Nachdem die Werften im vergangenen Jahr mit mehr als 100 Millionen Bruttotonnen noch einmal einen absoluten Produktionsrekord erreichten,

Deutsche Werften behaupten sich  Copyright Nordeutsche Rundschau 10.03.2017 in Schiffbaukrise
Hamburg
Trotz der weltweiten Schiffbaukrise haben die deutschen Werften ein gutes Jahr hinter sich. Die Zahlen für 2016 liegen noch nicht endgültig vor, doch hat der Auftragseingang nach Angaben des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) kräftig zugelegt. Mit 4,9 Milliarden Euro war 2015 schon das beste Jahr seit 2006. Im ersten Halbjahr 2016 erreichte der europäische Schiffbau einen Weltmarktanteil von 56 Prozent, so Daten der maritimen Beratungsfirma Clarkson. Deutsche Werften lagen weltweit mit 20 Prozent auf Platz zwei, knapp hinter China. Während kaum noch Aufträge für Containerschiffe, Tanker und Massengutfrachter vergeben werden, ist der deutsche Schiffbau in lukrativen Nischen wie Kreuzfahrt- und Militärschiffen (Foto) sowie Luxusyachten und Fähren tätig.
lno

Nur 3,67 Millionen TEU bestellt

Orderbuch auf Neun-Jahres-Tief

Donnerstag, 31. Mai 2012
Die „Merkur Harbour“ wurde im Februar in Dienst gestellt. Foto: VinnenDie „Merkur Harbour“ wurde im Februar in Dienst gestellt. Foto: Vinnen
Neben der Verschrottung von Alttonnage setzen die Containerreedereien weiter auf Zurückhaltung bei Neubaubestellungen, um die Überkapazitäten der Flotte abzumildern. Aktuell steht das Orderbuch nach Angaben des Branchendienstes Alphaliner bei 3,67 Millionen TEU. Zum Vergleich: Anfang 2008 waren es noch 6,98 Millionen TEU. Der Anteil der Bestellungen ist damit vom Rekordwert 64,2 Prozent auf nur noch 23 Prozent der fahrenden Flotte gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit neun Jahren. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"

Schiffbau muss weltweit schrumpfen

Studie Experte verweist auf Überkapazitäten – Umweltfreundliche Produkte wichtig für Werften

BildDie Zahl der Stapelläufe (hier einer Fähre bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft) könnte künftig zurückgehen. BILD: dpa  Bild vergrößern

Martin Stopford erwartet einen kräftigen Einbruch. Auch die Asiaten müssen sich umorientieren.

von Eckart Gienke Hamburg - Der Schiffbau hat weltweit die besten Jahre hinter sich und muss sich auf neue Herausforderungen einstellen. Nachdem die Werften 2011 mit mehr als 100 Millionen Bruttotonnen noch einmal einen absoluten Produktionsrekord erreichten, seien nun in den nächsten Jahren Überkapazitäten und fallende Schiffspreise zu erwarten, sagte Martin Stopford, Geschäftsführer der Beratungsfirma Clarkson Research, am Mittwoch in Hamburg. „Die Werften können das gegenwärtige Produktionsniveau nicht über 2012 hinaus aufrechterhalten“, sagte Stopford. „Wir haben die Spitze eines lang laufenden Zyklus erreicht.“ Im laufenden Jahr werde die Produktion auf 94 Millionen Tonnen fallen, im nächsten auf 70 Millionen Tonnen. Das wäre ein Einbruch um ein Drittel gegenüber 2011. Hintergrund sind stark rückläufige Bestellungen der Reeder, die gegenwärtig über relativ moderne Flotten verfügen und unter niedrigen Frachtraten leiden. Auf dem Höhepunkt des Booms betrugen die Auftragsbestände mehr als 50 Prozent der weltweit fahrenden Flotte, gegenwärtig sind es kaum mehr als 20 Prozent. Das zeigt sich bereits in den Preisen für Schiffe: Ein großes Containerschiff kostete in Spitzenzeiten 160 Millionen US-Dollar, heute sind es 97 Millionen Dollar. Die beiden führenden Schiffbaunationen China und Korea stünden nun vor unterschiedlichen Problemen, sagte Stopford. Die chinesische Schiffbaubranche sei zwar immer noch sehr wettbewerbsfähig, die Produktion allerdings stark auf Massengutfrachter ausgerichtet. Deshalb müssten die chinesischen Werften ihre Produktpalette erweitern und ebenso wie die Koreaner in den sehr gefragten Spezialschiffbau vordringen. Auf dieses Feld konzentrieren sich auch die deutschen Werften, nachdem die Ära des Containerschiffbaus zu Ende gegangen ist. Stopford wollte seine Forschungsergebnisse und Prognosen keineswegs als Abgesang auf die Schiffbauindustrie verstanden wissen. „Die Globalisierung geht weiter, auch künftig gibt es jede Menge Ladung, die bewegt werden muss“, sagte er. Innovationen, umweltfreundliche Produkte und Kostenmanagement seien nun notwendig für die Werften.

Der Forscher und Berater sprach im Vorfeld der internationalen Schiffbaumesse SMM, die vom 4. bis 7. September in Hamburg stattfinden wird. Dort zeigen mehr als 2000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern ihre Produkte.

@   http://www.smm-hamburg.de

Nachdem im weltweiten Schiffbau 2011 ein Produktionsrekord von 100,9 Millionen Neubautonnen (cgt) erzielt wurde, rechnet Martin Stopford, Geschäftsführer der Beratungsfirma Clarkson Research, für die kommenden Jahre mit einer geringeren Fertigung. Sie werde 2012 bei 94 Millionen und 2013 bei 70 Millionen cgt liegen. Zuvor hatte sich der Ausstoß in 20 Jahren verfünffacht. Die Branche leidet nun unter Überkapazitäten und sinkenden Preisen. Investitionen der Reedereien würden zudem durch die zurückhaltende Kreditvergabe, schwache Fracht- und Charterraten und hohe Treibstoffpreise erschwert, sagte Stopford.

"Auch in dieser Situation gibt es aber Chancen für den deutschen Schiffbau. Sie reichen jedoch nicht für alle", sagte Herbert Aly, der Chef von Blohm + Voss. Neben den Megayachten, auf die auch Hamburgs Traditionswerft setzt, sieht er Chancen bei Fähren und Passagierschiffen. Allerdings versuchen asiatische Werften inzwischen mit Niedrigpreisen stärker Fuß zu fassen. Auch vom Einbau von Schwefelfiltern für Schiffe, die künftig die Nord- und Ostsee passieren sollen, könnten deutsche, aber auch polnische und niederländische Firmen profitieren.

Aufgrund der technischen und politischen Unsicherheiten bewertet Aly die Perspektiven bei Offshore-Windprojekten dagegen eher vorsichtig. "Wachstum wird es unabhängig von politischen Strömungen im Offshore-Bereich für Gas und Öl geben", ist der Werftchef sicher. Deutsche Werften könnten sich hier um Umbauten und Modernisierungen bemühen.

Die Messe SMM, die vom 4. bis 7. September auf dem Messegelände stattfindet, ist die 25. seit 1963. Mit mehr als 90 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ist sie auch die bisher größte. Erwartet werden 2000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern und mehr als 50 000 Fachbesucher.(rz)

Hamburg. Der Schiffbau hat weltweit die besten Jahre hinter sich und muss sich auf neue Herausforderungen einstellen. Nachdem die Werften im vergangenen Jahr mit mehr als 100 Millionen Bruttotonnen noch einmal einen absoluten Produktionsrekord erreichten, seien nun in den nächsten Jahren Überkapazitäten und fallende Schiffspreise zu erwarten, sagte Martin Stopford, Geschäftsführer der Beratungsfirma Clarkson Research, am Mittwoch in Hamburg. Gleichzeitig hätten sich die Rahmenbedingungen für die Schifffahrt durch die hohen Preise für Treibstoff dramatisch verändert, ebenso wie die Umweltvorschriften.
 
  • Die Werften können das gegenwärtige Produktionsniveau nicht über 2012 hinaus aufrechterhalten“, sagte Martin Stopford, Geschäftsführer der Beratungsfirma Clarkson Research (Symbolbild) Foto: dpa
  • Hamburger Hafen auf Platz 14
"Die Werften können das gegenwärtige Produktionsniveau nicht über 2012 hinaus aufrechterhalten“, sagte Stopford. "Wir haben die Spitze eines lang laufenden Zyklus erreicht.“ Im laufenden Jahr werde die Produktion auf 94 Millionen Tonnen fallen, im nächsten auf 70 Millionen Tonnen. Das wäre ein Einbruch um ein Drittel gegenüber 2011. +++ Hamburg belegt Platz vier in weltweitem Hafen-Ranking +++ Hintergrund sind stark rückläufige Bestellungen der Reeder, die gegenwärtig über relativ moderne Flotten verfügen und unter niedrigen Frachtraten leiden. Auf dem Höhepunkt des Booms betrugen die Auftragsbestände mehr als 50 Prozent der weltweit fahrenden Flotte, gegenwärtig sind es kaum mehr als 20 Prozent. Das zeigt sich bereits in den Preisen für Schiffe: Ein großes Containerschiff kostete in Spitzenzeiten 160 Millionen US-Dollar, heute sind es noch 97 Millionen Dollar. Die beiden führenden Schiffbaunationen China und Korea stünden nun vor unterschiedlichen Problemen, sagte Stopford. Die chinesische Schiffbaubranche sei zwar immer noch sehr wettbewerbsfähig, die Produktion allerdings stark auf Massengutfrachter ausgerichtet. Deshalb müssten die chinesischen Werften ihre Produktpalette erweitern und ebenso wie die Koreaner in den sehr gefragten Spezialschiffbau vordringen. Auf dieses Feld konzentrieren sich auch die deutschen Werften, nachdem die Ära des Containerschiffbaus zu Ende gegangen ist. Stopford wollte seine Forschungsergebnisse und Prognosen keineswegs als Abgesang auf die Schiffbauindustrie verstanden wissen. "Die Globalisierung geht weiter, auch künftig gibt es jede Menge Ladung, die bewegt werden muss“, sagte er. Innovationen, umweltfreundliche Produkte und Kostenmanagement seien nun notwendig für die Werften. Der Forscher und Berater sprach im Vorfeld der internationalen Schiffbaumesse SMM, die vom 4. bis 7. September in Hamburg stattfinden wird. Dort zeigen mehr als 2000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern ihre Produkte.
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne