Landtag setzt sich für Rostock und Wismar ein Ausbau der Hafenzufahrten

Sieben Prozent Rückgang

Stagnierende Wirtschaft belastet Umschlag im Rostocker Hafen

Dienstag, 14. August 2012
Cash-Kuh für Rostock: die starken, historisch gewachsenen Fähr- und RoRo-Verkehre. Foto: ArndtCash-Kuh für Rostock: die starken, historisch gewachsenen Fähr- und RoRo-Verkehre. Foto: Arndt
Die stagnierende Wirtschaft hat die Umschlagzahlen im Rostocker Hafen kräftig sinken lassen. Wie Hafenchef Ulrich Bauermeister am Samstag in Rostock berichtete, gingen im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 11,2 Millionen Tonnen Güter pber die Kaikanten im Seehafen und anderen Rostocker Hafenanlagen. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bereits 2011 hatte der Seehafen einen Umschlagrückgang von sechs Prozent hinnehmen müssen. Der Fähr- und RoRo-Verkehr bleibt das Brot- und Buttergeschäft für den Seehafen. Gut 61 Prozent des Gesamtumschlags macht dieses Gütersegment aus. Im aktuellen Berichtszeitraum wurden 6,3 Millionen Tonnen „rollende Fracht“ bewegt, ein Minus von 300.000 Tonnen beziehungsweise fünf Prozent. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht".     Samstag, 23. Juni 2012
Auch im Seehafen Wismar soll die Hafenzufahrt ausgebaut werden. Foto: Hafen WismarAuch im Seehafen Wismar soll die Hafenzufahrt ausgebaut werden. Foto: Hafen Wismar
Die Zurückstellung des seit langem geplanten Ausbaus der Hafenzufahrten in Rostock und Wismar durch den Bund stößt in Mecklenburg-Vorpommern auf breiten Widerstand. Mit großer Mehrheit forderte der Schweriner Landtag am Donnerstag, zügig das nötige Baurecht zu schaffen. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sagte, die Notwendigkeit der Hafenvertiefungen sei nachgewiesen. Doch wegen fehlender Mittel wolle der Bund die Projekte auf die Zeit nach 2015 verschieben, obwohl wichtige Gutachten bereits erstellt seien. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"

EU-Projekt fördert Logistikpotenziale in Russland

 Die Logistikwirtschaft in Nord- und Mitteleuropa erwartet in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum der Ostseeverkehre.

 

 

HHM

Das EU-Projekt „Amber Coast Logistics“ stößt auf der Transportmesse TransRussia auf großen Zuspruch bei Vertretern der osteuropäischen Transport- und Logistikbranche. Große Diskrepanz der Infrastruktur in neuen und alten EU-Mitgliedsstaaten sowie Russland ist eine Herausforderung des Projektes.

Moskau, 24.-27. April: „Vor allem in Russland und Weißrussland weist die Transport- und Logistikbranche noch viele ungenutzte Potenziale auf“, so Sebastian Doderer, Leiter Projektentwicklung bei Hafen Hamburg Marketing. Hafen Hamburg Marketing ist federführender Partner des EU-Projektes „Amber Coast Logistics“ (ACL), das auf der „TransRussia – Internationale Transport- und Logistikmesse und -konferenz“, der größten Transport- und Logistikfachmesse Russlands, erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt wurde. Ziel des Projektes ist die Förderung multimodaler Transportverbindungen und von Logistikzentren in der südlichen und östlichen Ostseeregion. ACL war auf dem Gemeinschaftsstand des Hafens Hamburg vertreten.

Infrastrukturgefälle zwischen Ost und West

Im Rahmen der Konferenzreihe „Logistics and Supply Chain Management“ der TransRussia informierte Doderer führende Experten der Transport- und Logistikbranche über geplante Maßnahmen von „Amber Coast Logistics“. Viele Vertreter der osteuropäischen Transport- und Logistikbranche betonten, wie wichtig der Ausbau der Transport- und Logistikinfrastruktur in der Ostseeregion sei. Insbesondere zwischen neuen und alten EU-Mitgliedsstaaten sowie Russland ist die Diskrepanz der Infrastruktur hinsichtlich Qualität und Verfügbarkeit groß. Diese Lücke müsse geschlossen werden. Länderübergreifende Kooperationen, die sich beispielsweise der Infrastrukturentwicklung verschrieben haben, gäbe es zu wenige, viele Gegenden weisen eine sehr schlechte Erreichbarkeit auf. Im Rahmen des Projektes „Amber Coast Logistics“ werden diese Problemfelder analysiert sowie Lösungsvorschläge und Strategien entwickelt. So plant Maris Katranzi, Mitglied der Geschäftsführung der Riga Container Terminal GmbH, die zum ACL-Projektpartner Latvian Logistics Association gehören, gemeinsam mit anderen Unternehmen, intelligente Transportlösungen für Regionen mit schlechter Erreichbarkeit zu erarbeiten.

Drei Arbeitspakete für eine bessere Erreichbarkeit

Insgesamt sind 20 Projektpartner aus Polen, Litauen, Lettland, Dänemark, Weißrussland und Deutschland an „Amber Coast Logistics“ beteiligt („Amber“ ist das englische Wort für Bernstein). Sie verfolgen das Ziel, multimodale Umschlagplätze in der Bernsteinküsten-Region und ihrem natürlichen Hinterland, die Baltischen Staaten, Russland, Weißrussland und der Ukraine, aufzubauen. Dazu arbeiten sie gemeinschaftlich an drei Arbeitspaketen: Im Rahmen des Arbeitspaketes „Güterströme und institutionelle Aspekte“ wird unter anderem der Einfluss von Gesetzen und Richtlinien auf Transportorganisationen und Transportströme untersucht. Die Maßnahmen dienen vor allem der Analyse des Ist-Zustandes. Ein Maßnahmenplan zur Förderung multimodaler Transportstrukturen soll im Arbeitspaket „Nachhaltige und effiziente Transportkonzepte und multimodale Transportketten“ konzipiert werden. Das Arbeitspaket „Regionale Integration der Logistikkonzepte“ baut schließlich auf den Ergebnissen der zwei zuvor genannten auf. Hier sollen Ergebnisse von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden.

  Was mit einem steigenden Anteil der Branche an der Wertschöpfung in der Region und der Schaffung neuer Arbeitsplätze einhergeht. Das stellt die vielfältige Logistikwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Der zentralen Frage, wie sich „der Ostseeverkehr und seine Verbindungen mit Kontinental-Europa“ entwickeln werden und welche Perspektiven sich daraus für internationale Transportketten ableiten, widmet sich die 4. Branchenkonferenz der Logistikwirtschaft am 10. und 11. Mai 2012 in Rostock. Der zusammen mit dem 9. Baltischen Verkehrsforum stattfindende Logistik-Gipfel wird von der Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit dem Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus an der Universität Rostock organisiert. Die Logistikwirtschaft in Nord- und Mitteleuropa erwartet in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum der Ostseeverkehre. Zu der Baltic Logistics Conference 2012 in der Rotunde der HanseMesse werden 19 Referenten aus Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, von der EU-Kommission und aus Polen erwartet. Unter Federführung der Logistikinitiative und des Ostseeinstituts diskutieren Politiker, Verbands- und Firmenvertreter sowie Wissenschaftler über die logistische Scharnierfunktion von Ostseehäfen in den Güterverkehren zwischen Skandinavien und Südeuropa. Bedingt durch die geografisch günstige Lage des Küstenlandes Mecklenburg-Vorpommern entwickelte sich die Branche in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem strukturbestimmenden Wirtschaftszweig im Land. 60.000 Jobs werden direkt bzw. indirekt der Logistikwirtschaft in MV zugerechnet. Das sind ca. zehn Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Nordosten. Neben infrastrukturellen Fragen wie den Hinterlandanbindungen der Häfen befasst sich die Konferenz mit Verkehrsvorhaben im europäischen Kontext. Im Mittelpunkt steht die weitere Entwicklung des Ostsee-Adria-Korridors im Rahmen des EU-Projekts „Scandria“. Der transeuropäische kombinierte Verkehr, die Potenziale in der Fähr- und Ro/Ro-Schifffahrt auf der Ostsee sowie neue Anforderungen in der Offshore-Windkraft-Logistik und im Rohstofftransport stehen ebenfalls auf der Agenda der Logistik-Konferenz, zu der sich mehr als 150 Branchenvertreter angesagt haben. Die Logistikwirtschaft ist in Deutschland mit jährlich 170 Milliarden Euro Umsatz und 2,5 Millionen Beschäftigten der drittgrößte Wirtschaftszweig. Die insgesamt 18 Großgewerbegebiete sowie Maritimen Logistikstandorte in Mecklenburg-Vorpommern zeichnen eine sehr gute Anbindung an das Autobahnnetz und zum Teil unmittelbare Nähe zur Kaikante aus.

Niedersachsens Häfen: Russischer Markt bietet neue Chancen

Russland ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt und besonders für Gütergruppen, die für die niedersächsischen Seehäfen von Interesse sind, erscheinen die Aussichten positiv.

Im Wesentlichen sind dies der RoRo- und Automobilbereich sowie Projektladungen und Roh- und Brennstoffe. Die Hafenmarketingorganisation Seaports of Niedersachsen warb daher wieder zusammen mit bremenports – unter der Marke VIA BREMEN – sowie weiteren Mitausstellern auf der TransRussia in Moskau vom 24. – 27. April mit einem Gemeinschaftsstand um neue Kunden.

Die TransRussia zählt zu den wichtigsten Logistikmessen im osteuropäischen Raum. Im Hinblick auf das zu erwartende weitere Wirtschaftswachstum und damit auch einer Zunahme des Bedarfs an Industrie- wie auch Konsumgütern in Russland und seinen Nachbarstaaten ist es für die niedersächsischen Seehäfen von großer Bedeutung, hier ihre hafenrelevanten Logistikdienstleistungen vorzustellen. Begleitet wurde Seaports von der EVAG Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH sowie von einem der größten Reedereikunden der niedersächsischen Seehäfen, der „K” Line European Sea Highway Services GmbH (KESS). Zudem stellten sich die Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden, Papenburg und Wilhelmshaven explizit dar.

Die gut frequentierte Messe endete am heutigen Freitag. “Wir wissen von konkreten Geschäftsabschlüssen, die während der Messe getätigt worden sind“, freute sich Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Seaports of Niedersachsen GmbH.

Wir sind mit den Gesprächen, die wir während der vergangenen vier Tage geführt haben, sehr zufrieden”, erklärte Norbert Schwederski, Manager für den Bereich High & Heavy bei KESS. Für die Reederei ist die Beteiligung am Seaports-Stand von essentieller Bedeutung: “Die TransRussia ist ein erstklassiger Marktplatz für uns. Dass wir hier den Messestand der Seaports of Niedersachsen als Treffpunkt für Kundengespräche nutzen können, ist für uns dabei von großem Vorteil“, so Schwederski weiter. Man spare Zeit und Geld dadurch, dass Seaports die gesamte Organisation der Messebeteligung auch für KESS übernimmt und man sich seitens der Reederei voll auf die Kunden konzentrieren könne.

Quelle: seaports, Mai 2 , 2012; Foto: seaports

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne