Die Zukunft der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nord ist weiter unklar.

Zu den Umbauplänen der Bundesregierung für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erklären der Maritime Koordinator Uwe Beckmeyer der zuständige Berichterstatter Gustav Herzog und der stellvertretende haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Johannes Kahrs: Wir erteilen Ramsauers Plänen, der WSV das Wasser abzugraben, eine glasklare Absage. Die Bundesregierung will eindeutig die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zerschlagen und plant deshalb ein  zentrales Amt in Bonn. Die bisherigen Direktionen sollen aufgelöst und ihre Aufgaben in der neuen Generaldirektion zusammengefasst werden. Betroffen sind davon die Direktionen im ganzen Bundesgebiet - in Kiel und Aurich, Hannover und Münster, Mainz, Würzburg und Magdeburg. Hunderte Arbeitsplätze sind bedroht. Alle Entscheidungen zu den Bundeswasserstraßen - ob Planfeststellung oder Neubaumaßnahmen - sollen künftig in Bonn erfolgen; ganz gleich, ob es um die Elbvertiefung, den Ausbau der Ems oder aber die Spree geht. Schwarz-Gelb schafft damit ein neues Bürokratie-Ungetüm.   Das neue Konzept soll Mitte Mai offiziell vorgestellt werden - pünktlich nach den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Bis dahin wird den Beschäftigten im Bundesministerium und in der WSV von der Hausleitung ein Maulkorb verpasst. Von einer aktiven Kommunikation rund um das Thema WSV sei vollständig abzusehen, heißt es dort. So wundert es auch nicht, dass die Personalvertretungen bisher nicht über die Rasenmäher-Pläne informiert wurden. Die stets zugesicherte Beteiligung der Personalvertretungen wird mit Füßen getreten.   In den vergangenen Monaten hat eine "Koordinierungsstelle für die Modernisierung der WSV" hinter den Kulissen die Weichen für den Kahlschlag gestellt. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages wurden von der Bundesregierung mit immer weiteren inhaltsleeren Berichten, stets neuen Zeitplänen, Untersuchungen und Ankündigungen abgespeist. Nun will Bundesminister Peter Ramsauer offenbar handstreichartig Fakten schaffen - vorbei am Parlament und am Bundesrat. it einem Bundesverkehrsminister aus Bayern und einem maritimen Koordinator der Bundesregierung aus Hessen zieht die Verwaltung der Seewege vom Norden ins Rheinland. So einfach ist die schwarz-gelbe Welt.

Ungewisse Zukunft für Kieler Schifffahrtsbehörde

Kiel. Ein möglicher Umzug der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord von Kiel nach Bonn sorgt in Schleswig-Holstein für Empörung. In der Kritik steht besonders Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), in dessen Haus der Plan ausgearbeitet worden sein soll. So sieht der Verkehrsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp, zwar die Notwendigkeit einer Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. „Allerdings wäre es kurzsichtig, die Bundesbehörde voll auf die Verwaltung der Binnenschifffahrtswege zu konzentrieren“, sagte Arp am Dienstag in Kiel. Er reagierte damit auf einen Bericht der „Kieler Nachrichten“, wonach am Rhein eine neue Behörde mit dem Schwerpunkt Binnenwasserstraßennetz aufgebaut werden solle. Eine kompetente Bundesbehörde im Norden mit dem klaren und eindeutigen Fokus auf Seeschifffahrt sei unverzichtbar, sagte Arp. Grüne: Umzug macht keinen Sinn Die FDP, Koalitionspartner der CDU in Schleswig-Holstein, ging Ramsauer hart an. Wenn der Minister „vorschlägt, eine neue Behörde in Bonn aufzubauen, um dort die Mitarbeiter der WSD Nord unter dem Schwerpunkt Binnenwasserstraßennetz einzugliedern, offenbart er eine erschreckende Inkompetenz“, sagte der Vorsitzende des FDP-Landesverbandes Schleswig-Holstein, Heiner Garg. Der Verkehrsexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Andreas Tietze, kritisierte, ein Abzug von der Küste ins Binnenland mache wenig Sinn, denn der Großteil des Verkehrs auf dem Wasser spiele sich in den Häfen von Nord- und Ostsee ab. Bei einem Umzug gingen außerdem viele qualifizierte Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein verloren. +++ Seegüterumschlag im Norden nimmt zu +++ Der Wirtschaftsexperte der Landtagsfraktion des Südschleswigschen Wählerverbands, Lars Harms, forderte Verkehrsminister Jost de Jager und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (beide CDU) auf, „sich umgehend darum zu kümmern, dass dieser Blödsinn wieder vom Tisch kommt.“ Dem Zeitungsbericht zufolge sollen die Umzugspläne des Ministeriums im Juni der Öffentlichkeit vorgelegt werden. Hamburger Abendblatt

Kiel

Die Zukunft der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nord ist weiter unklar. Medienberichte, wonach ein großer Teil der Behörde von Kiel nach Bonn verlegt werden soll, wollte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums gestern nicht bestätigen. „Es wird eine Verwaltungsreform geben, aber wie die aussehen wird, dazu kann ich derzeit nichts sagen“, betonte er. Den Berichten zufolge soll in Bonn eine neue Direktion mit dem Schwerpunkt Binnenwasserstraßennetz aufgebaut werden. Eine Reform der Wasser- und Schifffahrtsdirektion sei schon länger geplant, sagte der Sprecher. Sie ziele vor allem darauf ab, die Wasserstraßen nach ihrer Bedeutung für den Schiffsverkehr neu zu kategorisieren. Die Verwaltungsstruktur solle daran angepasst werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) empfahl gestern bei einem Besuch in Brunsbüttel, man solle „nicht jeden Blödsinn glauben“.

sh:z Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau

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  WSV Seite 1  Reform der Schifffahrtsbehörden Kiler Nachrichten Seite1 Seite 2 WSV Seite 2 Reform Schifffahrtsverwaltung Bund   Von mir lesbarer  umgewandelter Text s.u. Kieler Schifffahrtsbehörde droht Umzug nach Bonn Minister Ramsauer plant drastische Einschnitte – Neue Direktion soll an den Rhein Berlin/Bonn. Der Umbau der Schifffahrtsverwaltung wird den Norden schwer treffen. Das Verkehrsministerium plant im Zuge der Reform der Verwaltung die Verlegung großer Teile der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nord von Kiel nach Bonn. Das neue Konzept soll im Juni – nach den Wahlen und vor der Sommerpause – der Öffentlichkeit vorgestellt werden.Von Frank Behling Kiel. Im Kieler Verwaltungsgebäude am Hindenburgufer soll es bald sehr ruhig werden – das jedenfalls plant die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eingesetzte Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Reform der Wasser und Schifffahrtsverwaltung. Während die Mitarbeiter in Kiel in Sorge sind, will Minister Ramsauer heute gute Laune im Wahlkampf verbreiten, wenn er gemeinsam mit WSD-Präsident Hans-Heinrich Witte den Nord-Ostsee- Kanal besucht. Nach zehn Jahren Planung will es sich Ramsauer nicht nehmen lassen, selbst den symbolischen Spatenstich für den Bau einer neuen Schleusenkammer Brunsbüttel vorzunehmen. In seinem Ministerium ist derweil das Konzept zur Reform der Schifffahrtsverwaltung ausgearbeitet worden. Die heute sieben Direktionen sollen demnach innerhalb von acht Jahren fast vollständig aufgelöst werden. Die meisten der heute 180 Mitarbeiter der WSD Nord in Kiel sollen dann entweder in den Ruhestand gehen oder an den Rhein nach Bonn umziehen. Dort wird nach den Planungen eine neue Schifffahrtsdirektion aufgebaut – mit dem Schwerpunkt Binnenwasserstraßennetz. Gleichzeitig sollen die Wasserstraßen nur noch so gefördert werden, wie es ihrer Bedeutung entspricht. Auf Druck des Bundesrechnungshofes und mit  Unterstützung der FDP haben Mitarbeiter des Ministeriums das Konzept ausgearbeitet, das die Umwandlung der sieben Direktionen in Außenstellen vorsieht. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Bonn wollte die Pläne gestern nicht bestätigen, verwies auf den Juni. Dann soll das Konzept derÖffentlichkeit präsentiert werden. Zur WSD Nord gehören rund 2500 Mitarbeiter und sieben Wasser- und Schifffahrtsämter zwischen Brunsbüttel und Stralsund. Auch in den Ämtern stehen Veränderungen an. So wird geprüft, ob der Betrieb der Tonnenleger und Behördenschiffe ausgeschrieben und an private Reeder vergeben werden kann.Der Neubau des Ersatzes für das 38 Jahre alte Mehrzweckschiff „Scharhörn“ (Heimathafen Kiel) wurde aufgeschoben. „Das ist mit uns nicht zu machen“, sagt Frank Hornschu von der Gewerkschaft ver.di. „Das spart bei den Sachkosten. Unter dem Strich wird es aber für den Steuerzahler teurer. Das sehen wir heute bei den Festmachern auf den Schleusen.“ Kommentar Seite 2 Die Schifffahrtsverwaltung ist einer der letzten großen Behördenapparate in der Bundes-republik. 13 300 Planstellen, 39 Ämter und sieben Direktionen kümmern sich um Schleusen, Brücken, Leuchttürme und Fahrwasser zwischen Konstanz und Kiel. Der Ruf nach einer Reform dieses gewaltigen Apparates ist daher gut nachvollziehbar – ein Komplett-Umzug nach Bonn jedoch nicht. Besonders die Verwaltungder 7290 Kilometer des deutschen Binnenwasserstraßennetzes ist seit Jahren ein Sorgenkind. Die Bewirtschaftung dieser Wasserstraßen kostet gewaltigeSummen. Kanäle und Flüsse werden unterhalten, selbst wenn die durch sie beförderte Ladungsmenge auf eine Handvoll Güterwaggons passt. Gleichzeitig ist für die Lebensadern des deutschen Außenhandels seit Jahren nicht genug Geld da. Diese Lebensadern sind Jade, Elbe, Weser und der Nord-Ostsee-Kanal. Erst wenn diese Zufahrten in Schuss sind, kann die Wirtschaft pulsieren. 95 Prozent des Warenverkehrs erfolgt auf dem Seeweg. Ein Viertel der in Deutschland benötigten Waren sowie der exportierten Güter kommt auf dem Seeweg über die norddeutschen Häfen. Fast 280 Millionen Tonnen pro Jahr werden hier umgeschlagen. Das ist weit mehr als alle Binnenschiffe Deutschlands zusammen befördern. Die Binnenschifffahrt ist gerade mit zwölf Prozent am Warenverkehr in Deutschland beteiligt. Da macht es keinen Sinn, wenn ausgerechnet die Teile der Schifffahrtsverwaltung weit ins Binnenland verlegt werden sollen, die heute in unmittelbarer Nähe dieser Lebensadern unseres Außenhandels angesiedelt sind. Bonn macht keien Sinn. Zur Reform der Schifffahrtsverwaltung Kieler NAchrichten vom 17.04.2012 Die Hoffnungen auf den Erhalt eines Großteils des Kieler Marinearsenals haben einen Dämpfer bekommen.Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will nicht von seinem Plan zur Schließung des Kieler Arsenal  abweichen, ließ er jetzt in einem Brief mitteilen. In Kiel sollen nur 30 bis 50 der heute 700 Dienstposten erhaltenwerden. Damit würde nur die Sehrohrwerkstatt als einziger Betrieb bestehen bleiben. FB Seite 11 Kieler Nachrichten Norddeutsche Rundschau Kiel (dpa/lno) - An der drastischen Verkleinerung des Marinearsenals in Kiel soll sich laut einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums nichts ändern. «Das ist schon sehr enttäuschend», sagte der schleswig-holsteinische SPD-Abgeordneten im Bundestag, Hans-Peter Bartels, am Montag. Er reagierte damit auf die Antwort des Ministeriums, die er auf eine schriftliche Anfrage erhalten hatte. Darin wird bestätigt, dass «die Schließung des Arsenalbetriebes in Kiel festgeschrieben» ist. Große Teile sollen wie geplant im Zuge der Bundeswehrreform nach Wilhelmshaven verlegt werden. Damit sei klar, dass in Kiel die rund 700 Arbeitsplätze für die Reparatur und Instandsetzung von Marineschiffen wegfallen, sagte Bartels. «Es bleiben vielleicht 30 Leute.» Der SPD-Politiker hatte eine Anfrage an das Ministerium gerichtet, weil er wissen wollte, was aus der Zusage von Minister Thomas de Maizière (CDU) geworden war. Dieser hatte bei einem Besuch in Kiel im Januar versprochen, er wolle prüfen, wie viel Arbeit in dem Arsenal künftig noch geleistet werden solle und was dies für die Stellen bedeute. Der Betrieb von zwei eigenständigen Arsenalen in Kiel und Wilhelmshaven sei nicht mehr zu rechtfertigen, heißt es in dem Schreiben. In Kiel sollten nur Spezialbereiche wie die Sehrohr-Werkstatt bleiben. Bei größerem Bedarf würden hier Mitarbeiter des Arsenalbetriebs in Wilhelmshaven eingesetzt. Norddeutsche Rundschau  
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne

Ein Gedanke zu “Die Zukunft der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Nord ist weiter unklar.

  1. Hier wird die ganze Verlogenheit des schwarz-gelben Klüngels offensichtlich. Da stellt sich ein Bundesverkehrsminister hin und lässt sich allässlich eines Ersten Spatenstiches für eine Schleuse am NOK feiern und sein Ministerium trägt unterdessen dazu bei, dass in dem gleichen Bundesland masiv die maritime Kompetenz abgebaut wird. Es muss doch keiner glauben, dass hier es hier “nur” den 180 Beschäftigten einer WSD an den Kragen geht. Hier stehen auch die Wasser- und Schifffahrtsämter mit in der Schusslinie.
    Der CDU-Landesregierung ist es egal. Ob Marinearsenal, Werften, Schifffahrtsbehörden – kann alles weg. Hauptsache es bleibt noch ein Stand, wo man Fischbrötchen essen kann. Aber das wird es auch bald nicht mehr geben, zumindest nicht mit Fisch von einheimischen Fischereibetrieben.
    Man kann an dieser Stelle nur hoffen, dass die Menschen mal aufwachen und der Landesregierung am 6. Mai die Rechnung für soviel Frechheit präsentieren und den Bundesminister samt seiner Helfer von der Schleuse jagen.

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