Das ausgebremste Wirtschaftsland im Norden

http://www.shz.de/schleswig-holstein/wirtschaft/die-zehn-wichtigsten-verkehrsprojekte-fuer-die-wirtschaft-id7829576.html

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Y-Trasse, A20, Fehmarnbelttunnel : Die zehn wichtigsten Verkehrsprojekte für die Wirtschaft

vom 1. Oktober 2014

Kiel | Die Wirtschaft in Norddeutschland hat sich erstmals auf eine gemeinsame Vorrangliste mit den zehn wichtigsten Verkehrsprojekten in der ganzen Region verständigt. Dazu gehören die Autobahnen 14, 20, 26, 39 und 281, die Vertiefung der Elbe, der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals, die Hinterlandanbindung des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels und die sogenannte Y-Trasse der Bahn zwischen Hamburg, Hannover und Bremen Der Norden habe bei der Verkehrsinfrastruktur großen Nachholbedarf, erklärten Spitzenvertreter der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie der Bauindustrie aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch in Kiel. Die Verkehrsministerkonferenz in Kiel müsse ein klares Bekenntnis für höhere Verkehrsausgaben abgeben. Alle zehn Vorhaben auf der Prioritätenliste seien gleichermaßen existenziell.
A20 und A26
Feste Elbquerung der A20 bei Glückstadt
A14 als direkte Nord-Süd-Anbindung
Ringschluss der A281 in Bremen
A39 in Niedersachsen
Y-Trasse
Weddeler Schleife in Niedersachsen
Schiffshebewerk Lüneburg Scharnebeck
Elbvertiefung und Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals
Fehmarnbeltquerung und Hinterlandanbinung
„Wir wollen Dampf auf den Kessel bringen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein, Michael Thomas Fröhlich zum Verkehrswegekonzept der norddeutschen Wirtschaftsverbände. Die Verkehrsverhältnisse seien vielfach desaströs; Unternehmen drohten sich aus dem Norden zu verabschieden. Die Wirtschaft wolle sich angesichts der geringen Planungskapazitäten in den Verwaltungen auf die wesentlichen Projekte konzentrieren und nicht mehr an jeder Ortsumgehung festhalten. Die norddeutschen Länder müssten besser zusammenarbeiten und kräftiger gemeinsam in Berlin Lobbyarbeit für den Norden machen, forderte Fröhlich. Die Länder sollten mehr an das große Ganze denken und nicht nur an das eigene Land oder den eigenen Stadtstaat. Als Beispiel für mangelnde Koordinierung zwischen Behörden nannte Fröhlich die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels. Diese dauere schon länger als der Bau des Tunnels. Fröhlich forderte die Landesregierung auf, als Ersatz für die marode Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal nicht länger einen kombinierten Tunnel für Straße und Schiene anzustreben. Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke halte noch 50 Jahre. Die knappe Zeit für den Bau einer neuen Straßenbrücke - die alte soll nur noch zwölf Jahre halten - müsse genutzt werden. Hans-Werner Blöcker vom Bauindustrieverband in Schleswig-Holstein und Hamburg verlangte eine bundesweite Finanzierungsgesellschaft für die Verkehrsinfrastruktur. Diese Gesellschaft müsse einen eigenen Haushalt bekommen und Kredite aufnehmen dürfen. Auch die Einnahmen aus Lkw- und Pkw-Maut müssten dort einfließen. Eine solche Gesellschaft könne dann über Jahre hinweg planen und finanzieren. Die norddeutschen Wirtschaftsverbände forderten auch, bei großen Vorhaben verstärkt zu prüfen, ob sie mit privaten Partnern umgesetzt werden können. Entscheidend für spürbare Fortschritte bei der Infrastruktur sei der politische Wille, sagte Fröhlich. Mit Grüner Regierungsbeteiligung wie in Schleswig-Holstein werde dies nicht gelingen. Es gebe bereits mehrere Firmen im Norden, die wegen des Weiterbau-Stopps bei der A20 und wegen der Probleme an der Rader Hochbrücke Erweiterungsinvestitionen nicht mehr in Schleswig-Holstein tätigten, sondern in Niedersachsen oder noch weiter südlich. Besonders ausgeprägt sei dies in Rendsburg-Eckernförde, Dithmarschen, Nordfriesland und an der Unterelbe bei Hamburg. Dort würden auch schon weniger Lehrstellen angeboten.
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von dpa/shz.de erstellt am 01.Okt.2014 | 15:46 Uhr

 

http://www.taz.de/Miese-Lobbyarbeit-in-Berlin/!146986/

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Miese Lobbyarbeit in Berlin

Nord-Länder sollen mehr Geld besorgen

Die Norddeutschen Unternehmerverbände monieren, dass das Geld für neue Straßen und Schienen ständig nach Bayern gehe.

Gegner versuchen noch, die Y-Bahntrasse zu verhindern: Ginge es nach den Wirtschaftsverbänden, müsste sofort losgebaut werden.  Bild: dpa

KIEL taz | Während vor dem Kieler Atlantic-Hotel noch die Limousinen vorfuhren, aus denen die Verkehrsminister aller Bundesländer sowie Bundesminister Alexander Dobrindt stiegen, gab es im einige Kilometer entfernten Hotel „Kieler Kaufmann“ bereits klare Worte. „Die Industrie wird ungeduldig, wir haben ordentlich Dampf auf dem Kessel“, sagte Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Unternehmerverbände aller norddeutschen Bundesländer hatten sich zusammengetan, um für die zehn Straßen-, Schienen- und Brückenbauten zu werben, die aus ihrer Sicht besonders wichtig sind.

Auf dieser Top-Ten-Liste stehen Schienen-Stränge wie die „Weddeler Schleife“ bei Braunschweig und die Erweiterung des Schiffshebewerks Scharnbeck am Elbe-Seitenkanal. Zur Finanzierung der Infrastruktur schlagen die Verbände einen Topf vor, der sich aus Kfz-Steuer, Maut und Kapital privater Geldgeber speist.

Den norddeutschen Landesregierungen stellten die Unternehmerverbände gestern ein schlechtes Zeugnis aus: Bei den Versuchen, Geld beim Bund für Erhalt und Neubau von Straßen und Schienen locker zu machen, seien die Norddeutschen nämlich selten erfolgreich. Süddeutsche Länder überholten sie bei der Jagd nach Bundesmitteln regelmäßig. Der Vorwurf der Verbände: Straßenbau sei politisch nicht gewollt und solange die Grünen an einer Regierung beteiligt seien, werde das nichts.

Dass die Grünen Straßenbauten kritisch sehen, ist bekannt – das trifft auch Projekte, die die Wirtschaftsverbände zu ihren Top Ten zählen, wie etwa die Autobahn 20 in Schleswig-Holstein. Hier wollen die Grünen einen „grünen Weg nach Westen“, d.h. sie wollen vorhandene Straßen nutzen und ausbauen. Ein nächstes Planfeststellungsverfahren soll erst 2016 erfolgen. Am langsamen Tempo seien Planungsfehler früherer CDU-Regierungen schuld, hieß es.

Eben an der richtigen Planung mangele es, kritisierten die Unternehmensverbände gestern in Kiel: Die Nordländer hätten keine klare Prioritätenliste für Verkehrsprojekte, vor allem gelänge es nicht, in Berlin deutlich zu machen, dass Nord-Ostsee-Kanal, Y-Bahntrasse in Niedersachsen oder Hafen-Zuwege in Bremen bundespolitische Bedeutung haben. Die Verbände wollten dafür nun „jenseits regionaler Egoismen“ werben.

Die Verkehrsminister debattierten derweil im Atlantic-Hotel zunächst über den regionalen Bahnverkehr und Dobrindts Mautpläne. Heute geht es etwa um Arbeitsbedingungen in der Güterverkehrsbranche und die „Benzinpreisbremse“.

 

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Landespolitik/Rader-Hochbruecke-Verkehrsminister-praesentierte-erste-Trassenvarianten

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Rader Hochbrücke

Meyer stellt Lösungsvarianten vor

Von Paul Wagner |
Noch rollt der Verkehr auf der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal. Doch künftig könnte es auch unter die Erde gehen. Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) stellte am Dienstag gemeinsam mit Harald Hartmann vom Ingenieurbüro Böger+Jäckle erste Trassenvarianten für den Bau eines kombinierten Straßen- und Schienentunnels vor.
Foto: Die Rader Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg bröckelt. Jetzt wird auch unter der Erde nach alternativen Trassenführungen gesucht.
Die Rader Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg bröckelt. Jetzt wird auch unter der Erde nach alternativen Trassenführungen gesucht.
© Wohlfromm
   

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Aus-dem-Land/Ersatz-der-Rader-Hochbruecke

Ersatz der Rader Hochbrücke

Bund gibt Startsignal

Von Deutsche Presse-Agentur dpa |
Für die marode Rader Hochbrücke wird mittelfristig Ersatz benötigt. Soll eine neue Brücke gebaut werden oder ein Tunnel, durch den auch die Eisenbahn den Nord-Ostsee-Kanal queren könnte? Berlin hat sich für die Planung der günstigeren Version entschieden.
Foto: Die Rader Hochbrücke ist am Mittwoch auch Thema im Landtag.
Die Rader Hochbrücke ist am Mittwoch auch Thema im Landtag.
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Rendsburg. Der Bund hat grünes Licht für die Vorbereitung eines Ersatzbauwerks für die marode Rader Hochbrücke im Züge der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal gegeben. Einem kombinierten Straßen-/Schienen-Tunnel sei auf Arbeitsebene aber eine Absage erteilt worden, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Mittwoch. Er wolle bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) weiter für eine solche Lösung werben. Am liebsten hätte die Kieler Landesregierung einen Straßen- und Bahntunnel, weil der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke über den Kanal auch nur noch 30 Jahre gegeben werden. Dies würde aber deutlich teurer als eine reine Straßenquerung und erheblich mehr Planungsvorlauf erfordern. Ein kombinierter Straßen-/Schienen-Tunnel kostet Schätzungen zufolge mindestens einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Eine reine Straßenquerung wäre deutlich billiger. Der Bund begründe die Absage an ein Kombinations-Bauwerk auch damit, dass die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke derzeit für eine weitere Nutzung von 30 bis 40 Jahren modernisiert werde, sagte Meyer. Laut Bund habe die Brücke dank späterer Ertüchtigung noch eine Restnutzungsdauer von mindestens 50 Jahren. Zudem würden „weder die Rader Brücke noch die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke einen Engpass im jeweiligen Verkehrsnetz darstellen“. Dobrindts Ministerium lehnte auch den Vorschlag Schleswig-Holsteins ab, entsprechende verkehrswirtschaftliche Untersuchungen vorzunehmen. „Wir werden nun umgehend mit den Planungen beginnen, zumal sich bei den noch nicht vollständig abgeschlossenen statischen Untersuchungen gezeigt hat, dass die Restnutzungsdauer der Hochbrücke bei zwölf Jahren liegen wird“, sagte Meyer. Die Rader Hochbrücke ist am Mittwoch auch Thema im Landtag. Der erst gut 40 Jahre alte Bau musste im Sommer 2013 wegen maroder Pfeiler viele Wochen lang für Lastwagen gesperrt und aufwendig repariert werden. Aktuell können über die Brücke Schwertransporte mit einem Gesamtgewicht bis zu 84 Tonnen fahren.

Tunnel soll Rendsburger Hochbrücke ersetzen

Das Land Schleswig-Holstein hat Pläne für einen neuen kombinierten Eisenbahn-/Autobahntunnel erarbeiten lassen, der nahe Rendsburg den Nord-Ostsee-Kanal unterqueren soll.Die doppelgleisige elektrifizierte Bahntrasse im Abschnitt Bokelholm - Alt Duvenstedt soll vor allem schnelle Fernverkehre und Güterzüge aufnehmen. Die Züge müssten dann nicht mehr die Schleifenfahrt hinauf auf die 100 Jahre alte Rendsburger Hochbrücke nehmen. Für Geschäftsreisende ergäben sich größere Zeitvorteile auf dem Schienenweg zwischen Hamburg und Flensburg bzw. Kopenhagen. Für den Fernverkehr könnte eine Bahnstation bei Büdelsdorf entstehen. Freilich soll das imposante Brückenbauwerk nicht abgerissen werden. Die Regierung in Kiel stellt sich vor, dass künftig hauptsächlich Regionalzüge über die Hochbrücke rollen.
http://dmm.travel/news/artikel/lesen/2013/10/tunnel-soll-rendsburger-hochbruecke-ersetzen-54536/
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RADER HOCHBRÜCKE - 08.10.2013

Sanierung liegt im Zeitplan

 

Kanalquerung - Auf zwei Bahntrassen über den Kanal

vom 27. September 2013
Aus der Redaktion der Landeszeitung

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Neue Pläne für die Zugverbindungen bei Rendsburg: Das Land will den Fernverkehr durch einen neuen Tunnel für Autobahn und Schiene bei Rendsburg fahren lassen, den Nahverkehr aber weiter über die Eisenbahnhochbrücke zum Rendsburger Bahnhof.

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Trotz des Widerstands von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer treibt dessen schleswig-holsteinischer Kollege Reinhard Meyer die Pläne für einen neuen Straßen- und Schienentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg voran. Gegenüber dem sh:z konkretisiert Meyers Staatssekretär Frank Nägele jetzt erstmals den Vorstoß: Wie schon für die Gleise zum Fehmarnbelt favorisiert das Land auch für die Querung des Kanals die Einrichtung von zwei getrennten Bahntrassen – eine für den Nahverkehr und eine für den Fern- und Güterverkehr. „Der Nahverkehr würde weiter über die Hochbrücke und den Rendsburger Bahnhof fahren, alle anderen Züge durch einen neuen kombinierten Tunnel für Autobahn und Schiene bei Büdelsdorf“, sagt SPD-Politiker Nägele. Dort könnte dann ein Fernbahnhof entstehen. Eine solche „2+2-Variante“ mit den zwei alten Gleisen über die Hochbrücke und zwei neuen Gleisen durch den Tunnel wäre laut Nägele „zeitgemäßer als die heutige“ und hätte gleich vier Vorteile: Erstens wären Fern- und Güterzüge schneller, weil sie nicht mehr in Rendsburg die zeitraubende Schienenschleife auf die Hochbrücke hinauf oder von der Hochbrücke herab fahren müssten. Zweitens nähme die Belastung der 100 Jahre alten Brücke ab. Drittens müssten die Anwohner der Schleife nicht mehr so viel Lärm aushalten. Und viertens könnten Nahverkehrspendler nach Neumünster, Flensburg und Kiel trotzdem weiterhin den stadtnahen Bahnhof in Rendsburg nutzen. Um Fern- und Güterzüge durch den geplanten Tunnel zu führen, müsste nach Nägeles Plänen ein neues Trassenstück gebaut werden, das bei Bokelholm von der jetzigen Bahnlinie Neumünster-Flensburg abzweigt und nördlich von Alt Duvenstedt wieder auf sie zurückführ. An CSU-Minister Ramsauer übt Nägele deutliche Kritik wegen dessen abweisender Haltung zu dem vom Land geforderten Kombitunnel unter dem Kanal. Ramsauer lehnt das Vorhaben mit der Begründung ab, dass sowohl die denkmalgeschützte Eisenbahnhochbrücke als auch die baufällige Rader A7-Hochbrücke derzeit saniert würden und sich daher die Frage nach einem Ersatzbauwerk „nicht stellt“. – „Da weiß der Bund offenbar mehr als wir“, spottet Nägele. Das Land werde erst nach Abschluss der Reparaturen an der Rader Hochbrücke wissen, wie lange das vor 41 Jahren eingeweihte Bauwerk noch hält. „Wir gehen aber davon aus, dass die ursprüngliche Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren bei weitem nicht erreicht werden kann“, sagt Nägele. Daher müsse der Bund angesichts immer längerer Planungszeiträume schon bald mit der Vorbereitung eines Ersatzbaus für die Brücke beginnen. Aus Rendsburg und Büdelsdorf erhielt Nägele für seine Pläne Beifall: „Das ist der richtige Vorstoß zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast. Man dürfe sich nicht von Ramsauers Äußerungen abschrecken lassen und müsse die Zeit nutzen, in der die marode Brücke im Bewusstsein der Öffentlichkeit stehe. „Wichtig bei den weiteren Überlegungen wird es sein, die Erreichbarkeit und zentrale Position Rendsburgs zu erhalten“, sagte Gilgenast Auch Büdelsdorfs Bürgermeister Jürgen Hein bewertete die Pläne positiv und mahnte zugleich konkrete Schritte an. „Auch wenn ein solches Projekt erst in 20 oder mehr Jahren verwirklicht wird, sollte so schnell wie möglich eine Trasse festgelegt werden, um die Flächen freizuhalten. “

Neue Kanalquerung - Früh geplant ist gut gebaut

vom 26. September 2013
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz Sanierung von Rader Hochbrücke und Rendsburger Bahnbrücke muss Verkehrsminister Ramsauer schon jetzt an einen Ersatz für die Bauwerke denken. Ein Kommentar von Henning Baethge.

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Auf den ersten Blick scheint Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Recht zu haben: Warum soll er jetzt über einen völlig neuen Straßen- und Schienentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg nachdenken, wenn er gerade für viel Geld die bröckelnde Rader Hochbrücke und die altersschwache Eisenbahnbrücke sanieren lässt? Die halten dann ja erst mal wieder 30 Jahre. Eben. Genau diese 30 Jahre sind der Grund, warum Ramsauer jetzt den neuen Tunnel in Angriff nehmen sollte – und warum sein Kieler Kollege Reinhard Meyer und die Küstenampel mit ihrer Forderung nach einem raschen Planungsbeginn richtig liegen. Denn mindestens 30 Jahre drohen heute zu vergehen, bis ein Großbauwerk fertig wird.  

Copyright Norddeutsche Rundschau

Verkehr http://www.t-online.de/regionales/id_65697014/ramsauer-lehnt-ersatz-fuer-rader-bruecke-ueber-nord-ostsee-kanal-ab.html Copyright T-online.de

Ramsauer lehnt Ersatz für Rader Brücke über Nord-Ostsee-Kanal ab

26.09.2013, 12:10 Uhr | dpa

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat Forderungen nach einem kombinierten Straßen- und Schienentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal als Ersatz für die baufällige Rader Hochbrücke und die Rendsburger Eisenbahnbrücke zurückgewiesen. "Die Frage einer Querung des Nord-Ostsee-Kanals im Raum Rendsburg auf einem gemeinsamen Bauwerk für die Eisenbahnstrecke Neumünster-Flensburg und die Autobahn A7 stellt sich nicht", sagte Ministeriumssprecherin Petra Bethge am Donnerstag der dpa und bestätigte einen Bericht des "Flensburger Tageblatts". Laut der zuständigen Straßenverwaltung in Schleswig-Holstein werde die Sanierung der Pfeilerköpfe der Rader Hochbrücke bis November 2013 abgeschlossen sein, sagte Bethge. Zudem werde die 100 Jahre alte Rendsburger Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal derzeit grundüberholt und verstärkt. Danach werde das Bauwerk schätzungsweise rund 30 Jahre lang für den Schienenverkehr zur Verfügung stehen. Planungen für einen Ersatzbau gebe es deshalb aktuell nicht. Zuvor hatte das Kieler Regierungsbündnis aus SPD, Grünen und SSW den zügigen Bau einer kombinierten Straße/Schiene-Querung des Nord-Ostsee-Kanals gefordert.   Bmrk.Btr-HP : es ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, warum Wirtschaft , Logistikunternehmen nicht auf die Idee kommen, Binnenschiffe kleinere Feeder , die massenweise zur Verfügung stehen einzusetzen für Schwergut und Container . In Kiel Flensburg Lübeck ist die Kapazität da und alle anderen Häfen rund um die Elbe Weser könnten die Strassen Bahn entlasten. RoRo Schiffe können wie in Travemünde anlegen ( Bsp: auch Kiel  -Ostsee Baltikum Verkehr )und von dem Ro-Ro Schiff können alle LKW's in den ganzen Norden über Brücken fahren , die intakt sind.Dies gilt für alle RoRo fähigen Häfen an der Elbe Ostsee.
Kanaltunnel wird schon wieder gesperrt
Rader Hochbrücke wird schneller saniert / Kommunen klagen über Belastung an UmleitungsstreckenRendsburg / Kiel Copyright Norddeutsche Rundschau
Neuer Stress am Nord-Ostsee-Kanal. Nachdem die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) angekündigt hat, dass der Kanaltunnel in Rendsburg in den Nächten des letzten Oktober- und des ersten Novemberwochenendes wegen neuer Fahrbahnsanierungen voll gesperrt werden soll, klagen die Spediteure. „Das sind neue Einbußen für uns, ich bin sprachlos“, sagt der Sprecher des Unternehmensverbandes Logistik Schleswig-Holstein, Thomas Rackow. Schon jetzt kommt es vor der Rader Hochbrücke und dem Tunnel in Stoßzeiten zu kilometerlangen Staus. Und auch die Nebenstrecken, die Lastwagen nach der Sperrung der Brücke vor rund acht Wochen nutzen, seien komplett überlastet. „Das ist Wahnsinn, was da an Wirtschaftsverkehr rüberläuft. Ich kann die Bürger verstehen, die davon genervt sind“, sagt Rackow, „aber wir müssen da lang.“ Die Kommunen sind in Sorge. „Diese Situation ist der Super-Gau für die Gemeinde“, sagt der Bürgermeister von Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg), Jörg Meier, der über den Ausweichverkehr auf der B 77 klagt. Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel will das Land in die Pflicht nehmen, sollten die Straßen kaputt gehen. Mit bis zu 7000 Lastwagen, die täglich durch Eckernförde fahren, sei die Belastungsgrenze überschritten. Das Land sieht die WSV-Pläne kritisch. Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele bat gestern die Bundesbehörde öffentlich, mit der Erneuerung des Asphalts und der Sperrung zu warten, bis die Brücke wieder voll für Lkw und Autos befahrbar ist. Denn, das ist die gute Nachricht, die Nägele zu verkünden hat: „Das wird deutlich vor Ende November sein.“ Das war bislang der offizielle Termin für die Fertigstellung. Nägele schlug gestern vor, bis dahin im Kanaltunnel ein Tempolimit von 30 km/h einzurichten. „Damit könnten wir leben“, sagt Thomas Rackow. Doch aus Sicht des WSV reicht das nicht aus. Der Asphalt der stark beanspruchten Weströhre sei so kaputt, dass die Lastwagen nur noch durch Spurrinnen fahren, so WSV-Sprecherin Claudia Thoma. Die Behörde will die Bedenken zwar prüfen, aber: „Es geht uns um die Sicherheit. Und den Asphalt können wir nur bis zu einer bestimmten Temperatur aufbringen, sonst hält der nicht.“
ky/org
 
Angst am Straßenrand
Rader Hochbrücke und Rendsburger Kanaltunnel: Der umgeleitete Verkehr führt zu gefährlichen Situationen und versetzt Anwohner in Angst und Schrecken
Jürgen Muhl
Die Einwohner im kleinen Dorf Jagel sind ja einiges gewohnt. Die durch den Ort führende B 77 gehört zu den verkehrsreichsten Bundesstraßen Deutschlands und auf dem Militärflughafen starten und landen seit Jahrzehnten Krachmacher wie einst der Starfighter und heute die Tornados. Mit dem Flugplatz hat man sich arrangiert, finden doch hier über 1000 Menschen aus der Region Arbeit. Was sich seit der Sperrung für den Lkw-Verkehr auf der Rader Hochbrücke allerdings auf den Straßen im und um den Ort herum abspielt, verbreitet Angst und Schrecken. Bis zu 8000 Lkw donnern täglich durch den Ort, dessen Bürgersteige neben der Bundesstraße zugleich als Mittel- und Treffpunkt in der Gemeinde fungieren. Die gegenwärtige Situation birgt weitaus mehr Gefahren als es vor dem Bau der Autobahn der Fall war, als der gesamte Nord-Süd-Verkehr durch das Dorf rollte. Jagel ist nur ein Beispiel von vielen Orten im Lande, die in diesen Monaten unter den Verkehrsengpässen leiden und dessen Hilfeschreie ungehört bleiben. Wie auch sollte ein Aufschrei etwas ändern? Es gibt kaum Alternativen zur Umfahrung der Rader Hochbrücke und des Rendsburger Kanaltunnels. Sollte die Autobahnbrücke tatsächlich im November für den Schwerlastverkehr wieder freigegeben werden, kommen auf die für den Straßenbau zuständigen Behörden neue Arbeit und eine Kostenlawine zu. Ob Bundes-, Land- oder Kreisstraßen, ob Kreisel oder auch so genannte Schleichwege – ein Großteil der Ausweichstrecken befindet sich in einem desolaten Zustand. Dies ist der Preis für den Pfusch am Bau, der halb Schleswig-Holstein die Luft zum Atmen nimmt. Wenn die arg gebeutelten Spediteure jetzt fordern, die Sanierung des Kanaltunnels erst dann fortzusetzen, wenn auf der Rader Hochbrücke auch der Lkw-Verkehr wieder fließt, ist dies nicht nur ihr gutes Recht, sondern auch ihre Pflicht. Neben den Ortsbewohnern ist auch das fahrende Personal großen Gefahren ausgesetzt. Dass bisher auf den engen Umleitungen noch nichts Schlimmeres passiert ist, grenzt an ein Wunder.

szmtag
 
shhttp://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Kieler-Koalition-verlangt-neue-Querung-am-Nord-Ostsee-Kanal Copyright LN
Kiel

Kieler Koalition verlangt neue Querung am Nord-Ostsee-Kanal

Selten zuvor waren sich Rot, Grün und Blau in Kiel bei einem Verkehrsprojekt so einig: Das Regierungsbündnis fordert vom Bund den zügigen Bau einer kombinierten Straßen/Schienen-Querung des Nord-Ostsee-Kanals. Zu diesem Ergebnis kam der Koalitionsausschuss gestern.
Die Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 bröckelt gefährlich.
Die Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 bröckelt gefährlich.
© grafikfoto.de
Kiel. Die Forderung, die Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) vor Wochen erhoben hat, bekommt damit größeren Nachdruck. Auch die Unternehmensverbände (UV) Nord plädieren für eine neue Querung. Die Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 ist marode, die 100 Jahre alte Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke wenige Kilometer weiter südwestlich wird seit 20 Jahren saniert, ist nur eingleisig befahrbar.
Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke ist ein Sanierungsfall. Foto: Grafikfoto.de
Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke ist ein Sanierungsfall. Foto: Grafikfoto.de
„Wir sind übereinstimmend der Meinung, dass es in diese Richtung gehen soll“, sagte SPD-Landeschef Ralf Stegner zu der Offensive des Koalitionsausschusses. Mit der Planung eines Neubaus müsse dringend begonnen werden. Selbst die Grünen sperren sich nicht. „Wir haben doch keine Straßenphobie“, erklärte Andreas Tietze. Den wachsenden Güterverkehren auf Straße und Schiene seien Rader Hochbrücke, Rendsburger Tunnel und Rendsburger Eisenbahnbrücke auf Dauer nicht gewachsen. Die Sanierung der Bauwerke würde den Bund teurer kommen als ein einmaliger Neubau. „Unsere Maxime heißt deshalb eins statt drei.“ Für Verkehrswege im Norden soll der Bund laut Koalitionsausschuss insgesamt zusätzliche zwei Milliarden Euro jährlich locker machen – mindestens. Wenn die Landesregierung erkannt habe, dass es für Schiene und Straße eine neue Querung am Nord-Ostsee-Kanal geben muss, sei das ein wichtiges Signal, begrüßte Sebastian Schulze, Sprecher der UV Nord die Kieler Entscheidung. Die CDU dagegen wirft dem Koalitionsspitzen Wahlkampfgetöse vor. „Das sind populistische Wahlkampfforderungen, weil Rot-Grün im Bundestagswahlkampf die Felle davonschwimmen“, sagte Hans-Jörn Arp. Jeder wisse, dass kein Bundesverkehrsminister nach der Wahl über Neubauten am Kanal entscheidet. „Erst einmal muss Klarheit über die Restnutzungsdauer der bestehenden Bauwerke herrschen.“ Während eines Querungsneubaus am Nord-Ostsee-Kanal könnte der Fehmarnbelttunnel ab 2021 zur Ausweichroute für den Skandinavienverkehr werden. Dieses Projekt wird von den Grünen weiterhin massiv bekämpft. „CDU und FDP müssen sich endlich ehrlich machen“, forderte gestern der grüne Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz. Er behauptet: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) plädiere längst für ein Umsteuern. Curd Tönnemann

http://www.morgenpost.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article120001351/Sanierung-der-Rader-Hochbruecke-weiter-im-Plan.html

Sanierung der Rader-Hochbrücke weiter im Plan

Foto: dpa  Copyright MorgenPost
Rader Hochbrücke

Kiel (dpa/lno) - Lastwagen und Busse über 7,5 Tonnen können voraussichtlich wie geplant ab Ende November wieder über die Rader-Hochbrücke fahren. Die Sanierungsarbeiten an der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal seien im Plan, bekräftigte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag in Kiel. Eine weitere Phase der Reparaturen beginne an diesem Dienstag mit der Sanierung der Fahrbahnübergänge zwischen Brücke und festem Untergrund.

«Für den Autoverkehr wird dies keine Auswirkungen haben und wir werden die Reparatur absehbar bis 20. Oktober abgeschlossen haben», erläuterte Meyer. Die Arbeiten an den Fahrbahnübergängen sollen insgesamt 660 000 Euro kosten. Zuerst soll der Übergang im Bereich der Hauptfahrspur saniert werden, danach die Überholspur. Meyer rief die Autofahrer auf, im Baustellenbereich Rücksicht auf die Arbeiter zu nehmen. Die Rader Hochbrücke ist seit mehreren Wochen für schwere Fahrzeuge gesperrt, weil marode Betonpfeiler saniert werden müssen.

Quelle: dpa-infocom GmbH
 

Sanierung unter dem Stau - Die Retter der Rader Hochbrücke

http://www.shz.de/schleswig-holstein/panorama/die-retter-der-rader-hochbruecke-id3624076.html
vom 9. September 2013
Aus der Redaktion der Landeszeitung Copyright Norddeutsche Rundschau

42 Meter über dem Nord-Ostsee-Kanal ist Schleswig-Holsteins spektakulärste Baustelle. Eine Reportage von den Arbeiten an der Rader Hochbrücke.

Rade | Alle paar Sekunden rumpelt es. Direkt über ihm. Doch Christian Nagel nimmt das kaum noch wahr. Für ihn ist die Arbeit unter Brücken Routine, deswegen interessieren ihn die Autos, die über ihm über die Rader Hochbrücke rollen, nur mäßig. Nagel ist hier, um zu zeigen, wie er die Brücke entlasten will, die seit über sechs Wochen für Lastwagen über 7,5 Tonnen gesperrt ist und von Autos nur einseitig befahren werden darf, weil die Köpfe der Brückenpfeiler kaputt sind. Der Projektleiter ist dafür verantwortlich, dass die neuen Stahlkonstruktionen an den Pfeilern perfekt sitzen. Sie sollen die Stelen, auf denen von oben die Last der schwerer und zahlreicher werdenden Lkw wirken, wie ein Korsett zusammenhalten, damit der Beton nicht wieder abbröselt wie in den vergangenen Jahren. Der Stahlgurt wird nach der Sanierung der Brücke bleiben.
„Die Betonbauer kommen, wenn wir weg sind“, sagt Nagel. Das gilt schon in dieser Woche für die letzten sechs Wasserpfeiler in der Eider, der 38-Tonnen-Autokran, der die vier jeweils 1,3 Tonnen schweren Stahlträger von einem Ponton unter die Brücke gehievt hat, ist schon wieder abgerückt. „Das ist kein alltäglicher Job“, sagt Nagel als er die Betontreppe an der Seite der Brücke hochsteigt und oben auf den Standstreifen der Autobahn 7 tritt. Auf der gegenüberliegenden Seite sanieren Arbeiter auf der gesperrten Fahrbahn Schadstellen im Asphalt – es passt gerade. Neben Nagel fahren Autos nur mit Tempo 60 vorbei, trotzdem ist es laut als der Projektleiter eine gelbe Leiter an der Leitplanke entert, die vermutlich jeder Autofahrer schon einmal auf der Brücke gesehen hat. Doch nur wenige wissen, dass dies der Einstieg in den Brückenbesichtigungswagen ist, der unter der Stahlkonstruktion entlangfahren kann. Immer wieder wurde die Brücke in den vergangenen 40 Jahren inspiziert, doch den porösen Beton im Innern der Pfeiler entdeckte niemand. „Sehen doch von außen auch noch alle gut aus“, sagt Nagel als er mit dem Wagen an ihnen vorbei fährt. Doch der glatte Beton täuscht: An manchen Pfeilern stehen nur noch 25 Zentimeter von ursprünglich 60 Zentimeter Beton. Eine Million Euro soll die Sanierung kosten – mindestens. Ende Juli schlug das Verkehrsministerium in Kiel Alarm, sperrte die Brücke teilweise. „Wir waren von dem Auftrag auch überrascht, haben aber noch am gleichen Tag mit den Arbeiten begonnen“, erzählt Nagel auf dem Brückenwagen. Schwierig sei es gewesen, das Material zu besorgen, ein Teil des Stahls sei schon auf einem Schiff verladen gewesen, sollte Richtung Dubai. „Da haben wir angerufen und gesagt: Bei uns im Norden ist Chaos – dann haben wir das gekriegt“, sagt der Brunsbütteler und deutet auf den eingerüsteten Wasserpfeiler vor dem Brückenwagen. Drei Arbeiter montieren gerade den letzten Stahlträger. Die werden mit riesigen Stahlstangen und Muttern auf Zug rund um den Betonpfeiler gesetzt. Die Fahrt mit dem über 40 Jahre alten an den Seiten etwas rostigen Brückenwagen ist rumpelig. Der alte Dieselmotor knattert, der Verbrauch dürfte enorm sein. In diesen Tagen wird er vielleicht so oft bewegt wie noch nie in seiner Geschichte, denn immer wieder werden die laufenden Arbeiten von oben kontrolliert. Es ist fast ein wenig idyllisch, 30 Meter über dem Wasser der Rader Enge. Die Autos hört man kaum, die Sonne scheint, der Blick geht weit. Ein wenig rostig-metallischer Geruch liegt in der Luft, eine leichte Brise weht. „Wir haben Glück gehabt, wenn wir im Herbst mit mehr Regen und Sturm zu tun gehabt hätten, wären wir nicht so schnell fertig geworden“, sagt Nagel und zeigt auf ein paar Radfahrer, die am Ufer der Eider stehen und zu ihm hochschauen. „Zu Beginn der Arbeiten an den Landpfeilern hatten wir jede Menge Schaulustige, da mussten wir zwei Leute beschäftigen, um alles abzusperren.“ Mittlerweile sei das einfacher geworden. „Viele Passanten wollen wissen, warum die Brücke kaputt ist, aber das wissen wir doch auch nicht. Wir können nur sagen, dass wir sie jetzt reparieren. Wäre ja blöd, wenn die Rader Hochbrücke plötzlich im Wasser läge.“ Stimmt. Denn die muss wohl noch einige Jahre durchhalten. Erst nach einem Gutachten wollen die Politiker in Bund und Land entscheiden, was mit ihr geschieht. Umbau, Abriss und Neubau oder ein Tunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal – alles ist möglich. Christian Nagel denkt nicht daran, als ihm seine Arbeiter vom Gerüst aus zuwinken. In ein paar Tagen ist für sie hier alles vorbei. Der Projektleiter ist erleichtert, dass alles geklappt hat. Bis Ende November werden die Betonbauer die Pfeiler nun von innen aufstemmen, abstrahlen und mit Beton ausspritzen. Wenn alles ausgehärtet ist, soll der Verkehr wieder wie vorher über die Brücke rollen. Doch jetzt rollt erstmal der Brückenwagen zurück an seine Position. Christian Nagel wirft einen Blick auf das über 40 Jahre alte Metall. „Mit Stahl muss man immer was machen, sonst geht er kaputt“, sagt der 28-Jährige. „Aber hier sieht ja alles ganz okay aus.“ Das haben die Fachleute bei den Betonpfeilern auch gedacht.
Was ist der Grund für die Sperrung?
Wie lange dauern die Bauarbeiten?
Welche Ausweichmöglichkeiten gibt es für Lkw-Fahrer?
Wer ist betroffen und wer fordert was?
Was können die Gründe für den maroden Zustand der Hochbrücke sein?
http://www.pnn.de/politik/782014/
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Verkehrchaos in Schleswig-Holstein Im Norden staut sich was auf

Leuchtendes Kunstwerk am Kanal

vom 9. September 2013
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Unterschiedliches Wetter und insgesamt rund 25 000 Besucher – eine erfolgreiche NOK-Romantika

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Während es bei der NOK-Romantika in einigen Orten regnete, blieb es in anderen trocken. Aber überall trafen sich Anwohner und auswärtige Gäste, um das Lichterfest zu genießen.

Rendsburg: Linedancer

Mit Bollerwagen, Fackeln und Proviant machen sich die Mitglieder des Siedlerbunds Rendsburg-Schleife jedes Jahr zur Romantika auf den Weg an den Kanal. Ihr Ziel ist der Garten der Gaststätte Nobiskrug. Der Wirt Jürgen Thode stellt ihnen das Gelände zur Verfügung. 30 Siedler, Jung und Alt, feierten hier zusammen im Lichtschein eines großen Feuers. Die Musik dazu kam von der anderen Kanalseite. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde das Lichterfest auf der Südseite am Schacht-Audorfer Fähranleger ausgelassen gefeiert. Ein Diskjockey legte fetzige Musik auf, und ein großer Laserstrahl erhellte den Nachthimmel. Unter der Eisenbahnhochbrücke bestimmten auf der Rendsburger Kanalseite am Kreishafen Country-Musik und Cowboyhüte das Bild. Zu Liedern wie „Rosalie“ tanzten Linedancer und animierten viele Besucher, es ihnen gleichzutun. Mira (4) und ihre zweijährige Schwester Lina kamen mit ihrer Mutter Inka Ohm auf der Schwebefähre „zurück nach Osterrönfeld“. „Wir haben auf der Rendsburger Seite Laternen gebastelt“, erklärte Inka Ohm. Ihre beiden Töchter seien zum ersten Mal bei der Romantika dabei und freuten sich sehr auf die vielen Lichter. Für sie selbst gehöre das Lichterfest am Nord-Ostsee-Kanal seit Jahren zu den festen Terminen.

Fischerhütte: bunte fontänen

Der schwerste Schauer war gerade vorbei, als in Fischerhütte ein kleines Feuerwerk zu beiden Seiten des Kanals den Höhepunkt des dortigen Lichterfestes einleitete. Die Fähre stellte ihren regulären Betrieb ein und nahm die Feuerwehrfahrzeuge aus Steenfeld und dem gegenüberliegenden Offenbüttel an Bord. Dann nahm Fährkapitän Stefan Schmering einen ungewöhnlichen Kurs, als er die Fähre nach Osten lenkte. Auf Kommando sprühten die Löschfahrzeuge ihre Wasserfontänen, angestrahlt von buntem Licht, in alle Richtungen hoch über den Kanal. Die Fähre drehte sich im Kreis und tanzte auf diese Weise vor dem staunenden Publikum auf dem ruhigen Wasser. Das perfekte Zusammenspiel aus Fährballett, Wasserfontänen und Beleuchtungstechnik zauberte für das Publikum ein vergängliches Kunstwerk auf den Kanal. Neben den zahlreichen Besuchern aus den umliegenden Dörfern und Gemeinden hatten sich auf dem Wohnmobilparkplatz auf der Nordseite auch einige Camper versammelt, die extra zu diesem Ereignis angereist waren. Nicht nur Schleswig-Holsteiner, sondern auch Besucher aus Niedersachsen und Berlin saßen dort vor ihren Wohnmobilen. Die Zuschauer trotzten den heftigen Regenfällen und ließen sich dadurch nicht ihre Laune verderben.

Sehestedt: Sambamusik

Eine laue Sommernacht, kein Regen, kein Wind – feinste Voraussetzungen herrschten in Sehestedt. „Bei bestem Wetter hatten wir so viel Besucher wie noch nie und die Stimmung war super“, erklärte Bürgermeisterin Rita Koop. Die Wohnmobilstellplätze waren alle belegt und auf dem Grünstreifen am Kanal lagerten Besucher auf Picknickdecken oder hatten Campingstühle mitgebracht, wurde gegrillt und geklönt. Kinder trugen farbige Leuchtreifen, im Imbiss mit Blick auf den Kanal herrschte Hochbetrieb. Um 21 Uhr ertönten dann heiße Rhythmen: Der Auftritt der Sambaband Sehestedt-Süd im Fackelschein war – wie im Vorjahr – der Höhepunkt. Eigentlich wollten die Musiker um Paul Lazare die „AidaCara“ begrüßen, doch die hatte viel später als erwartet die Schleuse in Kiel verlassen und passierte mit zweistündiger Verspätung Sehestedt. http://www.shz.de/lokales/landeszeitung/leuchtendes-kunstwerk-am-kanal-id3623391.html Copyright Norddeutsche Rundschau Gelungen war dieses Mal die Stafette von 50 Leuchtraketen, für die beim Kulturmeilenfest in Kiel-Wik und Holtenau der Startschuss gefallen war und die dann den Nachthimmel entlang der Wasserstraße im Ein- bis Zwei-Minuten-Abstand von Ost nach West erleuchteten.
www.film-welt-dk.de wieder dabei... jedes Jahr wird der NOK von einer Menschenkette mit Laternen, Fackeln, Kerzen und viele andere Leuchtmittel erhellt. Das Wetter war perfekt, die Gäste an der Eisenbahnhochbrücke gut gelaunt. Für das leibliche Wohl war gesorgt. Viele Fahrgastschiffe von Kiel und von Brunsbüttel waren losgefahren und alle Plätze an Bord waren ausgebucht Copyrfight Dieter Kobrock danke malzurAbwechslung was poitives zur Auflockerung des stetigen Druckes auf die Politik von Dieter Hanisch

28 Pfeiler der Rader Hochbrücke sind marode. Die teilweise Sperrung der Fahrbahnen führt zu enormen Beeinträchtigungen des Verkehrs.

In Schleswig-Holstein ist die Verkehrspolitik zu einem der zentralen Wahlkampfthemen geworden. Zank gibt es um die Rader Hochbrücke auf der A 7 über den Nord-Ostsee-Kanal.

Es ist ein Nadelöhr in Norddeutschland: die Rader Hochbrücke. Bauarbeiten an dem Bauwerk lösen nun täglich ein Verkehrschaos aus. 28 Pfeiler der Brücke waren so marode geworden, dass am 26. Juli ein Nutzungsverbot für alle Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen verhängt wurde. Alle übrigen Verkehrsteilnehmer quälen sich seitdem einspurig bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometer pro Stunde über den Abschnitt - und das soll noch bis Anfang November so bleiben. Auch das Wochenende war durch erhöhtes Urlauberverkehrsaufkommen eine Nerven zehrende Geduldsprobe mit Staus von zum Teil 21 Kilometern in Richtung Norden. Aber nicht nur Ferienreisende fluchen auf der Nord-Süd-Route - für Spediteure ist die Baustelle an der wichtigsten Brücke Schleswig-Holsteins ebenso ein Desaster wie für die Windkraftanlagenhersteller mit ihren Schwertransporten. Sauer sind auch viele Anwohner von Ausweichverbindungen. Das 1,5 Kilometer lange, vor 41 Jahren in Dienst gestellte Bauwerk war nicht für das heutige Verkehrsaufkommen erstellt, offenbar wurde am Material gespart. Das Problem ist inzwischen grenzüberschreitend, weil auch Logistikunternehmen und Windanlagenbauer aus Dänemark über Nacht von der Lkw-Sperrung Ende Juli überrascht wurden. Spediteure verlieren zum Teil über eine Stunde an Fahrtzeit, Handelsunternehmen beklagen immense finanzielle Mehrkosten. Unternehmensverband sowie Industrie- und Handelskammern sehen den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein schwer beschädigt.

Die Polizei kontrolliert rund um die Uhr

Da in den ersten Tagen viele Verkehrsteilnehmer die Einschränkungen ignorierten, kontrolliert die Polizei nun rund um die Uhr. 30 Beamte sind insgesamt dort im Einsatz. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) macht sich mindestens einmal pro Woche am Ort persönlich ein Bild von den Sanierungsarbeiten. Inzwischen wurde bekannt, dass Statiker bereits vor vier Jahren bauliche Unzulänglichkeiten an der Brücke entdeckt hatten. Warum erst jetzt die Reißleine gezogen wurde und nicht bereits unter Meyers Vorgängern mit CDU-Parteibuch, bleibt eine unbeantwortete Frage.Die Grünen bekommen Oberwasser mit ihrer Forderung, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern. Aber auch dafür fehlt es an Infrastruktur. Mängel hat die mehr als 100 Jahre alte Rendsburger Hochbrücke oder ein Schienenflaschenhals in Hamburg. Umso wichtiger ist es, Bauvorhaben im Bundesverkehrswegeplan anzumelden und auch finanziell unterfüttert zu bekommen, vom länger und länger werdenden Sanierungsstau ganz zu schweigen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will schon länger eine Maut für alle Kfz-Nutzer, konnte sich damit aber in der schwarz-gelben Koalition nie durchsetzen. CSU-Chef Horst Seehofer möchte die bestehende Lkw-Maut um ausländische Pkw-Nutzer erweitern, könnte aber damit europarechtliche Probleme bekommen. Reinhard Meyer, derzeit auch Chef der Verkehrsministerkonferenz, hält nichts von neuen Mautüberlegungen, weil er dafür keine Akzeptanz in der Bevölkerung sieht. Ursprünglich hatte man der Rader Hochbrücke eine Lebensdauer von 90 Jahren vorausgesagt. Meyer weiß nun, dass es eigentlich sofort eines Neubaus der Kanalquerung auf der Nord-Süd-Achse bedarf, damit frühestens in 15 Jahren solch ein Bauwerk - eventuell ein Tunnel gekoppelt mit der Schiene - Realität wird. Was er jetzt noch nicht weiß, ist, ob ihm das nötige Geld dafür zur Verfügung stehen wird. Und wenn ja, von wann an.
http://www.abendblatt.de/meinung/article118878479/Warum-die-Rader-Hochbruecke-broeckelt.html
Copyright Hamburger Abendblatt
http://valerie-wilms.de/presse/volltext-pressemitteilungen/article/brueckensperrung_chance_fuer_kombinierten_verkehr/
http://valerie-wilms.de/presse/volltext-pressemitteilungen/article/sperrung_der_rader_hochbruecke_ist_weckruf/
10.08.13

Gastbeitrag

Warum die Rader Hochbrücke bröckelt

Seit das Nadelöhr der A7 für Lkw gesperrt ist, wird nach mehr Geld gerufen. Kern des Problems aber ist ein unübersichtlicher Haushalt

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Straßen standen lange für wirtschaftlichen Aufschwung. Sie wurden – und werden – als Sinnbild für aktive Politik verstanden. Die meisten Politiker weihen gerne neue Autobahnen, Brücken oder Ortsumfahrungen ein – denn damit können sie deutlich machen, dass sie sich um die Leute vor Ort kümmern. Deswegen wurde in den letzten Jahrzehnten vor allem neu gebaut – und dabei zu gerne vergessen, dass alles auch erhalten werden muss.

Neben der politischen Attraktivität ist aber auch das Haushaltssystem des Bundes dafür verantwortlich. Wertverluste, die nun einmal bei Investitionsgegenständen völlig normal sind, spielen bis heute bei der Haushaltsaufstellung keine Rolle. Abschreibungen oder Rückstellungen, um den Verzehr des geschaffenen Vermögens irgendwann auszugleichen, sind im Haushaltssystem des Bundes nicht vorgesehen.

Jedes Unternehmen würde an so einer Vorgehensweise zugrunde gehen. Viele private Haushalte würden mächtig ins Grübeln kommen, wenn sie nicht daran denken, dass ihr Auto an Wert verliert und irgendwann repariert oder ersetzt werden muss. Sie würden irgendwann ohne Auto dastehen, wenn sie nichts zurücklegen würden.

Der Bund handelt aber genau so – und muss deswegen jetzt zuschauen, wie seine Brücken nach und nach nicht mehr benutzt werden können. Im Bundeshaushalt kann man zwar sehen, welche Straßen wann und wo und zu welchen Kosten neu gebaut werden sollen.

Über die Kosten der Erhaltung der schon geschaffenen Infrastruktur erfahren die Politiker dagegen nichts. In der Folge wird auch nichts für den Erhalt zurückgelegt. An schlichte kaufmännische Prinzipien, die von soliden Unternehmern erwartet werden, hält sich der Bund selbst nicht. Deswegen brauchen wir endlich eine klare Aufstellung der bereits mit Steuermitteln geschaffenen Vermögenswerte, also eine Vermögensbilanz. Vor allem ist eine Übersicht des jährlichen Vermögensverzehrs notwendig.

Wenn schon nicht im ganzen Haushalt, so sollten wir wenigstens mit den großen Investitionen anfangen, also zum Beispiel mit dem Verkehrsetat. Hierzu müssten die Werte von Straßen, Schienen, Brücken und Kanälen einmal erfasst werden. Es ist keine Frage, dass dies sehr aufwendig ist. Anschließend wäre es aber möglich, die kontinuierlichen Wertverluste im Bundeshaushalt einzupreisen.

Wenn der jährliche Wertverlust für alle nachgelesen werden kann, steigt auch die Bereitschaft der Politik, Mittel dafür einzuplanen und nicht immer nur für neue Straßen auszugeben. Es würde mehr Ehrlichkeit in die Politik einziehen und deutlich verantwortungsvoller mit Steuermitteln umgegangen.

Die Politik kann sich dann nicht mehr mit ratlosem Blick unter eine bröckelnde Brücke stellen und damit herausreden, es einfach nicht gewusst zu haben. Sie muss dann auch so handeln, wie es ehrbare hanseatische Kaufleute tun.

Eine Woche nach der Bundestagswahl wird eine Kommission aus Bund und Ländern Vorschläge machen, wie unsere Verkehrswege zukünftig finanziert werden sollen. Dabei wird es um die Frage gehen, wie wir mehr Mittel zur Verfügung stellen können. Mit einfachen Rechentricks im Bundeshaushalt ist es nicht getan. Es wird darum gehen, ob und wie die Lkw-Maut ausgeweitet wird oder ob Pkw in die Nutzerfinanzierung eingebunden werden.

Diese Fragen sind wichtig, und sie werden zu heftigen politischen Diskussionen führen. Das Verständnis für solche Vorschläge wird aber vor allem dann gering sein, wenn die Politik nicht nachweisen kann, dass sie umsichtig und verantwortungsvoll mit den ihr anvertrauten Steuern und Abgaben umgeht. Deswegen brauchen wir – mindestens für die Verkehrswege des Bundes – eine klare Vermögensbilanz mit einer Übersicht der Abschreibungen und Rückstellungen.

Valerie Wilms ist Bundestagsabgeordnete der Grünen und sitzt für die Fraktion im Verkehrsausschuss

http://www.shz.de/artikel/artikel/fdp-dringt-auf-neubau-fuer-rader-hochbruecke.html

FDP dringt auf Neubau für Rader Hochbrücke

20. August 2013 | 12:36 Uhr

Die Rader Hochbrücke. Foto: Sven Hoppe

Die Rader Hochbrücke. Foto: Sven Hoppe

Kiel (dpa/lno) - Als Ersatz für die marode Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg muss nach Ansicht der FDP im Kieler Landtag zügig ein Neubau geplant werden. Dieser sollte eine kombinierte Verbindung für Straße und Schiene werden, sagte Fraktionsvize Christopher Vogt am Dienstag in Kiel. Die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke ist 100 Jahre alt. Der schlechte Zustand der Verkehrsinfrastruktur im Norden ist am Mittwoch Hauptthema zu Beginn der dreitägigen Landtagssitzung.

Schwerlastverkehr auf A7

http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/artikel/nasse-autobahn-am-nadeloehr-vorbei.html

Rader Hochbrücke dicht: Windräder nehmen Fähre

15. August 2013 | 12:00 Uhr | Von Ken Mathiesen, Jydske Vestkysten;Monika Thomsen, Nordschleswiger

Alternative zur Rader Hochbrücke: Dank eines neuen Konzepts werden große Windmühlenteile in Esbjerg auf die Fähre "Clipper Pennant" gerollt. Foto: Randeris

Alternative zur Rader Hochbrücke: Dank eines neuen Konzepts werden große Windmühlenteile in Esbjerg auf die Fähre "Clipper Pennant" gerollt. Foto: Randeris

Eine Fähre der Reederei Blue Water Shipping bringt seit dieser Woche auf dem Seeweg Teile für Windkraftanlagen von Esbjerg in Dänemark nach Bremerhaven. Die Sperrung der Rader Hochbrücke macht die Dänen erfinderisch.
Röm/Esbjerg. Eine Fährlinie von dem Hafen auf Röm, Havneby, über die Nordsee nach Niedersachsen könnte Speditionen in die Lage versetzen, das Nadelöhr Rader Hochbrücke auf der A 7 zu umgehen. Diesen Vorschlag einer "nassen Autobahn" präsentierte der Tonderner Kommunalpolitiker Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei, der Partei der deutschen Minderheit. Eine gewisse Bestätigung erhält der Vorschlag durch die Initiative der Reederei Blue Water Shipping, ab dieser Woche von Esbjerg eine Fährlinie nach Bremerhaven anzubieten. Diese RoRo-Fähre soll Windmühlen-Schwertransporte für Vestas übernehmen. "Wir haben bereits im Vorfeld eine enge Zusammenarbeit mit Vestas. Deshalb ist es für uns ganz natürlich, uns um eine Lösung für die augenblickliche Situation zu kümmern", sagt der Gründer von Blue Waters, Kurt Skov. Zu diesem Zweck hat Blue Waters die Fähre "Clipper Pennant" gechartert. Das Schiff, das am Dienstag erstmals in Esbjerg beladen wurde, hat sich Blue Water Shipping zunächst so lange gesichert, wie die Rader Hochbrücke saniert wird. Aber auch wenn das Abkommen befristet ist, liegen darin nach Meinung Kurt Skovs längerfristige Perspektiven. "Wir sind gespannt, wie die aktuelle Aufgabe für Vestas gelöst wird - denn daraus kann eine große Bedeutung für die Transportformen der Zukunft erwachsen", sagt Kurt Skov. "Der Straßentransport von Schwergut wird immer komplizierter und die Mühlen werden größer und größer", gibt der Reeder zu bedenken.

Mühlenteile werden an Bord gerollt

Blue Water hat mehrere Jahre daran gearbeitet, eine neue Ausrüstung zu entwickeln, so dass die großen Mühlenteile an Bord gerollt werden können (RoRo) anstatt dass Kräne und ein traditionelles Frachtschiff verwendet werden müssen. Bereits jetzt belädt Blue Water auf diese Weise wöchentlich ein Schwesterschiff der "Clipper Pennant" mit Windmühlen von Esbjerg nach Wales. Auch auf der Route Apenrade-Rostock plant Vestas während der Einschränkungen auf der Rader Hochbrücke Windmühlentransporte per Fähre.

"Branche noch nicht genug unter Druck"

Doch damit nicht genug: Durch die derzeit massiven infrastrukturellen Probleme südlich der Grenze sieht die Schleswigsche Partei (SP) neue Möglichkeiten auch für den Hafen auf Röm. "Die Probleme für den LKW-Verkehr und Schwertransporte könnten durch einen Ro-Ro-Schiffsverkehr zwischen Havneby und Bremerhaven/Cuxhaven gelöst werden", lautet ein Denkanstoß von Jørgen Popp Petersen, SP-Spitzenkandidat in Tondern. "Aus unserer Gegend haben wir viele Transporte von Nahrungsmitteln und Industriekomponenten nach Oldenburg und ins Ruhrgebiet, die in unmittelbarer Nähe der Häfen liegen. Hoffentlich kann der Seeweg von Havneby eine zwischenzeitliche, aber auch eine zukünftige Alternative zu Maut, Staus, Verkehrsproblemen mit Umwegen, Fahr- und Ruhezeiten und zu einer umweltgerechten Lösung werden", sagt Popp Petersen, der sich im dänischen Kommunalwahlkampf befindet. Er hofft, dass sich kreative Köpfe im Hafen-Gremium des Vorschlags annehmen werden, um neue Möglichkeiten aufzutun. "Derzeit steht die Branche wohl noch nicht genügend unter Druck", meint Hafenchef Kristen Nedergaard, Havneby. Der Gedanke sei nicht abwegig und "es ist gut gedacht", so Kristen Nedergaard, der sich in der Transportbranche und bei Speditionen umgehört hat. Einige zusätzliche Kosten seien an die Kunden weitergereicht worden. "Gegenwärtig sieht es nicht danach aus, dass eine Umorganisation des Transports aktuell ist. Wir werden die Situation im Auge behalten", sagt Nedergaard. Abhängig davon, um welche Art der Güterbeförderung es sich handeln würde, könnte der Hafen auf Röm durch eine Investition in eine Rampe die Aufgabe meistern. "Das ist aber nicht von einem auf den anderen Tag möglich und müsste in Zusammenarbeit mit einem Betreiber bewerkstelligt werden. Wir könnten nicht von Tag eins ab einer Änderung auf dem Markt entsprechen. Außerdem müsste eine Garantie für die zeitliche Dauer und Menge von der Verschiffung von Gütern vorliegen. Es könnte relevant werden", erklärt der Hafenchef. Eine Aufrüstung des Hafens würde schätzungsweise einige Wochen beanspruchen. Auch gelte es, einen Schiffstyp ausfindig zu machen, der den Hafen anlaufen könnte. "Ich denke mir, dass eine Investition in der Größenordnung von einer halben bis zu einer ganzen Million Kronen erforderlich wäre", beschreibt Nedergaard.

Talk am Tor

Rader Hochbrücke: "Auf Verschleiß gefahren"

13. August 2013 | 21:14 Uhr | Von Peter Höver, Gero Trittmaack

"Talk am Tor" zur Verkehrsmisere im Norden (v.l.): Moderator Michael Grahl (Sat1), Hans-Jörn Arp (CDU), Andreas Tietze (Grüne), Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), Thomas Rackow (Unternehmensverband Logistik), Jörn Biel (IHK Kiel) und sh:z-Chefredakteur Helge Matthiesen. Foto: Dewanger

"Talk am Tor" zur Verkehrsmisere im Norden (v.l.): Moderator Michael Grahl (Sat1), Hans-Jörn Arp (CDU), Andreas Tietze (Grüne), Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), Thomas Rackow (Unternehmensverband Logistik), Jörn Biel (IHK Kiel) und sh:z-Chefredakteur Helge Matthiesen. Foto: Dewanger

Die Parteien sind sich einig: In der Vergangenheit wurde in der Infrastruktur viel versäumt. Wie es jetzt weitergehen soll, diskutierten Politiker und Wirtschaftsvertreter bei "Talk am Tor".
Büdelsdorf. Der analytische Blick zurück beim "Talk am Tor" immerhin offenbarte parteiübergreifende Gemeinsamkeit. Ja, räumte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ein, die Sanierung der Infrastruktur sei 20 Jahre lang "verschlafen" worden. Man habe auf Straßen und Brücken -  nicht nur in Schleswig-Holstein  -  "seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahren", assistierte der CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp.  In Sichtweite hinter dem Politiker-Duo: Die seit gut zwei Wochen für den Schwerlastverkehr gesperrte Rader Hochbrücke in Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Der akute Sanierungsbedarf des Bauwerks über dem  Nord-Ostsee-Kanal -  er ist längst zum Symbol für eine lange Zeit fehlgeleitete Verkehrspolitik geworden. Auf Einladung des Schleswig-Holsteinischen  Zeitungsverlages (sh:z) und des Privatsenders Sat1 diskutierten Verkehrspolitiker und Betroffene am Dienstagabend über Wege aus der Krise in der Verkehrspolitik. Über 80 Zuhörer wollten die Debatte im Druckzentrum des sh:z mitverfolgen. Zur Sanierung der Infrastruktur im Norden  hatte das Kabinett am Vormittag  immerhin 18 Millionen Euro extra bereit gestellt -  eine Entscheidung, die auch Arp begrüßte, wenn denn das Geld auch wirklich vorrangig verwendet werde, um marode Landesstraßen wieder flott zu machen. Meyer nickte. Lobenswert sei die Initiative, fand auch Thomas Rackow vom Unternehmensverband Logistik in Schleswig-Holstein. Rackows Mitglieder ächzen wie die gesamte Wirtschaft im Norden bis hinauf nach Dänemark darunter, dass die Kanalbrücke im Zuge der A7 derzeit dicht ist. Eine Million Euro koste das die Logistik-Branche - pro Tag, rechnete Rackow vor.

Neue Elbquerung als Entlastung?

Betroffen schaut da auch der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze. Nein, beteuert Tietze, Grüne hätten keine Straßenphobie. Doch statt "neue virtuelle Großprojekte"  anzugehen, solle lieber die Substanz erhalten werden. Sogar einen kombinierten  neue Straßen-Schienen-Tunnel unter dem Kanal bringt Tietze ins Gespräch -  um auf Nachfrage einzuräumen, dass in diesem Fall die seit Jahrzehnten geplante neue Elbquerung bei Glückstadt im Zuge der A20 tatsächlich tot wäre. Das ließ der Hauptgeschäftsführer der IHK Kiel, Jörn Biel, nicht  so stehen. Wäre die Elbquerung fertiggestellt, gibt Biel zu bedenken, "dann hätten wir die aktuellen Probleme nicht", jedenfalls nicht in dem Ausmaß. Verkehre hätten dann eine Ausweichmöglichkeit über die Elbe.  Mit  Blick auf die A7 rechnet Biel auch weiterhin mit Ungemach: "Nach der Sanierung der Rader Brücke beginnt der dreispurige Ausbau."  Anders als sein Koalitionspartner Tietze  stellte sich  Verkehrsminister Meyer deutlich hinter das Projekt A20. "Wir werden noch in dieser Legislaturperiode die Abschnitte in Schleswig-Holstein einschließlich der westlichen Elbquerung fertigplanen", versprach er. Aber erst als  Gesamtprojekt werde sie ihre volle Wirkung entfalten. Und das lasse sich nur im Verbund aller norddeutschen Länder erreichen. Einig waren sich alle Teilnehmer der Diskussion, dass so schnell wie möglich mit den Planungen für einen Ersatz der Rader Brücke begonnen werden müsse. Per Tunnel könne dann auch leicht die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke unter den Kanal verlegt werden. Wie lange solche Planungen und der nötige Bau dauern würden, blieb offen. Vorschlag des Geschäftsführers im Arbeitgeberverband Flensburg-Schleswig-Eckernförde, Fabian Geyer: Sollen doch die Dänen das Projekt in Absprache mit der Bundesregierung planen, bauen und finanzieren. "Dann geht es bestimmt schneller", sagt Geyer, der die Debatte im Druckzentrum stumm beobachtet hat.

Das Video zur Diskussionsrunde sehen Sie in Kürze auf shz.tv.  Copyright Norddeutsche Rundschau danke SHZ

Schuld ist unter anderem die dramatische Zunahme der Schwerverkehre. Wurden 1993 noch 2200 Anträge für Schwerlasttransporte gestellt, sind es 20 Jahre später 20-mal so viele. Experten gehen davon aus, dass die mitverantwortlich für das Desaster an der Rendsburger Autobahnbrücke sind.

Rendsburger Kanaltunnel wird weiter saniert

Hoffnungen, dass die kurzfristige Wiederinbetriebnahme einer weiteren Fahrspur im Kanaltunnel für Entlastung während der Brückenreparatur sorgen könnte, haben sich inzwischen zerschlagen. Experten halten es zwar für möglich, die laufende Tunnelsanierung zu unterbrechen, empfehlen dies aber nicht, weil der Aufwand gemessen am Nutzen zu groß wäre. Der Rückbau der Tunnelbaustelle und Sicherheitsmaßnahmen würde mehrere Millionen Euro kosten und die Sanierung des Tunnels womöglich um Jahre hinauszögern. Selbst ohne eine Unterbrechung werden sich die Arbeiten wohl bis ins Jahr 2015 hinziehen.Copyright Norddeutsche Rundschau SHZ danke
Unternehmensverbände und Experten warnen: Schleswig-Holsteins marode Infrastruktur kann nicht nur für die Betriebe, sondern auch das Image des Landes negative Folgen haben
Kiel
Längst geht es nicht mehr nur um die Fragen nach politischer Verantwortung und zeitweiligen Ausweichrouten. Seit zwei Wochen ist die Rader Hochbrücke gesperrt – und Experten aus Industrie und Wirtschaft warnen, dass der Standort Schleswig-Holstein zunehmend in Gefahr gerät. Denn das Bild vom Norden hat im Rest der Republik längst Risse bekommen. Bereits jetzt ist absehbar, dass die Schäden für die Wirtschaft in die Millionen gehen werden. Erste Unternehmen ziehen bereits Konsequenzen aus der angespannten Verkehrssituation. Und auch die viel diskutierte Energiewende erhält einen gewaltigen Dämpfer. Zwei größere Logistikbetriebe aus dem Norden haben Thomas Rackow zufolge bereits ihre Standorte von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen verlagert. Die Großen hätten meist ein gutes Gespür bei langfristigen Entwicklungen, so der Geschäftsführer der Fachvereinigung Spedition und Logistik Schleswig-Holstein. Mit anderen Worten: Viele weitere Betriebe könnten folgen. 75 Prozent des Warenverkehrs finden Rackow zufolge über die Straße statt, ein Ausweichen auf die Schiene sei oft nicht möglich. Den Logistiker Voigt in Neumünster, eines von zwei Unternehmen im Land, das Lang-Lkw einsetzt, trifft dies in besonderer Weise. Eine Route der überlangen Gespanne führte bislang über den Kanal. Jetzt aber muss der sogenannte Gigaliner stehen bleiben. Auf Alternativrouten gen Norden kann das Unternehmen nach eigenen Angaben nur mit seinen normalen Lastwagen fahren. „Wir stehen auf der Kippe und müssen uns überlegen, ob wir ein mittelständisch geprägtes Land sein wollen“, sagt Rackow. Die Alternative sei, dass der Norden nur noch vom Tourismus lebe und das Land ein Altersruhesitz der Reichen werde. Tatsächlich sieht es an der Tourismus-Front kaum besser aus. Auch Gäste wollen bewegt werden – und nicht im Stau stehen. „Unsere Busunternehmen aus dem touristischen Bereich sind ganz erheblich betroffen von der Sperrung“, sagt Joachim Schack vom Omnibusverbandes Nord (OVN). Selbst wenn der Kanaltunnel in Rendsburg vollständig freigegeben werde, sei das kein Königsweg. 20 bis 30 Prozent sämtlicher Buchungen würden regulär noch bis Ende des Jahres eingeholt werden. Viele Unternehmen nördlich des Kanals werden diese Werte nach Schacks Einschätzung aber nicht mehr erreichen. „Der Schaden ist da.“ Und: „Ich weiß von einer Reihe von Unternehmen, bei denen Fahrten storniert worden sind.“ Daneben hätten Unternehmen selbst Fahrten absagen müssen, da sie zum Beispiel das Erreichen von Fähren zu den jeweiligen Zeiten nicht länger garantieren konnten. Auch Schleswig-Holsteins Nachbarn bekommen die Probleme zu spüren. „Bislang bemühen sich die Unternehmen noch nicht um Alternativrouten, da die Umstellung auf neue Verkehrswege zu kostspielig ist“, schilderte eine Sprecherin der Deutsch-Dänischen Handelskammer in Kopenhagen die Situation. Und selbst wenn sie dies täten, wären die Ausweichmöglichkeiten gering. „Der Transport über die Route Rødby-Puttgarden ist nur eine Alternative für Transportlieferungen aus Seeland, für Transporte aus Jütland ist der Umweg zu groß“, sagt sie mit Blick auf den nördlichen und südlichen Teil Dänemarks. Die Folgen könnten ihr zufolge bald die Verbraucher zu spüren bekommen. „Der Endpreis für transportierte Güter könnte mittelfristig steigen.“ Wer in diesen Tagen mit Unternehmensverbänden und Wirtschaftsförderern im Land spricht, bekommt viel Lob für die Regierung in Kiel zu hören – dafür, wie sie das Thema inzwischen anpacke. Auch Pascal Ledune, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Rendsburg-Eckernförde, äußert sich so. Zugleich verschweigt er eines nicht: „Im Wettbewerb der Standorte ist es so, dass Unternehmen eine perfekte Infrastruktur erwarten.“ Dass sich mit der gegenwärtigen Situation nicht werben lasse, sei klar. Kaputte Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal, einstürzende Molen im Marinehafen von Eckernförde und eben die gesperrte Rader Hochbrücke – zuletzt sorgte der Norden vor allem mit solchen Geschichten für Schlagzeilen. Ledune betont aber: „Die Probleme in der Infrastruktur gibt es nicht nur in Schleswig-Holstein.“ In ganz Deutschland gebe es einen massiven Investitionsstau. Die Situation mit der Rader Hochbrücke sei zunächst einmal ärgerlich, sagt auch Martin Kruse, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein. Problematisch könne es ihm zufolge daher nicht jetzt, aber in der Zukunft werden: „Wenn das häufiger auftritt, ist das etwas, was Schaden hinterlässt.“ Er warnt: „Wir müssen aufpassen, dass dieses Bild sich nicht in den Köpfen festsetzt.“ Und auch Wirtschaftsförderer Ledune betont: „Das ist nicht das Image, das wir wollen.“
Till H. Lorenz Copyright Norddeutsche Rundschau
Sanierung der maroden Stützpfeiler: Die Brücke soll in einen altersgemäßen Zustand gebracht werden.
Foto: Marcus Dewanger (2)
Polizei: Auch wir sind am Limit
Gewerkschaft pocht auf Einhaltung der Arbeits- und Gesundheitsvorschriften / Statiker hatten völlige Sperrung der Rader Hochbrücke empfohlen
Borgstedt/Kiel

"Die Lage ist dramatisch"

Rader Hochbrücke: Wirtschaft lahmgelegt Copyright Norddeutsche Rundschau

10. August 2013 | 09:35 Uhr | Von Till H. Lorenz / Frank Jung

Ein Schwerlasttransport mit Rotorblättern einer Windkraftanlage: Die Branche leidet unter der Brückensperrung. Foto: Grafikfoto

Ein Schwerlasttransport mit Rotorblättern einer Windkraftanlage: Die Branche leidet unter der Brückensperrung. Foto: Grafikfoto

Die Wirtschaft leidet unter der Sperrung der Rader Hochbrücke. Allein das Hamburger Unternehmen Repower wollte bis Ende des Jahres 400 Schwertransporte mit Windkrafträdern über den Nord-Ostsee-Kanal schicken. 10.000 Tonnen Stahl müssen warten.
Rendsburg/Husum. Die Sperrung der Rader Hochbrücke für Lastwagen beschert der Wirtschaft im Land Millionenverluste. Spediteure und Windkraftfirmen sind besonders hart getroffen. Allein das Hamburger Unternehmen Repower hätte noch bis Ende des Jahres 400 Schwertransporte über den Kanal schicken wollen, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Geplant war, 30 Windkrafträder nördlich des Kanals zu errichten. Die marode Hochbrücke hat Deutschlands nach Marktanteilen drittgrößtem Windkraftanlagenbauer aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rund 10.000 Tonnen Stahl und Technik können den Angaben der Sprecherin zufolge so vorerst nicht bewegt werden. Rechnerisch entsprechen allein die Ausfälle bei Repower der Hälfte aller Windkraftanlagen, die vergangenes Jahr in Norddeutschland errichtet wurden. "Die Lage ist absolut dramatisch", schildert Nicole Knudsen vom Landesbüro des Bundesverbands Windenergie die Situation nach der Brückensperrung. Das dänische Unternehmen Vestas, das unter anderem auch in Husum produzieren lässt, macht zwar keine Angaben zur Zahl ausgefallener Schwertransporte über den Kanal, will künftig aber verstärkt auf eine eigene Ro-Ro-Fähre zwischen Apenrade und Rostock setzen, um Schleswig-Holstein umfahren zu können. Auch Repower prüft angesichts von Baustellen auf anderen Straßen im Land Ausweichrouten für seine bis zu 150 Tonnen schweren Gespanne über den Seeweg. Die Transportkosten würden sich dadurch aber mindestens im Millionenbereich verdoppeln, sagte die Konzernsprecherin.

Mehrkosten von 10.000 Euro pro Woche

Auch jenseits der Windkraftbranche schießen die Kosten für Unternehmen mit jedem Sperrtag der Brücke weiter in die Höhe. Einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Flensburg zufolge, die shz.de vorliegt, rechnet deutlich mehr als ein Viertel (29 Prozent) der Speditionsbetriebe nördlich des Kanals durch die Brückensperrung mit Mehrkosten von 10.000 Euro und mehr pro Woche. Weitere 29 Prozent geben zusätzliche Kosten von 1000 bis 2000 Euro an. Aus Unterlagen des Kraftfahrzeugbundesamtes geht zudem hervor, dass die Zahl zugelassener Lastwagen im Land zuletzt deutlich zurückgegangen ist. In der Logistikbranche gilt dass als Alarmsignal. Für den ganzen Juli - und die Brücke wurde erst in der zweiten Hälfte gesperrt - ergibt sich daraus schon ein Minus von drei Prozent gegenüber den Vergleichsmonaten von 2012 und 2011. Sebastian Schulze, Sprecher der Vereinigung der Unternehmensverbände (UVNord), warnt angesichts der dramatischen Entwicklungen bereits: "Der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein ist in Gefahr." Das Land werde ein Problemfall für Investoren.
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer meyer_Reinhard_WMSH             ist zurzeit Stammgast unter der Rader Autobahnbrücke. Dort werden die maroden Stützpfeiler inzwischen zeitgleich nördlich und südlich des Kanals saniert. „Unser Ziel ist es, die Brücke durch die Sanierung in einen Zustand zu versetzen, der einer 40 Jahre alten Brücke entspricht“, sagte der Minister. Danach solle das Bauwerk über dem Nord-Ostsee-Kanal wieder für den Verkehr und auch für Schwerlast-Transporte, freigegeben werden können. Bei einer Veranstaltung in Rendsburg hatte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele darüber gesprochen, dass die Statiker nach Entdeckung der Schäden keine Freigabe für die Brücke, sondern einen „völlige Sperrung“ empfohlen hätten. Daraus zu schließen, dass eine akute Gefährdung oder gar Einsturzgefahr bestanden habe, sei nicht richtig, sagte der Minister gestern. Die Statiker hätten in ihrer Verantwortung gehandelt. „Im Vordergrund steht ohne Einschränkungen immer die Sicherheit“, betonte der Minister, „aber es gibt auch eine Verantwortung für den Verkehr.“ Darum habe man nach der Diagnose im Gespräch ausgelotet, unter welchen Bedingungen eine eingeschränkte Nutzung der Brücke zu verantworten sei. „So sind wir auf die Entlastung durch die Lkw und auf die Einschränkung auf zwei Spuren gekommen. Hätte es auch nur den geringsten Zweifel daran gegeben, wäre die Brücke natürlich sofort gesperrt worden“, sagte Meyer. Zu den weiteren Auflagen der Statiker gehören unter anderem auch tägliche Kontrollen der Pfeiler. Unterdessen verwies die Gewerkschaft der Polizei auf die „enorme personelle Belastung“ ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wenn Arbeits- und Gesundheitsvorschriften für die eingesetzten Beamten nicht auf andere Weise eingehalten werden könnten, solle gegebenenfalls auch über eine Vollsperrung der Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 nachgedacht werden, erklärten die Vorsitzenden der GdP-Regionalgruppen Mitte und Schleswig-Flensburg, Torsten Jäger und Michael Carstensen. Seit Sperrung der Brücke vor zwei Wochen seien Beamte rund um die Uhr eingesetzt, um Kontroll- und Verkehrsableitungspunkte an der Autobahn zu besetzen, berichtete die GdP. „Dies könnte über Monate bis zu 100 Polizeibeamte an die Autobahn binden!“ Auslöser für den Polizeieinsatz war die Beobachtung, dass die angeordnete Sperrung der Brücke für Lkw mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen nicht befolgt worden sei. Selbst verkehrsregelnde Polizisten würden von zahlreichen Brummi-Fahrern nur „widerwillig akzeptiert“. Dabei bedeute jeder Lkw, der die Brücke im jetzigen Zustand überquere eine „riesige Gefahr“ und womöglich Vollsperrung der Hauptverkehrsachse. Zugleich wies die GdP darauf hin, dass andere polizeiliche Aufgabe wegen des Einsatzes im Umfeld der Rader Hochbrücke nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erledigt werden können. Dies gelte für Geschwindigkeitskontrollen, oder Alkohol- und Drogenüberwachung. Damit bringe „eine ganz normale polizeiliche Aufgabe, die immer passieren kann“, die Landespolizei in angesichts des schon jetzt nicht ausreichenden Personalbestandes in erhebliche Schwierigkeiten. Die Polizeigewerkschaft appellierte an Innenminister Andreas Breitner, seine Pläne zum Abbau von Personalstellen bei der Landespolizei aufzugeben. Dies sei eine „falsche Entscheidung“ der Landesregierung. Gero Trittmaack Peter Höver

Nadelöhr Nord-Ostsee-Kanal

Rader Hochbrücke: Auch Polizei ist am Limit

09. August 2013 | 08:20 Uhr | Von Gero Trittmaack und Peter Höver

Sanierung der maroden Stützpfeiler: Die Brücke soll in einen altersgemäßen Zustand gebracht werden. Foto: Marcus Dewanger

Sanierung der maroden Stützpfeiler: Die Brücke soll in einen altersgemäßen Zustand gebracht werden. Foto: Marcus Dewanger

Die Gewerkschaft der Polizei pocht auf die Einhaltung der Arbeits- und Gesundheitsvorschriften. Wenn nötig, will sie die Rader Hochbrücke ganz sperren lassen. Das hatten auch Statiker empfohlen.
Borgstedt/Kiel. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer ist zurzeit Stammgast unter der Rader Autobahnbrücke. Dort werden die maroden Stützpfeiler inzwischen zeitgleich nördlich und südlich des Kanals saniert. "Unser Ziel ist es, die Brücke durch die Sanierung in einen Zustand zu versetzen, der einer 40 Jahre alten Brücke entspricht", sagte der Minister. Danach solle das Bauwerk über dem Nord-Ostsee-Kanal wieder für den Verkehr und auch für Schwerlast-Transporte, freigegeben werden können. Bei einer Veranstaltung in Rendsburg hatte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele darüber gesprochen, dass die Statiker nach Entdeckung der Schäden keine Freigabe für die Brücke, sondern einen "völlige Sperrung" empfohlen hätten. Daraus zu schließen, dass eine akute Gefährdung oder gar Einsturzgefahr bestanden habe, sei nicht richtig, sagte der Minister am Donnerstag. Die Statiker hätten in ihrer Verantwortung gehandelt. "Im Vordergrund steht ohne Einschränkungen immer die Sicherheit", betonte der Minister, "aber es gibt auch eine Verantwortung für den Verkehr." Darum habe man nach der Diagnose im Gespräch ausgelotet, unter welchen Bedingungen eine eingeschränkte Nutzung der Brücke zu verantworten sei. "So sind wir auf die Entlastung durch die Lkw und auf die Einschränkung auf zwei Spuren gekommen. Hätte es auch nur den geringsten Zweifel daran gegeben, wäre die Brücke natürlich sofort gesperrt worden", sagte Meyer. Zu den weiteren Auflagen der Statiker gehören unter anderem auch tägliche Kontrollen der Pfeiler.

Polizisten kontrollieren Lkw-Verbot rund um die Uhr

Unterdessen verwies die Gewerkschaft der Polizei auf die "enorme personelle Belastung" ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wenn Arbeits- und Gesundheitsvorschriften für die eingesetzten Beamten nicht auf andere Weise eingehalten werden könnten, solle gegebenenfalls auch über eine Vollsperrung der Rader Hochbrücke im Zuge der A7 nachgedacht werden, erklärten die Vorsitzenden der GdP-Regionalgruppen Mitte und Schleswig-Flensburg, Torsten Jäger und Michael Carstensen. Seit Sperrung der Brücke vor zwei Wochen seien Beamte rund um die Uhr eingesetzt, um Kontroll- und Verkehrsableitungspunkte an der Autobahn zu besetzen, berichtete die GdP. "Dies könnte über Monate bis zu 100 Polizeibeamte an die Autobahn binden!" Auslöser für den Polizeieinsatz war die Beobachtung, dass die angeordnete Sperrung der Brücke für Lkw mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen nicht befolgt worden sei. Selbst verkehrsregelnde Polizisten würden von zahlreichen Brummi-Fahrern nur "widerwillig akzeptiert". Dabei bedeute jeder Lkw, der die Brücke im jetzigen Zustand überquere eine "riesige Gefahr" und womöglich Vollsperrung der Hauptverkehrsachse.

Nicht ausreichender Personalbestand

Zugleich wies die GdP darauf hin, dass andere polizeiliche Aufgaben wegen des Einsatzes im Umfeld der Rader Hochbrücke nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erledigt werden können. Dies gelte für Geschwindigkeitskontrollen, oder Alkohol- und Drogenüberwachung. Damit bringe "eine ganz normale polizeiliche Aufgabe, die immer passieren kann", die Landespolizei angesichts des schon jetzt nicht ausreichenden Personalbestandes in erhebliche Schwierigkeiten. Die Polizeigewerkschaft appellierte an Innenminister Andreas Breitner, seine Pläne zum Abbau von Personalstellen bei der Landespolizei aufzugeben. Dies sei eine "falsche Entscheidung" der Landesregierung.
Die Bröckel-Brücke ist kein Einzelfall
Rendsburg
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hat die seit dem 27. Juli für die Rader Hochbrücke verhängten Verkehrsbeschränkungen verteidigt. Das seither geltende Befahrensverbot für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen sei „für einen Verkehrsminister kein einfacher Schritt“ gewesen, sagte Meyer gestern im Wirtschaftsausschuss des Landtags. An erster Stelle aber müsse die Verkehrssicherheit stehen. Ein Einzelfall ist die marode Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal nicht. Nach einer Übersicht des Ministeriums gelten 59 der landesweit 2253 Brückenbauwerke im Zuge von Autobahnen, Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen als „beeinträchtigt“. Dahinter könnten sich Betonschäden ebenso verbergen wie „lose Leitplanken“, sagte ein Sprecher Meyers. Insgesamt befänden sich die Bauwerke jedoch in einem „befriedigenden Zustand“. Bei der für den Schwerlastverkehr gesperrten Rader Hochbrücke, die mit Hochdruck saniert wird, untersuchen Experten parallel die Frage, „was das Bauwerk wie lange aushalten wird“, sagte Meyer dem Ausschuss weiter. Auch die Frage eines Ersatzbauwerks habe er mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bereits erörtert. Die vor gut 40 Jahren fertiggestellte Hochbrücke sollte eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren haben. 2007 war die Brücke nachgerüstet worden. Bis dahin war es Meyer zufolge nicht möglich, den Zustand der 28 Hohlpfeiler, auf denen das Bauwerk ruht, von innen beurteilen zu können. 2009 gab es erste Sanierungsarbeiten. Weitere Untersuchungen in den Folgejahren machten das Risiko für die Stabilität der Brücke offenkundig: Wo eigentlich Beton in einer Stärke von 40 Zentimetern verarbeitet sein sollte, entdeckten Arbeiter Hohlräume von bis zu 15 Zentimeter. Zugleich wurden Holzbretter in der Brückenkonstruktion gefunden, die beim Bau in den 70er Jahren offenkundig vergessen worden waren. Der Minister hatte in diesem Zusammenhang bereits öffentlich von „Pfusch am Bau“ gesprochen.

Nach massiver Kritik

Ver.di nimmt Streikaufruf zurück

Mittwoch, 07. August 2013Es hätte der Verkehrsinfarkt für Norddeutschland werden können: Nach der Wiederaufnahme der Streiks an den Schleusen, um eine Absicherung für die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsdirektionen zu erreichen, sollte der Ausstand eskalieren. Nicht nur am Nord-Ostsee-Kanal sollte von heute an bis einschließlich Samstagnacht die Arbeit an den Schleusen ruhen –  ver.di hatte die Beschäftigten aufgerufen, auch die Kanalfähren und die Leitstelle des Rendsburger Kanaltunnels zu bestreiken. Der Tunnel wird zurzeit saniert und ist pro Fahrtrichtung nur auf einer Spur befahrbar. Da die Rader Autobahnbrücke seit mehr als einer Woche für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt ist, wird der Tunnel verstärkt auch von Lkw genutzt. Nach der massiven Kritik lenkte ver.di gestern Nachmittag ein und sagte den Streik ab. Dafür soll jetzt die Verkehrslenkung der vielbefahrenen Kadettrinne bestreikt werden. pk Mehr: THB Täglicher Hafenberi  Copyright

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/raderhochbruecke171.html

Staugefahr: Kanaltunnel als Ausweichstrecke?

Die Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels (r.) könnte in Richtung Norden freigegeben werden. Bei der Suche nach einer Entlastung für den Nord-Süd-Verkehr in Schleswig-Holstein haben die Behörden eine Lösung im Blick. Sie prüfen derzeit, ob die Oströhre des Rendsburger Kanaltunnels Richtung Norden freigegeben werden kann - dafür müssten aber die Sanierungsarbeiten am Tunnel unterbrochen werden. Ziel ist es, die Ausweichsstrecken der Autobahn 7 zu entlasten. Dort kommt es zu erheblichen Belastungen, seitdem die Rader Hochbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt wurde.

Gewerkschaftsbund will eine "Verkehrsallianz" im Norden

Um gemeinsam für eine Verbesserung der Verkehrswege zu sorgen, will der DGB Nord mit den Nordländern zusammenarbeiten. Dabei fordert der DGB zuerst in die Instandhaltung zu investieren.

http://www.abendblatt.de/hamburg/article118737378/Gewerkschaftsbund-will-eine-Verkehrsallianz-im-Norden.html
Foto: dpa Copyright Hamburger Abendblatt bitte den Rest des Artikels in o.g. link lesen
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Autos und Lastwagen nutzen die geöffnete Röhre des Kanaltunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg (Schleswig-Holstein). In Verkehrsfragen fordert der DGB jetzt eine „Nordallianz“<br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />
Autos und Lastwagen nutzen die geöffnete Röhre des Kanaltunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg (Schleswig-Holstein). In Verkehrsfragen fordert der DGB jetzt eine "Nordallianz"

Hamburg Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) hat den norddeutschen Arbeitgeberverbänden und Landesregierungen eine "Verkehrsallianz" angeboten, um gemeinsam für eine Verbesserung der Bundesverkehrswege im Norden zu sorgen. Dabei müsse die Devise "Instandhaltung vor Neubau" gelten, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, am Dienstag in Hamburg. "Wir brauchen schnelle Sanierungen und Machbares statt immer neue Großprojekte und Wolkenkuckucksheime", fügte er hinzu.

Der Norden habe beim Ausbau der Bundesverkehrswege "einen erheblichen Nachholbedarf" und dürfe gegenüber dem Süden der Republik nicht abrutschen, so Polkaehn weiter. Dies gelte für Schlaglöcher, marode Brücken, Schleusen und Kanalufer sowie für Langsamfahrstrecken der Bahn. Der Gewerkschafter nannte als Beispiele die A7, die Rader Hochbrücke, den Nord-Ostsee-Kanal, den Ausbau des Schienengüterverkehrs und die Pendlerverbindungen in der Metropolregion Hamburg.

Die Sozialpartner sollten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gemeinsam den Ernst der Lage verdeutlichen, klare Prioritäten setzen und praktikable Lösungswege vorstellen. Die Verkehrspolitik müsse in den kommenden Jahren "von der Träumerei der Landkartenhelden zum Realismus der Bauarbeiter" zurückfinden. Der Investitionsstau mache deutlich, dass der Staat solide Einnahmen benötige, um die anstehenden Aufgaben erfüllen zu können. Polkaehn: "Der Bund trägt die Verantwortung, ausreichende Mittel bereitzustellen."

Ein Verfall der Infrastruktur koste Arbeitsplätze und Wohlstand. Autobahnen, Häfen, Bahnhöfe und Schienenetze, Elbe und Kanal müssten "auf das Niveau gebracht werden, das die Wirtschaft braucht". Der Norden mit seinen vielen verkehrspolitischen Großbaustellen müsse "endlich mehr Aufmerksamkeit in Berlin bekommen". Allein die Maßnahmen der 19 wichtigsten norddeutschen Projekte nach der "Ahrensburger Liste" würden sich auf mindestens 15 Milliarden Euro belaufen.

Die gemeinsame Plattform der Wirtschafts- und Sozialpartner in der Metropolregion Hamburg weise den richtigen Weg, so der DGB-Nord-Vorsitzende. Im Juni hatten sieben Industrie- und Handelskammern, drei Handwerkskammern aus Norddeutschland, die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der DGB Nord den Verein "Initiative pro Metropolregion Hamburg" (IMH) gegründet.

Eine teilweise Freigabe des Kanaltunnels ist offenbar möglich, eine endgültige Aussage dazu soll es Ende der Woche geben. Bis dahin werde eine sicherheitstechnische Machbarkeitsbeurteilung vorliegen, sagte Helmut Külsen von der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am Montag. Eine schnelle Entlastung für Lkw- und Autofahrer wird es nicht geben. Wegen der notwendigen Vorarbeiten dauert es dauert mindestens vier Wochen, bis die Röhre soweit tatsächlich genutzt werden kann.

Experten: "Ein einmaliger Vorgang"

Die teilweise Sperrung der Rader Hochbrücke wird erst mit Ende der Sanierung- sarbeiten aufgehoben. Experten hatten den Tunnel in Rendsburg am Sonntag eingehend überprüft. Er ist momentan in beide Richtungen nur einspurig befahrbar, wird seit der Sperrung der Hochbrücke aber stärker als bislang von Lkw genutzt. Bei einer Freigabe der Oströhre wäre eine weitere Spur befahrbar. Für die Experten ein Novum: "Einen in Sanierung befindlichen Tunnel in Betrieb zu nehmen, wäre einmalig." Bevor es dazu kommen kann, stehen vor allem Sicherheitsfragen im Mittelpunkt. Unter anderem müssen Flucht- und Rettungswege im Fall von Unfällen oder Feuer gewährleistet werden. Außerdem muss die Fahrbahn asphaltiert werden. Das dauert zwar, wäre aber immer noch rechtzeitig: Für die seit vergangener Woche laufenden Sanierungsarbeiten an der Rader Hochbrücke sind vier Monate veranschlagt worden. So lange bleibt auch das Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen bestehen. Es besteht aber Hoffnung: Der Staatssekretär im Landesverkehrsministerium, Frank Nägele (SPD), sagte   NDR 1 Welle Nord, dass die Arbeiten schneller vorankommen als erwartet.

Alle Pfeiler müssen saniert werden

Eine Firma hat bisher am Südufer des Nord-Ostsee-Kanals vier marode Beton- pfeiler der Brücke mit tonnenschweren Stahlmanschetten umklammert. Derzeit arbeiten Spezialisten an der Stahlummantelung für einen fünften Pfeiler am Nord ufer. In einen der Pfeiler am Südufer wurde laut Verkehrsministerium inzwischen zur weiteren Stabilisierung Spritzbeton eingefüllt. Die Sanierungsarbeiten werden an allen 28 Brückenpfeilern durchgeführt.

Aufgabenliste für künftige Regierung Copyright THB

Infrastruktur finanziell sichern

Freitag, 02. August 2013Deutlich mehr Geld für den Ausbau der deutschen Verkehrswege, aber auch für den Unterhalt des Bestandsnetzes der ver- schiedenen Verkehrsträger fordert die Handelskammer Hamburg von einer künftigen Bundesregierung, die nach den Bundestagswahlen am 22. September neu gebildet wird. Für Fritz Horst Melsheimer, Präses der Handelskammer, müssen vor allem die Seehafenhinterlandanbindungen im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 bei der Finanzierung mit Priorität bedacht werden. Die Kammer wird dabei sehr konkret: "Etwa 25 Prozent der gesamten Investitionsmittel für Infrastrukturprojekte von nationaler Bedeutung" sollten für solche Vorhaben "reserviert werden, um diese Bedarfe zeitgerecht abdecken zu können", heißt es in dem mehrseitigen Papier, das neben dem Verkehrsbereich auch andere Themenkomplexe berücksichtigt. EHA Mehr: THB Täglicher Hafenbericht

http://www.abendblatt.de/region/article118541600/Nord-Ostsee-Kanal-Wird-die-A-7-Bruecke-gesperrt.html

 

Nord-Ostsee-Kanal: Wird die A-7-Brücke gesperrt?

Pfeiler marode. Minister droht mit Notanweisung. Lkw-Fahrer missachten Fahrverbot

Kiel/Hamburg. Autofahrer auf der Fahrt nach Dänemark oder zur Autoverladung nach Sylt brauchen in diesen Tagen viel Geduld: Mitten in der Ferienzeit ist die Rader Hochbrücke, die Querung der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg, zur Staufalle geworden. Weil die 28 Pfeiler des 41 Jahre alten Bauwerks marode sind, gilt dort seit dem vergangenen Freitag ein Lkw-Verbot. Für Pkw gibt es nur noch eine Spur pro Fahrtrichtung. Die Folge: In den vergangenen Tagen staute sich der Verkehr vor dem Nadelöhr auf bis zu 20 Kilometer Länge.

Doch es könnte noch schlimmer kommen. Weil sich viele Brummifahrer nicht an das Verbot halten, drohte der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) sogar mit einer kompletten Sperrung der Querung. "Jeder Lkw, der hier rüberfährt, gefährdet die Standfestigkeit der Brücke", so Meyer. "Wenn es keine Möglichkeit gibt, die Lastwagen zu stoppen, muss schlimmstenfalls die Brücke gesperrt werden." Mittlerweile ist die Polizei vor Ort. Rund um die Uhr fischen die Beamten den Schwerlastverkehr von der Autobahn. Laut Polizei gelingt es nur noch wenigen Fahrern, auf die Rader Hochbrücke vorzudringen.

Doch auch auf den Alternativstrecken gibt es keine freie Fahrt. Auf der A 23 nach Heide folgt eine Baustelle der anderen. Und auch die Strecke über den Rendsburger Kanaltunnel (B 77) ist Baustelle und wird von der Polizei nicht als Umleitung empfohlen.

Der Grund für den allerorts bröselnden Beton und Asphalt ist bekannt. Der Bund hat jahrelang viel zu wenig Geld in die Verkehrsinfrastruktur investiert.Copyright Hamburger Abendblatt Biette den Rest des Artikels in o.g. link lesen

Sanierungsstau

Rader Hochbrücke: Geheucheltes Entsetzen

30. Juli 2013 | 12:37 Uhr | Von Stephan Richter

Die Lkw werden vor der Rader Hochbrücke von der A7 gewunken. Foto: Dewanger

Die Lkw werden vor der Rader Hochbrücke von der A7 gewunken. Foto: Dewanger

Bei der Rader Hochbrücke handelte die Politik genauso wie beim Nord-Ostsee-Kanal - nämlich gar nicht. Der Verkehrsinfarkt musste kommen. Ein Kommentar von Stephan Richter.
Kiel. Wenn es nur die Rader Hochbrücke wäre! Ihr maroder Zustand ist ein Menetekel für die gesamte Verkehrsinfrastruktur im Land. Seit Eröffnung der Brücke vor 41 Jahren wurde nichts unternommen, um Schleswig-Holstein als Drehscheibe zwischen Skandinavien und Mitteleuropa im Straßen- und Schienenverkehr zu stärken und weiterzuentwickeln. Erst wurde geschlafen. Jetzt wird Entsetzen geheuchelt. Was haben sich die Experten im Berliner Verkehrsministerium eigentlich gedacht? Dass die Rader Hochbrücke unabhängig vom Baupfusch mindestens so lange halten wird wie die alten, zu Kaisers Zeiten errichteten Bauwerke? Tatsächlich wurde genauso gehandelt wie beim Nord-Ostsee-Kanal - nämlich gar nicht. Sollte demnächst auch die 100 Jahre alte Rendsburger Eisenbahn-Hochbrücke aus den Nieten platzen und den Schienenverkehr lahmlegen, werden die Verantwortlichen wieder besorgte Mienen aufsetzen. Doch sie hätten es wissen können. In Wahrheit hat sich der Bund nicht für den Norden interessiert, und die Landesregierung hat es nicht vermocht, Berlin klar zu machen, dass es nicht um schleswig-holsteinische Interessen geht, sondern um transeuropäische Verkehrsadern und um die gesamte norddeutsche Wirtschaft. Stattdessen wurden im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern Autobahnen gebaut, die sich als teure Fehlplanung erweisen. Die A14 gehört zu den zehn Autobahnen in Deutschland mit dem geringsten Verkehrsaufkommen. Die A20 ist auf vielen Abschnitten nicht einmal halb so stark ausgelastet wie prognostiziert. Ja, der Pfusch am Bau ist schlimm - zumal er erst jetzt entdeckt wird. Aber ein Skandal ist auch, dass die Politik es über Jahrzehnte versäumt hat, das Verkehrsnetz im Norden dem stark steigenden Aufkommen anzupassen, zu modernisieren und zu erweitern. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sollte sofort wieder in den Norden kommen - diesmal nicht zur Schleuse nach Brunsbüttel, sondern zur Rader Hochbrücke. Im Stau hätte er Zeit genug, sich das Desaster anzuschauen.Copyright Norddeutsche Rundschau

Sanierung der A7 an der Rader Brücke

Meyer will Hochbrücke notfalls komplett sperren

29. Juli 2013 | 17:33 Uhr | Von Birgitta von Gyldenfeldt, dpa

Hält die Brücke? Reinhard Meyer, aufgenommen unter der Rader Hochbrücke. Foto: Dewanger

Hält die Brücke? Reinhard Meyer, aufgenommen unter der Rader Hochbrücke. Foto: Dewanger

Die Betonstützen der Rader Hochbrücke bröseln - und trotz Verbot passieren Lastwagen auf diesem Weg den Nord-Ostsee-Kanal. Verkehrsminister Reinhard Meyer warnt: Wenn weiter Lkw über die Brücke fahren, gehe bald nichts mehr.
Rendsburg. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat an die Lastwagenfahrer auf der Autobahn 7 appelliert, sich an das Fahrverbot über die marode Rader Hochbrücke zu halten. "Jeder Lkw, der hier rüber fährt, stellt eine Bedrohung für die Standfestigkeit der Brücke dar", sagte Meyer am Montag in Rendsburg. Im schlimmsten Fall müsste die Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt werden, wenn sich durch den Lastwagenverkehr weitere Risse im Beton bilden sollten. Die Polizei wies darauf hin, dass das Verbot nicht nur für Lastwagen über 7,5 Tonnen gilt, sondern alle Fahrzeuge mit diesem Gewicht - also durchaus auch Busse - betroffen seien. Am Dienstag will der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) damit beginnen, die maroden Betonstützen mit einem Stahlkorsett zu umhüllen. Die beiden Kräne seien bereits aufgebaut, um mit den Sanierungsarbeiten in 40 Meter Höhe beginnen zu können, sagte LBV-Direktor Torsten Conradt. An fünf Pfeilern wurden die Mängel festgestellt, zur Sicherheit würden aber wahrscheinlich alle 28 Stützen ummantelt werden, sagte Conradt.

Polizisten winken Lkw von der Autobahn

Am Montag standen an den Ausfahrten Büdeldorf (von Norden kommend) und am Kreuz Rendsburg aus Richtung Süden Beamte, die Lastwagen und auch Busse, die schwerer als 7,5 Tonnen waren, von der Autobahn winkten. Auch in den nächsten Tagen wird es nach Angaben Gahrmanns Polizeikontrollen geben. "Wir bleiben solange es nötig ist. Eine andere Chance haben wir nicht." Minister Meyer kündigte an, dass die Hinweise auf die Sperrung im Laufe der Woche verbessert werden sollen. Es sollen beispielsweise mehr großflächige Tafeln aufgestellt werden, die auf die weiträumigen Umleitungen hinweisen. Meyer will derweil noch diese Woche das Thema Sanierung beim Bund ansprechen. Mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wolle er zumindest telefonieren. Er wolle wissen, ob die Brücke tatsächlich noch 40 bis 50 Jahre hält, wie ursprünglich geplant oder ob über einen baldigen Ersatzneubau nachgedacht werden müsse. Aber den werde es nicht von heute auf morgen geben, weswegen die Sanierung der alten Brücke Priorität habe, sagte der Minister. Unterstützung für seine Neubauüberlegungen erhielt Meyer von der norddeutschen Wirtschaft und dem ADAC.

ADAC fordert schnellen Neubau

Der UVNord teilte mit, die A7 sei die wichtigste Nord-Süd-Verbindung im Land, jetzt müssten "kraftvoll und gemeinsam mit Hamburg und Berlin auch die Überlegungen für einen Neubau forciert werden". Der ADAC Schleswig-Holstein forderte, ein Neubau müsse zügig begonnen werden. Während der Bauzeit könne der Verkehr - wenn auch eingeschränkt - über die alte Brücke bewältigt werden. Die CDU im Land forderte derweil eine schnelle Sanierung. Bis auch nur ein Lastwagen über eine neue Brücke rollen könne, würden allemal 10 bis 15 Jahre ins Land gehen, so lange könne nicht gewartet werden, hieß es. Das Bauwerk, das bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal führt, war am Freitag für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt worden, nachdem am Donnerstag bei Sanierungsarbeiten schwerere Schäden an den Pfeilern festgestellt worden waren. Außerdem steht pro Richtung nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Durch diese Auflagen sei die Belastung auf der Brücke um rund 80 Prozent reduziert worden, schätzte Meyer. Zudem werde täglich kontrolliert, ob sich die Haarrisse im Beton verbreitert haben.

A7, Rader Brücke

Ramsauer verspricht mehr Geld für die Hochbrücke

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat Geld für die Rader Hochbrücke versprochen. Foto: dpa

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat Geld für die Rader Hochbrücke versprochen. Foto: dpa Copyright

Auf der maroden Rader Hochbrücke herrscht Chaos - Verkehrsminister Peter Ramsauer inspiziert derweil andere Brücken in Deutschland. Tatsächlich hat die Masse der mehr als 39.000 Brücken 30 bis 50 Jahre auf dem Buckel.
Berlin. Das Drama um die Rader Hochbrücke spielt im Bundesverkehrsministerium offenbar keine bedeutende Rolle. Zu einer offiziellen Stellungnahme sah sich Minister Peter Ramsauer (CSU) bis Montagabend jedenfalls nicht genötigt. Stattdessen tourte der Bayer durch Sachsen-Anhalt. Immerhin teilte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage dem sh:z mit: "Sicherheit steht an oberster Stelle, auch wenn die getroffenen Maßnahmen die Mobilität einschränken. Die A7 gehört zu den wichtigsten Autobahnen. Unsere Experten prüfen jetzt, welche Schäden genau aufgetreten sind." Und natürlich dürften die Brücken "nicht zur Achillesferse unseres Bundesfernstraßennetzes werden". Tatsächlich ist es nicht nur um die 1972 eingeweihte Querung des Nord-Ostsee-Kanals schlecht bestellt. Die Masse der mehr als 39.000 Brücken im Netz der Bundesfernstraßen hat 30 bis 50 Jahre auf dem Buckel. Vor allem der stark gestiegene Schwerlastverkehr belastet die Bauwerke. Etwa 2200 Spannbetonbrücken und rund 300 Stahl- und Stahlverbundbrücken müssen in den nächsten zehn bis 15 Jahren instandgesetzt oder erneuert werden. Darunter sind viele Großbauwerke mit Längen über 100 Metern. Ramsauer verspricht, mehr Geld locker zu machen, um den Sanierungsstau aufzulösen. Während die Bundesregierung in diesem Jahr 830 Millionen Euro in die Reparatur der Brücken investiere, seien für nächstes Jahr sogar 950 Millionen geplant. Im besten Behördendeutsch verkündet die Ministeriumssprecherin: "Damit das Geld auch dahin fließt, wo der Bedarf am größten ist, haben wir die 'Strategie zur Ertüchtigung der Straßenbrücken im Bestand der Bundesfernstraßen' entwickelt." Was das am Ende für Schleswig-Holstein und die Rader Hochbrücke bedeutet, bleibt vorerst ungewiss. Ramsauer inspiziert derweil andere baufällige Brücken. Vergangene Woche besuchte er die Leverkusener Rheinbrücke, die ebenfalls für den Lkw-Verkehr gesperrt werden musste. Am Dienstag nahm er eine Elbbrücke bei Klietz (Sachsen-Anhalt) in Augenschein. Die hatte das Juni- Hochwasser schwer beschädigt.Copyright Norddeutsche Rundschau danke
Dänische Spediteure klagen: „Katastrophe“
pattburg
Auch im Speditionsgewerbe nördlich der Grenze sorgt die Sperrung der Kanalbrücke für Nervosität. „Es ist die reine Katastrophe“, sagt Steven Bech, Chef-Disponent des Windkraftanlagen-Spezialspediteurs Torben Rafn & Co A/S im mitteljütländischen Sommersted. Das Unternehmen wickelt normalerweise 100 Windmühlen-Transporte pro Monat für sechs verschiedene Produzenten über die Rader Hochbrücke ab. „Jetzt kommen wir aus Jütland nicht mehr raus“, klagt Bech. Die zweispurige Westküstenstrecke komme für die mindestens 140 Tonnen schweren, bis zu 70 Meter langen Transporte nicht in Frage. 20 Lkw parken nun auf dem Firmenhof, die Fahrer wurden nach Hause geschickt. „Die Sperrung wirkt wie eine Bombe“, sagt Poul Bruun, Vize-Direktor des Dachverbands des dänischen Transportgewerbes (ITD) in Pattburg. Täglich kreuzen rund 7000 dänische Lastwagen die deutsch-dänische Landgrenze, etwa 90 Prozent davon passieren die Hochbrücke. Für einen wirklichen Überblick über die Probleme sei es noch zu früh. Fest stehe aber schon jetzt: Wegen des höheren Zeitaufwands müsse man mehr Fahrzeuge einsetzen, um die gleiche Arbeit zu bewältigen. Das erzeuge noch mehr Verkehr.

Brücken-Fiasko an der A7

 

Sperrung der Hochbrücke: Unternehmen leiden

 

30. Juli 2013 | 08:04 Uhr | Von Margret Kiosz

 
NOK-Brücke für Lkw gesperrt:Die Verkehrsprobleme am Nord-Ostsee-Kanal werden mindestens vier Monate für Chaos und Ärger sorgen.  Foto: Marcus Dewanger

NOK-Brücke für Lkw gesperrt:Die Verkehrsprobleme am Nord-Ostsee-Kanal werden mindestens vier Monate für Chaos und Ärger sorgen. Foto: Marcus Dewanger

 
Für die Unternehmen ist Schleswig-Holstein zweigeteilt. Der Nord-Ostsee-Kanal trennt den Norden vom Süden, seitdem die Rader Hochbrücke für Lkw gesperrt ist. Ein Logistiker schimpft: "Das ist wie in einer Bananenrepublik."
  Kiel. "Schleswig Holstein up ewig ungedeelt" - so wurde anno 1460 im Vertrag von Ripen die Unteilbarkeit der Herzogtümer von Schleswig und Holstein festgeschrieben. "Jetzt - mehr als 550 Jahre später - sorgt der bröselnde Beton auf der Rader Hochbrücke dafür, dass Schleswig-Holstein doch geteilt wird - in die Region nördlich und südlich des Kanals", stellt der Flensburger Getränkegroßhändler Dietmar Brummer sarkastisch fest. Seine Lieferanten sitzen südlich des Kanals: Coca-Cola in Neumünster oder der Mineralbrunnenhersteller in Norderstedt. "Wir müssen jetzt mit viel mehr Vorlauf den Nachschub ordern, um Engpässe auszugleichen. Das bindet viel Kapital", klagt Brummer, der zugleich Sprecher des GEKO-Verbundes namhafter Getränkegroßhändler im Norden ist. Die Zusatzkosten, die einige Speditionen bereits angekündigt haben, könne er nicht auf seine Kunden abwälzen. "Wo soll ich dann die Rechnung hinschicken? An das Land oder an den Bund?" fragt er. Notfalls will er vor Gericht ziehen. Zumal er nicht davon ausgeht, dass die Brückenschäden wie vom Kieler Verkehrsministerium prognostiziert, bis November behoben sein werden. Das werde eher Sommer 2014, so Brummers Befürchtung.   Exakt nachgerechnet, wieviel die Sperrung der Kanalbrücke pro Monat kosten wird, hat bereits Ralf Schliestedt, Leiter der Logistik bei Citti in Kiel. "Wir rechnen mit bis zu 30.000 Euro zusätzlich pro Monat für Personal und Diesel" . Im Moment arbeitet das Handelsunternehmen mit Standorten auch in Lübeck und Flensburg auf Hochtouren daran, die Touren so umzuplanen, damit die Kunden möglichst wenig von dem Debakel merken.  
Polizei kontrolliert ab sofort den Schwerlastverkehr
Rendsburg
Sperrung der Rader Hochbrücke – und die Lkw rollen trotzdem: Am Wochenende ist das Fahrverbot über die Kanalbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen häufig ignoriert worden. Dass dies mit Absicht geschieht, mag keiner offen zugeben. Doch fest steht: Für die Speditionen rechnet sich der lange Umweg über die empfohlenen Umleitungen kaum. Wer trotz Verbot über die Kanalbrücke fährt, zahlt – wenn er erwischt wird – 15 Euro Bußgeld. Jede Stunde Umweg kostet die Speditionen dagegen etwa 70 Euro. Jetzt setzt die Polizei auf Dauerkontrollen: Vor dem Rendsburger Kreuz in Richtung Norden und vor Owschlag in Richtung Süden kontrollieren ab sofort Polizisten den Schwerlastverkehr auf der A7. Als Ausweichrouten sind der Kanaltunnel in Rendsburg und die Strecke über Kiel und Eckernförde möglich. „Wir gehen nicht davon aus, dass es böser Wille ist, wenn die Lkw-Fahrer trotz der Verbotsschilder auf der A 7 bleiben“, sagt Lothar Gahrmann vom Landespolizeiamt in Kiel. Gerade ausländische Fahrer würden die Schilder, die an einigen Stellen nur in deutscher Sprache sind, und auch die Radiodurchsagen nicht verstehen. Auch würden einige Fahrer durch die Schilder eventuell überfordert. Personell stellt die Sperrung die Polizei vor ein schweres Problem, wenn an zwei Stellen dauerhaft Polizisten präsent sein müssen. Pro Tag und Kontrollpunkt rechnet Gahrmann mit einem Einsatz von zehn Polizisten. Ein Bedarf, den die Polizei kaum gewährleisten kann. „Auch wir schwimmen nicht in Personal“, sagt Gahrmann. „Ich weiß nicht, ob wir es schaffen, das über eine Zeitdauer von vier Monaten aufrecht zu erhalten.“
Mira Nagar

"Wie in einer Bananenrepublik"

  Auch das Genossenschaftsunternehmen Hage, spezialisiert auf den Transport von Futtermitteln, Getreide und Baustoffen, geht von Mehrkosten in Höhe von 15 Prozent aus - bei Touren über den Kanal. Hage-Chef-Logistiker Joachim Pinn lässt kein gutes Haar an den Verantwortlichen in Kiel und Berlin. "Das ist wie in einer Bananenrepublik. Mitten im Sommer wird die wichtige Nord-Süd-Achse gekappt und keiner will vorher etwas von den Schäden bemerkt haben." Der Unternehmensverband Nord spricht inzwischen von einem nachhaltigen Imageschaden für den Wirtschaftsstandort. "Wie sollen wir Werbung für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes betreiben, wie sollen wir Investoren für Schleswig-Holstein begeistern, wenn diese den Standort entweder nicht vernünftig erreichen oder ständiger Staugefahr ausgesetzt sind?", kritisiert Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer des UV-Nord. Statt sich in Schuldzuweisungen zu verlieren, sollten alle Lobby-Arbeit in Berlin für die A 7 betreiben, die die wichtigste Verbindung zwischen den skandinavischen Ländern und Mitteleuropa sei. Sofern eine "belastbare und zukunftsfähige Sanierung der Rader Hochbrücke" nicht möglich sei, müssten auch die Überlegungen für einen Neubau forciert werden. Die Politik müsse endlich anerkennen, "dass Verkehrsinfrastruktur nicht nur ein lästiges Übel ist, sondern die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung darstellt", so Fröhl Copyright Nordeutsche Rundschau danke
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne