Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe Hafenwirtschaft zur 9. Nationalen Maritimen Konferenz: / Endlich Verkehrsinfrastruktur ausbauen

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Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI)
Neunte Nationale Maritime Konferenz am 19./20.10.2015 in Bremerhaven
16.10.2015, 11:34
Am 19. und 20. Oktober 2015 findet in Bremerhaven die Neunte Nationale Maritime Konferenz (NMK) statt. Im Fokus der zweitägigen Branchenveranstaltung stehen in diesem Jahr die Themen Forschung, Entwicklung und Innovation. Am ersten Konferenztag wird Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zu den rund 800 Gästen aus Unternehmen, Verbänden, Wirtschaft und Politik sprechen. Den zweiten Veranstaltungstag wird der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, mit einer Rede eröffnen. Im Anschluss ist die Unterzeichnung bilateraler Memoranden auf Industrie- und Regierungsebene zwischen Frankreich und Deutschland geplant. Weitere Redner sind der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, sowie der Vorsitzende der Geschäftsführung der internationalen Kreuzfahrtreederei NCL Norwegian Cruise Line, Frank del Rio. Der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Uwe Beckmeyer: "Als Exportnation ist Deutschland auf eine leistungsstarke maritime Wirtschaft angewiesen. Wir wollen auf der Konferenz über Zukunftsstrategien für die Branche sprechen. Dazu gehören neue Technologien, marktfähige Innovationen und Auslandsmärkte. Die NMK ist dabei wichtige Ideenbörse und Dialogplattform." Kontakt: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) Scharnhorststr. 34-37 11019 Berlin Deutschland Telefon: 030 18 615-6121 Telefax: 030 18 615-7020 Mail: pressestelle@bmwi.bund.de URL: http://www.bmwi.de Berlin - Veröffentlicht von pressrelations

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Copyright DVZ http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Kruse-Koalitionsfraktionen-staerken-die-maritime-Wirtschaft-4558725 Copyright finanzen Berlin (ots) - Zukunftsfest durch Wettbewerb, Forschung und Innovation Anlässlich der 9. Nationalen Maritimen Konferenz am 19./20. Oktober unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die Koalitionsfraktionen der CDU/CSU und der SPD im Deutschen Bundestag am gestrigen Dienstag in ihren Fraktionssitzungen einen gemeinsamen Antrag beschlossen. Dazu erklärt der Beauftragte für maritime Wirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Rüdiger Kruse:
 
"Die maritime Branche erwartet von der Politik, zukunftsfähige und konkrete Weichenstellungen vorzunehmen. Der Koalitionsantrag zur 9. Nationalen Maritimen Konferenz dient diesem Ziel. Zentrale Punkte sind die Etablierung gleicher Wettbewerbsbedingungen im europäischen Raum, der Erhalt der Konkurrenzfähigkeit der Deutschen Flagge und die Neuauflage bzw. Anpassung der Förderprogramme im Bereich der Zukunftstechnologien, z.B. Green-Tech und LNG-Antriebe. Die Kontinuität und ständige Optimierung der Förderinstrumente muss, gerade im Zuge des Wandels der Branche vom Containerschiffbau zum Spezialschiffbau, einen Schwerpunkt bilden und die Systemfähigkeit der maritimen Industrie in Deutschland gezielt stärken. Innovationsführerschaft im maritimen Sektor soll Alleinstellungsmerkmal der deutschen Industrie bleiben. Die Kernbotschaft lautet: Wir sind Exportweltmeister und Schifffahrtsnation, mit Exzellenz in Innovation und Forschung am globalen Markt." Den vollständigen Antrag (Drucksache 18/6328) finden Sie hier: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/063/1806328.pdf

Kommende Woche ist es wieder so weit: Am 19. und 20. Oktober findet an der Weser zum neunten Mal die Nationale Maritime Konferenz statt.

  • Innovationen Die Nationale Maritime Konferenz 2015 ist als „Dialogplattform für die maritime Branche in Deutschland“ konzipiert, wobei auch Vertreter aus dem Ausland zu Wort kommen sollen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Forschung, Entwicklung und Innovation.
  • Branchenforen Im Vorfeld der Konferenz haben Experten aus Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Politik in der ersten Jahreshälfte bereits in Branchenforen über die sechs zentralen Handlungsfelder Schiffbau und Meerestechnik, Häfen und Logistik, Schifffahrt, Klima- und Umweltschutz im Seeverkehr, Offshore-Windenergie und maritime Sicherheit diskutiert. Die dabei erarbeiteten Empfehlungen sind Grundlage für die Eckpunkte einer maritimen Strategie, die der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Staatssekretär Uwe Beckmeyer, am Ende des ersten Konferenztags vorstellen wird. Zuvor spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel. Außerdem gibt es eine Keynote von El?bieta Bie?kowska, EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU. Außerdem gibt es eine Diskussionsrunde zu den Wachstumschancen der maritimen Industrie.
  • Ministerreden Am zweiten Konferenztag sprechen sowohl Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Weiterhin gibt es ein Impulsreferat von Frank del Rio, CEO der Norwegian Cruise Line, und eine Diskussionsrunde mit Vertretern aus Deutschem Bundestag, Küstenländern und Bundesressorts zum Thema „Standort stärken, Zukunft gestalten. Maritime Wirtschaft in Deutschland“. Ferner haben die maritimen Verbände sowie die Gewerkschaften Gelegenheit zu Statements.
  • Teilerfolge Im Vorfeld der Konferenz wurden bereits einige Vorhaben auf den Weg gebracht. So wurden ein Bericht zur maritimen Wirtschaft und ein Entwurf für die Fortschreibung des Nationalen Hafenkonzepts vorgelegt. Ferner hat der Bundesrat den Antrag auf einen 100-prozentigen Lohnsteuereinbehalt auf Schiffen unter deutscher Flagge an den Bundestag weitergeleitet, und die Bundesregierung hat die Versicherungssteuerbefreiung für Schiffserlöspools entfristet. (sr)
  • Das fordern die Verbände

    Jens Schwanen, Sprecher der BDB-Geschäftsführung, befürchtet, dass die Binnenschifffahrt bei der 9. Nationalen Maritimen Konferenz nicht im Fokus stehen wird. (Fotos: Patrick Lux (2); Privat; Dpa; Lanxess; VDR)

    12. Oktober 2015 | von Sebastian Reimann
     
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    Copyrigh Martin Elsen
    • Binnenwasserstraßen konkret mit welchen Maßnahmen bevorzugt ausgebaut werden sollen. Schwanen hofft, dass die Maritime Konferenz eine politisch fest verabredete Umsetzungsstrategie mit klaren Zeithorizonten und einer finanziellen Untermauerung bringt.
    Das Komitee Deutscher Seehafenspediteure (KDS) im Speditionsverband DSLV hofft, dass in Bremerhaven „nicht nur Strategien für die Zukunft diskutiert werden, sondern dass sie auch aktiv gestaltet wird“, betont KDS-Sprecher Willem van der Schalk gegenüber der DVZ. Dies bedeute insbesondere, „dass die seewärtige Erreichbarkeit der Häfen mit modernen Schiffsgrößen gegeben sein muss“. Hierzu seien die Fahrrinnenanpassungen von Weser und Elbe erforderlich. Für die Spediteure muss aber auch im Hinterland einiges besser werden. Van der Schalk nennt beispielsweise das strikte Sonntagsfahrverbot in einigen Regionen Deutschlands. Ferner hofft er auf Impulse zur Schaffung „fairer Wettbewerbsbedingungen zwischen den europäischen Häfen“. So privilegiere das deutsche Umsatzsteuerrecht nach wie vor die Einfuhren über die Westhäfen. Dabei biete die EU-Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie durchaus Spielräume. Aus Sicht des Zentralverbands Deutscher Schiffsmakler (ZVDS) braucht es für die immer größer werdenden Schiffe immer effizientere Häfen. Um die steigenden Umschlagmengen in angemessenen Zeiträumen bewältigen zu können, reiche es aber nicht, die Infrastruktur zu verbessern und Terminalleistung zu steigern“, sagt ZVDS-Geschäftsführer Alexander Geisler. Vielmehr müssten auch die administrativen Verfahren gestrafft werden. Geisler zufolge müssen insbesondere Unterschiede zu anderen Standorten bei der Umsetzung des EU-Zollrechts und den Imo-Vorgaben für das Containerwiegen überprüft werden. Ferner könne die Möglichkeit – „wie in anderen EU-Häfen mittlerweile üblich“ –, die englische Sprache zu verwenden, ebenfalls zur weiteren Beschleunigung der Abfertigungsprozesse beitragen. Ferner fordert der ZVDS den Aufbau einer „leistungsfähigen IT-Struktur bei Landes- und Bundesbehörden“. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hofft auf „Unterstützung bei der Beschäftigung einheimischer Seeleute wie in anderen EU-Ländern“ sowie „konkrete Hilfe bei der Einführung neuer zusätzlicher Technologien beim Umwelt- und Klimaschutz“. „Das heißt: voller Lohnsteuereinbehalt und Entlastung von den Sozialabgaben sowie eine wirtschaftliche Ausgestaltung der Vorschriften für die Schiffbesetzung“, konkretisiert Ralf Nagel, geschäftsführendes VDR-Präsidiumsmitglied. Ferner müsse die Politik helfen, Marktbarrieren bei der Einführung von Flüssiggas als alternativem Brennstoff abzubauen. Nagel: „Die gesamte maritime Wirtschaft braucht für Forschung, Entwicklung und Anwendung neuer Technologien einen mit der Luftfahrt vergleichbaren Unterstützungsrahmen.“ Im Nachgang der Konferenz wünscht sich Nagel, dass die Instrumente ins Gesetzblatt gebracht und in künftigen Bundeshaushalten verankert werden. Gerd Deimel, Vorsitzender des Deutschen Seeverladerkomitees im BDI, wünscht sich im Namen der Seeverlader für die Maritime Konferenz Folgendes: Die Umsetzung des Hinterlandprogramms II für die Schiene müsse auch in der Personalkapazität gesichert sein und auf die Binnenwasserstraße ausgeweitet werden. Das Binnenschiff müsse generell eine größere Rolle im Verkehrsträgermix spielen. Ferner solle eine unparteiische Servicestelle eingerichtet werden, welche die Nutzung der Infrastruktur koordinieren solle. Die Standardisierung der IT-Schnittstellen und der Datenströme sowie die Nutzbarmachung von Real Time Traffic Information (RTTI) im Vor- und Nachlauf sollten forciert werden. Außerdem gelte es, die Auswirkungen der an Zahl zunehmenden Großschiffe mit fast 20 000 Teu in Untersuchungen zu erfassen und Prozessanpassungen in den Häfen und den Schnittstellen zum Hinterland daraus abzuleiten. Im Mittelpunkt der Anliegen des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) zur Nationalen Maritimen Konferenz stehen „der Infrastrukturausbau, die Technologieförderung für die maritime Logistik und eine faire, den Wettbewerb nicht verzerrende EU-Politik“, so Hauptgeschäftsführer Daniel Hosseus. Konkret müssten dafür beispielsweise neue Haushaltsmittel für die Verkehrsinfrastruktur mit den notwendigen personellen Planungs- und Umsetzungskapazitäten verbunden werden. Hinterlandanbindungen und seewärtige Zufahrten seien innerhalb des Bundesverkehrswegeplans 2015 vorrangig zu behandeln, und es müsse ein neues Förderprogramm Isetec III für innovative Seehafentechnologien aufgelegt werden. Schlussendlich gehe es darum, innerhalb der neuen Maritimen Strategie der Bundesregierung das neu aufgelegte Nationale Hafenkonzept zügig und konsequent umzusetzen.
http://www.maritimewoche.de/bremen/ http://www.fruchtportal.de/artikel/hafen-hamburg-marketing-setzt-auf-eine-trimodale-anbindung-der-region-braunschweig/017745 Copyright fruchtportal

Hafen Hamburg Marketing setzt auf eine trimodale Anbindung der Region Braunschweig

22. September 2015
Im Rahmen der Veranstaltung „Trimodale Anbindung zwischen dem Hamburger Hafen und der Wirtschaftsregion Braunschweig“, zu der Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) am 10. September rund 60 Teilnehmer im Restaurant Heinrich in Braunschweig begrüßen konnte, informierten Vertreter aus der Hamburger Hafenwirtschaft über Herausforderungen und Logistikkonzepte zur Abwicklung der zu erwartenden zukünftigen Gütermengen. Foto © HHM Setzen sich für einen Ausbau der Infrastruktur für die Binnenschifffahrt ein: (v.l.) Stefan Kunze, Vorsitzender Elbe Allianz e.V. und Leiter der HHM-Repräsentanz Deutschland-Ost, Axel Mattern, Vorstand Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM), Michael Berger, Managing Director Buss Port Logistics GmbH & Co. KG., Ingo Fehrs, stellvertretender Leiter Strategie Hafenentwicklung bei der Hamburg Port Authority (HPA), Volker Hahn, HHM-Marktbetreuung Niedersachsen, und Jens Hohls, Geschäftsführer der Hafenbe. Foto © HHM Nach der Begrüßung durch Volker Hahn, HHM-Marktbetreuung Niedersachsen, und HHM-Vorstand Axel Mattern erläuterte Ingo Fehrs, stellvertretender Leiter Strategie Hafenentwicklung bei der Hamburg Port Authority (HPA), die strategische Entwicklung des Hamburger Hafens. Der HPA, verantwortlich für die Infrastruktur im Hafengebiet, sind Projekte wichtig, bei denen der Verkehrsfluss in Hamburg und in der Metropolregion positiv beeinflusst wird. Im Modal Split des Hamburger Hafens ist der Lkw der wichtigste Verkehrsträger, gefolgt von Bahn und Binnenschiff. Deshalb hat die HPA im Rahmen ihrer Initiative smartPORT logistics verschiedene Maßnahmen zur Optimierung der Verkehrsflüsse auf der Straße initiiert, wie ein Parkraummanagement, eine effizientere Lkw-Abfertigung an den Leer-Containerdepots oder SPL 1.0, eine App mit Informationen über die Verkehrslage im Hafen. Aber auch der Ausbau der Bahninfrastruktur, wie der Bau der Neuen Bahnbrücke Kattwyk, ist für die Abfertigung zukünftiger steigender Gütermengen von großer Bedeutung. „Die HPA unterstützt deshalb auch Infrastrukturprojekte des Bundes, die die Abwicklung im Hafen erleichtern, wie die Weiterführung der Autobahn A26-Ost oder den Ausbau des Bahn-Ost-Korridors über Stendal“, betonte Ingo Fehrs. Der Verkehrsträger Binnenschiff, obwohl effizient und am wenigsten die Umwelt belastend, spielt zurzeit noch eine untergeordnete Rolle beim Containertransport. Dies möchte die HPA, so Ingo Fehrs, durch die Bereitstellung einer IT-Infrastruktur für die effizientere Abfertigung an den Terminals und bei der Vergabe von Liegeplätzen im Hamburger Hafen ändern. Der Hamburger Hafen ist für die verladende Wirtschaft in Deutschland das wichtigste Tor zur Welt. Im vergangenen Jahr wurden dort 9,7 Millionen TEU (20-Fuß-Standard-Container) umgeschlagen. Laut der aktuellen Umschlagpotenzialprognose wird der Containerumschlag bis 2030 in Deutschlands größtem Seehafen 18,1 Millionen TEU erreichen. Zwei Drittel der Güter, die in Hamburg be- und entladen werden, kommen oder gehen ins Hinterland, davon 80 Prozent aus Deutschland. Im ersten Halbjahr 2015 ist der Hinterlandverkehr per Lkw, Bahn und Binnenschiff weiter angestiegen. Für Hamburg und seine Kunden ist deshalb eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur nicht nur im Hafen, sondern auch im Binnenland von großer Bedeutung. Quelle: Hafen Hamburg
http://www.welt.de/regionales/hamburg/article146090052/Es-fehlt-eine-Politik-fuer-die-maritime-Industrie.html Copyright Willy Thiel   Copyright Welt s.o.     http://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-%E2%80%9ESchifffahrt-wird-Wachstumsmarkt-bleiben%E2%80%9C-_arid,1148052.html Copyright Weser Kurier
VDR-Präsident Hartmann sieht die Politik in der Pflicht, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhalten

„Schifffahrt wird Wachstumsmarkt bleiben“

18.06.2015 0 Kommentare

Die Schifffahrt befindet sich im siebten Jahr der Krise – gibt es trotzdem Bereiche in der Handelsschifffahrt, die inzwischen wieder zufriedenstellende Charterraten erzielen?

Alfred Hartmann: In einigen Segmenten, vor allem in der Container- und Tankschifffahrt, sind die Einnahmen heute höher als vor einem Jahr. Aber die Branche bewegt sich nach wie vor in einem sehr schwierigen Marktumfeld. Insgesamt sind die Raten auf einem ähnlichen Niveau wie vor 15 Jahren – bei einer Kostenstruktur und regulatorischen Anforderungen des Jahres 2015.

Viele Reedereien sind froh, wenn sie zumindest ihre Betriebskosten wieder reinfahren – Rücklagen zu bilden ist vielen ebenso unmöglich, wie Kredite zu bedienen. Erwarten Sie deshalb in den nächsten Monaten weitere Insolvenzen?

Ich sehe mit großem Respekt, dass die mittelständischen Reeder in Deutschland die Krisenjahre bemerkenswert erfolgreich überstanden haben. Von Insolvenzen ganzer Reedereien ist der Standort Deutschland weitgehend verschont geblieben. Dennoch: Hinter den Unternehmen liegt eine jahrelange Durststrecke, in der die Raten häufig nicht einmal die Betriebskosten decken konnten – von Zins- und Tilgung ganz zu schweigen. Deshalb sind vor allem weitere Insolvenzen von Einzelschiffsgesellschaften wahrscheinlich. Wichtig ist, dass gemeinsam mit den Banken Lösungen gefunden werden, diese Schiffe in deutschem Management am Standort zu erhalten.

Der Kostendruck ist enorm. Viele Reedereien verabschieden sich deshalb von der vergleichsweise teuren deutschen Flagge. Können Sie das nachvollziehen?

Die Lohnnebenkosten für die Beschäftigen auf Schiffen unter deutscher Flagge sind im europäischen Vergleich sehr hoch. Es geht um mehrere Hunderttausend Euro jährlich – pro Schiff. Selbst diejenigen Reedereien, die stets die deutsche Flagge genutzt haben, können dies im harten Wettbewerb und unter dem großen Kostendruck nicht mehr durchhalten. Viele Unternehmen stehen vor der bitteren Frage, sich zwischen dem Verbleib des Unternehmens im Markt und der Beschäftigung deutscher Seeleute in bisherigem Umfang entscheiden zu müssen. Die Krise ist beim deutschen Seemann angekommen. So bitter diese Entwicklung für die betroffenen Seeleute ist, so sehr kann ich die Unternehmen verstehen, denen es am Ende um den Erhalt ihrer Existenz und damit um die vielen Landarbeitsplätze in Deutschland geht.

Am Dienstag tagte in Berlin das Branchen-Fachforum Seeschifffahrt in Vorbereitung auf die Nationale Maritime Konferenz im Oktober in Bremerhaven. Dort soll über die Zukunft des Schifffahrtsstandorts Deutschland diskutiert werden. Wie erfolgreich war dieses Treffen aus Ihrer Sicht?

Bund und Länder haben klare Zusagen gemacht, die Beschäftigung von deutschen Seeleuten im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern wettbewerbsfähig zu machen. Wir freuen uns, dass unsere Vorschläge aufgegriffen wurden. Dabei geht es um die Entlastung der Reedereien bei den Lohnnebenkosten und um die Frage, mit wie vielen europäischen Seeleuten ein Schiff besetzt werden muss.

Wo muss die Maritime Konferenz hinsteuern, damit der Schifffahrtsstandort wettbewerbsfähig bleibt?

Wir müssen in Deutschland auf die gleiche Unterstützung für die Seeleute kommen, wie sie in den anderen Schifffahrtsnationen Europas seit Langem üblich ist. Die Politik muss aber schon in der Zeit vor der Konferenz die richtigen Schritte einleiten, weil die Reedereien jetzt die Personalplanung fürs nächste Jahr machen. Die Bundesländer wollen zügig den vollständigen Lohnsteuereinbehalt über eine Bundesratsinitiative auf den Weg bringen. Und das Bundesverkehrsministerium will die Entlastung der Reedereien bei den Sozialversicherungsbeiträgen für die deutschen Seeleute ermöglichen.

Falls im Herbst anders entschieden wird, glauben Sie, dass der Politik bewusst ist, was dann auf dem Spiel stehen könnte? Mittelfristig wäre maritimes Know-how gefährdet, das auch an Land in verschiedenen Industriezweigen benötigt wird.

Wenn die Kosten der deutschen Flagge nicht auf das in Europa übliche Maß gesenkt werden, droht in der Tat der Verlust des nautischen und technischen Expertenwissens aus der Schifffahrt, das Lotsen, Häfen, Forschung und viele weitere Bereiche an Land benötigen. Die Verantwortlichen in Bund und Ländern haben verstanden, worum es geht: nicht um Krisenhilfe für die Unternehmen, sondern um Know-how für den maritimen Standort Deutschlands insgesamt. Ich bin seit Dienstag wieder sehr zuversichtlich, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Konferenz im Oktober eine wirkungsvolle maritime Strategie präsentieren kann.

Würden Sie jungen Leuten heute noch dazu raten, einen Beruf in der Schifffahrt zu ergreifen? Wie sind die Perspektiven?

Im Vergleich zu anderen Branchen wird die Schifffahrt ein Wachstumsmarkt bleiben. Bei technisch immer anspruchsvolleren und größeren Schiffen ist eine exzellente Ausbildung stärker gefragt denn je – und die bieten die Hochschulen und Reedereien am Standort Deutschland. Ich bin selbst zur See gefahren und möchte meine Erfahrungen nicht missen. In welcher Branche hat man als junger Mensch die Chance, in wenigen Jahren eine Führungsposition zu übernehmen mit Verantwortung für ein multinationales Team und Millionenwerte?

Sie selbst führen eine Reederei in Leer. Können Sie anderen Kollegen Tipps geben, wie sie die Krisenzeit überstehen können? Oder fällt das unter das Betriebsgeheimnis?

Wir haben in der deutschen Reederschaft unterschiedliche Geschäftsmodelle, Unternehmensgrößen und Flotten. Deshalb bin ich mit Ratschlägen zurückhaltend, denn die verantwortlichen Inhaber und Geschäftsführer wissen am besten, wie sie auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren sollen. Ich glaube, wir müssen gerade bei der Frage der Schiffsfinanzierung neue Wege gehen und verstärkt im Ausland nach Partnern suchen. Da sehe ich bereits erste Erfolge.

In Bremen gab es infolge der Schifffahrtskrise noch keine Insolvenz – was zeichnet den Bremer Standort aus?

Für die Bremer Reeder gilt, was für einen Großteil der klein- und mittelständischen Reedereien in ganz Deutschland gilt: Sie betreiben Schifffahrt um der Schifffahrt willen und nicht als reines Asset-Play, als reine Kapitalanlage, die man ein paar Jahre nutzt und sich dann etwas Neues sucht. Unsere Unternehmen sind oft inhabergeführt und seit Generationen in Familienhand. Vorsorge in guten Jahren, Bereitschaft zur Veränderung und Kurs auf lange Sicht zeichnen diese Reedereien aus.

Zur Person: Alfred Hartmann, Jahrgang 1947, ist verheiratet und hat drei Kinder. Der Reedereikaufmann und Kapitän ist seit 1981 in Leer als Reeder selbstständig. Den Verband Deutscher Reeder führt der Ehrensenator der Hochschule Emden/Leer seit Januar an
Auf der Maritimen Konferenz, die seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre stattfindet, will die Bundesregierung in diesem Herbst eine neue „maritime Strategie“ vorstellen. Sie soll Überlegungen für die Entwicklung der zivilen Wirtschaft mit den Bedürfnissen der Bundesmarine und der nationalen Sicherheit zusammenführen. Zum ersten Mal seit seiner Gründung wird die Konferenz durch eine Reihe von aufeinander folgender Branchenforen vorbereitet. Außer über maritime Sicherheit tauschten sich Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung unter anderem über die der Offshore-Technologie, die Entwicklung der Schifffahrt und die maritime Umwelttechnologie aus. zds_begr____t_bau_der_5._schleuse_in_brunsb__ttel http://www.verbaende.com/news.php/Hafenwirtschaft-zur-9-Nationalen-Maritimen-Konferenz--Endlich-Verkehrsinfrastruktur-ausbauen-mehr-Forschung-und-Schutz-vor-Wettbewerbsverzerrungen?m=103868

Pressemitteilung

, mehr Forschung und Schutz vor Wettbewerbsverzerrungen

(Hamburg) - In Hinblick auf die Branchenforen zur 9. Nationalen Maritimen Konferenz fordert der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) von der Bundesregierung die Stärkung der Planungs- und Baukapazitäten für den Infrastrukturausbau, neue Investitionen in Forschung und Schutz vor Wettbewerbsverzerrungen. "Das Güterverkehrsaufkommen in Deutschland wird in den kommenden Jahren stark wachsen und Deutschland ist dafür nicht gerüstet. Der Bund sagt, das Geld sei nun da, aber jetzt fehlten Planer und baureife Projekte. Wir sagen: Es muss endlich gebaut werden! Bund und Länder müssen die erforderlichen Haushalts- und Planungskapazitäten sowie uneingeschränktes Baurecht für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sicherstellen", erklärt ZDS-Hauptgeschäftsführer Daniel Hosseus in Hamburg im Vorfeld des Branchenforums Häfen und Logistik zur 9. Nationalen Maritimen Konferenz, das am kommenden Montag in Berlin stattfindet. Die deutschen Seehäfen erwarten einen Anstieg der Umschlagsvolumina auf 470 Mio. Tonnen im Jahr 2030, von gut 300 Mio. Tonnen im Jahr 2014. Investitionen in zukunftsfähige seewärtige Zufahrten und leistungsstarke Anbindungen an die Wirtschaftszentren in Mitteleuropa sind deshalb dringend notwendig. "Als Dienstleister des deutschen Außenhandels sind die deutschen Seehäfen auf die erforderlichen Verkehrskorridore angewiesen, um den zügigen Weitertransport der Waren und Güter weiterhin reibungslos gewährleisten zu können", erklärt Daniel Hosseus. Für eine Stärkung der deutschen Seehäfen und deren Anbindung an die Wirtschaftszentren ist zudem eine dritte Auflage der erfolgreichen Forschungsinitiative "Innovative Seehafentechnologien" (ISETEC) notwendig. "Investitionen in Forschung und eine innovative digitale Infrastruktur sichern nachhaltig die Zukunft des Wirtschafts- und Logistikstandortes Deutschland", so Hosseus. "Hier ist die Bundesregierung gefordert, in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft und den Forschungseinrichtungen eine kurzfristige Umsetzung einer dritten Forschungsinitiative sicherzustellen". Für innovative und zukunftsträchtige Investitionen in den Standort sorgt auch der starke Wettbewerb in und zwischen den europäischen Seehäfen. "Davon profitiert die Allgemeinheit. Bund und Länder müssen deshalb dafür sorgen, dass dieser Wettbewerb nicht durch europäische oder nationale Politik zu Ungunsten der deutschen Seehäfen verzerrt wird", betont Hosseus. Quelle und Kontaktadresse: Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe e.V. Pressestelle Am Sandtorkai 2, 20457 Hamburg Telefon: (040) 366203, Fax: (040) 366377 E-Mail: info@zds-seehaefen.de Internet: http://www.zds-seehaefen.de/
ZDS begrüßt Bau der 5. Schleuse in Brunsbüttel 21.11.2011 Nach der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages zum Bundeshaushalt 2012 ist für den Einzelplan 12 (Verkehr) zusätzlich ein Infrastrukturbeschleunigungsprogramm in Höhe von 1 Mrd. Euro zur Stärkung der Verkehrsinvestitionen vereinbart worden. Davon entfallen 500 Mio. Euro in 2012 und 500 Mio. Euro als Verpflichtungsermächtigungen auf die Haushaltsjahre 2013 – 2016. Das Gesamtvolumen wird Angaben des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe auf die Verkehrsträger wie folgt aufgeteilt: Maßnahmen im Bereich der Bundesfernstraßen 400 Mio. Euro und 200 Mio. Euro (Verpflichtungsermächtigungen fällig in 2013), im Bereich der Bundeswasserstraßen (Nord-Ostsee-Kanal 5. Schleuse) 60 Mio. Euro und 240 Mio. Euro (Verpflichtungsermächtigungen fällig in 2013 bis 2016) und im Bereich der Bundesschienenwege 40 Mio. Euro und 60 Mio. Euro (Verpflichtungsermächtigungen fällig in 2013). Die Projektliste ist dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bis zum 31. März 2012 vorzulegen. Der ZDS begrüßt, dass für den Bau der 5. Schleuse in Brunsbüttel, für den seit über einem Jahr Baurecht besteht, nunmehr die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Für den Seehafenstandort Deutschland ist die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) von außerordentlicher Bedeutung. Durch die Nutzung des NOK haben die deutschen Nordseehäfen für Relationen in die Ostsee erhebliche Zeit- und Entfernungsvorteile gegenüber den ausländischen Wettbewerbshäfen in den Niederlanden und Belgien. Für den Reeder sind dies entscheidende Faktoren für die Hafenwahl. Der NOK ist außerdem im Rahmen der von EU und Bundesrepublik geförderten „Short sea shipping“ -und „From road to sea“- Politik die entscheidende Verbindung zwischen Ostsee, Nordsee und Biscaya. Er ist der wesentliche Zugang der deutschen Ostseehäfen in die Nordsee. Sein auch nur zeitlich befristeter Ausfall oder die zeitlich befristete Einschränkung der Leistungsfähigkeit des bestehenden Kanals hätte für alle deutschen Nordund Ostseehäfen gravierende negative wirtschaftliche Auswirkungen.  
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne