Forderung an den Bund Minister will “Masterplan” für Nord-Ostsee-Kanal

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15. August 2012 | 17:42 Uhr | Von dpa/shz.de

Schiffe stauen sich am Dienstagmorgen auf der Kieler Förde, weil sie auf ihre Schleusung warten müssen. Foto: Friederichs

Die große Südschleuse in Kiel ist wieder in Betrieb. Der aktuelle Fall bringt Verkehrsminister Meyer dazu, beim Bund Druck zu machen: Der Kanal muss modernisiert werden.
Kiel / Berlin. Nach den Staus auf dem Nord-Ostsee-Kanal wegen der defekten großen Südschleuse in Kiel drängt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) den Bund zum Handeln. "Wir brauchen einen Zeitplan, einen Masterplan für den Nord-Ostsee-Kanal", sagte der Minister am Mittwoch in Kiel. Die Wasserstraße sei in die Jahre gekommen und habe großen Modernisierungsbedarf. "Das was jetzt passiert ist, war absehbar", sagte Meyer. In Kiel-Holtenau war am Sonntag eine große Schleusenkammer gesperrt worden, weil verschlissene Teile einen Schaden verursacht hatten. Vor der Schleuse stauten sich immer wieder Schiffe, die auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs waren. Seit Mittwoch, 15.15 Uhr, ist die Schleuse wieder in Betrieb. Der Kanal gilt als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Pro Jahr wird darüber eine Gesamtgütermenge von an die 100 Millionen Tonnen transportiert. "Viele Dinge, die jetzt angeschoben werden, kommen ein wenig spät. Das hätte man schon vor zehn bis 15 Jahren bedenken müssen", sagte der Minister. "Wir können all die Dinge, die dort nötig sind, nicht von heute auf morgen modernisieren", sagte er. "Aber wir brauchen einen klaren Fahrplan." Es gehe um die Instandsetzung der Schleusen, um eine Begradigung des Kanals an bestimmten Stellen insbesondere im östlichen Streckenabschnitt vor Kiel und eine weitere Vertiefung. Das seien Aufgaben für die nächsten Jahre, die geplant werden müssten, um die Schifffahrt sicher zu machen. 1,25 Milliarden Euro Gesamtkosten Der Ausbau des Kanals ist wegen knapper Finanzmittel Dauerthema zwischen Schleswig-Holstein und dem Bundesverkehrsministerium. Die Gesamtkosten für die verschiedenen Projekte belaufen sich nach groben Schätzungen vom Bund auf rund 1,25 Milliarden Euro. In einem ersten Schritt hatte das Bundesverkehrsministerium den Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel bewilligt. Der Startschuss für das rund 300 Millionen teure Projekt fiel in diesem Frühjahr. "Der Nord-Ostsee-Kanal ist national und international so wichtig, dass die Infrastruktur erhalten bleiben muss. Das ist unstrittig", sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Mit dem Bau in Brunsbüttel sei ein Anfang gemacht. Für die Instandsetzung der Schleuse in Kiel-Holtenau werde derzeit an einem Konzept gearbeitet. Ein Zeitplan liege dafür noch nicht vor. Der Ausbau des Kanals gehöre zu den Verkehrsprojekten mit der höchsten Priorität, betonte der Sprecher. Aber kurzfristig seien nur begrenzte Mittel da. DGB Nord fordert Notprogramm Der DGB Nord forderte ein Notprogramm von Bund und Ländern für den Nord-Ostsee-Kanal. "Diese Schlagader des Wirtschaftsverkehrs muss in einer gemeinsamen Anstrengung vor dem Infarkt geschützt werden", sagte der Vorsitzende Uwe Polkaehn. Die Bundeswasserstraße werde seit Jahren kaputtgespart, kritisierte er. Polkaehn betonte, dass der weitere Ausbau des Kanals dringend nötig sei, auch um Arbeitsplätze zu schützen. "Der Kanal muss wettbewerbsfähig ausgebaut werden, damit die Schiffe nicht weiter um Skagen umgeroutet und damit direkt mehr als 7000 Arbeitsplätze in ihrer Existenz bedroht werden." Norddeutsche Rundschau
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1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne