E.ON befürchtet, dass Offshore-Windkraft in Deutschland vollständig zum Erliegen kommt.

Zu wenige Stromnetz
Es muss gehandelt werden
Ein schleppender Netzausbau trübt den Erfolg beim Ausbau der Windkraft
peter höver Norddeutsche Rundschau
Es sind blendende Zahlen, die der Bundesverband Windenergie gestern in Kiel vorgelegt hat. Dies allerdings in mehrfacher Hinsicht. Der Ausbau der Windkraft im Norden geht schneller voran als Skeptiker gedacht haben. In Schleswig-Holstein hat das vor allem mit dem Modell des „Bürgerwindparks“ zu tun. Kommen private Investoren und wollen ihre Stromspargel in die Landschaft pflanzen, dann sind Widerstände vor Ort oft programmiert. Tun sich Bürger oder Gemeinden zusammen, um ein solches Projekt voranzutreiben, dann funktioniert das im Regelfall, weil die Wertschöpfung am Ende im Dorf bleibt. Die Kehrseite dieser glänzenden Medaille ist und bleibt der Netzausbau. 9000 Megawatt sollen in sechs Jahren installiert sein. Hier steht die Energiewende erst am Anfang, ist deutlich mehr Tempo nötig, weil der Fortschritt hier eher eine Schnecke ist. Will Schleswig-Holstein Stromexportland bleiben, dann muss dieses Produkt auch beizeiten abfließen können in die großen Verbrauchszentren im Süden der Republik. Manches deutet darauf hin, dass sich Netzbetreiber wie Politik an diesem Projekt einen Bruch heben könnten. Die Warnung des Energiekonzerns Eon vom Wochenanfang ist ein Alarmzeichen. Scheitert der Netzanschluss, dann drohen etwa Baustopps bei den großen Offshore-Windparks, die bis 2030 rund 15 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken sollen. Investoren werden sich dreimal überlegen, ihr Geld in Windkraft auf See zu investieren, wenn die Anbindung an Land fehlt. Die aber ist teuer, hoch kompliziert und markiert technisches Neuland. Der Netzbetreiber Tennet erklärt das mit „fehlenden finanziellen, personellen und materiellen Ressource aller Beteiligten“. Das ließe sich mit entschlossenem – auch politischem – Handeln ändern. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Der Bundeswirtschaftsminister hat gerade eine Arbeitsgemeinschaft „Beschleunigung der Netzanbindung“ eingesetzt. Unterstellen wir, dass da nicht nur geredet, sondern beizeiten auch gehandelt wird. Norddeutsche Rundschau
  Zu wenige Stromnetz-Anschlüsse E.ON warnt vor Windkraft-Baustopp Mittwoch, 15. Februar 2012 E.ON befürchtet, dass Offshore-Windkraft in Deutschland vollständig zum Erliegen kommt. Foto: Alpha Ventus Der Energiekonzern E.ON warnt wegen fehlender Stromnetz-Anschlüsse vor einem Baustopp für Offshore-Windkraftanlagen ab 2015. "Die Situation ist katastrophal", sagte Mike Winkel, Chef der Sparte "Climate & Renewables", der "Berliner Zeitung" (Dienstag). Der erste große deutsche Offshore-Windpark von E.ON, "Amrumbank West", werde vom zuständigen Stromnetzbetreiber TenneT nach derzeitigen Stand erst in drei Jahren mit rund 15 Monaten Verspätung angeschlossen. Nach Abschluss der laufenden Projekte befürchtet E.ON, dass Offshore-Windkraft in Deutschland vollständig zum Erliegen kommt. "Für die Zeit nach 2015 bin ich pessimistisch, wenn sich nichts ändert", sagte Winkel. "Niemand wird weiter investieren, wenn der Netzanschluss so unsicher ist wie derzeit." Auch RWE sorgt sich angesichts der Probleme bei Tennet um seine Projekte auf See. Das niederländische Unternehmen hatte vor rund zwei Jahren das 10.700 Kilometer lange Höchstspannungsnetz von Eon übernommen und ist für den Anschluss der Windparks in der Nordsee zuständig. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat gerade eine Arbeits-gemeinschaft "Beschleunigung der Netzanbindung" eingesetzt, die das große Problem lösen soll, dass startbereite See-Windparks wegen fehlender Anschlüsse keinen Strom liefern können und dadurch Investoren für weitere Projekte verschreckt werden. Dabei geht es auch um Haftungsfragen bei Verzögerungen. Etwa dass ein Netzbetreiber bei Ausfall oder Verzögerung der Offshore-Anbindung nur begrenzt haften muss, um mehr Anreize für Investitionen zu schaffen. Der Netzbetreiber Tennet hatte gewarnt, der rasche Netzanschluss scheitere derzeit "an fehlenden finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen aller Beteiligten". Die Fristen einer Errichtung des Anschlusses binnen 30 Monaten ab Erteilung der Zusage seien in der Praxis nicht einzuhalten. Realistischer seien 50 Monate. Bis 2030 sollen eigentlich Windparks in Nord- und Ostsee mit einer Leistung von 25.000 Megawatt entstehen und so rund 15 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken. Doch die Anbindung der Windmühlen mit Seekabeln ist kompliziert, teuer und Neuland. Bisher sind 28 Projekte mit mehr als 2000 Einzelanlagen genehmigt worden. Aber in Betrieb sind erst die Windparks Bard 1 (Nordsee) und Baltic 1 (Ostsee) sowie das Testfeld Alpha Ventus vor Borkum. Offshore-Wind wird als wichtiger Baustein der Energiewende gesehen, da viel Wind eine oft höhere Stromproduktion als an Land garantiert. Nach Amrumbank hat E.ON eigentlich zwei weitere Großprojekte in Planung, Delta Nordsee und Arkonabecken in der Ostsee. "Wir untersuchen gerade den Meeresboden, um dann zu entscheiden, was wir nach Amrumbank machen", sagte Eon-Manager Winkel. "Aber angesichts des unsicheren Netzanschlusses können wir derzeit keine Investitionsentscheidung treffen." Die Netzbetreiber hätten sich selbst über- und die Probleme unterschätzt. Zudem hätten sie nicht ausreichend finanzielle Anreize.  
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne