Neue technische Hilfsmittel reichen nicht aus “Seenotretter bleiben unverzichtbar”

neue_technische_hilfsmittel_reichen_nicht_aus Neue technische Hilfsmittel reichen nicht aus "Seenotretter bleiben unverzichtbar" Samstag, 30. Juli 2011 Die Arbeit der Seenotretter bleibt nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) trotz neuer technischer Hilfsmittel wie des Ortungssystems GPS auch in Zukunft unverzichtbar. "Der Schiffsverkehr nimmt immer mehr zu, und auch der Bau von Offshore-Windkraftanlagen führt zu mehr Verkehr auf den Meeren", so DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. Berechnungen zufolge halten sich derzeit ständig rund 600 Menschen auf Nord- und Ostsee auf, die mit dem Bau von Windparks zu tun haben. "Da kann immer etwas passieren." Sorge bereiten der DGzRS, die sich ausschließlich aus Spendengeldern finanziert, die immer deutlicher wahrnehmbaren Auswirkungen der Klimaveränderungen. "Das Wetter auf See verändert sich, nicht schlagartig, aber langsam und stetig", sagte Stipeldey. Es gebe häufigere und intensivere Schlechtwetterperioden. "Wenn früher die meisten Stürme nach rund drei Tagen zu Ende waren, dauert eine solche Phase heute oft viel länger." Auch kämen die Sturmtiefs, die früher vor allem im Herbst die Seeleute arg beschäftigten und in Notsituationen brachten, immer öfter schon im Sommer. "Jeder Sturm bringt neue Herausforderungen für die Seenotretter." Auch angesichts dieser Herausforderungen sieht Stipeldey die DGzRS gut aufgestellt. "Wir haben ein sehr dichtes Netz von Rettungsstationen und eine moderne Flotte." 41 Seenotrettungsboote werden ausschließlich von Freiwilligen gefahren, die, vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr, bei Notfällen alarmiert werden. Auf den 20 größeren Seenotkreuzern seien dagegen hauptsächlich fest angestellte Mitarbeiter tätig. Für den Ruf nach Seenotrettern - jedes Jahr wird die DGzRS zu rund 2000 Einsätzen gerufen - gebe es viele Ursachen. Dabei stelle sich die Minderheit der Einsätze als dramatisch heraus. Das wüssten die Helfer aber vorher nie. Deshalb gelte stets das Motto: "Erstmal die Hebel auf den Tisch legen, langsam zurückfahren können wir immer noch." Im vergangenen Jahr seien 110 Menschen aus akuter Seenot gerettet worden, mehr als 1000 Menschen konnte in kritischen Gefahrensituationen geholfen werden. Der einzige wunde Punkt in der derzeitigen Situation sei das seit Jahren ungelöste Problem der Seenotretter auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Dort liegt der Seenotkreuzer "Theo Fischer" im Nothafen Darßer Ort, dessen Zufahrt im Zwei-Jahres-Rhythmus versandet. Die Ausbaggerung ist ein heftiger Streitpunkt in der Landespolitik Mecklenburg-Vorpommerns, da der Nothafen im Kernbereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft liegt. Die DGzRS fordert seit Jahren eine Lösung des Problems, die auch in einem Hafenneubau liegen könnte. "Voraussichtlich in diesem Herbst ist die Zufahrt wieder zu", sagte Stipeldey. Dann liege der Kreuzer wieder in Barhöft bei Stralsund, die Fahrt in die nahe und viel befahrene Kadetrinne dauere dann eineinhalb Stunden statt einer halben Stunde. "Bei der Seenotrettung kann jede Minute zählen."
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Offshore Windkraftanlagenbau auf See, Maritimes Lagezentrum Seenotrettung von g.goettling. Permanenter Link des Eintrags.

Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne