Schifffahrt Volle Kraft zurück Von Michael Machatschke DPA Die Jahrhundertkrise der Schifffahrt schien ausgestanden.

schifffahrt Schifffahrt Volle Kraft zurück Von Michael Machatschke DPA Die Jahrhundertkrise der Schifffahrt schien ausgestanden. Doch jetzt zeigt sich die wahre Not - gerade für die Deutschen. Keine Nation hat so viele neue Frachter im Bau wie die deutsche. Ein gewagtes Spiel, bei dem einige Reeder untergehen könnten. Hamburg - Sein Erfolg erregte Bewunderung, sein Gebaren zuweilen Befremden. Niels Stolberg (50) war der König von Bremen. Seine Reederei Beluga stieg in wenigen Jahren zu einer Weltgröße des Schwerguttransports auf. Da wollte er sich auch manches Spielzeug leisten, etwa ein eigenes Spitzenrestaurant, gleich eine Etage über der Firmenzentrale. Der beste Tisch des Hauses, mit Traumblick auf die Weser, war allerdings nie zu bekommen. Den hielt der Hausherr allein für sich reserviert. Die Schifffahrtskrise von 2009 - die schwerste seit Generationen - schien Stolberg nichts anhaben zu können. Unbeirrt stockte er seine Flotte auf. Ende vergangenen Jahres ging ihm dann doch das Geld aus. Er musste einen amerikanischen Finanzinvestor an Bord nehmen. Im März brach Beluga zusammen, die Reederei meldete Insolvenz an, im April folgte Stolbergs private Insolvenz. In-zwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn - er hat offenbar über lange Zeit Bilanzen gefälscht. Der Fall Beluga wirft ein Schlaglicht auf eine ganze Branche. Die griff, gerade in Deutschland, mit gehöriger Hybris immer weiter aus, durchstand die große Krise scheinbar unbeschadet und blickt jetzt, mitten im globalen Aufschwung, in ein grausig tiefes Loch:Die Preise für Schiffsfracht, die sogenannten Frachtraten, sinken wieder • Den Hauptfinanzierern von Schiffen, Banken und Fondsanlegern, drohen Milliardenverluste "Die Krise ist noch lange nicht vorbei", warnt Burkhard Tesdorpf vom maritimen Investmenthaus Hanse Capital, "die Krise geht erst richtig los." Vor allem mittelständische Reeder geraten zunehmend in Schwierigkeiten. Aber auch für Branchengrößen wird es eng. Wie ein Menetekel wirkt da der unlängst abgesagte Börsengang von Hapag-Lloyd. Angesichts der düsteren Aussichten hätten sich die Aktien wohl nur verramschen lassen. • 1. Teil: Volle Kraft zurück • 2. Teil: Vom Tanker bis zum Frachter: Hyperkonkurrenz und Überangebot • 3. Teil: Risiko Reederfinanzierung • 4. Teil: Banken stehen alleine • 5. Teil: Abstieg einer Seefahrtsmacht    
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne