500 Einsatzkräfte arbeiteten bei größter Ölwehrübung Schleswig-Holsteins Hand in Hand /

AA) Schiffshavarie – Ölpest im Griff
500 Einsatzkräfte arbeiteten bei größter Ölwehrübung Schleswig-Holsteins Hand in Hand / Umweltminister zeigt sich beeindruckt
Glückstadt/Kollmar/Wedel
Es war die bislang größte Ölwehrübung in Schleswig-Holstein: Rund 500 Kräfte aus 14 Freiwilligen Feuerwehren, zehn Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und Helfer der Sanitätsbereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes aus Glückstadt beziehungsweise Wedel haben am Wochenende den Ernstfall einer drohenden Ölpest geübt. Ausgearbeitet und koordiniert wurde das Szenario einer Schiffshavarie vor Stadersand mit anschließend bis Kollmar treibendem Schweröl vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) in Husum. Bereits am Freitag hatten die Einsatzkräfte ihre Bereitstellungsräume in Wedel und auf der Docke am Glückstädter Außenhafen in Beschlag genommen und dort teilweise auch übernachtet. Am Sonnabend wurden die Kräfte dann in aller Frühe ohne Blaulicht zu ihren jeweiligen Einsatzstellen abgefordert. Einsatzschwerpunkt im Kreis Steinburg war der Großraum Kollmar. Vor der Grundschule in der Schulstraße hatte der Löschzug Gefahrgut des Kreises Steinburg einen Dekontaminationsbereich für Personen hergerichtet und zeichnete auch für die Ausgabe der Schutzkleidung verantwortlich. Der LKN hatte zu diesem Zeitpunkt im Bereich Steindeich Torf ausgeschüttet, mit dem eine Ölverschmutzung des Strandes und des Deckwerkes simuliert werden sollte. Bei der Beseitigung mit Schaufel und Eimer sowie Wasser aus dem Hochdruckschlauch – dazu musste die Feuerwehr Kollmar-Bielenberg eine 300 Meter lange Schlauchleitung verlegen - erhielten die Helfer tatkräftige Unterstützung: Obwohl nur als Übungsbeobachter angekündigt, schlüpften Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck und der Leiter seines Ministerbüros, Frank Trende, in einen weißen Vollschutzanzug. „Ich komme mir vor wie ein Frosch“, meinte Habeck, als er sich auch noch die vorgeschriebene Atemschutzmaske vor das Gesicht band. Begleitet von großem Medieninteresse schulterten beide abwechselnd eine Tragestütze mit zwei Eimern, schaufelten das Sand-Torfgemisch zusammen und schleppten dies in bereitstehende Big-Bags. Nach der knapp 30 Minuten dauernden Plackerei vergaß der Grünen-Minister nicht, sich stellvertretend für das gesamte Einsatzteam bei den Kollmaraner Wehrführern Kai Schumacher und Karl-Ernst Kruse-Soenke mit Handschlag zu bedanken und fuhr mit dem neuen hochgeländegängigen Allradfahrzeug „Polaris“ des LKN zur nächsten Übungseinheit. Zwischenzeitlich waren die zuvor in Horst und Wedel mit dem Übungsgeschehen vertraut gemachten Beobachter, darunter Kreisbrandmeister Frank Raether, mit Bussen am Kollmaraner Hafen eingetroffen. Von dort ging es mit einem Boot auf die Elbe hinaus, wo Thomas Langmaak vom LKN technische Einzelheiten der Ölbekämpfung anschaulich erläuterte. „Das vermeintliche Öl wird mit Hilfe einer von Schleppern gezogenen langen Ölsperre eingegrenzt und dann von dem dahinter fahrenden Ölauffangschiff ‚Lütt Moor‘ mit zwei seitlichen Ölsperren in einen Tank befördert“, sagte Langmaak. Robert Habeck war inzwischen in einen Hubschrauber umgestiegen, um sich die Ölbekämpfungsaktion aus luftiger Höhe anzuschauen, und landete dann auf der Elbinsel Pagensand. Dort kümmerten sich laut Übungsprotokoll Einsatzkräfte der Feuerwehren Uetersen, Glückstadt und Brunsbüttel sowie des THW aus Meldorf und Tönning unter anderem auch um das Suchen, Einsammeln und den Transport verölter Vögel. Mit einem Speedboot war Habeck zurück zur vorläufigen Manöverkritik nach Kollmar geeilt und zeigte sich von der Übung beeindruckt. Er lobte das Engagement der vielen Einsatzkräfte. „Trotz modernster Technik wäre in einer echten Situation auch immer viel Handarbeit zu leisten. Ohne die Hilfe der dafür ausgebildeten Ehrenamtler wäre der Umgang mit einer solchen Situation nicht machbar.“Jürgen Kewitz Norddeutsche Rundschau
A) Schiffskollision – Ölpest droht B) Hamburgs Hafen ohne Feuerlöschboote Hamburg
Zwischen 200 und 400 Tonnen Diesel liefen 2008 trotz Ölsperren in die Elbe, nachdem im Schleusenkanal in Geesthacht das Tankschiff „Undine" bei einer Schiffskollision schwer beschädigt wurde. Um bei solchen Unglücken schnell eingreifen zu können, wird Sonnabend der Ernstfall geprobt.
Foto: dpa Norddeutsche Rundschau
A)
Bisher größte landesweite Katastrophenübung am Sonnabend mit 400 Einsatzkräften zwischen Wedel und Glückstadt
Kreis Steinburg
Bei Stadersand in Höhe Haselau sind gegen 20 Uhr das Vollcontainerschiff MS „Macau Star“ und die MS „Ole Land“ auf der Elbe kollidiert. Dem Elbstrand droht eine Ölpest. Erste ölverschmierte Vögel werden gefunden, mehrere Hundert sind bedroht. Ölfelder treiben mit dem Tidestrom zwischen Glückstadt und Wedel. Ein Horrorszenario. Glücklicherweise nur ein fiktives für die bisher landesweit größte Ölwehrübung, zu der am Sonnabend, 1. September, mehr als 400 Teilnehmern, 100 Fahrzeuge und mehr als ein Dutzend Schiffe im Einsatz sein werden. Der Einsatzplan des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) hat schon gestern das fiktive Geschehen in Gang gesetzt. Demnach kann die MS „Ole Land“ sofort von einem Schlepper auf den Haken genommen werden, während die manövrierunfähige MS „Macau Star“ querliegt und am Fahrwasserrand feststeckt. Der Bodentank leckt, Schweröl tritt aus. Verletzte gibt es nicht. Der LKN-SH wird für heute mit der Kontrolle der Küstenabschnitte zwischen Kollmar bis Wedel und Pagensand beauftragt. Erste Verunreinigungen werden festgestellt. Zwischen Hetlingen und Wedel wird auf 7,1 Kilometern Öl im Flutsaum gefunden. Der Führungsstab Schadstoffunfallbekämpfung wird einberufen und mit der Vorbereitung für einen großangelegten Bekämpfungseinsatz beauftragt. Diesen Ernstfall proben 14 Freiwillige Feuerwehren und zehn Ortsgruppen des Technischen Hilfswerks (THW) unter Koordination des Husumer Lagezentrums am Sonnabend zwischen 7 und 13 Uhr auch ganz praktisch. Mit Spezialfahrzeugen, aber auch per Hand sollen die Einsatzkräfte das fiktive Öl am Elbufer aufnehmen. Einsatzorte sind das Elbufer nördlich von Kollmar, die Elbinsel Pagensand, der Strand bei Hetlingen und das Fährmansander Elbwatt. Auf der Elbe vor Kollmar üben Spezialschiffe des LKN-SH die Aufnahme des Öls von der Wasseroberfläche. Das Dwarsloch, ein Nebenarm der Elbe bei Hetlingen, soll mit einer Ölsperre gesichert werden. Die Großübung wird auch Umweltminister Robert Habeck vor Ort verfolgen. Ziel der Übung ist, die Zusammenarbeit der Behörden, Kommunen, Organisationen und Firmen zu verbessern, eine gemeinsame Logistik und Kommunikation aufzubauen sowie die Einsatzgeräte zu erproben. Wegen der Vielzahl der Beteiligten könne es rund um die Einsatzorte zu Behinderungen auf Zufahrtsstraßen und Wegen, am Deich sowie in den Sporthäfen kommen, kündigt der LKN-SH an. „Zu Straßensperrungen wird es jedoch nicht kommen“, sagt Dr. Hendrik Brunckhorst vom LKN-SH.
Anke Jacobi Norddeutsche Rundschau
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szmtag
Hamburgs Hafen ohne Feuerlöschboote Hamburg Der Hamburger Hafen ist ohne Feuerlöschboote. In der Nacht zu gestern ging das letzte der insgesamt drei Schiffe bei Löscharbeiten im Hamburger Travehafen kaputt. Die Besatzung brach den Einsatz wegen Motorprobleme ab, sagte Feuerwehrsprecher Manfred Stahl. Ein Schlepper brachte das Schiff zu einer Werft. Die beiden anderen Löschboote der Hamburger Feuerwehr waren schon zuvor wegen kleinerer technischer Defekte ausgefallen. Sie werden voraussichtlich noch vor Ostern wieder in Dienst gestellt werden – das eine eventuell schon heute, sagte Stahl. Bis dahin werde die Feuerwehr im Hafen bei einem Ernstfall unter anderem vom Havarie-Kommando in Cuxhaven unterstützt. Das Feuer auf einem mit Zellulose beladenen Frachtschiff im Travehafen in Hamburg-Steinwerder hat einen Schaden von einer Million Euro verursacht. Brandursache waren vermutlich Schweißarbeiten an einem der Lukendeckel. Durch die Hitze habe sich die Farbe im Inneren des Lukendeckels verflüssigt und sei brennend auf die darunter gelagerten Celluloseplatten getropft. lno

Hamburgs Hafen ohne Feuerlöschboote

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Hamburg (dpa/lno) - Der Hamburger Hafen ist ohne Feuerlöschboote. In der Nacht zum Dienstag ging das letzte der insgesamt drei Schiffe bei Löscharbeiten im Hamburger Travehafen kaputt. Die Besatzung brach den Einsatz wegen Motorprobleme ab, sagte Feuerwehrsprecher Manfred Stahl. Ein Schlepper brachte das Schiff zu einer Werft. Die beiden anderen Löschboote der Hamburger Feuerwehr waren schon zuvor wegen kleinerer technischer Defekte ausgefallen. Sie werden voraussichtlich noch vor Ostern wieder in Dienst gestellt werden - das eine eventuell schon am Mittwoch, sagte Stahl. Bis dahin werde die Feuerwehr im Hafen bei einem Ernstfall unter anderem vom Havarie-Kommando in Cuxhaven unterstützt.

 
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1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne