Die Schifffahrt kann die geplanten strengen Schwefel-Grenzwerte in Nord- und Ostsee ab 2015 vermutlich nicht erreichen und fordert einen Aufschub von fünf Jahren

23. April 2012 | 12:47 Uhr Norddeutsche Rundschau

Conzen: Bislang keine ausgereiften Lösungen. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv
Hamburg (dpa) - Die Schifffahrt kann die geplanten strengen Schwefel-Grenzwerte in Nord- und Ostsee ab 2015 vermutlich nicht erreichen und fordert einen Aufschub von fünf Jahren. Es gebe bislang keine ausgereiften technischen Lösungen, um den geforderten Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefel im Treibstoff auf den vorhandenen Schiffen zu erreichen, sagte Hanns Heinrich Conzen, Geschäftsführer der TT-Line, am Montag in Hamburg. Nun sollten nach Ansicht der Reeder zunächst einmal Abgasreinigungsanlagen im Rahmen eines Pilotprojektes entwickelt und getestet werden. Conzen hält es für «höchst realistisch», eine solche Fristverlängerung für die bereits beschlossenen Schwefel-Grenzwerte bei der Internationalen Schifffahrts-Organisation IMO durchzusetzen.
 

ünf Jahre mehr Zeit

Schifffahrt will Aufschub für strenge Schwefel-Grenzwerte

23. April 2012 | 14:15 Uhr | Von Eckart Gienke, dpa

Die Internationale Schifffahrts-Organisation IMO will den Grenzwert für Schwefel im Schiffstreibstoff deutlich senken. Doch die Reeder können die Vorgabe bis 2015 nicht erfüllen, sagen sie. Foto: dpa

Mehr Gütertransport über das Wasser könnte die Straßen in Europa entlasten. Doch die Schifffahrt über kurze Distanzen kämpft mit finanziellen und strukturellen Problemen.
Hamburg. Die Schifffahrt kann die geplanten strengen Schwefel-Grenzwerte in Nord- und Ostsee ab 2015 vermutlich nicht einhalten und fordert einen Aufschub von fünf Jahren. Es gebe bislang keine ausgereiften technischen Lösungen, um den geforderten Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefel im Treibstoff auf den vorhandenen Schiffen zu erreichen, sagte Hanns Heinrich Conzen, Geschäftsführer der TT-Line, am Montag in Hamburg. "Wir müssen den nächsten Schritt gehen, aber er muss auch machbar sein." Nun sollten nach Ansicht der Reeder zunächst einmal Abgasreinigungsanlagen im Rahmen eines Pilotprojektes entwickelt und getestet werden. Conzen hält es für "höchst realistisch", eine Fristverlängerung für die bereits beschlossenen Schwefel-Grenzwerte bei der Internationalen Schifffahrts-Organisation IMO durchzusetzen. Schon jetzt gilt in Nord- und Ostsee ein strenger Schwefel-Grenzwert von 1,0 Prozent, während auf den übrigen Meeren 3,5 Prozent zulässig sind. Eine weitere Absenkung würde nach Conzens Worten nicht nur Investitionen von mehreren Millionen Euro je Schiff erfordern, sondern die Treibstoffkosten um weitere 80 Prozent in die Höhe treiben. Die seien aber nach den massiven Verteuerungen der vergangenen Jahre schon heute der größte Kostenblock. Zudem sei der geforderte Treibstoff nicht in den nötigen Mengen verfügbar. Hohe Kosten und niedrige Frachtraten Die strengen Umweltauflagen sind nur eines von zahlreichen Problemen der Reeder, die im Kurzstrecken-Verkehr in Europa tätig sind. Kurzstrecken machen rund 60 Prozent des Güterumschlags in den deutschen Häfen aus und die Reeder sehen erhebliche weitere Wachstumspotenziale. Der Transport über das Wasser könne die Engpässe in der europäischen Verkehrs-Infrastruktur entlasten und sei umweltfreundlicher und effizienter als der Transport per Lkw, sagte Markus Nölke, Geschäftsführer des ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC). Darin sind öffentliche und private Institutionen und Unternehmen zusammengeschlossen. Aktuell leide die Branche jedoch unter hohen Kosten und niedrigen Frachtraten, so dass viele Schiffe kaum mehr wirtschaftlich betrieben werden könnten und ihre Reeder Tilgungszahlungen ausgesetzt hätten, sagte Torsten Westphal, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Arkon Shipping in Haren (Ems). Die Finanzierung neuer Schiffe sei schwierig, weil die Schiffsbanken strengeren Risikovorschriften unterliegen. "Wir brauchen eine Bündelung der Kräfte", sagte Westphal. Ein erster Schritt könnten verstärkte Kooperationen sein, ein weiterer Fusionen und Zusammenschlüsse innerhalb der Branche. In Europa sind rund 1400 Schiffe auf 1000 Routen im Kurzstrecken-Verkehr eingesetzt. Sie transportierten vor der Krise (2007) 765 Millionen Passagiere, 138 Millionen Pkw und etwa 28 Millionen Lkw. Dieses Niveau sei bereits annähernd wieder erreicht.
bedenken_gegen_neue_schwefelgrenzwerte Bedenken gegen neue Schwefelgrenzwerte EU schlägt Förderprogramme vor Montag, 25. Juli 2011 Die Ostseehäfen befürchten hohe Einbußen beim Umschlag. Foto: Arndt Die Europäische Kommission hat eine neue Gesetzgebung vorgeschlagen, mit der die Richtlinie über den Schwefelgehalt von Schiffstreibsstoffen in EU-Gewässern geändert werden soll. Die neuen Regeln dienen der einheitlichen Umsetzung der IMO-Normen zur Senkung des Schwefelgehaltes von Schiffstreibstoffen in europäisches Recht. Begleitend hat die Kommission eine Folgenabschätzung veröffentlicht. Sie beurteilt die Umsetzung der strengen Grenzwerte aus Gründen des Umweltschutzes als notwendig, teilt aber die Bedenken der Häfen. Um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden, kündigt die Kommission an, die Befolgungskosten der neuen Grenzwerte senken zu wollen, und empfiehlt, hierzu auch den Einsatz von Fördermitteln der Mitgliedstaaten in Betracht zu ziehen. Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht".
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne