die „Tyumen-2“ Der 3025 BRZ große Frachter ist am Nord-Ostsee-Kanal nicht unbekannt.

Brunsbüttel Copyright Ships Forum Mit Promille über den Kanal
Von Frank Behling | Copyright KN danke Frank
Ein russischer Kapitän musste zum Ausnüchtern eine Nacht in der Seemannsmission in Brunsbüttel verbringen. Zuvor war bei einer Routinekontrolle in der Schleuse den Beamten der Wasserschutzpolizei dessen Alkoholfahne aufgefallen.
Brunsbüttel. Eine Kontrolle des Atemalkohols ergab 1,65 Promille. Daraufhin wurde der 45-Jährige zur Blutprobe ins Westküstenklinikum Brunsbüttel gebracht. Zusätzlich wurde ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Schiffsverkehr eingeleitet, für dessen Abwicklung auch eine Sicherheitsleistung in Höhe eines Monatsgehaltes zu hinterlegen war. Ans Steuer des Frachters sollte der Mann erst nach seiner vollständigen Ausnüchterung. Daher ließen ihn die Beamten nach der Blutprobe aus „gefahrenabwehrenden Gründen“ nicht wieder an Bord, sondern brachten ihn zur Seemannsmission. Erst als er dort seinen Rausch ausgeschlafen hatte und er auch bei einer zweiten Kontrolle des Atemalkoholwertes auf Null Promille kam, durfte er wieder auf sein Schiff zurückkehren. Danach durfte auch die „Tyumen-2“ ihre Reise durch den Kanal nach Kiel-Holtenau fortsetzen. Das in Novorossiysk am Schwarzen Meer beheimatete Frachtschiff gehört einer Reederei aus Tjumen in Westsibirien. Im Sommer wird es überwiegend im Norden Russlands eingesetzt. Wenn dort die Gewässer zufrieren, wechselt die „Tyumen-2“ für die Wintermonate in die Ostsee und Nordsee. Der 3025 BRZ große Frachter ist am Nord-Ostsee-Kanal nicht unbekannt. Am 14. März 2011 war das Schiff bei Oldenbüttel in eine Kollision verwickelt. Damals starben ein Lotse und ein Kanalsteurer. Mehrere Besatzungsmitglieder, darunter auch der damalige Kapitän, wurden schwer verletzt. Bei der 1986 gebauten „Tyumen-2“ wurde durch den Frachter „OOCL Finland“ damals die komplette Kommandobrücke abgerissen.
Kanalfahrt in den Tod sh:z/Flensburger Tageblatt/Text : Dieter Brumm, Eckard Gehm Bild: Dieter Brumm vom 15.04.2011 Copyright 100 Retter im Einsatz / Wehrführer: „Wir räumten Trümmer mit unseren Händen weg" Albersdorf Dichter Nebel hat sich in der Nacht über den Nord-Ostsee-Kanal bei Albersdorf (Dithmarschen) gelegt, keine 50 Meter Sicht. Der russische Frachter „Tyumen-2" kommt aus Richtung Kiel-Holtenau, hat gerade die Fähre Fischerhütte passiert. Vier Personen stehen auf der Brücke: Der Kapitän, ein Matrose, der Lotse und der Kanalsteuerer. An dieser Stelle schmiegt sich der Kanal in einer leichten, lang gestreckten Kurve. Im Gegenverkehr taucht etwa 300 Meter vor der Grünentaler Hochbrücke das Containerschiff „OOCL Finland" aus dem Nebel auf. Es ist kurz nach sieben Uhr.Warum steht noch nicht fest, aber plötzlich bohrt sich das viel höhere Containerschiff mit der linken Seite seines Vorderstevens in das Führerhaus des blauen Holzfrachters, zerquetscht es, reißt Teile davon mit. „Das komplette Steuerhaus ist weg", sagt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel während Rettungskräfte und Ermittler weiter die Trümmer an Bord der Holzfrachters durchsuchen. Ein gespenstisches Bild. Nur noch die zerstörten Armaturen des Ruderhauses sind zu erkennen. Über etliche Meter muss der Vordersteven sowie ein Container über den Frachter geschrammt sein. Bis zum Rettungsboot, das schrägt an den Aufbauten hängt. „Der größte Teil des Ruderhauses stürzte ins Wasser", kann später Claudia Thoma von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord berichten. Ein Peilschiff sucht und findet die Trümmer, Taucher sollen sie nun bergen.Meterlange Stücke haben sich dagegen auf dem Vorschiff des Containerschiffes verkeilt - in den Trümmern finden Rettungskräfte später den Kanalsteuerer. Tot. Ebenso verliert der Lotse bei dieser Kollision sein Leben. Er gehörte der Lotsenbrüderschaft Brunsbüttel an. „Er war auf das Deck des Holzfrachter gestürzt", berichtet Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel. Der Kapitän der „Tyumen-2" und der Matrose werden schwer verletzt, einer schwebt in Lebensgefahr. Während die „OOCL Finland" zunächst weiterfährt, kracht der Holzfrachter führungslos gegen die südliche Böschung des Kanals.Großalarm wird ausgelöst. Als erste sind die Männer von der Fähre „Fischerhütte" am russischen Havaristen. An Bord haben sie Feuerwehrmänner. Zwischen den Trümmern konnte eines der Opfer nicht gleich gefunden werden.Wehrführer Karsten Peter Feldhusen aus Albersdorf: „Eine Person wurde vermisst. Auf dem Deck räumten wir die Trümmer mit unseren Händen beiseite, fanden sie. Der Mann lebte noch." Mit Spanngurten sichern die Feuerwehrmänner dann das umgerissene Steuerpult des Schiffes.Inzwischen hat sich der Nebel gelichtet, zwei Schlepper bugsieren die „Tyumen-2" zur Weiche Fischerhütte. Großräumig sperren Polizisten die Anlegestelle ab, denn viele Schaulustige säumen das Kanalufer. Kurz vor 14 Uhr kann die Leiche des Lotsen geborgen werden. Stille und Trauer. Wer der Tote ist, darüber wird geschwiegen. Er soll aus Dithmarschen kommen. Michael Friedrich (Foto) vom Havariekommando: „Über die Verunglückten machen wir keine Angaben." Trauer auch im Hafen von Rendsburg. Dort machte die „OOCL Finland" für die Untersuchung fest - und um den toten Kanalsteuerer zu bergen. Dieter Brumm Eckard Gehm
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne