Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung durch das Bundesverkehrsministerium

Austritt von ver.di aus dem Maritimen Bündnis ist bedauerlich, aber in der Konsequenz folgerichtig

PM_verdi_Austritt-Maritimes-Bündnis PM_Änderung-der-Schiffsbesetzungsverordnung

Schifffahrt Die deutsche Flagge ist bei Reedern wieder beliebt

Von Martin Kopp
 Pressefoto-BirgitCopyright Norddeutsche Rundschau
Seefahrt setzt auf Digitalisierung und grüne Technik
35. Gipfeltreffen der Branche in Kiel / Ausbildungszahlen haben sich trotz Krise stabilisiert
Kiel
Die Seeschifffahrt pfeift aus dem letzten Loch. Daran ändern weder die Fusionen und Allianzen großer Reedereien etwas noch der leichte Anstieg der Frachtraten infolge der Insolvenz der koreanischen Reederei Hanjin. Nach wie vor werden hohe Verlust auf den Weltmeeren eingefahren. Zwischen Januar und Mai 2016 sind die Insolvenzen in der Branche im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent gestiegen. Ein Ende der Konsolidierung ist – auch angesichts des weiter schrumpfenden Welthandels – nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund beraten rund 200 Experten seit gestern auf dem 35. Deutschen Seeschifffahrtstag in Kiel über Perspektiven der krisengeschüttelten Branche. Dabei geht es unter anderem um die Ausbildung und Beschäftigung von Seeleuten, die Bedeutung neuer Navigationssysteme sowie die Nutzung der Rohstoffe in den Weltmeeren, erläuterte Jürgen Rohweder vom Nautischen Verein zu Kiel. „Damit die Schifffahrt aus Deutschland auch in Zukunft in der Weltliga mitspielen kann, brauchen wir exzellentes maritimes Know-how am Standort“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Alfred Hartmann. Um das Know-how in der Krise zu erhalten, sei die öffentliche Förderung von einheimischem Bordpersonal auf europäisches Niveau angehoben worden. Dies habe erste positive Auswirkungen. Hartmann zufolge haben sich trotz der Krise die Ausbildungszahlen stabilisiert. Für die Beschäftigung deutscher Seeleute unter deutscher Flagge gebe es neue Perspektiven. Bei der offiziellen Eröffnung des Seeschifffahrtstages auf der Werft Thyssen-Krupp Marine Systems rief Ministerpräsident Torsten Albig zu enger Zusammenarbeit auf. „Die maritime Wirtschaft ist der Dreh- und Angelpunkt der deutschen Exportstärke. Sie ist eine echte High-Tech-Branche, die weitere Industrie- und Dienstleistungszweige beeinflusst“, erklärte er. Wer sich mit innovativen maritimen Ideen beschäftigen wolle – egal ob elektrische Anschlüsse in Häfen, Brennstoffzellen, Hybridantrieben oder alternativen Kraftstoffen– komme an Kiel nicht vorbei, da hier die Themen direkt vor der Tür liegen. Deshalb sehe sich die Landesregierung als „erster Interessenvertreter und engagiere sich in Berlin und in Brüssel nachhaltig für die maritimen Interessen des Landes“. Grüne Technologien „Made in Germany“ könnten der maritimen Industrie weltweit wachsende Mobilität ermöglichen – bei gleichzeitig deutlich geringer belasteter Umwelt als heute, so der Regierungschef. Hartmann nannte als Chance die wachsende Digitalisierung, etwa die Vision autonom fahrender Schiffe, und größere Schiffe mit sparsameren Motoren für den Klimaschutz. Einen wichtigen Beitrag dafür könnten alternative Brennstoffe wie Flüssiggas LNG leisten. Uwe Beckmeyer, Maritimer Koordinator der Bundesregierung, will das Maritime Bündnis fortsetzen, „um gemeinsam zukunftsfeste Arbeitsplätze in der Seeschifffahrt zu sichern“.
kim
http://www.nwzonline.de/seite1/auf-der-see-droht-lotsenmangel_a_31,1,443890854.html
Pressemitteilung PDF   oben link Frau Machela Nissen http://www.welt.de/regionales/hamburg/article157973041/Auf-See-droht-Lotsenmangel.html?zanpid=2208863882427429 http://www.abendblatt.de/wirtschaft/hafen-und-schifffahrt/article207797387/Die-deutsche-Flagge-ist-bei-Reedern-wieder-beliebt.html „Die Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung (SchBesV) wird am 1. Juli 2016 in Kraft treten. Damit setzt das Bundesverkehrsministerium (BMVI) eine Verordnung ein, die nicht von allen Vertretern des Maritimen Bündnisses getragen wird. Neben der Verordnung gibt es eine zusätzliche Vereinbarung zu Wettbewerbs- und Beschäftigungszielen, die im Dezember 2015 zwischen dem BMVI und dem Verband Deutscher Reeder (VDR) geschlossen worden ist. Die anderen Bündnispartner wie die Gewerkschaft ver.di oder die Bundesländer wurden dabei jedoch außen vor gelassen. siehe unten http://www.nwzonline.de/seite1/auf-der-see-droht-lotsenmangel_a_31,1,443890854.html Copyright NWZ
Schifffahrt

Auf der See droht Lotsenmangel

Bundesregierung plant Reform der Ausbildung
Tobias Schmidt, Büro Berlin
 WIRECENTERWMS-Groningen-auf-dem-Nord-Ostsee-Kanal-a25604144
Berlin Auf der deutschen See droht ein Lotsenmangel, weil es nicht genug Bewerber für den wichtigen Job gibt. Mit einer Reform der Ausbildung will die Bundesregierung gegensteuern. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms hervor. Das Papier liegt unserer Berliner Redaktion vor. Der Ausbildungsweg müsse „zeitnah“ angepasst werden, „damit kein Mangel entsteht“, schreibt die Bundesregierung. Das Bundesverkehrsministerium hat eine Arbeitsgruppe einsetzen lassen. Künftig sollen demnach auch Schulabgänger ohne vorherige Qualifikationen eine Lotsenausbildung starten können. Derzeit regeln insgesamt 820 Lotsen den Schiffsverkehr auf Ost- und Nordsee und im Nord-Ostsee-Kanal. In den Gebieten Weser I und Weser II-Jade sind es 146. Vor zehn Jahren waren es in diesen beiden Gebieten zwei Lotsen weniger. In der Ostsee bei Wismar, Rostock und Stralsund regeln 32 Lotsen den Verkehr, vier mehr als 2006. Mindestens 40 neue Seelotsen werden pro Jahr gebraucht, damit es in den deutschen Seehäfen und auf dem Meer nicht zu Engpässen kommt. Denn das Transportvolumen in Deutschlands Häfen werde von 269 Millionen Tonnen im Jahr 2010 auf 468 Millionen Tonnen im Jahr 2030 zunehmen, ein Plus von 2,4 Prozent pro Jahr, kalkuliert das Bundesverkehrsministerium. Die Arbeitsgruppe zur Ausbildungsreform wird von der Generaldirektion „Wasserstraßen und Seeschifffahrt“ geleitet, die Bundeslotsenkammer ist beteiligt.
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Bundesregierung-will-Lotsenausbildung-reformieren,lotsen154.html Copoyright NDR
Stand: 07.09.2016 14:33 Uhr - Lesezeit: ca.2 Min.

Will denn keiner sagen, wo´s lang geht?

Jedes Jahr werden 40 neue Lotsen gebraucht. Aber es gibt nicht genügend Anwärter für den Beruf. Laut Hans-Hermann Lückert, Vorsitzender der Bundeslotsenkammer, wird sich bereits in sechs Jahren ein Lotsenmangel abzeichnen. Denn nach Lückerts Angaben bleiben nur 20 Prozent der Nautik-Studienanfänger bei dem Beruf und erhalten das Kapitänspatent - Voraussetzung für den Lotsenberuf. Dem will die Bundesregierung nun entgegenwirken und die Ausbildung reformieren.

Leichter Lotse werden

Eine Arbeitsgruppe, an der Lückert beteiligt ist, konzipiert im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums und der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) alternative Ausbildungswege zum Seelotsen. Laut Holger Feldmann von der GDWS in Aurich gebe es bereits eine Sonderregelung für Seelotsen auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Dort müssen Kapitäne, die Lotsen werden wollen, die eigentlich vorgeschriebenen zwei Jahre Seefahrtzeit nicht nachweisen. Sie können stattdessen auch direkt auf dem Revier geschult werden. Im Seelotsgesetz nennt sich das "lotsenspezifische praxisorientierte Grundausbildung".

820 Lotsen an der deutschen Küste

Dieser Ansatz ist für Feldmann und Lückert eine Möglichkeit, mehr Menschen für den Beruf des Lotsen zu gewinnen. Die Arbeitsgruppe orientiere sich an den guten Erfahrungen mit der Sonderregelung und arbeite an zwei weiteren Ausbildungswegen, die den klassischen Ausbildungsweg über das Kapitänspatent ergänzen sollen, so Lückert. Die in der Bundeslotsenkammer vereinten Lotsenbrüderschaften könnten beispielsweise Hochschulabsolventen direkt nach dem Bachelor aufnehmen und in den eigenen Revieren zu Lotsen ausbilden - ohne das bisher erforderliche "ausgefahrene" Kapitänspatent mit zwei Jahren Seefahrtzeit.

Hochschulstudium bleibt Voraussetzung

Das Nautik-Studium bleibt aber in jedem Fall eine Voraussetzung für den Lotsenberuf. Durch die Änderungen erhoffen sich die Lotsen, weniger auf die Reedereien angewiesen zu sein, Kapitäne auszubilden. Laut Lückert will die Arbeitsgruppe Anfang 2017 dem Verkehrsministerium erste Ergebnisse vorlegen. Dann könnte die Bundesregierung eine Gesetzesänderung zugunsten der Seelotsenausbildung auf den Weg bringen.
Weitere Informationen
Die Brücke eines Containerschiffs auf hoher See © imago/Hoch Zwei/Angerer
mit Video

Patentlösung für Kapitäns-Nachwuchs gesucht

Viele deutsche Reeder stellen lieber günstige ausländische Offiziere ein. Junge Nautiker haben so kaum Chancen, ihr Kapitänspatent zu machen. Auch darüber wird auf der Maritimen Konferenz diskutiert. (17.10.2015) mehr
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article208190281/Aktionswoche-im-Hafen-Kontrollen-gegen-Dumping-auf-See.html Copyright Abendblatt 14915A00A7D6E8CC
Schifffahrt

Aktionswoche im Hafen: Kontrollen gegen Dumping auf See

Von Volker Mester

Billigflaggen-Schiffe im Visier der Gewerkschaft. Es geht darum, ob die Arbeits- und Sozialbedingungen an Bord akzeptabel sind.

Hamburg.  Der wirtschaftliche Druck auf die Reedereien führt nicht nur zu immer härteren Arbeitsbedingungen für die Seeleute, manchmal ist er sogar tödlich. "Es ist an der Tagesordnung, dass die Besatzungen die Containerbefestigungen schon auf der Unterelbe vor dem Einlaufen in den Hamburger Hafen lösen und bei solchen Arbeiten kommt es weltweit immer wieder zu schweren, teils sogar tödlichen Unfällen", sagte Thomas Mendrzik, Leiter der Bundesfachgruppe Seehäfen bei der Gewerkschaft Ver.di.

Gemäß den Tarifverträgen der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) dürfen Seeleute solche Ladungssicherungsaufgaben gar nicht übernehmen, sie sind eigentlich die Sache spezialisierter Hafenarbeiter. "Nur noch auf einer Minderheit der Schiffe wird diese Vorschrift beachtet", sagte Mendrzik, "denn man scheut die Kosten für solche Crews."

Daher müssten die Seeleute auf dem fahrenden Schiff auf Leitern hoch oben zwischen den Containern diese "sehr gefährliche Tätigkeit" ausführen, wobei sie dazu nicht selten aus ihren Ruhezeiten herausgerissen wurden. "Ab und zu verschwindet dabei mal einer", so Mendrzik. Im Rahmen der ITF-Ak­tionswoche werden Kontrolleure der Gewerkschaft bis zum Freitag etliche Schiffe im Hamburger Hafen, aber auch in Bremen, Bremerhaven, Rostock und Wismar inspizieren. Es geht darum, ob Tarifverträge eingehalten werden und ob die Arbeits- und Sozialbedingungen an Bord akzeptabel sind. "Uns unterstützen dabei gewerkschaftlich organisierte Hafenarbeiter, die sich für die Aktionswoche extra Urlaub genommen haben", sagte Susan Linderkamp, ITF-Vizekoordinatorin für Deutschland.

Viele Schiffe in Liberia und in Antigua registriert

Auch außerhalb der Aktionswoche finden solche Kontrollen statt, wobei manchmal Tarifverstöße in erstaunlichem Umfang aufgedeckt werden. "Erst im vergangenen Monat haben sich Seeleute an uns gewandt, weil die chinesische Reederei die Heuern von fünf Monaten nicht vollständig gezahlt hat." Es gelang den ITF-Vertretern, Heuernachzahlungen in Höhe von fast 280.000 Dollar (252.000 Euro) für die Besatzung zu erstreiten. "Bis ein chinesischer Seefahrer sich beschwert, muss schon einiges geschehen", so Linderkamp. "Das macht unsere Arbeit so schön: Wenn man wieder von Bord geht, sieht man immer in lächelnde Gesichter."

Weltweit gelten die ITF-Tarifverträge für rund 260.000 Seeleute. Zu ihnen zählen nach Angaben von Klaus Schroeter, Ver.di-Bundesfachgruppenleiter Schifffahrt und Leiter der ITF-Billigflaggenkampagne, etwa 35.000 Personen mit Tarifverträgen von Ver.di, die für die Seeleute Monatsgehälter von 1200 bis 1300 Euro einschließlich Überstundenzuschlägen vorsehen. Von den 2700 Schiffen in deutschem Eigentum fahren laut Schroeter 97 bis 98 Prozent unter fremder Flagge. Die meisten davon, jeweils etwa 800 Schiffe, seien in Liberia und in Antigua registriert. An dritter Stelle rangiere Madeira, die Zweitflagge von Portugal.

Durch die weltweiten Verträge der ITF hätten sich die Bedingungen für die Seeleute zwar verbessert, so Schroeter, aber: "Es gibt noch viel zu tun." Für Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg, ist die Unterstützung von Ver.di bei den ITF-Kontrollen "eines der besten Beispiele für gelebte Solidarität". Am Donnerstag will sie selbst bei einer solche Inspektion im Hamburger Hafen dabei sein.

PM_verdi_Austritt-Maritimes-Bündnis PM_Änderung-der-Schiffsbesetzungsverordnung   http://www.abendblatt.de/wirtschaft/hafen-und-schifffahrt/article207797387/Die-deutsche-Flagge-ist-bei-Reedern-wieder-beliebt.html Copyright abendblatt deutscheFlagge45

Immer mehr Reeder hissen Schwarz-Rot-Gold am Heck. Bundesregierung will die maritime Ausbildung ankurbeln

Hamburg.  Jahrelang galt die deutsche Flagge am Heck von Handelsschiffen als Auslaufmodell. Die deutschen Reeder standen wegen der lang anhaltenden Schifffahrtskrise finanziell unter Druck und stellten zunehmend ihre Flotte unter billigere Flaggen im Ausland. Liberia war sehr beliebt – oder Antigua und Barbuda. Seit 2008 war die Zahl der Schiffe unter deutscher Flagge um 301 auf 344 gesunken.

Doch der Trend hat sich gedreht. Immer mehr deutsche Reeder hissen wieder Schwarz-Rot-Gold, nachdem die Bundesregierung für die Schifffahrt finanzielle Erleichterungen in Millionenhöhe auf den Weg gebracht hat. Vorreiter ist die traditionsreiche Reederei F-Laeisz mit Sitz in Hamburg und Rostock, die bereits Ende Mai ihren unter der Flagge von Gibraltar fahrenden Autofrachter MS "Patara" zurückgeholt hat. Weitere drei Frachter befinden sich im Umstellungsprozess und werden bis Ende Juli zurückgeflaggt haben. Bis Ende des Jahres folgen dann auch die zwei Laeisz-Containerschiffe "Pona" und "Posen", wie der geschäftsführende Gesellschafter Nikolaus H. Schües berichtet.

Andere namhafte Reeder mit Sitz in Hamburg sind gefolgt: Die Reederei Claus-Peter Offen hat die "MSC Genova" von Singapur ins deutsche Schiffsregister zurückgeführt, gleichzeitig gingen ein deutscher Kapitän und fünf deutsche Offiziere an Bord. Leonhard & Blumberg haben das Containerschiff MS "Hansa Salzburg" zurückgeflaggt, Bernhard Schulte das jüngst für Siemens fertiggestellte Offshore-Service-Schiff "Windea La Cour". Ein weiteres ist für Anfang 2017 geplant.

Die Bremer Reederei E & B GmbH folgte mit dem Mehrzweckfrachter "Bremer Johanna", die Reederei Dietrich Tamke aus dem Alten Land mit dem Containerschiff MS "Wiking". Zwölf von aktuell 2900 Schiffen deutscher Betriebe wurden oder werden in diesen Tagen wieder unter die deutsche Flagge geholt. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Mit der Maus über das Bild fahren
 
Wir bekommen jetzt frischen Wind für die deutsche Flagge
Ralf Nagel, Verband Deutscher Reeder

Zwar sind die Kosten der deutschen Flagge noch nicht ganz mit denen anderer Schiffsregister vergleichbar, aber schon nah dran, meinen die Reeder: "Wäre der Wechselkurs vom Dollar zum Euro eins zu eins, wären die Kosten neu­tral. So ergeben sich noch Mehrkosten pro Schiff im fünfstelligen Bereich", sagt Schües. Gegenüber der Situation vor der Gesetzesänderung sei die deutsche Flagge aber wettbewerbsfähiger geworden.

Bisher war vorgeschrieben, dass je nach Größe des Schiffs und damit seiner Besatzung bis zu vier deutsche oder EU-Seeleute an Bord sind. Diese mussten nach deutschem Arbeits- und Tarifrecht beschäftigt werden. Für diese Mitarbeiter waren volle Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.

Andere Länder kannten das nicht. Dem Verband Deutscher Reeder (VDR) zufolge belief sich die Mehrbelastung für das Personal auf einem Schiff unter deutscher Flagge auf bis zu eine halbe Million Euro. Die jährlichen Personalkosten auf einem Schiff mit einer Standardbesatzung von 20 Seeleuten und Schwarz-Rot-Gold am Heck lagen im Durchschnitt bei 820.960 Euro. Bei Schiffen unter niederländischer Flagge waren es nur 568.000 Euro, unter dänischer Flagge etwa 1000 Euro mehr.

Bundesregierung unterstützt die Reedereien

Mit den Hilfen der Bundesregierung sind die Personalkosten drastisch gesunken: Die Lohnsteuer für ihr Bordpersonal dürfen die Reeder seit Juni vollständig einbehalten. Für die Lohnnebenkosten gewährt die Regierung einen Zuschuss, der sich nach der Qualifikation richtet. Außerdem hat die Bundesregierung die Schiffsbesetzungsverordnung geändert. Anstatt vier müssen künftig nur noch zwei deutsche Offiziere auf Schiffen mit deutscher Flagge eingesetzt werden.

In der Regel sind es aber mehr: "Auf unseren Autofrachtern arbeiten drei bis vier deutsche Seeleute. Und da wir zwei Besatzungen haben sind es also sechs bis acht pro Schiff", sagt Reeder Schües. Beim Reederverband ist man überzeugt, dass die Hilfen der Bundesregierung einen Prozess in Gang gesetzt haben. "Wir bekommen jetzt frischen Wind für die deutsche Flagge", sagt VDR-Geschäftsführer Ralf Nagel. "Die jüngsten Einflaggungen zeigen: Die Maßnahmen wirken."

Die Bundesregierung unterstützt die Reedereien, weil sie befürchtete, dass der deutschen maritimen Branche wichtiges Wissen abhandenkommt. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben rund zehn Prozent der deutschen Seeleute ihren Arbeitsplatz verloren. Die Zahl der Auszubildenden ist annähernd nur noch ein Drittel so hoch wie 2008. "Wir brauchen aber eigene Leute mit Seefahrtserfahrung", sagt der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse. "In Reedereien, bei Zulieferbetrieben, im Schiffbau, bei Dienstleistern und in Behörden müssen deutsche Seeleute ihr erworbenes Fachwissen einsetzen."

Schifffahrt Die deutsche Flagge ist bei Reedern wieder beliebt

Von Martin Kopp
 
Pressemitteilung PDF   oben link Frau Machela Nissen
 Pressefoto-Birgit
Berlin, 29.06.2016 Dr. Birgit Malecha-Nissen Mitglied des Deutschen Bundestages Berliner Büro: Platz der Republik 1, 11011 Berlin Telefon: (030) 227-75165 Fax: (030) 227-70165 birgit.malecha-nissen@bundestag.de
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/hafen-und-schifffahrt/article207797387/Die-deutsche-Flagge-ist-bei-Reedern-wieder-beliebt.html „Die Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung (SchBesV) wird am 1. Juli 2016 in Kraft treten. Damit setzt das Bundesverkehrsministerium (BMVI) eine Verordnung ein, die nicht von allen Vertretern des Maritimen Bündnisses getragen wird. Neben der Verordnung gibt es eine zusätzliche Vereinbarung zu Wettbewerbs- und Beschäftigungszielen, die im Dezember 2015 zwischen dem BMVI und dem Verband Deutscher Reeder (VDR) geschlossen worden ist. Die anderen Bündnispartner wie die Gewerkschaft ver.di oder die Bundesländer wurden dabei jedoch außen vor gelassen. ArneLütkenhorstKatharinaSchepers34Copyright Arne Lütkenhorst Die Gewerkschaft ver.di erwartet mit der SchBesV Arbeitsplatzverluste für deutsche Seeleute und eine noch geringere Auszubildendenzahl. Mit der SchBesV wird die Beschäftigungsverpflichtung auf Schiffen unter deutscher Flagge von vier auf zwei europäische Seeleute halbiert und die Position des Schiffsmechanikers abgeschafft. In der Vergangenheit habe ich als zuständige Berichterstatterin für den Seeverkehr in der SPD-Bundestagfraktion mehrmals betont, dass eine solche Änderung der SchBesV dazu führen kann, dass Arbeitsplätze und das für die ganze maritime Branche notwendige Know-how langfristig verloren gehen. Als Konsequenz zur Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung durch das Bundesverkehrsministerium hat die Gewerkschaft ver.di ihren Austritt aus dem Maritimen Bündnis erklärt. Ich bedauere diesen Schritt, habe jedoch Verständnis für ver.di, weil diese Maßnahme folgerichtig ist. Deren Einwände sind beim Inkrafttreten der Verordnung nicht beachtet worden und die Vereinbarung zwischen dem BMVI und dem VDR ist außerhalb des Maritimen Bündnisses getroffen worden. Bereits in der Vergangenheit habe ich mehrfach kritisiert, dass die Verordnung ohne die Einbindung des Parlaments beschlossen worden ist. Auch wenn es sich hierbei um eine Ministerverordnung handelt, hätte die Position des Parlaments zumindest einbezogen werden sollen. Auch die Vertreter der Bundesländer haben sich dazu positioniert und sich gegen eine Flexibilisierung der Verordnung ausgesprochen. Sie sehen die geplante Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung kritisch und haben Zweifel, ob sie zur Sicherung und Stärkung von Ausbildung und Beschäftigung in der deutschen Seeschifffahrt beitragen wird. WIRECENTER( WSA eigene Ausbildung von Seeleuten starten ?) Ich rufe die Sozialpartner auf, auch weiterhin konstruktiv im Maritimen Bündnis mitzuwirken. Nur wenn die Bündnis- sowie Sozialpartner künftig gemeinsam geeignete Rahmenbedingungen für eine gesicherte Zukunft für Ausbildung und Beschäftigung in der deutschen Seeschifffahrt erarbeiten, lässt sich der Standort Deutschland und die gesamte maritime Wirtschaft stärken. Hintergrund Mit der Tonnagesteuer, dem Maritimen Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung, den Fördermitteln zur Senkung der Lohnnebenkosten und der Ausbildungsplatzförderung hat der Bund viel geleistet und in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen getroffen, um den Schifffahrtsstandort und die deutschen Reeder zu stärken. Darüber hinaus hat die Regierungskoalition im Januar dieses Jahres die Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts auf 100 Prozent für Seeleute auf Schiffen unter deutscher Flagge beschlossen. Die getroffenen Regelungen zur Unterstützung der deutschen Seeschifffahrt betrachte ich als wichtig und notwendig. Doch damit die Maßnahmen eine positive Auswirkung auf die Beschäftigung und Ausbildungssituation in Deutschland haben, müssen die-se an eine langfristige Arbeitsplatzgarantie gebunden werden.“
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Hamburger Hafen thb Neues, Der Kanal, Entwicklung Containerschifffahrt von 2006 - 2016, Privatisierung WSV, Schifffahrt, Aktuelle News von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne