Brunsbüttel: Lotsen-Ältermann fordert fünfte Schleusenkammer

hartmann   Brunsbüttel: Lotsen-Ältermann fordert fünfte Schleusenkammer Fordert den Bau einer fünften Schleusenkammer: Lotsen-Ältermann Michael Hartmann. Foto: Reh Brunsbüttel (mir) Die große Nord-Schleuse in Brunsbüttel wird zurzeit repariert und ist gesperrt. Deshalb kommt es zu langen Wartezeiten für Schiffe. Michael Hartmann, Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK, fordert angsichts der aktuellen Sperrung noch einmal mit Nachdruck, dass endlich das Geld für den Neubau einer fünften Schleusenkammer bereitgestellt werden muss. Sonst büßt der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) an Attraktivität ein. Hartmann Schleusen-Neubau: SOS gefunkt SPD-Bundespolitiker, Wirtschaftsvertreter und Lotsen fordern schnelles Handeln Auf dem Podium einer Meinung (v.li.): Bernd Bertram (Geschäftsführer Unifeeder Deutschland), Johannes Kahrs, Moderator Jörn Thiessen, Bettina Hagedorn (alle SPD) und Michael Hartmann (Lotsenältermann). Fotos: Schmid Baufällig: Die Großen Schleusen in Brunsbüttel. Brunsbüttel (fan) In einem einstimmigen Chor haben Politiker, Vertreter der maritimen Wirtschaft, der Lotsen und der Region von der Bundesregierung vehement die Bereitstellung von Geldern für den Bau der fünften Schleusenkammer gefordert. Andernfalls drohe dem Nord-Ostsee-Kanal der verkehrspolitische Gau, betonten sie. Es wurde eng am Freitagabend im Torhaus. Knapp zweihundert Zuhörer saßen dicht an dicht auf den Stühlen und extra bereitgestellten Bänken im Saal des Restaurants mit unmittelbaren Blick auf den Kanal. Es war weit mehr als eine Parteiveranstaltung, obwohl die schleswig-holsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn und ihr Hamburger Kollege und Parteifreund Johannes Kahrs die Einladenden waren. "Wir wurden von Anmeldungen überrollt", freute sich Hagedorn. Klares Zugpferd des Abends war das Motto der Info- und Podiumsdiskussion, das "SOS für den Nord-Ostsee-Kanal" lautete. Eine ganze Region fürchtet sich um die Zukunft des Kanals und ist besorgt: Zwei marode und ständig wechselnd zu reparierende Schleusenkammern bedrohen derzeit die gesamte Schifffahrt im Norden. Die beiden SPD-Politiker gehören dem Haushaltsausschuss des Bundestages an. Dort beginnen im Oktober die entscheidenden Haushaltsberatungen in Sachen Verkehr. Es geht um die Wurst für den Kanal und die Schleusen, denn das von Dr. Peter Ramsauer (CSU) geführte Bundesverkehrsministerium hat lediglich einen läppischen Zwei-Millionen-Betrag für Infrastrukturmaßnahmen bereitgestellt. "Nicht viel", wie Johannes Kahrs lakonisch betont, denn insgesamt benötige der Kanal für eine Verbreiterung an einigen Stellen sowie für den Kammerneubau in Brunsbüttel allein 1,2 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu finanziere Ramsauer aber mal eben ein Tunnel-Projekt mit 160 Millionen Euro in seinem eigenen bayerischen Wahlkreis, erläuterte Kahrs weiter. Für den SPD-Politiker ein deutliches Zeichen: Das Geld fließt vor allem in süddeutsche Verkehrsprojekte. "Die Bundesregierung hat kein Konzept für deutsche Wasserstraßen", kritisierte er. Dennoch haben Hagedorn und Kahrs noch Hoffnungen. Sie setzen auf die anstehenden Beratungen des Haushaltsausschusses. "Der Minister hat jetzt nicht mehr viel zu sagen, sondern der Ausschuss muss beraten", erläuterte Hagedorn. Bis zur entscheidenden "Bereinigungssitzung" am 10. November lohne es sich dafür zu kämpfen, andere Ausschussmitglieder vom Neubau der fünften Schleusenkammer zu überzeugen. Hagedorn und Kahrs wollen im Ausschuss den Antrag einbringen, dass im Bundesetat des kommenden Jahres zumindest ein Teilbetrag für den 300 Millionen Euro teuren Kammerneubau bereit gestellt wird. Beide SPD-Haushaltsexperten warnten auch vor Überlegungen des Ministeriums, eine Sanierung der Brunsbütteler Schleusen dem geplanten Neubau vorzuziehen. "Dann würde in den kommenden zwei Jahren nichts passieren und der Neubau in noch weiterer Ferne gerückt werden", so Bettina Hagedorn. Sollte das eintreten, malte der Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK 1 die Vision von einer Verlagerung der Containerverkehre auf die Straße an die Wand. "Wenn die neue Bypass-Kammer nicht schnell kommt, gibt es hier keine Zukunft mehr am Kanal", unkte Michael Hartmann düster mit Blick auf die marode Schleusentechnik aus Kaisers Zeiten. Auch die maritime Wirtschaft betrachtet die derzeitige Situation am Kanal mit Sorge und fordert den sofortigen Kammerneubau. "Wir spüren jeden Tag die Auswirkungen", so Bernd Bertram, Geschäftsführer von Unifeeder Deutschland, über die regelmäßigen Ausfälle der Brunsbütteler Schleusen. Laut Bertram muss das Unternehmen derzeit mit einer Wartezeit vor den Schleusen von zehn Schiffstagen pro Monat leben. Das verursache hohe Kosten, schüttelte er den Kopf. Bertram kritisierte die Bundesregierung für deren Haltung, kein Geld bereit stellen zu wollen. Der Nord-Ostsee-Kanal sei Teil eines global zu betrachtenden Wasserinfrastruktursystems und verbinde die deutschen Seehäfen mit Zielhäfen in der Ostsee. "Für uns ist die ganze Diskussion unbegreiflich", betonte Bertram, der am Ende der Veranstaltung von der Bundesregierung ein Gesamtkonzept zur maritimen Wirtschaft forderte.
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Maritimer Supergau, Der Kanal von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne