Nord-Ostsee-Kanal in Not Zahl der Schiffe geht immer weiter zurück, die Ladungsmenge schrumpft – doch es gibt Hoffnung

Nord-Ostsee-Kanal in Not
Zahl der Schiffe geht immer weiter zurück, die Ladungsmenge schrumpft – doch es gibt Hoffnung
Kiel

Die Euphorie der vergangenen Jahre ist längst verflogen. Jetzt werden keine Positivrekorde bei Schiffspassagen und transportierter Ladungsmenge gemeldet, sondern Minusrekorde. Dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) geht es schlecht. Allein in den vergangenen 12 Monaten ging die Zahl der Schiffe um neun Prozent auf jetzt 29 284 zurück und damit unter das Niveau der unmittelbaren Nachkriegszeit. Die Ladungsmenge schrumpfte um 7,6 Prozent auf jetzt 83,7 Millionen Tonnen. „Unsere Erwartungen haben sich nicht erfüllt , obwohl die Schleusen im Jahre 2016 gut funktionierten und es kaum Wartezeiten gab“, erklärte gestern Jörg Heinrich von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. mehr

Planfeststellungsbeschluss liegt vor: Jetzt geht es um grünes Licht von der EU, Betreibersuche und potenzielle Investoren Brunsbüttel

Hamburg. Ein ungewöhnliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden macht beim Bund Druck für den Neubau des Schiffshebewerks am Elbe-Seiten-Kanal. Wenn man jetzt nicht schnell handele, werde das Schiffshebewerk Scharnebeck in den nächsten Jahren zum Nadelöhr in Norddeutschland, erklärten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Donnerstag in der Hansestadt.

Zusammen mit den zwei Handelskammern von Lüneburg und Hamburg sowie den Naturschützern von WWF und BUND haben sie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) aufgefordert, den rund 260 Millionen Euro teuren Neubau in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2015 aufzunehmen, um einen Engpass im norddeutschen Wasserstraßennetz zu beseitigen. Die Schleuse wurde 1974 erbaut.
München. Die Containerschifffahrt hat in den letzten Jahrzehnten einen Boom erlebt. Nach einer Veröffentlichung der Unctad ist der globale Containerverkehr von etwa 50 Millionen TEU (20-Fuß-Container) im Jahr 1996 auf über 160 Millionen TEU im Jahr 2013 gestiegen.

Mit dem zunehmenden Containerverkehr sind auch die Seehäfen gewachsen. Auf riesigen Flächen bewegen sich meterhohe Kräne und entladen die Boxen aus immer größer werdenden Schiffen. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in China verwundert es nicht, dass der größte Hafen der Welt auch im Reich der Mitte zu finden ist.

Aber auch drei Seehäfen aus Europa können sich unter den Top-20-Seecontainerhäfen platzieren, darunter auch einer aus Deutschland. (cd)

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An der Unterelbe ist vor allem der Elbehafen Brunsbüttel mit seiner strategisch günstigen Lage an der Elbmündung und dem Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal mit Umschlaganlagen sowohl für Massengut als auch für Projektladung von großer Bedeutung. Jährlich werden in den Brunsbütteler Häfen deutlich über 10 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Der Elbehafen Brunsbüttel ist ein hochflexibler Universalhafen mit einem Tiefgang von bis zu 14,80 m. Durch den trimodalen Terminalanschluss werden optimale Transportverbindungen mit den Verkehrsträgern LKW, Bahn, Seeschiff und Binnenschiff gewährleistet. Die Brunsbüttel Ports ist Teil der SCHRAMM group, die unter anderem auch eigene Binnenschiffe betreibt.
Der Elbehafen will auch beim Umschlag von Projektladungen wachsen: Hier wird eine Trafostation verladen. Foto: Brunsbüttel Ports
Das Land hat Fördermittel zugesagt, die ersten Aufträge für die Bauplaner sind erteilt – bisher sprach ziemlich viel dafür, dass ein Offshore-Hafen in Brunsbüttel gebaut wird. Doch jetzt gibt es Zweifel in der Lokalpolitik an dem Millionen-Projekt, und zwar ganz grundsätzliche. Vor allem Kommunalpolitiker aus dem Kreis Steinburg stellen in Frage, dass ausreichend Nachfrage für den neuen Hafen da ist. Denn: In Niedersachsen gebe es bereits Offshore-Häfen, Schleswig-Holstein sei spät dran
Neuer MultiDocker und neuer Radlader optimieren Produktivität und Umschlagsgeschwindigkeit am Universalhafen an der Unterelbe.

Am 11. Juli weiht die Brunsbüttel Ports GmbH einen neuen MultiDocker für das Mehrzweckterminal im Elbehafen ein. Die neue Umschlagsmaschine vom Typ CH74 D der Firma MultiDocker bietet vielseitige Einsatzmöglichkeiten und rundet das Serviceangebot am Hafenstandort Brunsbüttel ab.

Mit einer maximalen Kranreichweite von ca. 22 Mete
Neue Spundwand, tieferes Fahrwasser, neue Pierplatte – Hafenbetreiber Brunsbüttel Ports ist derzeit dabei, den Elbehafen zukunftsfähig zu machen. Rund 15 Millionen Euro investiert die Firmenmutter Schrammgroup in die bis 2013 laufende Maßnahme. Was es damit im einzelnen auf sich hat, will die Hafengesellschaft Interessierten am 11. August bei einem Tag der offenen Baustelle erklären. mehr

Ausbaugesetze zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) beschlossen.

Der Bundestag hat am Freitag, 2. Dezember 2016, die Ausbaugesetze zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) beschlossen. Dabei handelt es sich um das sechste Gesetz zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes (18/9523, 18/9853, 18/10102 Nr. 3), das dritte Gesetz zur Änderung des Bundesschienenwegeausbaugesetzes (18/9524, 18/9953, 18/10102 Nr. 15) und das Gesetz über den Ausbau der Bundeswasserstraßen und zur Änderung des Bundeswasserstraßengesetzes (18/9527, 18/9952, 18/10102 Nr. 14). Abgestimmt wurde über die Beschlussempfehlungen des Verkehrsausschusses (18/10524, 18/10513 neu, 18/10516). Beim Fernstraßenausbaugesetz stimmte die Opposition geschlossen dagegen, bei den beiden anderen Gesetzen stimmten die Grünen dagegen, während sich Die Linke enthielt. mehr