Minister Reinhard Meyer beim Besuch der Brunsbütteler Schleusen

Minister Reinhard Meyer beim Besuch der Brunsbütteler Schleusen. Neben ihm WSA-Leiterin Gesa Völkl, dahinter die Landtagsabgeordeten Bernd Voß (links) und Oliver Kumbartzky.
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Gesa Völkl stellt die Planungen für den Bau der 5. Schleusenkammer vor.
5. Schleusenkammer – 4 Jahre Bauzeit
Verkehrsminister Reinhard Meyer und Landwirtschaftsminister Robert Habeck informierten sich über den Stand der Planungen in Brunsbüttel
Brunsbüttel
Der Terminplan für den Bau der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel steht. Das bestätigte die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel, Gesa Völkl, bei einem Besuch des Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministers, Reinhard Meyer, in ihrer Dienststelle. Als Minister für ländliche Räume stieß später auch Robert Habeck dazu. Stationen des mehrstündigen Brunsbüttel-Besuchs waren neben den Kanalschleusen der Elbehafen und das Bayer-Werk. Zwischendurch nahmen die Minister an der internen „Werksleiterrunde“ der Brunsbütteler Industriebetriebe teil. Gäste waren auch die Landtagsabgeordneten Bernd Voß von den Grünen und Oliver Kumbartzky (FDP). „Es geht darum, dass die Schleusen zukunftsfähig sind und bleiben“, sagte Dezernatsleiter Karsten Thode aus dem Regionalmanagement der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Kiel bei der Begrüßung von Verkehrsminister Meyer. Dieser begründete die insgesamt mit einer Milliarde Euro kalkulierten Gesamtinvestitionen in die meistbefahrene Wasserstraße der Welt mit dem dringenden Sanierungsbedarf der jetzt hundert Jahre alten Schleusen. Angesichts dieser Größenordnung plädierte Reinhard Meyer für einen Masterplan, um die Abfolge der anstehenden Maßnahmen einzuordnen. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Valerie Wilms (Bündnis 90/Die Grünen) wies darauf hin, dass die ersten Mittel von 300 Millionen Euro für den Bau der 5. Kammer im Haushalt 2012 „festgezurrt“ worden seien. „Das Geld ist also da!“ Schließlich hätten die Schleusen absoluten Vorrang. „Wenn sie nicht funktionieren, ist eine Schifffahrt nicht mehr möglich“, stellte sie fest. Die in Brunsbüttel anstehenden und zum Teil schon seit mehreren Jahren durchgeführten Maßnahmen erläuterte die WSA-Chefin Gesa Völkl. Vorangegangen sei bereits der Bau des Leitungsdükers, in den 20 Millionen Euro investiert wurden. Jetzt werde die Mole 2 für rund sieben Millionen Euro in Richtung Elbe verlängert und die Spülrohrleitung von der Schleuseninsel über die Südseite und durch den Kanal hindurch in die Elbe verlegt: Auf der Nordseite entsteht ein neuer Verkehrstechnikraum, aus dem die Schiffsbewegungen auf dem NOK gelenkt und überwacht werden. An der norddeutschen Küste gäbe es diese Einrichtungen neben Brunsbüttel nur noch in Wilhelmshaven und Travemünde, teilte Völkl mit. Auf den Bau der 5. Klammer eingehend, nannte Gesa Völkl konkrete Daten: Ende des Jahres geht die große Maßnahme in die Ausschreibung. Die Unterlagen umfassen mehrere tausend Seiten. Die Submission folgt im April, und nach der Auftragsvergabe im September 2013 soll der eigentliche Baustart erfolgen. Der Bau der 5. Kammer wird sich bis ins Jahr 2017 erstrecken. Von 2018 bis 2022 soll die Sanierung der beiden großen Schleusen beginnen. Hier gab es angesichts der wiederholt anstehenden Reparaturarbeiten immer wieder Staus von wartenden Schiffen vor der Schleuseneinfahrt. Beim anschließenden Gespräch im Elbehafen ging es unter anderem um die geplante Multi-Purpose-Pier, bei der es sich um ein von der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel angeregtes 30-Millionen-Euro-Projekt handelt. Damit soll der Elbehafen zu einem schwerlastfähigen Offshore-Hafen ausgebaut werden. Die Minister Meyer und Habeck sprachen sich für einen Ausbau in kleinen Schritten aus. Es müsse beachtet werden, dass durch diese Pier nicht der Spielraum für andere Hafenbereiche der Schramm-Group eingeengt werden. Gemeinsam mit der Chefetage des Bayerwerks waren sich die Minister einig über die weitere Planung der A 20. „Dabei gab es keinen Dissens“, fasste der Pressesprecher des Verkehrsministeriums, Harald Haase, nach dem Gespräch zusammen. Vorrang habe allerdings der Autobahnbau bis zur A 7, „denn mehr ist in dieser Legislaturperiode ohnehin nicht zu schaffen“. Gleichwohl werde die Fortsetzung westlich der A 7 bis zur Elbquerung weiter geplant, kündigte Haase an. Jochen Schwarck Norddeutsche Rundschau (abgespr. m. Rolf Pöschus)
Da soll die fünfte Schleusenkammer gebaut werden.“ Heidi Herrmann zeigt Otto Höllmann eine Luftaufnahme.
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Schleusentour mit Heidi Herrmann
Insgesamt sechs zertifizierte Gästeführer der Volkshochschule bringen Interessierten die Schnittstelle von Kanal und Elbe nahe
Brunsbüttel
Der Nord-Ostsee-Kanal ist mit fast 100 Schiffen pro Tag die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. „Mehr als im Suez- und Panamakanal zusammen“, berichtete Heidi Herrmann den Teilnehmern einer einstündigen Schleusenführung, die in den Sommermonaten regelmäßig dienstags und donnerstags um 14 Uhr bei der Tourist-Info am Gustav-Meyer-Platz beginnt. Heidi Herrmann ist eine von sechs zertifizierten Gästeführern, die für diese Aufgabe im Wintersemester der Volkshochschule Brunsbüttel ausgebildet wurden und die dafür eine Abschlussprüfung ablegen mussten. Seitdem gehört sie zu einem eigens für die Führungen gebildeten Mitarbeiterteam der VHS. Das Management der Gäste- und spezieller Gruppenführungen hat als siebtes Mitglied des Teams Almut Koppermann übernommen. Kurz bevor Heidi Herrmann am Donnerstag zur Schleusenführung starten wollte, fehlten die Besucher. Der Dauerregen dieses Tages schreckte offenbar die Menschen ab. Aber dann trafen doch noch acht Ausflügler aus Lünen nahe Dortmund ein. „Wir sind Schneewittchen und die sieben Zwerge“, scherzte Otto Höllmann. Der 79-Jährige gehört zu sieben Senioren, die sich regelmäßig zum Gymnastiksport treffen. „Schneewittchen ist unsere Übungsleiterin“, verriet Höllmann. Mit zwei Autos waren die Westfalen zu einer Reise nach Schleswig-Holstein aufgebrochen. Von Brunsbüttel ging es weiter nach Husum. Gestern stand eine Helgoland-Fahrt auf dem Programm, ebenso das Watt. Zu den Seniorensportlern stießen zwei weitere Urlauber aus Nordrhein-Westfalen. Helmut und Bärbel Papenburg aus Unna befinden sich auf einer Küstenreise. Mit ihren Fahrrädern sind sie unterwegs über Ostfriesland und an der Elbe entlang bis Wischhafen. Über Glückstadt kamen sie nach Brunsbüttel, schlugen auf dem örtlichen Campingplatz ihr Zelt auf und machten sich dann auf zur Schleusenführung. „Wir wollen in den nächsten Wochen die Nordseeküste rauf und die Ostseeküste wieder runter fahren“, erzählten sie. Gästeführerin Heidi Herrmann zeigte den Besuchern den Yachthafen und den hier 500 Meter breiten Kanal, erinnerte an die Einweihung der damals Kaiser-Wilhelm-Kanal genannten Wasserstraße. 9000 Arbeiter schaufelten ihn auf der 100 Kilometer langen Strecke aus, ehe er 1895 eröffnet werden konnte. Heute ist der Nord-Ostsee-Kanal der fünftgrößte Arbeitgeber des Landes. Interessiert verfolgten die Gäste die von Heidi Herrmann präsentierten Zahlen. Von den Aussichtsplattformen zeigte sie auf die beiden alten, 25 mal 125 Meter langen sowie die beiden 43 mal 320 Meter langen neuen, aber auch schon 100 Jahre alten Schleusen. Nun warten alle auf die fünfte große Schleuse, damit nach deren Fertigstellung die alten Anlagen nach und nach saniert werden können. „Die Schiffe sind größer und die beförderten Güter umfangreicher geworden“, gab Heidi Herrmann zu bedenken. Der Kanal lasse Schiffe bis zu 9,50 Meter Tiefgang und maximal 40 Meter Höhe zu. Dann bliebe immer noch Spielraum bis zur tatsächlichen Kanaltiefe von elf Metern und den Brückenhöhen von 42 Metern. Sie berichtete über die Arbeit der Kanallotsen, Kanalsteuerer und Festmacher. Würde man die durchschnittliche Tonnage, die Tag für Tag durch den Kanal transportiert werde, auf die Straße verlagern, wären dafür täglich 14 000 Lastzüge notwendig.
Jochen Schwarck Norddeutsche  Rundschau
 
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne