Nord-Ostsee-Kanal Lotse im NOK: “Der beste Job in der Seefahrt”

Ein sehr spezielles Fahrwasser sei der Nord-Ostsee-Kanal, sagt Michael
Hartmann. Der Kapitän ist Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I, die zurzeit
135 Mitglieder umfasst. Doch das war nicht immer so. Vor einigen Jahren
mussten sich die Lotsen Sorgen um genügend Berufsnachwuchs machen. Das
hat sich inzwischen geändert – dank eines speziellen Brunsbütteler
Ausbildungskonzepts. Heute kann Hartmann zufrieden sagen: „Wir haben
genügend Interessenten, vor allem aus der Region.“
Im Jahr 2008 war die Lotsenbrüderschaft auf 125 Mitglieder geschrumpft. Und
zehn Leute mehr oder weniger zu haben, mache in diesem Beruf viel aus, weiß
Hartmann. Denn in der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt gibt
es viel zu tun. Je weniger Lotsen dabei sind, umso mehr müssen die übrigen
schultern. Am 1. August 2008 begann der erste Lehrgang nach dem praxisorientierten
Modell von NOK I, in diesem Sommer starten die Teilnehmer des fünften
Lehrgangs. Über die bisherigen neuen Lotsen sagt Hartmann: „Die Leute, die
sich in unsere Lotsenbrüderschaft integriert haben, hatten bisher null Unfall.“
Eine bessere Referenz für das in Brunsbüttel entwickelte Ausbildungskonzept
könne es nicht geben. Der klassische Weg führt über den Erwerb des Kapitänspatents ohne Einschränkungen an einer Fachhochschule oder Hochschule. mehr

Mehr Engagement bei Hinterlandanbindungen gefordert Elbvertiefung

Der Hafenlogistikkonzern Eurogate baut sein Hinterlandnetzwerk aus. Die Bahnverbindungen in den Südosten Europas werden aufgestockt.

Die konzerneigene Tochter EGIM (Eurogate Intermodal) stärkt München als Hub für seine Bahn­verkehre nach Südeuropa, zum Balkan und in die Türkei, teilte das Unternehmen jetzt mit. Ab sofort biete EGIM zwei wöchentliche Verbin­dungen zwischen München und Budapest an. In weniger als 24 Stunden und ohne Zwischenhalt sollen die Blockzüge den Bahnhof in Budapest-BILK erreichen. Ergänzt wird diese Relation durch drei wöchent­liche Verbindungen von Budapest nach Istanbul (Halkali) in der Türkei.

Die Trockenheit im Süden und der Mitte Deutschlands wirkt sich auch auf den Hamburger Hafen aus. Wegen des geringen Wasserzulaufs muss in der Elbe stärker gebaggert werden, um die für die Schifffahrt erforderliche Wassertiefe zu halten. Mithilfe des Saugbaggers “Alexander von Humboldt” kämpft die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) gegen die Verschlickung der Elbe.
Mehr Engagement bei Hinterlandanbindungen gefordert
Elbvertiefung: Niedersachsen erwägt verlängerte Prüfung
Donnerstag, 26. Januar 2012
McAllister steht der Elbvertiefung kritisch gegenüber.
Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat den Bund zu
einem größeren finanziellen Engagement bei den Hinterlandanbindungen der
norddeutschen Häfen aufgefordert. “Wir investieren eine Milliarde Euro in
unsere Häfen, aus nationaler Verantwortung und für ganz Deutschland. Und
weil wir das tun (…), sind wir uns im Norden einig, dass aus nationaler
Verantwortung der Bund dann auch bei den Hafenhinterlandanbindungen mehr
leisten muss, als er bisher geleistet hat”, sagte er am Dienstag bei einem Vortrag
zur “Maritimen Wirtschaft im Norden” im Hamburger Übersee-Club. McAllister
verlangte ein Sonderverkehrsprogramm Nord. “Es bringt nichts, im Norden die
Häfen auszubauen, wenn anschließend die Verkehre auf der Straße und auf der
Schiene nicht abtransportiert werden können.” mehr

IHK Nord fordert stärkere Berücksichtigung des Seeverkehrs

Die IHK Nord fordert vom Europäischen Parlament und der EU-Kommission, die Branche stärker als bislang in internationalen Handelsabkommen zu berücksichtigen.

Schifffahrtspolitik sei auch Handelspolitik, machte Wolfgang Blank, Vorsitzender der IHK Nord, deutlich. Man habe beobachtet, dass weltweit noch viele Beschränkungen für eine freie Schifffahrt herrschten. Dem müsse die EU bei ihren Handelsabkommen mit Drittstaaten Rechnung tragen.

Als Beispiel führte Blank den Jones Act in den USA an: Das Gesetz verbiete Kabotageverkehre an den US-Küsten. Transporte zwischen Häfen innerhalb der Vereinigten Staaten müssten demnach mit Schiffen unter US-Flagge durchgeführt werden. Dies gelte auch für die Feederverkehre vor oder im Anschluss an einen interkontinentalen Seetransport. »Wir bedauern vor diesem Hintergrund, dass TTIP vorerst von der neuen Trump-Regierung ad acta gelegt wurde«, so der IHK-Nord-Vorsitzende. mehr

Bundesverkehrswegeplan: NOK-Vertiefung, Elbe-Lübeck-Kanal

Von wegen kein Geld. Von wegen Neutralität bei der Festlegung von Milliarden, die in den Bundesverkehrswegeplan fließen. Man glaubt es kaum. In einer Zeit der knappen öffentlichen Mittel werden kurz einmal über 838 Millionen Euro für den Ausbau einer Wasserstraße, die im jetzigen und auch zukünftigen Wirtschafts-Kreislauf nur eine untergeordnete Rolle spielt, reserviert. Der Bund schmeißt mit dem Geld nur so um sich. Eben diese Summe steht im Bundesverkehrswegeplan zum Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Ein Eldorado für Freizeit-Skipper ist diese verschlafene Idylle am südöstlichen Rand Schleswig-Holsteins. Mehr nicht. Von wegen Schiffsverkehr. Die Frachtmenge ist bis auf unter 600 000 Jahrestonnen gesunken. Sogar die Binnenschiffer meiden diesen Kanal. Zum Vergleich: Auf dem Nord-Ostsee-Kanal werden im Jahr rund 91 Millionen Fracht transportiert, das ist mehr als das Hundertfache der Tonnage zwischen Elbe und Lübeck. Der Elbe-Lübeck-Kanal ist ein Auslaufmodell und eher als Museumsstück geeignet denn als zeitgerechte Wasserstraße. In Reedereikreisen ist der 62 Kilometer lange Kanal längst Geschichte.
Das Verkehrsministerium hat heute, 16. März 2016, den Entwurf für den aktu-
ellen Bundesverkehrswegeplan 2015 vorgelegt – eine Priorisierung der Stra-
ßen, Schienen und Wasserwege, die in den kommenden 15 Jahren gebaut
werden sollen. Bettina Hagedorn, SPD-Bundestagsabgeordnete für Osthol-
stein, erklärt als zuständige Berichterstatterin für Verkehr im Haushaltsaus-
schuss die Bedeutung für Schleswig-Holstein direkt nach der internen Sonder-
sitzung der Verkehrs-Arbeitsgruppe mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt:
„Gewonnen hat im Norden vor allen Dingen die Wasserstraße! Die Vertie-
fung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) um einen Meter soll in die höchste
Kategorie „vordringlicher Bedarf Engpassbeseitigung“ (VB-E) eingeord-
net werden – damit steht der Realisierung des Projektes für mindestens
263 Mio. Euro so gut wie nichts mehr im Weg. Ebenso soll die Saatsee-
Kurve am NOK – Kosten 12 Mio. Euro – in die zweithöchste Kategorie„vordringlicher Bedarf“ (VB) eingeordnet werden. Auch der bislang nsi-chere Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals, der vor ein paar Jahren von Verkehrsminister Ramsauer noch gänzlich abgeschrieben wurde, obwohl Brüssel diesen Ausbau stets als mit EU-Mitteln für TEN-förderfähig einstufte, ist nun im „vordringlicher Bedarf“ (VB) – die für den Vollausbau und die Erhaltung erforderlichen 838 Mio. Euro werden allerdings trotzdem angesichts eines Kosten-Nutzen-Verhältnis von 0,5 schwierig sicherDie Wasserstraße sei der ökologischste Verkehrsträger. Es müssten wieder mehr Güter auf diesem Weg befördert werden, sagte der Chef des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau, Michael Fraas. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Martin Staats, kritisierte, dass die sinkenden Investitionen in die Infrastruktur den Wirtschaftsstandort gefährdeten würden. Die Verbände verwiesen auf den Anstieg des gesamten deutschen Transportaufkommens 2015 um gut ein Prozent auf einen neuen Rekordwert von 4,5 Milliarden Tonnen. Über die Wasserwege würden dabei bis zu 240 Millionen Tonnen im Jahr befördert – das entspreche etwa 14 Millionen Lkw-Fahrten. mehr

Was Segler wissen müssen Nord-Ostsee-Kanal Gieselau Schleuse

Seit dem ersten Mai dieses Jahres ist das Projekt “NOK-Help” gestartet. Der Pannendienst auf dem Nord-Ostsee-Kanal hilft Schiffen, wenn diese in Not geraten. Das Projekt NOK-Help schließt mit ihrer Arbeit eine Sicherheitslücke, da es bisher keinerlei Dienstleister in solch einer Form zwischen Brunsbüttel und Kiel gegeben hat. Rund 60 Wassersportler geraten jährlich in Not. Das 40-PS starke Schlauchboot ist im Obereiderhafen in Rendsburg stationiert und kann von Sportbootfahrern über die Hafenmeisterin oder die Wasserschutzpolizei angefordert werden. Mehr dazu heute Abend bei 17:30 SAT.1 REGIONAL. mehr