Keine Absegnung der WSV-Reform durch die Hintertür Wahl eines Bezirkspersonalrats

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Hier die vom BMVI vorläufig geplante Ämterstruktur incl. Kriterienkatalog zu eurer Info die dem HPR/sowie den ÖPR´s letzte Woche vorgestellt worden ist.Die Ämter werden Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter heißen. Bei der Mitarbeiteranzahl und Größe wurde sich an der Zahl 1000 orientiert, diese soll möglichst nicht überschritten wird. Der Zeitplan ist hier erst einmal laut BMVI auf 2016 terminiert. Alle Standorte sollen erhalten bleiben. Die Hauptämter (Standorte stehen noch nicht fest) bekommen eine Ämtervollausstattung (sogar Juristen), die übrigen Standorte werden revierspezifisch ausgestattet. Bei den WNA wird sich an der Ämterstruktur vorläufig nichts ändern. 1. WSA  Ems Jade Weser Emden, Wilhelmshaven, Brehmerhaven, Brehmen 2. WSA Elbe Nordsee Hamburg, Cuxhaven, Tönning 3. WSA  Nok Kiel-Holtenau, Brunsbüttel 4. WSA  Ostsee Strahlsund, Lübeck 5. WSA Nieder/Mittelrhein Duisburg, Köln, Bingen 6. WSA Oberrhein Freiburg, Mannheim 7. WSA Neckar Heidelberg, Stuttgart 8. WSA  Mosel Saar Lahn Trier, Saarbrücken, Koblenz 9. WSA Main Aschaffenburg, Schweinfurt 10.  WSA Mdk Donau Nürnberg, Regensburg 11.  WSA  Wdk Dek Kk Duisburg, Rheine, Meppen 12. WSA Mlk Esk Weser Minden, Braunschweig, Uelzen, Verden, Han-Münden 13. WSA Elbe Elk Lauenburg, Magdeburg, Dresden 14. WSA Ostdt. Wasserstraßen Berlin, Eberswalde, Brandenburg, Lauenburg Dies als erste grobe Information Euch zur Kenntnis.
Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Herrn Dr. Witte Bundesstadt Bonn Robert-Schuman-Platz 1 53175 Bonn
Bezirkspersonalrat bei der GDWS - Info - Bezirkspersonalrat bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Robert-Schuman-Platz 1 53175 Bonn Reform Die GDWS feierte am 1. Mai 2014 ihren 1. Geburtstag. Was sich seitdem entwickelt hat, jeder weiß und sieht das ……….. Im Mittelpunkt der Informationen des Präsidenten auf der 5. Sitzung des BPR zur Umsetzung der WSV-Reform stand das bevorstehende Gespräch zwischen Minister Dobrindt und dem HPR beim BMVI am 24.04.2014. Inzwischen gibt es das HPR-Info über die Ergebnisse und wir verweisen ausdrücklich auf die dortigen Aussagen, hatten doch alle schon lange auf eine Positionierung des Ministers in Bezug auf die Umsetzung der WSV-Reform gewartet. Präsident Dr. Witte informierte darüber, dass es zu einer Reduzierung der WSÄ auf insgesamt 14 (4 Küsten- und 10 Binnenämter) kommen werde, betonte aber immer wieder, dass keine Standorte geschlossen werden. Es wird Hauptstandorte geben, die operativen Aufgaben sollen an jedem Standort verbleiben. Die Entscheidung über die zukünftige Struktur muss schnell fallen, denn durch die langen Verzögerungszeiten kommt es in vielen Bereichen zu Defiziten bei der Aufgabenerledigung der WSV. Entscheider Kreis – 16. Runde und Ausblick 17. Runde Zur 16. Runde im April wurden bundesweit ca. 400 Stellen zur Nachbesetzung beantragt. Die Personalräte der Ämter im GDWS – Geschäftsbereich waren und sind vom BPR aufgefordert, anhand der Anmeldungslisten der Ämter und der Entscheidungslisten der GDWS zu überprüfen, ob auch tatsächlich alle nach zu besetzenden Stellen dort aufgeführt sind. Die in den Begründungen aufgeführten Entscheidungskriterien sollten auch kritisch geprüft werden. Eine abschließende Einschätzung des BPR `s hierzu ist noch nicht vorhanden, da noch nicht alle Ergebnisse und Stellungnahmen der ÖPR‘s vorliegen. In einem Gespräch zwischen Leitung und BPR-Vorstand soll noch einmal über die zur Nachbesetzung abgelehnten Stellen gesprochen werden. Eine abschließende kritische Auswertung werden wir im Rahmen der Mai-Sitzung vornehmen und u.U. über Änderungsbedarf mit der Verwaltung diskutieren. Selbstverständlich werden wir
Die 17. Runde zur Priorisierung zur Dienstpostenbesetzung wird voraussichtlich Anfang Juni 2014 stattfinden. Für 2015 sollen vorerst ca. 80 dauerhafte Stellen beantragt werden, es sollen vornehmlich befristete Stellen in unbefristete umgewandelt werden. Gesundheitsmanagement Für Maßnahmen der Gesundheitsprävention stehen den Dienststellen je Beschäftigten 30,-- € im Kapitel 1201 – Titel 44301 zur Verfügung, darüber hatte der HPR im November 2013 informiert. Maßnahmen wie Gesundheitstage, Rückenschule, Yoga u.a. können damit finanziert werden. Auf die vorhandenen Mittel können die Behörden direkt zugreifen. Der HPR informierte auch darüber, dass in den Jahren 2011 bis 2013 nur ca. die Hälfte der vorhandenen Mittel verbraucht wurden und appelliert an die Behörden, von der Nutzung dieser Mittel im Interesse der Beschäftigten Gebrauch zu machen. Wir wissen, dass es nach wie vor für einige Dienststellen restriktive Kürzungen bei den geplanten Maßnahmen gibt. Die ÖPR’s sollten dieser Sache nachgehen. Arbeitssicherheit Die Bestellung einer Leitenden Fachkraft für Arbeitssicherheit gestaltet sich schwierig. Arbeitssicherheitsgesetz und Richtlinie „für den betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Dienst in Verwaltungen und Betrieben des Bundes“ sind ganz eindeutig in ihren Aussagen: Wenn für eine Verwaltung oder einen Betrieb mehrere Betriebsärzte bzw. Fachkräfte für Arbeitssicherheit (FASi) bestellt sind, untersteht die leitende Fachkraft unmittelbar dem Leiter (organisatorisch; FASi ist weisungsungebunden) und hat gegenüber dem Leiter ein besonderes Vorschlagsrecht und es ist der Ansprechpartner für den Leiter und die Gremien. Daraus folgt, dass es nicht 6 Leitende Fachkräfte geben kann - das sah die Vorlage der Verwaltung an den BPR vor. Nach Erörterung in der Gemeinsamen Sitzung hat die Verwaltung den Vorgang zurückgezogen. Ein Gespräch zwischen der Leitung der GDWS, Vorstand des BPR und dem Sprecher der AG Arbeitssicherheit soll Klärung bringen. Die Ausschreibung der Leitenden
Ausstattung von Wasserfahrzeugen „Gestaltung von Arbeitsplätzen“ unterliegt der Mitbestimmung des Personalrates. § 75, Abs. 3 Nr. 16 BPersVG macht dazu ganz klare Aussagen. Wir weisen darauf hin, weil wir festgestellt haben, dass die Dienststellen die Beteiligung der örtlichen Personalräte auch gerne mal vergessen und das passiert mit dem Hinweis, dass HPR oder BPR bereits beteiligt waren. Die konkrete Umsetzung passiert aber vor Ort. Es geht uns insbesondere um Ausstattung von Fahrzeugen und Geräten; aber auch bei der Umsetzung von IT-Programmen u.a. ist der Personalrat gefragt. Der PR beteiligt die Beschäftigten, die konkret betroffen sind. Das ist ein wichtiger Aspekt bezüglich der Effektivität bei Bauzeit und Finanzmitteleinsatz. Sprechstunden im Mai 2014 Die Sprechstunden des BPR haben inzwischen in allen 4 Regionen stattgefunden. Die Resonanz war sehr gut und der BPR wird diese Veranstaltungen weiterführen. Im Mai sind folgende Termine geplant: Region A: am 22.05.2014 im WSA Hamburg, Außenbezirk Stade Region D: vom 26.-27.05.2014 im WSA Heidelberg BPR-Sitzung Der BPR hat beschlossen, dass der Standort Bonn auch mal verlassen wird. Wir besuchen dann einzelne Dienststellen. Auch das dient dazu, unsere Arbeit transparenter zu machen und Kontakt zu den Ämtern zu halten. Vom 13. bis 15. Mai 2014 führt der BPR die erste Auswärtssitzung im WSA Regensburg durch.
Einleitung der Wahl eines Bezirkspersonalrats anlässlich der Bildung der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) und der Auflösung der bisherigen Wasser- und Schifffahrtsdirektionen (WSD) zum 01.05.2013 Sehr geehrter Herr Dr. Witte,mit Erlass vom 19.04.2013 wurde die GDWS zum 01.05.2013 eingerichtet und gleichzeitig die bisherigen WSD aufgelöst. Damit sind alle Mandate der einzelnen Bezirkspersonalräte der bisherigen WSD erloschen. Damit existiert keine gem. § 53 BPersVG erforderliche Stufenvertretung für die Wasser- und Schifffahrtsämter wie auch für die GDWS und ihre Außenstellen. Als in Dienststelle und Behörde vertretene und zuständige Gewerkschaft fordern wir Sie als zuständigen Leiter der GDWS auf, unverzüglich die Wahl zu einem Bezirkspersonalrat für die GDWS einzuleiten und den Wahlvorstand umgehend zu bestellen. Angesichts des geplanten und voranschreitenden Umstrukturierungsprozesses benötigen die Beschäftigten dringend eine demokratisch legitimierte Stufenvertretung und das zeitnah. Wir fordern Sie daher auf, binnen 14 Tagen einen Wahlvorstand zur  Durchführung der Wahlen zu einem BPR zu bestellen und damit die Wahlen einzuleiten. Für die Durchführung der Wahl bieten wir gern unsere Unterstützung an.
Mit freundlichen Grüßen Antje Schumacher-Bergelin Datum 21. Mai 2013 Ihre Zeichen Unsere Zeichen schu ver.di • D-10112 Berlin DAntje Schumacher Bundesfachgruppenleiterin Telefon: *49-(0)30-6956-0 Durchwahl: - 2117 Telefax: -3551 Mobil: *49-(0)160-5303813 antje.schumacher@verdi.de www.verdi.de
Deutscher Bundestag
Drucksache
17/
13228
17. Wahlperiode
23. 04. 2013
Antrag
der Abgeordneten Uwe Beckmeyer, Gustav Herzog, Sören Bartol, Martin
Burkert, Dr. Hans-Peter Bartels, Ingo Egloff, Petra Ernstberger, Karin Evers-
Meyer, Iris Gleicke, Ulrike Gottschalck, Michael Groß, Hans-Joachim Hacker,
Bettina Hagedorn,SPD Bettina BRB
 
Johannes Kahrs,
Ute Kumpf, Kirsten Lühmann, Thomas Oppermann, Holger Ortel, Florian
Pronold, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Dr. Carsten Sieling, Sonja Steffen, Franz
Thönnes, Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Fraktion der SPD
KahrsMdB SPD
Organisationserlass zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung stoppen -
Reform rechtssicher gestalten
Arbeitsgruppe: Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Keine Absegnung der WSV-Reform durch die Hintertür   Anlässlich der gestrigen Plenardebatte zur Regelung von Schiffsabfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt erklären der Maritime Koordinator der SPD-Bundestagsfraktion Uwe Beckmeyer und der zuständige Berichterstatter Gustav Herzog: Eine Namentliche Abstimmung zum Thema Binnenschifffahrt – das hat es im Parlament bisher selten gegeben. Noch bemerkenswerter ist, dass die Regierungskoalition gestern im Deutschen Bundestag mit 312 Stimmen nur knapp die benötigte Kanzlermehrheit erreichte. Der Grund dürfte weniger in den Inhalten des eher technischen Gesetzes zur Verbesserung der abfallrechtlichen Regelungen in der Rhein- und Binnenschifffahrt liegen; in den Ausschussberatungen am 24. April 2013 hat es noch die einstimmige Zustimmung aller Fraktionen erhalten. BinnenschiffKai34           Gestern rächte sich vielmehr, wovor wir als SPD seit Monaten gewarnt haben: Weil die Bundesregierung es versäumt hatte, in dem Gesetzestext die zum 1. Mai 2013 neu eingerichtete „Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt“ als zuständige Behörde zu benennen und dort weiterhin die inzwischen aufgelösten Direktionen auftauchten, war sie nun gezwungen, den Entwurf noch im Plenum und unmittelbar vor der Schlussabstimmung per Änderungsantrag zu heilen und so zu verhindern, dass das Gesetz mit Inkrafttreten unwirksam wird – kein Glanzstück des gesetzgeberischen Handwerks. Die SPD hat von Anfang an davor gewarnt, dass der Verzicht auf ein ordentliches Gesetzgebungsverfahren zur Neuordnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) zu Rechtsunsicherheit führen wird, da die Anpassung der Aufgaben und Zuständigkeiten an die neue Struktur der WSV unterbleibt. Diese Sitzungswoche hat alle Befürchtungen bestätigt. Auch wenn wir dem Inhalt des Gesetzes zur Schiffsabfallentsorgung in der Rhein- und Binnenschifffahrt zustimmen, haben wir uns als SPD-Fraktion bei der Abstimmung enthalten, weil es mit der nachträglichen Änderung den von uns abgelehnten Radikalumbau der WSV parlamentarisch abgesegnet hätte. Eine Legitimierung der GDSW durch die Hintertür lehnen wir ab. Wasser-und Schifffahrtsamt Brunsbüttel23         Die SPD-Fraktion hat bereits im April in einem Antrag im Deutschen Bundestag gefordert, den Verwaltungsumbau der WSV unverzüglich zu stoppen (Bundestagsdrucksache 17/13228 [1]). Die von Schwarz-Gelb durchgepeitschte Organisationsreform erfolgt überhastet und ohne Not. Einziger Grund ist das Bestreben, den Umbau der WSV und damit Personalabbau und Ausweitung der Vergabe an private Unternehmen vor der Bundestagswahl festzuschreiben. Eine Reform per Organisationserlass ohne gesetzliche Grundlage und unter Umgehung des Deutschen Bundestags und des Bundesrats halten wir für falsch und verfassungsrechtlich bedenklich. Das können wir nicht mittragen. Dass in dieser Woche nun gleich zwei Gesetzentwürfe der Bundesregierung in letzter Minute repariert werden mussten (denn auch das Schiffsunfalldatenbankgesetz war betroffen), zeigt, dass Schwarz-Gelb sich beim WSV-Umbau mächtig verfahren hat. Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier: http://www.spdfraktion.de/presse/pressemitteilungen/keine-absegnung-der-wsv-reform-durch-die-hintert%C3%BCr ------------------------------------------------------------------- © 2012 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de V.i.S.d.P. Herausgeber Thomas Oppermann MdB, Redaktion Hannes Schwarz TELEFON (030) 227-522 82 / (030) 227-511 18 TELEFAX (030) 227-568 69 E-MAIL presse@spdfraktion.DE ------------------------------------------------------------------- Um Ihr Abonnement zu beenden oder zu aendern, nutzen Sie bitte das Anmelde-Formular unter http://www.spdfraktion.de/service/abo. Abonnieren Sie auch unseren Newsletter, den wir regelmaeßig am Ende einer Sitzungswoche versenden, und unseren Informationsdienst Fraktion Intern; er erscheint achtmal pro Jahr. Außerdem koennen Sie sich Hinweise auf Veranstaltungen der SPD-Bundestagsfraktion in Ihrem Bundesland zusenden lassen. Tragen Sie hier einfach Ihre weiteren Abonnement-Wuensche ein: http://www.spdfraktion.de/service/abo Bei Schwierigkeiten mit unserem Abo-Service wenden Sie sich bitte an webmaster@spdfraktion.de So koennen Sie unsere Pressemitteilungen auch mit einem RSS-Newsreader lesen. Weitere Informationen: http://www.spdfraktion.de/pressemitteilungen/feed ------------------------------------------------------------------- Die SPD-Bundestagsfraktion bei facebook, twitter, google+, youtube und flickr: http://www.spdfraktion.de/facebook http://www.spdfraktion.de/twitter http://www.spdfraktion.de/googleplus http://www.spdfraktion.de/youtube http://www.spdfraktion.de/flickr [1] http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/132/1713228.pdf
Deutscher Bundestag
Drucksache
17/
13228
17. Wahlperiode
23. 04. 2013
Antrag
der Abgeordneten Uwe Beckmeyer, Gustav Herzog, Sören Bartol, Martin
Burkert, Dr. Hans-Peter Bartels, Ingo Egloff, Petra Ernstberger, Karin Evers-
Meyer, Iris Gleicke, Ulrike Gottschalck, Michael Groß, Hans-Joachim Hacker,
Bettina Hagedorn, Michael Hartmann, Gabriele Hiller-Ohm, Johannes Kahrs,
Ute Kumpf, Kirsten Lühmann, Thomas Oppermann, Holger Ortel, Florian
Pronold, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Dr. Carsten Sieling, Sonja Steffen, Franz
Thönnes, Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Fraktion der SPD
Organisationserlass zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung stoppen -
Reform rechtssicher gestalten
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:  Im Dezember 2012 hat die Bundesregierung Ländern und Verbänden den Entwurf eines Zuständigkeitsanpassungsgesetzes zur Neuordnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) mit der Bitte um Stellungnahme zugeleitet. Nach massiver Kritik an diesem Gesetzentwurf, mit dem die Kompetenzen der sieben Wasser- und Schifffahrtsdirektionen auf die neu einzurichtende Zentralbehörde übertragen werden sollten, verfolgt sie den Weg der gesetzlichen Anpassung nicht weiter. Stattdessen will die Bundesregierung die Umstrukturierung der WSV nun durch einen untergesetzlichen Organisationserlass regeln. Damit ist die parlamentarische Mitwirkung von Bundestag und Bundesrat ausgeschlossen. Eine
überzeugende Erklärung für diesen bemerkenswerten und verfassungsrechtlich bedenkli-
chen Kurswechsel vermochte die Bundesregierung bislang nicht zu liefern.
Ungeachtet aller Warnungen von Wirtschaft, Verbänden, Gewerkschaften und Ländern hinsichtlich der negativen Folgen vor Ort hält die Regierungskoalition an ihren Plänen zur Einrichtung der „Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt“ (GDWS) fest. Besonders die Übertragung von gesetzlich auf die Direktionen übertragenen Zuständigkeiten auf die Generaldirektion birgt ohne ein entsprechendes Anpassungsgesetz erhebliche juristische Risiken. Vorgesehen sind ferner die Schließung von Ämtern und die Abschaffung eigenständiger Direktionen sowie ein drastischer Stellenabbau innerhalb der gesamten WSV. Sollten die Regierungspläne umgesetzt werden, droht ein Verlust von Kompetenz und regionaler Verankerung der WSV, der eine sachgerechte Aufgabenwahrnehmung für die Belange der Schifffahrt massiv gefährdet. Zudem ist der Abbau der regionalen Direktionen verfassungsrechtlich problematisch.

Doch die Bundesregierung verweigert die Debatte über ein tragfähiges Zukunftskonzept für eine der wichtigsten Behörden in Deutschland. Um eine effiziente Arbeit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung gerade auch angesichts neuer Herausforderungen in den Bereichen Natur- und Umweltschutz sowie Tourismus sicherzustellen, ist die konsequente, fachgerechte Weiterentwicklung ihrer Strukturen und Aufgaben notwendig. Die Bundesregierung muss hier endlich umsteuern. *

II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
ihre aktuellen Pläne und Maßnahmen für einen Verwaltungsumbau der WSV unver-
züglich zu stoppen und auf den angekündigten Organisationserlass zur Einrichtung
einer „Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt“ noch vor der Bundestags-
wahl im September 2013 zu verzichten;
nach der Bundestagswahl einen neuen Dialogprozess über die zukünftige Struktur
der WSV zu beginnen; dieser muss in enger Abstimmung mit den Beschäftigten und
ihren Interessenvertretungen transparent und ergebnisoffen geführt werden und eine
fachgerechte und ressortübergreifende Weiterentwicklung der WSV sicherstellen;
hierbei ist eine intensive parlamentarische Beteiligung zu gewährleisten;
allen Entscheidungen über die künftige Struktur der WSV eine umfassende Aufga-
benkritik und eine grundlegende Personalbedarfsermittlung voranzustellen sowie eine
Wirtschaftlichkeitsprüfung der Vergabe von Aufgaben an private Unternehmen durch-
zuführen; diese muss auch eine Kostenermittlung für den Fall einer Eigenerledigung
durch die WSV einschließen;
für eine angemessene Ausstattung der WSV mit Haushaltsmitteln, insbesondere für
verkehrliche Investitionen, zu sorgen.
Berlin, den 23. April 2013
Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion Begründung Die Bundeswasserstraßen haben neben ihrer Verkehrsfunktion auch eine wichtige Bedeutung für die regionale Wirtschaft und als Natur- und Erholungsraum. Standortsichernde Maßnahmen sind ohne die Präsenz der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung vor Ort nicht zu leisten. Die WSV übernimmt damit wichtige Aufgaben der Daseinsvorsorge. Die Pläne der Bundesregierung für einen radikalen Verwaltungsumbau stellen nicht nur die Arbeitsfähigkeit der WSV infrage, sondern gefährden auch die Zukunft der Bundeswasserstraßen als nachhaltiger Verkehrsträger und integraler Bestandteil des Verkehrsnetzes in Deutschland – zum
Schaden unserer Umwelt, zu Lasten der wirtschaftlichen Entwicklung und auf Kosten Tau-
sender von Arbeitsplätzen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen sich Finanzmittel und Aufgabenerledigung künftig auf ein so genanntes Kernnetz konzentrieren; andere Teile des Netzes sollen dagegen abgestuft und Aufgaben der Unterhaltung und des Ausbaus teilweise an private Unternehmen abgegeben werden. Verbunden mit der gleichzeitigen Einrichtung einer neuen „Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt“ drohen damit die Kernkompetenzen der WSV – Fachwissen und Verankerung in den Regionen – verloren zu gehen. Die Folgen wären ein Mehr an Bürokratie und ein steigendes Kostenrisiko für den Bund. Der jetzt geplante Umbau der WSV im Wege eines Organisationserlasses wird zudem zu Rechtsunsicherheit führen. Für Planfeststellungsverfahren sind bislang die Wasser- und Schifffahrtsdirektionen
qua Gesetz zuständig. Sollte diese Zuordnung nun durch Erlass neu geregelt werden,
könnten Planfeststellungsbeschlüsse aus rein formalen Gründen anfechtbar werden. Doch die Bundesregierung ignoriert alle juristischen und verfassungsrechtlichen Bedenken und  gefährdet damit die Entwicklung des Wasserstraßennetzes in Deutschland.
Notwendig sind eine verlässliche Finanzausstattung der Bundeswasserstraßen und ein
echtes Zukunftskonzept für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Der Bund muss zu seiner Infrastrukturverantwortung stehen und dafür Sorge tragen, dass die
Potenziale der Wasserstraßen im Wettbewerb der Verkehrsträger deutlich besser genutzt
werden.
* Wird nach Vorliegen der lektorierten Druckfassung durch diese ersetzt.

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne