Lebensader in Gefahr Sparsamkeit am falschen Platz: Die Kanalschleuse in Brunsbüttel muss dringend saniert werden

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Lebensader in Gefahr
Sparsamkeit am falschen Platz: Die Kanalschleuse in Brunsbüttel muss dringend
saniert werden
Ralf Pöschus Norddeutsche Rundschau
Nun ist es wieder passiert: Gestern fiel in Brunsbüttel erneut eine große
Schleuse aus. Gerade erst eine Woche ist es her, dass die andere große Kammer
provisorisch instand gesetzt wurde. Grund in beiden Fällen: Die Bauwerke aus
der Kaiserzeit, als der Nord-Ostsee-Kanal für die schnellere Verlegung von
Kriegsschiffen zwischen Nord- und Ostsee gebaut wurde, sind marode. Eine
Totalsanierung ist längst überfällig.
Doch so einfach geht das nicht. Bei einer längeren Schließung vor allem der
beiden großen Kammern droht der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße
der Welt der Kollaps. Schon jetzt murren Reeder über teure Liegezeiten, weil es
mal wieder viele Stunden länger dauert an den Schleusen.
Luft verschaffen könnte man sich, wenn denn endlich die bereits 1962 ins
Gespräch gebrachte fünfte Schleusenkammer gebaut würde. 250 Millionen DMark
sollte das damals kosten. 280 Millionen Euro sind heute dafür
veranschlagt. Eine Investition, die der Bundesverkehrsminister angesichts der
Finanzlage in seinem Haushalt auf die lange Bank schiebt. Das ist Sparsamkeit
am falschen Platz.
Diese Situation ist leider exemplarisch für das, was derzeit allerorten sichtbar
wird: Notwendige Investitionen wurden und werden vertagt. Nun drohen
reihenweise teure Baustellen, für die eigentlich gar kein Geld in den Etats ist. In
Hamburg beispielsweise ist das Kongresszentrum so marode, dass sogar über
einen Abriss der städtischen Immobilie nachgedacht wird. Schulen, Straßen,
öffentliche Einrichtungen – die Liste ließe sich fortsetzen.
Spart sich der Staat kaputt? In der Schuldendebatte wird immer wieder
angeführt, die nächste Generation dürfe nicht ins Unendliche belastet werden.
Aber in der Infrastruktur stellt die Politik eben dieser Generation eine schwere
Hypothek aus, die kaum abzutragen ist.
Akut gefährdet ist dagegen der Kanal, der sich in über 100 Jahren zur
Lebensader und zum Motor für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein entwickelt
hat. Wenn diese Wasserstraße nicht zum alleinigen Paradies für Sportbootfahrer
werden soll, muss umgehend gehandelt werden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Maritimer Supergau, Der Kanal von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Nürnberg Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) bis 1992 Steuermann 1.Offizier und Kapitän 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne 2012 Fähren NOK bis 2017 jetzt Öffentlichkeitsarbeit und VdsM