Maritime Wirtschaft vor dem Umbruch Hamburger Hafen

RWI/ISL-Containerumschlag-Index

TEU-Umschlag leicht rückläufig

Dienstag, 29. Mai 2012
Der Containerindex ist das erste Mal seit November 2011 rückgängig. Foto: Lloyd Fonds
Der Containerindex ist das erste Mal seit November 2011 rückgängig. Foto: Lloyd Fonds
Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im April saisonbereinigt leicht von 114 Punkten im Vormonat auf 113,4 Punkte gefallen. Das ist der erste Rückgang seit November 2011. Die Entwicklung lässt darauf schließen, dass der internationale Warenaustausch im März an Dynamik verloren hat. Die Schnellschätzung für April basiert auf Angaben von 36 Häfen, in denen mehr als 70 Prozent des im Index abgebildeten TEU-Volumens getätigt werden. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"  Maritime Wirtschaft vor dem Umbruch

Politik diskutiert Finanzierung vom Hamburger Hafen / Experten warnen vor Überkapazitäten bei den Werften

Hamburg

Zuletzt lief es gut im Hamburger Hafen. Der Containerumschlag legte im ersten Quartal 2012 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent auf 2,2 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) zu. Damit konnte sich Hamburg im Wettbewerb der Nordrange – dazu gehören auch Häfen in Rotterdam, Antwerpen und Bremen – den Angaben zufolge bestens behaupten. Der Marktanteil habe auf 22,6 Prozent (zuvor: 21,6 Prozent) zugelegt, hieß es.

Doch die See für die Schiff- und Hafenwirtschaft ist zweifelsohne rauer geworden. Sowohl bei der Container-Schifffahrt als auch beim Bau von Schiffen in Werften hat Norddeutschland zunehmend das Nachsehen gegenüber der asiatischen Konkurrenz. Studien zeigen, dass der Hamburger Hafen als Containerhafen international nur Platz 14 belegt. Und nun erhöht auch die Politik den Druck auf den Hafen der Hansestadt hinsichtlich seines Geschäftsmodells. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie der Hafen künftig finanziert werden soll. Denn für den Hafen stehen Milliarden-Investitionen in den kommenden Jahren an. Einem Bericht zufolge listet die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) in ihrer Planung Ausgaben von knapp 1,9 Milliarden Euro für die kommenden Jahre auf. Angesichts dieser Summe fordern die Hamburger Grünen bereits, den Hafen auf eine neue Geschäftsgrundlage zu stellen. Dies geht aus einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ hervor. Die Partei fordere demnach, dass der Hafen sich selbst stärker an seiner Finanzierung beteiligen solle. Hintergrund der Forderung soll eine Anfrage der Grünen zu den Mietpreisen im Hafengelände sein. In der Antwort des Senats heißt es dazu, dass gegenwärtig im Durchschnitt gerade einmal 3,30 Euro pro Quadratmeter an Miete gezahlt werden müssen – und das im Jahr. Im vergangenen Jahr hat die HPA insgesamt 75 Millionen Euro durch Vermietung und Verpachtung eingenommen. Die Grünen halten Einnahmen von 150 Millionen Euro für möglich. Dem „Abendblatt“ zufolge erhalten die Grünen bei ihrem Vorstoß auch Rückendeckung von Teilen der CDU und der SPD.

Doch nicht nur die Häfen im Norden stehen vor Herausforderungen. Auch für den Schiffbau fordern Experten grundlegende Veränderungen. Seit Längerem wird vor massiven Überkapazitäten in diesem Bereich gewarnt. Nachdem die Werften im vergangenen Jahr mit mehr als 100 Millionen Bruttotonnen noch einmal einen absoluten Produktionsrekord erreichten, seien nun in den nächsten Jahren Überkapazitäten und fallende Schiffspreise zu erwarten, sagte Martin Stopford, Geschäftsführer der Beratungsfirma Clarkson Research in Hamburg. Gleichzeitig hätten sich die Rahmenbedingungen für die Schifffahrt durch die hohen Preise für Treibstoff dramatisch verändert, ebenso wie die Umweltvorschriften. „Die Werften können das gegenwärtige Produktionsniveau nicht über 2012 hinaus aufrechterhalten“, sagte Stopford. „Wir haben die Spitze eines lang laufenden Zyklus erreicht.“ Im laufenden Jahr werde die Produktion auf 94 Millionen Tonnen fallen, im nächsten auf 70 Millionen Tonnen. Das wäre ein Einbruch um ein Drittel gegenüber 2011.

sh:z Norddeutsche Rundschau

 
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne