Die Schlepperbesatzung der „Parat“

Eingespieltes Team (v.li.): Timo Behrmann, Rolf Peterjohann und Heiko Hartmann arbeiten Hand in Hand.
Foto: brandao (3) Norddeutsche Rundschau
.unter Deck hält Rolf Petersjohann die Maschinen startklar. An Deck sorgt Heiko Hartmann dafür, dass die Schiffe richtig vertaut sind... Parat“ – Löschen, Bergen, Schleppen
Schiffsbesatzung arbeitet Hand in Hand mit örtlicher Feuerwehr / „Familienleben“ an Bord schweißt Männer zusammen
Er verbindet Nord- und Ostsee und ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt: Der Nord-Ostsee-Kanal. Doch er zieht nicht nur viele Touristen an, sondern schafft auch eine Vielzahl an Arbeitsplätzen. In unserer Serie stellen wir in loser Reihenfolge Berufe rund um den Kanal vor.
Heute:
Die Schlepperbesatzung der „Parat“   httpv://www.youtube.com/watch?v=BWI3-rnj4iM Parat" düst zum nächsten Einsatz. Weitere Daten zum Schiff: IMO 8128212, deutsche Flagge, Heimathafen Hamburg, Eigner Hans Schramm & Sohn GmbH & Co. KG, 28,46 x 8,80 x 2,70m, GT 233, NT 69, 46 Ladetonnen, gebaut 1983 bei der Detlef Hegemann Rolandwerft GmbH in Bremen, 177  
brunsbüttel
Als Kind hat man oft die Qual der Wahl: Werde ich Astronaut oder Pilot? Kapitän? Oder doch lieber Feuerwehrmann? Für Timo Behrmann sind gleich zwei dieser Traumberufe in Erfüllung gegangen. Na ja, fast zumindest. Der 32-Jährige ist Kapitän auf dem Schlepper „Parat“ der Schramm Group. Zusammen mit seiner Crew sorgt er täglich dafür, dass die Schiffe auf Kanal, Elbe und Nordsee heil in den Hafen kommen. Fängt es jedoch auf einem der Schiffe an zu brennen, wird der Brunsbütteler zum Feuerwehrmann. Denn: Als einer von wenigen Schleppern ist die „Parat“ mit einer Feuerlöschanlage ausgestattet, die immer dort zum Einsatz kommt, wo die Löschwagen der Kameraden nicht hinkommen. Doch die Einsätze für die örtliche Wehr sind zum Glück nur die Ausnahme. Denn auch ohne die spontanen Löscheinsätze haben Behrmann und seine zwei Kollegen alle Hände voll zu tun. Schiffe an dem Pier festmachen, Öltanker in den Hafen bugsieren oder Pontons über die Nordsee schleppen – die Arbeit auf dem Schlepper ist ebenso spannend wie abwechslungsreich. „Langeweile kommt bei uns nicht auf“, weiß der Kapitän. Außer ihm sind noch ein Matrose und ein Maschinist mit an Bord, die sich um den reibungslosen Ablauf auf dem Schlepper kümmern. Zu seinem Beruf als Kapitän kam der 32-Jährige durch Umwege. Nach der Ausbildung zum Binnenschiffer erhielt er sein Seefahrtsbuch, machte das kleine Patent und heuerte später bei der Schleppreederei an, die noch sechs weitere Schlepper unterhält. Das Manövrieren der „Parat“, die durch einen so genannten Voith-Schneider-Antrieb besonders wendig ist, will gelernt sein. „Schlepper fahren ist nicht gleich Schiff fahren“, weiß er. Während sich Matrose Heiko Hartmann an Deck um das Vertauen der Schiffe kümmert, sorgt Maschinist Rolf Petersjohann unter Deck dafür, dass der Motor jederzeit startklar ist. „Innerhalb von fünf Minuten könnten wir losfahren“, erklärt er. Den Maschinenraum kennt der 69-Jährige wie seine Westentasche – schon seit 22 Jahren ist er auf der „Parat“ im Einsatz. Der findet für ihn mittlerweile jedoch nur noch aushilfsweise statt, denn der Rentner war für einen Kollegen eingesprungen. Auch wenn der Brandschutzschlepper mit Kombüse, Schlafkojen und Waschräumen fast wie ein schwimmendes Wohnzimmer wirkt, ist Teamwork bei dem Zusammenleben auf engstem Raum das A und O. „Es ist wichtig, dass man seine Besatzung gut kennt, weil man sich aufeinander verlassen können muss. Eigentlich sind wir hier wie eine Familie“, erklärt Timo Behrmann.
Anabela Brandao Norddeutsche Rundschau
   
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne