Taucher des Wasser- und Schifffahrtsamts: Topfit und belastbar

/ Blindes Vertrauen als Grundvoraussetzung
heute.< / Blau> / Brunsbüttel. Er verbindet Nord- und Ostsee und ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt: Der Nord-Ostsee-Kanal. Doch er zieht nicht nur viele Touristen an, sondern schafft auch eine Vielzahl an Arbeits plätzen. In unserer Serie stellen wir in loser Reihenfolge Berufe rund um den Kanal vor. Die WSA-Tauchergruppe Das Einsatzgebiet geht weit über den Nord-Ostsee-Kanal hinaus. Bis nach Kiel, Hamburg oder Helgoland rücken die Männer aus.   Aus dem Lautsprecher klingt ein gleichmäßiges, rasselndes Geräusch. "Ein bisschen weiter nach links", ertönt eine Stimme daraus, immer wieder unterbrochen von den tiefen Atemzügen, die ein wenig an die berühmte Schlussszene aus Star Wars erinnern. Auf diese Anweisung hin bewegt Peter Schlichting den Kran und positioniert ihn genau über der Stelle im Wasser, an der sich hunderte kleiner Bläschen sprudelnd an der Oberfläche sammeln. Nach etwa fünfzehn Minuten zieht der Kran einen drei Meter langen Holzbalken aus dem Wasser und eine tropfnasse Gestalt im Neoprenanzug steigt an einer Leiter hoch an Bord des Schiffes. Bei ihren Einsätzen müssen sich die Männer der Tauchergruppe des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) Brunsbüttel voll aufeinander verlassen können. Während Uwe Mommert an der Verbindungsleine für die Luftzufuhr sorgt, muss sich sein Kollege Michael Lukat ganz auf seinen Tastsinn verlassen. Denn: In dem schlammigen Wasser des Nord-Ostsee-Kanals sieht man nicht einmal die Hand vor Augen. "Wir arbeiten hier praktisch blind", erklärt der Taucher. Der 50-Jährige ist gelernter Wasserbauer und schon seit knapp 30 Jahren als Taucher im Einsatz. Ob defekte Schleusentore, Vermessungsarbeiten oder Wartungsarbeiten an den Schiffen - die Arbeit der WSA-Taucher fängt immer dort an, wo die der Landarbeiter aufhört. An diesem Tag muss das Team einige kaputte Dalben im Kanal entfernen, die ein Schiff auf seinem Weg durch den Kanal nahe der Grünentaler Hochbrücke gerammt hatte. Mit Hilfe eines Krans werden die abgebrochenen Pfähle, die noch im Boden stecken, erst freigespült und dann aus dem Wasser gefischt. Schwerstarbeit für die Männer - "besonders, weil wir nicht zu lange am Stück unter Wasser bleiben dürfen, weil sonst die Stickstoffkonzentration im Blut zu hoch wird", erklärt Lukat. Das Einsatzgebiet geht dabei weit über den Nord-Ostsee-Kanal hinaus. Bis nach Kiel, Hamburg oder Helgoland rücken die Männer aus, wenn Not am Mann ist. Der Grund: Nicht jedes WSA hat auch eine eigene Tauchergruppe. "Außer uns gibt es nur noch in Kiel und in Lübeck eine", weiß Holger Boje. Als Einsatzleiter koordiniert er die Arbeiten seiner zwei Teams, die aus jeweils drei Tauchern bestehen. Obwohl der 48-Jährige selbst nur über Wasser tätig ist, weiß er, worauf es außer einem Mindestalter von 21 Jahren bei der Ausbildung zum Taucher ankommt. "Man sollte vorher schon einen Ausbildung gemacht haben, am besten in einem handwerklichen Beruf." Darüber hinaus seien auch körperliche Fitness und Belastbarkeit Voraussetzungen für die Ausbildung, sagt Peter Schlichting. Die Arbeit am Kanal stelle potentielle Anwärter zudem vor eine zusätzliche Herausforderung. "Mit dem dunklen Wasser kommen viele nicht zurecht", so der 54-Jährige. Für ihn ist der Beruf dennoch ein Traumjob. "Man hat viel mit Menschen zu tun, kommt mal raus und hat jeden Tag neue Herausforderungen. Kein Tag ist wie der andere." Diese Abwechslung sei bei der Arbeit unter Wasser besonders wichtig. "Es darf keine Routine aufkommen, sonst wird es gefährlich. Und man sollte den Respekt vor dem nassen Element nie verlieren." Norddeutsche Rundschau
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Schifffahrt News, Der Kanal, Privatisierung WSV, Aktuelle News von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne