Rauschendes Sommerfest der Seemannsmission Brunsbüttel

B) Bischöfin a.D. Maria Jepsen predigt beim Gottesdienstes der Seemannsmission in Brunsbüttel
Etwas ganz Besonderes bot die Seemannsmission zu ihrem diesjährigen Sommerfest an. Stationsleiter Leon Meier hatte Biere aus allen Ländern der Welt besorgt, um sie als „1 Meter Seemannsmission“zu verkaufen. Die Einnahmen fließen in die Arbeit der Einrichtung an der Kanalstraße in Brunsbüttel. „Es sind Flaschenbiere aus Ländern, in denen die Deutsche Seemannsmission eine Station unterhält“, erklärte der Diakon. So befanden sich in den Holzständern, die die Tischlerei Maik Dettlof angefertigt hatte, unter anderem Bier aus China, Singapur, USA, Brasilien, Südafrika und Ägypten. Gegen den etwas kleinern Durst gab es auf Wunsch auch den halben Meter. Jochen Driesnack moderierte als Vereinsvorsitzender das Fest, das unter dem Länderschwerpunkt Irland stattfand. Neben heimischen Waffeln, Bratwurst und einem großen Kuchenbuffet wurden Informationen rund um die grüne Insel sowie Guinness und Kilkenny angeboten. Hafenbetreiber Brunsbüttel Ports stellte Ausbildungsberufe vor und führte viele Gespräche mit Interessenten. „Leider sind wenige Jugendliche hier.“ Trotzdem war Geschäftsführer Frank Schnabel mit der Aktion zufrieden. Der Modellbauclub präsentierte einige Modellschiffe und beantwortete Fragen rund um das Hobby. Ein „Außenposten“ der Strandbar Copacanala servierte bunte Cocktails, die neben Bier, Kaffee und südafrikanischem Wein großen Zuspruch bei den zahlreichen Gästen fanden. Außerdem gab es eine Spielecke für Kinder, die der Paulus-Kindergarten Süd betreute. Die Seemannsmission sammelte Spenden, bot Merchandising-Artikel an und verkaufte Bücher, um für die ausländischen Seeleute aktuelle Zeitungen anzuschaffen. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Shanty-Chöre Takelure und Klabautermänner mit zünftigen Seemannsliedern. Thorsten Franck und Sven Häbel unterhielten als Duo „The Tinkers“ mit Irish Folk. Sie brachten die Gäste zum Schunkeln und Mitsingen und konnten erst nach einigen Zugaben ihre Instrumente einpacken. Das große, von der Seemannsmission angeschaffte Zelt bot Schutz vor den kurzen Regenschauern, von denen sich aber niemand stören ließ. Unterm Strich ein rauschendes Fest an der Kanalstraße, an dem auch viele ausländische Seeleute teilnahmen.
sko Norddeutsche Rundschau
www.seemannsmission-brunsbuettel.de
   
szmtag
Die Mitwirkenden des Gottesdienstes: (v.li.) Bernd Appel, Maria Jepsen, Stationsleiter Leon Meier, Frank Schnabel, Diakonin Maike Puchert und Michael Hartmann.
Foto: Kolz (2)
Gruß an die Seeleute in aller Welt   Brunsbüttel „Hier is‘ de ganze Welt to Gast, vun wiet her övert Meer.“ Der Lotsenchor „Takelure“ sang im Rahmen des Seefahrergottesdienstes zum Tag der Seefahrer das Brunsbüttel-Lied – und brachte damit das Motto auf den Punkt. Der Gottesdienst wurde von Pastor Jochen Driesnack geleitet, der zum Gruß an alle Seemänner einlud, die immer wieder gesund nach Hause kommen wollen. Er wies darauf hin, dass die Kollekte an die Seemannsmission in Antwerpen geht, die, wie vor kurzem Brunsbüttel, ebenfalls einen neuen Bus braucht. „Es soll so der Kontakt der Inlandstation Brunsbüttel mit der Auslandsstation aufgenommen und mit Leben gefüllt werden“, so Driesnack. Gedanken über die Seefahrt machten sich Bürgermeister Stefan Mohrdieck und Bernd Appel, Vorsitzender des Nautischen Vereins Sektion Brunsbüttel. „Schiffe sind Schöpfungen von Menschen, mal gelobt und mal verflucht“, sagte Mohrdieck. Appel schilderte den Ablauf einer Seereise aus Sicht des Seemannes, der von der Familie lange Zeit getrennt und meist sieben Tage die Woche auf engstem Raum an Bord verbringt. Er hob in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Seemannsmissionen in der ganzen Welt hervor, die Begegnung und Abwechslung bieten. Bischöfin a.D. Maria Jepsen machte in ihrer Predigt deutlich, dass Glaube nicht nur Idylle ist. „Glaube gehört ins tägliche Leben und erfordert manchmal auch harte Worte, um Gerechtigkeit einzufordern.“ Gerade für Seeleute aus aller Welt – unabhängig ihrer Religion und Weltanschauung. „Ebenso wie die Seemannsmission im Namen Christi Hilfe gibt und auf Missstände hinweist“, so Jepsen weiter. Erst vor kurzem hatte Seemannsdiakon Leon Meier von der ITF (Internationale Transportarbeiter Föderation) die Mitteilung erhalten, dass Ivan Gorelik seine ausstehende Heuer von 6000 Euro aus dem Erlös der Versteigerung der „Rosethorn“ erhalten hat. Das Schiff war 2008 mit Motorschaden in Brunsbüttel liegen geblieben und von der Reederei aufgegeben worden. Der 1. Offizier Gorelik war als letzter nach Ablauf seines Vertrages von Bord gegangen und hatte mit der Unterstützung der Seemannsmission Brunsbüttel seinen Heimweg nach Weißrussland angetreten. Das Schiff wurde im April dieses Jahres versteigert. Bevor das Team der Seemannsmission im Anschluss an den Gottesdienst zum geselligen Frühschoppen einlud, wurde die dreijährige Zulfija Hansen während dieser besonderen Andacht am Johannitag (Geburt von Johannes des Täufers) getauft. Sabine Kolz    
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne