Das Konzept für die Zukunft des Hamburger Hafens steht Landstromanschluss LNG für Kreuzfahrtterminal Altona

Copyright Norddeutsche Rundschau

Aida setzt auf Gasantrieb   yeah freu mich bei Kreuzfahrtschiffen
Startschuss für neue Bauklasse in der Meyer-Werft / Fertigstellung bis 2018 geplant
Papenburg
Den Startknopf für die Laserschweißanlage auf der Meyer Werft in Papenburg drückten die Werftchefs Bernard und Tim Meyer gemeinsam mit Aida-Präsident Felix Eichhorn. Das erste Schiff der neuen Bauklasse wird bereits Ende 2018 abgeliefert und wird weltweit das erste Kreuzfahrtschiff sein, das zu 100 Prozent mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben wird. Dadurch sollen die Emissionen von Rußpartikeln und Schwefeloxiden vollständig vermieden werden. Ein baugleiches Schwesterschiff folgt 2021. „Wir wissen, dass das Projekt eine Herausforderung ist“, erklärte Werftchef Bernard Meyer vor etwa 50 Pressevertretern. „Wir wollen der Branche mit diesen Schiffen etwas Tolles, Neues zeigen.“ Meyer zeigte sich Aida Cruises gegenüber dankbar dafür, dass sich die Reederei für LNG als Treibstoff entschieden habe. Der Widerstand der Reeder insgesamt gegenüber diesem Treibstoff sei sehr groß, sagte der Werftchef. „Sie sehen die Technik noch als zu kompliziert an und sie sehen die Preise“, sagte Meyer im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dadurch, dass der Marktführer Carnival Corporation, zu dem Aida gehört, mit LNG-Antrieb anfange, „werden sie alle wach“. Aida sei Vorreiter und auch die US-Reederei Royal Caribbean setze nun auf LNG als Schiffsantrieb. „Wir glauben, dass sich mehrere Reedereien nun ganz konsequent auf LNG umstellen“, so Meyer weiter. Er appellierte in diesem Zusammenhang auch an die Häfen, eine einheitliche Versorgungsregelung für LNG zu finden. Nach dem Brennstart am Dienstagmittag werden in den nächsten Monaten die Stahlblöcke für das erste neue Aida-Schiff zusammengesetzt. Parallel wird auf der Rostocker Neptun Werft, dem Schwesterunternehmen der Meyer Werft, das Maschinenraumteil der noch namenlosen Aida gebaut. Ende September wird dieses Schwimmteil in Papenburg erwartet und weiter ausgebaut. Wie Meyer erläuterte, werde der Rumpf des Schiffes im Frühjahr 2018 komplett sein. Im September sei die Überführung über die Ems geplant, die Ablieferung ist für November 2018 terminiert. Ab Dezember soll das neue Aida-Schiff für siebentägige Kreuzfahrten rund um die Kanaren in See stechen. Mit den neuen Schiffen für Aida setzt das Papenburger Schiffbauunternehmen die Zusammenarbeit mit der Rostocker Reederei fort. Von 2007 bis 2013 waren im Emsland sieben Kreuzfahrtschiffe der „Sphinx-Klasse“ entstanden. Danach vergab Aida vor sechs Jahren zwei Aufträge nach Japan (Mitsubishi Heavy Industries) Dort allerdings lief es nicht reibungslos, die Auslieferung verzögerte sich um ein Jahr. Aida-Präsident Felix Eichhorn sagte im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, er freue sich, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Meyer Werft nun fortgesetzt werde. Nach dem Einsatz von LNG auf den in Japan gebauten Schiffen „AIDAprima“ und „AIDAperla“ im Hafenbetrieb sei es nun der nächste logische Schritt, die kommende Schiffsgeneration vollständig mit LNG zu betreiben, so Eichhorn.
Christoph Assies

http://www.tageblatt.de/lokales/aktuelle-meldungen_artikel,-Hamburgs-Landstromanlage-geht-in-Betrieb-_arid,1221806.html

http://www.welt.de/regionales/hamburg/article155947868/Hamburgs-neue-Steckdose-fuer-Kreuzfahrtschiffe.html Copyright Welt  
Regionales

Landstrom

18:27

Hamburgs neue Steckdose für Kreuzfahrtschiffe

Die Hafenverwaltung HPA nimmt am Terminal Altona Europas erste Landstromanlage für große Passagierschiffe in Betrieb. Hamburgs Hafen verfügt nun über drei umweltschonende Versorgungssysteme.
Zur Startseite
Von Olaf PreußBiografie und alle Artikel des Autors Wirtschaftsreporter
Olaf Preuß

Hamburg versorgt jetzt noch eine Kleinstadt zusätzlich mit Strom, rein rechnerisch gesehen. "Ein Schiff wie die "AIDAsol" hat den Strombedarf von Lüneburg", sagte Michael Westhagemann, der Standortleiter der Siemens-Region Norddeutschland in Hamburg. Der Elektronikkonzern hat im Auftrag der Hafenverwaltung HPA Hamburgs erste Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe entwickelt und gebaut. Eingeweiht wurde sie am Freitag am Kreuzfahrtterminal Altona. Es ist die erste Anlage dieser Größenordnung überhaupt in Europa.

Lüneburg zählt 73.000 Einwohner und somit durchaus mehr Menschen, als die "AIDAsol" befördern kann – maximal 2700 Passagiere und einige Hundert Besatzungsmitglieder. Doch ein Kreuzfahrtschiff ist dicht bebaut mit Technik, und die braucht rund um die Uhr sehr viel Strom. Die "AIDAsol" wiederum ist mittlerweile eher eines der kleineren Kreuzfahrtschiffe, die Hamburg anlaufen. Zwölf Megavoltampere Leistung kann die neue Landstromanlage an Bord der Schiffe leiten. Die HPA bietet den Reedereien Ökostrom an.

Kreuzfahrt-Boom erfordert besseren Umweltschutz

Der Kreuzfahrttourismus in Hamburg boomt. Rund 640.000 Passagiere bei 160 Anläufen von 33 verschiedenen Schiffen erwartet der städtische Betreiber Cruise Gate Hamburg in diesem Jahr an den drei Terminals Steinwerder, Hafencity und Altona. Für 2018 hofft die Branche in der Hansestadt auf erstmals mehr als eine Million Passagiere. Das bedeutet zwingend, dass die Schiffe im Hafen umweltschonender mit Strom versorgt werden müssen. Unmittelbar neben den Terminals Hafencity und Altona wohnen Tausende Menschen.

Und auch die Emissionen, die Kreuzfahrtschiffe auf Steinwerder mitten im Hafen ausstoßen, belasten die Luft in der Stadt insgesamt, vor allem mit Feinstaub, Schwefel- und Stickoxiden. "Der Einsatz der neuen Landstromanlage reduziert nicht nur den Ausstoß von Luftschadstoffen, sondern senkt zudem die Schallemissionen. Das bedeutet einen Gewinn für die Anwohner, aber natürlich auch für Besatzung und Passagiere", sagte HPA-Chef Jens Meier.

"Die Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe fördert die Nachhaltigkeit des Hamburger Hafens", sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bei der Einweihung in Altona. "Mit dieser Pilotanlage können wir lernen, künftig auch andere Seeschiffe während ihrer Liegezeit mit sauberer Energie zu versorgen." Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wies darauf hin, dass in rund 80 deutschen Städten zuletzt überhöhte Stickoxid-Werte gemessen worden seien. Deshalb betreibe die EU-Kommission derzeit zwei Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung. "Es ist gut, dass gerade Hamburg als einer der Knotenpunkte der europäischen Verkehrsnetze bei der Einführung dieser neuen Technologie Pionierarbeit leistet", sagte sie.

Der Landstromanschluss soll Vorbild für andere Häfen sein

Die neue Anlage in Altona kostete rund zehn Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro davon steuerte das Bundesumweltministerium bei, weitere 3,7 Millionen Euro Förderung kamen von der EU-Kommission. "Die Anlage in Hamburg hat Vorbildcharakter für ganz Europa. Wir setzen darauf, dass andere Hafenstädte nun ebenfalls Landstromversorgungen für Kreuzfahrtschiffe realisieren", sagte Andreas Boschen, Leiter der EU-Organisation INEA CEF.

Bislang gibt es in Europa nur kleinere Stromanschlüsse für Schiffe, vor allem für Fähren in skandinavischen Häfen. Die Anlage in Hamburg kann zudem die Spannung des städtischen Stromnetzes von 10.000 Volt und die Frequenz von 50 Hertz je nach Bedarf und Auslegung des Bordstromnetzes auf 11.000 Volt und 60 Hertz umwandeln. Auch andere Kombinationen von Spannung und Stromfrequenz sind möglich.

Hamburg verfügt nun über drei verschiedene Ansätze, um Kreuzfahrtschiffe während ihrer Liegezeiten umweltschonend mit Strom zu versorgen. Neben dem Landstromanschluss in Altona arbeitet in der Hafencity das schwimmende Erdgaskraftwerk "Hummel" des Hamburger Unternehmens Becker Marine Systems, das bereits 2015 erstmals Strom für die "AIDAsol" erzeugt hat. Der Generator der "Hummel" wird mit tiefgekühltem, verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben, die Barge liegt im Hafen längsseits des Kreuzfahrtschiffes. Becker Marine Systems beklagt allerdings, dass die "Hummel" wegen zu komplexer städtischer Auflagen im Hamburger Hafen nicht wirtschaftlich betrieben werden könne.

Nabu kritisiert zu geringe Auslastung der neuen Anlage

Der technologisch dritte Ansatz ist die Betankung von Kreuzfahrtschiffen mit LNG. Erdgas setzt bei der Verbrennung weniger Atemgifte und auch weniger Kohlendioxid frei als Marinediesel. Die neue "AIDAprima" wird am Kreuzfahrtterminal Steinwerder mit LNG versorgt. Das Schiff fährt ganzjährig einmal wöchentlich von Hamburg aus zu Häfen an der Nordsee. Langfristig könnte sich LNG als Hafentreibstoff auch auf Handelsschiffen durchsetzen.

Sowohl die Umweltorganisation Nabu wie auch die FDP-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft kritisierten am Freitag, dass die neue Landstromanlage in Altona in diesem Jahr kaum ausgelastet ist. Vorerst – und mit zunächst vier geplanten Anläufen – wird dort allein die "AIDAsol" mit Strom versorgt. "Die Luftverpestung durch die schwimmenden Dreckschleudern im Hafen geht also weiter. Das darf die Stadt nicht mehr lange tolerieren", sagte Alexander Porschke, Vorsitzender des Nabu Hamburg. Michael Kruse, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, sagte: "Trotz der boomenden Kreuzfahrtbranche wird die Landstromanlage viel seltener angelaufen als geplant. So wird sie ihre laufenden Kosten nicht decken können."

Copyright tageblatt Hamburgs Landstromanlage geht in Betrieb - TAGEBLATT - Aktuelle Meldungen aus dem Landkreis Stade. - Tageblatt.de
 
 
 
 
 

http://www.schiffsjournal.de/lng-stromversorgung-im-hamburger-hafen-wird-mit-aidaprima-und-aidasol-gestartet/

Copyright Schiffsjournal  

LNG-Stromversorgung im Hamburger Hafen wird mit AIDAprima und AIDAsol gestartet

     
 
 AIDAprima-LNG-Versorgung-Hamburg
 
 
Premiere im Hamburger Hafen: Am 14. Mai werden AIDAprima und AIDAsol in Hamburg mit sauberem Strom aus LNG betrieben
Eine Premiere in Sachen LNG-Versorgung von Kreuzfahrtschiffen feiert Hamburg am heutigen Samstag: Am 14. Mai 2016 werden mit AIDAprima und AIDAsol erstmals zwei AIDA Schiffe zeitgleich während ihrer Liegezeit im Hamburger Hafen mit LNG (Flüssigerdgas) bzw. Energie, produziert aus LNG, betrieben. Die Versorgung des Dual Fuel Motors von AIDAprima erfolgt direkt über einen LNG-Truck am Kreuzfahrtterminal in Steinwerder. AIDAsol wird in der HafenCity über die LNG Hybrid-Barge “Hummel” mit Energie versorgt, die aus emissionsarmem Flüssigerdgas erzeugt wurde. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz, denn im Vergleich zur Nutzung von herkömmlichem Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt werden die Emissionen bei der Nutzung von LNG nochmals deutlich gesenkt. Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Rußpartikeln wird gänzlich vermieden. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent und die CO2-Emissionen werden um 20 Prozent reduziert. Nach dem ersten erfolgreichen Testlauf für die LNG-Versorgung von AIDAprima in Hamburg am 7. Mai 2016, absolvierte das neue Flaggschiff des Kreuzfahrtunternehmens AIDA Cruises diese Woche auch in den Häfen von Southampton, Le Havre und Zeebrügge die ersten Versorgungen mit Flüssigerdgas. Damit kann AIDAprima bereits in vier Häfen auf ihrer Route emissionsarm mit Energie versorgt werden. Foto: AIDA Cruises AIDAprima ist das erste Kreuzfahrtschiff weltweit, dass im Hafen umweltfreundlich mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann. Mit der nächsten Schiffsgeneration, die 2019/2020 in Dienst gestellt wird, geht AIDA Cruises noch einen Schritt weiter. Mit dem Konzept “Green Cruising” werden diese Schiffe bereits zu 100 Prozent mit LNG betrieben.
 

