Nord-Ostsee-Kanal erst 2014 komplett einsatzbereit Schleusen-Baustelle in Brunsbüttel ruht

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Im Bundestag notiert: Baumaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal

Verkehr und Bau/Kleine Anfrage - 03.04.2013

Berlin: (hib/MIK) Die Planungen für Baumaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal interessiert die SPD-Fraktion in einer Kleinen Anfrage (17/12914). Die Bundesregierung soll mitteilen, wie sich das Verkehrs- und Transportvolumen auf dem Kanal seit 2000 entwickelt hat. Weiter interessiert die Abgeordneten unter anderem, wie der Stand der aktuellen Reparaturarbeiten an den Schleusen Brunsbüttel ist und wie sich die Zahl der Sperrzeiten an den Schleusen seit 2008 entwickelt hat.  Auch unterwegs aktuell informiert mit der kostenlosen App "Deutscher Bundestag" und unter m.bundestag.de.

Nord-Ostsee-Kanal

Schleusenkammer56
Kanal-Baustelle macht Pause an Wochenenden
Brunsbüttel
Die Baustellenarbeiten an den Schleusen von Brunsbüttel dauern offenbar länger als gedacht. Über Ostern ruhten die Arbeiten dort vollständig. „Wir haben nicht die Kapazitäten“, sagte Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Was auch für die Zukunft weitere Pausen befürchten lässt: „Wir sind nicht in der Lage, jedes Wochenende arbeiten zu können.“ Taucher, Elektriker, Schlosser und Ingenieure schöben einen „Berg von Überstunden“ vor sich her. Die Stellen einer von Verkehrsminister Peter Ramsauer versprochenen „Sondereinsatztruppe“ werden laut Fischer „voraussichtlich nicht vor dem 1. Juni besetzt sein“. Der Geschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Klaus Heitmann, forderte vom Bund mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur im Norden.
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01. April 2013 | 10:12 Uhr | Von dpaDie Schleuse in Brunsbüttel wird wahrscheinlich erst 2014 wieder zu 100 Prozent einsatzbereit sein. Foto: dpa

Die Schleuse in Brunsbüttel wird wahrscheinlich erst 2014 wieder zu 100 Prozent einsatzbereit sein. Foto: dpa Copyright Norddeutsche Rundschau

Eine "Sondereinsatztruppe" für die Brunsbütteler Schleuse hatte Bundesverkehrsminister Ramsauer versprochen - doch die Stellen sind noch nicht ausgeschrieben. An Ostern wird auf der Baustelle am Nord-Ostsee-Kanal gar nicht gearbeitet.
Brunsbüttel. Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt eine Dauer-Baustelle. Die von Hamburg und Schleswig-Holstein geforderten Sanierungsmaßnahmen gehen nur im Schneckentempo voran. Über Ostern ruhten die Arbeiten in der defekten Brunsbütteler Doppelschleuse vollständig. "Wir haben nicht die Kapazitäten", sagt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). "Wir sind nicht in der Lage, jedes Wochenende arbeiten zu können." Die Taucher, Elektriker, Schlosser und Ingenieure schieben demnach bereits jetzt einen "Berg von Überstunden" vor sich her. Eine von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) versprochene "Sondereinsatztruppe" ist demnach noch nicht zusammengestellt. Bevor die Stellen für einen Ingenieur, acht Handwerker sowie eine zweiköpfige Schiffsbesetzung ausgeschrieben werden können, müsse diversen Vorschriften genügegetan werden, sagt Fischer. Daher werden die Stellen "voraussichtlich nicht vor dem 1. Juni besetzt sein."

Größere Frachter kommen nicht durch

Mit einer Passage von rund 42.000 Schiffen jährlich gilt der Kanal als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord bewegen im Durchschnitt 95 Schiffe jeden Tag knapp 300.000 Tonnen Ladung auf der künstlichen Wasserstraße. Im vergangenen Jahr waren das insgesamt 104 Millionen Tonnen - das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. Zwar können zwei Drittel der Schiffe über die kleinere Doppelschleuse in den Kanal fahren. Doch größere Frachter passen nicht in die kleinen Schleusenkammern. Und die befördern zwei Drittel der Fracht. Die größere der beiden Doppelschleusen in Brunsbüttel funktioniert derzeit jedoch nur noch mit Hilfe von Provisorien. Und das nur zu 50 Prozent, wie Fischer sagt: Zurzeit kann nur die südliche Kammer der großen Doppelschleuse genutzt werden. "Wir hoffen, dass die Nordkammer Ende April wieder funktionsfähig sein wird." Damit ist die Große Schleuse aber noch lange nicht wieder voll einsatzbereit, dämpft der WSA-Sprecher falsche Hoffnungen: Dann muss die Südkammer gesperrt werden, um dort die Reparaturarbeiten fortzusetzen, die wegen des Wintereinbruchs im Dezember unterbrochen worden waren.

Schleusentore auf Rollschuhen

Die marode Technik der Schleusenanlagen stammt noch aus der Kaiserzeit und Ersatzteile müssen meist extra angefertigt werden. Die Experten probieren daher immer wieder Neues aus. Weil Holzkufen etwa unter den schweren Schleusentoren zu schnell verschlissen, wollen sie jetzt versuchen, ein Schleusentor auf "Rollschuhen" laufen zu lassen: Statt auf Schienen soll das Tor auf Kunststoff ummantelten Stahlrollen über den Boden der Schleusenkammer rollen. "Ob das tatsächlich so funktioniert, wie wir es uns wünschen, weiß noch keiner", sagt Fischer. Bei einem anderen Tor sollen mit Hilfe vorgefertigter Stahlplatten neue Schienen auf dem Schleusenboden festgeschraubt werden. Die alten waren aus dem Untergrund herausgebrochen. Für die ganzen Provisorien wie Holzkufen oder Rollschuhe müssen irgendwann technische Dauerlösungen gefunden werden, um die große Doppelschleuse betriebssicher zu machen.Norddeutsche Rundschau Copyright danke
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Häfen fordern Sanierungskonzept für den Kanal

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  Immer wieder Reparaturen und Sanierungsarbeiten am Nord-Ostsee-Kanal (NOK): Seit mittlerweile vier Jahren ist die fast 120 Jahre alte kleine Kanalschleuse in Kiel-Holtenau reparaturbedürftig und deshalb außer Betrieb. Sie wird derzeit saniert. Für jede Menge Ärger hatte im März die NOK-Sperrung für große Schiffe gesorgt, weil beide Schleusen in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) ausfielen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bezeichnete den Zustand des Kanals gar als "eine Schande für den Wirtschaftsstandort Deutschland". WilfriedThielSchleuseBRB34

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Nordländer sehen Zukunft der Bundeswasserstraße gefährdet

Rund 1,3 Milliarden Euro beträgt nach Angaben der Landesregierung der Investitionsstau am Nord-Ostsee-Kanal. Neben Schleswig-Holstein sieht auch Hamburg die Zukunft des Kanals gefährdet. Beide Länder verlangen einen Investitionsplan für eine zügige Sanierung der Bundeswasserstraße. Die deutschen Seehäfen erwarten von der Bundesregierung ein "schlüssiges Konzept mit einem Zeitplan", der die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Kanals sichert. Außerdem fordert die Hafenwirtschaft vom Bund mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland. "Wir erwarten ein eindeutiges mit finanziellen Mitteln untermauertes Bekenntnis der Bundesregierung zum Ausbau der seewärtigen Zufahrten und Hinterlandanbindungen der deutschen Seehäfen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Klaus Heitmann. Copyright Mathias Stein
Schleuse Holtenau  Alte Reparatur
Die Reparaturen an der seit vier Jahren gesperrten kleinen Kieler Kanal-Schleuse kommen voran. Mittlerweile ist die Südkammer leergepumpt. In den kommenden Tagen wird der Schlamm ausgebaggert. mehr

Dialogforum in Kiel: Merkel blickt in "maritime" Zukunft

Angela Merkel beim Bundesparteitag der CDU in einer Messehalle in Hannover. © dpa bildfunk Fotograf: Bernd von Jutrczenka Detailansicht des Bildes Bundeskanzlerin Merkel wird auf der Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel erwartet. Bewegung in die Debatte um den maroden Zustand der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt soll am 8. und 9. April bei der Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel kommen. Bei diesem Treffen will die Koalition den Fokus der Bundesregierung wieder verstärkt auf den NOK lenken. In der Ostseehalle werden 850 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erwartet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihr Kommen zugesagt - zusammen mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Merkel will dabei eine Grundsatzrede zur Entwicklung und den Zukunftsaussichten der maritimen Wirtschaft in Deutschland halten. Anschließend beraten Fachleute in sieben Arbeitsgruppen die wichtigsten Zukunftsfragen der maritimen Wirtschaft. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu stärken. Die erste Konferenz hatte im Jahr 2000 in Emden stattgefunden.

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Der Nord-Ostsee-Kanal in Zahlen

Länge: 98,6 Kilometer Eröffnung: 21.6.1895 Brücken: 10 Wasserbreite: 162 Meter, stellenweise 102,5 Meter Breite der Sohle: 90 Meter, stellenweise 44 Meter Wassertiefe: 11 Meter Schleusen: Die älteren Schleusen haben eine Länge von 125 Metern und sind 22 Meter breit, eine Schleusung dauert 30 Minuten. Die neueren Schleusen sind 310 Meter lang und 42 Meter breit, hier dauert eine Schleusung 45 Minuten. Passagen: 25.900 pro Jahr; mit Teilstrecken 33.500 (2011) Fahrzeit für Schiffe: etwa acht Stunden Höchstgeschwindigkeit: 15 km/h Beispiel Streckenvorteil: Bremen-Kiel: Um Skagen (Dänemark) herum: 602 Seemeilen, durch den Kanal: 169 Seemeilen.
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Nord-Ostsee-Kanal erst 2014 komplett einsatzbereit

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Die Schleusensanierung kommt nur langsam voran. Über Ostern ruhten die Reparaturarbeiten in der großen Doppelschleuse ganz. Das Bauwerk wird erst 2014 wieder zu 100 Prozent einsatzbereit sein. Von Wolfgang Runge

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Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt Dauer-Baustelle. Die von Hamburg und Schleswig-Holstein geforderten Sanierungsmaßnahmen gehen nur im Schneckentempo voran. Über Ostern ruhten die Arbeiten in der defekten Brunsbütteler Doppelschleuse vollständig. "Wir haben nicht die Kapazitäten", sagte Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). "Wir sind nicht in der Lage, jedes Wochenende arbeiten zu können." Die Taucher, Elektriker, Schlosser und Ingenieure schieben demnach bereits jetzt einen "Berg von Überstunden" vor sich her.

Eine von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) versprochene "Sondereinsatztruppe" ist demnach noch nicht zusammengestellt. Bevor die Stellen für einen Ingenieur, acht Handwerker sowie eine zweiköpfige Schiffsbesetzung ausgeschrieben werden können, müsse diversen Vorschriften genügegetan werden, sagte Fischer. Daher werden die Stellen "voraussichtlich nicht vor dem 1. Juni besetzt sein."

Mit einer Passage von rund 42 000 Schiffen jährlich gilt der Kanal als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord bewegen im Durchschnitt 95 Schiffe jeden Tag knapp 300 000 Tonnen Ladung auf der künstlichen Wasserstraße. Im vergangenen Jahr waren das insgesamt 104 Millionen Tonnen – das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. Zwar können zwei Drittel der Schiffe über die kleinere Doppelschleuse in den Kanal fahren. Doch größere Frachter passen nicht in die kleinen Schleusenkammern. Und die befördern zwei Drittel der Fracht.

Doppelschleusen funktionieren nur zu 50 Prozent

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Die größere der beiden Doppelschleusen in Brunsbüttel funktioniert derzeit jedoch nur noch mit Hilfe von Provisorien. Und das nur zu 50 Prozent, wie Fischer sagte: Zurzeit kann nur die südliche Kammer der großen Doppelschleuse genutzt werden. "Wir hoffen, dass die Nordkammer Ende April wieder funktionsfähig sein wird." Damit ist die Große Schleuse aber noch lange nicht wieder voll einsatzbereit, dämpfte der WSA-Sprecher falsche Hoffnungen: Dann muss die Südkammer gesperrt werden, um dort die Reparaturarbeiten fortzusetzen, die wegen des Wintereinbruchs im Dezember unterbrochen worden waren.

Die marode Technik der Schleusenanlagen stammt noch aus der Kaiserzeit und Ersatzteile müssen meist extra angefertigt werden. Die Experten probieren daher immer wieder Neues aus. Weil Holzkufen etwa unter den schweren Schleusentoren zu schnell verschlissen, wollen sie jetzt versuchen, ein Schleusentor auf "Rollschuhen" laufen zu lassen: Statt auf Schienen soll das Tor auf Kunststoff ummantelten Stahlrollen über den Boden der Schleusenkammer rollen. "Ob das tatsächlich so funktioniert, wie wir es uns wünschen, weiß noch keiner", sagte Fischer. Bei einem anderen Tor sollen mit Hilfe vorgefertigter Stahlplatten neue Schienen auf dem Schleusenboden festgeschraubt werden. Die alten waren aus dem Untergrund herausgebrochen.

Für die ganzen Provisorien wie Holzkufen oder Rollschuhe müssen irgendwann technische Dauerlösungen gefunden werden, um die große Doppelschleuse betriebssicher zu machen. "Wir hoffen, dass wir 2014 beide Kammern gleichzeitig nutzen können", sagt Fischer.

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne