Die neue Schleuse kommt – aber für Verbreiterung und Vertiefung fehlt das Geld Berlin/Kiel

Kanal Ausbau verschoben


Nord-Ostsee-Kanal: Ausbau verschoben
Die neue Schleuse kommt – aber für Verbreiterung und Vertiefung fehlt das
Geld
Berlin/Kiel
Die Erleichterung bei der schleswig-holsteinischen Landesregierung war groß:
Nach langen Verhandlungen erklärte sich Bundesverkehrsminister Peter
Ramsauer (CSU) Ende letzen Jahres auf Druck des Bundestages bereit, für 300
Millionen Euro die dringend benötigte fünfte Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in
Brunsbüttel zu bauen. „Ein erfreuliches Signal des Bundes in Richtung
Schleswig-Holstein“, atmete der Kieler Verkehrsminister Jost de Jager (CDU)
auf.
Doch jetzt stellt sich heraus, dass der Schleusenneubau einen hohen Preis hat.
Denn für den schon seit langem geplanten eigentlichen Ausbau der 99 Kilometer
langen Kanalstrecke gibt es nun auf unabsehbare Zeit kein Geld mehr. Das
betrifft die Begradigung und Verbreiterung der elf Kilometer langen
„Oststrecke“ zwischen Königsförde und Kiel, die der Bund ursprünglich schon
vor zwei Jahren in Angriff nehmen und 2014 beenden wollte. „Ein
wünschenswertes Projekt von großer Bedeutung“, sagt Matthias Schmoll,
Sprecher im Verkehrsministerium, gegenüber unserer Zeitung. „Aber die
Finanzierung ist nicht gesichert.“ Bis 2015 stünden „keine Mittel zur
Verfügung“. Daher sei unklar, wann das 130 Millionen Euro teure Vorhaben
Wirklichkeit wird.
Noch unsicherer ist die ebenfalls vorgesehene Vertiefung des Kanals um einen
bis eineinhalb Meter. Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt soll
ie meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt solleigentlich auf voller Länge ausgebaggert werden. Doch für dieses Projekt gibt es
noch nicht mal eine konkrete Kostenschätzung – geschweige denn einen
Zeitplan. Nur so viel sagt Schmoll: „Die Vertiefung würde ohnehin erst nach
Ausbau der Oststrecke in Betracht kommen.“
Jetzt drohen dem Kanal erhebliche Einbußen. Schließlich werden die Schiffe
immer größer. Für Containerriesen ist der Kanal ohnehin zu klein, doch auch die
kleineren Feeder-Schiffe, die als Zubringer oder Verteiler zwischen Hamburg
und dem Baltikum fahren, werden bald größere Ausmaße annehmen. „Es ist
sehr wichtig, dass der Nord-Ostsee-Kanal ausgebaut und für größere Schiffe
angepasst wird“, sagt Mark Krümpel, Sprecher des Hamburger Hafenkonzerns
HHLA.
Die Opposition fordert daher ein „Gesamtkonzept“ für den Ausbau: „Der Nord-
Ostsee-Kanal braucht mehr als den ersten Schritt der neuen Schleuse“, sagt der
Hamburger SPD-Verkehrsexperte Johannes Kahrs. Er fordert für den Kanal 1,2
Milliarden Euro bis 2017 – also 200 Millionen jährlich. So viel Geld kann
Ramsauer allerdings unmöglich aufbringen: Für alle Wasserstraßen
Deutschlands stehen ihm pro Jahr nur 197 Millionen Euro für Aus- und Neubau
zur Verfügung.
Standortvorteil in Gefahr
Der Verzug beim Nord-Ostsee-Kanal-Ausbau schadet dem Hamburger Hafen
HENNING BAETHGE
Knapp vier Jahre ist es her, da präsentierte der damalige
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee große Pläne für den Nord-Ostsee-
Kanal: Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt sollte breiter, tiefer
und gerader werden. Künftig sollten Schiffe bis 280 statt bisher 230 Meter
Länge hindurchfahren können. „Ein klares Zeichen für die deutschen Seehäfen“,
verkündete SPD-Mann Tiefensee.
Passiert ist seither nicht viel. Tiefensee ging gut ein Jahr später; sein bayerischer
Nachfolger Peter Ramsauer ließ zunächst wenig Engagement für den Kanal im
hohen Norden erkennen und musste zudem einsehen, dass die Haushaltsmittel
seines Ressorts bei weitem nicht für all die schönen Projekt reichen, die im
Verkehrswegeplan stehen. Immerhin will er nun den Bau der dringend nötigen
fünften Schleuse in Brunsbüttel in Angriff nehmen. Der wird mit 300 Millionen
Euro teuer genug. Mehr Geld für den eigentlichen Kanalausbau bis Kiel ist dann
erst mal nicht da.
Das ist für Schleswig-Holstein ärgerlich – aber viel mehr noch für Hamburg und
seinen Hafen. Denn der droht im Wettbewerb mit den großen
Containerumschlagplätzen Rotterdam und Antwerpen einen Standortvorteil zu
verlieren. Noch erspart der Nord-Ostsee-Kanal den meisten Verteiler- und

Zubringerschiffen zwischen Nord- und Ostsee den 250 Seemeilen langen
Umweg um Dänemark herum. Doch die Reeder wollen bald größere Schiff
einsetzen – und wenn die ohnehin nicht mehr durch den Kanal passen, könnten
sie auf die Idee kommen, die Ladungen gleich von Holland oder Belgien aus zu
verteilen.
Meint Ramsauer es daher ernst mit der auch von ihm gern betonten Stärkung der
Seehäfen, wird er andere Projekte zugunsten des Kanals zurückstellen müssen.
Und er wird seinen Kollegen vor allem in den ost- und süddeutschen
Bundesländern erklären müssen, warum die Exportnation Deutschland künftig
mehr Geld in die norddeutschen Länder mit ihren Häfen stecken sollte.
Bg Henning Baethge Norddeutsche Rundschau


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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Nürnberg Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) bis 1992 Steuermann 1.Offizier und Kapitän 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne 2012 Fähren NOK bis 2017 jetzt Öffentlichkeitsarbeit und VdsM