Warnstreiks legen Schiffsverkehr auf Neckar lahm

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Warnstreiks legen Schiffsverkehr auf Neckar lahm

 Bildergalerie: Warnstreik an der Neckarschleuse | 28.02.
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Lauffen - Beschäftigte der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Zu den Warnstreiks hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. An der zentralen Kundgebung, die an der Neckarschleuse in Lauffen stattfand, beteiligten sich mehr als 120 Mitarbeiter. Von den Arbeitsniederlegungen waren fast alle Schleusen zwischen Heidelberg und Stuttgart betroffen. Der Schiffsverkehr auf dem Neckar kam zum Erliegen. Auf Schiffsladungen wartende Betriebe konnten dadurch teilweise nicht beliefert werden. Konkreter Hintergrund der Warnstreiks sind laut Verdi die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, im Rahmen des Umbaus der Schifffahrtsverwaltung die Behörde in der bestehenden Form zu zerschlagen und von derzeit 12000 Arbeitsplätzen mindestens jede fünfte Stelle abzubauen. In Baden-Württemberg sind rund 1400 Beschäftigte der Wasser- und Schifffahrtsverwaltungen betroffen.
Die geplante Reform bedeute Zentralisierung, mehr Privatisierung und weniger Stellen für Auszubildende, sagte Gewerkschaftssekretärin Marianne Kugler-Wendt. „Wir verlangen, dass die Reform sozialverträglich durch einen Tarifvertrag abgesichert wird.“ Auf die Frage, warum ein Tarifvertrag keine Selbstverständlichkeit sei, lacht sie und sagt: „Weil’s der Peter Ramsauer nicht macht. Weil’s Geld kostet.“
Es gehe jetzt darum, „einfach ein Zeichen zu setzen“, sagte Markus Kling, Streikredner an der Schleuse in Lauffen. Die Reform dürfe nicht so umgesetzt werden, wie man es vor habe, fordert Oliver Kern aus Heilbronn-Klingenberg, der beim Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stuttgart arbeitet. Es sei zu befürchten, dass die Leute quer durchs Land geschickt würden und möglicherweise gegen ihren Willen versetzt würden.
Auch Leonarda Zinser, ebenfalls vom WSA Stuttgart, beklagt das. Sie glaubt nicht, dass der Streik gleich zum Erfolg führen werde. „Ich denke, man sich noch öfter.“
In Iffezheim am Rhein (Kreis Raststatt) fand am Donnerstagvormittag ebenfalls eine Kundgebung statt. Verdi habe bereits im vergangenen Jahr das zuständige Bundesinnenministerium mehrfach vergeblich zu Tarifverhandlungen aufgefordert, heißt es in einer Verdi-Pressemitteilung zu den Warnstreiks. Es könnte auch ein unbefristeter Streik folgen.
Betroffene Schiffskapitäne äußerten nach Angaben der Streikenden zum Teil wenig Verständnis. „Die haben ihre Termine“, sagte ein Schleusenwärter. aho
Der Herr Minister persönlich begrüßt die Streikenden vor dem BMVBS in Berlin
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Eine Reform darf nicht gegen die MitarbeiterInnen durchgepeitscht werden
Zum Warnstreik der KollegInnen der Wasse
r- und Schifffahrtsverwaltung am Nord-
Ostsee-Kanal (NOK) sagt der verkehrspolit
ische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis
90/Die Grünen,
Andreas Tietze
:
Diesen Warnstreik hat Verkehrsminister Peter Ramsauer mit seiner verkorksten Reform
provoziert. Der geplante Abbau von 2.500 Arbeitsplätzen schwächt die maritime Ver-
bundwirtschaft in Schleswig-Holstein und verlagert wichtige Kompetenzen weg von der
Küste.Die MitarbeiterInnen sind stark verunsichert durch die ihnen aufgezwungene Reform
und wehren sich zu Recht mit dem bundesweiten Warnstreik. Schon der bisherige Per-
sonalabbau hat dem Betrieb des NOK geschadet, es fehlt an Fachleuten für schnelle
Reparaturen. Auch die verzögerte Erstellung der Ausschreibungsunterlagen für den
Schleusenneubau in Brunsbüttel zeugt von Personalnot bei der Wasser- und Schiff-
fahrtsverwaltung.
Eine Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ist unbestritten überfällig. Dass sie
bis jetzt auf der Stelle tritt, dafür trägt der Verkehrsminister die alleinige Verantwortung.
Der Bundesverkehrsminister muss seine Pläne vollständig offen legen und die Inhalte
mit den MitarbeiterInnen diskutieren. Eine Reform darf nicht gegen die Belegschaft
durchgepeitscht werden.***
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne