Brunsbüttel: Ein Frachter zerlegt die Schleuse

http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article205262731/Wann-haben-wir-endlich-den-Kanal-voll.html Copyright Hamburger Abendblatt
18.04.15

NZ-Regional Wann haben wir endlich den Kanal voll?

Jan Schröter

Die Hamburger Hafenwirtschaft, etliche Reedereien und Schifffahrtsbehörden schlagen Alarm: Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wird zur Staufalle. Mal sind Betriebsanlagen marode, oder ein vernagelter Kapitän rammt seinen Frachter gegen das einzig verbliebene intakte Brunsbütteler Schleusentor – irgendwas ist immer – und das schon seit geraumer Zeit.

Schiffe mit mehr als 125 Meter Länge, 20 Meter Breite oder über 6,50 Meter Tiefgang stehen bis zu acht Stunden im Stop-and-go, bis sie endlich durchschleusen dürfen. Da hat die Besatzung schon den Kanal voll, bevor sie ihn überhaupt zu Gesicht bekommt.

Aber warum sollte es den Sailors besser gehen als den geplagten Pendlern, die täglich halbe Werktage im Stau verbringen? Hier wie dort rächt es sich jetzt, dass Verkehrswege wie der NOK oder die Autobahnen jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren wurden. Was sich für Blechlawinen über die A 7 walzen, wissen wir alle. Auf dem NOK geht es ähnlich zu: Mit 32.600 Schiffpassagen, 99 Millionen Tonnen Güterverkehr und Zehntausenden von Kreuzfahrtpassagieren war unser Kanal im letzten Jahr die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Wenn man denn endlich fahren durfte. Aber das soll ja besser werden. Anfang Mai kommt das Ersatztor für die kollisionslädierte Nordschleuse, die Südschleuse wird bis zum Herbst repariert sein. Wenn nichts dazwischenkommt. Brauchbare Ersatztore gibt es nicht von der Stange, Kähne auf Kollisionskurs schon öfter.

Eigentlich ist das alles Flickwerk. Hier mal ein neues Schleusentor, dort eine neue Fahrspur mit Deckelchen oder eine frisch geklinkerte Elbtunnelröhre und dafür dann jedes mal jahrelang Chaos. Wenn wir sowieso bis in die nächste Dekade im Stau stehen, plädiere ich für den ganz großen Wurf: Reißt auf der A-7-Trasse eine fette Kerbe vom Elbtunnel bis zur Flensburger Förde. Auf halber Tiefe wird gedeckelt. Unten rollen die Autos, darüber wird geflutet. Wenn dann auf der Straße Stau ist, könnte man als Pendler immer noch mit dem Ruderboot zur Arbeit kommen. Mit einem Container im Schlepp ließe sich sogar ein Zubrot verdienen.

Und auf dem alten NOK bauen wir dann die Autobahn 20.

http://www.abendblatt.de/incoming/article205249429/Nord-Ostsee-Kanal-ist-bis-zum-Herbst-eine-Dauerbaustelle.html Copyright abendblattNew Articles
11.04.15

Schifffahrt Nord-Ostsee-Kanal ist bis zum Herbst eine Dauerbaustelle

Olaf Preuß

Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius

   

Stundenlange Wartezeiten: Hamburgs Hafenwirtschaft ist erbost über den Zustand der weltweit meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße.

Hamburg/Brunsbüttel.  Es ist immer die gleiche kurze Nachricht in Form einer E-Mail. Überschrieben mit "To whom it may concern" – Wen immer es betrifft – werden die aktuellen Wartezeiten für die Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal aufgeführt. Bis zu acht Stunden mussten die Besatzungen größerer Schiffe am Donnerstag an der Elbe vor den Brunsbütteler Schleusen einkalkulieren, bis zu sechs Stunden am Freitag. Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge, 20 Metern Breite oder mehr als 6,50 Metern Tiefgang können jeweils nur durch die beiden großen Schleusen an der Nord- und der Ostseeseite in den Kanal hinein- und dort wieder herausfahren. Speziell vor Brunsbüttel erfordert das seit drei Wochen wieder sehr viel Geduld.

"Bis zum Herbst sollen beide großen Schleusen in Brunsbüttel wieder im regulären Betrieb sein. Dann darf aber auch wirklich nichts mehr schiefgehen", sagt Jann Petersen, Geschäftsführer der Agentur United Canal Agency (UCA) in Kiel, die für einen großen Teil aller dort fahrenden Schiffe die Passage durch den Nord-Ostsee-Kanal organisiert. Täglich unterrichtet UCA per E-Mail seine Kunden und viele andere Unternehmen, die es interessiert – "To whom it may concern" – über die Lage am Kanal. Die ist in diesen Tagen erneut besonders kritisch.

Mitte Januar hatte ein Offshore-Versorgungsschiff das kanalseitige Tor der großen Südschleuse so gerammt, dass es drei Wochen lang repariert werden musste. Am 20. März kollidierte der 131 Meter lange Frachter "Saint George" beim Einfahren in die große Nordschleuse mit deren kanalseitigem Tor. Die Schleusenkammer ist vorerst komplett außer Betrieb. "Anfang Mai kommt unser Ersatztor von einer Werft in Kiel, dann wird es in die Nordkammer eingebaut", sagt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel. Im Normalfall dauert das rund eine Woche. "Anschließend sollen die noch ausstehenden Arbeiten an den Schienen des elbseitigen Tores der großen Südschleuse ausgeführt werden. Das dauert voraussichtlich bis September", sagt Fischer. Dann wären die beiden großen Schleusen, auf die die Handels- wie auch die Kreuzschifffahrt besonders angewiesen ist, auch in Brunsbüttel wieder regulär betriebsbereit – wenn nichts dazwischenkommt, was die prekäre Situation noch verschärfen könnte. Die Brunsbütteler Schleusenwächter haben nicht nur chronisch zu wenig Personal, es mangelt auch an brauchbaren Ersatztoren.

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) – in der internationalen Schifffahrt Kiel Canal genannt – ist mit 32.600 Schiffspassagen im vergangenen Jahr die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. 99 Millionen Tonnen Güter und Zehntausende Kreuzfahrtpassagiere fuhren quer durch Schleswig-Holstein von der Nord- zur Ostsee oder in die Gegenrichtung. Für Hamburgs Hafen ist das Bauwerk aus der Kaiserzeit die unverzichtbare Anbindung für die Zubringerschiffe in die Anrainerstaaten der Ostsee. "Wir hatten im vergangenen Jahr durchaus keinen Rückenwind", sagte dieser Tage Klaus-Dieter Peters, Chef des Hamburger Hafenlogistikkonzerns HHLA, bei der Vorlage der Jahreszahlen für 2014. Peters meinte damit nicht nur die noch ausstehende Erweiterung der Elbfahrrinne und Mängel beim Ausbau der Güterbahnverbindungen rund um Hamburg, sondern auch die Dauerbaustelle NOK.

Der Kanal ist ein einschlägiges Beispiel dafür, welch hoher Preis für Versäumnisse bei der Erneuerung von Verkehrswegen letztlich zu entrichten ist. Jahrzehntelang wurde das Bauwerk auf Verschleiß gefahren. Nach der deutschen Einheit genoss die Sanierung des NOK angesichts der notwendigen Verkehrsprojekte in der ehemaligen DDR keine Priorität. Auch waren die Gütermengen am Kanal in den 1990er-Jahren relativ gering. In den 2000er-Jahren aber boomte die Containerschifffahrt, damit wuchs auch die Zahl der Kanalpassagen vor allem von größeren Schiffen, die auf die großen Schleusenkammern mit ihren antiquiert wirkenden Schiebetoren angewiesen sind.

Schließlich setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Kanal dringend eine Grundüberholung benötigt. Bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts will der Bund dafür mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen. 2012 setzte der damalige Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den ersten Spatenstich für eine dritte große Schleusenkammer in Brunsbüttel. Sie soll von Ende 2020 an als Entlastungsschleuse dienen, um dann die Nord- und die Südschleuse komplett erneuern zu können. Wie dringend überfällig das ist, zeigte sich Anfang 2013: Da kollabierten die große Nord- und die Südkammer zeitgleich an Materialermüdung. Der Kanal war für größere Schiffe zwei Wochen lang gesperrt.

So schlimm wie vor zwei Jahren ist die Lage diesmal nicht, schlecht aber aus Sicht der Schifffahrt gleichwohl. "Havarien wie jene jüngst in Brunsbüttel können immer geschehen. Aber speziell an den Brunsbütteler Schleusen fällt das eben auch zusammen mit Materialermüdung bei den beiden alten großen Schleusenkammern und mit den beginnenden Bauarbeiten für die dritte große Schleuse", sagt Timm Ulrich Niebergall, Deutschland-Chef der dänischen Reederei Unifeeder. Mit rund 1800 Passagen 2014 und voraussichtlich 2000 in diesem Jahr ist Unifeeder der wichtigste Einzelkunde des NOK. "Wir müssen immer bedenken: Mit dem Zustand des NOK steht und fällt auch die gesamte Leistungsfähigkeit des ,Produkts Hafen Hamburg'."

Die Schifffahrtsbranche steht unter hohem Druck. Viele Frachter auf den Fernlinien fahren mit teils tagelangen Verspätungen. Auch Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen kritisierte zu Beginn des Jahres die mangelnde Fahrplantreue seines eigenen Unternehmens und die von dessen Partnern in der Allianz G6. Die Spielräume für die Fahrten der Zubringerschiffe – der sogenannten Feeder – werden dadurch enger. Hinzu kommen Mängel an der Infrastruktur wie jene am NOK. Wartezeiten vor den Schleusen, Sonderschichten auf den Terminals für verspätete Feeder, all das kostet zusätzliches Geld. Die Zubringerreedereien versuchen, die Kosten wo immer möglich an ihre Kunden weiterzugeben – aber tunlichst nicht öffentlich darüber zu sprechen. Denn das könnte ja der Konkurrenz auf Bahn und Straße unwillkommenen Auftrieb geben.

Klar ist allerdings: Der NOK bleibt für die Schifffahrt ein unkalkulierbares Risiko. "Für uns mutet der Zustand speziell der Brunsbütteler Schleusen im Moment an wie ein Ritt auf der Rasierklinge", sagt Unifeeder-Manager Niebergall. "Würde ausgerechnet jetzt jemand auch noch die große Südschleuse rammen, wäre der Kanal für große Schiffe wieder komplett dicht."

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Nord-Ostsee-Kanal/Orkan-Niklas-Nord-Ostsee-Kanal-macht-dicht1 Copyright Kieler Nachrichten danke Frank Behling http://zeitungen.boyens-medien.de/aktuelle-nachrichten/zeitung/artikel/brunsbuettel-schleusen-tore-sind-mangelware.html
 09.04.2015 · 07:00 Uhr Copyright Boysen Medien

Brunsbüttel: Schleusen-Tore sind Mangelware

Davon kann das WSA nur träumen: Funktionierende Schleusentore.

Davon kann das WSA nur träumen: Funktionierende Schleusentore.

Brunsbüttel (fan) Nach den zwei schweren Havarien in den Schleusenkammern sind dem Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel (WSA) funktionierende Ersatz-Schleusentore ausgegangen.  Beide schweren Havarien so kurz hintereinander nannte WSA-Chefin Gesa Völkl daher in der Sitzung des Hauptausschusses vor Ostern einen „Fiasko“. Gleich drei Tore müssten eigentlich gleichzeitig in die Werft. Aber: Einzige Werft, die dafür in Frage kommt, ist die Abu Dhabi Mar-Werft in Kiel. Nächster Termin für eine Instandsetzung eines Tors wäre aber erst September.

Nord-Ostsee-Kanal macht dicht

Durch den steigenden Wasserstand und den Sturm wird der Nord-Ostsee-Kanal in Kürze gesperrt. Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel auf Anfrage bestätigte, sind seit 17 Uhr in Brunsbüttel die Schleusen für die Schifffahrt dicht gemacht.
Foto: In die Schleuse Kiel-Holtenau kann von der Förde kein Schiff mehr einfahren. Es wird nur noch ausgeschleust.
In die Schleuse Kiel-Holtenau kann von der Förde kein Schiff mehr einfahren. Es wird nur noch ausgeschleust.
© Frank Behling (Symbolbild)
Kiel/Brunsbüttel. Die Sperrung soll vorerst bis etwa Mitternacht andauern. Damit im Kanal keine Schiffe in Not geraten, wurde auch das Einschleusen von Schiffen in Kiel-Holtenau eingestellt. Dort werden vorerst nur noch Schiffe ausgeschleust. Der hohe Wasserstand auf der Elbe sowie der starke Wind erlauben keinen sicheren Schleusenbetrieb. Die Schiffe mit Ziel Nord-Ostsee-Kanal wurden über die Revierzentrale Brunsbüttel informiert. Ihnen wurden Ankerplätze auf der Elbe zugewiesen. Vor Kiel ankerten am Nachmittag auch mehrere Schiffe auf der Reede vor Holtenau sowie in der Kieler Bucht. In der Landeshauptstadt sind inzwischen alle verfügbaren Schlepper im Einsatz. Auf der Holtenauer Reede versucht der Schlepper „Stein“ einen Containerfrachter auf Position zu halten. Der Schlepper „Holtenau“ eskortiert den Containerfrachter „Rijnborg“ von Kiel nach Brunsbüttel. Für dieses Schiff wird derzeit ein sicherer Liegeplatz im Kanal gesucht.
 

Unfassbar

Unfassbar. Warum hat die wichtigste aller Wasserstraßen, UNSER KIEL CANAL, keinen vernünftigen Windschutz?

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Unglücksfrachter

Nobiskrug repariert „Saint George“

Von Frank Behling |
Der bei einer Kollision mit einem Schleusentor beschädigte griechische Frachter „Saint George“ wird in Rendsburg bei der Werft Nobiskrug repariert. Das Schiff hatte am 20. März beim Einlaufen in große Südschleuse in Brunsbüttel das kanalseitige Schleusentor getroffen und schwer beschädigt.
Die "Saint George" hatte am 20. März beim Einlaufen in große Südschleuse in Brunsbüttel das kanalseitige Schleusentor getroffen und schwer beschädigt.
© Frank Behling
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http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Nord-Ostsee-Kanal/Nach-Schleusenkollision-auf-dem-Nord-Ostseekanal Copyright Kieler Nachrichten danke Frank Behling
ord-Ostsee-Kanal

Nur noch wenig Stau nach Kollision

Von Deutsche Presse-Agentur dpa |
Nach der Schleusenkollision in Brunsbüttel hat sich der Schiffs-Stau an beiden Enden des Nord-Ostseekanals zum Teil aufgelöst. Am Dienstag gab es in der Kieler Förde und auf der Elbe nur noch Wartezeiten von ein bis zwei Stunden. Die betreffen jedoch nur große Schiffe mit einer Länge von mehr als 125 Metern beziehungsweise einem Tiefgang von mehr als 6,50 Meter, erklärte Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel.
Das 1200 Tonnen schwere Schleusentor muss nach der Kollision ausgetauscht werden.
© Frank Behling
Brunsbüttel/Kiel. Die anderen passen in die kleinen Schleusenkammern. „Wenn jedoch zwei große Schiffe gleichzeitig schleusen wollen, von denen nur eins in die große Kammer passt, bedeutet das für das andere Schiff automatisch rund zwei Stunden Wartezeit“, sagte Fischer. Am Freitag hatte der 131 Meter lange Frachter „Saint George“ die große Nordschleuse in Brunsbüttel gerammt. Das 1200 Tonnen schwere Schleusentor muss ausgetauscht werden. Es kann jedoch frühestens Anfang Mai ausgebaut und ersetzt werden. Der rund hundert Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um rund 400 Kilometer. Neben Unfällen machen marodes Material und die Technik aus der Kaiserzeit den Verantwortlichen des NOK seit Jahren Probleme.

Kiel & Region

Unglücksschiff ohne Steuerautomatik
Wasser- und Schifffahrtsamt möchte seit Jahren Reparaturdock in Brunsbüttel bauen – Bund stellt erforderliche Mittel nicht bereit
Brunsbüttel
Der Frachter "Saint George" havarierte in Brunsbüttel.
Ein banales Missverständnis in der Kommunikation zwischen Brücke und Maschinenraum soll Ursache der Rammfahrt des 132 Meter langen Frachters ,,Saint George“ gegen das kanalseitige Tor der Nordschleuse gewesen sein. Freitag hatte sich der Unfall ereignet, seither kursiert ein Video dazu im Internet. Die Brücke befahl „volle Kraft zurück“, der Maschinist aber verstand „volle Kraft voraus“. So könnte es zu dem fatalen Beschleunigen des 8500-Tonnen-Frachters in der Großen Nordschleuse gekommen sein. Michael Hartmann, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK 1, sieht in erster Linie technisches Versagen als Ursache, denn seit längerem funktionierte offenbar die Steuerautomatik auf der „Saint George“ nicht mehr. „Die Maschine wurde seit längerem im Handbetrieb gefahren. Dafür sprechen alle Indizien, die wir haben“, so Hartmann. Auf etwa 2,5 Millionen Euro soll sich laut Hartmanns Kenntnis der Schaden am Tor belaufen. Besonders ärgert ihn, dass keine Reservetore in Brunsbüttel vorgehalten werden. So gibt es seit über zehn Jahren keine Ersatztore vor Ort mehr. Beim Bau der Schleusen Anfang des vorigen Jahrhunderts hatte man wohlweislich jeder Kammer ein Ersatztor beigefügt, das im Fahrbetrieb auch genutzt werden konnte, um die Kammer kürzer zu gestalten und so kleinere Schiffen schneller schleusen zu können. „Dieses Prinzip wurde aufgegeben. Was wir jetzt erleben, sind die Resultate davon“, kritisiert Hartmann. Die Lotsen fordern seit langem den Bau eines Reparaturdocks direkt in Brunsbüttel, um beschädigte Tore in kürzest möglicher Zeit vor Ort instandsetzen zu können. Ein solches Trockendock war im Zusammenhang mit der Planung für die fünfte Schleuse im Gespräch. Rund 30 Millionen Euro sollte der Bau beim Betriebshafen des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) – in Sichtweite der Brunsbütteler Schleusen – kosten. Vom Tisch sei das Vorhaben keineswegs, betont Thomas Fischer. Der Sprecher des WSA in Brunsbüttel macht deutlich: „Wir haben Baurecht.“ Das nützt allerdings wenig, so lange die erforderlichen Gelder nicht im Haushaltsplan des Bundes auftauchen. Daran, diese Mittel zur Verfügung zu bekommen, werde intensiv gearbeitet, sagt Günter Mozarski, stellvertretender Leiter des WSA. Er fügt mit Blick auf die aktuelle Havarie hinzu: „Man sieht ja, wie nötig so etwas wäre.“ Dies müsse nun den für die Verkehrsfinanzen Verantwortlichen deutlich gemacht werden. Bis Mai, dann soll ein in einer Kieler Werft zur Reparatur liegendes Ersatztor fertig sein und Brunsbüttel erreichen, darf nun kein Unfall mehr passieren – sonst müssen alle Schiffe mit mehr als 120 Meter Länge ums Skagerrak fahren. Kürzere Schiffe können die beiden kleinen Schleusen passieren. Das Gros der modernen Container-Feederschiffe aber, die im Liniendienst Hamburg-Baltikum fahren, ist deutlich über 120 Meter lang. Was Lotsen-Chef Hartmann besonders ärgert ist, dass das derzeit in Kiel im Dock befindliche Tor dort gemeinsam mit einer Yacht eingebracht wurde. Erst wenn die repariert sei, könne auch das Tor ausgedockt werden, berichtet Hartmann. Die „Saint George“ liegt mittlerweile bei Nobiskrug in Rendsburg zur Reparatur. Zur Unfallursache konnte WSA-Sprecher Thomas Fischer nichts sagen. Auch seitens der Wasseschutzpolizei hält man sich bedeckt. Hauptkommissar Andreas Liesenfeld-Schubsda, er ist Leiter der Ermittlungsgruppe bei der Wasserschutzpolizei, sagte: „Wir wundern uns über die Informationen, die in der Öffentlichkeit erscheinen. Wir sind noch mitten in den Ermittlungen und werten die gesicherten Beweise aus. Konkretes zur Ursache können wir noch nicht sagen.“
Jörg Jahnke
http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Nord-Ostsee-Kanal/Nach-Havarie-in-Brunsbuettel-Einschraenkungen-bis-September-moeglich
    Die "Saint George" liegt nach einer Havarie in der Nordschleuse von Brunsbüttel.
Copyright Norddeutsche Rundschau Danke Ralf Pöschus
Foto: In Brunsbüttel wurde die Südschleuse durch eine Havarie schwer beschädigt.
Dieses Foto macht deutlich, wie gewaltig der Schaden am Schleusentor ist.
Schleuse bis Mai lahmgelegt Copyright Willy Thiel
Nach dem Unfall am Freitag wird das ganze Ausmaß des Schadens bekannt: Das Tor muss ausgetauscht werden – doch der Ersatz ist selbst im Dock
Brunsbüttel
Die Nordschleuse an der Einfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) bleibt bis mindestens Mai geschlossen. Nur zur Hälfte bekamen gestern Mittag die Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) das am Freitag vom Frachter „Saint George“ gerammte Schleusentor auf. Nur Segelboote und kleine Kümos könnten die Nordschleuse nun theoretisch wieder nutzen – doch für sie gibt es die kleinen Schleusen. Für Frachtschiffe entstehen derzeit Wartezeiten bis zu fünf Stunden. ,,Die Schäden sind so groß, das keine Chance besteht, vor Ort was zu machen. Wir warten auf das Tor im Mai, dann wird durchgetauscht“, sagte gestern Thomas Fischer, Pressesprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes. So lange dauert es mindestens, bis das Ersatztor einsatzbereit ist, das derzeit selbst noch in Kiel repariert wird. Die Schäden sind so deutlich, dass die eigentlich für die Begutachtung vorgesehenen Taucher gar nicht erst ins Wasser steigen mussten.
Noch ein Unglück wäre das Aus
Die seit dem Unfall in der Nordschleuse gefangene „Saint George“ (132 Meter lang, 19 Meter breit, 8500 Tonnen Tragfähigkeit) bekam gestern Expertenbesuch. Wie Flugzeuge, so haben inzwischen auch Schiffe Datenschreiber. Ein Spezialist nahm sich gestern dieses Gerätes an, wie er es nach dem Rammstoß des Offshore Versorgers „Red7 Alliance“ gegen das kanalseitige Südtor am 17. Januar bereits getan hatte. Optisch sieht der Schaden am Südtor dem am Nordtor zum Verwechseln ähnlich. Da das Südtor aber nicht ausbeulte und somit lauffähig blieb, konnten die Mitarbeiter des WSA es soweit wieder reparieren, dass der Schleusenbetrieb der Südschleuse zur Zeit gut läuft. Hier darf jetzt bis zum Austausch des demolierten Nordtores kein weiteres Unglück passieren. Dann wäre es vor allem für die großen Feederschiffe aus mit der Abkürzung in die Ostsee. Der Datenschreibertechniker arbeitet jetzt die aufgezeichneten Daten auf. In ein bis zwei Wochen gehen diese dann an die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel zur Auswertung. Danach entscheidet sich, ob Kapitän und oder Lotse angeklagt werden oder nicht. Der Tatvorwurf wäre Gefährdung des Schiffsverkehrs. Mehrere Beamte der direkt an der Nordschleuse residierenden Wasserschutzpolizei wurden am Freitag Augenzeugen des Unglücks, wie Sprecher Norbert Vallentin mitteilt. ,,Das Schiff lief ganz normal ein und wurde plötzlich immer schneller. Das haben Kollegen selbst beobachtet“, berichtet Vallentin. Zudem gibt es ein im Internet kursierendes Handyvideo des Unglücks, gedreht von einem Firmenmitarbeiter von der Südseite aus. Darauf ist zu sehen, wie die Schiffsführung im letzten Moment noch die Anker wirft, doch da ist es bereits zu spät. ,,Kapitän und Lotse schweigen zum Hergang“, teilt Vallentin mit und schiebt hinterher, dass dies so üblich sei. Zwar wurde niemand verletzt, doch der Sachschaden geht wohl in die Millionen. Ebenso üblich ist es deshalb, dass der Kapitän eine Sicherheitsleistung hinterlegen muss. Es handelt sich dabei um einen Betrag deutlich unter zehntausend Euro. Die „Saint George“ wurde gestern von einem Schlepper aus der Schleuse gezogen. Sie liegt jetzt vor Neufeld in Dithmarschen auf Reede und wartet auf Befehle. Entweder geht es nach Kiel oder nach Hamburg ins Reparaturdock. „Auf See geht’s nicht“, versichert Vallentin.
Jörg Jahnke
© Frank Behling Copyright Kieler NACHRICHTEN
Brunsbüttel. Der Ausfall führt derzeit zu langen Wartezeiten vor dem Nord-Ostsee-Kanal: Am Wochenende haben sie bis zu acht Stunden betragen. Am Montag entspannte sich die Lage angesichts des etwas schwächeren Verkehrsaufkommens. Dennoch gab es für die Kapitäne in der Kieler Förde Wartezeiten von bis zu fünf Stunden, auf der Elbe mussten die Schiffe ankern, bevor sie geschleust wurden, wie Helmut Külsen von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord sagte. Am Freitag hatte der 131 Meter lange Frachter „Saint George“ die große Nordschleuse in Brunsbüttel gerammt. Das 1200 Tonnen schwere Schleusentor lässt sich nach der Kollision nach Angaben der Schifffahrtsverwaltung nicht bewegen. Es muss ausgetauscht werden. Nach einer ersten Kalkulation soll sich der Schaden am Tor auf mehr als 2,2 Millionen Euro summieren. Hinzu kommt der Schaden am Frachter "Saint George", der noch in der Nordschleuse liegt. Das Schiff hat ein Loch im Wulstbug.

Schleusen werden nacheinander ausgetauscht

Der Ausbau des schwer beschädigten Schleusentores soll bis Ende April abgeschlossen sein. Im Mai soll diese Kammer dann wieder in Betrieb gehen. Danach soll die Südschleuse außer Betrieb genommen werden. An dieser Schleuse müssen beim elbseitigen Tor die Schienen des Schiebetores gewechselt werden. Dabei soll dann auch versucht werden, das verschlickte Schiebetor aus dem Torbunker zu bekommen und in eine Werft zu bringen. Es muss also mit Behinderungen bis September gerechnet werden.

Beide Reservetore nicht einsetzbar

Das Hauptproblem ist ein Mangel an Schleusentoren. Zwar gibt es im Bestand für Kiel und Brunsbüttel je zwei Reservetore. Die beiden Reservetore für Brunsbüttel sind jedoch nicht einsetzbar. Eines davon wird erst im Mai aus einer mehrmonatigen Reparatur von der Werft ADMK aus Kiel zurückerwartet. Das zweite Reservetor wurde vor Jahren in einem Torbunker geparkt und ist dort durch Schlick und Sand blockiert. Ein Ausbauversuch scheiterte im Winter. Um dieses Tor aus dem Bunker zu bekommen, müsste außerdem die große Südschleuse über Wochen gesperrt werden. „Das will auch keiner, da sonst der Kanal für große Schiffe wieder voll gesperrt werden müsste“, sagt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel.
http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Nord-Ostsee-Kanal/Schleusen-Havarie-in-Brunsbuettel-Lange-Wartezeiten-am-Nord-Ostsee-Kanal Copyright Kieler Nachrichten danke Frank Behling
http://www.radiohamburg.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein-Themen/2015/Maerz/Wartezeit-fuer-Kapitaene-Stau-auf-Nord-Ostseekanal
Copyright radiohamburg

Wartezeit für Kapitäne

Stau auf Nord-Ostseekanal

Brunsbüttel, 23.03.2015
Die Schleusenwartezeit laut Homepage des Wasser- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau gegen 13 Uhr am Montag (23.03.).
Landratten kennen das nur von Autobahnen: Stau. Doch jetzt müssen sich auch die Kapitäne auf dem Nord-Ostseekanal in Geduld üben. Warum erfahrt Ihr hier!
Auf dem Nord-Ostseekanal heißt es derzeit warten, denn in Brunsbüttel stauen sich die Schiffe an beiden Enden des Nord-Ostseekanals. Am Montagmittag (23.03) gab es für die Kapitäne in der Kieler Förde Wartezeiten von bis zu fünf Stunden, auf der Elbe mussten die Schiffe ankern, bevor sie geschleust wurden, wie Helmut Külsen von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord sagte.

Schleusenkollision in Brunsbüttel

Grund für die Wartezeit ist eine Schleusenkollision am Freitag (20.03.). Der 131 Meter lange Frachter "Saint George" hatte die große Nordschleuse in Brunsbüttel gerammt. Das 1.200 Tonnen schwere Schleusentor lässt sich nach der Kollision nach Angaben der Schifffahrtsverwaltung nicht bewegen. Es muss ausgetauscht werden. Zu den aktuellen Wartezeiten. (dpa/kru)
Nach Havarie in Brunsbüttel

Lange Wartezeiten am Nord-Ostsee-Kanal

Von Frank Behling |
Der Ausfall der großen Nordschleuse hat der Schifffahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal erhebliche Wartezeiten beschert. Am Freitag war der Frachter „Saint George“ gegen ein Schleusentor gefahren.
Foto: Der Frachter versuchte noch, mit Anker-Hilfe zu bremsen. Dennoch fuhr er mit großer Wucht ins Schleusentor.
Der Frachter versuchte noch, mit Anker-Hilfe zu bremsen. Dennoch fuhr er mit großer Wucht ins Schleusentor.
© Frank Behling
Brunsbüttel. Der Aufprall war so heftig, dass der Wulstbug des griechischen Frachters unter zypriotischer Flagge das Tor 3 durchbohrte und sogar Stahlplatten auf der gegenüberliegenden Außenseite zerteilte. Eine Notreparatur des Schiebetores ist nicht mehr möglich. Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel mitteilte, muss das beschädigte Tor bis Mai ausgebaut werden. Einsatzbereite Reservetore gibt es in Brunsbüttel gegenwärtig  keine mehr. Für die größeren Schiffe mit einer Länge von über 125 Meter steht deshalb nur noch eine große Schleusenkammer zur Verfügung. Die Folgen waren am Sonntag Wartezeiten von bis zu sieben Stunden in Kiel und Brunsbüttel. In Kiel werden aus Sicherheitsgründen nur so viele Schiffe in den Kanal gelassen, wie in Brunsbüttel Warteplätze vorhanden sind. Der in Limassol auf Zypern registrierte Unglücksfrachter gehört einer Reederei aus Athen und ist erst sieben Jahre alt. Nach dem Unfall verhängte die zuständige Berufsgenossenschaft BG Verkehr ein Auslaufverbot.  Der  Bug ist aufgerissen, die Maschinenanlage wird untersucht und außerdem muss die Regulierung des Schadens geklärt werden. Die „Saint George“ war nach Angaben der Polizei auf dem Weg von Amsterdam nach Lübeck. Als Ursache der Havarie scheidet nach Mitteilung der Wasserschutzpolizei ein technisches Versagen aus. Eine Überprüfung der Maschinenanlage habe keine Auffälligkeiten ergeben, hieß es am Wochenende. Die Ermittlungen konzentrieren sich jetzt auf mögliche Bedienungsfehler durch die Mannschaft. Der Schaden an der Schleuse und Schiff beläuft sich auf mindestens 2,2 Millionen Euro. Es ist damit der größte Havarieschaden in einer Kanalschleuse seit über 20 Jahren.
http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Brunsbuettel-Ein-Frachter-zerlegt-die-Schleuse,havarie316.html Copyright NDR
Stand: 20.03.2015 15:16 Uhr - Lesezeit: ca.2 Min.

Brunsbüttel: Ein Frachter zerlegt die Schleuse

Langsam kommen die Arbeiter mit den Reparaturen nicht mehr nach: In Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ist am Freitag erneut ein großer Frachter in ein Tor der Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse gekracht. Es ist bereits die dritte Havarie in diesem Jahr. Die "Saint George", ein 131 Meter langes Frachtschiff unter zypriotischer Flagge, war nach Angaben der Wasserschutzpolizei zunächst normal in die große Nordschleuse eingelaufen. Dort wurde der Frachter plötzlich aus noch ungklärter Ursache schneller und rammte frontal das Schleusentor. Dadurch sei das Tor laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung "beinahe in zwei Teile geteilt" worden. Es muss für eine Reparatur in die Werft.
 
Copyright Willy Thiel
 http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Nord-Ostsee-Kanal/Schleuse-faellt-aus-Schwere-Havarie-in-Brunsbuettel
Copyright KN Online danke Frank Behling
 http://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/meldungen/havarie-in-brunsbuettel-frachter-durchbohrt-schleusentor-id9266666.html
LCopyright Norddeutsche Rundschau
Südschleuse fällt aus

Schwere Havarie in Brunsbüttel

Von Frank Behling |
Ein schwerer Unfall hat in Brunsbüttel die große Nordschleuse lahmgelegt. Der Frachter „Saint George“ ist gegen 12.20 Uhr aus noch ungeklärter Ursache gegen das kanalsteitige Schleusentor der großen Nordkammer gefahren. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Bug das komplette Tor durchbohrt hat. Der Schaden dürfte nach ersten vorsichtigen Schätzungen in die Millionen gehen.
Foto: In Brunsbüttel wurde die Südschleuse durch eine Havarie schwer beschädigt.
In Brunsbüttel wurde die Südschleuse durch eine Havarie schwer beschädigt.
© FB
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Brunsbüttel. Das über 1200 Tonnen schwere Schleusentor ist in der gesamten Struktur verformt worden und lässt sich nicht mehr bewegen. Die Untersuchung des Schadens hat gerade begonnen. Über genaue Ausmaße des Schadens kann zwar noch nichts gesagt werden, ein Ausfall der Schleusenkammer für Monate wird aber befürchtet. Das 131 Meter lange Schiff war beim Einlaufen in die große Nordschleuse um 12.26 Uhr aufgrund eines technischen Defekts außer Kontrolle geraten. Die Besatzung hatte noch versucht, den Aufprall durch die Notauslösung beider Anker zu mindern. Vergebens. Der Wulstbug des 8500-Tonnen-Schiffes durchbohrte das komplette Schleusentor. „So einen großen Schaden hatten wir hier noch nie“, sagte Thomas Fischer, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel. Stahlträger, Platten und Tanks des 1200 Tonnen schweren Schiebetores wurden zerknautscht wie Pappe. Copyright Willy Thiel „Das Ausmaß des Schadens ist noch überhaupt nicht absehbar. Wir werden am Montag mit der Untersuchung beginnen. Eine schnelle Reparatur ist hier nicht möglich“, so Fischer. Er schließt sogar einen Totalschaden von dem 1914 gebauten Schleusentor nicht aus. „Die Schäden sind so gravierend, dass wir gar nicht wissen, ob dieses Tor noch repariert werden kann“, sagt Fischer. Der Schaden beläuft sich nach ersten, vorsichtigen Schätzungen auf weit über eine Millionen Euro.
Der Frachter "Saint George" havarierte in Brunsbüttel.
Der Frachter "Saint George" havarierte in Brunsbüttel.
Die beiden Reservetore der Brunsbütteler Schleuse sind ebenfalls außer Betrieb. Ein Tor liegt in Kiel bis Mai im Dock. Das zweite Reservetor liegt seit Jahren in einer Torkammer der Südschleuse und ist dort von Sand und Schlick zugesetzt: Es lässt sich nicht mehr bewegen. httpsv://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Nucwg-t0E6g#t=7 Nicht mehr bewegen wird sich auch der griechische Unglücksfrachter. Die „Saint George“ bekam ein Auslaufverbot. Der Wulstbug ist aufgerissen. Wasser dringt dort ein. Die Wasserschutzpolizei und Berufsgenossenschaft BG Verkehr ermitteln an Bord. Das Schiff darf die deutschen Hoheitsgewässer erst verlassen, wenn von der Versicherung oder der griechischen Reedereien die Kostenübernahme erklärt wird. Das 2008 in China gebaute Schiff fährt seit 2013 für eine Reederei aus Athen. Es befand sich auf dem Weg nach Lübeck, wo es Getreide laden sollte.Der 131 Meter lange Frachter „Saint George“ war auf der Reise in Ballast von Amsterdam nach Lübeck. An der Trave sollte das 6680 BRZ große Schiff Getreide laden. Der unter der Flagge Zyperns fahrende Frachter hatte den Nord-Ostsee-Kanal schon mehrfach passiert.   Der Ausfall der großen Nordschleuse trifft den Kanal gerade mit Beginn der Sommersaison. Am 19. Januar hatte ein Offshore-Versorgungsschiff das kanalseitige Tor der großen Südschleuse gerammt. Das Tor konnte durch eine Notreparatur bis Mitte Februar wieder flott gemacht werden. Der Schaden der Havarie der „Red7 Alliance“ summierte sich auf über 1,3 Millionen Euro.

Lotsenpflicht?

Bei solchen immensen Schäden die da entstehen,wieso fahren da die Lotsen die Schiffe net rein,oder sind die auch an Bord? Oder warum werden die Schiffe nicht so gesichert,(evtl. Leinen,etc.) das sie nicht wie im Video weitergleiten und ins Tor rauschen??Denke mal auch,wie der Vorposter,das dies auch an den Mitarbeitern von den Billigflaggenschiffen liegtrolleyes

Nord-Ostsee-Kanal : Havarie in Brunsbüttel: Frachter durchbohrt Schleusentor

vom 20. März 2015

Wegen einer schweren Havarie muss die Große Nordkammer bis auf weiteres gesperrt werden. Der Schaden dürfte in die Millionen gehen.

Brunsbüttel | Ein Frachter hat frontal und mit hoher Geschwindigkeit die Schleuse in Brunsbüttel gerammt. Nach Informationen der Kieler Nachrichten war die Wucht des Aufpralls so groß, dass der Frachter das Tor mit seinem Bug regelrecht durchbohrte. Der dabei entstandene Schaden dürfe dem Bericht zufolge in die Millionen gehen.   Copyright Willy Thiel Die Nordkammer musste deswegen am Freitag gesperrt werden, was für Behinderungen des Schiffsverkehrs im Nord-Ostsee-Kanal sorgte. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei fuhr der Frachter „Saint George“ beim Einlaufen in den Kanal gegen das Schleusentor. Das mit Heimathafen Limassol unter der Flagge Zyperns fahrende Schiff kam von der Elbe. Menschen wurden nicht verletzt. Zur Ursache und zu Schäden gab es zunächst keine Erkenntnisse. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes sollte die Große Nordschleuse bis auf weiteres gesperrt bleiben. Für die Schifffahrt standen jedoch die beiden kleinen Schleusen sowie die Große Südschleuse zur Verfügung. Die Wasserschutzpolizei nahm die Ermittlungen auf.
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von dpa, shz.de erstellt am 20.Mrz.2015 | 15:08 Uhr

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02. | Thomas Braun | 20.03.2015 | 16:02 Uhr
Ich bin dafür,
da
03. | K.P. Barnick | 20.03.2015 | 15:23 Uhr
Die Verantwortlichen werde aus Schaden einfach nicht klug.
Warum wird nicht generell die Annahme eines Schleppers für in die Schleuse einlaufende Schiffe verfügt? http://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/nach-havarie-schleusenkammer-in-brunsbuettel-gesperrt-id8723781.html
     
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1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne