Unternehmensverband warnt vor Benachteiligung der Westküste Brunsbüttel 4. See-Hafen-Kongress: Kooperation statt Konkurrenz

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"mein Anliegen seit 5 Jahren wird umgesetzt,Anfang war die Beendigung Streit Windkraftmessen Hamburg Husum , sehr gut "  Ziel Nordstaat Haupstadt Hamburg SH HH HB NDS MacPomm.Anfang Wirtschaftskooperation. Partei SPD , nur mit ihr ist es machbar, CDU CSU leider noch zu sehr im konservativen Konkurenzdenken innerhalb der Länder Wirtschaft Eliten , mit Ausnahmen. Es sollte angefangen werden, wie es der Artikel sagt Deutschland EU und Weltweit zu denken."
Kehrtwende: Gleisausbau soll kommen
Brunsbüttel
Die Verkehrsinfrastruktur, die Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet mit dem Rest der Welt verbindet, lässt landseitig zu wünschen übrig. Jetzt kommt, zumindest für das seit Jahren geforderte zweite Industriegleis auf der Strecke zwischen Brunsbüttel und Wilster Bewegung in die Diskussion. Für den Industriestandort Brunsbüttel sei eine zukunftsorientierte Bahnanbindung unverzichtbar. Diese Position habe die Stadt immer wieder deutlich gemacht. Anders als Werkleiter-Sprecher Schnabel, habe er noch keine Hinweise auf die neuerliche Behandlung des Gleisausbaus im Verkehrsausschuss des Bundes bekommen. Mohrdieck ist aber ebenfalls überzeugt, dass es sich lohnt, ein Thema hartnäckig zu verfolgen.
Ohne Industrie kein Wohlstand
Kanzleramtsminister Peter Altmaier sieht Brunsbütteler ChemCoast Park auf dem richtigen Weg in die Zukunft
Brunsbüttel
Das Thema beschäftigt in der Schleusenstadt schon lange: bessere Verkehrsinfrastruktur im Industriegebiet – immerhin dem größten des Landes. Große Hoffnungen waren im Juni auf Siegmar Gabriel gerichtet. Der Bundeswirtschaftsminister und zugleich stellvertretende Bundeskanzler sollte die Botschaft von Stadt und Werkleitern damals mit nach Berlin nehmen. Dann kam der Brexit und Gabriel konnte nicht an die Elbe kommen. Daher ruhten die Hoffnungen auf offene Ohren gestern beim Brunsbütteler Industriegespräch mit rund 150 geladenen Vertretern aus Wirtschaft und Politik auf Peter Altmaier. Der Kanzleramtsminister war prominenter Gast auf der „Adler Princess“. Versprechen konnte Altmaier aber nicht geben. In der Bundesrepublik als größter europäischer Wirtschaftsnation sei die produzierende und verarbeitende Industrie ein elementares Standbein, erklärte Altmaier und fügte hinzu: „Wir werden alles dafür tun, dass diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben wird.“ Das schließe letztlich auch den Industriestandort Brunsbüttel mit ein. Die Schleusenstadt sei ein Beispiel dafür, „dass ganze Regionen von industriellen Clustern wie dem ChemCoast Park profitieren“ könnten. Dessen Bedeutung hatte Werkleitersprecher Frank Schnabel in seiner Begrüßung umrissen: 2000 Hektar Gesamtfläche, davon 450 Hektar noch verfügbar, 4000 direkte und rund 12 500 indirekte Arbeitsplätze. Die Chemiewerke investierten in den vergangene Jahren mehre 100 Millionen Euro, weitere Millioneninvestitionen sind geplant. Das griff Altmaier auf: Floriere die Industrie, gebe es Arbeitsplätze und damit auch Wohlstand. Letzteren beschere gerade die Energiewende auch Schleswig-Holstein. Damit sei auch das gemeinsam mit Hamburg geplante Konzept Neue Energiewende (NEW) 4.0 eine Perspektive für Brunsbüttel. Ob er damit auch den an der Elbe geplanten Flüssiggas-Terminal mit einschloss, ließ der Kanzleramtsminister offen. Er empfahl, dass die Stadt das Gespräch mit Wilhelmshaven suchen sollte, wo ein ähnliches Vorhaben angestrebt wird. Und er betonte, dass man gerade bei solchen Vorhaben den Kontakt in Berlin suchen müsse. Die Niedersachsen wären schon dort gewesen. Frank Schnabel, emsiger Verfechter eines LNG-Terminals in Brunsbüttel, hielt dagegen, dass es schon einen potenziellen Investor gebe, der 400 Millionen Euro in die Hand nehmen wolle – in Brunsbüttel wegen der besseren Lage. Was fehle, sei die klare Aussage der Bundesregierung, ob Deutschland überhaupt einen solchen Terminal haben wolle, um nicht übermäßig abhängig vom russischen Gas zu sein. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer kritisierte, dass es hier schwer sei, sich in Berlin Gehör zu verschaffen. Er betonte, der nationale Terminal gehöre nach Brunsbüttel. Der Standort sei dafür prädestiniert. Zugleich wertete Meyer das Industrieareal als Motor für das gesamte Land. Es gelte daher nicht nur, die bestehenden Unternehmen zu halten, sondern neue zu gewinnen. Wie wichtig dafür letztlich auch die Infrastruktur ist, sagte Michael Westhagemann. Der Vorstandsvorsitzende des Industrieverbands Hamburg brachte das Problem auf eine simple Formel: „Fahren Sie mal die B5.“ Auch die Bahnanbindung lasse zu wünschen übrig. Ein Steilpass für Schnabel, der den seit Jahren geforderten Ausbau des Industriegleises im neuen Bundesverkehrswegeplan vermisste. Stattdessen werde ein – unwirtschaftlicher – Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals für ein Vielfaches der Kosten eines zweiten Gleises samt Elektrifizierung gefördert. Peter Altmaier gab den Brunsbüttelern einen guten Tipp: Geld könnte durchaus fließen. Nämlich dann, wenn es andernorts nicht ausgegeben werde. Dafür müssten nur rechtzeitig Projekte baureif sein. „Melden Sie nicht 100 Vorhaben gleichzeitig an, formulieren Sie Prioritäten.“ Das habe sich in der Vergangenheit bewährt.
Ralf Pöschus
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Gleisausbau bleibt auf der Agenda
Auch ohne Bundesverkehrswegeplan: Bessere Schienenanbindung in den ChemCoast Park gilt weiterhin als unverzichtbar
Brunsbüttel
Im neuen Bundesverkehrswegeplan ist Schleswig-Holstein gut bedient worden. Nur nicht beim Thema Eisenbahn. Das betrifft neben dem nicht vorgesehenen Ausbau der Pendlerstrecke zwischen Elmshorn und Hamburg und der Elektrifizierung der Westerland-Strecke besonders das Brunsbütteler Industriegebiet. Dabei hatte der Standort massiv für die Aufnahme eines bis Itzehoe ausgebauten Industriegleises geworben – unterstützt von Stadt, Entwicklungsgesellschaft und Land. Vergebens. Und nun? Im ChemCoast Park sind die Weichen weiterhin auf größere Kapazitäten des Gleisanschlusses gestellt. Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde, lässt nicht locker. Er weiß aber: Für den Bundesverkehrswegeplan ist hier der Zug abgefahren, es müssen andere Fördermöglichkeiten genutzt werden. Letztlich, so Schnabel, gehe es um eine Summe in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Dass der Elbe-Lübeck-Kanal für 800 Millionen ausgebaut werden soll, „bringt Brunsbüttel nichts“. Das Beispiel der Wasserstraße markiert für Schnabel auch eine Schieflage. Die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Investition lasse eine wirtschaftliche Grundlage vermissen. Beim seit Jahren geforderten Ausbau des Brunsbütteler Industriegleises fehle sicher zunächst auch eine gewisse Wirtschaftlichkeit – genau damit argumentiert DB Netz. Aber Schnabel fordert, dass weiter gedacht wird. Der Standort benötige zunehmend Schienenkapazitäten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Investoren verstärkt nach dem Gleisanschluss schauen. Gibt es den nicht, ist der ChemCoast Park mitunter allein schon deshalb schnell wieder außen vor. Schnabel, zugleich Chef der Häfen in der Schleusenstadt, nennt ein anderes Beispiel: Im Elbehafen werden Teile von Windkraftanlagen umgeschlagen – ohne dass Schiffe involviert sind. Die Segmente kommen per Bahn aus Emden, werden im Hafen zwischengelagert und von dort per Lkw zur Baustelle gebracht. Ohne Bahnanschluss hätte der Kunde diese Tansportvariante außerhalb Brunsbüttels abwickeln müssen. Jetzt werde es darum gehen, die Entscheider in Berlin auf die Sorgen der Brunsbütteler Industrie aufmerksam zu machen. Die beiden Bundestagsabgeordneten Karin Thissen (SPD) und Mark Helfrich (CDU) seien bereits eingespannt. Schnabel: „Die sehe ich da ganz weit vorne.“ Ein ganz wichtiger Partner sei daneben Uwe Polkaehn vom DGB Nord. Denn seine Unterstützung stehe nicht einfach für eine Forderung der Unternehmen, von denen DB Netz sagt, die könnten das zweite Gleis selbst finanzieren. Polkaehn steht für die Arbeitsplätze. Politisch haben die immer großes Gewicht. Schnabel, der es gewohnt ist, hartnäckig Themen zu verfolgen, setzt zudem auf eine spezielle politische Größe in Berlin: Kanzleramtsminister Peter Altmaier. Der ist Gast beim Brunsbütteler Industriegespräch am 14. September. Zur Runde gehört neben Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auch Michael Westhagemann. Der ist nicht nur Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg, sondern auch Regionalleiter von Siemens. Und als solcher, sagt Schnabel, könne er dem Kanzleramtsminister gut erklären, weshalb Siemens sich nicht für Brunsbüttel, sondern für Cuxhaven entschieden hat: Weil dort Infrastruktur vorhanden war, die im ChemCoast Park erst gebaut werden müsste. Erfolgreich sei am Ende der, der die nötigen Hinterlandanbindungen vorweisen könne. Damit müsse man nunmal in Vorleistung gehen. Am Ende rechne sich das aber.
Ralf Pöschus

Schifffahrt : Schweröl-Rückstände im Wasser: Kreuzfahrt-Schiffe werden sauberer

23-82461242-23-82461243-1471961013Copyright Norddeutsche Rundschau   Kiel | Kreuzfahrtschiffe können Dreckschleudern sein. 7500 Kilo Schwefeldioxid am Tag – das ist die Bilanz eines der großen „Lustboote“, die mit Schweröl fahren und deren Abgase nicht durch Filter gereinigt werden. Seit 2015 dürfen deshalb alle Schiffe in Nord- und Ostsee nur noch mit Treibstoff unterwegs sein, der 0,1 Prozent Schwefel enthält – ein Zehntel des bisherigen Werts. Alternativ müssen die Abgase über eine Anlage an Bord gereinigt werden. Die Auswirkungen dieser neuen Regeln sind beachtlich: Um bis zu 80 Prozent hat die Konzentration von Schwefeldioxid in der untersten Schicht der Atmosphäre von Nord- und Ostsee abgenommen. „Die Luft ist sauberer geworden. Die Verschmutzung von Nord- und Ostsee durch Schwerölrückstände ist seit Anfang 2015 deutlich zurückgegangen“, erklärte gestern die Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Monika Breuch-Moritz , beim Maritimen Sommertreff im Kieler Yachtclub. Flüssiggas als Treibstoff ist keine abwegige Idee mehr Die Messungen führt das BSH in Wedel an der Unterelbe und auf der Insel Neuwerk in der Elbmündung durch. Messungen in Rotterdam (Niederlande), Plymouth (Großbritannien), an der Brücke über den Großen Belt (Dänemark) sowie in Südostschweden bestätigten diese Ergebnisse. Ergänzt werden die Befunde durch Wasserproben aus Nord- und Ostsee. „Regeln und ihre Überwachung stoßen Innovationen an“, zeigte sich die Präsidentin überzeugt. So sei das Flüssiggas LNG als Treibstoff keine abwegige Idee mehr. Die Abkürzung steht für „liquified natural gas“. LNG-betriebene Schiffe stoßen weder Feinstaub noch Schwefeloxide aus. Durch die zusätzliche Technik an Bord sind Schiffe, die neben den herkömmlichen Brennstoffen auch mit LNG fahren können, aber um bis zu 25 Prozent teuer. Brunsbüttel steht in den Startlöchern, um eine LNG-Ladestation einzurichten. Vorbereitungen und erste Genehmigungsverfahren laufen bereits in den Häfen Hamburg, Southampton, Le Havre, Rotterdam und Zeebrügge. Kaum gesundheitlicher Vorteile erwartet Die Naturschutzverbände räumen zwar Verbesserungen durch die neuen Auflagen ein, sehen aber noch Verbesserungsbedarf, weil schon im Mittelmeer die strengen Umweltstandards nicht mehr gelten. Außerhalb der sogenannten SECA-Zone – Nord- und Ostsee sowie Ärmelkanal – sei Schweröl nach wie vor als Schiffstreibstoff Standard. Die zähe, bitumenartige Substanz ist ein Abfallprodukt der Benzin- und Dieselherstellung. Die Schwefelgehalte dieses Kraftstoffs liegen bis zu 3500 Mal so hoch wie der von Lkw-Diesel. Besonders bedenklich: Die giftigen Schiffs-Abgase werden durch Wind und Wetter bis zu 400 Kilometer landwärts geblasen. Die Bedenken der Reeder, die wegen der schärferen Vorgaben vor erheblichen Kostensteigerungen und einer Verlagerung von Verkehren auf die Straße warnten, hätten sich auf jeden Fall nicht bestätigt, verkündete NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kürzlich in Hamburg. Allerdings liegt das vor allem am Preisverfall des Öls: Der schwefelarme Schiffsdiesel ist heute nur unwesentlich teuerer als das dreckige Schweröl noch vor zwei Jahren. Dennoch: Die Freude über den reduzierten Schadstoffeintrag in Nord - und Ostsee von dem Breuch-Moritz gestern berichtete, ist nicht ganz ungetrübt. Laut einer Mitte Juli vom Helmholtz-Zentrum München veröffentlichten Studie haben Feinstaubpartikel aus Schwerölemissionen zwar einen stärkeren Einfluss auf das Entstehen von Entzündungsreaktionen in den Lungen, dafür rufen die vom Diesel freigesetzten Schadstoffe offenbar starke zellbiologische Effekte hervor. „Der zurzeit propagierte und teilweise schon umgesetzte Verzicht auf Schweröl in der küstennahen Schifffahrt bringt für den Gesundheitsschutz der Menschen in den Küstengebieten daher wahrscheinlich weniger als erwartet“, erklärte Institutsleiter Ralf Zimmermann.
http://www.abendblatt.de/hamburg/article208117249/Elbvertiefung-fuer-Deutschland-entscheidend.html
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160819magunia031Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD, l.) und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) beim Interview mit dem Abendblatt im Hamburger Rathaus

Hamburg.  Schleswig-Holstein und Hamburg haben zurzeit einige gemeinsame Baustellen: Zu Lande ist das wörtlich zu nehmen mit dem Ausbau der A 7. Im übertragenen Sinne sind es in der Luft die zu spät in der Nacht landenden Jets am Flughafen und der Ärger von Anwohnern und am Wasser die schlechter laufenden Geschäfte im Hafen. Das Abendblatt sprach mit den beiden Wirtschaftsressortchefs der Länder, Senator Frank Horch (parteilos) und Minister Reinhard Meyer (SPD), im Hamburger Rathaus über die Probleme.

Experten fürchten angesichts des stagnierenden Welthandels und immer größerer Containerschiffe, dass Hamburgs Hafen zum Regionalhafen schrumpfen könnte. Wie wollen Sie eine derartige Entwicklung verhindern?

Frank Horch: Hamburg ist kein Regionalhafen, sondern Deutschlands Tor zur Welt. Und das wird der Hafen bleiben. Ich leugne die Schwierigkeiten, mit denen wir derzeit zu kämpfen haben, nicht. Viele Probleme wie beispielsweise die Krise in Russland oder das abgeschwächte Wirtschaftswachstum in China können wir aber nicht beeinflussen. Wir konzentrieren uns auf die Weiterentwicklung von Hamburgs Hafen als Universalhafen, der für eine der wirtschaftlich am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen Europas unverzichtbar ist. Im Übrigen halte ich nicht viel vom reinen Zählen von Containern.

Reicht das?

Horch: Daneben halte ich eine stärkere Ansiedlung von verarbeitender Indus­trie und von Wissenschaftseinrichtungen für zukunftsweisend. 3-D-Drucker zum Beispiel werden schon in naher Zukunft die Herstellung von Ersatzteilen oder einzelnen Bauteilen in der Nähe von Einsatzorten der Maschinen möglich machen. Warum also soll das nicht in einem Werk im Hamburger Hafen geschehen? Oder nehmen Sie die Entwicklung von Prototypen von Windkraftanlagen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Entwicklungszentrum zum Beispiel von Siemens im Bereich unseres Hafens entsteht. Der Weg zu den Hamburger Hochschulen ist nicht weit.

Brunsbüttel würde gern ein Terminal bauen, an dem Flüssiggas(LNG)-Tanker entladen werden – ein Testfall für eine gute Zusammenarbeit norddeutscher Häfen?

Reinhard Meyer: Wir glauben, dass jeder Hafen seine Stärken einbringen sollte. Brunsbüttel ist für ein LNG-Terminal bestens geeignet und erfährt dabei auch Unterstützung aus Hamburg. Der entscheidende Punkt ist aber, dass Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam gute Bedingungen für die Ansiedlung von Unternehmen schaffen müssen. Für viele Unternehmen aus der Metropolregion ist Hamburgs Hafen unverzichtbar. Er ist auch der größte Arbeitgeber in Schleswig-Holstein. Es gibt aber auch Hamburger Unternehmen, die expandieren wollen und in der Hansestadt keine Fläche finden. Diesen Unternehmen können wir Gewerbeflächen bieten. Es geht darum, Hamburg und Schleswig-Holstein als gemeinsamen Wirtschaftsraum zu betrachten.

Warum hat Schleswig-Holstein Hamburg dann so lange hängen lassen, als es um die Umlagerung von Schlick in der Nordsee ging und setzt jetzt enge Grenzwerte?

Meyer: Eine Kooperation ist gut, wenn sie auch in schwierigen Zeiten funktioniert. Wir hatten eine schwierige Ausgangssituation, haben hart verhandelt und am Ende eine vernünftige Lösung gefunden. Hamburg kann seinen Hafenschlick wieder in der Nordsee umlagern und zahlt dafür einen akzeptablen Preis.

Horch: Harte Verhandlungen über ein umweltverträgliches Verfahren sind für mich kein Problem. Wir halten die geforderten Grenzwerte ein und dokumentieren diese. Ich habe dafür Verständnis, dass Schleswig-Holstein Naturschutzinteressen berücksichtigt.

Im Dezember entscheidet das Bundesverwaltungsgericht über die erneute Elbvertiefung. Was passiert, wenn sie nicht kommt?

Horch: Ich bin sehr optimistisch, dass das Gericht grünes Licht für die Vertiefung geben wird. Es gibt jetzt eigentlich nichts mehr, was wir nicht getan haben, um die Natur und die Deiche zu schützen. Diese Maßnahmen sind aus unserer Sicht mehr als ausreichend. Letztlich wird in Leipzig mit der Elbvertiefung auch über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entschieden.

Ist es wirklich so dramatisch?

Horch: Der Hamburger Hafen und seine Zukunftsfähigkeit sind von übergeordneter Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft. Für ein Gericht ist das eine hohe Verantwortung, denn damit wird auch ein Weg gewiesen, ob große Infrastrukturprojekte überhaupt noch umgesetzt werden können.

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Werden die Bauarbeiten wie geplant Ende 2018 fertig?

Des Weiteren besteht Handlungsbedarf am Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel, der derzeit nur eingleisig und nicht elektrifiziert an das Schienennetz angebunden ist. Dadurch sind nur geringe Geschwindigkeiten auf der Strecke erlaubt, die den Transport unnötig verlängern. Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen und weitere Verlagerungen der Transportströme auf die Schiene sind die Aufnahme des zweigleisigen Ausbaus sowie die Elektrifizierung der Bahntrasse zwischen Wilster und Brunsbüttel in den Bundesverkehrswegeplan erforderlich.
„Wir stehen vor großen Veränderungen“
Unternehmer diskutieren die Wettbewerbsfähigkeit / Wirtschaft und Politik mahnen zu Kooperation von Hamburg und Schleswig-Holstein
Elmshorn
Ist der Norden fit für die Zukunft? Während des gestrigen Unternehmertags in der Elmshorner Nordakademie war die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit das bestimmende Thema. Unter dem Titel „Hamburg und Schleswig-Holstein – Gemeinsam für Wachstum und Beschäftigung“ ging es darum, wie beide Länder sich gegenseitig wirtschaftlich stärken können, anstatt sich Fachkräfte und Aufträge abzuziehen. Gewaltige Umbrüche stehen bevor, darin waren sich die Redner Uli Wachholtz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord), und Henning Vöpel, Geschäftsführer und Direktor des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), gestern einig. Wachholtz warnte davor, sich nicht von der aktuell guten konjunkturellen Entwicklung im Norden täuschen zu lassen. „Wir stehen vor sehr großen politischen und technologischen Veränderungen. Die Karte der Weltwirtschaft wird neu kategorisiert.“ Wer dem Wandel nicht aktiv begegne, der falle zurück und verschwinde in der Bedeutungslosigkeit. Außerdem betonte Wachholtz die Bedeutung der Wirtschaftsressorts Kiel und Hamburg. Sie sollten enger verzahnt werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Genauso wie die Unternehmen nicht in regionalen Grenzen denken und agieren, sondern auf Weltmärkten unterwegs seien, müsse generell umgedacht werden. Der Zusammenhalt in Europa sei brüchiger geworden. Wachholtz forderte daher „endlich klare Prioritäten für die weitere europäische Integration“. Es solle definiert werden, ob das Ziel der nach dem Brexit verbleibenden 27 Staaten ein Bundesstaat oder ein Staatenbund sei. „Die Weltwirtschaft steht vor fundamentalen geopolitischen Umbrüchen“, betonte Vöpel. Es finde eine Neuvermessung statt: Ganze Industrien und Branchen und mit ihnen etablierte Standorte gerieten unter massiven Druck. Manch einer bekäme das Gefühl, die Welt sei in Unordnung geraten, so Vöpel. Anschließend an die Vorträge von Wachholtz und Vöpel folgte eine Talkrunde. Als Gäste kamen Rolf Bösinger, Hamburger Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, sowie Reinhard Meyer (SPD), schleswig-holsteinischer Verkehrs- und Wirtschaftsminister, zu Wort. Moderiert wurde die Runde von Stefan Hans Kläsener, Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z). In den vorangegangenen Referaten hatte sich bereits herauskristallisiert: Der Norden muss stärker zusammenarbeiten. „Sind sie soweit?“, fragte Kläsener Meyer und Bösinger. „Wir beide ja. Aber wir müssen andere noch davon überzeugen, norddeutsch zu denken“, antwortete Meyer. In Brüssel gibt es bereits eine gemeinsame Vertretung von Hamburg und Schleswig-Holstein, das Hanse-Office. Öffentlichkeitsarbeit habe in den vergangenen sechs Wochen jedoch nicht stattgefunden, bemängelte Kläsener. Gerechtfertigt wurde es von Bösinger damit, dass viel im Hintergrund geschehe. Meyer positionierte sich außerdem deutlich zur Europäischen Union: „Die Lehren des Brexit sind für mich, dass wir die EU und ihr Wirken viel mehr erklären müssen.“ Wünschen würden sich die beteiligten für den Norden mehr Dynamik. „Norddeutschland verträgt insgesamt ein bisschen mehr von der Welt und könnte mehr am Puls des Zeitgeschehens sein“, sagte Vöpel. Meyer sprach sich nochmals für eine gemeinsame Wirtschaftsregion aus. „Ob die Hanseland, Nordelbien oder Nordstaat heißt. Es wäre schön, wenn sich der Norden – mit Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg – als Schmiede für Technik und Innovation behaupten könnte“, so der Wirtschaftsminister.
Kira Oster
Nicht ohne Grund hat der Vorstand des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste den Produktionsstandort Brunsbüttel der Sasol Germany GmbH zum Tagungsort seiner turnusmäßigen Vorstandssitzung gewählt. Das Sasol Werk gilt als wichtiger Partner der ChemCoast-Region. Verbandsvorsitzender Lutz Bitomsky aus Itzehoe warnte vor einer Benachteiligung der Westküste durch die Verkehrspolitik der neuen Landesregierung.Am Standort Brunsbüttel des Sasol-Konzerns werden werden Fettalkohole sowie anorganische Spezialchemikalien, insbesondere hochreinen Tonerden produziert. Aktuell sind dort 525 Mitarbeiter und 45 Auszubildende beschäftigt. Nicht zuletzt wegen größerer Investitionen, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen, blickt Werksleiter Dr. Kay Luttmann zuversichtlich in die Zukunft.Allerdings: Die Entscheidung der alten Landesregierung zum dreispurigen Ausbau der B 5 in zwei Abschnitten über Wilster nach Brunsbüttel gilt als eine wichtige Voraussetzung zur Standortsicherung. Alle Vorstandsmitglieder sind sich darüber einig, dass die neue Landesregierung mit ihrer Koalitionsvereinbarung schwer-wiegende Entscheidungen getroffen habe, die für die weitere Entwicklung des Chemie-Standortes Brunsbüttel nicht förderlich seien. Der Unternehmensverband äußert Zweifel daran, dass sich Ministerpräsident Torsten Albig entsprechend seiner Aussagen in letzter Konsequenz für den Ausbau der A20 und der festen Elbquerung einsetzen kann. Die klare Positionierung eines Koalitionspartners spreche gegen diesen Ausbau und würde bei Konfrontation die gesamte Regierungskonstellation gefährden.Diese Einschätzung wurde von den Teilnehmern der Vorstandsrunde geteilt. Auch die Verlagerung der Finanzmittel zum Ausbau der Trasse Glückstadt/A23 in den Raum Segeberg wird vom Unternehmensverband nicht befürwortet, da allein durch die Bautätigkeit wesentliche Finanzmittel abgezogen werden, die sich nicht zu Kaufkraft im Verbandsgebiet entwickeln können.Die Infrastrukturmaßnahmen an der Westküste und im Unterelberaum werden vom Verband kritisch begleitet, da nur durch diese Entwicklung ein Teil der Randlagenproblematik Schleswig-Holsteins gelöst werden könne.„Die gegebene Problematik am Hamburger Elbtunnel mit der geplanten Überdeckelung der A7 im Hamburger Stadtgebiet sowie der notwendigen Ertüchtigung der Brückenbauwerke am südlichen Elbtunnelausgang sind ein Schreckens-Szenario, das einem Verkehrskollaps im südlichen Schleswig-Holstein gleichkommt“, so Verbands-Geschäftsführer Heinrich Ritscher. Der Vorstand des Verbandes erklärte, mit der Koalitionsregierung konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen. Aber die Westküste dürfe nicht benachteiligt werden: „Die Wirtschaft braucht verlässliche Signale aus der Politik und wird von ihrer Forderung ‚A20 – jetzt!‘ nicht abrücken“, so Lutz Bitomsky.
30.06.2016 - 11:50 - Logistik & Transport

Brunsbütteler Elbehafen verzeichnet im ersten Halbjahr starkes Wachstum im Bereich Windkraft

Pressemitteilung von: Brunsbüttel Ports GmbH
Umschlag eines Rotorblatts
Umschlag eines Rotorblatts
Brunsbüttel Ports schlägt im ersten Halbjahr rund 39 % mehr Windkraft-Komponenten um. Funktion als Drehscheibe für Großkomponenten erneut gestärkt. Investitionen in den Standort bewähren sich. Brunsbüttel Ports, Eigentümer und Betreiber der Brunsbütteler Häfen, verzeichnet für den Elbehafen weiterhin steigende Umschlagszahlen im Bereich der Windkraftenergie. In den ersten zwei Quartalen des laufenden Jahres wurden mehr als 930 Komponenten und Container für die Windkraftbranche umgeschlagen und zwischengelagert. Dies entspricht einem Zuwachs von ca. 39% gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres.
„Das erneute Umschlagswachstum bestätigt, dass sich der Elbehafen mit seiner Funktion als Logistikdrehscheibe für Großkomponenten der Windkraftindustrie etabliert hat und stetig an Bedeutung gewinnt. Die Zahlen zeigen außerdem, dass sich unsere Investitionen in den Standort bewährt haben. Im Elbehafen wächst die Onshore-Windkraft“, erklärt Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports. „Wir hoffen, dass dies noch lange so bleibt, hängen aber an der Entwicklung der Windenergiebranche.“
Um dem steigenden logistischen Bedarf der Windenergiebranche gerecht zu werden, hat Brunsbüttel Ports in den vergangenen Jahren in den Ausbau als Umschlag- und Lagerstandort für Stückgüter investiert. Durch die Ertüchtigung des mittleren Liegeplatzes im Elbehafen wurde der Universalliegeplatz unter anderem für die hohen Anforderungen des Stück- und Schwergutumschlages der Zukunft gerüstet. Im Juni 2015 wurde außerdem eine über 7.300 Quadratmeter große neue Lagerfläche für Schwerlasten eröffnet. Die Fläche ist seit der Eröffnung mit unterschiedlichen Windkraft-Komponenten sehr gut ausgelastet. Die Windkraftbranche verlädt über den Elbehafen diverse Großelemente von Onshore-Windkraftanlagen. Dazu zählen unter anderem Turmsegmente mit Einzelgewichten von bis zu 65 Tonnen, Naben mit Gewichten bis zu 35 Tonnen, Gondeln und Statoren mit Gewichten von 50 Tonnen sowie Rotorblätter mit unterschiedlichen Längen. Zudem wurden bereits Transformatoren für Umspannwerke mit einem Stückgewicht von rund 260 Tonnen im Elbehafen umgeschlagen. Neuerdings werden für die Branche außerdem auch 20 Fuß-Container verladen, in denen sich sensible Komponenten für Windkraftanlagen befinden. Die Anlagenteile erreichen den trimodal angebundenen Elbehafen über unterschiedliche Verkehrsträger. Über den Wasserweg werden die Stückgüter per See- oder Binnenschiff in den Hafen transportiert, umgeschlagen und bis zum Weitertransport zur Windparkbaustelle zwischengelagert. Seit Herbst des vergangenen Jahres werden Anlagenteile außerdem auch regelmäßig auf der Schiene per Bahntransport angeliefert. „Diese Logistikkonzepte zeigen, dass die Erreichbarkeit unseres Hafens über unterschiedliche Verkehrswege für unsere Kunden von großer Bedeutung ist. Auf diese Weise können wir den Straßenverkehr entlasten und unseren Kunden die Nutzung effizienter Verkehrsmittel anbieten. Insbesondere freuen wir uns, dass sich der Komponententransport von Windkraftanlagen auf der Schiene im Elbehafen etabliert hat. Dieses Logistikkonzept ist in der Windkraftbranche noch relativ neu, hat aus unserer Sicht aber Zukunft!“, so Schnabel. Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht. Brunsbüttel Ports GmbH Elbehafen, 25541 Brunsbüttel Frank Schnabel, Geschäftsführung Tel.: 04852-884-35 E-mail: Mit der logistisch günstigen Lage an der Unterelbe und am Nord-Ostsee-Kanal bietet die Hafengruppe Brunsbüttel – mit dem Elbehafen, dem Ölhafen und dem Hafen Ostermoor – direkten Zugang zu Nord- und Ostsee, räumliche Nähe zu Hamburg, Anschluss an die europäischen Binnenwasserwege, sowie hafennahe verfügbare Industrieflächen. Diese Standortvorteile, aber auch das umfassende Angebot an maritimen Dienstleistungen machen die Häfen in Brunsbüttel zu einem attraktiven Umschlagzentrum für das größte zusammenhängende Industriegebiet in Norddeutschland und der Metropolregion Hamburg. Die Kernkompetenzen, mit denen regionale, nationale und internationale Kunden bedient werden, liegen in den Bereichen Umschlag, Lagerung, Transitverladung sowie in der Projektlogistik.
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Wichtig für den Seehafen Kiel

Meyer bekräftigt Ausbau der A 7

Mittwoch, 01. August 2012
Der Seehafen Kiel würde vom dem Ausbau profitieren. Foto: Seehafen Kiel
Schleswig-Holsteins Landesregierung will den Wachstumskurs des Kieler Hafens mit dem Ausbau der Autobahn 7 unterstützen, so Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). "Wichtig für den Hafen ist die Anbindung. Das gilt für Straße und Schiene. Deshalb soll ab Ende 2013 der sechsstreifige Ausbau zwischen dem Bordesholmer Dreieck und dem Hamburger Stadtgebiet beginnen", sagte Meyer. Eine Zusage, die bei den Hafenbetreibern auf größte Zufriedenheit stößt: "Der Ausbau der A 7 hat für uns oberste Priorität", meinte Dirk Claus, Geschäftsführer Seehafen Kiel. Die Strecke ist bisher vierstreifig und rund 65 Kilometer lang. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht

4. See-Hafen-Kongress: Kooperation statt Konkurrenz

100 Teilnehmer aus Hafenwirtschaft, Logistik-, Pharma- und Chemiebranche diskutierten beim 4. See-Hafen-Kongress in Hamburg über die Zukunft der Küstenregion, Anforderungen der Chemiebranche an die Seehäfen und notwendige Maßnahmen für eine effiziente Hinterlandanbindung.

Vor welchen Herausforderungen steht die maritime Wirtschaft? Hafen Hamburg Marketing e.V. und die UMCO Umwelt Consult GmbH hatten ins Empire Riverside Hotel in Hamburg geladen, um mit rund 100 Teilnehmern aus Hafenwirtschaft, Logistik-, Pharma- und Chemiebranche beim 4. See-Hafen-Kongress Probleme und Lösungen zu diskutieren. Gemeinsam handeln, um angesichts steigender Ladungsmengen zukunftsfähig zu sein, lautete der einhellige Tenor, der sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog. „Das Wort Konkurrenz muss durch Kooperation ersetzt werden“, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch in Bezug auf die norddeutschen Küstenländer, die er in seiner Eröffnungsrede zu mehr Geschlossenheit aufrief. Es gehe jetzt darum, die bestehende Zusammenarbeit der Seehäfen an der Unterelbe weiter voranzutreiben und länderübergreifend zu denken, vor allem bei großen Infrastrukturprojekten, um das Wachstum im Seegüterverkehr bewältigen zu können und international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dass sich die Branche wieder im Aufwind befindet, zeigen die Zahlen: Um 9,1 Prozent stieg der Gesamtumschlag in Hamburg im vergangenen Jahr – auf 132,2 Millionen Tonnen. „Es bedarf großer Anstrengungen, um weiteres Wachstum bewältigen zu können“, so Claus Brandt, Leiter des Maritimen Kompetenzzentrums bei PricewaterhouseCoopers. Ansiedlungsmöglichkeiten für die Industrie müssten im Hafen geschaffen werden, die Fahrrinne der Elbe angepasst, Terminalkapazitäten und Umschlagflächen ausgebaut und wichtige Infrastrukturprojekte, wie die Y-Trasse, die Hafenquerspange und der Neubau der Köhlbrandbrücke, vorangetrieben werden. „Ich kann nur dringend empfehlen, dass bald Entscheidungen getroffen werden, damit die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen zeitnah in die Wege geleitet werden können“, so Brandt.

Welche Rahmenbedingungen zur Standortsicherung der norddeutschen Häfen verbessert werden müssen, war Thema in allen Themenrunden. In der ersten Diskussionsrunde ging es um die Küstenregion als Wirtschaftsraum. Frank Schnabel, Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports und Sprecher der Hafenkooperation Offshore-Häfen Nordsee SH: „Die Küste erlebt eine Renaissance. Sie gewinnt an Attraktivität, vor allem bei den Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit großer Im- und Exportabhängigkeit.“ Ursache seien die steigenden Transportkosten von Gütern auf der Straße, während der Seetransport günstiger werde. Die Seehäfen Hamburg, Stade, Glücksstadt, Brunsbüttel und Cuxhaven kooperieren bereits bei Themen wie Flächenmanagement und Marketing, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Eine große Herausforderung ist das Thema Offshore-Windenergie. 10.000 Offshore-Windanlagen sollen in den nächsten Jahren in 82 Windparks in der deutschen Nordsee entstehen. „Es geht darum, die Milliarden-Investitionen, die in die Kraftwerke fließen, aufzuteilen. Dafür müssen sich die deutschen Häfen jetzt fit machen und eng zusammenarbeiten, um gegen die Konkurrenz aus dem europäischen Ausland, wie zum Beispiel aus Esbjerg, zu bestehen“, mahnte Norbert Giese, Vice President Offshore Development der REpower Systems SE.

Den Bedürfnissen der Chemiebranche widmete sich die zweite Themenrunde. Von den 132 Millionen Tonnen Seegüterumschlag entfallen rund 24 Prozent auf chemische Erzeugnisse und Gefahrgut. Was erwartet die Branche von einem Seehafen wie Hamburg? „Hamburg ist aufgrund seiner exzellenten Anbindung an die Staaten des Ostseeraums ein interessanter Standort für die Chemiebranche, aber es fehlen Abfüllanlagen, Läger und Silos“, kritisierte Thomas Drobisch, Leiter Logistik & Kundenservice der Krahn Chemie GmbH. Dabei könne die Ansiedlung von Chemiebetrieben Arbeitsplätze schaffen und den Wirtschaftsstandort Hamburg weiter stärken. Derk Christoph Proff, Geschäftsführer der Hachemie GmbH, kritisierte außerdem die zeitaufwändigen Genehmigungsverfahren für Chemiegüter in Hamburg: „Wir wünschen uns von den Hamburger Behörden eine höhere Priorität bei genehmigungsrechtlicher Unterstützung und ein offenes Ohr für Investoren.“ Klaus Wessing von der Helm AG schlug vor, die Interessen und Wünsche des produzierenden Chemiegewerbes für die Chemiehändler zu bündeln: „Wir sollten uns auch mit den Hamburger Logistikdienstleistern zusammensetzen und gemeinsam ein Chemie-Cluster schaffen.“ Eine große Herausforderung für die maritime Wirtschaft ist der Fachkräftemangel – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des steigenden Personalbedarfs. „Die Logistikbranche hat den Mangel an qualifiziertem Personal erkannt, tut aber zu wenig“, kritisierte Bernd Jahn, Projektleiter Unternehmensentwicklung des Bildungsträgers ma-co maritimes competenzcentrum, in der dritten Themenrunde. Die Personalfindung werde immer schwieriger. Jahn: „Wir müssen uns davon verabschieden, den richtigen Mitarbeiter finden zu wollen. Wir müssen das Personal so schulen, dass es auf das erforderte Jobprofil passt, und uns auf Quereinsteiger einstellen.“ Die GHB (Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft) kennt das Problem, passende Mitarbeiter am Markt zu finden. Die Anforderungen an Flexibilität und Zuverlässigkeit steigen. Auf dem Kongress meldete sich dazu Bernt Kamin-Seggewies, Bereichsleiter der GHB zu Wort: „Wir müssen die Rahmenbedingungen für die Arbeitsorganisation zur Abfertigung der großen Schiffe anpassen, denn heute brauchen wir mal 400 Mitarbeiter und am nächsten Tag dann nur noch zwölf. Dazu brauchen wir attraktive Tarifverträge“. Ein weiterer Engpass wird bei steigendem Seegüterverkehr auf die Hinterlandanbindung der Seehäfen zukommen. „Die Verlader wünschen sich von der maritimen Supply Chain einen zuverlässigen und günstigen Transport, am liebsten ein All-Inclusive-Paket“, sagte Rüdiger Grigoleit, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees im Bundesverband der Deutschen Industrie. Der IST-Zustand sehe jedoch folgendermaßen aus: Die Vernetzung funktioniere selten über alle Verkehrsträger, es kämen Verzögerungsmeldungen und die Informationen erreichten nicht alle Beteiligten der Supply Chain. „Das Volumenwachstum kann nur funktionieren, wenn der Verkehr auf der Landseite auch klappt. Was in Hamburg fehlt, ist ein Supply Chain Koordinator, nach Vorbild der Hamburger Feeder Logistik Zentrale, der freie Kapazitäten in der bestehenden landseitigen Infrastruktur erkennt und bündelt“, so Grigoleit. Die Hamburger Hafen und Logistik AG plant für die landseitigen Verkehrsträger, Zeitfenster zu vereinbaren, um den Verkehr im Zu- und Ablauf der Terminals besser in Fluss zu halten. Der Spediteur Hans Stapelfeldt forderte die Umschlagbetreiber auf, von den Speditionen höhere Datenqualität abzufordern, wenn sie schneller abgefertigt werden wollen. Bisher seien zum Beispiel nur 30 Prozent der Container-Trucker an das IT-Netz im Hafen angebunden. Ziel sei es, die Zahl auf mindestens 70 Prozent zu erhöhen. „Jeder dritte LKW wartet, obwohl die Ware noch gar nicht da ist, und verstopft die Straße. Anreizsysteme für Quick-Trucker könnten die Straßen im Hafen entlasten“, so Stapelfeldt. Ein weiterer Lösungsansatz zur besseren Verkehrsverteilung sei die Einrichtung von Satelliten-Hubs außerhalb des Hafengebietes. Andreas Rieckhof, Staatsrat der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, warnte angesichts sinkender Haushalte vor zu hohen Erwartungen an Infrastrukturausbauten. „Das Wachstum muss über verbesserte Prozesse gelöst werden. Das kann nur klappen, wenn alle Beteiligten noch stärker zusammenarbeiten.“ In einem Punkt waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: Man wünsche sich eine ganzheitliche, bundesdeutsche Hafenpolitik. Ein Höhepunkt des Kongresses war der Vortrag von Björn Engholm, Aufsichtsratsvorsitzender der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH und ehemaliger Ministerpräsident Schleswig-Holsteins über die logistische Meisterleistung des Zusammenschlusses des Nordens durch die Hanse und die Eigenarten der im Norden lebenden Menschen. Großes Interesse fand auch die von den Veranstaltern organisierte Exkursion zur Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg und die Abendveranstaltung im IBA DOCK, Deutschlands größtem schwimmenden Ausstellungs- und Bürogebäude. Die Veranstalter zeigten sich mit dem Kongress sehr zufrieden. Hafen Hamburg Marketing Vorstand Axel Mattern: „Die Diskussionsrunden waren qualitativ hochwertig und spannend. Wir haben die Themen aufgegriffen, die die maritime Wirtschaft bewegen – das zeigte auch die Beteiligung des Publikums.“ Ulf Inzelmann, Geschäftsführer von UMCO, ergänzte: „Der See-Hafen-Kongress hat sich als strategisches Diskussionsforum etabliert. In zwei Jahren geht es weiter: mit dem 5. See-Hafen-Kongress.“
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne