Schleusen-Kosten Brunsbüttel Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin (re.) soll helfen. Nachdrücklich baten die Lotsen Michael Hartmann und Bernd Appel (li.) gestern um die Finanzierung der fünften Schleusenkammer.

alte_schleusen Schleusen-Kosten Brunsbüttel Der FDP-Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin (re.) soll helfen. Nachdrücklich baten die Lotsen Michael Hartmann und Bernd Appel (li.) gestern um die Finanzierung der fünften Schleusenkammer. Ortstermin an den maroden großen Schleusenkammern (v. li.): FDP-Landtagsabgeordneter Oliver Kumbartzky, Lotsen-Ältermann Kapitän Michael Hartmann, FDP-Bundestagsabgeordneter Jürgen Koppelin und Kapitän Bernd Appel. Foto: pöschus Läuft auf Holz statt auf Schienen: das kanalseitige große Südtor. „Notnagel ohne Hand und Fuß“ Deutlicher Hinweis: Beim Besuch des FDP-Bundestagsabgeordneten Jürgen Koppelin streikte ein Schleusentor Brunsbüttel Schleusenbetrieb mit Ach und Arach – davon konnte sich gestern der FDP-Landesvorsitzende Jürgen Koppelin überzeugen. Denn als der Liberale an der Schleuse zu einem Gespräch mit dem Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK I, Michael Hartmann, und dem Lotsen Bernd Appel eintraf, versagte das kanalseitige Tor der großen Südkammer kurzzeitig den Dienst. Koppelin, Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag, hätte beinahe den GAU im Kanal erlebt. Denn die Nordkammer ist noch immer nicht vollständig wieder hergerichtet. Und in die Südschleuse waren bereits zwei Schiffe eingefahren.Doch so viel unfreiwilliger Problematik bedurfte es gar nicht. Koppelin machte deutlich, dass er als Dithmarscher um die Bedeutung funktionierender Schleusen wisse. Der FDP-Mann informierte sich vor Ort über die Situation, um für die Beratungen im Haushaltsausschuss des Bundes gewappnet zu sein. Er werde alles tun, was möglich sei, Versprechungen abgeben wollte er jedoch gestern nicht. Immerhin fand sich im Gespräch mit Hartmann und Appel ein Weg, der für die bundespolitische Haushaltsplanung gangbar scheint. Wenn Koppelin denn Gehör findet. Michael Hartmann rechnete vor, dass es nicht darum gehe, im kommenden Jahr 300 Millionen zur Verfügung zu haben. Dies ist der Betrag, mit dem für den Neubau der fünften Kammer kalkuliert wird. „Wir brauchen eine Durchfinanzierung für die nächsten Jahre“, erklärte Hartmann. Da bereits 30 Millionen für den Mitteldüker, ein Versorgungstunnel unterm Kanal hindurch, ausgegeben wurden, bleiben noch rund 270 Millionen offen. Davon genügten für den Baubeginn im nächsten Jahr 60 Millionen, brach Hartmann die große vom Bundesverkehrsministerium als zu teuer eingestufte Summe herunter. Der Rest erstrecke sich über die folgenden vier Jahre. Zugleich betonten Appel und Hartmann, dass es nicht um eine Erweiterung der Schleusenkapazität gehe. Denn: Sobald die neue Schleusenkammer fertig wäre, könnte eine der beiden maroden großen Kammern bis auf weiteres stillgelegt werden. Mithin, so Hartmann, gehe es gar nicht um zweimal 85 Millionen Euro für die Totalsanierung dieser beiden Kammern – weitere 85 Millionen eingespart. Und der 130 Millionen teure östliche Kanalausbau sei zwar erforderlich, aber nicht in einem Zuge mit dem Bau der unverzichtbaren fünften Kammer. Anders als bei der vom Bundesverkehrsministerium befürworteten Sanierung der großen Nord- und der großen Südschleuse, die jeweils für zwei Jahre für die Grundsanierung außer Betrieb gehen müssten, sei erst der Neubau notwendig, betonte Hartmann. Was passiert, wenn zwei der aus Kaisers Zeiten stammenden Anlagen zeitgleich ausfallen, deutete sich gestern kurz an. Das Südtor wird über Hartholz geschoben, weil sich die Schienen nicht mehr am bröckeligen Beton fixieren lassen. Und am elbseitigen Nordtor wird seit Wochen versucht, Schienen wieder zu befestigen. Auch dort hat am Beton der Unterkonstruktion der Zahn der Zeit genagt. „Das ist alles nur ein Notnagel, ohne Hand und Fuß“, umriss Hartmann die Situation. „Technik von 1918“, ergänzte Bernd Appel. „Die Leute hier in der Region müssen Mut fassen können“, erbat sich Hartmann ein Zeichen. Ralf Pöschus    
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne