Verdi Vergabe von Leistungen an Dritte wird immer teurer und nützt nur Lobbyisten

wsv_vergabe ver.di Bundesverwaltung Ress. 12, Fachbereich Bund und Länder Paul-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin Seite 1 von 2 Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hier: Vergabe von Leistungen aus dem Bereich der WSD Süd: Erfahrungen aus der Vergabe haben gezeigt, dass Vergaben Mäharbeiten bis hin zu Ingenieur-leistungen nicht nur teurer, sondern auch in ihrem zeitlichen Ablauf, unkalkulierbarer und quali-tativ schlechter waren als bisher. Beispiele hierzu: Vergabekosten der IT- Betreuung WNA Aschaffenburg 160 000 €. Beim WSA Schwein-furt 2 eigene Beschäftigte mit Gesamtkosten in Höhe von 80 000 € bei wesentlich um-fangreicherer IT- Ausstattung. Vergabe der Pforte im WSA Aschaffenburg 4000 € im Monat. Reinigung der Schleusenkammern an Schleusen des WSA Nürnberg. Vergabe für 1,3 Mil-lionen für eine Maßnahme während der Schifffahrtssperre Mäharbeiten im Bereich des WSA Nürnberg für 125 000 € Arbeitsleistung für vier Beschäf-tigte vier Wochen. Unterstützung bei Vergabearbeiten durch Beschäftige und Maschinen bzw. Werkzeug der Bauhöfe der Wasser- und Schifffahrtsämter. Dies ist erforderlich, um längere Sperrzeiten bzw. Gefahren durch Hochwasser und Umwelteinflüsse abzuwehren. Firmen bieten an ohne den Umfang und den Inhalt der auszuführenden Arbeiten genau einschätzen zu können, da Ihnen der fachliche Hintergrund bzw. die Anlagenkenntnis fehlt. Die zeitliche Verlängerung von verschiedenen Schifffahrtssperren war hiervon die Folge. Auflaufendes Hochwasser im Januar 2011. Es besteht die Gefahr einer Überflutung. Die ausführende Firma benötigt nach eigener Aussage zum Räumen des Gefahrenbereichs 14 Tage. Die Räumung wurde darauf hin von Beschäftigten des WSA Schweinfurt in 3 Tagen durchgeführt. Kurzfristige Schifffahrtssperre zur Herstellung der Betriebssicherheit an einer Schleuse im Rahmen des Gewährleistungszeitraums. Auftragnehmer konnte nur ein Viertel der erfor-derlichen Arbeiten in der Kurzsperre durchführen. Die noch verbleibenden Mängel wur-den im gleichen Zeitraum durch Beschäftigte des WSA Schweinfurt erledigt um die Sperrzeit einhalten zu können. Es besteht die Befürchtung, dass es zu einer Monopolbildung von einzelnen Firmen kommt, da derzeit auf dem Markt keine Firma vorhanden ist die alle notwendigen Fahrzeuge und Gerät-schaften besitzt. Aus dem Bereich der WSD Nord: Hier: Nord-Ostsee-Kanal Gestellung von Fährjungen für die freifahrenden Fähren des WSA Kiel-Holtenau auf dem Nord-Ostsee-Kanal Die Adler-Schiffe GmbH & Co.KG hat mit dem WSAKiel-Holtenau einen Vertrag über die o.g. Gestellung abgeschlossen. Danach ist vereinbart, dass für insgesamtver.di Bundesverwaltung Ress. 12, Fachbereich Bund und Länder Paul-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin Seite 2 von 2 1.624 geleistete Arbeitsstunden 49.280,28 € vom WSA an die Adler-Schiffe GmbH & Co.KG zu zahlen sind. Umgerechnet bedeutet das einen „Stundenlohn“ von 49.280,28/1.624 = 30,34 €. 30, 34 € ist der Stundenlohn im öD für einE BeschäftigtigEn in der Eg 9 (30,48 €) Die oben beschriebene, jetzt vergebene Leistung wurde früher von WSA-Beschäftigten in der Eg 3 erledigt. Stundenlohn der E 3: 24,09 € 1.624 Arbeitsstunden mit der E 3: 1.624x24,09 = 39.122,16 €. Fazit: Diese Vergabe ist für den Zeitraum von 2 ½ Monaten um 10.158,12 € teurer als die Ei-genleistung. Aus dem Bereich der WSD Südwest: Aus: Einschaltkriterien für Architekten und Ingenieure - Bauüberwachung Wie bewerten Sie zusammenfassend die Qualität der Bauüberwachung durch Dritte gegenüber der Bauüberwachung mit WSV-eigenem Personal? V.g. Sachverhalte machen deutlich, dass mit der Vergabe der BÜ und der Bewehrungsabnahme durch den Prüfingenieur die erhoffte Entlastung des WSV-Personals nicht im erforderlichen Um-fang erreicht wird. Im Gegenteil, durch die Überwachung der Ingenieurbüros und die Auseinan-dersetzung mit diesen bei mangelhaften Leistungen werden zusätzliche Personalressourcen in der WSV gebunden. Der Einkauf der BÜ-Leistung ist teurer als die BÜ mit WSV-Personal. So kostet bspw. die Vergabe der BÜ bei einem Arbeitstag mit 8 Stunden 187.000 €/Jahr, 1 Ingenieur der WSV in der E12 kostet etwa 66.000 €/Jahr. Die Vergabe der BÜ sowie der Bewehrungsabnahme durch Prüfingenieure birgt die Gefahr einer mangelhaften Bauausführung und einer unzureichenden Bauqualität. Werden diese „tickenden Zeitbomben“ nicht rechtzeitig erkannt, offenbaren sie sich möglicherweise erst nach Jahren oder Jahrzehnten. Die BAW hat in letzter Zeit ebenfalls feststellen müssen, dass die Vergabe der BÜ an Ingenieurbüros durch die WSV problembehaftet ist. Die in der BÜ eingesetzten Beschäftigten der WSV haben auch auf die Einhaltung der arbeitssi-cherheitstechnischen und –rechtlichen Vorgaben geachtet. Auf die Einhaltung der arbeitssicher-heitstechnischen und –rechtlichen Vorgaben achten die beauftragten Ingenieurbüros nicht. Die Mitarbeiter in der WSV verlieren durch die Vergabe der BÜ den Bezug zur Bauausführung. Ein Verlust an technischem sowie baustellenrelevantem Fachwissen auf Seiten der WSV ist zu erwarten und zu befürchten. Müssen Mitarbeiter der WSV die Schlechtleistung von Ingenieurbüros kompensieren, bspw. in-dem die Mitarbeiter der WSV die Nachtragsbearbeitung übernehmen, verschiebt sich die Pla-nung und Realisierung von Folgeprojekten, da zu deren Betreuung nun keine Mitarbeiter der WSV im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen.
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Über g.goettling

1953 das Licht der Welt in Stuttgart erblickt bis 1962 Stuttgart ab 1963 bis 1970 Bayerrn ( genauer Mittelfranken Lauf/Peg.) Schule ab 1970 Norden Lehrjahre sind keine Herrenjahre Matrose HAPAG 1976 AK 19 86 AM FHSR ( heute STW 95 unbeschränkt) 1992 -1997 Staukoordinator Abteilungleiter Reedereien Rheintainer Transglobe 1997 - Schleusenmeister, den es immer noch seefahrtsmässig in den Finger juckt, wenn er seine Kollegen fahren sieht, inzwischen auch wieder selbst fährt übergangsweise Fähre und ehrenamtlich Dampfschlepper Hamburger Hafen Museumshafen Övelgönne