Steuerzahler unnötig belastet

 

Kritik an Hamburger Hafenpolitik

 

Freitag, 21. September 2012

Der Steuerzahlerbund hat sich in seinem jährlichen "Schwarzbuch" kritisch mit der Hamburger Hafenpolitik auseinandergesetzt. Ein fragwürdiges Grundstücksgeschäft habe die Hamburger Steuerzahler mit 120 Millionen Euro belastet, heißt es in der am Mittwoch in Hamburg verbreiteten Mitteilung. Es geht um den geplanten künftigen Container-Terminal Steinwerder, auf dessen Gelände die Hafenfirma Buss zuvor Logistikflächen langfristig gemietet hatte. Um die Flächen für die weitere Entwicklung des Hafens freizubekommen, hatte die Hafenbehörde HPA Buss aus dem langfristigen Vertrag herausgekauft und dafür eine Entschädigung gezahlt, deren Höhe der Steuerzahlerbund mit 118 Millionen Euro angibt. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"  

http://www.abendblatt.de/hamburg/article109312835/In-Hamburg-Externer-Strom-fuer-Kreuzfahrtschiffe.html

 

Fertigstellung in spätestens zwei Jahren

 

Landstromanschluss für Kreuzfahrtterminal Altona

Freitag, 27. Juli 2012
Der Energiebedarf eines Schiffes entspricht dem Stromverbrauch einer Kleinstadt mit rund 50.000 Einwohnern.
Der Kreuzfahrtterminal Hamburg-Altona soll in spätestens zwei Jahren einen Landstromanschluss erhalten, um so der Luftverschmutzung entgegenzuwirken. Derzeit führt die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Gespräche mit potenziellen Partnern, darunter Versorger und Reeder, um den Haushalt möglichst wenig mit dem voraussichtlich unter zehn Millionen Euro teuren Projekt zu belasten. Momentan lassen die Kreuzfahrtschiffe während ihres Aufenthalts ihre Maschinen rund um die Uhr laufen und belasten damit die Umwelt. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht" Hafenentwicklungsplan lässt auf sich warten   Hamburg. Das Konzept für die Zukunft des Hamburger Hafens steht. Auf 105 Seiten zeigt der Hafenentwicklungsplan der Wirtschaftsbehörde, wie sich Hamburgs Tor zur Welt bis zum Jahr 2025 entwickeln soll. „Wir haben eine exzellente Wettbewerbslage“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) gestern bei der Vorstellung der Strategie des Senats. Sie soll nun mit dem Ausbau gefestigt werden. Der Plan wird heute an knapp 30 Verbände, Kammern sowie Umwelt- und Verkehrsorganisationen und Gewerkschaften versandt. Horch rechnet während der vier Wochen, in denen die jeweiligen Fachleute erneut Stellung nehmen können, nicht mehr mit grundlegender Kritik. „Wir haben in vier Hafendialogen und bei zwei Gipfeln die Konzept mit allen Beteiligten ausführlich diskutiert“, so der Senator. Zu den zentralen Punkten des unter dem Titel „Hamburg hält Kurs“ vorgelegten Entwurfs zählt das neue Central Terminal Steinwerder (CTS). Für die Anlage, die von 2020 an nach und nach in Betrieb gehen soll, wird die Planfeststellung im kommenden Jahr beginnen. Wichtig ist, dass dort der Schwerpunkt nicht allein im Containerumschlag liegen wird. „Wir wollen die Wertschöpfung erhöhen und dort auch Industrie ansiedeln, für die der Wasseranschluss wichtig ist“, sagte Horch. Als Beispiele dafür nannte der Senator gestern den Bau und die Entwicklung von Windrädern, Werkstätten für das Umrüsten von Autos, Firmen für erneuerbare Energien oder auch Lagerhallen. +++ Hapag-Lloyd rüstet 15 Schiffe mit Landstrom-Anschluss aus +++ Klar ist für Horch: Er will das 800-Millionen-Projekt ohne zusätzliche Kosten für den Haushalt abwickeln „Wir werden dazu über Finanzierungskonzepte mit dem künftigen Betreiber verhandeln“, sagte Staatsrat Bernd Egert. Zunächst jedoch muss der Betrieb international ausgeschrieben werden. Als einer der Interessenten gilt dabei die chinesische Reederei Cosco. Bis zur Fertigstellung des CTS soll der für die kommenden Jahre erwartete Hochlauf im Containerumschlag über den Ausbau der vier derzeitigen Terminals bewältigt werden. Horch rechnet nach einem Umschlag von gut neun Millionen Standardcontainern (TEU) 2011 künftig mit einem jährlichen Wachstum von sieben Prozent. Damit liegt das Potenzial für Hamburg 2025 bei mehr als 25 Millionen TEU. Der neue Hafenentwicklungsplan befasst sich allerdings nicht allein mit hafenspeziellen Visionen – auch zu den Nahtstellen mit der Stadt gibt das Papier die künftige Marschrichtung vor. Beispiel Überseezentrum: Dieses Areal mit großen Umschlagsschuppen ist mit 26 Hektar fast doppelt so groß wie die Binnenalster und liegt direkt gegenüber von künftigen Bauflächen in der HafenCity. Zuletzt war die Fläche als neuer Universitätsstandort im Gespräch, davor als Olympia-Zentrum. Doch der auch mit dem Oberbaudirektor abgestimmte Plan setzt nun wieder auf einen Vorrang der Hafennutzung. Hier könnte ein drittes Hamburger Kreuzfahrtterminal gebaut werden, heißt es in dem Papier. Vorstellbar sei eine Kooperation beim Bau mit Reedereien, sagte Horch. In jedem Fall werde dort Landstrom zum Einsatz kommen und das Terminal so „emissionsfrei“ arbeiten. Die Planungen sollen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Bauzeit dürfte mindestens zwei Jahre betragen. Weiter vorstellbar auf dem Gelände sei zudem der Bau eines Kongresszentrums, von Gebäuden für Schulungen der maritimen Wirtschaft und ein Wissenszentrum, das auf Hafen- und Schifffahrt ausgerichtet sei. Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung sollen künftig auch den Verkehr im Hafen besser steuern: Die Wirtschaftsbehörde setzt dabei auf eine Optimierung der Informationstechnologie. Sobald ein großer Frachter in den Ärmelkanal einlaufe, müsse klar sein, wie und wann die Fracht von Hamburg aus weitertransportiert wird, sagte Horch: „Lkw sollten nur in den Hafen einfahren, wenn Ladung bereit steht.“ So könnten Staus und unnütze Verkehre vermieden werden. Dazu könnten große Lkw-Warteplätze außerhalb der Stadt, vor allem an den Autobahnen A 24, A 1 und A 7 eingerichtet werden. „Wir sind mit Landkreisen bereits im Gespräch“, so Horch. Aussagen trifft der Plan zudem für eine Hafenerweiterung: Zwar dürften die vorhandenen Terminals und das neue CTS zunächst viel Wachstum abfangen, doch Moorburg als „Option“ für eine Hafenerweiterung müsse bestehen bleiben, heißt es in dem Plan. Bei der Trassenplanung für die neue Autobahn 26 oder die neue Hafenschlickdeponie müssten Flächen freigehalten werden. Nach Ablauf der Frist für Stellungnahmen oder Veränderungen zu dem Plan ist noch eine behördeninterne Abstimmung vorgesehen. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll das Papier vom Senat verabschiedet und die Bürgerschaft in Kenntnis gesetzt werden.   Eckelmann AG entwickelt schwimmende Stromversorgung für Kreuzfahrtschiffe Zwei Hamburger Unternehmen geben Gas: Die Eckelmann- Gruppe, Spezialist für maritimen Umweltschutz sowie Ver- und Entsorgungslogistik, und TUI Cruises, die Kreuzfahrtmarke für zeitgemäßen Wohlfühlurlaub auf dem Meer, haben eine Absichtserklärung zur energieschonenden und emissionsreduzierenden Stromversorgung der TUI Cruises-Flotte während der Liegezeiten in Hamburg unterzeichnet. Das Konzept: Mit Flüssigerdgas (LNG) wird der Strom an Bord eines schwimmenden Kraftwerkes, der so genannten „e-power barge“, erzeugt und nicht mehr an Bord der Kreuzfahrtschiffe selbst. Hilfsdiesel bleiben in den Häfen ausDie sonst auch in den Häfen genutzten Hilfsdiesel der Kreuzfahrtschiffe können dann ausgeschaltet werden“, berichtet Eckelmann-Projektleiterin Vanessa Fedorczuk. Die positive Folge: „Lärm- und Abgasemissionen werden im Vergleich zu herkömmlichen Dieselmotoren deutlich reduziert, denn den anfallenden Strombedarf produzieren wir umweltfreundlich aus LNG an Bord unserer Barge.Deutliche Umweltvorteile So werden mit der e-power barge die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung im Hafen um bis zu 25 Prozent gesenkt, Schwefel- und Stickoxide sowie Partikelemissionen fast vollständig eliminiert. TUI Cruises ist erster Projektpartner Mit der Reederei TUI Cruises hat die Eckelmann-Gruppe jetzt einen ersten wichtigen Partner gefunden, der die Vorteile des neuen Systems sofort erkannt hat: „Wir haben großes Interesse daran, dass die Energieversorgung mit der e-power barge weiterentwickelt und umgesetzt wird“, erklärt Richard J. Vogel, Vorsitzender der TUI Cruises-Geschäftsführung. „Wir wollen den Energiebedarf unserer Schiffe während der Liegezeiten in Hamburg und Kiel künftig noch umweltfreundlicher decken.“ Die Carl Robert Eckelmann AG und die TUI Cruises GmbH haben dazu jetzt einen Letter of Intent unterzeichnet, indem als zentrales Anliegen beider Seiten „die energieschonende und emissionsreduzierende Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Hamburger Hafen“ vereinbart wurde. Auftrag soll noch in diesem Sommer vergeben werden Schon zu Beginn der Kreuzfahrtsaison 2013 kann die e-power barge startklar sein. „Die Konzeption steht, die Ausschreibungsunterlagen sind weitestgehend ausgearbeitet“, berichtet Fedorczuk. Im Sommer dieses Jahres soll der Bauauftrag vergeben werden. Das Investitionsvolumen wird für den Prototypen bei rund 15 Millionen Euro liegen. Diese erste e-power barge wird eine Gesamtleistung von bis zu neun Megawatt erzeugen können, ausreichend für die meisten Kreuzfahrtschiffe, die Hamburg oder auch Kiel anlaufen. Dabei handelt es sich um einen rund 80 Meter langen und 11,5 Meter breiten Leichter. Der Strom wird flexibel, je nach Bedarf, von mehreren gasbetriebenen Dieselmotoren und entsprechenden Generatoren erzeugt. Die LNG-Tankkapazität beträgt 300 Kubikmeter, ausreichend für einen 100-stündigen Volllastbetrieb. Die Gasmotoren zeichnen sich durch ihren hohen Wirkungsgrad und niedrigen Verbrauch aus. Hohe FlexibilitätMit einem unserer eigenen Schubschlepper bringen wir die Barge dorthin, wo sie gebraucht wird“, erklärt Fedorczuk. Ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen alternativen Stromversorgungsmodellen von Kreuzfahrtschiffen, die derzeit diskutiert werden: „Theoretisch ist es zwar auch möglich, die Hilfsdiesel an Bord der Kreuzfahrtschiffe mit Gas zu betreiben, das setzt jedoch umfangreiche Leitungssysteme an den Liegeplätzen und Umbauten an den Motoren voraus“, so Fedorczuk. „Ebenso erfordert die Versorgung mit Landstrom eine Verkabelung der Liegeplätze mit Starkstrom. Eine Anbindung aller Liegeplätze im Hafen an Gas- oder Landstromleitungen ist zudem eher unwahrscheinlich.“ Die bedarfsgerechte und flexible Stromversorgung per Barge habe also eindeutige Vorteile, so das Fazit der Projektleiterin, und könne alternative Stromversorgungsmodelle perfekt ergänzen. Namhafte Lieferanten und Partner – „aus Hamburg für Hamburg“ Zu den Lieferanten zählen namhafte Industrieunternehmen wie beispielsweise Siemens bei der Elektrotechnik. Um die Ausstattung mit den Motoren haben sich unter anderem die Hersteller MAN, Wärtsilä und Rolls Royce beworben. Aber auch die Hamburger Behörden für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die Hamburg Port Authority (HPA) und die in Hamburg vertretenen Klassifikationsgesellschaften haben das Projekt von den ersten Ideen an konstruktiv und kooperativ begleitet. Besonders bemerkenswert: Nicht nur die Idee der e-power barge kommt aus Hamburg, sondern auch viele Projektpartner und potenzielle Lieferanten haben ihren Sitz in der Elbmetropole. Breites Einsatzspektrum Natürlich eignet sich die e-power barge nicht nur zur Versorgung von Kreuzfahrtschiffen, auch wenn hier die positiven Umwelteffekte wegen des hohen Energiebedarfs am höchsten sind: Auch Containerschiffe, Tanker oder Fähren können künftig an die e-power barge angeschlossen werden. Voraussetzung ist lediglich die Ausrüstung der Schiffe mit einem Stromanschluss für die externe Energieversorgung. Zudem ist der Einsatz des schwimmenden Kraftwerkes nicht auf einen Hafen beschränkt, sondern es kann dort zum Einsatz kommen, wo es benötigt ist. „Bei einem Erfolg unseres Prototypen sind daher eine Aufstockung der Flotte und eine Ausweitung auf weitere Häfen in Deutschland oder Europa durchaus denkbar“, so Fedorczuk. „Weitere Gespräche über den Einsatz der e-power barge sind nicht nur mit Reedern verschiedenster Schiffstypen, sondern auch mit Verbänden, Klassifikationsgesellschaften und Hafenbetreibern äußerst vielversprechend verlaufen.“

Dialog-Teilnehmer können bis Ende April Stellung nehmen

Erste Details zum Hamburger Hafenentwicklungsplan

Freitag, 16. März 2012
Die Flächen im Hamburger Hafen sollen effizienter genutzt werden. Foto: HHMDie Flächen im Hamburger Hafen sollen effizienter genutzt werden. Foto: HHM
Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch hat gestern einem ausgewählten Kreis erste Einzelheiten des künftigen Hafenentwicklungsplans (HEP) vorgestellt. Der von der Hamburg Port Authority (HPA) erstellte Entwurf unter dem Titel „Hamburg hält Kurs – Die Hafenentwicklung bis 2025“ wird von der Wirtschaftsbehörde seit Ende vergangenen Jahres geprüft. Horch kündigte an, dass die Teilnehmer der dafür vorangegangenen Hafendialoge im Rahmen der Verbändebeteiligung nun bis Ende April Gelegenheit zur abschließenden Stellungnahme bekommen werden. Schwerpunkte sind die Standortbestimmung, die Spielräume der Hafenentwicklung mit Umschlagpotenzial, Terminalkapazitäten, Hinterlandrelationen, mittelfristigen Rahmenbedingungen der Seeverkehrswirtschaft und globalen Entwicklungstendenzen, die Schärfung des Hafenprofils, die Sicherung der Hafenqualität durch optimale Infrastruktur sowie die nachhaltige Gestaltung der Hafenmetropole. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"  

Hafen braucht verlässlichen Kurs

16.03.2012, 06:48 UhrRolf Zamponi
Die Vorlage des Hafenentwicklungsplans mag länger gedauert haben als zunächst vorgesehen. Was aber zählt, ist, dass Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) der Dialog mit zahlreichen interessierten Gruppen, Verbänden und Organisationen gelungen ist. Diese Gespräche sind ein Garant dafür, dass sich niemand übergangen fühlt. Dies käme dem Ausbau des größten Jobmotors der Stadt zugute - wenn nicht doch noch erneut herbe Kritik aufflammt. Eine langfristige Strategie, wie im Plan vorgesehen, macht überdies Sinn. Schließlich brauchen Veränderungen in Häfen Jahre oder gar Jahrzehnte, sodass sich ein eingeschlagener Kurs ohnehin nicht rasch verändern lässt. Chancen ergeben sich für die Stadt mit der Ansiedlung von Industrie im Hafen, wie es auf dem geplanten Terminal auf Steinwerder geschehen soll. Der Containerumschlag, das hat die Krise 2009 nur zu deutlich gezeigt, kann allein nicht zuverlässig Arbeitsplätze sichern. Auch das wurde nicht nur erkannt, sondern für die Zukunft berücksichtigt. Gut so. Die erste Bewährungsprobe für Horch steht nun im April an. Dann muss der Senator ein überzeugendes Konzept für die Versorgung von Schiffen mit Landstrom vorlegen. Vor allem die Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere der Stadt hohe Einnahmen bringen, stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Soll der Boom der Reisen auf den Traumschiffen nicht abbrechen, müssen nicht nur die Reedereien, sondern auch die Häfen beweisen, dass sie den Schutz vor CO2, Schwefel und Ruß aus den Schornsteinen ernst nehmen. Hamburg als größter deutscher Hafen tut gut daran, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen. HbgEntw.plan Vorgänger Hafenentwicklungsplan lässt auf sich warten Beim neuen Hafenentwicklungsplan gibt es offenbar massive Verzögerungen. Nach Informationen von NDR 90,3 liegt der endgültige Entwurf bis heute nicht vor. Damit gerät der ursprüngliche Zeitplan der Wirtschaftsbehörde für die Weichenstellungen im Hamburger Hafen ins Wanken. Wirtschaftsbehörde: Qualität geht vor Eile Den Wirtschaftsverbänden sollte der Entwurf des Hafenentwicklungsplans bereits im Januar vorliegen. Doch bislang hat das Werk Hamburgs Behörden noch nicht verlassen. "Wir befinden uns in der politischen Vorabstimmung", hieß es dazu in der Wirtschaftsbehörde. Qualität gehe vor Eile. Die Verbandsbeteiligung stehe aber unmittelbar bevor, sagte eine Sprecherin - allerdings ohne einen konkreten Termin zu nennen. Verbände und Unternehmen müssen weiter warten Damit ist jedoch fraglich, ob der Senat wie ursprünglich vorgesehen den Hafenentwicklungsplan im zweiten Quartal zustimmen und in die Bürgerschaft einbringen kann, um ihn umzusetzen. Darauf aber warten Verbände und Unternehmen. Denn der Hafenentwicklungsplan stellt die Weichen bis zum Jahr 2025. Dabei geht es um Industrieansiedlungen, Jobs und die Infrastruktur. Ziel von Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) ist ein Universalhafen mit verarbeitender Industrie, mehr Arbeitsplätzen und einer besseren Infrastruktur - samt Umwelt- und Klimaschutz. Wie genau er sich den Weg dorthin vorstellt, ist allerdings weiter offen. Kritik der Opposition Die Unternehmen seien stinksauer, sagte ein Verbandsvertreter, der nicht genannt werden will, NDR 90,3. Kritik kommt auch von der Opposition: GAL-Wirtschaftsexperte Anjes Tjarks sagte, der Bürgermeister habe den Hafen zu seinem wichtigsten Anliegen gemacht. Jetzt müsse man feststellen: Der Bürgermeister habe keinen Plan. Die Verzögerungen verärgerten die Partner und behindere die Steuerung des Hafens. Von einer großen Baustelle sprach auch Thomas-Sönke Kluth von der FDP. Die Verzögerung bedeute entweder, dass die Unternehmensverbände kaum Zeit für die Mitbestimmung hätten - oder der Zeitplan nicht eingehalten werden könne. Das sei vor allem mit Blick auf die offenen Finanzierungsfragen im Hafen nicht hinnehmbar    
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Täglicher Hafenbericht Hamburg, Elbvertiefung, Aktuelle News von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne