Tunnel-Expedition unter dem Kanal „Dükerspaziergang“

Beim „Dükerspaziergang“ hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich in die Geheimnisse des Tunnelbaus einweihen zu lassen. Foto: dao (3)       Ließen sich von Carmen Eggers (Mi.) durch den Tunnel führen: Rita Audiger und Stefan Mohrdieck.        

460 Meter misst der neue Versorgungsschacht unter der Schleusenanlage.

    Tunnel-Expedition unter dem Kanal „Dükerspaziergang“ weiht Bürger in die Geheimnisse des neuen Versorgungstunnels ein / Bauarbeiten nach drei Jahren abgeschlossen Brunsbüttel Eines durften die Teilnehmer des „Dükerspaziergangs“ nicht haben: Höhenangst. Bei der Begehung des neuen Versorgungstunnels unterhalb der Schleusenanlage ging es durch den Startschacht rund 30 Meter in die Tiefe – und dass auf einer Gittertreppe, die den Blick bis auf den Boden freigab. Dementsprechend mulmig war das Gefühl, mit dem die 20-köpfige Truppe angeführt von Diplom-Ingenieurin Carmen Eggers beim Einstieg in den Schacht unter der Erde verschwand. Die Leiterin des Bauprojekts und das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel (WSA) hatten neben Mitarbeitern auch Stadtvertreter, Anwohner und Nachbarn zu dem Spaziergang eingeladen, um einen Einblick in die Geheimnisse des Versorgungstunnels zu bekommen. „Wir wollten, dass auch die Leute, die sonst nichts mit dem Tunnel an sich zu tun haben, die Chance bekommen, so ein Bauwerk zu sehen“, erklärte WSA-Chefin Gesa Völkl. Ausgestattet mit Helm und kleinen Kopfhörern machten sich die Tunnelgänger auf den Weg durch den rund 460 Meter langen Düker. „Das ist aber ganz schön hoch hier“, staunte auch Bürgervorsteherin Rita Audiger, die sich zusammen mit Bürgermeister Stefan Mohrdieck die Expedition unter dem Nord-Ostsee-Kanal nicht entgehen ließ. Per Funk lauschten sie und die anderen Teilnehmer den Informationen rund um Bau und Funktion der Tunnelanlage, die Carmen Eggers durch ihr Mikro durchgab. Knapp drei Jahre dauerten die Bauarbeiten für das rund 25 Millionen Euro teure Projekt, das die Energieversorgung der gesamten Anlage im Zuge der geplanten fünften Schleusenkammer sicherstellen soll – deutlich länger als geplant. „Ursprünglich haben wir gedacht: ‚In einem Jahr ist die Sache im Sack‘“, erinnerte sich Gesa Völkl und musste bei dem Gedanken schmunzeln, „doch da waren wir wohl zu optimistisch.“ Umso mehr freute sich die WSA-Chefin, dass am Ende doch alles rechtzeitig fertig wurde: „Wir sind alle sehr froh, dass es geschafft ist.“   Vom Startschacht auf der Südseite der Schleusenanlage, nahe des WSA-Amtsgebäudes, aus, verläuft der Mitteldüker etwa 30 Meter unterhalb der Erde bis zum Zielschacht auf der Nordseite der Großen Schleusen. Zwei Zwischenschächte und ein Anschlussschacht an die Mittelmauer sorgen zudem dafür, dass der Tunnel an mehreren Stellen zugänglich ist. Gebaut wurde in der so genannten Schlitzwandbauweise, einem Verfahren, bei dem erst Schlitze ausgehoben und dann mittels einer Stützflüssigkeit – in diesem Fall Bentonit – stabilisiert werden. Obwohl sich in der Anlage so gut wie keine brennbaren Materialien befänden, sei das WSA laut Eggers in ihren Augen auf den Ernstfall bestens vorbereitet. „Zusätzlich wurden ein Lüftungs- und ein Brandschutzsystem eingebaut“, klärte Eggers die Teilnehmer über die Sicherheitsvorkehrungen auf. Bei Bedarf ließen sich so die einzelnen Abschnitte des Dükers durch eine der sieben Brandschutztüren abschotten. Im Fall der Fälle sei der Tunnel so konzipiert, dass er einen einstündigen Brand nahezu unbeschadet überstehen könne. „Außerdem arbeiten wir eng mit der Freiwilligen Feuerwehr zusammen und führen regelmäßig Übungen durch.“ Für die Diplom-Ingenieurin war der „Dükerspaziergang“ quasi die letzte Amtshandlung – sie wechselt nach Beendigung des Projekts zu einer Hamburger Hafenbaugesellschaft. Anabela Brandao Norddeutsche Rundschau  
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne