Offshore-Parks: Retter sehen Sicherheitslücken

retter_sehen_sicherheitsl__cken Offshore-Parks: Retter sehen Sicherheitslücken cuxhaven/bremen Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen und das Havariekommando des Bundes und der fünf Küstenländer in Cuxhaven warnen vor Sicherheitslücken bei Unfällen in Offshore-Windparks. „Darauf ist bisher keiner vorbereitet“, sagt Havariekommando-Sprecherin Ulrike Windhövel. Neben zahlreichen praktischen Fragen sei die Zuständigkeit nicht geklärt. Das Havariekommando komme erst bei Groß-Schadenslagen mit einer Vielzahl gefährdeter Menschenlebens ins Spiel. Die Seenotfälle, bei denen wiederum die DGzRS am Zug ist, setzen ein in Gefahr geratenes Schiff voraus – eine Kategorie, unter die weder eine Windkraftanlage noch eine dafür vorgesehene Wartungsplattform fallen. Ganz abgesehen davon, dass die Seenotretter mit ihren Schiffen nach Einschätzung ihres Geschäftsführers Udo Helge Fox kaum etwas ausrichten können. Die Felder entstehen so weit draußen , dass die Anfahrt mindestens fünf Stunden dauere. Außerdem sei der Seegang meist zu hoch, um an den Plattformen anlegen zu können. Das zeigte der Unfall eines Arbeiters im Windpark „Alpha Ventus“ vor Borkum. Die Besatzung eines Seenotkreuzers kam bei drei Meter hohen Wellen nicht an den Verletzten heran. Letzten Endes rettete ihn ein Marinehubschrauber. Wenn der Bau der Mega- Windparks nun, forciert durch den Atomausstieg, massiv beschleunigt wird – dann, so betonen DGzRS und Havariekommando, stellen sich ähnliche Herausforderungen häufig. Noch 2011 will RWE zwischen Amrum und Helgoland mit dem ersten Offshore-Windfeld vor Schleswig-Holsteins Küste beginnen. Derzeit sind in der deutschen Nordsee 23, in der Ostsee drei Projekte genehmigt. Das Bundesverkehrsministerium schätzt, dass sich bald ständig 800 bis 1000 Beschäftigte für Wartung und Betrieb in den Parks aufhalten, der größte Teil in den Umspannwerken auf See.Schutz- und Rettungskonzepte müssten von den Betreibern zwar vorgelegt werden, seien aber letztlich nicht Bestandteil der Genehmigung, bemängelt Windhövel. Fox fürchtet sich vor allem vor einem „Wildwuchs“. Am Ende drohten „mehr als 20 verschiedene, im Notfall kaum überschaubare Organisationsformen“. Bevor die Betreiber Einzel- Kooperationen mit Hubschrauber-Dienstleistern und eventuell auf See nicht geübten Rettungsdiensten eingehen, drängt er darauf, in einer Arbeitsgemeinschaft die „Ressourcen zu poolen“. Für deren Management hält Fox eine zentrale Leitstelle für nötig. Deren Management könne die Einsatzzentrale seines Hauses mitübernehmen, bietet er an – allerdings nur, wenn dafür rechtliche Klarheit hergestellt werde „und wenn die Betreiber die zusätzlichen Kosten tragen. Die verdienen mit den Windparks Geld – das darf nicht zu Lasten unserer Spender gehen. Die geben ihr Geld nun mal für Schiffbrüchige.“ Frank Jung
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne