Schleusenbau mit Nachdruck fordern Grüne vermissen energische Haltung der Landesregierung / Für das Industriegebiet stehen nachhaltige Konzepte auf der Wunschliste

schleusenbau_mit_nachdruck_fordern Schleusenbau mit Nachdruck fordern Grüne vermissen energische Haltung der Landesregierung / Für das Industriegebiet stehen nachhaltige Konzepte auf der Wunschliste Brunsbüttel Alles viel zu lasch – so lässt sich zusammenfassen, wie die Grünen-Politiker aus dem Landtag, Bernd Voss (Kreis Steinburg), Fraktionschef Dr. Robert Habeck und sein Stellvertreter Dr. Andreas Tietze, die Diskussion um den Bau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel sehen. In der Schleusenstadt trafen sie sich gestern mit den Chefs der egeb:Wirtschaftsförderung, Dr. Hans-Jürgen Hett, und des Hafenbetreibers Brunsbüttel Ports, Frank Schnabel, zum Meinungsaustausch. Wichtigstes Thema sei die Rettung des Nord-Ostsee-Kanals gewesen, berichtete Habeck. „Die Instandhaltung und Renovierung hat allerhöchste Priorität. Man mag sich nicht ausdenken, was passiert, wenn die Schleusen ausfallen.“ Die Auswirkungen blieben längst nicht nur auf Brunsbüttel beschränkt, sondern treffe die gesamte vom Kanal abhängige Wirtschaft. Die Landesregierung müsse daher „energisch Druck machen für den Neubau der Schleuse – vor allen anderen Projekten“. Offenbar, so Bernd Voss, finde das Land in Berlin nicht genug Gehör. Und genau dies müsse sich Schleswig-Holstein dem Bund gegenüber verschaffen. Habeck: „Das ist eine Machtfrage. Es wird nicht genug gekämpft.“ Wer einknicke oder alles hinnehme, könne seine berechtigten Forderungen nicht durchsetzen oder bekomme Kompromisse serviert. Wie den, dass statt des längst beschlossenen Neubaus besser erstmal die maroden Kammern der beiden großen Schleusen stückweise saniert – und dafür längere Zeit aus dem Verkehr gezogen – werden sollen. In der Prioritätenliste der Grünen steht nach dem Neubau die Elbvertiefung und danach der Kanalausbau. Nicht neu ist der Ansatz, den Elbehafen fit für den großen Einstieg in den Offshoremarkt zu machen. Niedersachsen sei da längst weiter. Dabei biete Brunsbüttel ideale Flächen, für Produktionsstätten von Windkraftanlagen oder zumindest Teilen, weiß Voss.Als „Energiedrehscheibe“ sieht er die Schleusenstadt. Deshalb müsse dort auch Know-How angesiedelt werden, wenn es um die Speicherung von Energie gehe. Andreas Tietze ergänzt, dass die Energiewende die Chance berge, „grüne“ Industrievorhaben nach Brunsbüttel zu holen. Das gehe nicht von heute auf morgen, sondern sei eine Langzeitperspektive. Industrieansiedlung funktioniert schlecht ohne eine gute Infrastruktur der Verkehrswege. Hier setzen die Grünen vor allem auf die Schiene. Den Ausbau der B5 dagegen hält Bernd Voss für nicht entscheidend. Stadt fühlt sich allein gelassen Das sieht die Brunsbütteler Politik ganz anders. Der Hauptausschuss hatte sich am Vorabend von Hans-Jürgen Hett und Ministerialdirigent Günter Meienberg ins Bild setzen lassen, warum es mit Ansiedlungsvorhaben so schwierig ist. Fazit, so Ausschussvorsitzender Andreas Wohlert: Es werde erst ein Bedarf abgewartet und dann überlegt, welche Infrastruktur nötig sein könnte. Dass dies viel zu viel Zeit koste, hatte Hett bereits voriges Jahr im Wirtschaftsausschuss des Kreises moniert. Und auch die Schleusensituation werde von der Wirtschaft als problematisch registriert, sagte Wohlert gegenüber unserer Zeitung. Auch ihm fehlen klare Worte. „Von unserem Bundestagsabgeordneten hören wir nichts!“ Während sich Dr. Rolf Koschorrek rar mache, könnten die starken Bundesländer ihre Interessen durchsetzen. Mit dem Ergebnis, so Wohlert, dass für die „eine Schleuse irgendwo an der Mosel“ als ebenso wichtig eingestuft werde wie die Kanalschleuse in Brunsbüttel. Ralf Pöschus
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne