Netzausbau im Norden kommt nicht schnell genug voran

Verbraucher zahlen Millionen Verbraucher zahlen Millionen für ungenutzten Windstrom Netzausbau im Norden kommt nicht schnell genug voran / De Jager: „Achillesferse der Energiewende“ Kiel Norddeutsche Rundschau Die Betreiber der Stromnetze in Schleswig-Holstein mussten im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Euro für Strom aus erneuerbaren Energien bezahlen, der überhaupt nicht in das Netz eingespeist werden konnte. Grund ist der rasante Ausbau der Windkraft- und Photovoltaikanlagen im Land. Die Netzbetreiber kommen mit dem Netzausbau nicht hinterher, sind aber verpflichtet, Betreibern der Anlagen auch nicht einspeisbare Energie zu vergüten. Wie die Wirtschaftszeitung „missler“ in ihrer neuen Ausgabe berichtet, rechnen die Eon Netz GmbH in Quickborn und die Schleswig-Holstein Netz AG durch die vom Land geplante Ausweitung der so genannten Windeignungsflächen auf rund 1,5 Prozent der Landfläche mit einem weiteren Schub beim Bau neuer Windmühlen. Die Einspeiseleistung von Strom aus erneuerbarer Energie werde sich bis zum Jahre 2015 von derzeit rund 3600 Megawatt (MW) auf 10 143 MW verdreifachen. Bei diesem Anstieg, so die Netzbetreiber, werden die Entschädigungszahlungen für ungenutzten Strom in Schleswig-Holstein auf jährlich bis zu 300 Millionen Euro anwachsen. Die Zeche hätten die Stromkunden zu zahlen. In Schleswig-Holstein müssen nach Berechnungen der Netzbetreiber 700 Kilometer neue Hoch- und Höchstspannungsleitungen gebaut werden, um den Strom aus erneuerbaren Energien zum Verbraucher zu bringen. Für Planung und Neubau werden aber mehrere Jahre vergehen, auch wenn Wirtschaftsminister Jost de Jager gestern im Interview mit unserer Zeitung eine Vereinfachung der Planungsschritte forderte. „Der Ausbau der Stromnetze ist die Achillesferse der Energiewende“, sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Von der Bundesregierung forderte er, dass jedes Jahr ein „Fortschrittsbericht“ zur Energiewende vorgelegt wird. Der Vorstandsvorsitzende der Eon Hanse, Hans-Jakob Tiessen, sieht unterdessen beim Netzausbau nicht nur das Land unter Druck. „Wenn der Strom nicht südlich der Elbe weitertransportiert werden kann, droht der Netzausbau in Schleswig-Holstein ins Leere zu laufen“, warnte er. Tatsächlich formiert sich in Niedersachsen immer mehr Widerstand gegen die neuen Stromtrassen. ri Interview Seite 4 / Kommentar Seite 2 Ohne Netz und doppelten Boden Wenn teurer Strom in den Wind geschlagen wird: Der Netzausbau ist Dreh- und Angelpunkt der Energiewende Stephan Richter Im März ist es ein Jahr her, dass die Katastrophe von Fukushima die Energiewende in Deutschland einleitete. Beim Abschalten der ältesten Atomkraftwerke, so orakelten damals die großen Konzerne, würden vielerorts die Lichter ausgehen. Das passierte nicht. Stattdessen wächst die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien rasant. In Schleswig-Holstein, dem Geburtsland der Windenergie, ist dies überall zu sehen: Kaum eine Scheune ohne Solardach, die Maisanbaufläche explodiert, immer mehr Windmühlen drehen sich. Was die Politik bei der über Nacht eingeleiteten Energiewende übersehen hat, ist der mit den erneuerbaren Energien einhergehende, notwendige Ausbau der Stromnetze. Nicht die Umstellung der Stromerzeugung ist die eigentliche Herausforderung, sondern der Transport hin zu den Verbrauchern. Schleswig-Holstein will in der Rekordzeit von nur vier Jahren die benötigten neuen Stromtrassen errichten. Bis dahin sollen 700 Kilometer neue Hoch- und Höchstspannungsleitungen gebaut oder zumindest durch alle Planungsinstanzen sein. Ob das gelingt, darf bezweifelt werden. Zumal eine weitere Herausforderung hinzukommt: Der Netzausbau muss über Schleswig-Holstein hinausgeführt werden, sonst macht er keinen Sinn. In ganz Deutschland, so schätzt die Deutsche Energieagentur, müssen über 4 000 Kilometer der so genannten Stromautobahnen neu gebaut werden. Zum Vergleich: Seit 2005 wuchs das Übertragungsnetz hierzulande nur um knapp 100 Kilometer. Der Chef der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, spricht bereits offen davon, dass die Energiewende zu den Akten gelegt werden könne, sollte der Netzausbau nicht gelingen. Er hat in doppelter Hinsicht recht. Denn zum Transportproblem wird ein Akzeptanzproblem kommen. Allein in Schleswig-Holstein beträgt die Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien rund 700 Millionen Euro. Die Besitzer von Wind- oder Photovoltaikanlagen freut es, Steuerzahler und Stromkunden müssen zahlen. Wenn aber nur Geld und kein Strom fließt, wird die schöne neue Energiewelt zum Ärgernis. In der Verkehrspolitik und auf dem Gebiet der Energiepolitik. Die regenerativen Energien sind ein Jobmotor und sorgen für wirtschaftliches Wachstum im Land. Die Energiewende wird von vielen Bürgern im Land nicht mitgetragen. Es gibt Protest gegen die Vermaisung der Landschaft oder an der Ausweitung der Eignungsflächen für den Ausbau der Windenergie. Es gibt Kritik an einzelnen Entwicklungen. Aber im Kern wird die Energiewende von der großen Mehrheit mitgetragen. Aber gegen den Ausbau der Windenergie wächst der Widerstand. Es gibt Gemeinden, die sich gegen die Ausweitung der Eignungsflächen ausgesprochen haben. Aber mit noch mehr Kommunen haben wir Probleme, weil sie sehr viel mehr Eignungsflächen gemeldet haben als sie bekommen können. Allein im Kreis Nordfriesland sind acht Mal mehr Flächen beantragt worden. Die Akzeptanz für die erneuerbaren Energie ist da. Sie hängt allerdings auch an der Wertschöpfung in der jeweiligen Region. Aktuell rechnen die Netzbetreiber in Schleswig-Holstein vor, dass 2011 rund 20 Millionen Euro an Entschädigungen gezahlt worden sind für Strom aus erneuerbarer Energie, der aber nicht abgenommen werden konnte, weil es keinen Netzanschluss gab. Geld fließt für nichts – wie erklären Sie das dem Verbraucher? Natürlich ist das ein Problem. Es zeigt: Die Achillesferse der Energiewende ist der Ausbau der Stromnetze. Wir haben mit den Kommunen und den Netzbetreibern eine Vereinbarung getroffen, wie der Netzausbau beschleunigt werden soll. Dazu müssen die Bürger an den Planungen beteiligt werden, und die Planungsschritte müssen vereinfacht werden. Also kein Korrekturbedarf bei der Energiewende? Wir werden uns bei der CDU-Klausurtagung am Wochenende in Ahrensburg mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen zu diesem Thema beraten und fordern, dass es einmal im Jahr einen Fortschrittsbericht zur Energiewende gibt
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne