zukunft ging es bei der Maritimen Konferenz generell sehr viel. Ausdruck fand dies in dem von Uwe Beckmeyer vorgestellten Entwurf einer Maritimen Agenda 2025 (wesentliche Punkte siehe rechts). Sie ist mit den anderen Ressorts bisher nicht abgestimmt, soll aber möglichst bis Anfang kommenden Jahres im Kabinett beschlossen werden. Darin sollten dann auch zumindest Teile des Nationalen Hafenkonzepts und des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik einfließen, kündigte Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann an. Damit sah er auch ein neues Kapitel im Rahmen der Nationalen Maritimen Konferenz aufgeschlagen. „Wir wollten dieses Mal einen Schlussstrich unter Themen wie Isetec III, den Lohnsteuereinbehalt für Reeder oder auch die Schiffsbesetzungsverordnung ziehen“, so Ferlemann. Bei den künftigen Konferenzen solle es dann nicht mehr so stark um die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen gehen, sondern eher um eine Zukunftsperspektive für die kommenden zehn Jahre. Den Auftakt dazu soll die nächste Maritime Konferenz machen, die im Frühjahr 2017 stattfinden soll. Dem Vernehmen nach macht sich Hamburg berechtigte Hoffnungen, nächster Austragungsort zu sein.

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Copyright Norddeutsche Rundschau siehe andere wichtige Artikel dazu weiter unten
Wilhelmshaven will mit Brunsbüttel um Flüssiggas konkurrieren
Kiel/Hannover
Beim künftigen Umschlag von Flüssiggas (LNG) bahnt sich ein Wettstreit zwischen den norddeutschen Häfen an. Das Wirtschaftsministerium in Kiel unterstützt schon längere Zeit Pläne, in Brunsbüttel ein nationales LNG-Terminal aufzubauen. Nun unternimmt offenbar auch das Land Niedersachsen einen neuen Anlauf zum Aufbau eines solchen Terminals in Wilhelmshaven. Das berichtet das Magazin „Capital“. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigte sich trotz der Pläne aus Hanover gelassen. „Unsere Pläne sind bereits konkreter und gemeinsam mit industriellen Partnern abgestimmt“, so der Minister. Brunsbüttel sei durch seine geografische Lage an Elbe und Nord-Ostsee-Kanal als zentraler LNG-Standort in der Deutschen Bucht besonders geeignet. Flüssiggas gilt vielen Experten als zukunftsweisender Energieträger und eine Möglichkeit, Deutschlands Abhängigkeit zum Beispiel von russischem Gas zu reduzieren. 2005 hatte der Konzern Eon bereits Vorarbeiten für ein LNG-Terminal in Wilhelmshaven begonnen, das Projekt jedoch 2008 gestoppt. Der Konzern sah damals angesichts der notwendigen Investitionen von mehr als einer halben Milliarde Euro keine wirtschaftliche Perspektive für das Projekt – zumal es an Co-Investoren mangelte.
til
Gemeinsame Pressemitteilung
20.10.2015

9. Nationale Maritime Konferenz setzt Segel für Zukunftsmärkte

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, bei seiner Rede auf der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK)
© BMWi/Heller
Der zweite Tag der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) wurde heute mit den Reden von Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundesverkehrsminister Dobrindt eröffnet. Zudem wurden zwei Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit beim Thema Tiefseebergbau zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel: "Die maritime Wirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland - und sie wirkt weit über die Küstenregionen hinaus. Mehr als 380.000 Beschäftigte und ein jährlicher Umsatz von rund 50 Milliarden Euro sind dafür ein beeindruckender Beleg. Die Nationale Maritime Konferenz ist das Zukunftsforum der Branche. Es geht um aktuelle Herausforderungen und Strategien zur Stärkung der maritimen Wirtschaft: Ziel ist die Sicherung der Technologieführerschaft und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Gerade die Chancen der Energiewende und der Bereich Offshore-Windenergie sind hier zentrale Themen." Der Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt: "Deutschland ist Logistikweltmeister und Mobilitätsland Nummer 1. Diesen Erfolg verdanken wir auch der Leistungsbilanz der deutschen Schifffahrtsbranche: Deutschland ist weltweit eine der größten Schifffahrtsnationen. Bei der Containerschifffahrt belegen wir mit einem internationalen Marktanteil von rund 30 Prozent den Spitzenplatz. Wir werden den Schifffahrtsstandort Deutschland weiter stärken und wir wollen das maritime Know-How in Deutschland halten." Der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer, zu den auf der Maritimen Konferenz vorgestellten Eckpunkten einer Maritimen Strategie der Bundesregierung (PDF: 3,9 MB): "Wir haben auf der 9. NMK in Bremerhaven zentrale Maßnahmen verabredet, um die maritime Industrie im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken. Es ist mit den gestern vorgestellten Eckpunkten gelungen, Schwerpunkte und Maßnahmen zu definieren, um das Know-how und die Stärken der maritimen Wirtschaft zu bündeln und der Branche damit größere Schlagkraft zu verleihen." Um die im Eckpunktepapier genannten Ziele zu erreichen, wird die Bundesregierung die maritimen Förderprogramme neu ausrichten, die maritime Wirtschaft im Rahmen der Plattform "Industrie 4.0" einbinden und die Förderung für den 2010 eingerichteten Arbeitskreis "Vernetzung der maritimen Wirtschaft mit der Branche der Offshore-Windenergie" fortsetzen. Im Bereich Tiefseebergbau unterzeichneten Vertreter der deutschen und französischen Regierung sowie der Wirtschaft zwei "Declarations of Intent". Vereinbart wurde eine stärkere Kooperation zwischen den Ländern; zugleich verpflichteten sich beide Seiten zu höchsten Umweltstandards und größter Transparenz. Die im Eckpunktepapier genannten Ziele und Maßnahmen der maritimen Strategie werden in den kommenden Monaten innerhalb der Bundesregierung und mit der Branche abgestimmt. Am Ende soll ein Kabinettbeschluss stehen. Die vom Maritimen Koordinator Uwe Beckmeyer vorgestellten Eckpunkte einer Maritimen Strategie der Bundesregierung finden Sie hier (PDF: 3,9 MB). Die Absichtserklärungen ("Declarations of intent") zur Zusammenarbeit im Tiefseebergbau zwischen Frankreich und Deutschland finden Sie hier:
https://www.ndr.de/nachrichten/Wieder-hoher-Besuch-auf-Maritimer-Konferenz,maritimekonferenz138.html http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Weser-Kurier-Leitartikel-von-Norbert-Holst-ueber-die-Nationale-Maritime-Konferenz-4565026 http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-Anbindung-ans-Hinterland-_arid,1233723.html Video: "Mehr als sieben Millionen Männer, Frauen und Kinder machten sich von hier aus auf den beschwerlichen Weg in die neue Welt in der Hoffnung auf ein besseres Leben.[...] Und heute haben sich nun die Zeichen umgekehrt: Deutschland und Europa sind nicht Ausgangspunkt von Flucht, sondern Zufluchtsort." - Rede von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der 9. Maritimen Konferenz in Bremerhaven. Copyright Weserkurier
9. Nationale Maritime Konferenz Copyright Verkehrsrundschau
 http://www.verkehrsrundschau.de/gabriel-unterstuetzung-fuer-die-fahrrinnenvertiefung-1710188.html

Gabriel: Unterstützung für die Fahrrinnenvertiefung

Neben Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sprach sich auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt auf der Nationalen Maritimen Konferenz für die Vertiefung von Elbe und Weser aus.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sichert den Häfen die Unterstützung durch die Bundesregierung zu

Anbindung ans Hinterland

20.10.2015 0 Kommentare
Der Bund gibt viele Milliarden aus, damit Güterzüge und Lkw die Waren schnell abtransportieren. (Malte Christians, picture alliance / dpa)
Daher wird es immer schwieriger, die stetig steigende Zahl an Gütermengen auf überlasteten Straßen und dem Schienennetz aus den Häfen abzutransportieren. Ein Beispiel für solch langwierige Diskussionen ist die Debatte über die sogenannte Y-Trasse. >> Bahn setzt bei Y-Trasse auf Ausbau Die Bundesregierung hat laut dem Strategiepapier erkannt, dass Kapazitätsengpässe in den Seehäfen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hemmen könnten. Daher lege der Bund einen besonderen Schwerpunkt auf die hafenbezogene Infrastruktur. „In dieser Legislaturperiode hat sie zusätzliche Mittel für Investitionen in die Verkehrswege des Bundes in Höhe von fünf Milliarden Euro bereitgestellt, weitere 3,1 Milliarden Euro stehen in den Jahren 2016 bis 2018 aus dem Zehn-Milliarden-Euro-Paket für Zukunftsinvestitionen zur Verfügung“, heißt es in dem Eckpunktepapier. Auch im Bundesverkehrswegeplan 2015 würden die Hinterlandanbindungen eine besondere Rolle spielen. Konkret plant der Bund demnach, hoch belastete Knoten, Hinterlandanbindungen und Hauptachsen auszubauen
Copyright NDR
Stand: 20.10.2015 07:37 Uhr - Lesezeit: ca.4 Min.

Maritime Konferenz: Strategie für globalen Markt

Auch Tag zwei der 9. Nationalen Maritimen Konferenz wird von der hohen Politik eröffnet: Am Vormittag wollen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) die Pläne ihrer Ressorts vorstellen. Im Fokus steht dabei abermals die Zukunft der maritimen Wirtschaft im hart umkämpften globalen Markt. Mit einer nationalen maritimen Strategie will die Bundesregierung deren Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Zum Auftakt der zweitägigen Veranstaltung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag auf die Bedeutung der Seeschifffahrt für ganz Deutschland hingewiesen - und weitere finanzielle Entlastungen für Reeder angekündigt.

Maritime Konferenz: Hilfe für deutsche Reeder

Niedersachsen 18.00 Uhr - 19.10.2015 18:00 Uhr Autor/in: Carsten Wagner
Zu Beginn der Maritimen Konferenz hat Bundeskanzlerin Merkel eine Entlastung der Reeder angekündigt: Wer unter deutscher Flagge fährt, soll die Lohnsteuer der Besatzung sparen.
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Reeder müssen keine Lohnsteuer mehr zahlen

Es werde eine gesetzliche Neuregelung geben, so Merkel, nach der die Reeder die Lohnsteuer der Beschäftigten unter deutscher Flagge künftig nicht mehr zahlen müssen. Entlastungen soll es der Bundeskanzlerin zufolge auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen geben. Wegen der Steuerbefreiungen im Energiesteuergesetz ist der Schiffsverkehr in Deutschland bereits quasi von Umsatzsteuer und Energiesteuer befreit. Merkel sagte, dass die Änderungen angesichts des Kostendrucks in der internationalen Schifffahrt beschlossen worden seien. "Zwischen Bund und Ländern besteht Einigkeit, dass wir eine starke Seeschifffahrt unter deutscher Flagge brauchen", bilanzierte die Kanzlerin. Der Verband Deutscher Reeder begrüßte die Ankündigungen. "Das ist ein Bekenntnis zur maritimen Wirtschaft", kommentierte Präsident Alfred Hartmann.

Lies: "Beste Position haben wir miteinander"

Es müsse deutlich werden, dass die maritime Wirtschaft nicht eine Wirtschaft des Nordens ist, sondern für die gesamte Wirtschaft Deutschlands von Bedeutung, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Montag zu NDR Info. Daraus leiten sich laut Lies auch Forderungen ab, etwa die angemessene Berücksichtigung der Seehäfen im Bundesverkehrswegeplan oder die Unterstützung des Bundes bei Investitionen in Häfen. Der letzte Punkt sei für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Welthandel, der größtenteils über den Seeweg abgewickelt werde, entscheidend. Sehr deutlich sprach sich der niedersächsische Wirtschaftsminister auch für eine nationale Kooperation der Häfen aus: "Lasst uns endlich nicht nur sagen, dass wir besser zusammenarbeiten wollen, sondern inhaltlich daran arbeiten. Die beste Position haben wir miteinander - gegeneinander wird es schwierig."
Videos
Niedersächsischer Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) im Gespräch. © NDR Fotograf: Frank Jakobs
01:55 min

"Ich möchte mehr Container in Deutschland"

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) wirbt für Zusammenarbeit der Häfen in Niedersachsen, Hamburg und Bremen. Das Ziel müsse sein, mehr Ladung in Deutschland umzuschlagen. Video (01:55 min)

Verbände fordern maritime Strategie

Der Bremerhavener SPD-Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer ist nicht nur Gastgeber der zweitägigen Konferenz, sondern auch Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. Zusammen mit Branchenvertretern hatte er die nationale maritime Strategie erarbeitet. "Die besondere Innovationskraft deutscher Unternehmen, gerade auch im Bereich der maritimen Wirtschaft, steht im Mittelpunkt unserer Politik", sagte Beckmeyer im Vorfeld. Die Große Koalition hat im Bundestag eine Entschließung verabschiedet, die fast alle von den Verbänden vorgebrachten Punkte aufgreift und die Bedeutung der maritimen Branchen herausstreicht. Das ist allerdings noch kein Gesetz, sondern nur eine Grundlage für die weitere Politik.

Werftenförderung und Ausbau von Hafenanbindungen

Die Reeder wünschen sich mehr Beschäftigung unter deutscher Flagge. Derzeit gibt es erstmals seit Beginn der Schifffahrtskrise weniger als 7.000 deutsche Seeleute. Deswegen seien die Maßnahmen ein notwendiger Beitrag, um das maritime Know-how aus der Seeschifffahrt für den gesamten Standort Deutschland zu sichern, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Alfred Hartmann. Auch die Werften wollen mehr Geld für die Forschungs- und Technologieförderung. Der Schiffbauverband etwa weist darauf hin, dass die erfolgreiche High-Tech-Branche Schiffbau von der Regierung mit lediglich 50 Millionen Euro jährlich gefördert wird, die Luft- und Raumfahrt dagegen mit 1,5 Milliarden Euro. Gemeinsam mit der IG Metall Küste fordern die Schiffbauer eine Innovationsoffensive und ein Maritimes Forschungszentrum.
Video
Die Brücke eines Containerschiffs auf hoher See © imago/Hoch Zwei/Angerer
mit Video

Patentlösung für Kapitäns-Nachwuchs gesucht

Viele deutsche Reeder stellen lieber günstige ausländische Offiziere ein. Junge Nautiker haben so kaum Chancen, ihr Kapitänspatent zu machen. Auch darüber wird auf der Maritimen Konferenz diskutiert. mehr
Ein Containerschiff im Hamburger Hafen.
01:52 min

Flüssiggas: Deutsche Reeder wollen umrüsten

18.10.2015 19:30 Uhr
Hamburg Journal
Hamburgs Reeder wünschen sich Unterstützung, um ihre Schiffe auf Gas umzurüsten. Flüssiggas würde die Flotten kostengünstiger und umweltfreundlicher machen. Video
http://www.liberale.de/content/nord-fdp-die-maritime-wirtschaft-als-chance-fuer-deutschland-und-europa http://www.europeonline-magazine.eu/maritime-wirtschaft-kommt-mit-langem-wunschzettel-zur-konferenz http://www.radiobremen.de/politik/themen/maritimekonferenz102.html http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/maritimekonferenz104.html http://www.welt.de/politik/deutschland/article147745414/Dobrindt-staerkt-Bahn-mit-Hafenprogramm.html

Maritime Konferenz in Bremerhaven

Große Erwartungen an Kanzlerin Merkel

Um die Zukunft von Schiffbau, Schifffahrt und die Hochsee-Windenergie geht es ab heute bei einer Konferenz in Bremerhaven. Rund 800 Vertreter der maritimen Wirtschaft, von Wissenschaft und Politik sprechen darüber, wie die Bundesregierung diese Branchen in den nächsten Jahren unterstützen kann. Copyright Radio Bremen Copyright europeonline-maganzine siehe unten Copyright liberale 17.10.2015FDPWirtschaft

Nord-FDP: Die maritime Wirtschaft als Chance für Deutschland und Europa

Berlin. Im Vorfeld der Nationalen Maritimen Konferenz am 19./20. Oktober in Bremerhaven haben FDP-Politiker der norddeutschen Bundesländer die folgende gemeinsame Erklärung verfasst: „Die maritime Wirtschaft ist nicht nur für Norddeutschland, sondern für ganz Deutschland und Europa von entscheidender Bedeutung. 90 Prozent des europäischen Außenhandels wird auf dem Seeweg transportiert, 60 Prozent der deutschen Exporte. Die 9. Nationale Maritime Konferenz ist ein wichtiges Ereignis, um die verschiedenen Bereiche des maritimen Sektors zusammenzubringen. Zu selten wird die maritime Wirtschaft in ihrer Gänze gesehen, dabei umfasst sie global ein jährliches Volumen von 1.500 Milliarden Euro. Von Schiffbau über Fischerei, Offshore-Windenergie, Containerschifffahrt, Küstentourismus sowie Zukunftssektoren wie blauer Biotechnologie und Meeresbergbau - die Bandbreite der „blauen Wirtschaft“ ist weit. Zulieferbetriebe sitzen in Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern genauso wie in Sachsen oder Bayern. Deswegen ist es von nationalem Interesse, dass die Bundesregierung diesen Wirtschaftszweig endlich strategisch stärkt. Das 21. Jahrhundert ist angesichts der Globalisierung ein maritimes Jahrhundert. Copyright HHLA Trotz des hohen Grades an globalem Wettbewerb ist Deutschland bezüglich technologischem Know-How und Innovationspotential exzellent aufgestellt. Die fünf Küstenländer verfügen über ausgezeichnete Universitäten und Forschungszentren, die, wie das Alfred Wegener Institut in Bremerhaven und das GEOMAR in Kiel, zu den besten der Welt gehören. Diese Stellung gilt es nicht nur zu verteidigen, sondern auszubauen. Forschung und Innovation sind die treibenden Elemente der maritimen Wirtschaft der Zukunft. Deutschland muss mehr in die Forschung investieren, und gleichzeitig sollte die ökonomische und politische Nutzbarkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse weiter verbessert werden. Copyright Yang  Ming Eine effiziente Stärkung der maritimen Wirtschaft muss auf einer ambitionierten Meerespolitik fußen. Die Europäische Union hat hier mit dem Konzept der ,Integrierten Meerespolitik‘ und der daraus hervorgegangenen Strategie für ein „Blaues Wachstum“ die richtigen Zeichen gesetzt. Wir müssen die drei Dimensionen maritimer Politik zusammenführen: Wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte sind im Meer eng miteinander verknüpft. Die maritime Wirtschaft ist in Küstenregionen von herausragender ökonomischer Bedeutung. Gleichzeitig bietet der Lebensraum Meer eine einzigartige ökologische Vielfalt, die es zu bewahren gilt. Dies kann nur gelingen, wenn wir zusammenarbeiten. Wir brauchen eine enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Umweltverbänden, und zwar auf allen Ebenen: regional, national und europäisch. Wasser kennt keine Grenzen, und daher sollten sich die norddeutschen Küstenländer genauso wie die europäischen Anrainerstaaten im Bereich der Meerespolitik so eng wie möglich abstimmen. Im Sinne der europäischen Initiative zu ,Smart Specialisation‘ geht es darum herauszufinden, wo die Stärken einer Region liegen und wie sie in das größere Konzept von regionaler Zusammenarbeit eingebracht werden können. Copyright Lutz Messerschmidt Deutschland ist darauf gut vorbereitet. Seine Häfen gehören zu den modernsten und wettbewerbsfähigsten der Welt. Es hat die weltgrößte Flotte Containerschiffe und zählt im Bereich der Offshore-Windenergie zu den führenden Nationen. Auch Schiffsneubau, insbesondere im Kreuzfahrtbereich, wird an der Nordseeküste aber auch an der Ostseeküste wieder profitabel betrieben. Copyright HPA Aber wir müssen heute die Weichen für die Zukunft stellen. Der Wettbewerb beim Ausbau von Windkraftanlagen muss befördert und besser koordiniert werden. Die Nord-Stream-Pipeline und das gesamte Energiecluster Greifswald/Lubmin soll in die norddeutsche Energiepolitik einbezogen werden. Der Strukturwandel in der Werftindustrie ist alleinige Aufgabe der jeweiligen Unternehmen. Wir setzen uns stattdessen für eine international ausgerichtete Industriepolitik ein. Der Ausbau der Außen-, Unter- und Mittelweser, die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe sowie die Vertiefung der Außenems müssen gemeinsam mit dem Bund zügig vorangetrieben werden. Der Bau einer Schleuse in Scharnebeck ist durchzuführen. Zudem ist die Infrastruktur entlang Mittel- und Oberelbe so zu optimieren, dass die Schiffbarkeit auch bei mittlerem Niedrigwasser mit einer Fahrrinne von 1,60 m an mindestens 345 Tagen im Jahr garantiert wird. Die Leistungsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) muss langfristig gesichert werden. Dazu sind zeitnah alle Maßnahmen für den Ausbau und die Sanierung des NOK aufzunehmen. Hierzu gehören die Sanierung aller Schleusen, die Erweiterung der Oststrecke zwischen Kiel und Rendsburg sowie die Vertiefung des Nord-Ostsee-Kanals. Um die Zukunft der norddeutschen Häfen sicherzustellen gilt es die vorhandene Hafenhinterlandanbindung zu verbessern und auszubauen. Weiterentwicklung und der Bau der ‚Küstenautobahn‘ A20 einschließlich Elbquerung bei Glückstadt und der A14 müssen vorangetrieben werden. Der Bau der Südvariante der sogenannten Hafenquerspange ist zeitnah umzusetzen. Außerdem müssen die Ostseequerungen über Fehmarn und Warnemünde eingebunden werden. Eine leistungsfähige und zukunftssichere Schienenanbindung muss sichergestellt werden. Engpässe im Bahnnetz sind zu beseitigen. Deutschland braucht eine sinnvolle nationale maritime Strategie. Sie darf nicht nur Bestehendes verwalten, sondern muss Innovation stärken und die Infrastruktur funktionstüchtig halten. Sowohl bei der Vernetzung der maritimen Wirtschaft, der Ausbildung von Arbeitskräften im maritimen Sektor, der Umsetzung einer langfristigen maritimen Raumordnung, dem Einsatz alternativer Kraftstoffe und Antriebe in der Schifffahrt, der Herausforderung des Klimawandels für Ozeane oder der Bekämpfung von Meeresmüll sollte und kann Deutschland eine Führungsrolle einnehmen.“ RENÉ DOMKE, Landesvorsitzender der FDP Mecklenburg-Vorpommern HILLGRIET EILERS, hafenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag PROF. DR. HAUKE HILZ, hafenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Mitglied des FDP-Bundesvorstands MICHAEL KRUSE, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft GESINE MEIßNER, meerespolitische Sprecherin der FDP-Delegation im Europäischen Parlament, Mitglied des FDP-Bundesvorstands CHRISTOPH VOGT, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag