Ramsauer kommt nicht zur Schleuse

Brunsbüttel

Ramsauer kommt nicht zur Schleuse

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Rettet den NOK

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Gemeinschaft
Der NOK wird immer weiter ausgebremst. Es muß dringend ein Sofortprogramm aufgelegt werden. Die Bundesregierung muß jetzt handeln!
Von Patrick Tiede |  Copyright Kieler Nachrichten Vielen Dank Herr Frank Behling
13.03.2013 16:53 Uhr
Er kommt nicht. Zumindest nicht am Donnerstag, wie ursprünglich geplant. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat seinen Besuch an der Brunsbütteler Schleuse kurzfristig abgesagt. "Terminliche Gründe" lautete die offizielle Begründung. Und teurer wird der Neubau nun auch noch.
Aus Termingründen sagt Ramsauer seinen Besuch in Brunsbüttel wieder ab.
© dpa
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Nord-Ostsee-Kanal

Ramsauer kommt zur Kanalschleuse

Von Frank Behling |
13.03.2013 10:00 Uhr
Nun soll es schnell gehen. Überraschend wird Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) an diesem Donnerstag die kaputte Schleusenanlage im Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel besuchen. Das sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) am Mittwoch.
Foto: Die Reparaturarbeiten in den beiden großen Schleusenkammern in Brunsbüttel laufen auf Hochtouren.
Die Reparaturarbeiten in den beiden großen Schleusenkammern in Brunsbüttel laufen auf Hochtouren.
© dpa
Brunsbüttel. Ramsauer wolle sich unter anderem über den Stand der Reparaturarbeiten informieren. Da zurzeit beide großen Kammern gleichzeitig ausgefallen sind, können große Schiffe den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) — die am häufigsten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt — nicht mehr passieren. Bauwerke und Technik der Schleusen stammen noch aus der Kaiserzeit. Sie sind häufig defekt. Seit knapp einer Woche bemühen sich Experten, eine der beiden großen Kammern provisorisch wieder funktionsfähig zu machen. Dafür ist zunächst ein mühseliges Hin- und Herschieben der beiden letzten noch intakten Schleusentore erforderlich. Wann der Kanal wieder voll nutzbar ist, ist weiterhin unklar, sagte WSA-Sprecher Thomas Fischer. Der NOK verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark herum um 250 Seemeilen (402 Kilometer).
Nord-Ostsee-Kanal

Wirtschaft appelliert an Bundesregierung

Von Deutsche Presse-Agentur dpa |
11.03.2013 15:59 Uhr
Der mündlichen Bitte folgt die schriftliche Einladung: Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) offiziell zu einem Besuch des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) eingeladen. Die Flensburger IHK hat die Bundesregierung am Montag zum Handeln aufgefordert.
Foto: Die Schleusen in Brunsbüttel müssen dringend repariert werden - doch die Mittel dazu fehlen.
Die Schleusen in Brunsbüttel müssen dringend repariert werden - doch die Mittel dazu fehlen.
© dpa (Archiv)  Copyright Kieler Nachrichten  Vielen Dank Herr Behling
Kiel.  „Wir möchten Ihrem Haus anbieten, einen gemeinsamen Termin mit allen relevanten Akteuren am NOK zu organisieren“, schreibt Meyer am Montag in einem Brief. Die Angelegenheit sei dringlich, weil die internationale Seeschifffahrt die Befahrbarkeit des Kanals zunehmend in Frage stelle. Er hoffe, kurzfristig von Ramsauer zu hören, schreibt Meyer weiter. Die beiden Minister hatten am Freitag auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin miteinander über den Kanal gesprochen. Meyer hatte Ramsauer gebeten, den Zustand des NOK noch vor der Maritimen Konferenz Anfang April in Kiel zu begutachten. Ramsauer habe versprochen, diese Möglichkeit zu prüfen, hieß es. Die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg (IHK) hat die Bundesregierung inzwischen aufgefordert, den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) schnellstmöglich wieder befahrbar zu machen. An oberster Stelle stehe ein Paket von Sofortmaßnahmen zur Intensivierung der vorbeugenden Instandhaltung an den Schleusen sowie zum Aufbau einer geeigneten „Notfallvorsorge“, um Störungen rasch beheben und bei Schleusenausfällen die Ausfallzeiten minimieren zu können, heißt es in einer am Montag verabschiedeten Resolution. IHK-Präsident Uwe Möser betonte, dass die Erhaltung des NOK nicht nur im Interesse der deutschen Wirtschaft liege, sondern auch eine völkerrechtliche Verpflichtung der Bundesrepublik sei. „Nicht nur wir, sondern alle Ostseeanrainer werden durch den derzeitigen Stillstand am Kanal geschwächt. Dieser Zustand muss schnellstens beendet werden“, forderte er. Der desolate Zustand der Schleusenanlagen vor allem in Brunsbüttel sei kurzfristig nicht zu verändern, hieß es in der Resolution. Es würden etwa sechs bis sieben Jahre vergehen, bis die neue Großschleuse in Brunsbüttel betriebsbereit ist und damit die Sanierung der bestehenden großen Schleusen beginnen kann. In diesem Zeitraum seien weitere Störungen an den bestehenden Schleusenkammern zu erwarten, auf die kurzfristig reagiert werden müsse. Seit dem Totalausfall der zwei großen Schleusenkammern in Brunsbüttel am 6. März kann der Kanal nur noch von Schiffen bis zu 125 Metern Länge genutzt werden. Damit sei die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt für die Standard-Feedercontainerschiffe derzeit nicht passierbar. Der Kanal ist zurzeit für große Schiffe wegen defekter Schleusen gesperrt. Die Schleusensanierung und der Bau einer dringend erforderlichen fünften Schleusenkammer sind längst überfällig, aber nicht in Gang gekommen. Ramsauer hatte im April 2012 den ersten Spatenstich für die fünfte Schleusenkammer gemacht. Seitdem laufen jedoch lediglich Vorarbeiten. Jetzt will der Bund im Rahmen des Infrastrukturbeschleunigungsprogrammes in Kanal 300 Millionen Euro investieren.
Nord-Ostsee-Kanal

Wirtschaft leidet unter der Sperrung

Von Jörn Genoux |
09.03.2013 11:05 Uhr
Unternehmen, die Mitarbeiter in Urlaub schicken, Umsatz im sechs- bis siebenstelligen Bereich verlieren oder ihren Kunden Hunderte Kilometer hinterherfahren müssen: Die Sperrung des Nord-Ostsee-Kanals für große Schiffe hat für Schleswig-Holsteins Wirtschaft gravierende Folgen.
Foto: Schleusenarbeiter bergen in Brunsbüttel mit einer Arbeitsplattform eine Stahlschiene aus dem Wasser. Die maroden Stahlschienen sind der Grund, weshalb die Schleusentore nicht funktionieren. Große Schiffe können deshalb den Nord-Ostsee-Kanal weiterhin nicht befahren. Copyright Kieler Nachrichten Vielen Dank Herr Behling
© dpa (Archiv)
Kiel/Brunsbüttel. So wie Kanalsteurer und Lotsen von einem Tag auf den anderen einen Großteil ihrer Arbeit verloren haben, so unvermittelt trifft es auch zahlreiche Unternehmen. „Unsere Mitarbeiter müssen Urlaub nehmen“, sagt Jens Broder Knudsen, geschäftsführender Gesellschafter bei Sartori&Berger (Kiel). Die andere Kieler Schiffsmaklergesellschaft, United Canal Agency (UCA), muss laut Geschäftsführer Jann Petersen ebenfalls Mitarbeiter bitten, Ausgleichstage, Resturlaub oder neuen Urlaub zu nehmen. Das kommt für Jens Weselmann nicht infrage. Der Chef des Bominflot Tanklagers (Kiel) muss einen 24-Stunden-Schichtdienst aufrecht erhalten, damit jederzeit Schiffe Treibstoff bunkern können. Die Umsatzeinbußen für Bominflot sind gewaltig. So habe der Tanker „Aurora“ auf dem Weg von Russland nach Frankreich in Kiel 480 Tonnen Treibstoff aufnehmen wollen, berichtet Weselmann. Das 168 Meter lange Schiff fährt nun um Skagen, und Bominflot verliert 240000 Euro. Ähnliches berichtet ein Sprecher des Mineralölkonzerns Total, der in Brunsbüttel ein Tanklager betreibt: Keine fünf Minuten nach der Nachricht über die Teilsperrung des Kanals habe der erste Kunde einen Auftrag zurückgezogen: 300 Tonnen für 150000 Euro. Stornierungen gingen auch beim Schiffsausrüster HMS in Kiel und in Hamburg ein. Doch in den meisten Fällen versuche man, die Ware – Lebensmittel, Ersatzteile, Werkzeuge – in einem anderen Hafen anzuliefern, berichtet Geschäftsführer Frank Engellandt. Allerdings bedeute das einen erheblichen Mehraufwand. Die Folgen beschränken sich nicht allein auf die Schifffahrt und deren Dienstleister oder Lieferanten. Viele Unternehmen in der Region Brunsbüttel beziehen Rohstoffe per Schiff oder exportieren ihre Waren über den Kanalhafen. Die Raffinerie in Heide muss drei große Schiffe abbestellen und stattdessen sechs kleinere damit beauftragen, 30000 Tonnen Mineralölprodukte zu verschiffen. Mehrkosten: 100000 Euro. Glück im Unglück haben das Chemieunternehmen Sasol und der Düngerhersteller Yara: Beide erwarten in den nächsten Wochen keine größeren Schiffe. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) traf am Freitag in Berlin Verkehrsminister Peter Ramsauer. Er habe den CSU-Politiker eingeladen, in den kommenden vier Wochen an den Kanal zu kommen, um sich mit allen Beteiligten an einen Tisch zu setzen. Ramsauer teilte mit, er setze auf ein Aktionsbündnis zur schnellen Instandsetzung und dem Ausbau des Kanals. Nächste Woche wolle er dem Haushaltsausschuss den zusätzlichen Finanzbedarf von 60 Millionen Euro für den Neubau einer fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel (Gesamtkosten 360 Mio.) zur Genehmigung vorlegen.
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne