Yachtwerft Glückstadt investiert in Ausrüstung zur Wartung größerer Schiffe

http://www.yachtwerft-glueckstadt.de/ Im tiedefreien Glückstädter Binnenhafen zwischen Cuxhaven und Hamburg  direkt vor unserer Werft. Boxenplätze bis 19,00 m, Pierplätze bis 85,00 m Länge und 4,00 m Tiefe. Landstrom und Wasseranschlüsse sind selbstverständlich vorhanden.   http://www.yachtwerft-glueckstadt.de/

Yachtwerft Glückstadt investiert in Ausrüstung zur Wartung größerer Schiffe

Unternehmen baut Hebeanlage und Pier für schwere Boote - Sanierung von Großwasserrutschen für Freizeitbäder zweites Standbein - Einsatz von modernen Werkstoffen Von Jens Neumann

Gudrun_III_Lotsenkutter

Bericht über einen restaurierten Lotsenkutter Gudrun 3 von der Yachtwerft in Glückstadt

DIE WELT

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Seine bisherige Arbeit bestand aus einem einzigen Job: Der neue Travellift der Yachtwerft Glückstadt (Kreis Steinburg) war im spanischen Valencia bisher ausschließlich für den Transport des America's-Cup-Seglers "Alinghi" im Einsatz: "Der ist nur mit diesem einen Schiff hin und her gefahren - und damit so gut wie neuwertig", sagt Geschäftsführer Sven Falck über die Anschaffung des Krans mit einer Tragkraft von 50 Tonnen. "Meines Wissens gibt es an der Westküste keinen weiteren Lift mit einer so großen Kapazität - auch in Hamburg nicht."

Für den 48-Jährigen ist das ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für die auf Reparatur und Wartung spezialisierte kleine Yachtwerft mit einem Jahresumsatz von knapp zwei Millionen Euro - und gleichzeitig ein weiterer Schritt in Richtung Service-Zentrum. Denn mit Partnern aus den Bereichen Antriebsanlagen, Maschinenbau, Rigg- und Edelstahltechnik sowie der im Herbst 2009 aus Rellingen umgesiedelten Segelmacherei Tommy Sails bietet der Standort an der Elbe den Freizeitkapitänen jetzt fast alle Dienstleistungen an.

Mehrere Hunderttausend Euro hat das mittelständische Unternehmen in die Yachthebeanlage am historischen Binnenhafen investiert. Doch bis dahin war es ein langer Weg. "Es gab verschiedene Varianten", blickt Sven Falck auf die vielen Gespräche mit den an der Hafensanierung beteiligten Institutionen zurück. Die jetzige Lösung mit dem Bau einer neuen Spundwand ist für ihn der Königsweg. "Durch die zunächst geplante Böschungsvorschüttung wären uns Liegeplätze verloren gegangen, die wir ja dringend benötigen."

Seine erste Bewährungsprobe hat der Travellift bereits bestanden - mit dem Heben einer 23 Meter langen Motoryacht Sunseeker Predator 74. Der Neubau mit einem Gewicht von knapp 40 Tonnen war in der Elbe auf Grund gelaufen. Für die alte Hebeanlage mit 22 Tonnen Tragkraft wäre es nicht möglich gewesen, das Boot an Land zu hieven. Nur mit Einsatz eines Mobilkrans, zwei Ballasttransportern und einer Straßensperrung: "Das wäre für uns immens viel Mehrarbeit gewesen", erinnert sich Falck an ähnliche Kraftakte in der Vergangenheit.

Für die vor 25 Jahren gegründete Yachtwerft ist der Travellift eine Investition in die Zukunft, aber längst nicht die einzige. Im Mai soll eine neue Pier mit Boxen für Schiffe bis zu 19 Meter Länge eingeweiht werden. "Wir rechnen damit, zusätzlich zum jetzigen Geschäft größere Yachten zu bekommen", erklärt Falck. Die Wirtschaftsflaute hat das Unternehmen mit 20 Mitarbeitern sicher umschifft. "Werften, die wie wir vom Service leben, haben den Einbruch nicht gespürt. Die Leute haben keine neuen Schiffe gekauft, sondern in fahrende investiert."

Trotz der Liebe zum traditionellen Holzbootbau schaut die vergleichsweise junge Yachtwerft am Einsatz von modernen Werkstoffen wie GFK und Kompositmaterialien und deren Verarbeitungstechnologien nicht vorbei. Mit der Reparatur von Windkraftanlagen-Flügeln und Großwasserrutschen für Freizeitbäder oder der Zulieferung von Bauteilen und Decksmöbeln für Megayachten haben sich die Glückstädter zusätzliche Standbeine aufgebaut. "Flexibilität ist unsere Stärke", sagt Falck, der nach einer Aushilfstätigkeit als Teakholzverleger und einer Ausbildung zum Handwerksmeister zum geschäftsführenden Gesellschafter der Yachtwerft aufstieg.

Zu den vielseitigen Projekten der vergangenen Jahre gehörten die Spezialanfertigung eines mit Teakholz beschichteten Whirlpools für eine Megayacht und die Grundsanierung eines Lotsenkutters.

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne