Bundesverkehrsministerium erwartet nun doch einen schnelleren Beginn der Erweiterungsarbeiten kiel

http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article115121376/Maritime-Konferenz-Streit-um-den-Nord-Ostsee-Kanal.html
Bei der Maritimen Konferenz redet die Kanzlerin zur Lage der Schifffahrt. Viele Politiker in Norddeutschland überzeugt sie aber nicht.
http://www.abendblatt.de/region/article115098167/Merkel-Maritime-Wirtschaft-von-strategischer-Bedeutung.html
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-04/26469321-nationale-maritime-konferenz-wird-fortgesetzt-016.htm
http://www.ln-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Wirtschaft-im-Norden/Bund-will-den-Sanierungsstau-am-Kanal-angehen
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Nationale Maritime Konferenz wird fortgesetzt

Die 8. Nationale Maritime Konferenz setzt am heutigen Dienstag in Kiel ihre Beratungen fort. In nicht öffentlichen Workshops wollen die rund 800 Konferenzteilnehmer aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Verbänden und Politik Empfehlungen für die Offshore-Windenergie, Klima und Umweltschutz in der Seeschifffahrt sowie zur Sicherung der internationalen Handelswege erarbeiten. Zum Auftakt spricht der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) über Perspektiven aus der Sicht der Landesregierung, die auf die Windenergie als Zukunftsindustrie im Norden setzt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zur Eröffnung am Vortag die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für ganz Deutschland hervorgehoben. Sie betonte die Bedeutung einer funktionierenden, angemessenen Infrastruktur und mahnte die zügige Vertiefung der Elbe und einen schnellen Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals an.
A)Kanal-Ausbau: Schon 2014 sollen die Bagger rollen
B) Ihr lebt von diesem Kanal“ – Albigs emotionaler Appell C)Gaschkes Lehren aus Churchills Memoiren kiel
Die verschiedenen Schritte zur Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals sollen nun offenbar doch nicht erst nacheinander, sondern zumindest in größeren Teilen gleichzeitig erfolgen. Mit dieser Nachricht überraschte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), gestern auf der 8. Nationalen Maritimen Konferenz in der Kieler Sparkassen-Arena.  
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Für die Verbreiterung der Oststrecke des Kanals erwarte er im Herbst 2013 Baurecht, so dass der Start der Arbeiten 2014 erfolgen könne, sagte Ferlemann auf einer Pressekonferenz vor Beginn der Veranstaltung. Somit werde die Oststrecke parallel zur gerade ausgeschriebenen Sanierung der Brunsbütteler Schleusen vonstatten gehen und nach einer Bauzeit von etwa vier Jahren fertig sein. Die ebenfalls nötige Modernisierung der Holtenauer Schleusen soll laut Ferlemann „auch parallel dazu und nicht erst hintereinander geschehen“. Einzig eine Vertiefung der Wasserstraße lasse sich aus technischen Gründen erst nach Fertigstellung der breiteren Oststrecke umsetzen. Für all diese Schritte sagte der Staatssekretär „bis etwa 2025“ jährlich zirka ein Prozent der Gesamtsumme aus dem Verkehrsinvestitionsplan des Bundes zu. Unterm Strich werde die Vollsanierung etwa 1,3 Milliarden Euro kosten. Nord-Ostsee-Kanal45 Ferlemanns Ressort-Chef Peter Ramsauer hatte noch am Wochenende unserer Zeitung erklärt, selbst wenn er Geld für eine Verbreiterung der Oststrecke hätte, könnte er es 2014 noch nicht ausgeben. Es koste einfach mehr Zeit, alle Planungsschritte abzuschließen.   „Es liegt noch ein Riesenstück Arbeit vor uns“, äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Zukunftsfähigkeit des Kanals. Zwar vermied sie konkrete Zusagen zu einem Ausbau der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt – versicherte aber: „Nicht nur in Kiel, auch in Berlin spricht man vom Nord-Ostsee-Kanal.“ Ausdrücklich schloss sie sich einem Dank von Ministerpräsident Torsten Albig an die Taucher an, die mit ihrer Notreparatur an den Brunsbütteler Schleusen einen noch längeren Totalausfall verhindert haben. Die Kanzlerin erinnerte daran, „dass wir neben dem Nord-Ostsee-Kanal mit der Elbvertiefung noch eine zweite Baustelle haben“. Selbst beim EU-Lateinamerika-Gipfel sei eine bessere Erreichbarkeit des Hamburger Hafens kürzlich Thema gewesen. Von Chile bis China, so Merkel mit betonter Ironie, verfolge man „mit Argusaugen die Schnelligkeit deutscher Entscheidungen“. NOKEinfahrt SchlBrb6 Mit Genugtuung nahmen die 830 Branchen-Vertreter in der Sparkassen-Arena Merkels Bekenntnis auf, die maritime Wirtschaft stelle einen „zentralen Wirtschaftsbereich für ganz Deutschland“ dar. 60 Prozent der bundesrepublikanischen Exporte erfolgten auf dem Seeweg. In Fähren, Spezialschiffen, Kreuzfahrtschiffen und Offshore-Windparks sieht die Regierungschefin große Chancen für die Werften sowie deren Zulieferer. Sie betonte, dass der Bund nunmehr Rechtsunsicherheiten für den Bau von Windparks auf hoher See beseitigt habe. Unterstützen wolle die Bundesregierung insbesondere die hochinnovative Meerestechnik. Dafür würden in den nächsten vier Jahren weltweit Investitionen von 67 Milliarden Dollar erwartet. Merkel verwies auf die Abhängigkeit der maritimen Wirtschaft von Fachkräften. Für maritime Beschäftigung und Ausbildung wolle der Bund auch in den kommenden Jahren jeweils 60 Millionen Euro bereitstellen. Helgolandoffshorehafen             Mit Sorge sehe die Bundesregierung die „extrem schwierige Finanzierung im Schiffbau“. Bei allen unterstützenden Instrumenten der Politik „kann es jedoch auch nicht sein, dass jede Investition verbürgt sein muss und privatwirtschaftliche Finanzierung gar keine Rolle mehr spielen soll“. Großen Handlungsbedarf sieht die einstige Umweltministerin Merkel beim Schutz der Meere: „Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass die großen Weltmeere in nicht akzeptabler Weise belastet sind.“ Copyright Arne Lütkenhorst Viel betriebim Kanal       Nach 30 Minuten schickte die Kanzlerin die 830 Konferenzteilnehmer an die Arbeit, um in Arbeitsgruppen bis heute die wichtigsten Handlungserfordernisse für die maritime Wirtschaft zu definieren. Merkel: „Schon die Wikinger wussten – wir können zwar den Wind nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten.“Frank Jung
Ihr lebt von diesem Kanal“ – Albigs emotionaler Appell
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          Copyright Kieler Landesregierung „Ich bin froh, dass sich die Bundeskanzlerin zum Nord-Ostsee-Kanal bekannt hat – aber es ist eine Überschrift, die es jetzt gilt, mit Inhalt zu füllen.“ So reagierte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) auf die Rede Angela Merkels auf der 8. Nationalen Maritimen Konferenz des Bundes. Ebenso wie Ministerpräsident Torsten Albig fordert Meyer „einen durchfinanzierten Masterplan“ zur überfälligen Ertüchtigung der Wasserstraße. meyer_Reinhard_WMSH   Albig erinnerte daran, dass die Route quer durch Schleswig-Holstein stärker befahren sei als Panama- und Suezkanal zusammen. Es komme „Scham“ auf, wenn eine der größten Volkswirtschaften der Welt nicht in der Lage sei, die Funktionsfähigkeit der Brunsbütteler Schleusen zu garantieren. Reeder drohten, strategisch umzuplanen. Ausdrücklich betonte der Sozialdemokrat, die Vernachlässigung des NOK sei „ein Versäumnis nicht nur einer Bundesregierung“. Das ändere jedoch nichts daran, dass sich die heutige ihrer Verantwortung stellen müsse. Ein funktionsfähiger Kanal ist für Albig „nicht irgendwie nice to have für den Norden, sondern elementar für die Wirtschaft in ganz Deutschland“. „Wenn hier die Schleusen dicht sind, bekommt die Autoindustrie in Baden-Württemberg keine Teile mehr“, machte Albig in der Kieler Sparkassen-Arena die Verflechtungen deutlich. „Schaut deutschlandweit auf diese Wasserstraße, ihr lebt von diesem Kanal“, appellierte Albig. Allein im Hamburger Hafen stünden bei einem Verzicht der Reeder auf den Kanal „Zehntausende von Arbeitsplätzen“ auf dem Spiel. Jeder Euro Wertschöpfung, der in einem Hafen ausbleibe, koste sechs Euro Wertschöpfung im Hinterland.   Die Äußerungen Ferlemanns zu mehr Tempo beim Kanalausbau wertete Albig zwar als „Zeichen des guten Willens“. Eine Erfahrung aus seiner Zeit als Kieler Oberbürgermeister habe ihn jedoch bei Ankündigungen des Bundes zum Kanal vorsichtig werden lassen. Schon 2009 habe die Wasser- und Schifffahrtsdirektion das Baurecht für einen Neubau der Levensauer Kanal-Hochbrücke geschaffen und mit ihm über die Umsetzung verhandelt. Konkret passiert sei jedoch bis heute nichts. Nicht zuletzt mit Blick darauf kommentierte Albigs Wirtschaftsminister Meyer Ferlemanns Ankündigung einer Oststrecken-Verbreiterung schon ab 2014: „Das hätte ich gerne schriftlich.“   Bei der maritimen Wirtschaft ebenfalls weit oben auf der Agenda steht für die Landesregierung eine höhere Geschwindigkeit beim Ausbau der Offshore-Technik. „Hinter einem Verzahnen der Energiewende mit der maritimen Wirtschaft warten viele Tausend Arbeitsplätze“, sagte Albig. Deshalb forderte er vom Bund beim Thema Offshore „mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit“ ein. Und selbst bei diesem Thema flammte sie wieder auf – die so viel angesprochene Wasserstraße: Albig: „Wir brauchen beim Offshore-Ausbau eine Bundesregierung, die zeigt, dass es anders geht als beim Nord-Ostsee-Kanal.
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