„wichtig, dass für den deutschen Markt zumindest die Wartung der Offshore-Anlagen bleibt

Bis Anfang 2013 ausgelastet – die Flensburger Schiffbaugesellschaft.
Foto: Staudt

Werften gehen leer aus

Vom Offshore-Geschäft kommt bisher in Schleswig-Holstein nichts an

kiel

Die Energiewende – nur vermeintlich eine Chance für die Wirtschaft im Norden? Zumindest vom Offshore-Geschäft kommt bisher bei den Werften kaum etwas an: „Das geht an uns vorbei“, kritisiert der Chef der Flensburger Schiffbaugesellschaft, Peter Sierk. Große Energie- und Baukonzerne würden Schiffe bestellen, „die so, wie die sich das denken, gar nicht funktionieren – und wir sollen das Risiko tragen“. Gerade mal ein einziger Auftrag für eines von 39 Errichterschiffen für den Bau von Offshore-Windparks sei bisher nach Deutschland gegangen.

Katrin Birr von der Gebrüder Friedrich Werft in Kiel findet es „wichtig, dass für den deutschen Markt zumindest die Wartung der Offshore-Anlagen bleibt“. „Als wir begonnen haben, unsere Fühler danach auszustrecken, ist uns aufgefallen, dass die Energiekonzerne zu denen gehen, die schon Erfahrung haben – nach Norwegen, Dänemark, Großbritannien. Birr wünscht sich, Fördergeld für den Ausbau der Windenergie daran zu knüpfen, „dass eine gewisse Quote der Aufträge in Deutschland bleibt“. „Es ist schade, dass wir noch nicht weiter sind“, findet Mark Dethlefs von Peters Schiffbau in Wewelsfleth. Die Firma hat Interesse an kleinen Versorgern und Reparaturschiffen. Susanne Wiegand von Nobiskrug Abu Dhabi Mar in Rendsburg und Kiel, wo derzeit zwei Umspannplattformen entstehen, sagt: „Wir sind in der glücklichen Lage, Verzögerungen im Offshore-Geschäft kompensieren zu können.“ Insgesamt tue es der Branche jedoch weh, dass die Energiewende stocke.

RWE hat den Bau zweier großer Errichterschiffe 2009 weltweit ausgeschrieben.

„Gerne hätten wir den Auftrag an eine deutsche Werft vergeben,“ sagt Sprecher Konrad Böcker. „Allerdings eignen sich aufgrund der Dimension der Schiffe nur wenige deutsche Werften für den Bau. Schließlich handelt es sich um einen komplett neuen Schiffstyp und keine deutsche Werft hat signifikante Erfahrungen im Offshore-Geschäft gesammelt.“ Indes sieht er für deutsche Werften „schon noch Chancen“ bei kleineren Flottillen, die während des Baus aber vor allem während des Betriebs von Offshore-Windparks benötigt werden. Unter anderem gehe es um Transportschiffe oder kleinere Hubinseln.

        Foto: Steffen Voss

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bezeichnet es als „nationale Aufgabe“, die Werften auf neuen Geschäftsfeldern zu unterstützen. Vor allem die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) müsse bei der Finanzierung mit ins Boot geholt werden. Bisher, so Meyer, „hat der Bund das Potenzial der Werften nicht erkannt.“ „Der Befund stimmt“, sagt Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) zum Vorbeigehen des Offshore-Geschäfts an den heimischen Werften. „Wir sehen jetzt die Folge davon, dass die Energiewende von der Politik viel zu lange nicht als Chance erkannt worden ist: Produktion in dem Bereich geht ins Ausland verloren.“

Fju Norddeutsche Rundschau

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne