Belastungstest für Schleusen-Anker

Belastungstest für Schleusen-Anker

Schiffszahlen 2011 WSA Brunsbüttel

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28. März 2012 | 06:22 Uhr | Von Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau

 

16 Zentimeter Durchmesser: das Endstück eines 30 Meter langen Stahlzugglieds. Bei den Tests wird es um mehrere Zentimeter in der Länge gedehnt.

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Projektleiter Andreas Beutel-Scholz vor der Konstruktion, die an den Pfählen zieht. Im Bild rechts und links zwei der insgesamt vier blauen Hydraulikstempel, die mit bis zu 400 Tonnen Druck die Testanlage anheben und so Zugkraft erzeugen. Foto: pöschus (3)

Trägt die Messdaten zusammen: Siegmar Hinz vom Ingenieurbüro igs.

Die zukünftige große Kammer soll mit 2500 speziellen Betonpfählen fixiert werden zum Schutz vor Auftrieb und seitlichem Druck

Brunsbüttel. Sie wird nach Fertigstellung 360 Meter lang, 14 Meter tief und 46 Meter breit sein - die neue Schleusenkammer in Brunsbüttel. Geplant wird das Bauwerk für eine 100-jährig Haltbarkeit. Das bedeutet auch, dass die gewaltige Betonkammer so gut wie möglich an ihrem Platz fixiert werden muss. Schiere Größe und Masse sind nicht alles. Denn die Schleuse kann durchaus Auftrieb bekommen, die Seitenwände können nach innen fallen. Wenn sie nicht durch Rückanker in Position gehalten werden.

Diese Pfähle werden den geologischen Gegebenheiten an der Schleuse angepasst: Über dem Sand ab 20 Meter Tiefe liegt Klei. Bereits seit Herbst ist ein Team um Projektleiter Andreas Beutel-Scholz damit befasst, die Rückanker zu erproben. Ende der Woche werden die Tests abgeschlossen sein, mit denen die Konstruktion auf Druck- und Zugfestigkeit geprüft wird. Immerhin stecken die fünf Meter hohen und ein Meter dicken Betonpfähle, aus denen 25 Meter Stahl ragen - die stählernen Zugglieder sind insgesamt 30 Meter lang - tief im Boden. Dort wurden die Betonpfähle in zuvor gebohrten Löchern unter Druck gegossen. Nach einem Monat waren sie ausgehärtet. Jetzt müssen sie sich unter Belastung als stabil erweisen. Am Ende werden 2500 dieser Verankerungen für die Schleuse benötigt. Insgesamt neun Probepfähle sind angelegt worden, jeweils an dreien wird gleichzeitig Zug ausgeübt. Mit bis zu 400 Tonnen schieben vier Hydraulikpressen eine Konstruktion nach oben, die für den Zug sorgt. Die tatsächlichen Belastungen, so Siegmar Hinz vom Ingenieurbüro igs, würden damit verdoppelt. "Im Vorfeld haben wir eine Computersimulation eingesetzt", erzählt Andreas Beutel-Scholz. Der 38-Jährige kam 2007 zum Wasser- und Schifffahrtsamt, um am Schleusenbau mitzuwirken. Bei den Belastungstests ist er der Projektleiter. Was sich am Computer als machbar erwiesen hat, soll mit dieser Probenreihe nahe dem Südkai verifiziert werden. Denn die eingerechneten Toleranzen "decken keine groben Fehler ab". Auch deshalb werden, wenn Ende der Woche die Testreihe beendet sein wird, die Betonpfähle unter die Lupe genommen. Mithilfe von Kernbohrungen soll geprüft werden, ob das Material unerwartete Mängel aufweist. Danach wird die Versuchsanlage samt der für das schwere Gerät benötigten wuchtigen Betonfundamente abgebaut. Die Pfähle allerdings bleiben im Boden. "Da hat man eine gute Grundlage für ein Fußballstadion", scherzt Andreas Beutel-Scholz. Er ist nach den bisherigen Tests überzeugt von der Stabilität der massiven Anker.

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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne