Beim Auftakt der Tarifverhandlungen am 1. März 2012 in Potsdam

0785_05_Flugbl_Allgemein http://www.verdi.de/themen/geld-tarif Arbeitgeber haben nichts gelernt Beim Auftakt der Tarifverhandlungen am 1. März 2012 in Potsdam haben die Arbeitgeber erneut die Chance verpasst, aus den Fehlern vergangener Tarifrunden zu lernen: Zum wiederholten Male legten sie zu Verhandlungsbeginn kein Angebot vor. Unsere Forderung ist bekannt. Nur die Arbeitgeber zieren sich. Über die Gründe wollen wir gar nicht spekulieren. Nur soviel muss festgehalten werden: Das ist zum Einen ganz schön ignorant gegenüber den Erwartungen der Beschäftigten und zum Anderen ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir auch in dieser Tarifrunde alles geben müssen, wenn am Ende das Ergebnis stimmen soll. Arbeitgeber: Griff in die Mottenkiste Halloween ist lange vorbei, die Fastnachts-Geisterumzüge auch. Das hält die Arbeitgeber allerdings nicht davon ab, angesichts unserer Forderungen tief in die Mottenkiste der antigewerkschaftlichen Vorurteile zu greifen und mit Gespenstern wie drohenden Leistungskürzungen für die Bürger/-innen, verschärftem Personalabbau und weiteren Privatisierungen zu drohen. Aber: Hier werden Äpfel mit Birnen verwechselt. Schon in der Vergangenheit waren nicht die tarifpolitischen Forderungen der Gewerkschaften der Grund für Privatisierungen und Leistungsabbau, sondern alleine die falschen Entscheidungen der Politik. Und das wäre 2012 nicht anders. Arbeitgeber: Blind für die Wirklichkeit Die unnötige Panikmache angesichts unserer Forderungen entspricht der Blindheit gegenüber der tatsächlichen Lage der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes: Wir brauchen im öffentlichen Dienst deutlich höhere Einkommen, verbunden mit einer Stärkung der unteren Einkommen, eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden und eine spürbare Anhebung der Ausbildungsvergütungen. Das ist sozial gerecht – weil wir der Reallohnentwicklung hinterherhinken und sich der Abstand zu den Einkommen in der Privatwirtschaft nicht weiter vergrößern darf. Das ist wirtschaftspolitisch sinnvoll – weil der Stärkung der Kaufkraft eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung einer drohenden Rezession zukommt. Das ist zukunftsorientiert – weil nur ein öffentlicher Dienst, der seine Beschäftigten anständig bezahlt und den Nachwuchs fördert, attraktiv und handlungsfähig bleibt. Lassen wir uns also nicht beirren: Wir sind es wert,  was wir fordern. Kein Verständnis, kein Angebot kein Ergebnis in Sicht TARIFBEWEGUNG extra 03/12 Das Pferd vom Schwanz her aufzäumen… …führt bekanntlich zu keinem guten Ergebnis. Der Gaul bockt und für den Reiter gibt es nichts zu lachen. Leider gehört die Art und Weise, wie die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes mit der Frage des Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst umgehen, auch in die Kategorie „das Pferd vom Schwanz her aufzäumen“, also alles falsch zu machen. Erstens scheinen sie die Dimension, die diese Problematik mittlerweile erreicht hat, nicht zu erkennen bzw. verstehen zu wollen. Sie beschränken das Problem vor allem auf Techniker, Ingenieure und IT- Spezialisten. Dabei betrifft der Fachkräftemangel mittlerweile fast den gesamten öffentlichen Dienst. Zweitens kommt etwas hinzu, das die Arbeitgeber gar nicht sehen wollen: Qualität ist nicht nur eine Frage der Qualifikation des/r Einzelnen. Über die Qualität bürgernaher Dienste entscheidet auch immer, ob überhaupt ausreichend Stellen geschaffen und besetzt werden, also der Nachwuchs gefördert – sprich: nach der Ausbildung übernommen und anständig bezahlt wird. Soweit – aber nicht so gut. Denn ist die Diagnose des Problems schon falsch, dann kann die Therapie nur noch mehr Schaden anrichten. Außertarifliche Zulagen für bestimmte Beschäftigtengruppen, was die Arbeitgeber gerne ausbauen würden, sind der falsche Weg. Denn es geht um die Zukunft des gesamten öffentlichen Dienstes. Und da kann bei den Beschäftigten nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Denn alle Beschäftigten sind es wert, für das was sie für das Gemeinwesen leisten, anständig bezahlt zu werden. So kann‘s weiter gehen: ver.di-Mitglieder begrüßen die Arbeitgeber vor der 1. Verhandlungsrunde Arbeitgeber auf die Sprünge helfen Warnstreik Jetzt müssen wir uns bewegen, damit die Arbeitgeber sich bewegen. Zeigen wir den Arbeitgebern, wie ernst es uns um unsere Forderungen ist. Dann kann am 12./13. März auch wirklich verhandelt werden. Jetzt kommt es auf uns alle an!
Mit einer Welle von Warnstreiks will die Gewerkschaft Verdi den Druck im Tarifstreit mit den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes erhöhen.
Hamburg, 05.03.2012 In Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sind die Aktionen am Montagmorgen (05.03.2012) schon los gegangen, am Dienstag (06.03.2012) ist auch Hamburg an der Reihe. Dann sollen unter anderem die Kindertagesstätten zur Warnung bestreikt werden. Eltern sollten sich schon jetzt mit den Kita-Leitungen besprechen, wie und wo ihr Kind am Dienstag betreut wird.

Frankfurt ist momentanes Streikzentrum

"Der Nahverkehr heute in Frankfurt wird ziemliche Probleme haben", sagte Verdi-Sprecher Thomas Wissgott der Nachrichtenagentur dpa am Morgen. "Den ganzen Tag werden keine U-Bahn und keine Straßenbahn fahren." Auch Mitarbeiter von Stadtverwaltungen, Kitas, Altenheimen und mehreren Kliniken sollten die Arbeit niedergelegen, wie ein Gewerkschafter sagte. Verdi will mit der Streikwelle Druck in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Bund und Kommunen machen. Auch Müllmänner und Krankenschwestern sind zu den Warnstreiks aufgerufen. In einigen Kommunen legten die Mitarbeiter von Pflege- und Altenheimen die Arbeit nieder, wie Verdi-Mitarbeiter Jürgen Bothner in Frankfurt berichtete. Der Arbeitskampf erfasste auch Rheinland-Pfalz und das Saarland. Bis zum Freitag (09.03.2012) will die Gewerkschaft täglich wechselnd unterschiedliche Regionen in Deutschland bestreiken.

6,5 Prozent mehr Geld gefordert

Hintergrund ist der Streit mit den Arbeitgebern um mehr Geld für die zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb fordern 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber legten bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kein Angebot vor und erklärten, die Gewerkschaft müsse ihre Forderungen herunterschrauben. "Wir erwarten, dass die Arbeitgeber ein Angebot vorlegen", sagte Gewerkschaftssprecher Christoph Schmitz. Dass bei den ersten Gesprächen in Potsdam kein Angebot vorgelegt worden sei, sei "eine erkennbare Provokation der Beschäftigten". Die Warnstreiks seien nun die Reaktion darauf. Das nächste Mal treffen beide Seiten am 12. März aufeinander. (dpa)   achrichten
Verdi-Warnstreiks in Hamburg
Hamburg
Die ersten Warnstreiks im Öffentlichen Dienst treffen auch Hamburg. Von morgen an werden in der Elbmetropole vor allem Kindertagesstätten sowie Bundesbehörden betroffen sein, teilte Verdi gestern mit. Eltern sollten heute in ihrer Kita klären, wie sich die Warnstreiks auswirkten. Die Müllabfuhr werde am Dienstag noch nicht beeinträchtigt sein, sagte Hamburgs Verdi-Chef Wolfgang Rose und fügte hinzu: „Die Warnstreiks sollen noch nicht richtig wehtun, aber warnen, deshalb kündigen wir sie auch zwei Tage vorher an.“ Von heute bis Freitag will Verdi täglich wechselnd unterschiedliche Regionen in Deutschland bestreiken, die zentrale Streikkundgebung in Hamburg findet vor dem Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof in Innenstadt statt. Die Gewerkschaften fordern für die rund zwei Millionen Beschäftigten im Bund und in den Kommunen ein Einkommensplus von 6,5 Prozent – mindestens jedoch 200 Euro. In Hamburg sind laut Verdi rund 20 000 Mitarbeiter betroffen, so auch bei der Hamburg Port Authority, beim Flughafen und den Staatstheatern. Bei der ersten Tarifrunde am vergangenen Donnerstag in Potsdam hatten die Arbeitgeber kein Angebot gemacht.
lno
 
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne