Eine Radtour am Nord-Ostsee-Kanal

 
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wird durch die Begegnungen mit Schiffen aus aller Welt zum Erlebnis.
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Wo die Luxusliner zum Greifen nah sind
Fahrradfahren am Nord-Ostsee-Kanal: Frische Luft, freie Fahrt und beste Sicht auf dicke Pötte
Rendsburg
Von Kiel nach Brunsbüttel führt der Nord-Ostsee-Kanal mit einer Länge von knapp 100 Kilometern. Dazwischen befinden sich ungezählte Sehenswürdigkeiten, Möglichkeiten für Ausflüge sowie gemütliche Restaurants, Cafés und Hotels zum Einkehren. Mit dem Fahrrad lassen sich das maritime Flair des Kanals, die landschaftliche Schönheit und die Attraktionen des Landes am besten erfahren. Auch für erfahrene Radwanderer gibt es hier immer noch etwas Neues zu entdecken. Die Tour beginnt in Rendsburg und führt über rund 60 Kilometer bis nach Brunsbüttel. Gefahren wird meist auf den so genannten Arbeitswegen direkt am Nord-Ostsee-Kanal. Diese Spurbahnen sind zwar offiziell Wege für Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, dürfen von Gästen aber gern genutzt werden. Auf dem Weg Richtung Brunsbüttel zeigt sich hier die Schönheit der Landkreise Rendsburg-Eckernförde, Steinburg und Dithmarschen mit ihren beschaulichen Dörfern, den herrschaftlichen Gutshöfen und der Natur, die einen weiten Blick ermöglicht. Besondere Erlebnisse sind Begegnungen mit den zahlreichen Fracht- und Kreuzfahrtschiffen, die den Kanal passieren. Vor allem die majestätischen Luxusliner haben viele Fans. Vielleicht gelingt es ja, einen dieser Giganten ein Stück auf dem Fahrrad zu begleiten. Überall an der Strecke werden Reisende von Infotafeln über Sehenswürdigkeiten aufgeklärt. Copyright Tony Zech betrieb kanal78   Die Tour sollte in zwei Tagesetappen absolviert werden. Etwa auf der Hälfte der Strecke hält die Gemeinde Hanerau-Hademarschen zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten vor.
sh:z  Copyright Norddeutsche Rundschau
Ein Radlerparadies: Autos sind am Kanal nicht zu erwarten
Die Strecke von Rendsburg nach Brunsbüttel kann über rund 60 Kilometer fast durchgehend in Sichtweite des Kanals befahren werden. Der Weg ist mit Betonplatten ausgelegt. Die so genannten Spurbahnen verlangen zeitweise eine gewisse Aufmerksamkeit, gelegentliche Schäden sind nämlich nicht immer auszuschließen. Neben der tollen Aussicht gibt es einen weiteren Vorteil dieser Route: Autoverkehr ist hier nicht zu erwarten. Allenfalls mit Spaziergängern, Joggern oder anderen Radlern muss man sich diesen exklusiven Weg teilen. Zu sehen gibt es hier immer etwas, denn der Nord-Ostsee-Kanal ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt: Im vergangenen Jahr wurden hier annähernd 35 000 Schiffe gezählt – durchschnittlich fast 100 pro Tag. Gut stehen auch die Chancen, einem Traumschiff zu begegnen – insgesamt 91 große Passagierschiffe haben in diesem Jahr eine Passage durch den Kanal gebucht.
Besuch auf einer 100 Jahre alten Fähre
Die erste Pause bietet sich schon vor Beginn der Radtour an. Eine Fahrt mit der historischen Schwebefähre aus dem Jahr 1913 ist ein Erlebnis, das es sonst nirgends auf der Welt gibt. Die Fähre hängt an armdicken Stahlseilen an einem Wagen, der an der 42 Meter hohen Eisenbahnhochbrücke befestigt ist. In gemächlichem Tempo geht es immer zwischen Nordufer und Südufer hin und her – wie vor 100 Jahren. Die Fahrt mit diesem liebenswerten Unikum, das zum Unesco-Welterbe angemeldet wurde, ist kostenlos: Weil beim Kanalbau vorhandene Straßen durchschnitten wurden, verpflichtete sich der deutsche Kaiser, als Ersatz Fähren bereitzustellen. So ist es bis heute geblieben. Und erstaunlicherweise hat es bis heute noch niemand gewagt, für eine Fahrt über den Nord-Ostsee-Kanal Geld zu verlangen.
sh:z Norddeutsche Rundschau
Die Entdeckung der Langsamkeit: Die Schwebefähre bei Rendsburg.
Seitenwechsel ausdrücklich erwünscht
Hier gibt es genügend Möglichkeiten, sich die Sache einmal von der anderen Seite anzuschauen. Zwischen Rendsburg und Brunsbüttel sind in mehr oder minder regelmäßigen Abständen Fähren im Einsatz – immer bereit, Autos, Radfahrer und Fußgänger ans andere Ufer überzusetzen. Auf der Strecke voraus ist ein Wald zu sehen, der die Sonne verdeckt – ab auf die andere Seite. Die kurzen Fahrten über den Kanal (und vielleicht auch gleich wieder zurück) sind schöne Gelegenheiten, einmal die Beine auszuschütteln oder mit dem Fährführer (bitte nicht Kapitän nennen) ins Gespräch zu kommen. An vielen Fähren gibt es zudem kleine Kioske, die ein erfrischendes Getränk oder einen kleinen Imbiss anbieten. Wer gut plant und seine kleine Rast auf der Südseite der Fähre Fischerhütte einlegt, darf sich sogar auf ein frisches und äußerst leckeres Fischbrötchen freuen.
sh:z
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne